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Weltmeister ist auch Segler des Monats

Der WM-Titelgewinn in Australien nahm fast schon historische Ausmaße an. Niemals zuvor in der Geschichte der Laser-Klasse hatte es einen deutschen Weltmeister in der Elite-Klasse der Laser-Standard-Segler gegeben. Und exakt 20 Jahre liegt es zurück, dass es in einer olympischen Disziplin einen deutschen Weltmeister gab. Philipp Buhl setzte diesen Serien nun ein Ende. In überlegener Manier segelte der 30-Jährige die WM-Serie. Der Wind passte, die Leistung und die Vorbereitung auch. Ohne einen einzigen Ausrutscher segelte der Sportsoldat sowohl in der Vorrunde als auch in der Finalserie. Drei Siege in Folge in der Gruppenphase gaben ihm das Selbstbewusstsein, das schließlich für den ganz großen Coup wichtig war.

Und Buhl sammelte weitere Sympathiepunkte, blieb trotz des Erfolges demütig. Es habe alles zusammen gepasst, erklärte der neue Weltmeister. Der Wind habe ihm in die Karten gespielt, endlich habe er sein Können über die gesamte Woche auf die Bahn bringen können. Das aber sei kein Garant, dass es bei künftigen Großereignissen genauso laufen würde. Etwa zehn Sportler gehören jeweils zu den Titelanwärtern. Die Tagesform sei entscheidend. Diese Einstellung half dem 30-Jährigen vielleicht auch die Olympia-Entscheidung, die Spiele um ein Jahr zu verschieben, locker zu verkraften. Dies sei die richtige Entscheidung. Olympia sei mehr als die Jagd nach Medaillen, erklärte Buhl. Nur wenn es der Weltgemeinschaft gut gehe, solle man dieses Sportfest feiern.

All das trug den Allgäuer dann auch zu einem klaren Sieg in der Abstimmung. Mit exakt 75 Prozent der Stimmen ließ er die weitere zur Auswahl stehende Konkurrenz klar hinter sich. Die „Outsider“ kam mit 14,3 Prozent auf Rang zwei. Die Crew hatte bei dem Hochsee-Rennen in der Karibik den Sieg nach berechneter Zeit eingefahren. Auf Platz drei in der Abstimmung wurden Heil/Plößel gewählt. Die Skiff-Spezialisten segelten nach WM-Silber in 2019 nun zu WM-Bronze.

Kieler Woche nicht nur beim Termin flexibel

Nachdem vor der Verlegung der Kieler Woche in den September die Verschiebung mit den Sponsoren, den Mitveranstaltern, dem Deutschen Segler-Verband und den ehrenamtlichen Mitarbeitern abgesprochen wurden und deren Unterstützung und Zustimmung gesichert war, geht es jetzt in die nächste Phase der Planung. „Die Verschiebung verlangt neue Ideen und viel Flexibilität. Aber wir möchten den Aktiven und Klassen schon jetzt eine Orientierungshilfe geben, damit sie ab sofort planen können“, so Ramhorst. Dabei weichen die Kieler-Woche-Organisatoren auch von der gewohnten Einteilung ab.

„Wir gehen natürlich auf die Klassenwünsche ein. Die J24 möchten im ersten Teil und voraussichtlich einen Tag weniger segeln, um rechtzeitig zur EM nach Großbritannien abreisen zu können. Die 420er könnten aufgrund der am zweiten September-Wochenende  stattfindenden EM/WM Qualifikations-Regatta in Teil eins rutschen, und die 29er könnten dadurch ebenso wie die OK-Jollen, die am ersten September-Wochenende in Niedersachsen ihre  IDM austragen, im zweiten Teil segeln. Wir versuchen, vieles möglich zu machen“, so Ramhorst. Das Team um den obersten Wettfahrtleiter Fabian Bach passte die Klassen- und Bahnverteilungen den Wünschen an, um möglichst vielen Klassen aus dem olympischen und internationalen Bereich die Teilnahme an der Kieler Woche zu ermöglichen.

„Auch wenn das Grundgerüst steht, ist es nicht in Stein gemeißelt. Wir versuchen, weiterhin auf Wünsche zu reagieren und darauf einzugehen“, so Ramhorst, der von den Klassen und Aktiven viel Zuspruch für die Verlegung erfahren hat. Die Verschiebung in den September macht Hoffnung auf einen Herbst mit Regatten, nachdem bis in den August das meiste abgesagt worden ist.

Auf die Flying Dutchman und die Motten muss Kiel in diesem Jahr allerdings verzichten. Ihre Welt- bzw. Europameisterschaften verhindern den Start im September in Kiel. Andere Klassen bemühen sich dagegen, Meisterschaften, die vor dem September ausfallen, in die Kieler Woche zu integrieren.

Die Internationale Deutsche Meisterschaft der Seesegler wird wie geplant zur Kieler Woche stattfinden. Die Abteilung Technik des Deutschen Segler-Verbandes und die Regattavereinigung Seesegeln haben grünes Licht gegeben und die Verlegung begrüßt, teilt der Kieler Yacht-Club mit. Auch die Fareast28R dürften im Rahmen der Kieler Woche starten. Statt der geplanten Pre Worlds zur Kieler Woche findet die Kieler Woche nun nach den Worlds (10. bis 16. August in Laboe) statt. Doch die Weltmeisterschaft und die Kieler Woche sind jetzt deutlich dichter zusammengerückt, so dass die Veranstalter und die Klassenvereinigung mit dem Verbleib der Fareast 28 R-Boote bis nach der Kieler Woche rechnen.

„Es wird eine andere Kieler Woche als gewohnt, aber wir möchten positive Signale setzen. Natürlich steht die Gesundheit der Aktiven, aller Mitarbeiter und Gäste der Kieler Woche an oberster Stelle“, so Ramhorst, der sehr wohl in die Planungen einbezieht, dass Virologen und die Politik das letzte Wort haben könnten. 

Rasante Rennen bieten die olympischen Nacra 17. Foto: Sascha Klahn

Teil 1 (5.-8. September):
420er, 505er, J/24, J/70, J/80, Contender, Europe, Fareast 28R, Laser 4.7, Laser Rad. (open.), MustoSkiff, VXone  

Teil 2 (9.-13. September):
29er (10. -13. September), 470er, 49er, 49erFX, F18, Finn, Laser Rad W, Laser Std. M, Nacra15, Nacra17, OK-Jolle

Warnemünder Woche auf 2021 verschoben

In etwas mehr als drei Monaten, vom 4. bis 12. Juli 2020, sollte die 83. Warnemünder Woche stattfinden. Doch die Unwägbarkeiten waren einfach zu groß, da noch kein Ende bei der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus in Sicht ist. Die zu Deutschlands größten Segelevents gehörende Veranstaltung und Mecklenburg-Vorpommerns zweitgrößtes Volksfest wird daher ein Jahr aussetzen und im Sommer 2021 wieder stattfinden.

„Die Gesundheit aller Beteiligten, das heißt konkret der Gäste, Sportler, Helfer und Mitarbeiter, steht für uns an allererster Stelle“, sagt Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock & Warnemünde. „Im Juli Hunderttausende Besucher und Sportler aus der ganzen Welt in Warnemünde zu begrüßen, um ein sportliches und kulturelles Sommerfest zu feiern, ist aktuell einfach nicht möglich. Die Warnemünder Woche um ein Jahr zu verschieben, ist uns bei Weitem nicht leichtgefallen, aber ich halte es nach Rücksprache mit allen Beteiligten für das Richtige. Und wer weiß, wofür es gut ist? Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, um die Warnemünder Woche noch attraktiver zu gestalten.“

Der Sportdirektor der Warnemünder Woche, Peter Ramcke: „Wir müssen leider AP über Alpha signalisieren, d. h. für die Segler „Alle Wettfahrten fallen für die Warnemünder Woche aus“. Eine so hochkarätige Veranstaltung verlangt auch für die Sportler neben der Vorbereitung den Kopf frei zu haben und vor allem gesund zu sein und zu bleiben. Ich bin bereits im intensiven Austausch mit den Aktiven und Vertretern der verschiedenen betroffenen Klassen über das kommende Jahr. Fest steht, wir werden auch 2021 wieder ein sportliches Programm präsentieren, das sich sehen lassen kann und freuen uns mit allen Sportlern, ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern auf die Warnemünder Woche 2021.“

Die Langstreckenregatta Rund Bornholm, zu sehen ist hier der Start, gehört jedes Jahr zu den sportlichen Höhepunkten der Warnemünder Woche. Foto: Pepe Hartmann

Ingeborg Regenthal, Büroleiterin des Warnemünde Vereins, der das Sommerfest an Land einschließlich der offiziellen Eröffnungsfeier und dem traditionellen „Niege Ümgang“ organisiert: „Wir stehen voll und ganz hinter dieser Entscheidung. Natürlich sind wir traurig, dass wir in diesem Jahr nicht wie gewohnt fröhlich und unbeschwert in Warnemünde feiern können, doch das Risiko wäre einfach zu groß. Wer uns kennt, weiß, wir werden uns jetzt nicht ausruhen, sondern beginnen direkt mit den Vorbereitungen, um im nächsten Jahr eine ganz tolle 83. Warnemünder Woche mit buntem Sommerfest auf die Beine zu stellen.“

Ralf Bergel vom Warnemünder Segel-Club (WSC) und ehrenamtlicher Chairman der Warnemünder Woche sagt: „Wir haben alle Optionen geprüft und sind zu dem Entschluss gekommen, dass eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt aus logistischen und organisatorischen Gründen leider nicht möglich ist. Die Warnemünder Woche lebt von ihren hochkarätigen, internationalen Segelwettbewerben, wie Europa- und Weltmeisterschaften. Im letzten Jahr hatten wir Seglerinnen und Segler aus insgesamt 38 Nationen in Warnemünde zu Gast. Das ist auch unser Ziel für das Jahr 2021. Wir stürzen uns jetzt in die Vorbereitungen für das nächste Jahr.“

Die nächste Warnemünder Woche findet vom 3. bis 11. Juli 2021 statt. Weitere Informationen und Termine unter www.warnemuender-woche.com

Nordseewoche findet statt – aber wie?

Alle werden sicher verstehen, dass wir in der momentanen Situation nicht weiter eine gewohnte Nordseewoche planen. Wir haben uns aber gefragt, was wir tun können, wenn sich die Lage doch noch zum Besseren wendet“, sagt Marcus Boehlich. Mit Unterstützung der Nordseewoche-Partner, im Besonderen Capitell und Pantaenius, wird es zwei virtuelle Regatten, nämlich den Capitell-Cup Rund Helgoland und das Pantaenius Rund Skagen Race geben. Auf der Nordseewoche-Homepage (www.nordseewoche.org) oder in der App von Virtual Regatta, erhältlich im Appstore bzw. GooglePlayStore, wird man als Teilnehmer für die Regatten melden können. So kann in diesem Jahr jedes Crewmitglied zum Skipper werden und nach einer ausgiebigen Wetter- und Strömungsanalyse mit geschickter Kurswahl, Segelauswahl und Segelwechsel zur richtigen Zeit die Nordseewoche-Regatten für sich entscheiden. 

Spannendes Regattasegeln wird es in diesem Jahr in jedem Fall geben – zumindest virtuell.

Die Langstreckenregatta Pantaenius Rund Skagen startet regulär immer alle zwei Jahre, im Wechsel mit der Edinburgh Regatta und hat einen legendären Ruf. Mit über 500 Seemeilen ist sie die längste deutsche Langstreckenregatta und gilt auch als die härteste. Zwar wird die virtuelle Variante wohl nicht ganz so kräftezehrend wie normal, doch bleiben spannende taktische Entscheidungen für die Teilnehmer, die ihre virtuellen Boote durch die anspruchsvollen Reviere Nordsee, um Skagen herum bis nach Kiel-Schilksee bringen müssen. „Zur Preisverleihung, die hoffentlich im November stattfinden kann, laden wir, wie immer, gesondert ein und werden bei einem gemeinsamen Essen aus diesem Kreis einige Gewinner küren. Dies soll allen helfen, die regattafreie Zeit zu überstehen“, sagt Boehlich und freut sich, den Seglern zumindest dieses Schmankerl anbieten zu können.

Ein Hintertürchen lassen sich die Veranstalter jedoch noch offen: „Falls bis zum 15. Mai 2020 klar ist, dass Helgoland betreten und Regatten gesegelt werden dürfen, werden wir mit einem Minimalteam und unter minimalem Aufwand – d.h. kein Zelt, keine Begleitboote, keine Partys usw. – den Capitell-Cup Rund Helgoland und Pantaenius Rund Skagen stattfinden lassen. Das alles natürlich vorbehaltlich der dann einzuholenden Genehmigungen“, sagt Boehlich und bittet um Nachsicht, wenn dann vielleicht nicht alles wie gewohnt klappt.

segeln April-Ausgabe 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Entwicklungen der Corona-Pandemie haben auch uns in der Redaktion wie ein Tsunami überrollt. Bei einem Blick auf das Titelthema werden Sie merken, dass ein Reisespezial in Zeiten, in den Grenzen dicht, Flüge gestrichen und ein Kontaktverbot herrscht, nicht unbedingt das ideale Thema ist. Bevor Sie jetzt aber E-Mails an uns schreiben, um zu fragen, ob wir nicht etwas plemplem seien, möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick geben, wieso das Coronavirus in der aktuellen Ausgabe keine große Rolle einnimmt. Denn bereits Anfang Februar begannen wir in der Redaktion mit dem Bearbeiten der ersten Texte des Heftes. Die ersten fertigen Artikel haben wir um den 20/21. Februar „abgegeben“. Am 20. Februar wurde in Italien bei Patient 1 die erste Coronainfektion in Italien gemeldet. Als wir Anfang März die letzten Seiten an die Druckerei übergaben, zeichnete sich ab, dass etwas auf uns zukommt – und ich musste eine Entscheidung treffen: aktuelle Coronameldungen aufgreifen oder nicht? Bis zum Tag der Veröffentlichung waren es noch drei Wochen hin und zumindest in Deutschland zeichnete sich nicht ab, dass die anstehende Saison an Nord- und Ostsee beeinträchtigt werden könnte. Einen Blick in die Glaskugel wollte ich nicht riskieren, sprach das Coronathema aber im Editorial an. 
Seitdem haben die Entwicklungen der Coronakrise ein Tempo entwickelt, das einzigartig ist. Hätte uns vor drei Wochen jemand gesagt, dass unsere Grundrechte so massiv eingeschränkt werden, dass Segler von der Polizei aus geschlossenen Häfen eskortiert werden – wir hätten ihm nicht geglaubt. Heute wissen wir, dass diese Maßnahmen richtig und notwendig sind. Heute wissen wir, dass jeder einzelne von uns Verantwortung übernehmen muss. Heute wissen wir, dass jeder einzelne von uns etwas bewirken kann – indem er soweit es möglich ist, zuhause bleibt. Und wir wissen auch, dass wir nur gemeinsam durch diese Krise kommen. 
Sehen Sie das aktuelle Heft daher bitte nicht als Affront an, sondern lassen Sie sich auf die Themen im Heft ein. Sei es um etwas Abstand zu gewinnen, um von der schönsten Leidenschaft der Welt zu träumen oder um sich Anregungen zu holen, was Sie unternehmen werden, wenn das alles vorbei ist.
Aktuelle Auswirkungen des Virus lesen sie übrigens auf segelreporter.com

Kai Köckeritz
Chefredakteur segeln

Weitere Themen in der April-Ausgabe von segeln

  • Test: Die RM 1180 – ein Neuanfang für die Werft
  • Windgeneratoren: Was die Generatoren mittlerweile leisten können
  • Yachtdesign: So hat sich das Yachtdesign in den letzten zehn Jahren verändert
  • Kohlefaser: Das Wundermaterial hat einen Nachteil: es kann nur sehr schlecht recycelt werden

Das Heft können Sie auch bequem versandkostenfrei von zuhause aus bestellen: Jetzt bestellen

TW sucht einen Lösungsweg

Vor dem Hintergrund, dass die Travemünder Woche erst in der zweiten Juli-Hälfte (17. bis 26. Juli) terminiert ist, bleibt noch etwas Zeit für die Entscheidung. Zeit, die TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, Sportdirektor Jens Kath, Projektleiterin Birgit Stamp-Oehme, der Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke und Uwe Bergmann von der Eventagentur uba nutzen wollen, um in Abstimmung mit Seglern, der Stadt Lübeck sowie mitveranstaltenden Vereine, Partnern und Schaustellern die beste Entscheidung zu treffen.

Intensive Beratungen beschäftigen derzeit das Organisationsteam der Travemünder Woche (von links): Geschäftsführer Frank Schärffe, Sportdirektor Jens Kath, Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke, Projektleiterin Birgit Stamp-Oehme und Uwe Bergmann, Geschäftsführer der Eventagentur uba. Fotos: segel-bilder.de

„Bis zum 19. April ist das öffentliche Leben weitgehend auf Null gesetzt. Danach werden wir vielleicht sehen können, wie sich die Maßnahmen der Regierung auf die Infektionskurve ausgewirkt haben und in welchen Schritten die Rückkehr zur Normalität möglich ist“, sagt Frank Schärffe und peilt den Zeitraum um dieses Datum herum auch als Horizont für die Entscheidung der TW-Organisation an. „In der verbleibenden Zeit müssen wir viel Arbeit in die Abstimmung stecken, um dann zügig bekanntzugeben, wie die Travemünder Woche 2020 aussehen wird.“ Schärffe lässt keinen Zweifel daran, dass man den Funken Hoffnung, die TW in fast gewohnter Form durchführen zu können, lange glimmen lassen möchte, ohne auch flexible alternative Lösungswege außer Acht zu lassen. Denn die Terminierung auf die letzte volle Juli-Woche ist aus guten Gründen seit Jahrzehnten etabliert.

Die Organisation der Travemünder Woche hängt ganz entscheidend von dem Engagement der rund 300 Ehrenamtler ab. Diese bringen für die TW ihren Urlaub ein. Und mit der Aussicht, zur schönsten Sommer- und Ferienzeit eine Woche mit Freunden an der Lübecker Bucht zu verbringen, fällt das naturgemäß leichter. Dazu kommt, dass Schüler und Studenten dann freie Zeit haben. Daneben bestehen durch die Ferienzeit in der Landesberufsschule auf dem Priwall auch günstige Unterbringungsmöglichkeiten für die Helfer. Und Uwe Bergmann kann in der Vermarktung des Landprogramms, das zu großen Teilen die Segelgroßveranstaltung erst möglich macht, im Hochsommer ein deutlich attraktiveres Umfeld für die Schausteller bieten: „Das Flair der Travemünder Woche ist geprägt durch die entspannte Atmosphäre mit lauen Sommerabenden. Und die sind zu keinem anderen Zeitpunkt so sicher wie eben im Juli.“

Auch Jens Kath und Anderl Denecke haben es deutlich leichter, hochwertige Meisterschaften nach Travemünde zu holen, wenn sie neben der erstklassigen Ausrichtung der Regatten auf dem Wasser zudem mit einem attraktiven Rahmenprogramm werben können. Dass europaweit die Ferienzeit im Hochsommer dazu beiträgt, regelmäßig Teilnehmer aus rund 20 Nationen an der Lübecker Bucht zusammenzubringen, spricht zudem für den Juli. Kath und Denecke werden daher bei den insgesamt 30 geplanten Wettbewerben (inklusive 14 Meisterschaften) in diesem Jahr nun viele Abstimmungsgespräche mit den diversen Klassenvereinigungen führen. „Uns ist wichtig, dass wir alle treuen TW-Klassen in den Prozess miteinbeziehen. Wir wollen niemanden hinten runterfallen lassen“, sagt Denecke. Jens Kath geht nach Rücksprache mit Birgit Stamp-Oehme über die Möglichkeiten mit zwei frischen Termin-Optionen in die Gespräche: „Wir müssen sehen, was bei dem Gros der Klassen am besten ankommt. Da wir wenig Überschneidungen in den Segelklassen mit anderen deutschen Regattawochen haben, können wir uns ganz auf unsere Segler konzentrieren“, sagt Kath.

Im schmalen Zeitkorridor bei einer Verlegung haben die TW-Verantwortlichen eine Woche im Spätsommer und eine bereits im Herbst ins Auge gefasst. In der Abwägung geht es darum, den Seglerwillen, die Vermarktungsmöglichkeiten und die verfügbare Freizeit der Ehrenamtler im Auge zu haben – und dann auch noch keine Überschneidungen mit anderen Travemünder Veranstaltungen zu provozieren. Wenn all diese Entscheidungsstränge zusammengeführt sind und die Entwicklung der Krise sichtbarer wird, wird das Format der TW 2020 festgezurrt. Der Wille, die Regatta- und Festivalwoche auch in 2020 durchzuführen, ist bei den TW-Verantwortlichen ungebrochen.

Ultramarin Boatshow 2020 ist abgesagt

Die Ultramarin Boatshow im Mai markiert als eines der ersten Wassersportevents den Start der Wassersportsaison am Bodensee. Rund 50 Aussteller präsentieren zu Wasser und an Land die Trends und Neuheiten der Branche. „Wir planen seit letztem Oktober an der Boatshow und hätten mit einigen neuen Ausstellern wieder ein interessantes Programm für die Besucher bereitgestellt. Leider lässt die aktuelle Situation keine andere Entscheidung zu als die Ultramarin Boatshow in diesem Jahr abzusagen“, erklärt Ultramarin-Geschäftsführerin Sonja Meichle. „Aber die Gesundheit und das Wohl der Aussteller und Besucher hat für uns natürlich oberste Priorität.“

2021 soll die Ultramarin Boatshow wieder wie gewohnt Anfang Mai stattfinden.

Privilège verstärkt Verkaufsteam

Mit 14-jähriger Berufserfahrung in der Yachtbranche erweitert Anna Nowotarska das Team des französischen Katamaranherstellers durch hohe Fachkompetenz.

Gilles Wagner, CEO von Privilège sagte: “Wir freuen uns, eine so erfahrene und gut vernetzte Person mit einem hervorragenden Ruf zu begrüßen. Anna wird uns helfen, unsere kontinuierlich wachsende Flotte auf dem Markt zu positionieren und die Vertriebsmöglichkeiten zu verbessern.“

“Da Privilège im Jahr 2020 zwei Weltpremieren feiern wird, könnte der Zeitpunkt für den Beginn meiner neuen beruflichen Herausforderung nicht besser sein. Ich arbeite seit vielen Jahren in der Katamaran-Industrie, was mir die Zuversicht gibt, mich erfolgreich in diese prestigeträchtige Werft einbringen zu können”, sagte Anna Nowotarska bei ihrem ersten Besuch auf der Werft in Les Sables d`Olonne, Frankreich.

Die deutsche Großserienwerft Hanse Yachts hatte Privilege im Sommer 2019 übernommen.

Seenotfall: Fischkutter drohte in Windpark zu treiben

Gegen 3.30 Uhr erreichte die Seenotretter der Notruf des Fischkutters „Martje“ (HeimathafenGreetsiel). Die beiden Fischer meldeten den Ausfall ihrer Maschine nach einem Kurzschluss an Bord. Ihr Kutter befand sich etwa zwölf Seemeilen (gut 22 Kilometer) nördlich von Helgoland – und nur etwa 1,5 Seemeilen von einem Windpark entfernt.

Bei etwa drei Knoten Strom drohte der manövrierunfähige 15-Meter-Kutter, innerhalb kurzer Zeit in den nahen Windpark hineinzutreiben. Der nicht weit entfernt fahrende Kutter „Nordlicht“ lief zur „Martje“ und nahm sie auf den Haken, um den Havaristen zumindest auf Position zu halten.

Nach dem Eintreffen des Seenotrettungskreuzers “Hermann Marwede” übernahmen die Seenotretter den Fischkutter und schleppten ihn sicher nach Helgoland. Die beiden Fischer blieben an Bord.

Zur Unglückszeit herrschten vor Helgoland schwacher Nordwind und gute Sicht.

Sondergenehmigung: AWN öffnet in Hamburg

Die AWN-Filiale Hamburg darf, wie auch Baumärkte und Lebensmittelgeschäfte, unter behördlicher Genehmigung ab heute (20.3.2020) wieder für Kunden öffnen. So soll gewährleistet werden, dass auch wichtige Organe des Staates weiter beliefert werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Wasserschutzpolizei, Feuerwehren, THW, Katastrophenschutz, Rettungswagen der Krankenhäuser, Polizei, etc.

Wie A.W. Niemeyer betont, wird dieser Schritt nur unter strikten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt:

  • Es gilt zwei Meter Abstand untereinander vor der Tür, an der Kasse, in den Gängen und zu den Mitarbeitern einzuhalten
  • Bestenfalls sollten Handschuhe und Gesichtsmasken getragen werden
  • Es dürfen maximal zehn Kunden gleichzeitig in den Verkaufsraum
  • Die Zahlung sollte mit EC- und Kreditkarten getätigt werden
  • Persönlicher Kontakt bei Begrüßungen, z.B. Handschlag, muss unterbleiben

Adresse:
AWN Filiale Hamburg
Holstenkamp 58
22525 Hamburg
www.awn.de

HanseYachts sichert Produktion und Arbeitsplätze

Ein umfassender Maßnahmenkatalog wurde ausgearbeitet um die Produktionsbänder am Laufen zu halten, und der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung in der Krisenzeit gerecht zu werden. Neben strengen Hygiene-Vorschriften wurden die Arbeitsbereiche strikt voneinander getrennt und zahlreiche Home-Offices eingerichtet. Externe Besucher sowie der eigene Vertrieb dürfen die Produktionsstätten zum Schutz der Bootsbauer nicht mehr besuchen. Des Weiteren sind alle Geschäftsreisen und Veranstaltungen im In- und Ausland abgesagt.

Aufgrund dieser früh in die Wege geleiteten Maßnahmen laufen alle Förderbände konstant auf einem hohen Niveau. Alle Marken der HanseYachts AG sind weiterhin lieferfähig und Bestellungen können derzeit pünktlich ausgeliefert werden. Um das zu gewährleisten wird auch die Lagerreichweite für Fertigungsteile aus dem Ausland fortlaufend kontrolliert und weiter ausgebaut.

Dr. Jens Gerhardt, CEO HanseYachts AG: „Uns erreichen weiterhin Anfragen und Bestellungen über neue Yachten für diesen Sommer. Unsere Kunden wissen dass ein Boot in dieser Zeit perfekt ist, um einen sicheren und unbeschwerten Urlaub isoliert mit der Familie verbringen zu können. Was gibt es besseres als eine Auszeit auf dem Meer?“

Segelmacher-Allianz gibt ihr Wissen preis

Jeden Montag erscheint ein frischer Bericht auf der Website der ADS (www.Allianz-Deutscher-Segelmacher.de), der über sehr unterschiedlichen Themen rund um die Segel, das Segeltuch, das Rigg und die Ausrüstung informiert und die volle Kompetenz der deutschen Segelmacher an die Segler weitergibt. So stellt jede Woche ein Mitgliedsbetrieb sein Wissen zur Verfügung.

Stark aufgewertet werden die ADS-Seite und die wöchentlichen Berichte durch die großen Lieferanten. Üblicherweise stehen diese großen Player in der Wassersportbranche eher im Hintergrund. Mit einem Segelmacher hat der Yachteigner dagegen immer wieder einmal Kontakt, aber der direkte Kontakt zu den Tuchherstellern, den Beschlags- und Rigglieferanten und damit die Informationen aus erster Hand sind selten. Da auch so wichtige Partner wie die Firmen Gotthardt, Lindemann und Dimension-Polyant sich bei den wöchentlichen Berichten mit einbringen werden, ist eine bisher in Deutschland noch nicht erreichte Basis für den Informationsfluss vom Entwickler, Hersteller und Händler zu den Seglern geschaffen worden.

Mit den Informationen für die Yachteigner und Segler erreicht die ADS bereits das dritte Ziel nach der Gründung. Das Hauptanliegen stellt nach wie vor die Vermittlung des hohen Qualitätsstandards der in Deutschland gefertigten Segel dar. So sind die Ausbildung im Dualen System und die damit erreichten Fertigkeiten wohl weltweit einmalig. Dies schlägt sich in den an Bord gelieferten Produkten nieder.

Ein weiteres Ziel der ADS ist es, den attraktiven und interessanten Beruf des Segelmachers noch mehr in das Bewusstsein junger Segler zu bringen. Das Lehrstellenangebot ist groß und die Zukunftsaussichten sind ideal.