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Drachen-WM vor Kühlungsborn: Die Organisation läuft

Herr Berz, im vergangenen Jahr haben ab Herbst große Regattaveranstaltungen wie die Kieler Woche gezeigt, dass internationales Regattasegeln auch in Coronazeiten möglich ist, wie steht das DDG zu der Frage?
Gregor Berz: Wir machen uns am wenigsten Sorgen um das Segeln selbst, und auch die Administration an Land wird unter Einhaltung aller vernünftigen und auch aller gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen nach unserer heutigen Einschätzung möglich sein. Auf ein gesellschaftliches Rahmenprogramm werden wir wohl verzichten müssen, wenn bis kommenden Juni nicht noch zwei Wunder passieren. Nicht nur die Corona-Maßnahmen werden vermutlich noch im Juni Einschränkungen bedeuten, auch die Finanzierung attraktiver Abendveranstaltungen durch Sponsoren ist in Zeiten wie diesen einfach nicht möglich. Von daher haben wir für die Weltmeisterschaft die Direktive ausgegeben, dass wir im Zweifel einfach nur segeln wollen.

Gregor Berz ist der Commodore des Deutschen Drachengeschwaders. Foto: privat

Herr Menzel, der Segelclub Kühlungsborn hat sich in der internationalen Drachensegelszene spätestens mit der Austragung des Goldcups 2015 einen hervorragenden Ruf erworben, damals war aber auch das Landprogramm ein Faktor, der viel zu dem phantastischen Erlebnis beigetragen hat. Welche Organisations-Herausforderungen stellt die Pandemie dem Club?
Peter Menzel: Neben dem hervorragenden Segelrevier hat Kühlungsborn auch an Land eine Menge zu bieten. In der Vergangenheit konnten wir mit Hilfe der ansässigen Gastronomen immer ein wunderbares Miteinander beim After Race und an den Abenden beim Dinner erzeugen. Momentan wissen wir alle noch nicht so ganz genau, was zur WM möglich sein wird und was nicht. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass wir noch mit strengen Abstandsregeln und Beschränkungen der zulässigen Personenzahl bei sozialen Events zu rechnen haben. Wir planen daher mehrgleisig mit diversen Alternativen. Für uns bedeutet das einen doppelten Aufwand und verlangt nach viel Spontanität. Auch wenn wir vielleicht auf ein After Race und ein Dinner verzichten müssen, wir den Hot-Spot Notice Board durch die Nutzung elektronischer Medien vermeiden müssen und wir unter Umständen besondere Zulassungsvoraussetzungen, wie evtl. einen gültigen Corona-Test bei Teilnehmern aus Risikogebieten, an die Teilnehmer stellen müssen, wird das Segeln selbst stattfinden. Sobald es drei Personen erlaubt ist, sich zu treffen, gehen wir davon aus, dass der Mindestabstand zwischen den Personengruppen auf dem Wasser stets gegeben ist.

Bei Peter Menzel, dem Regattamanager des SC Kühlungsborn, laufen die Organisationsfäden für die Regatta zusammen. Foto: privat

Herr Berz, die Internationale Dragon Association (IDA) schreibt für eine WM mindestens zehn Nationen vor. Ist das eine große Hürde? Bemüht sich das DDG ganz besonders um internationale Segler?
Gregor Berz: Selbstverständlich ist uns die internationale Beteiligung an der Weltmeisterschaft besonders wichtig. Teilnehmer aus mindestens zehn Nationen am Start zu haben, ist dabei nur die allgemeine offizielle Vorgabe. In der besonderen Pandemie-Situation werden wir darüber hinaus ein Auge auf diverse Reisebeschränkungen haben, die im Juni international bestehen werden. Sollten sich Schwierigkeiten für die Anreise aus zu vielen Nationen ergeben, müssen wir kritisch über die Weltmeisterschaft nachdenken. Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass gesegelt werden sollte, solange es vor Ort möglich ist: Den Betroffenen, die zuhause bleiben müssen, sei auch nicht geholfen, wenn diejenigen vor Ort, die segeln könnten, auch nicht segeln dürfen. Prinzipiell wollen weder die IDA noch das DDG Treiber von Regatta-Absagen sein.

Das Owners’ Committee der Drachensegeler hat wohl darum gebeten, eine etwaige Absage mit einem zweimonatigen Vorlauf anzukündigen, wie flexibel sind Sie von Seiten der Organisation und wie sehen Sie das von Seiten des DDG?
Gregor Berz: Der Wunsch nach Sicherheit mit zwei Monaten Vorlauf ist sehr gut nachvollziehbar und wir werden alles daransetzen, so früh wie irgend möglich davon zu erfahren und zu informieren, wenn die Weltmeisterschaft abgesagt werden muss. Die Erfahrung z.B. mit der dann doch kurzfristig abgesagten IDM im August 2020 zeigt allerdings, dass man die absolute Planungssicherheit nur in der negativen Richtung geben kann. Leider können wir weder mit zwei Monaten noch mit irgendeinem anderen Vorlauf sicher sagen, ob wir die Weltmeisterschaft auch wirklich sicher durchführen werden, denn eine Absage kann in Pandemiezeiten jederzeit von offizieller Stelle doch noch ausgesprochen werden. Was uns allen, den Teilnehmern und den Veranstaltern, bleibt, ist, mit gesundem Menschenverstand die Situation zu beobachten und einzuschätzen. Wir werden über unsere Einschätzung regelmäßig offen Auskunft geben. Aus heutiger Sicht übrigens gehen wir davon aus, dass der Sommer eine gewisse Entspannung in der Pandemiesituation bringen wird, die uns optimistisch stimmen lässt.
Peter Menzel: Generell können wir in Kühlungsborn sehr schnell und flexibel auf alle sich ergebenden Änderungen reagieren. Problematisch ist, wie immer, die Finanzierung dieser Flexibilität. Für die WM werden extra Schlauchboote gechartert, eine großes Startschiff überführt, Wettfahrtleiter, Jurymitglieder eingeflogen und ggf. auch gastronomische Leistungen bestellt. Auch mit Sponsoren und dem Hafenbetreiber werden Verträge geschlossen. All dies erfordert einen gewissen Vorlauf und einen Point of no Return, ab dem die Verträge unterzeichnet werden und die Kosten definitiv anfallen. Allen Teilnehmern muss klar sein, dass die anfallenden Kosten nicht bei uns als ausrichtenden Verein hängen bleiben können und auch dass wir das Kostenrisiko nicht allein tragen werden. Insofern ergeben sich dann auch automatisch Zeitpunkte, zu denen eine endgültige Entscheidung fallen muss. Im Normalfall ist dies der Tag des Meldeschlusses, an dem man alle Zahlen auf dem Tisch hat.

Was sind die besonderen Organisationsherausforderungen für diese WM?
Peter Menzel: Für uns als Segelclub gibt es gleich mehrere Herausforderungen. Zum einen ist eine WM keine alltägliche Regatta, auch wenn wir durch den Gold Cup, die Grand Prix sowie Europa- und Weltmeisterschaften anderer Klassen bereits Erfahrungen sammeln konnten. Neben der sich ständig und kurzfristig ändernden Gesetzeslage, die immer auch mehrerer Alternativplanungen bedarf, bleibt vor allem die Unsicherheit bzgl. der zu erwartenden Teilnehmerzahlen und der Meldedisziplin. Es ist absolut nachvollziehbar, dass auch die Segler verunsichert sind, Planungssicherheit wollen und auch nicht unbedingt auf unnötigen Kosten sitzen bleiben wollen. Dennoch möchte ich an alle Segler appellieren: Bucht Eure Unterkunft so schnell wie möglich, denn schon jetzt ist der Ort im Juni aufgrund des extrem gestiegenen Inlandstourismus deutlich stärker ausgebucht als sonst, und meldet verbindlich, sobald das Meldeportal geöffnet wird.
Gregor Berz: Die größte Herausforderung ist sicherlich die Organisation an Land mit einem Corona-Konzept, das allen Teilnehmern Sicherheit gibt, sich nicht ausgerechnet auf der Drachen-Weltmeisterschaft anzustecken. Die komplette Digitalisierung der Regattakommunikation ist dabei besonders spannend. Des Weiteren denken wir über Antigen-Test Kapazitäten nach, die wir freiwillig anbieten wollen.

Die Weltmeisterschaft 2021 in Kühlungsborn soll – diesmal rein seglerisch – allen teilnehmenden Drachenseglern ein unvergessliches Erlebnis werden!

Philipp Buhl ist Segler des Jahres

Lange hatte es in der Fan-Abstimmung nicht nach diesem Erfolg ausgehen. Doch die letzten Tage des Online-Votings mischten die Wahl noch einmal gehörig auf. Die Fans des olympischen Sports waren aktiviert worden und stimmten für Buhl. Es ist unbestritten eine gute Wahl der User von Segelreporter und Sail24, denn 2020 gelang dem 31-Jährigen Historisches: Erstmals in der Geschichte der Laser-Klasse triumphierte ein Deutscher bei der Weltmeisterschaft. 20 Jahre ist es her, dass ein deutsches Team einen WM-Titel in einer olympischen Klasse gewann (2000 wurden Roland Gäbler/Rene Schwall Tornado-Weltmeister, gewannen ein halbes Jahr später Olympia-Bronze). Für Buhl selbst war es die Krönung nach einem Jahrzehnt in der absoluten Weltklasse des olympischen Sports.

Die Wahl zum/zur Segler*in des Jahres ist eine Aktion des SVG-Verlages in Kooperation mit dem DSV. Unterstützt wird die Aktion durch die boot, Pantaenius, Bootspunkt, Wempe, Garmin und Steiner

Bereits 2010 hatte er seinen ersten Worldcup gewonnen, 2012 folgte mit dem Gewinn der Europameisterschaft der erste internationale Titel. 2015 hatte der Sportsoldat sein erfolgreichstes Jahr: Er wurde sowohl Vize-Europameisterschaft als auch Vize-Weltmeister. Doch Buhl musste auch Niederlagen einstecken: 2016 kam er zur WM nicht über Rang acht hinaus, bei den Olympischen Spielen vor Rio verpasste er gar das Finale der Top-Ten. Aber Deutschlands Vorzeigesegler blieb dran: Bereits 2018 meldete er sich mit WM-Bronze auf dem Podium der Weltbesten zurück. Und 2020 dann die Krönung: Bei der WM im vergangenen Februar in der ehemaligen Olympia-Stadt Melbourne (1956) herrschten seine Bedingungen. In beständig starken Winden ließ der Allgäuer der Weltelite keine Chance: 12 Wettfahrten, zehn Top-Ten-Platzierungen, vier Siege. Keiner der 124 Konkurrenten konnte ihm das Wasser reichen. Philipp Buhl setzte sich in der Phillip Bay die Laser-Krone auf.

Philipp Buhl ist seit Jahren der Vorzeigesegler des olympischen Segelsports in Deutschland. Foto: sailing energy

Damit galt Philipp Buhl auch bei der Wahl zum/zur Segler*in des Jahres 2020 als großer Favorit. Doch es schien ganz anders auszugehen als erwartet. Bei dem Online-Voting, das vom 16. Dezember bis zum 15. Januar lief, setzten sich zunächst die Seesegler deutlich ab. Es zeigte sich, dass neben der Leistung vor allem die Aktivierung der eigenen Fan- und Supporter-Gemeinde entscheidend für die Wahl werden sollte. Buhl aber wollte genau das nicht: Die Leistung und nicht der Auftritt in den Social-Media-Kanälen sollte für sich sprechen, daraus machte der langjährige Athleten-Sprecher des DSV auch keinen Hehl. Doch die Formel „Taten statt Eigenlob“ ging nicht auf. In der letzten Woche der Abstimmung rief der Weltmeister via Facebook und Instagram zum Voting auf, und die Unterstützer sprangen sofort drauf an.

Schnell ging es auf Platz drei, die beiden Topplätze aber schienen zu weit weg. Der letzte Tag aber krempelte die Wahl noch einmal um. Mit einem wahren Ansturm auf den Server gingen für die Top-Ränge zahlreiche Stimmen ein, und in der letzten Stunde zog Buhl auf Platz eins. Der Allgäuer ist damit Deutschlands Segler des Jahres 2020.

Die “Haspa Hamburg” feierte unter dem Zuckerhut den frühen Sieg des Jahres 2020. Foto: Alec Smith

Die lange führende Crew der „Haspa Hamburg“ unter Skipper Torben Mühlbach landete schließlich auf Rang zwei. Sie hatte vor einem Jahr mit dem Sieg bei der Atlantik-Regatta Cape2Rio für ein frühes Segel-Highlight in 2020 gesorgt. Auf Rang drei kam Lennart Burke. Der junge Stralsunder legte einen mitreißenden Einstieg in die Szene der Offshore-Segler hin, begeisterte mit seinen Auftritten die Fan-Gemeinde und bereitet sich nun auf sein erklärtes Ziel, die Teilnahme am Mini-Transat 2021, vor. Vor Buhls Endspurt lagen die 49erFX-Europameisterinnen Tina Lutz/Susann Beucke auf einem Podiumsplatz bei dieser Abstimmung, wurden schließlich Vierte.

Lennart Burke lieferte starke Ergebnisse in seiner ersten Saison unter der französischen Elite ab. Foto: Johan Müller

Insgesamt gingen 48.945 Votings bei dieser Wahl ein.

Das Endergebnis:

  • 1. Philipp Buhl, Laser-Weltmeister (24,9 %)
  • 2. Torben Mühlbach, „Haspa Hamburg“, Sieger Cape2Rio (23,5 %)
  • 3. Lennart Burke, Überraschungs-Newcomer in der Mini-Szene (21,6 %)
  • 4. Tina Lutz/Susann Beucke, 49erFX-Europameisterinnen (17,1 %)
  • 5. Jan-Jasper Wagner/Maximilian Stein, „Homanit“, Amateur-Weltmeister Melges 32 (6,5 %)
  • 6. Heiko Kröger/Clemens Kraus, erste Inklusions-Weltmeister (2,3 %)
  • 7. Michael Zittlau, SMC Überlingen, Champions-League-Sieger (1,7 %)
  • 8. Erik Heil/Thomas Plößel, WM-Bronze 49er (< 1 %)
  • 9. Leonie Meyer/Florian Gruber, EM-Silber Kitesurf-Mixed (< 1 %)
  • 10. Marcus Brennecke, „Hatari“, Weltmeister Club Swan 50 (< 1 %)
  • 11. Sebastian Kördel, EM-Silber iQ-Foil-Surfen (< 1 %)
  • 12. Tim Fischer/Fabian Graf, 49er-Europameister (< 1 %)
  • 13. Christian Schwörer, „La Pericolosa“, WM-Dritter Melges 32 (< 1 %)

OK für ein ganzes Jahr

Dieses Konzept war bisher extrem erfolgreich: Nahezu 100 Prozent aller Kandidaten blieben in der Klasse und segeln mittlerweile mit eigener OK. In diesem Jahr wird wegen der Pandemie und des unsicheren Verlaufs in den kommenden Monaten das Angebot geändert. Die KV vergibt die OK-Jolle für die gesamte Saison inklusive aller Highlights (WM am Gardasee, Euro-Cup in Bandol/Südfrankreich, IDM in Wismar). Wer sich jetzt bewirbt hat die einmalige Chance, ein ganzes Jahr OK zu segeln, Teil der legendären Klassengemeinschaft zu werden und auf internationalem Niveau anspruchsvollen Regattasport zu erleben.

Wer also den schwedischen Olympiasieger Freddy Lööf, der inzwischen ebenfalls Teil der OK-Gemeinde geworden ist, auf seinem Wahl-Heimatrevier am Gardasee schlagen will, sollte sich schnell bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März. Näheres zu Angebot und Bewerbung gibt es auf der OK-Homepage.

Grob fahrlässig?

Die Yacht-Kaskoversicherung soll Schäden decken, die nicht durch Dritte, sondern z.B. durch den Schiffsführer selbst verschuldet sind. Dabei gehört die sogenannte All-Gefahren-Deckung inzwischen so ziemlich zum Standard der Policen – der Versicherer ersetzt alle Schäden und Verluste an den versicherten Sachen, die während der Dauer der Versicherung eingetreten sind bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme, es sei denn, einer der vereinbarten Ausschlüsse kommt zum Tragen. Der Einwand der groben Fahrlässigkeit ist dabei besonders bedeutend, weil dieser Vorwurf schwer zu greifen ist. Gemäß § 81 Abs. 2 VVG ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen, sofern dieser den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeiführt.

Wann liegt grobe Fahrlässigkeit vor?

Grob fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße außeracht lässt. Die gesetzliche Definition ist hier ziemlich schwammig, daher haben sich im KFZ-Kasko-Bereich ganze Tabellen mit Fallbeispielen und Gerichtsentscheidungen entwickelt: „Wer über eine rote Ampel fährt, handelt grob fahrlässig!“ Im Wassersport ist das schwieriger. Einen allgemein anerkannten Grundsatz, „Wer einhand bei 7 Bft. den Hafen verlässt handelt grob fahrlässig!“ gibt es nicht. Gerichtliche Entscheidungen sind wesentlich seltener als im Straßenverkehr. Es läuft also nicht selten auf eine Auseinandersetzung zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer hinaus. Grundsätzlich muss der Versicherer beweisen, dass der Versicherungsnehmer den Schaden grob fahrlässig herbeigeführt hat. Dabei muss der Versicherer nicht nur beweisen, dass ein objektiv schwerwiegender Pflichtenverstoß vorliegt, sondern muss auch darlegen, dass dieser dem Schiffsführer in besonders schwerer Weise vorzuwerfen ist. Für den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit muss der Versicherer dem Schiffsführer also nachweisen, dass ihm in zeitlich engem Zusammenhang zum Schadenseintritt bewusst war, dass sein Verhalten besonders fehlerhaft und er einen Schadenseintritt für möglich hielt, obgleich er den Schadenseintritt unter keinen Umständen herbeiführen wollte. Dies gelingt weit seltener als manch einer annehmen mag.

Um einen Eindruck von den spärlichen gerichtlichen Entscheidungen zu bekommen, finden Sie einige nachfolgend:

Grob fahrlässig Nicht grob fahrlässig Der Schiffsführer einer Motoryacht verlässt bei Vorausfahrt mit 25 Knoten (Autopilot) den Steuerstand, begibt sich ohne Not zum Heck und fällt über Bord. Das Schiff zerschellt an Felsen. (30 % Mitverschulden) Schiffsbatterien werden im Winterlager über Landstrom permanent geladen (Erhaltungsladung). Nach einem Kurzschluss brennt die Yacht komplett aus.   Kollision mit einem Felsen. Der Schiffsführer hatte bereits in der Vergangenheit Probleme mit dem Autopiloten. Als dieser erneut ausfiel stoppte der Schiffsführer nicht etwa die Maschinen, sondern versuchte lediglich den Autopiloten neu zu starten. Einhand in die Nacht gesegelt von Rügen in Rich-tung Schweden. Der Versicherungsnehmer hatte einen zwei Tage alten Wetterbericht gelesen, in dem von starken Winden die Rede war, verließ den Hafen, suchte auch bei zunehmend Winden gegen 23:00 keinen Schutz in erreichbaren Häfen oder reffte auch nur die Segel und havarierte gegen 00:30. Beispiele dafür, wann das Gericht grobe Fahrlässigkeit sah, und wann nicht.

Vier Kats für die Jugend

Der neue Bewerbungszyklus hat jetzt begonnen, die Kats werden in den Wintermonaten professionell auf Vordermann gebracht, so dass sie auch Regatta-Ansprüchen der Einsteiger genügen. Bis zum 15. Februar können sich Interessierte Um- oder Einsteiger auf die Boote bewerben.

Im vergangenen Jahr wurden die vier Katamarane nach Surendorf an der Eckernförder Bucht (zwei Stück), nach Niendorf/Ostsee und an den Zülpicher See vergeben. Trotz eingeschränkter Möglichkeiten zu Regatten wurden die Hobies intensiv genutzt. Die Aktion soll auch 2021 fortgesetzt werden. Geboten werden von der Klassenvereinigung daher:

  • vier Hobie 16 in hochwertiger Ausführung
  • jeweils voll ausgestattet mit einem Satz Regattasegeln
  • Vergabe für jeweils eine Saison

Um den Einstieg in die Klasse zu erleichtern, stehen bei Bedarf erfahrene Ansprechpartner in der Region zur Verfügung. Durch den umfangreichen Regatta- und Veranstaltungskalender und die Teilnahme an den entsprechenden Events fällt es leicht, in die Klasse hineinzuwachsen. Sportliches Segeln ist in der Doppel-Trapezklasse ebenso garantiert wie der Spaß auf dem Wasser und auch an Land. Denn die Hobie-Segler sind als fröhliche Gemeinschaft bekannt, deren Gefüge von den jugendlichen Einsteigern über junge Erwachsene bis hin zu international erfolgreichen Seglern reicht, die allesamt auf den Regatten gemeinsam segeln und feiern.

Erwartet wird von den Bewerbern echtes Interesse an der Hobie-Klassenvereinigung, das über das Testjahr hinausgeht. Segelerfahrung aus Jugendklassen sind wünschenswert, dazu der Spaß am Katamaran-Segeln. Ein sorgfältiger Umgang mit dem gestellten Bootsmaterial sollte selbstverständlich sein, dazu die Bereitschaft, an den Klassenregatten und Trainingsmaßnahmen teilzunehmen. Außerdem wird ein Erlebnisbericht über das Hobie-Jahr für das Jahrbuch der Klasse, die „Raumschots“, gewünscht.

Interessierte können sich formlos, aber mit einer aussagekräftigen Darstellung des seglerischen Werdegangs, den Vorstellungen vom Hobie-Segeln und den Plänen für das kommende Jahr bis zum 15. Februar bewerben. Die Bewerbung sollte per Mali an [email protected] gesendet werden. Rechtzeitig vor dem Start in die Saison wird über die Vergabe der Boote entschieden.

Bundesliga startet wieder durch

Mit Events von Süddeutschland über Berlin bis nach Schleswig-Holstein werden die Segler*innen bei auf den unterschiedlichsten Revieren gefordert sein. Gesegelt wird neben dem Chiemsee auch am Bodensee, auf dem Wannsee, auf der Kieler Förde und auf der Ostsee in Warnemünde. „Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass Segeln auch in Coronazeiten möglich ist. Mit Hygienekonzept, Flexibilität und großem Optimismus starten wir daher in die Saison 2021“, so Ole v. Studnitz, Vorsitzender des Deutsche Segel-Liga e.V.

Die Vorbereitung der Teams läuft bereits: Mit Theorieeinheiten und Rennanalysen machen sich die Segler*innen fit für den Trainingsstart auf dem Wasser. Markus Ostermair, Teammanager des Chiemsee YC, möchte gleich zu Beginn durchstarten: „Wir wollen natürlich angreifen und uns beim Heimspiel für die Saison positionieren.“ Alle Augen dürften sich auch auf den Norddeutschen Regatta Verein als Titelverteidiger richten. Der Rekordmeister sicherten sich 2020 den Titel vor OneKiel und dem VSaW Berlin.

Die Stationen der Deutschen Junioren Segel-Liga sind der Bodensee (Konstanzer Yacht Club), die Kieler Förde (Kieler Yacht-Club), der Baldeneysee (Essener Turn- und Fechtclub), sowie der Tegeler See (Joersfelder Segel-Club).

Termine der Saison der 1. und 2. Segel-Bundesliga:

  • 30. April – 2. Mai: Prien (Chiemsee)
  • 14.-16. Mai: Überlingen (Bodensee)
  • 16.-18. Juli: Kiel-Schilksee (Ostsee)
  • 06.-08. August: Berlin (Wannsee, nur 1. Segel-Bundesliga)
  • 01.-03. Oktober: Warnemünde (Ostsee)
  • 21.-23. Oktober: Liga-Finale Berlin (Wannsee)
  • 06.-07. November: DSL-Pokal Berlin (Wannsee)

Termine der Deutschen Junioren Segel-Liga

  • 04.-06. Juni: Konstanz (Bodensee)
  • 23.-25. Juli: Kiel (Ostsee)
  • 27.- 29. August: Essen (Baldeneysee)
  • 08.-10. Oktober: Finale Berlin (Tegeler See)

AWN: Online bestellen, persönlich abholen

Online bestellen und anschließend in der Wunschfiliale abholen: AWN bietet seinen Kunden die Möglichkeit per “Click & Collect” einzukaufen. Wer also dringend etwas aus dem Sortiment des Bootsausrüsters benötigt, kann so trotzdem kurzfristig zu seinem Wunschprodukt kommen. Die AWN-Filialen bleiben wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen für das normale Einkaufen noch bis zum 31.1.2021 geschlossen.

Alle Infos zum “Click and Collect” gibt es auf der Website von AWN: http://www.awn.de/pages/click-collect

Warnemünder Woche: “Trotzdem viel gelernt”

Die Vorbereitungen für die Warnemünder Woche 2021 laufen bereits. Plant ihr mit Corona oder geht ihr davon aus, dass das Virus bis zum Sommer verschwunden ist und wir eine ganz normale Warnemünder Woche sehen werden?

Ralf Bergel: Die Entwicklung der Pandemie haben wir natürlich in Beobachtung, da keiner weiß wie sich das ganze entwickelt. Aus diesem Grund wird in Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale und der Hansestadt Rostock ein tragfähiges Konzept für die gesamte Veranstaltung entwickelt, was den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden kann.

Mit dem Laser Europa Cup habt ihr es geschafft, in Warnemünde in diesem Jahr wenigstens ein Top-Event auf die Beine zu stellen. Wie ging das?

Ralf Bergel, Chairman der Warnemünder Woche. Foto: Pepe Hartmann

Ralf Bergel: Der Laser Europa Cup hat gezeigt, dass es möglich ist, eine Segelveranstaltung durchzuführen, wenn erforderliche Hygienestandards konsequent umgesetzt werden. Alle Segler und Verantwortlichen haben sich an die vorher vereinbarten Regeln, die mit dem Gesundheitsamt abgestimmt waren, gehalten.   

Peter Ramcke: Auch der Austausch mit anderen Veranstaltungen hat hier geholfen. Mit der fast abgeschotteten Lage des Standorts Mittelmole liegen zudem gute Voraussetzungen vor, um auch gerade an Land sichere Abläufe für die Teilnehmer, Coaches und die Ehrenamtlichen umsetzen zu können.

Habt ihr daraus eventuell etwas für die Warnemünder Woche 2021 gelernt?

Peter Ramcke: Absolut! Mit der Vorbereitung einer Sportveranstaltung geht es genau darum, effektive und wirksame Maßnahmen umzusetzen, die von allen Beteiligten akzeptiert werden. Und bei allen Maßnahmen sind es die Beteiligten, die mit ihrem Handeln direkt unterstützen, damit das Virus sehr wenig Chancen hat.

Peter, du warst im Oktober am Attersee als Wettfahrtleiter zur Nacra 17 EM. Wie wurde dort die Gesundheit der Segler und aller anderen Beteiligten sichergestellt?

Peter Ramcke: Neben der Abschottung des Events, klaren Verhaltensregeln und einer zwingenden Akkreditierung aller Sportler, Trainer und Ehrenamtlichen mussten alle Personen einen PCR-Covid19-Test durchlaufen. Protestverhandlungen und alle Besprechungen mit Teilnehmern und Coaches erfolgten virtuell. Die Tests konnten dank Sponsorenschaft erfolgen, die Sicherheitsmaßnahmen basierten auch auf dem Prinzip „kein Zutritt für nicht akkreditierte Personen“.

Nach aktuellem Stand, welche Segelhighlights erwarten uns im kommenden Jahr?

Peter Ramcke, Sportdirektor der Warnemünder Woche. Foto: Pepe Hartmann

Peter Ramcke: Da kann ich schon einiges nennen: Wir haben die Weltmeisterschaft der Contender, nach 2005 erstmals wieder in Deutschland, die Europameisterschaft der First / Seascape 18, die IDM der 505er und der Piraten, den Laser Europa Cup und Rund-Bornholm mit einigen Überraschungen.

Der Warnemünder Yachthafen an der Mittelmole wird aktuell ja umfangreich saniert. Wie ist da der Stand der Dinge?

Ralf Bergel: Der Umbau des Yachthafens liegt voll im Plan. Wenn uns nicht ein Katastrophen-Winter ein Strich durch die Rechnung macht, sind die Bauarbeiten für den Hafen im Mai 2021 abgeschlossen. In der nächsten Bauphase wird dann zur Saison 2022 noch das Sanitärgebäude errichtet. Diese Arbeiten stellen aber keine Beeinträchtigungen für den Hafenbetrieb da. Der Neubau der Sportschule stellt uns noch vor einige logistische Herausforderungen, die wir aber bis zum Sommer gelöst haben werden.

Peter Ramcke: Dann werden wir auf der auf der bekannten Fläche auf der Mittelmole eine Regattainfrastruktur haben, die ihresgleichen sucht.

Leichte Weste für schnelles Segeln

Das Modell Furio ist eine Hybridweste, die beim schnellen Jollen-Segeln insbesondere beim Foiling-Segeln oder auch Skiff-Segeln sowie beim Kitesurfen beste Dienste leisten soll. Sie ist eine Kombination aus einer 50N-Auftriebshilfe mit Prallschutzfunktion und einem manuell aktivierbaren, vollwertigen aufblasbaren Schwimmkörper von circa 110N. Feststoff plus CO2 gefüllter Auftriebskörper ergänzen sich optimal. Sobald der Wassersportler es für erforderlich hält, kann er per Hand den Schwimmkörper auslösen.

Die Hybrid-Weste liegt eng am Körper an, um den Anwender bei den Manövern die maximale Bewegungsfreiheit zu gewähren. Das gilt sowohl für den Foiling-Segler, der im Cockpit sitzt, kniet oder sich ins Trapez hängt, als auch für Kitesurfer in Kombination mit einem Hüft- oder Sitztrapez.

Feinheiten für den Tragekomfort: Eine kleine Öffnung im unteren vorderen Bereich ermöglicht das Durchführen des Trapezhakens. Der hautfreundliche Materialmix besteht aus Neopren, Gewebe, Schaum und Abstandsgewebe. Der Frontreißverschluss ist robust, um die Weste schnell an- und ablegen zu können, der Handgriff gut erreichbar, damit der Rettungskragen schnell ausgelöst werden kann. Der Rückenprotektor ist in Anlehnung an DIN EN 1621-2 für zusätzlichen Schutz der Wirbelsäule ausgelegt. Es gibt eine Verstautasche im Brustbereich für kleinere Gegenstände sowie eine Aufhängeschlaufe.

Der einstellbare Leibgurt der Weste Furio sorgt für optimalen Sitz der in vier Größen erhältlichen, eng anliegenden Westen. Die Weste soll ab dem zweiten Quartal 2021 erhältlich sein.

Frischer Wind in der Segelwerkstatt Stade

Bereits vor 36 Jahren haben Britta und Jens Nickel die Segelwerkstatt Stade gegründet und zu einer der erfolgreichsten Segelmachereien in Deutschland aufgebaut. Erreicht wurde dieser Erfolg durch den konsequent hohen Qualitätsstandard, den kundenorientierten Service und die innovativen Forschungsprojekte mit dem Fraunhofer Institut, zusammen mit dem Unternehmen Dimension Polyant und weiteren Partnern. An dem Qualitätsversprechen hat sich nach all den Jahren nichts geändert: Alle Segel der Segelwerkstatt werden im Werk in Stade hergestellt.

Schon vor fünf Jahren wurde der erste Schritt für einen Generationswechsel eingeleitet. Der damals 28 jährige Mitarbeiter Klaas Simon wurde Teilhaber der Segelwerkstatt Stade GmbH. Klaas Simon bringt das handwerkliche Wissen und die nötige Segelerfahrung mit. Seit einigen Jahren ist Simon für die technischen Abläufe sowie die Organisation der Werkstatt verantwortlich.

Zum 1. Januar 2021 folgte der zweite Schritt. Neben Senior Jens Nickel wurde Morten Nickel zum zweiten Geschäftsführer berufen. Morten Nickel ist seit über zehn Jahren in unterschiedlichen Funktionen in der Segelwerkstatt Stade tätig. Zusätzlich absolvierte Morten Nickel eine Ausbildung und schloss 2019 das Master-Studium der Betriebswirtschaft erfolgreich ab. Vielen Kunden der Segelwerkstatt Stade ist Morten Nickel als kompetenter Ansprechpartner seit vielen Jahren ein Begriff. Und vor allem: Er weiß, wie wichtig die passenden Segel für das schnelle Segeln sind. Unzählige Regattaerfolge und viele tausend Seemeilen im Rahmen des Familiensegelns haben Morten Nickel zu einem gefragten Berater an Bord gemacht.

Der 28-jährige wird sich künftig um die operativen Alltagsabläufe und die betriebswirtschaftlichen Belange kümmern. Kundenkontakt und professionelle Beratung sowie Service stehen auch für den neuen Geschäftsführer an erster Stelle.

Jens Nickel (61) wird sich verstärkt um die internen Abläufe kümmern und sich auf die großen Segelprojekte und das gesamte Segeldesign konzentrieren.

Jetzt erhältlich: Segler-Zeitung 1-2021

Die neue Ausgabe der Segler-Zeitung lesen:

Neuer Termin, neuer Reeder, neuer Titelträger

Anfang Dezember ist die Entscheidung gefallen: Die boot 2021 findet im April (17.-25.) statt, die Pandemie verhindert die weltgrößte Wassersportmesse im Januar. Nun mag der saisonnahe April nicht der ganzen Branche in den Zeitplan passen – das wissen die Macher der boot nur zu gut, nicht umsonst steht seit Jahren der Januar-Termin. Doch um überhaupt die Tore für eine boot 2021 öffnen zu können, wurden in Düsseldorf Messezeiten verschoben und zahlreiche Gespräche geführt – es wurde schlichtweg sehr viel Arbeit investiert. Natürlich hat sich das Team um Messe-Chef Petros Michelidakis im Vorfeld mit der Branche ausgetauscht. Eine verschobene boot ist besser als eine ausgefallene boot, so der Zuspruch vieler Austeller, die ihren Marktplatz wünschen. So auch der SVG Verlag: Wir werden mit unseren Magazinen und Internet-Angeboten im April vor Ort sein. Und 2022 gern wieder im Januar. (Seite 24)

Neuigkeiten gibt es schon jetzt aus unserem eigenen Hause zu berichten. Ab Januar hat die SVG-Flotte einen neuen Reeder. Die Ebner Media Group übernimmt unter Kartellamt-Vorbehalt den SVG Verlag mit seinen acht Magazinen und seinen digitalen Angeboten. Das breit aufgestellte Medienunternehmen mit Hauptsitz in Ulm gilt seit Jahren als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Zeitschriften, Special Interest Magazine, Seminare, Kongresse, Messen und Content-Marketing sind Bestandteile des Portfolios der Ebner Media Group, die fünf Standorte in Deutschland und Büros in Zürich und New York unterhält. Der SVG Verlag profitiert damit ab sofort von den umfangreichen neuen Möglichkeiten. (Seite 4)

Mit diesem Rückenwind nimmt der SVG Verlag Fahrt auf. Bereits im Januar präsentieren wir unsere Segler-Zeitung in optisch neuem Gewand, ohne dabei deren Inhalte zu verändern. Andere Magazine und Internetauftritte werden 2021 folgen. Dass die SZ den Anfang macht, hat einen guten Grund: In diesem Jahr ist die Segler-Zeitung seit 40 Jahren auf dem Markt, und wir werden diesen runden Geburtstag gebührend feiern. Lassen Sie sich überraschen. Es gibt in schweren Zeiten also auch gute Nachrichten. Gerade auch aus der Wassersportbranche.

Dennoch: Um es einordnen zu können in das ungewöhnliche Jahr 2020, sei ein Blick über unseren maritimen Tellerrand erlaubt: In den USA stemmt sich ein Präsident gegen seine demokratische Abwahl, in Europa ignorieren zwei Nationen das Prinzip Rechtstaatlichkeit, und in Deutschland taucht beim Thema Corona-Pandemie der Begriff Triage auf. Dieser Begriff aus der Kriegs- und Katastrophen-Medizin beschreibt die Entscheidung zwischen Leben und Tod, die die Mediziner treffen müssen – während andere die Gefahr des Covid-Virus leugnen oder zumindest den Kampf dagegen als übertrieben betrachten.

In solchen Zeiten ist es schön, wenn man sein Hobby fest im Blick hat. Das sind in jedem Falle gute Perspektiven. Ich hoffe, diese Ausgabe hilft Ihnen dabei, sich auf die nächste Saison einzustimmen und sich während der dunklen Jahreszeit in den nächsten Segelsommer zu träumen.

Apropos Segeln: Versäumen Sie es nicht, bei der Wahl: „Segler*in des Jahres“ mit abzustimmen.

Bleiben Sie gesund und kommen gut ins neue Jahr – Hermann Hell

Die neue Ausgabe der Segler-Zeitung lesen:

Olympisch, weltmeisterlich und international

Die Kieler Woche 2020 im Corona-Modus ist weltweit auf höchste Anerkennung gestoßen. Die Verlegung in den September und die Umsetzung der Regattaserie unter anspruchsvollsten Bedingungen werden Aktive, Veranstalter und die gesamte Segelcommunity als eine Veranstaltung der ganz besonderen Art in positiver Erinnerung behalten. Davon beflügelt laufen die Vorbereitungen für die Kieler Woche 2021 (19. bis 27. Juni) bereits auf Hochtouren. Die Veranstalter hoffen dann nach einer hoffentlich überstandenen zweiten Corona-Welle auf entspanntere Bedingungen.

„Wir haben gezeigt, dass unter diesen Bedingungen eine Segelgroßveranstaltung mit umfangreichen Sicherheitsvorgehrungen möglich ist. 2020 mussten wir verlegen, weil wir im Juni des Jahres noch nicht das Wissen um die Möglichkeiten hatten. Die haben wir aber jetzt“, so Regattachef Dirk Ramhorst. Der Dänischenhagener betont: „Ganz vorn steht die Sicherheit aller Beteiligten, danach kommt der Segelsport und danach alles andere. Mit der Kieler Woche werden wir auf den traditionellen Termin Ende Juni zurückkehren, weil wir nun das Gelernte anwenden können.“

Tina Lutz/Susann Beucke im Gelben Trikot zum Kieler Woche Sieg. Damit sicherte sich das Duo im dritten Anlauf gleichzeitig das Olympia-Ticket. Foto: www.segel-bilde.de

Doch die Planungen für die Kieler Woche 2021 laufen mehrgleisig. So sind die bewährten Hygienekonzepte vorhanden, deren Umsetzung bereits einmal gelungen ist. Andererseits hofft Kiel auf eine Lockerung. „Wir arbeiten parallel an Konzepten für ein Landprogramm in Schilksee“, so Sven Christensen, Geschäftsführer der KYC-Marketingagentur Point of Sailing. Zahlreiche Gespräche mit bewährten und neuen Partnern machen Mut, so dass auch gastronomische Flächen und die Sponsorenmeile mit Pagoden von Partnern in Planung sind. „Wir sind froh und stolz, dass wir solch treue Partner und Förderer an unserer Seite haben“, ergänzt Christensen. Die Entscheidung zwischen Plan A und Plan B fällt letztlich die Pandemie bzw. die Gesundheitsämter.

Sportlich planen die Kieler-Woche-Organisatoren mit einer Teilnehmerzahl wie in diesem Jahr. Dabei werden alle olympischen Klassen ausgeschrieben, und es bleibt beim Mix mit den internationalen Klassen und den seegängigen Yachten. Die endgültige Ausschreibung dazu steht im Januar.  Aber schon jetzt hat sich die Fareast-Klassenvereinigung angemeldet. Die Fareast 28R wird ihre verschobene Weltmeisterschaft im kommenden Jahr im ersten Teil der Kieler Woche austragen.

Philipp Buhl auf Kurs. Der Sonthofener gelang sein sechster Kieler-Woche-Sieg im Laser Standard. Foto: www.segel-bilder.de

 Da sich der Wechseltag und der Verzicht auf die Medal Races in diesem Jahr bewährt haben, wird daran auch 2021 festgehalten. „Natürlich feilen wir noch an den exakten Zeitabläufen, aber das Grundraster hat sich für diese Covid-geprägten Zeiten bewährt“, erklärt Ramhorst. 

So werden für den ersten Teil die Klassen 505er, Contender, 2.4mR, 420er, 29er, Laser 4.7, FD, OK-Jolle, Europe, Laser Radial und eventuell VX One ausgeschrieben. Dazu kommt die Fareast 28R-WM.

Im zweiten Teil sind die Olympischen Klassen sowie J/24, J/70, J/80, Formula 18 und Nacra 15 geplant. „Wir sind zurzeit noch in Gesprächen mit der IQ Foil-Vereinigung und werden auf die nächsten Entscheidungen bei Offshore Mixed Doublehand reagieren. Unser Ziel war und ist es, alle olympischen Klassen in die Kieler Woche einzubinden“, erklärt Ramhorst.

Immer große Felder stellen die 29er. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche.

Zahlreiche hochkarätige Regatten flankieren die Kieler Woche im kommenden Jahr. Den Auftakt macht die Maior-Regatta für Big Boats (30. April bis 2. Mai). Es folgen die Nachwuchsregatta Young Europeans Sailing (22. bis 24. Mai) sowie zwei Starboot-Weltmeisterschaften im September. Zur Junioren-WM der Stare (31. August bis 3. September) werden 40 Boote erwartet, zur Starboot-WM (4. bis 11. September) 80 der Zweimann-Kielboote. 2009 hatte der kürzlich verstorbene KYC-Kommodore und ehemalige Starboot-Weltpräsident Dierk Thomsen die Starboot-EM nach Kiel geholt. 

Kiels selbstbewusster Blick nach vorn fußt auf dem diesjährigen Erfolg. Kiel hat eine Benchmark für das Segeln in Corona-Zeiten gesetzt. Von der Entscheidung zur Verschiebung in den September bis zur Abschluss-Pressekonferenz war die Kieler Woche perfekt vorbereitet und sicher umgesetzt. Unter der Führung von Organisationschef Dirk Ramhorst, Vermarktungschef Sven Christensen und dem Obersten Wettfahrtleiter Fabian Bach haben die Veranstalter stets flexibel reagiert und zu jeder Zeit die Vorgaben des Gesundheits- und Innenministeriums strikt eingehalten.

Wohl eher selten haben die Organisatoren der Kieler Woche im Nachgang so viel Zuspruch und Dankbarkeit von den Aktiven erfahren. „Diese besondere Kieler Woche wird bei den Teilnehmer*innen sicherlich unvergessen bleiben“, so Dirk Ramhorst.  Auch Vermarktungschef Sven Christensen blickt auf eine denkwürdige Kieler Woche zurück, die weithin viel Lob erhält, und dank der finanziellen Unterstützung der Stadt überhaupt erst möglich wurde. Der einst von Paul Henderson (Kanada), ehemaliger Präsident des Weltsegler-Verbandes, geprägte Satz „Do it like Kiel“ hat seit diesem Jahr eine ganz neue Bedeutung erhalten. – Hermann Hell