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Interboot zieht positives Fazit

Für unser Unternehmen und für unsere Aussteller war es eine außergewöhnliche Erfahrung, im Zeichen des Corona-Virus eine Messe durchzuführen. Wir freuen uns, dass der Mut von allen belohnt wurde“, resümiert Messegeschäftsführer Klaus Wellmann. Unter Berücksichtigung von umfangreichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen präsentierte die Interboot in sechs Messehallen Boote und Yachten, Zubehör, Funsport sowie Bekleidung. „Die Stimmung unter den Ausstellern war sehr gut. Sie verzeichneten bereits am ersten Wochenende hervorragende Verkäufe, dieser Trend setzte sich im weiteren Verlauf der Woche fort. Ebenso zeigten sich die Besucher positiv überrascht von der Veranstaltung, die Corona-bedingt anders war“, berichtet Projektleiter Dirk Kreidenweiß. „Sie bot der Branche aber wieder einen Treffpunkt und ein sicheres Einkaufserlebnis“.

Gut angenommen wurde neben der Produktschau auch das Rahmenprogramm: Die Vorträge im Segel- & Reise-Kompetenz-Center und auf der IBN-Aktionsfläche sowie die Charter- & Törnberatung fanden große Beachtung. Ausgebucht war das Trailertraining. Ebenfalls gut angenommen wurde die Ocean Film Tour Vol. 7 am Donnerstagabend.

Stimmen der Aussteller

Hans Roelants, General Manager EMEA Sea Ray Boats, bilanziert: „Die Interboot war für uns ein sehr großer Erfolg. Wir haben nie an der Messe gezweifelt und wir sind froh, dass wir dabei waren. Sie war super organisiert und die Besucher sehr diszipliniert. Unsere Erwartungen bezüglich der Verkäufe wurden übertroffen: Wir haben viel mehr verkauft als letztes Jahr.“ 
Ein anerkennendes Fazit ziehen auch Aussteller wie Simon und Eva Zanon, Inhaber Zanon Nautic GbR: „Für uns als Start-Up war die erstmalige Messeteilnahme ein Wagnis, zu dem wir uns bewusst entschieden haben. Jetzt sind wir positiv überrascht und freuen uns über den Austausch mit einem qualitativ hochwertigen Publikum. Es gab viele ernsthafte Interessenten, die auch wirklich ein Boot suchten und dank vieler Probesegeltermine gehen wir erwartungsfroh in das Nachmessegeschäft. Wir bereuen unseren Interboot-Schritt als Aussteller definitiv nicht!“
Auch Ralf Madert, Inhaber Surfer’s Paradise, blickt positiv zurück: „Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit der diesjährigen Interboot. Wie zu erwarten kamen zwar weniger Besucher, die aber waren sehr fachkundig und kaufkräftig, zusätzlich freuen wir uns auch über viele Kunden aus den Nachbarländern Österreich und der Schweiz.“

Die 60. Interboot findet vom 18. bis 26. September 2021 statt.

www.interboot.de

Überraschung und Comeback vor Kiel

Vom ersten Tag an dominierte der Münchner Yacht-Club den vierten Spieltag der Saison. Das Team von One Kiel beendete die Regatta auf Platz zwei und ist damit wieder in den obersten Rängen vertreten. Auch der NRV erreichte mit Rang 3 erneut das Podium. Damit verteidigte der Rekordmeister seine Gesamtführung und wird in zwei Wochen als Gastgeber des Saisonfinals versuchen, nach einem Jahr Pause wieder die Meisterschale nach Hamburg zu holen.

Bei herausfordernden Bedingungen mit Leichtwind am Freitag, Nordwestwind von über 17 Knoten am Samstag und nur schwachem Wind am Finaltag zeigte das junge Münchner Team die gesamte Regatta über konstant starke Leistung. „Für den Sieg war es bis zum letzten Rennen eng für uns und erst nach dem Zieleinlauf konnten wir realisieren, was wir aufs Papier gebracht haben. Mit Manuel Wunderle haben wir einen Steuermann, der für solche Rennen die notwendige Ruhe mitbringt – wir haben uns dieses Wochenende als Team extrem gut ergänzt“, berichtete MYC-Taktiker Julius Neszvecsko.

In der Zweiten Liga siegte die SV Itzehoe nach einem dreitägigen Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit nur zwei Punkten Abstand kam der Konstanzer YC auf Rang zwei – punktgleich vor dem Joersfelder SC. Damit bleibt die Führung in der Saisontabelle beim Bodensee-Yacht-Club Überlingen, der den Spieltag als Fünfter beendete.

Vom 8. bis 10. Oktober findet das Saisonfinale der 1. und 2. Segel-Bundesliga auf der Hamburger Alster beim NRV statt, wo die Meisterschale und der Titel des Deutschen Meisters der Segelvereine 2020 vergeben wird.

Gesamtrangliste 1. Liga

Gesamtrangliste 2. Liga

Laser Europa Cup ein voller Erfolg

Der Laser Europa Cup Warnemünde ist heute nach vier Segeltagen zu Ende gegangen. „Wir sind voll zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung“, resümiert Ralf Bergel aus dem Organisationskomitee und Chairman der Warnemünder Woche. „Die Segler sind froh, endlich wieder segeln zu können, denn Corona hat die Regatta-Saison in diesem Jahr weitestgehend verhindert. Von daher möchten wir an dieser Stelle nochmal unserem Partner WIRO und der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde danken, die es ermöglicht haben, dass wir dieses Event auf die Beine stellen konnten.“ Wettertechnisch war alles dabei. Von zu viel Wind bis Flaute, die Segler mussten ihr gesamtes Können aufbieten, um auf der Ostsee vor Warnemünde zu bestehen. Insgesamt haben 93 Seglerinnen und Segler aus acht Nationen, unter strenger Beachtung der Hygieneregeln, am Laser Europa Cup Warnemünde teilgenommen.

Fast 100 Boote gingen an den Start. Foto: WSC

Laser Radial:

Theresa Wierschin aus Greifswald hat den Laser Europa Cup Warnemünde in der Klasse Laser Radial nach insgesamt sieben Wettfahrten gewonnen. Die 21jährige konnte sich gegen eine extrem starke Konkurrenz durchsetzen. Auf Platz zwei beendete Pia Kuhlmann (Wunstorf) die Regatta. Auf dem dritten Platz folgt Hannah Anderssohn aus Rostock. Insgesamt gingen 57 Boote an den Start.

Laser 4.7:

Im Laser 4.7 konnte Batbold Gruner erneut unter Beweis stellen, dass er aktuell kaum zu schlagen ist. Fünf erste, ein zweiter und ein dritter Platz sprechen eine klare Sprache. Für den Nachwuchssegler aus Ganderkesee bei Bremen ist der Sieg beim Laser Europa Cup bereits der dritte große Erfolg in dieser Saison. Bei der Jugendweltmeisterschaft im portugiesischen Vilamoura wurde er bester Deutscher und die Kieler Woche gewann er souverän im Laser 4.7. Auf Platz zwei, mit 15 Punkten Rückstand, folgt Laura Tornow (Eichwalde) und Maximilian Reger aus Breitbrunn kam im 30 Boote zählenden Feld auf den dritten Platz.

Laser Standard:

Bei den Laser Standard hat Lennart Kuss vom Warnemünder Segel-Club den Gesamtsieg errungen. Er setzte sich gegen fünf andere Segler durch. Henning Kröplin aus Schwerin musste sich mit zwei Punkten Rückstand knapp geschlagen geben. Auf Platz drei beendete der Mexikaner Gerardo Benitez die Regatta. Die Warnemünder Woche 2021 findet vom 3. bis 11. Juli 2021 statt.

Salon Nautique Paris abgesagt

Die Pariser Bootsausstellung ist wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Frankreich abgesagt worden. Der französische Gesundheitsminister, Olivier Véran, kündigte kürzlich eine Reihe von Maßnahmen für Paris an, insbesondere die Reduzierung der maximal zulässigen Besucherzahlen für Großveranstaltungen von 5.000 auf 1.000 Personen. Diese Regel und ganz allgemein der gesundheitliche Kontext würden daher die Durchführung der Bootsausstellung in diesem Jahr nicht möglich machen.

Jedes Jahr bringt der “Salon Nautique” Anfang Dezember mehr als 200.000 Besucher und mehr als 800 Aussteller zusammen. Angesichts dieser Faktoren hatte die FIN beim Staat beantragt, drei Bootsmessen mit strikter Ablaufsteuerung zu organisieren. Dieses Projekt ermöglichte es, die Höchstgrenze von 5.000 Besuchern pro Ausstellung einzuhalten und gleichzeitig darauf zu achten, die Besucher keinen Gesundheitsrisiken auszusetzen.

“Die neuen Maßnahmen beschleunigen unsere Entscheidung und lassen uns keine Wahl. Die Folgen werden schwerwiegend sein. Die Herbst- und Wintermessen sind wichtige Geschäftsorte, an denen 70 Prozent der jährlichen Bestellungen abgewickelt werden. Sie sind wesentliche Bezugspunkte in unserem wirtschaftlichen Ökosystem. Wir werden unser Bestes tun, um allen Unternehmen der französischen Bootsbranche weiterhin so gut wie möglich zu helfen, diese neue Tortur zu überstehen und uns auf die Zukunft im Jahr 2021 vorzubereiten”, sagte Yves Lyon-Caen, Vorsitzender der FIN.

Meisterschaft der Meister abgesagt

Die Meisterschaft der Meister (MdM) pausiert 2020. Der sportliche Leckerbissen zum Saisonabschluss beim Hamburger Segel-Club (HSC) auf der Außenalster, bei dem Deutschlands beste Segler und Seglerinnen unter der Schirmherrschaft des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) ihren Meister der Meister ermitteln, fällt dem Corona Virus zum Opfer.

Es gibt 2020 einfach nicht genügend Meister. Alle Deutsche Meisterschaften sowie Jugendmeisterschaften, Welt- und Europameisterschaften wurden abgesagt oder auf den Herbst verschoben. Im Oktober sind noch 16 Deutsche Meisterschaften geplant, aber das ist zeitlich zu knapp für die Teilnehmer und für eine solide Organisation der MdM. 

Nach reiflichen Überlegungen mit den Sponsoren, dem DSV und allen anderen Beteiligten haben die Veranstalter entschieden, die Veranstaltung erst 2021 wieder durchzuführen. Zur dann 40. Meisterschaft der Meister werden alle Meister aus 2020 und 2021 meldeberechtigt sein.

boot Düsseldorf 2021: “Alles läuft nach Plan”

Die boot Düsseldorf ist sich als weltweit größte Plattform für den Wassersport ihrer Verantwortung für die Branche bewusst. Mit der boot vom 23. bis 31. Januar 2021 werden die Weichen für ein erfolgreiches Jahr und eine positive Zukunft gestellt. Wir sind sicher, dass wir alle gemeinsam dies meistern können und freuen uns, Ihnen den Ort in Düsseldorf dafür bieten zu können. In 17 Messehallen werden wir nach den gültigen Hygiene- und Infektionsschutzregeln eine zwar etwas andere, doch ebenso begeisternde boot organisieren. Vorgemacht hat uns dies der gerade zu Ende gegangene Caravan Salon 2020. Er hat eindrucksvoll bewiesen, wie Messen in Düsseldorf auch in diesen Zeiten Erfolg haben und Aussteller auch mit den neuen Regeln beachtliche wirtschaftliche Ergebnisse erzielen können. Dieses Resultat stimmt uns sehr froh, denn es hat gezeigt, dass Messen auch heute unverzichtbare Marketing-Instrumente sowohl für die Caravaning-Industrie als auch für die Wassersportbranche sind“. Mit diesen Worten beschreibt Messechef Wolfram N. Diener die Situation in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt

Anmeldestand auf dem Niveau von 2019

Die Planung der boot 2021 ist auf Kurs und der derzeitige Anmeldestand entspricht insgesamt dem Niveau von 2019. Nahezu alle Hersteller von Booten und Yachten, die auch 2020 an Bord waren, sind wieder dabei. Bis auf wenige Ausnahmen haben auch die Ausrüster ihre Teilnahme an der boot wieder zugesagt. Petros Michelidakis, Project Director der boot: „Insgesamt ist der Buchungsstand bei der boot hervorragend und wir haben sogar Hallen wie die Luxusyachthallen 5 und 6, in denen schon nahezu jeder Quadratmeter vermietet ist. Stark von der Krise betroffene Branchen wie der Tourismus sind noch nicht auf altem Niveau zurückgekehrt. Mit den Regionen und Reiseveranstaltern sind wir jedoch im regen Austausch, um eine Messeteilnahme möglich zu machen.“ Einen guten Anmeldestand verzeichnet das boot Team auch bei den Anbietern von Hausbootferien oder dem Charterbereich sowohl für Segel- als auch für Motorboote. Beide Urlaubsformen gelten als sehr sicher und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Behördlich abgestimmtes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept

Schon für den Caravan Salon hat die Messe Düsseldorf in enger Absprache mit den Behörden und in Abstimmung mit der Landesregierung ein umfassendes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept entwickelt, das jederzeit aktuell angepasst wird. „Die Besucher des Caravan Salon haben die Maßnahmen mit großer Zustimmung begrüßt. Sie fühlten sich bei uns sicher und gut aufgehoben und konnten in dieser Atmosphäre die Fahrzeuge in aller Ruhe besichtigen“, erklärt Wolfram Diener. Die PROTaction-Kampagne der Messe informiert die Aussteller über die Maßnahmen auf http://bit.ly/PROTaction dazu anschaulich und ausführlich.

Bühnenprogramm und Mitmachaktionen finden statt

Michelidakis: „Die wichtigste Aussage für uns alle ist zum jetzigen Zeitpunkt: Die boot 2021 Düsseldorf findet vom 23. bis 31. Januar statt.“ Antworten auf Fragen zu den Hygienemaßnahmen finden Aussteller, Mitarbeiter, Standbauer, Besucher und Medienvertreter aktuell auf der Website der boot. Alle Menschen, die sich zur Zeit des Messeaufbaus, der Messelaufzeit und des Messeabbaus auf dem Gelände befinden, werden registriert sein. Das von der Segler-Zeitung begründete Sailing-Center wird wieder der Anlaufpunkt für Vorträge aus der Welt des Segelns und verschiedene Vorträge, wie zum Thema Riggtrimm, sein. Auch die Mitmachaktionen wie Surfen, Tauchen, SUP oder Paddeln werden unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden. Zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten erfassen Scanner die Daten der Online-Tickets.

boot Team steht mit Rat und Tat zur Seite

„Wir bitten unsere Aussteller ebenfalls Scanner einzusetzen. Diese können sie, um die Registrierung zu vereinfachen, kostengünstig und subventioniert nutzen. Bei Fragen steht das boot Team sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite und gibt praktische Tipps wie die Aussteller das Hygienekonzept erfolgreich auf Ihrem Stand umsetzen können. Die Unterstützung und der Zusammenhalt in der Wassersportbranche ist unsere größte Motivation!“, resümiert der boot Project Director.

Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA e.V.): Einreise für Messebesucher und Aussteller ist möglich

Der Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA e.V.) weist darauf hin, dass die Einreise nach Deutschland für Messeteilnehmer grundsätzlich möglich ist. Für Einreisende aus EU-Mitgliedsstaaten und aus Ländern, die auf der Positivliste stehen, bestehen keine Reisebeschränkungen. Aus allen anderen Ländern können Messeteilnehmer ebenfalls einreisen, da sie als Geschäftsreisende mit wichtigem Grund angesehen werden. Messeteilnehmer aus diesen Ländern müssen bei der Einreise nach Deutschland ihre Teilnahme an der Messe nachweisen. Mitarbeiter von ausstellenden Unternehmen müssen eine Bestätigung des Messeveranstalters über ihre Messeteilnahme vorlegen. Messebesucher müssen ihre Eintrittskarte zur Messe und zusätzlich eine Terminvereinbarung für einen Geschäftstermin mit mindestens einem Aussteller vor Ort auf der Messe vorlegen. Aktuelle Informationen zu den Einreisebestimmungen für Aussteller und Besucher aus Europa und aus Übersee nach Deutschland gibt es auf dem Portal https://www.auma.de/de/ausstellen/recht/einreisebestimmungen (Quelle: AUMA e.V.).

Interboot: Nachfrage und Wachstum

Mit deutlichen Zuwächsen von 10 bis 15 Prozent rechnen viele Unternehmen in der aktuellen Wassersportsaison, die von der Corona-Pandemie überschattet war und seit Mai wieder ordentlich Fahrt aufnimmt. Auf dem diesjährigen Interboot-Branchengespräch zogen die Teilnehmer aus der Segel- und Motorbootbranche sowie aus dem Funsport eine ausgesprochen positive Bilanz. Gute Verkaufszahlen, leer gefegte Lager und Lieferschwierigkeiten, weil die starke Nachfrage teilweise kaum bewältigt werden konnte, stellen die derzeitige Situation im Wassersport dar. Auch die Präsenz auf der Interboot lohnt sich für die Firmenvertreter: „Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und verzeichnen einen super Ansturm“, erklärte Sonja Meichle, Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und Geschäftsführerin von Ultramarin in Kressbronn. Auch Peter Grimm, Brunnert-Grimm AG mit Sitz in der Schweiz, berichtete von großem Interesse und guten Verkäufen von Motorbooten in dieser von „Höhen und Tiefen“ geprägten Wassersportsaison.

„Wir profitieren davon, dass die Kunden den Wassersport als sicheren Rückzugsort entdeckt haben“, war der einhellige Tenor der Gesprächsrunde, die von Wassersport-Journalist Andreas Kling moderiert wurde. „Der Kunde möchte aufs Wasser“, stellt Sonja Meichle fest. Dies hatte zur Folge, dass die Nachfrage nach Motorbooten und Segelschiffen, sowie nach Ausrüstung und Zubehör und Funsportprodukten extrem stark war, als sich nach dem Lockdown im wahrsten Sinne des Wortes „die Schleusen öffneten.“ 

Vinzenz Batt, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauerverbandes, spricht von einem Rekordjahr in allen Belangen. Die Nachfrage bei Händlern und Werften sei extrem groß und führe dazu, dass überall händeringend nach Fachleuten gesucht werde. „Bootsbauer sind derzeit stark gefragt“, beschrieb Vinzenz Batt beim Interboot-Branchengespräch, die Situation der Wassersportbranche in der Schweiz.

Nicht nur deshalb sei die Präsenz der Unternehmen auf der Internationalen Wassersport-Ausstellung in Friedrichshafen extrem wichtig. Peter Grimm ist mit seinem Unternehmen Brunnert-Grimm AG mit mehreren Motorbootmarken seit bald sechs Jahrzehnten auf der Interboot vertreten. „Wir sind in guten wie ebenso in schwierigen Zeiten in Friedrichshafen dabei“, sagte Peter Grimm. „Der Verkauf von Schiffen läuft hier gerade sehr gut“, zog auch er ein positives Fazit. Ähnliches berichtete Karsten Baas, General Manager von Hanse aus Greifswald: „Wir verzeichnen ein ausgesprochen gutes Jahr“, erklärte er mit Blick auf die guten Verkaufszahlen seines Unternehmens.

Auf eine „Wahnsinnssaison“ und das „beste Geschäftsjahr ever“, blickt Bernd Flügel, Watercolors /F2 derzeit. Sein Unternehmen erlebt seit Mai 2020 eine Saison, die er „in 30 Jahren so noch nicht erlebt hat.“ Stand-Up-Paddle-Boards sind gefragt wie nie, berichtet er. Von rund 100.000 verkauften Brettern geht er in diesem Jahr aus. Auf der Interboot mußte er schon am ersten Wochenende noch einmal Nachschub ordern, weil er bereits „ausverkauft“ war.            

Alle Zeichen stehen auf Wassersport, wenn sich noch bis Sonntag, 27. September 2020 die Branche in Friedrichshafen auf der Interboot trifft. „Wir freuen uns, wieder Messen durchführen zu dürfen. Die Interboot als erste große Live-Veranstaltung nach dem Lockdown bestätigt uns mit ihrem sehr positiven Verlauf für die umfangreichen Vorbereitungen. Auch der hochwertige Einsatz der einzelnen Aussteller wird durch zahlreiche Verkaufsabschlüsse und hochwertige Geschäftsanbahnungen belohnt“, erklärt der Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen, Klaus Wellmann. Er ergänzt: „Selbstverständlich organisieren wir dies mit ganz speziellen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen und unter Wahrung sämtlicher Auflagen, um den Besuch der Interboot zu einem sicheren Einkaufserlebnis zu machen“. Insgesamt rund 200 nationale und internationale Aussteller präsentieren in sechs Messehallen Boote, Funsport und Zubehör.

Laser Europa Cup in Warnemünde

Die Warnemünder Woche musste dieses Jahr coronabedingt ausfallen, doch können sich zumindest die Laser-Segler über ein Top-Event in Warnemünde freuen. „Der Laser Europa Cup ist für die Warnemünder Woche ein Kern-Highlight und dank der Unterstützung unseres Partners WIRO können wir ihn dieses Jahr auch außerhalb der abgesagten Warnemünder Woche stattfinden lassen“, sagt Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünder Woche. Der Laser Europa Cup profitiert nicht zuletzt von der vorhandenen Infrastruktur, der langjährigen Erfahrung der Warnemünder beim Veranstalten von Segel-Großevents und einem der besten Segelreviere direkt vor der Haustür. Die gesamte Organisation hat in Warnemünde das Ziel, den vielen Seglerinnen und Seglern ein bestmögliches Segelerlebnis zu bieten. „Die Segler stehen bei uns einfach im Mittelpunkt. Das ist normalerweise bei der Warnemünder Woche so, und das ist genauso auch beim Nachholtermin des Laser Europa Cups der Fall“, so Peter Ramcke.

Der Laser Europa Cup ist eine Nachwuchsveranstaltung, die allen Seglern ab 12 Jahren in den Laser-Klassen Standard, Radial und 4.7 offensteht. Die Laser-Segler werden in verschiedenen Kategorien, je nach Alter gewertet. So gehen normalerweise jedes Jahr hunderte Laser-Segler im Europa Cup an den Start. In diesem Jahr ist das Starterfeld kleiner. 110 Seglerinnen und Segler haben bisher gemeldet. Vor allem das Feld der Laser Radial Frauen ist aber extrem stark besetzt.

In ihrem Heimrevier tritt unter anderem Hannah Anderssohn vom Warnemünder Segel-Club an. 2016 gewann Anderssohn im Alter von 16 Jahren die Silbermedaille bei den Youth Worlds, der wichtigsten Jugend-Regatta der Welt. Im Jahr drauf folgte bei der Jugendweltmeisterschaft im Laser Radial Gold. Dann kam der Rückschlag: Eine schwere Knieverletzung zwang Hannah Anderssohn zum Pausieren, die gesamte Segelkarriere stand auf dem Spiel. Doch mit viel Ehrgeiz und Training kämpfte sie sich zurück. Zur Warnemünder Woche 2019 konnte sie zwar wieder Segeln, musste aber noch drei von sechs Wettfahrten wegen Knieproblemen aufgeben. Doch 2020 scheint Anderssohn wieder in Bestform zu sein, was sie kürzlich bei der Kieler Woche gegen die versammelte Weltelite zeigte: Vor Kiel wurde sie beste deutsche Laser-Radial-Seglerin und belegte am Ende Platz neun.

Hannah Anderssohn (Warnemünde) geht als Favoritin bei den Laser Radial in den Laser Europa Cup. Foto: Pepe Hartmann

Mit Pia Kuhlmann (Wunstorf) und Lena Haverland (Schweriner Yacht-Club) sind zwei weitere Topseglerinnen am Start. Außerdem haben sich aus dem Nachwuchskader des Deutschen Segler-Verbands Julia Büsselberg (Berlin), Laura Schewe (Altenholz), Theresa Wierschin (Greifswald) und Carlotta Sophie Crüsemann (Kiel) angekündigt.

Bei den Laser Radial Männern sind unter anderem Lukas Schranck (Warnemünder Segel-Club) und Ole Schweckendiek (Kiel) als Mitfavoriten zu nennen. Beide haben bereits in der Klasse Laser 4.7 beim Laser Europa Cup vor Warnemünde gewonnen. Schranck im Jahr 2018 und Schweckendiek im Jahr 2019. Bei all dem sportlichen Wettstreit steht natürlich die Gesundheit aller Segler, Betreuer und Helfer im Vordergrund. „Wir werden konsequent darauf achten darauf, dass die Segler die Mindestabstände einhalten und an Land Masken tragen. Auch wird es die sonst üblichen und beliebten Abendveranstaltungen nicht geben,“ sagt Ralf Bergel, Chairman der Warnemünder Woche und Organisationsleiter des Laser Europa Cups in Warnemünde.

Interboot nimmt Fahrt auf

„Von den Ausstellern haben wir viel positive Resonanz nach dem ersten Wochenende erhalten. Sie verzeichneten gute Verkäufe und haben viele gute fachliche Gespräche geführt“, erklärt Projektleiter Dirk Kreidenweiß, der an den ersten beiden Messetagen mit vielen Ausstellern gesprochen hat. Als erste große Messe in Baden-Württemberg seit dem Frühjahr findet seit Samstag, 19. September, die Interboot in Friedrichshafen statt, die noch bis Sonntag, 27. September geöffnet ist. 12 500 Besucher heuerten am ersten Wochenende an und informierten sich in sechs Messehallen bei rund 200 Ausstellern über Neuheiten sowie Produkte wie Boote, Boards und Zubehör. „Unsere Erwartungen wurden mit dem Start der Interboot am ersten Wochenende übertroffen. Wir freuen uns über den Verlauf und das große Interesse der Besucher. Endlich können wir der Branche wieder einen Treffpunkt bieten“, stellt Messegeschäftsführer Klaus Wellmann fest.

„Das Schutz- und Hygienekonzept wird hervorragend von Ausstellern und Besuchern angenommen und trägt maßgeblich zu einer sicheren Veranstaltung bei“, ergänzt Dirk Kreidenweiß. Dazu gehören breitere Gänge, erhöhte Reinigungsintervalle und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen. Tickets sind aufgrund der Vollregistrierung in diesem Jahr ausschließlich online erhältlich.

Auch die Aussteller zeigen sich zufrieden mit dem ersten Wochenende: „Insbesondere der Samstag verlief sehr gut. Es waren mehr Besucher als erwartet an unserem Stand und das fachliche Interesse war sehr hoch“, berichtet René Mureny, Geschäftsführer mureny boats. Christian Vogel, Geschäftsführer W.A.R. Bootbau & Boothandel AG, zieht ebenfalls ein positives Zwischenfazit: „Das erste Wochenende kamen mehr Besucher als erwartet zu uns. Wir haben am Samstag und am Sonntag bereits gute Verkäufe verzeichnen können und interessante Gespräche geführt. Die Besucher zeigen sich diszipliniert und halten sich an die Schutz- und Hygienemaßnahmen.“ Dennis Hennevanger, Inhaber Saffier Yachts, betont: „Wir sind sehr zufrieden mit den ersten zwei Messetagen. Es war insgesamt ein guter Start in die Interboot.“

Neben einem sicheren Einkaufserlebnis bietet die Interboot zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops. Praktische Tipps gibt es außerdem beim Trailertraining im Freigelände West. Visuelle Highlights sind die ganztägigen Filmvorführungen im Beach Kino in Halle A5 sowie die Ocean Film Tour am Donnerstag, 24. September um 18:30 Uhr.

SVG-Stand

Unseren Stand inklusive Boots-Börse-Pinnwand findet ihr im Foyer West. SVG-Stand (Segler-Zeitung, segeln, Boots BörseMotorboot Magazin, SegelReporter, sail24, Motorboot online): FW-08

Charterrecht: Wer ist zuständig?

Wo ein Kläger, da ein Richter

Im Buch „Die Haftung des Skippers – seine Rechte /seine Pflichten“, ein Standardwerk für Rechtsfragen der Freizeit Skipper, wird der juristische Rahmen in dem sich Charter-Skipper und Charter-Provider bewegen, in auch für den Laien verständlicher Form beschrieben.

Ein Kapitel beschäftigt sich dabei auch mit Klauseln der AGB (den allgemeinen Geschäftsbedingungen im Kleingedruckten), die rechtlicher Bestandteil der Charterverträge sind. Diese AGB formuliert jeder Vercharterter individuell für sich. Sie weichen deshalb z.T. erheblich voneinander ab. Und vielfach stößt man dabei auf Klauseln zu Lasten des Charterers, die klar gegen die rechtlich zwingenden Regeln des europaweit geltenden Verbraucherschutzes verstoßen. YACHT-POOL kritisiert diese „giftigen” Klauseln seit Jahren.

Eine dieser inakzeptablen und widerrechtlichen Klauseln ist dabei auch die Festlegung des Gerichtsstandes auf den Gerichtsstand des Vercharterers. Dies ist zwar legitim, wenn es sich beim Charterer ebenfalls um ein Unternehmen handelt, aber eben nicht, wenn der Charterer eine Privatperson ist, was ja in der Regel der Fall ist.

Damit von den Vercharterern solche (mitunter unbewussten) Rechtsverstöße gegen geltendes Recht, die letztlich im Ernstfall für den Vercharterer nach vermeidbarem Aufwand von Nerven und Geld zu eine harten Landung von Gericht führen, von vornherein ausgeschlossen sind, wurden von YACHT-POOL unter der Marke CharterFairtrag die einheitlichen „International YACHT-POOL Terms & Conditions” entwickelt, die in allen charter-relevanten Sprachen vorliegen. Mit Klauseln, die nicht nur einen gerechten, sondern auch einen rechtskonformen Interessen Ausgleich zwischen Charterer und Vercharterer gewährleisten.

Eine Reihe von Vercharterern haben diese AGB, in denen wir bewusst auf eine rechtswidrige Bestimmung des Gerichtsstandes verzichtet haben, bereits übernommen, – aber eben nicht alle.

Gerichtsstand mit diesem Präzedenzfall nun eindeutig geklärt

Durch einen konkreten Fall unterschiedlicher Rechtsauffassungen zwischen einem deutschen Charterer und einem griechischen Vercharterer wegen einer abgefallenen Schraube war zur Klärung dieses Konflikts vorerst die Frage des Zuständigen Gerichtes festzustellen.

Und so wurde , sozusagen als Nebenprodukt, dieser rechtlichen Auseinandersetzung die bisher von vielen Charterfirmen ignorierte Gerichtsstandfrage vom Bayerischen Oberlandesgericht mit wegweisender Begründung eindeutig entschieden. Wegweisend, weil sich an OLG-Entscheidungen auch andere Gerichte bei gleich gelagerten Fällen in der Praxis orientieren.

Was war geschehen

Der, sonst sehr bedachte Skipper Sailman (Name geändert) chartert i.d.R. bei Charterfirmen, die als AGB die „International YACHT-POOL Terms & Conditions“ anbieten. Aber in diesem Fall wollte er unbedingt das Schiff einer Firma, die dies eben nicht tat und akzeptierte nach dem Motto „wird schon gut gehen”, deren Bedingungen.

Das Problem: es ging nicht gut. Er wurde Opfer eines uns sehr gut bekannten und immer wiederkehrenden Problems. Der Skipper hatte nach einigen Tagen ohne sein Zutun die Schraube verloren.

Da ihm kein anderes Schiff zu Verfügung gestellt werden konnte, waren die restlichen Tage seines Chartertörns verloren. Dass Schrauben ohne äußere Einwirkung verloren gehen, ist ein bekanntes Konfliktpotential, insbesondere, wenn dann darüber hinaus für diesen unverschuldeten Fall auch noch die Kaution einbehalten wird.

Und da über die verlorenen Chartertage mit dem Vercharterer keine Einigung erzielt werden konnte und es sich beim Skipper um einen rechtskundigen Mann handelte ,wandte er sich zur Klärung seiner Forderung an das für seine Heimatgemeine zuständigen Landesgericht.

Von der Gerichtsstandsklausel im Kleingedruckten der AGB des Vercharterers ließ er sich dabei gar nicht irritieren und einschüchtern.

Der Charter-Vertrag wurde von einer deutschen Agentur an den griechischen Flottenbetreiber vermittelt. Und da ergab sich bereits die erste Irritation. Denn es war für einen Laien offensichtlich nicht von vornherein klar, wer nun eigentlich der Vertragspartner für die Charterleistung war.

Im Übrigen eine in der Praxis sehr weit verbreitete Unkenntnis. Dass nämlich für die Leistungserbringung der Vercharterer vor Ort verantwortlich ist und nicht die Agentur, die den Vertrag lediglich vermittelt hat. Die Verwirrung von Charterern entsteht dabei auch dadurch, dass er auch von der Agentur einen Vertrag bekommt und auch AGB, allerdings welche, die lediglich das Rechtsverhältnis bezüglich der Agenturtätigkeit betreffen und sich nur auf die Vermittlungstätigkeit der Agentur beschränkt.

Die Frage, die zwar nicht Gegenstand dieser Klage war, aber sich in diesem Zusammenhang allerdings für alle Agenturen stellt, ist: wie weit sie im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit eine Hinweispflicht hat, auf die ihr bekannten „giftigen“ Klauseln der AGB (des Kleingedruckten) des von ihr vermittelten Charterbetreibers? Denn die problematischen Klauseln sind bei Insidern des Chartergeschäftes ja aus einer Reihe von Veröffentlichungen bekannt.

Da sich der Skipper über die Verantwortungsverteilung nicht sicher war, klagte er auf alle Fälle sowohl den griechischen Vercharterer, als auch die deutsche Agentur als „Streitgenosse” wegen Pflichtverletzung des Mietvertrages auf Ersatz der Chartergebühr, Unterbringungskosten etc.

Die Anwälte, die gemeinsam die beiden Beklagten (Agentur und Vercharterer) vertraten, bestritten energisch die örtliche und internationale Zuständigkeit des Gerichtes. Denn der Vercharterer hatte ja in seinen AGB klar Athen als Gerichtsstand „vereinbart“.

Das sah allerdings Rechtsanwalt Tilmann Schellhas der Kanzlei Schieder und Partner als Experte für Verbraucherrecht, aus Nürnberg, völlig anders und war sich mit dem Richter absolut einig diese folgenschwere Frage der nächsten Instanz, nämlich dem Bayerischen Oberlandesgericht zur Entscheidung vorzulegen.

Das deutsche Wohnsitzgericht des Verbrauchers ist zuständig

Mit diesem Urteil folgte das Bayerische Oberlandesgericht uneingeschränkt der Rechtsauffassung von Rechtsanwalt Schellhas, der bei Klageeinreichung auf die Regelungen des EU-Rechts und die damit gegebene Zuständigkeit des angegebenen Gerichtes am Wohnort des Skippers von vornherein verwies. Das Bayerische Oberlandesgericht erklärte den deutschen Gerichtstand des Skippers in einer 18 Seitigen sehr ausführlichen Begründung für örtlich zuständig.

Ausschlaggebend sei dabei, u.a., dass das ausländische Unternehmen Geschäfte mit dem Verbraucher am Wohnsitz des Verbrauchers tätigen wollte und zu einem Vertragsabschluss bereit war. Und das war neben allen anderen Kriterien schon allein durch die Tatsache, dass der Vercharterer durch eine Agentur in Deutschland tätig war, belegt.

Dieses in der Praxis gefällte Urteil eines Oberlandesgerichts hat eine enorme Folgewirkung. Denn für die in Deutschland tätigen ausländischen Charterfirmen heißt dies, dass sich manche von dem Irrglauben, dass unterschiedliche Rechtsauffassungen mit dem Skipper letztlich beim vereinbarten Heimatgericht des Vercharterers geklärt werden müssen, verabschieden müssen. Und auch von der Annahme, dass dies der Skipper wegen des damit verbundenen Kostenrisikos und der zeitlichen Dimension, von Gerichtsverfahren mit denen man, insbesondere im südlichen Ausland rechnen muss, unabhängig von seinem Rechtsanspruch, unterlässt.

Ein weiterer Nebeneffekt, der sich bei dieser Auseinandersetzung ergab, war die unklare Abgrenzung der Pflichten des Vercharterers und der Agentur. Das brachte in diesem praktischen Fall die Agentur in die Gefahr durch ihren Marktauftritt, aus der “Anscheins-Haftung“ in Anspruch genommen zu werden. Denn auf alle Fälle sah sich der Anwalt des Klägers in diesem Fall veranlasst die Agentur als „Streitgenossen“ mit zu klagen.

Dieses Urteil ist mit Sicherheit ein Wendepunkt in der Durchsetzung der Rechte der Skipper, weil damit die bisher als „Rechtstheorie“ empfundene Gerichtsstandfrage mit diesem Urteil in die Praxis eindeutig bestätigt wurde. Und mit Sicherheit wird damit ein guter Teil des Konfliktpotentials, das damit begründet war, dass manche Firmen, die davon ausgingen, dass aus den bisher irrtümlich angenommen Hürden für den Skipper eine Klage unterbleiben würde, beseitigt.

Konflikte, die aufgrund dieser Annahme nicht gelöst wurden und frustrierte Skipper zurückließen, werden damit in Zukunft vermieden, zumindest minimiert. Denn weniger Vercharterer werden es nun bei unklarer Rechtslage auf eine Klage ankommen lassen. Im Übrigen zu Gunsten der Charterbetreiber, die ihr Geschäft ohnedies kundenorientiert betreiben. Denn unter frustrierten, enttäuschten Skippern, die sich in ihren Rechten beschnitten fühlen leidet letztlich das Image der ganzen Branche.

Begründung des OLG

Jetzt im Handel: Segler-Zeitung 10-2020

Die neue Ausgabe der Segler-Zeitung lesen:

Messe-Auftakt im Coronajahr

Sehr geehrte Leser, es ist schon erstaunlich. Dies ist bereits die Oktober-Ausgabe der Segler-Zeitung, und wir beschäftigen uns jetzt mit dem Winterlager. Wo ist die Saison nur geblieben? Klar, viel Zeit ging bereits durch den verspäteten Saisonstart verloren, Corona sei Dank. Doch inzwischen ist auch klar, wir haben in Deutschland bisher das Schlimmste verhindern können, die Maßnahmen haben sich bezahlt gemacht, das große Chaos im Gesundheitssystem ist ausgeblieben.

Kritik gegen diese Maßnahmen zu äußern, ist legitim, aber dass jetzt Tausende in Berlin ohne Masken und Mindestabstand dagegen demonstrieren, ist unsolidarisch. Die meisten Menschen haben in den letzten Monaten Opfer gebracht, um uns dahin zu bringen, wo wir jetzt stehen: im Vergleich zu vielen anderen Ländern nämlich in einem Land mit verhältnismäßig geringen Infektionszahlen. Aus dem Ausland hören wir immer wieder hochachtungsvolle Stimmen, wie gut Deutschland die Lage gehandelt hat. Nur deshalb können wir in dieser Ausgabe auch auf die beginnende Messesaison blicken.

Mit der Interboot in Friedrichshafen bekommt die Wassersportbranche ihre dringend benötigte Plattform im Süden Deutschlands. Und auch darauf schaut man aus dem Ausland mit Interesse. Die meisten großen Messen, wie Cannes oder die METS in Amsterdam, wurden für dieses Jahr abgesagt. Doch ein ausgeklügeltes Hygienekonzept soll während der Interboot in ihrer „Special Edition“ für Sicherheit sorgen. Natürlich sind auch wir von der Segler-Zeitung vor Ort und werden berichten.

Aus sportlicher Sicht ist das Corona-Jahr 2020 insgesamt eher durchwachsen. Die meisten Events wurden abgesagt oder stark zusammengeschrumpft. Was uns in der Redaktion im letzten Monat besonders gefreut hat, war der Erfolg des 21jährigen Newcomers Lennart Burke, der sich bei der Einhand-Offshore-Regatta Les Sables-Acores gegen die französische Mini 6.50-Elite durchsetzen konnte und sich einen starken dritten Platz sicherte.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe und eine schöne Nachsaison!

Die neue Ausgabe der Segler-Zeitung lesen:

Freude, Stolz und Dankbarkeit

Bis zum Start der Regattawoche steckten die Verantwortlichen unter der Führung von Dirk Ramhorst, Sven Christensen und Fabian Bach im Zwiespalt zwischen Hoffen und Bangen, waren in ständiger Abstimmung mit den politischen Entscheidungsträgern und brachten die Aktualisierungen der Corona-Verordnungen in die Planungen ein. „Mit der Entscheidung über die Verschiebung der Kieler Woche begannen anstrengende Monate. Wir haben dabei nicht nur auf die politischen Entscheidungen reagiert, sondern auch Lockerungen antizipiert“, so Ramhorst. Immer wieder gab es dabei Momente, die viele Fragezeichen aufwarfen. „Als vor drei Wochen die Entscheidung getroffen wurde, dass weiterhin auf Großevents verzichtet wird, mussten wir uns fragen: Was heißt das für uns?“ Aber auf die Zahl der aktiven Sportler hatte diese Entscheidung keinen Einfluss, und so konnte die Kieler Woche, die in ihren fünf Veranstaltungsbereichen mit jeweils mehreren Hundert Aktiven kalkulierte, an den Start gehen.

… und an Land. Foto: www.segel-bilder.de

In den Regattatagen spielten dann alle Faktoren mit – selbst das Wetter. Durch beständig gute Winde konnte in fast allen Klassen das maximale Programm gesegelt werden, die Qualität der Klassen war auf einem Niveau wie selten in den vergangenen Jahren. „Wir sind natürlich am Strahlen. Die Felder waren top-besetzt. Die Olympia-Qualifikation des DSV, aber auch für andere Nationen haben die Regatta aufgewertet. Im nächsten Jahr werden wir das nicht erreichen können, wenn die Olympischen Spiele stattfinden. Aber 2022 mit Blick auf Paris 2024 wird es wieder nach oben gehen. Diese Kieler Woche hat uns nach vorn gespielt, das werden die Sportler nicht vergessen“, sagt Ramhorst und schöpft aus der Bestätigung, die es im Wochenverlauf gab, viel Kraft: „Das gibt Energien zurück, die in den vergangenen Wochen verbraucht wurden!“ Sich mit einer Segellegende wie Olympiasieger Santiago Lange aus Argentinien am Zaun gegenüber zu stehen und die Dankbarkeit zu bekommen, dass die Kieler Woche den Schritt gewagt hat, sei großartig gewesen so Ramhorst: „Ein Gänsehaut-Moment!“

Insgesamt hatten es die Segler genossen, bei dieser Kieler Woche im Fokus zu stehen, viel Platz für sich und ihre Boote zu haben. Die Auflagen, die erfüllt werden mussten, haben die meisten Sportler gern auf sich genommen, um endlich wieder eine Großregatta bestreiten zu können. Mit Blick auf 2021 wird sich das Organisationsteam die Frage stellen müssen, was dann die neue Normalität ist. Jetzt aber können alle Beteiligten den Blick zurück genießen. Ramhorst: „Es gab viel Achtung für unseren Mut. Die Kieler Woche 2020 war Balsam für die Seele.