Kategorie: sail24.com

Interboot 2021: Auftakt für die Messesaison

Alles, was schwimmt und Spaß im Wasser bringt, präsentiert die internationale Wassersport-Ausstellung (18.9. bis 26.9.2021): Segel- und Motoryachten, Elektroboote, Schlauchboote, Jollen, Kanus, Kajaks, Kites, Wakeboards, Surfbretter, Motoren, Elektronik, Kleidung und alle Arten von Zubehör haben im September am Bodensee in sechs Messehallen, im Foyer und im Freigelände West ihren großen Auftritt.

„Wir wollen der Branche wieder einen Treffpunkt bieten, den sie verdient hat. Nach einem Jahr ohne große Wassersportmesse in Deutschland ist die Freude bei allen Beteiligten riesig“, so Projektleiter Dirk Kreidenweiß. Auch die Aussteller der ersten Stunde bereiten sich auf den runden Geburtstag der Wassersport-Ausstellung vor: „Als österreichische Werft ist die Interboot seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Messen für Sunbeam Yachts. Dieses Jahr feiern wir mit unserer neuen Sunbeam 32.1 auf der Interboot sogar Weltpremiere“, erklärt der Geschäftsführer von Sunbeam, Andreas Schöchl.

© Messe Friedrichshafen
Fernweh ade

Wer noch Tipps und Inspiration für den nächsten Segel- oder Motorboottörn sucht, erhält bei der Charter- und Törnberatung detaillierte Informationen zu einzelnen Revieren. Ob Kanaren, Türkei, Griechenland oder Karibik: Erfahrene Experten geben ihr Wissen kostenfrei weiter. Eine Anmeldung zur persönlichen Beratung unter www.interboot.de/charterberatung wird empfohlen.

Praxiswissen

Segel- und Motorbootfans sollten sich das Foyer West vormerken: Im Segel- & Reise-Kompetenz-Center gibt es nützliche Tipps rund um Traumreviere sowie klassische Daysailor-Konzepte und alternative Segellösungen. Vorträge rund um die Themen Segeln und Reisen warten auch auf der IBN-Aktionsfläche. Anregende Workshops und Seminare beinhaltet die Interboot Academy: Ob Blauwasserseminar, Astronavigation, UKW-Funkauffrischung, Radar-Plotterkurse und Mittelmeer-Charter-Seminar oder Sunset Cruising, Sunset Sailing und die Hafenmanöver Fresh Ups – hier ist für alle Wassersportbegeisterten etwas dabei. Für diese kostenpflichtigen Programmpunkte ist eine Anmeldung unter www.interboot.de/academy notwendig.

Gespannfahren trainieren

Im vergangenen Jahr ausgebucht, können Interessierte auch in diesem Jahr das Fahren mit dem Bootsanhänger üben und vertiefen. Unter fachkundiger Anleitung kann das Rangieren mit Trailer ausprobiert werden. Eine Anmeldung ist online unter www.interboot.de/trailertraining oder vor Ort möglich.

Interboot-Regatta

Bei der Interboot Trophy kommen Fans von hochklassigem Regatta-Sport voll auf ihre Kosten, wenn die Crews vor der Uferpromenade Friedrichshafens über die Startlinie segeln. Bereits zum dritten Mal wird die Interboot Trophy auf Booten der J/70-Klasse ausgetragen und vom Württembergischen Yacht-Club organisiert.

Boardsport

Anlaufpunkt für Fans von Brettern jeglicher Art ist die Halle A5: Hier wartet alles rund ums Surfen, Kiten, Wake­boarden und Wellenreiten. Neben Boards gibt es jegliches Zubehör sowie Bekleidung und die neuesten Trends.
Echtes Strand-Feeling kommt im Beach Kino auf: Spannende Filme rund ums kühle Nass sorgen für echte Urlaubsstimmung. Dem Trendsport SUP trägt das große Testbecken Rechnung und stellt einen Anziehungspunkt für Groß und Klein dar.

Lust auf Meer

Vier Highlights aus sieben Jahren Ozean-Faszination warten am Freitag, 24. September um 18 Uhr in Halle A2 beim großen Best-Of auf alle Film-Fans. Ob hawaiianische Surf-, Kite- und SUP-Action, Verfolgungsjagden zwischen Eisbergen oder knallharter Segelwettkampf: Die International Ocean Film Tour ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Interboot und versteht sich als Plattform und Sprachrohr für den Schutz der Meere. Der Eintritt ist im Messeticket inklusive.

Abtauchen auf der InterDive

Wassersportfans, die sich lieber im statt auf dem kühlen Nass aufhalten, kommen auf der Parallelveranstaltung InterDive auf ihre Kosten, die am zweiten Interboot-Wochenende von Donnerstag, 23. September, bis Sonntag, 26. September in der Halle B5 stattfindet.

Hygienekonzept

Der Zutritt auf das Messegelände ist nicht gestattet für Personen, welche die typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweisen. Keinen Zutritt haben ebenso Personen, die in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen und wenn seit dem letzten Kontakt noch keine 14 Tage vergangen sind. Grundsätzlich gelten für den Zutritt die „3 Gs“, also getestet oder vollständig geimpft oder genesen. Die entsprechenden Nachweise müssen zum Einlass vorgelegt werden.

In geschlossenen Räumen auf dem Messegelände besteht Tragepflicht einer Mund-Nase-Bedeckung. Zugelassen sind FFP2-Masken sowie medizinische OP-Masken.

Öffnungszeiten

Die Interboot 2021 findet von Samstag, 18. September bis Sonntag, 26. September 2021 in Friedrichshafen am Bodensee statt. Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag, von 10 bis 17 Uhr und von Freitag bis Sonntag, von 10 bis 18 Uhr.

Eintrittspreise

Die Tickets sind ausschließlich online erhältlich. Die Tageskarte kostet dreizehn Euro, ermäßigt zehn Euro. Die Familienkarte ist für 29 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahre bezahlen fünf ­Euro.

In eigener Sache: Die Boating Unit der Ebner Media Group mit SegelReporter, Sail24, MotorBoot Online sowie den Magazinen Segler-Zeitung, segeln, MotorBoot Magazin und Wassersport Wirtschaft ist natürlich auf der Interboot vertreten. Sie finden uns in Halle A4 am Stand 402.

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Medaillen, Meldemoral und Messesaison

Die Erfolgsserie der deutschen Segler wird auch nach den Olympischen Spielen fortgeschrieben. Natürlich sind olympische Medaillen etwas für die Geschichtsbücher. Und in die haben sich Lutz/Beucke, Heil/Plößel und Kohlhoff/Stuhlemmer eingetragen. Aber auch von Welt- und Europameisterschaften in ORC und nicht-olympischen Klassen gibt es äußerst Erfreuliches zu melden.

Bei der ORC-WM in Estland holten deutsche Yachten Gold, Silber und Bronze. Beim 49. Rolex Fastnet Race gewann die Nachwuchscrew um Katrina Westphal den 2. Platz, und Paul Farian wurde Vize-Europameister in der Waszp – um nur einige der jüngsten Erfolge zu nennen. Ob das nur eine Momentaufnahme ist, wird die Zukunft zeigen.

Während wir dieses Heft produzieren, beginnt die Kieler Woche. Im olympischen Jahr und unter Pandemiebedingungen wird es eine komplett andere Kieler Woche, die bis auf ILCA 6 und die neuen iQ-Foils (in Paris olympisch) auf die olympischen Klassen verzichten muss. Für viele Olympioniken ist die Luft raus, für andere stehen Europameisterschaften an. Dennoch: Boris Herrmann und die deutschen Olympioniken dürften an Land für genug Glanz in Kiel sorgen, der geballte Nachwuchs, foilende und internationale Klassen übernehmen das auf dem Wasser.

Und auch nach der Kieler Woche stehen noch einige, teilweise auch durch Corona verschobene Regatten an. Vielleicht ist der Herbst-Kalender tatsächlich überfüllt, aber dass sich der Vorsitzende der Regattavereinigung Seesegeln, Bertil Balser, die Finger wund telefonieren muss, damit die deutsche Seesegelszene zur IDM meldet, geht auf keine Kuhhaut. Es geht um die Deutsche Meisterschaft. Vor Ort wird eine professionelle Wettfahrtleitung für hochkarätige Wettfahrten gestellt, ein Rahmenprogramm erarbeitet und viel Engagement investiert. Aber die Seglerinnen und Segler verzichten auf Early-Bird-Preisnachlass und melden lieber als Letzte. Darunter leidet nicht nur Bertil Balser, darunter leiden viele Veranstalter, denen ich hiermit für ihren Einsatz einmal ganz herzlich danken möchte. Das Angebot für die Aktiven ist nicht selbstverständlich und vor allem nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Es verlangt viel Einsatz, der Dank und Anerkennung verdient – eine frühe Meldung ist die beste Anerkennung!   

Und während auf dem Wasser noch gesegelt wird, blickt die Branche bereits in die Hallen. Mit der Interboot beginnt in Deutschland die Indoor-Messe-Saison. Schon im Vorjahr war die Interboot ein Erfolg. Auch wenn das Virus nicht locker lässt, die Friedrichshafener Messe hat ein gutes Zeitfenster, ein gutes Angebot und ein bereits erprobtes Corona-Konzept. Wir sind vor Ort und freuen uns auf Sie. Analoge Gespräche und Beratung sind nicht zu ersetzen. – Hermann Hell  

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Saisonabschluss 2021 im Camp 24/7

Das Segelprojekt Camp 24/7 war für kleine und große Segelbegeisterte auch in diesem Jahr ein wichtiger Anker für Spaß, Sport und Bewegung an der frischen Luft. Die 19. Ausgabe geht zu Ende und sorgte mit einem breit gefächerten Angebot an Land und auf dem Wasser für über 3.000 glückliche Teilnehmer*innen, besonders Kinder und Jugendliche. 

Mit einem umfangreichem Hygienekonzept auf Grundlage der positiven Erfahrungen der Saison 2020 konnte das Segelprojekt Camp 24/7 unter dem Motto „Volle Fahrt voraus in eine sichere 19. Segelsaison!“ wie gewohnt stattfinden und startete sogar zwei Wochen früher als sonst, bereits am Samstag, 01. Mai. Auch der beliebte Beach-Volleyball Firmencup konnte pandemiekonform am 10. Juli stattfinden. Zu den besonderen Höhepunkten gehörten dieses Jahr u.a. die Sailing Champions League (29.07-01.08.21) sowie das Lighthouse Swim Open Water Kiel (14.08.21). Das Langstrecken-schwimmevent wurde erstmals in der Kieler Förde ausgetragen. 

Schwerpunkt dieses Jahr lag auf den Themen Meeresschutz und Nachhaltigkeit. Das erste Expeditionscamp 24/7 mit Workshops zum Expeditionsauftakt des Polarforschers Arved Fuchs in Kooperation mit Ocean Summit, GEOMAR und Students sowie Fridays for Future war ein voller Erfolg. In dem kostenlosen Workshop „Expedition Plastik und die Rettung der Kieler Förde“ erstellten Kinder und Jugendliche mit den Künstlern Robert Hecht und Dorien Lantin aus Müllfundstücken inspirierende Kunstwerke. Neben einer Clean-Up-Aktion an der Kiellinie und in der Förde, kam bei der Reinigung der Badestelle das Reinigungsschiff Seekuh der international agierenden Umweltorganisation One Earth – One Ocean zum Einsatz. Bereits zum zweiten Mal lockte die Badestelle mit dem Badesteg Schwimmbegeisterte zum Schwimmen an die Kieler Förde, dabei wurde dieses Jahr die Infrastruktur noch ein Stück mehr optimiert: Die Steg- und Schwimmfläche wurden verdoppelt. Es kamen mehr Umkleiden und größere WC Kapazitäten hinzu. Die Bewachung erfolgte wieder über die Kieler Bäder. 

Neue Partner*innen und Sponsoren wie Ocean Summit, Glogau Internationale Yachttransporte GmbH, Woehlk Contactlinsen GmbH und unser starker NORDEN e.V. konnte das Camp 24/7 in dieser Saison hinzugewinnen. Insgesamt hat das Camp 24/7 über 100 Partner und Unterstützer, darunter auch die Segler-Zeitung von der Ebner Media Group.

Bis zum 12. September kann noch kräftig gesegelt werden, bis die Saison offiziell beendet ist. Am Freitag, 10. September, nahmen Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel Hans Werner Tovar und Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG, schon einmal offiziell Abschied von den Segelkids im Camp. Traditionell gaben die Kids das Camp-Steuerrad an die Erwachsenen zurück. Mit ihnen freuten sich Partner*innen und Freunde des Camps 24/7 über eine sichere Saison voller Segel, Sonne und Spaß im Freien. 

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar freut sich über eine gelungene Saison: „Auch im zweiten Jahr mit großen Unwegsamkeiten und Beschränkungen aufgrund der Pandemie hat das Kiel-Marketing Team einen souveränen Job gemacht und das Segelcamp ganz großartig und unaufgeregt organisiert. Von der Sailing Champions League über den Lighthouse Swim bis zum Besuch von Boris Herrmann und dem team acht SchülerCup zur Kieler Woche ist das Camp 24/7 immer eine tolle Visitenkarte für Kiel.Sailing.City.“ 

Frank Meier, Vorstandvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG betont die hohe gesellschaftliche Verantwortung: „Wir unterstützen zahlreiche soziale, ökologische und sportliche Projekte in Kiel und Umgebung. Dabei ist das Camp 24/7 seit nun mehr fast 20 Jahren ein wichtiger Anker für uns. Hier lernen Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene Werte wie Teamgeist, soziales Miteinander oder auch Vertrauen. Dieses Engagement ist somit ein Teil unseres nachhaltigen Wirkens für eine lebenswerte Region.“ 

Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing ist stolz: „Wir danken der Landeshauptstadt Kiel, der Stadtwerke Kiel AG als verlässlichen Sponsor der ersten Stunde sowie allen Partnern, die diesem außergewöhnlichen Angebot auch in schweren Zeiten die Treue halten und dieses wichtige Jugend- und Sozialprojekt erneut ermöglicht haben. Wir blicken sehr gespannt auf die Fortführung des Segelprojektes in der Saison 2022. Dann feiern wir unseren 20. Geburtstag und können als Twen hoffentlich auch optisch im neuen Gewand erscheinen.“ 

Klimaschutz für Greifswald

In Kooperation mit den Stadtwerken Greifswald setzt die HanseYachts AG ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz. So soll die gesamte Energieversorgung, die für die Produktion von Segel- und Motoryachten am Hauptstandort der HanseYachts AG in Greifswald nötig ist, auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Schon jetzt bezieht die größte deutsche Sportbootwerft 100% Ökostrom von den Stadtwerken Greifswald und heizt Produktionshallen mit Holzverschnitt aus der eigenen Tischlerei.

Da die werftinterne Heizanlage durch den fortlaufend optimierten Holzverschnitt an Leistungskraft verliert, haben die HanseYachts AG und die Stadtwerke einen externen Dienstleiter beauftragt ein nachhaltiges und energieeffizientes Versorgungskonzept für die Werft zu erarbeiten. Dabei wird auch geprüft, ob es möglich ist die Produktionsstätte am Ryck komplett an das Greifswalder Fernwärmenetz anzuschließen.

Thomas Prauße: „Bis 2024 vermindern wir den CO2-Gehalt der Fernwärme um ca. 32.000 t/a. Der Anteil der regenerativen Energien steigt dabei bei der Fernwärme auf ca. 25 %, u.a. durch eine der größten Solarthermieanlagen Deutschlands. Somit ist die Fernwärme in Greifswald sehr ökologisch.“

Parallel dazu beginnt in diesem Jahr auf dem Werftgelände am Ryck sowie am Produktionsstandort Helmshäger Berg der stufenartige Ausbau von Photovoltaikanlagen, der in drei Jahren abgeschlossen sein wird und mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. drei Millionen Euro ausgestattet ist. Der überschüssige Strom wird in das Netz der Stadtwerke gespeist und trägt somit weiter zu einem sauberen, lokalen Energiemix Greifswalds bei.

Des Weiteren werden die Machbarkeiten von Batteriespeicher und Windkraftanlagen auf dem Werftgelände untersucht, um neben einer 100% emissionsfreien Produktion, auch Elektromobilität für die Mitarbeiter anzubieten. Elektrofahrräder und -Fahrzeuge könnten dann auf dem Firmengelände mit eigens produzierter, erneuerbarer Energie geladen werden.

Sven Göbel, Vorstand Operations der HanseYachts AG: „Als führender deutscher Sportboothersteller stehen wir zu unserer Umwelt- und Klimaverantwortung und freuen uns darüber, aktiv und mit lokalen Partnern zusammen, dem Klimawandel entgegenzutreten. Neben der emissionsfreien Produktion haben wir uns auch der Erforschung alternativer, emissionsloser Antriebstechniken für unsere Sportboote verschrieben. Schon im Jahr 2016 haben wir mit dem Emotion-Rudder-Drive einen elektrischen wie auch höchst agilen Motor präsentiert. Zurzeit entwickeln wir zusammen mit dem Leibnitz-Institut einen Antrieb, der mit nachhaltig erzeugtem Ammoniak emissionslos betrieben werden kann.“

Personalie zur LYC-Versammlung

Die 132. Travemünder Woche konnte erfolgreich ausgerichtet werden. Doch wie ist das weitere Segeljahr verlaufen? Die Antwort auf diese Frage wird es wohl zur Mitgliederversammlung des Lübecker Yacht-Club am 2. September geben. Zum zweiten Mal in Folge muss der Club wegen der Corona-Pandemie seine Jahresversammlungen abseits des üblichen Rhythmus’ organisieren und lädt seine Mitglieder nun am kommenden Donnerstag zur Doppeltagung ein – zu den zusammengelegten Frühjahrs- und Herbstmitgliederversammlungen.

Auf der Agenda stehen auch wichtige Personalien. So soll Swen Rüdebusch neben Fritz Schütt das Amt des Jugendwartes verstärken und durch die Versammlung auf diesem Vorstandsposten bestätigt werden. Bisher ist er bereits als Beisitzer im Vorstand aktiv.

Zudem hat sich kurzfristig eine Vakanz ergeben. Jens Kath wird das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden mit dem Amtsbereich Regattasport nicht weiter ausüben. Betroffen davon sind die LYC-Regatten mit Ausnahme der Travemünder Woche, für die Jens Kath weiterhin die Funktion des Sportdirektors behält. „Dieses Jahr hat gezeigt, wie umfangreich die Arbeiten für die Travemünder Woche sind. Ich möchte dieses Ehrenamt mit ganzem Fokus und sehr verantwortungsvoll weiter ausüben. Da dies bereits einen großen Teil meiner Freizeit einnimmt, ist es gemeinsam mit dem Vorstandsposten Regattasport nicht mehr realisierbar“, sagt Jens Kath, der seit über drei Jahrzehnten in unterschiedlichen Funktionen bei der Travemünder Woche aktiv ist.

Für die kommenden Jahre sind die Weichen für hochklassige Regatten zur Travemünder Woche bereits gestellt – dank der engen Verbindung von Jens Kath zu den Klassenvereinigungen. Diese Kompetenz wird der Sportdirektor weiterhin in das TW-Geschehen in Kooperation mit dem Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke und TW-Geschäftsführer Frank Schärffe einbringen. „Jens ist ein entscheidender Pfeiler für die Realisierung der TW. In diesem Jahr hat sich mehr als je zuvor gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Organisation Hand in Hand läuft. Daher freue ich mich, dass Jens weiterhin an Bord ist“, so Frank Schärffe.

Für den LYC-Vorsitzenden Lutz Kleinfeldt bleibt Jens Kath trotz seines Ausscheidens aus dem Vorstandsamt ein wichtiger Baustein im Gefüge des LYC, dem Hauptausrichter der TW: „Jens hat unser vollstes Verständnis, dass die eigene Freizeit mehr zur Geltung kommen muss. Und es ist wichtig, dass wir die Verantwortung für die verschiedenen Regatten im Club auf weitere Schultern verteilen. Die Expertise von Jens Kath zur Travemünder Woche ist aber kaum zu ersetzen. Deshalb bin ich sehr froh, dass er das Amt als Sportdirektor weiter ausübt.“

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Für die Geschichtsbücher

Es gibt sie, diese unglaublichen Tage in der Sportwelt. Tage, an denen man Liveübertragungen schaut, Tracker beobachtet und mitfiebert. Im Segelsport sind diese Tage in der Regel eher selten. Zuletzt hatte mich Offshore-Profi Boris Herrmann während der Vendée Globe 2020/21 in seinen Bann gezogen. Anders als bei Herrmanns Erfolg und der damit verbundenen Spannung, die sich über Wochen langsam aufbaute, lief es jetzt bei den Olympischen Spielen ab. In nur wenigen Wettfahrttagen hat die deutsche Mannschaft in Japan unglaubliche Erfolge erzielt, die an einem einzigen Tag in dem Gewinn von drei Medaillen gipfelten. Angefangen mit den 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke, die Silber gewannen und damit die erste deutsche olympische Damen-Segel-Medaille seit 20 Jahren holten. Dann die nächste Entscheidung: Erik Heil und Thomas Plößel gewannen nach Rio 2016 ihre zweite olympische Bronze-Medaille im 49er. Und schließlich trugen sich auch noch Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer mit ihrer Bronzemedaille im Nacra 17 in die Geschichtsbücher ein. Über diese herausragende Leistung des deutschen Teams lesen Sie ab Seite 66.

In der vorherigen Ausgabe der Segler-Zeitung titelten wir optimistisch „Kurs Normalität“ und meinten damit die sinkenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland und die anstehende Travemünder Woche. Eine sommerliche Warnemünder Woche mit einstelligen Inzidenzen in Deutschland ging da gerade dem Ende entgegen (Nachbericht ab Seite 94). Dann zeigte sich wieder, dass die Dynamik dieser Pandemie kurz- bis mittelfristige Voraussagen einfach nicht zulässt, denn inzwischen befindet sich die Kurve wieder im Aufschwung. Eine stürmische Travemünder Woche konnte mit knappem Landprogramm und vielen seglerischen Leckerbissen dennoch erfolgreich stattfinden (Nachbericht ab Seite 100). Die bereits in den Spätsommer verschobene Kieler Woche musste erneut auf die Lage reagieren und das Sommerfest an Land größtenteils absagen. Der Segelteil findet jedoch wie geplant statt, und geht damit hoffentlich in die Geschichtsbücher als letztes deutsches Segelgroßevent unter Coronabedingungen ein. Den großen Vorbericht lesen Sie ab Seite 73.

Genießen Sie die restliche Saison und bleiben Sie gesund!

Herzlichst Ihr

Nikolas Woeckner

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Recycling-Workshop im Camp 24/7

Im Camp 24/7 erwartet Kinder und Jugendliche ein spannender Recycling-Workshop: Das Künstlerduo Dorien Lantien und Robert Hecht bastelt mit den Kursteilnehmer*innen aus gesammelten Müllfundstücken ein inspirierendes Kunstwerk.

Dabei wird gezeigt, dass Müll kein Fall für die Tonne sein muss! Müll eignet sich als großartige Grundlage für Bastelprojekte. Die Kinder schenken dem Müll, die bei den Segelkursen gesammelt wurden, ein zweites Leben. Dies geschieht in spielerischer Form eines aufmerksamkeitsstarken Kunstobjektes aus Müll.

Die Künstler Robert Hecht (Berlin/Kiel) und Dorien Lantin (Berlin/Kiel) arbeiten vorwiegend zusammen und sind längst von der Spiellinie zur Kieler Woche auf der Krusenkoppel bekannt. Ihre multimedialen Installationen greifen in verzerrten Farb- und Tonwelten gesellschaftliche Missstände auf und thematisieren auf kuriose Weise das Potential des kommenden Zeitalters.

Kursleistungen:

• Basteln und Handwerken unter fachkundiger Anleitung

• die Aufgaben werden entsprechend der Neigungen und Fähigkeiten altersgerecht zugeordnet

• Materialien werden gestellt

• Es können zusätzlich eigene Müllfundstücke mitgebracht werden

Zur Information: Schwimmkenntnisse sind nicht erforderlich, da der Workshop an Land stattfindet.

Für Erfrischung bei sommerlichen Temperaturen ist gesorgt.

Der Kurs ist kostenfrei.

Für die Jahrgänge von 2013 – 2007 empfohlen

Termin: 21.08.2021

Uhrzeit: 09:30 Uhr bis 15:30 Uhr

Ort: Camp 24/7

Anmeldung hier

Corona: Hiswa te Water abgesagt

Die in-water-Boatshow in Lelystad am IJsselmeer wird nun doch nicht stattfinden. Laut den Veranstaltern war es nicht möglich, die Messe entsprechend der Vorschriften durchzuführen. Die bevorstehenden weiteren Messen, wie beispielsweise Cannes halten weiterhin an ihrem Termin fest.

Der Wortlaut:

Am Montag, den 16. August um 17.00 Uhr, ist man nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden zu dem Schluss gekommen, dass die Ausgabe 2021 der Hiswa te Water – wie wir sie gerne organisiert hätten – nach den derzeitigen Regierungsvorschriften nicht möglich ist.

Gemeinsam mit der Gemeinde Lelystad haben wir versucht, einen Modus zu finden, bei dem unsere Aussteller sich selbst gerecht werden und die Besucher ein vollwertiges Messeerlebnis genießen können. Nur so können wir eine gute Wassersportmesse für alle Beteiligten garantieren. Leider erwies sich dies als unmöglich.

Für die Organisation, die Aussteller und andere Beteiligte, aber natürlich auch für alle Wassersportler ist es eine große Enttäuschung, dass diese schöne Wassersportveranstaltung nicht mehr stattfinden kann.

Die Organisatoren der Hiswa te Water arbeiten bereits mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die Messe 2022, die vom 31. August bis 4. September 2022 im Bataviahaven Lelystad stattfinden wird.

Mobiler Bodensee-Bootsservice

Es ist alles an Bord, um Kunden schnell helfen und Schäden direkt vor Ort reparieren zu können: Das Bootspunkt-Team bietet umfassende Unterstützung in den Bereichen Refit Decksbereich und Rumpf, Interior/Holzausbau, Segel und Rigg, Elektroantriebe sowie Elektrik/Elektronik.Termine können per E-Mail oder telefonisch vereinbart werden. So können Kunden direkt auf ihrem Boot über ihre Ansprüche und Wünsche sprechen und erhalten kompetente Beratung noch vor Ort.

Über zwei Ladengeschäfte in Ludwigsburg und Kirchberg am Bodensee sowie den Onlineshop Bootspunkt.de, vertreibt Bootspunkt Segelboote, Motorboote, Schlauchboote sowie Zubehör und Teile von bekannten Marken. Der Produktschwerpunkt liegt neben Booten unter anderem auf E-Motoren. Darüber hinaus umfasst das Sortiment verschiedene Produkte zur professionellen Bootspflege und Werterhaltung.

Die August-Ausgabe von segeln

Es gibt Schiffsdesigns, die ich auf dem Wasser selbst aus der Ferne sofort erkenne. Ich muss zwar gestehen, dass mir bei neuen Konstruktionen schwerfällt, sie auseinander zu halten, aber die Eigenheiten und Formensprache einer bestimmten Werft lässt sich dann doch irgendwann ausmachen. Dann gibt es aber auch Schiffe, die auf dem ersten Blick ihre Wurzeln verraten. Darunter fallen zum Beispiel so gut wie alle Designs aus dem Koopmans-Büro in den Niederlanden. Der charakteristische, kurze Aufbau mit dem riesigen Arbeitsbereich auf dem Vorschiff und die eleganten Linien des Rumpfes ziehen sich durch das gesamte Schöpfungswerk von Dick Koopmans Senior. Sein Sohn, Dick Koopmans Junior, behielt die Formensprache des Vaters bei, sodass jetzt bereits in zweiter Generation jene Schiffe entstehen, von denen Fahrtensegler träumen – oder ihnen zumindest hinterherblicken, wenn eines jener Schiffe scheinbar mühelos, elegant an einem vorbeizieht. Das ist vor allem im Heimatland der beiden Koopmans der Fall. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man auf dem IJssel- oder Wattenmeer keine Koopmans sieht. Doch auch in der Ostsee segeln die Konstruktionen, die unter den Namen Breehorn, Hutting oder Victoire bekannt sind.

Als großer Freund dieser Fahrtenschiffe hat es mich sehr gefreut, dass die Koopmans meinen Kollegen Jan Maas – zumindest virtuell – bei sich empfangen haben und mit ihm über ihre Karrieren sprachen. Das Porträt dieses beinahe schon legendären Designbüros lesen Sie in dieser Ausgabe. Hier hat sich gezeigt, dass die Koopmans-Designs nicht allein auf Konstruktionsregeln beruhen, sondern auf der Erfahrung aus tausenden von Seemeilen – weltweit.

Auf Erfahrung beruht auch unsere Geschichte über das Kochen an Bord. Unser Leser Dr. Holmer Vogel beschreibt anhand eines Törns von der Ostsee bis nach England, wie er sich und seine Crew unterwegs verpflegt. Erfreulich ist, dass ohne großen Aufwand leckere Gerichte an Bord entstehen können und niemand auf die Dose Ravioli zurückgreifen muss.

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Diesen Monat steht die Segler-Zeitung ganz im Zeichen der Travemünder Woche. Nach all den coronabedingten Unsicherheiten der letzten Monate haben die Organisatoren ein hochkarätiges Segelprogramm auf die Beine gestellt: Zwei Weltmeisterschaften, eine Europameisterschaft, drei Deutsche Meisterschaften und drei German Opens können sich sehen lassen. Daneben runden sieben weitere Klassen mit ihren Wettfahrten und die Regatten der Seebahn das Programm ab. Es geht weiter auf „Kurs Normalität“.

Auf dem internationalen Segelparkett hat eine deutsche Kampagne im vergangenen Monat einen bemerkenswerten, alles andere als „normalen“ Auftritt hingelegt: Das Offshore Team Germany konnte sich in der IMOCA-Klasse gegen die starke Konkurrenz behaupten und den Gesamtsieg sichern. Nach Boris Herrmanns Vendée-Globe-Auftritt ist das der nächste Paukenschlag der deutschen Offshore-Profi-Szene (ab Seite 64).

Mein Kollege Andreas Kling hat mit den beiden deutschen Spitzenseglern Erik Heil und Thomas Plößel über ihre Olympiateilnahme gesprochen. Die beiden 49er-Segler sind Deutschlands größte Medaillenhoffnungen im Segeln. Wie sie sich auf die Olympischen Spiele vorbereitet haben, welche Ziele sie haben und welche deutschen Segler noch Chancen haben ganz vorne mitzusegeln, lesen Sie ab Seite 70.

Bleiben Sie gesund!
Nikolas Woeckner

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Ein Hauch von America’s Cup, Ocean Race und Olympia

Die Starboot-Weltmeisterschaft kehrt zurück nach Kiel. Nach 1939, 1966, 1977 und 1993 treten die weltbesten Kielbootsegler in der schleswig-holsteinischen Landeshautstadt an, um ihre Weltmeister zu küren. Durch die Verschiebung der Kieler Woche auf den 4. bis 12. September wurde die WM (4. bis 11. September) dort integriert und die Junioren-WM (31. August bis 3. September) im Vorfeld angedockt.
„Wir freuen uns sehr, die Starboot-WM bei uns auszurichten“, so der Organisationsleiter der Regatten der Kieler Woche und des Kieler Yacht-Clubs, Dirk Ramhorst. Zuletzt hatte der 2020 verstorbene ehemalige Starboot-Weltpräsident, DSV-Präsident und KYC-Kommodore Dierk Thomsen eine Starboot-EM nach Kiel geholt. „Es war sein Boot, seine Klasse, wir werden bei der Veranstaltung an ihn denken“, so Ramhorst.
Und Thomsen, der sich immer wieder für das Starboot als olympische Klasse eingesetzt hat, hätte seine Freude an dieser WM gehabt, denn das Teilnehmerfeld unterstreicht die einzigartige Bedeutung des knapp sieben Meter langen Zweihand-Kielbootes: Wenn die bisher gemeldeten 50 Starter aus bisher 13 Nationen in Kiel antreten, weht ein Hauch vom America’s Cup, Ocean Race und Olympia über Schilksee.

Die weiteste Anreise auf dem Papier hat die argentinischen Crew Juan Kouyoumdijan/Fernando Rivero, die allerdings in Italien lebt. Kouyoumdjian (Jahrgang 1971) ist ein weltweit erfolgreicher Segler und Konstrukteur von Regatta- und Fahrtenyachten. Erste America’s Cup-Erfahrung sammelte der Argentinier mit dem französischen Team Le Défi 1995. Bei der 32. Auflage des America‘s Cups war er Mitglied im Designteam für BMW ORACLE Racing. 2020 folgte der Wechsel zum italienischen Team Prada.

Die bisher größten Erfolge erzielte Kouyoumdjian jedoch mit seinen Entwürfen für das Volvo Ocean Race. Für drei Auflagen dieser Regatta entwarf er jeweils die Siegeryacht: „ABN AMRO 1“, Siegeryacht beim Volvo Ocean Race 2005–2006, „Ericsson 4“, Siegeryacht beim Volvo Ocean Race 2008–2009, und „Groupama 4“, Siegeryacht beim Volvo Ocean Race 2011–2012.
Er selbst blieb dabei immer dem Starboot treu. Bei der EM in Kroatien belegten Kouyoumdijan/Rivero Rang vier.

Der EM-Sieg ging dort an Enrico Chieffi/Ferdinando Colaninno (Italien). Chieffi nahm als Navigator am Louis Vuitton Cup teil, der Vorausscheidung zum America’s Cup (1992 und 2000) und hat damit bereits America’s Cup-Luft geschnuppert. Zudem hat der Italiener Olympia-Erfahrung (1984 und 1996) gesammelt. Damit zählt Chieffi automatisch zu den Favoriten vor Kiel.

In Kroatien verwies Chieffi die Überlinger Hubert Merkelbach/Kilian Weise auf Platz zwei. Vor Kiel kommt es nun erneut zum Kräftemessen des Europameisters und des Vize-Europameisters. Ganze vier Punkte fehlten den frisch gekürten Deutschen Meistern Merkelbach/Weise zum EM-Sieg. Kein Wunder, dass sich Hubert Merkelbach, Starboot-Klassen-Präsident und entthronter Europameister, auf die Revanche freut – auch wenn es eine schwere Aufgabe wird. „Top-Ten ist realistisch, alles andere hängt von der Tagesform ab“, so Merklebach zurückhaltend. Der 58-Jährige segelt erst seit dem Vorjahr mit Kilian Weise (27) zusammen. „Die Kommunikation an Bord stimmt. Kilian bringt das junge, dynamische Element mit an Bord, ich kann die Routine einbringen“, so Merkelbach, der hofft, dass das Teilnehmerfeld noch wächst. Die Pandemie hat vor allem die Meldungen aus Übersee abgeblockt. „Wir werben noch in den USA und Südamerika. Ich rechne mit einigen Last-Minute-Meldungen“, so der Klassenpräsident. 60 bis 70 Stare sollen es bis zum Meldeschluss am 7. August noch werden.

EM-Bronze ging im Mai vor Kroatien an den gebürtigen Kubaner und jetzigen US-Amerikaner Augie Diaz, der sowohl im März beim Barcadi-Cup vor Miami/USA als auch bei der EM mit „Ersatzvorschotern“ antrat und beide Male Dritter wurde. War es bei der EM der Österreicher Hans Christian Nehammer, stieg in den USA Marcus Koy in den Star von Diaz.
Der in Wedel geborene Segelprofi Koy muss zwar in Kiel nun auf seinen Nebenjob als Co-Moderator und Experte beim Kieler Woche-TV verzichten, aber mit seinem dänischen Steuermann Jörgen Schönherr gehört der Zweimetermann zu den Mitfavoriten auf der Förde. Dass ihm die Starboot-Vorschot in Fleisch und Blut übergegangen ist, hat er im März beim traditionellen Barcadi-Cup bewiesen. Der Lokalmatador Augie Diaz stand ohne seinen brasilianischen Vorschoter da, Koys etatmäßiger Steuermann Schönherr bekam wegen der Pandemie keine Einreise-Erlaubnis. So fanden der mehrfache Snipe- und Starboot-Weltmeister (2016) und der mehrfache Deutsche Meister zusammen und holten auf Anhieb Bronze.
Bei der Europameisterschaft in Kroatien stieg Marcus Koy wieder bei Schönherr an Bord, musste sich aber mit Rang zehn zufriedengeben. Auf seinem Heimatrevier steckt Koy die Ziele nun wieder höher. Auch er hat bereits America’s-Cup-Luft geschnuppert und war 2007 Mastmann im United Internet Team Germany beim Louis Vuitton Cup. Danach konzentriert sich der North-Sails-Berater auf das Starboot und hamsterte bereits drei EM-Titel mit drei verschiedenen Steuerleuten – mit Robert Stanjek (2008), 2010 Johannes Polgar und Hubert Merkelbach (2014).

Doch die Liste der Favoriten bei der Starboot-WM ist noch länger. Auch Chieffis Landsmann Mario Borroi – mit dem einst Frithjof Kleen (2008 Olympia-Sechster) Erfolge errang –, mit Edward Wight an der Vorschot, die Schweizer Crew Piet Eckert/Frederico Melo als EM-Elfte, die EM-Dritten vom Vorjahr, Johann Spitzauer/Hans-Christian Nehammer aus Österreich, und die sieben Boote starke dänische Flotte um Jörgen Schönherr dürften bei der Medaillenvergabe ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben.

Hubert Merkelbach/Kilian Weise (Überlingen/58 Jahre und 27) ) bei der Siegerehrung in Kroatien. Die Deutschen haben die perfekte Kombination aus Routine und Dynamik. Foto: regate.com.hr 

Der Einstieg der starken Männer
Nach dem olympischen Aus des Finns fehlt großen, gewichtigeren Männern eine olympische Boots-Klasse. Deutschlands beste Finn-Segler Phillip Kasüske (VSaW) und Max Kohlhoff (NRV) beendeten daher ihre olympischen Ambitionen und versuchen es nun im ehemaligen olympischen Zweimann-Kielboot Star.
Max Kohlhoff hat mit Ole Burzinski bei den Junioren gemeldet. Kasüske, der als Grinder an Bord der „Einstein“ (Imoca des Offshore Team Germany/Eigner Jens Kupahl) mit Skipper Robert Stanjek (Starboot-Olympia-Sechster 2012 vor London) gerade das Ocean Race Europe von Lorient/Frankreich über Cascais/Portugal und Alicante/Spanien nach Genua/Italien gewonnen hat, tritt mit dem routinierten Vorschoter Michael Schulz sowohl bei den Junior Worlds als auch bei der WM an. Kasüske/Schulz haben bereits bei der Star-IDM im Juni als Sechste gezeigt, dass sie in der Klasse mitreden bzw -segeln können.
Jan Borbet/Jesper Spehr (zusammen IDM-Dritte) sind vor Kiel ebenso im Doppeleinsatz. Zu dem ehemaligen erfolgreichen 420er-Segler aus Remscheid Borbet stieg Vorschoter Jesper Spehr (Malente-Gremsmühlen) an Bord.
„Unser Ziel muss es sein, Nachwuchs für die Klasse zu gewinnen“, sieht der Kieler Starboot-Flotten-Chef Helge Spehr in der Nachwuchsarbeit die größte Herausforderung. Bei seinem Sohn Jesper ist die Nachwuchsarbeit schon einmal auf fruchtbaren Boden gefallen. Bei der IDM im Juni platzierte sich der Sohn neun Plätze vor dem Vater. „Insgesamt haben sich fünf Junioren-Crews in den Top-Ten platziert“, freut sich auch der internationale Klassenboss Hubert Merkelbach über den deutschen Nachwuchs.
Bei der Junioren-WM muss der Steuermann unter 30 Jahre alt sein.

Das Programm funktioniert nur über die Förderung. „Dazu gehören Boot, Betreuung und Trainingsangebote“, so Merkelbach, der das norddeutsche Engagement mit Schwerpunkt in Flensburg um Robert Stanjek hervorhebt, aber auch nach Österreich blickt. Dort haben sich bereits zehn Junioren-Crews durch die Non-Profit-Aktion „Future-Stars“ gefunden. Starboot-Eigner stellen ihre Kielboote zur Verfügung und unterstützen die Junioren mit Wissen und Manpower. Die ehemalige olympische Bootsklasse (seit 1932 mit Unterbrechungen bis 2016) zeigt mögliche Wege in der Nachwuchsarbeit auf, zu der auch Junioren-Meisterschaften wie die WM vor Kiel gehören. Unterstützt werden die Starboot-WM und die Junioren-WM von der Landeshauptstadt Kiel, dem Land Schleswig-Holstein sowie den Partnern Heinz Nixdorf-Verein, Helly Hansen, Heineken und Voigt-Logistik. – Hermann Hell

Junioren-WM:
Dienstag, 31. August:
9-18 Uhr: Registrierung, Wiegen der Crew, Vermessen des Bootes
Mittwoch, 1. Sept.:
9-19 Uhr: Registrierung, Wiegen
10.30 Uhr: Eröffnungsfeier, anschließend Skippers Meeting
13 Uhr: 1. Start des Tages
Donnerstag, 2. September:
11 Uhr: 1.Start des Tages
19 Uhr: Champions Dinner
Freitag, 3. September:
11 Uhr: 1. Start des Tages
18. Siegerehrung
Wertung: Low Point Wertung, Streicher ab vier gesegelten Wettfahrten.

Star-Weltmeisterschaft:
Samstag, 4. September:
9 -18 Uhr: Registrierung, Wiegen der Crew, Vermessen des Bootes
Sonntag, 5. September:
9-17 Uhr: Registrierung, Wiegen, Vermessen
18.30 Uhr: Eröffnungsfeier
Montag, 6. Sept.:
8-10 Uhr: Registrierung, Wiegen, Vermessen
10.30 Uhr: Skippersmeeting
13 Uhr: 1. Start des Tages
Nach den Wettfahrten: Ausklang des Tages mit Snacks und Bier
Dienstag, 7. September:
12 Uhr: 1. Start des Tages
Nach den Wettfahrten: Ausklang des Tages mit Snacks und Bier
Mittwoch, 8. September:
12 Uhr: 1. Start des Tages
Nach den Wettfahrten: Mid-week trophy awards
Donnerstag, 9. September:
12 Uhr: 1. Start des Tages
19.30 Uhr: Galadinner
Freitag, 10. September:
12 Uhr: 1. Start des Tages
Nach den Wettfahrten: Ausklang des Tages mit Snacks und Bier
Samstag, 11. September:
10.30 Uhr: 1. Start des Tages
14.30 Uhr: Letzte Startmöglichkeit
Nach den Wettfahrten: Siegerehrung und Abschiedszeremonie
Wertung: Low Point Wertung, Streicher ab fünf gesegelten Wettfahrten.

Technische Daten des Starboots
Gewicht der Besatzung: max. 213,64 kg
Länge über Alles: 6,922 m
Länge in der Wasserlinie: 4,724 m
Verdrängung: 0,68 t
Tiefgang: 1,02 m
Gesamtgewicht: min. 671 kg
Kielgewicht: 408,5 kg
Segelfläche: 27,92 m2
Großsegel: 20,5 m
Fock: 7,5 m2
Länge Mast: 10 m
Länge Großbaum: ca. 4,5 m
Design Wilhelm Gardner/ Francis Sweisguth 1910/11