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Mit Silber und Bronze zum Wahlsieg

Bei der Wahl zu den Seglern/innen des Monats Mai durch die User von sail24.com landeten Frederike Loewe/Anna Markfort (EM-Silber) gemeinsam mit ihren Kolleginnen Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (EM-Bronze) sowie den Männern Malte Winkel/Matti Cipra (EM-Bronze) auf Platz eins.

Es war ein harter Kampf der 470er-Nationalmannschaftssegler mit den beiden anderen Kandidaten. Zunächst sammelte die Crew der „Elena Nova“, die vor Palma in der Klasse der Swan 45 bereits zum sechsten Mal die Konkurrenz besiegt hatte, durch die sail24.com-User reichlich Punkte, dann kamen die Fans von Match Racer Max Gurgel in Fahrt und stimmten für den einzigen deutschen Skipper beim Match Race Germany ab. Zum Schluss vereinten sich aber die meisten Stimmen auf den drei 470er-Mannschaften. Möglicherweise befeuert durch die Kieler Woche, wo die Olympia-Aspiranten ihren Heimauftritt hatten und damit einmal mehr im Rampenlicht standen.

Die Ergebnisse:

Platz eins: 470er-EM-Medaillen-Gewinner 43,02 %

Platz zwei: Crew der „Elena Nova“ 31,70 %

Platz drei: Match Race um Max Gurgel 25,28

Viele Jungstars im Laser Radial

Die gelbe Gruppe segelte zur Bahn, startete und musste abbrechen: Aufgrund einer aufziehenden Sturmfront holte die Regattaleitung das Feld der Laser Radial Segler, die zur Kieler Woche ihre WM austragen, wieder an Land. Ein bisschen schade fand das Aleksander Arian (Polen) schon. „Auf der Bahn waren mittlere Windstärken, allerdings mit vielen Böen.“ Und da sie die aufziehende Sturmfront bereits sahen, sei die Entscheidung auch in Ordnung. „Sicherheit geht vor.“

Doch ganz aufs Segeln verzichten, mussten sie nicht. Um 17.30 Uhr ging es weiter. Das nutzte Aleksander Arian und ersegelte sich gleich im ersten Rennen des Nachmittags wieder einen Sieg. „Es war ein toller Start gestern“, freute er sich über den dritten und ersten Platz des Vortages. Im Rennen passierte ihm ein Fehler, der dem Großteil des Feldes widerfuhr. Sie hatten damit gerechnet, die Tonne weiter rechts zu finden. Als sie den Irrtum bemerkten, war der Führende Josh Armit (Neuseeland) bereits an der Tonne. Im zweiten Rennen konnte er das wieder wettmachen und den Führenden des ersten Rennens auf die Plätze verweisen.

Für die kommenden Tage hofft der Pole auf starken Wind. „Ich bin gut bei viel Wind.“ Aber egal, wie die Bedingungen werden, er hat Spaß. Als 25-Jähriger zähle er bereits zu den Älteren im Feld.

Zu den Jüngeren zählt auch der Neuseeländer Josh Armit, der nach dem ersten Tag auf dem zweiten Platz lag. Das konnte er am Donnerstag nicht gleich wieder abrufen und kam beim ersten Rennen als Achter ins Ziel. „Ich freue mich, hier zu sein“, erklärte der 16-Jährige. In Neuseeland seien die Felder nicht so große, daher genieße er es, mit so vielen Booten auf dem Wasser zu sein und gegen sie anzutreten. Ein Ziel hat er sich nicht gesetzt: „Ich segel nur und tue, was ich kann.“ Tag für Tag und Rennen für Rennen schauen, was machbar ist. Das ist auch das Motto von Zac Littlewood (Australien), der auf Gesamtposition vier in den Nachmittag startete sich hinter Aleksander Arian einen zweiten Platz ersegelte. Er nutzt die sommerlichen Bedingungen in Europa, nicht nur um dem Winter in der Heimat zu entfliehen sondern auch, um sich auf seinen Saisonhöhepunkt, die Youth Sailing World Championships in Corpus Christi (USA) Ende Juli vorzubereiten. Der 17-Jährige mag die windreichen Bedingungen vor Kiel. „Das sind immer gute Rennen.“ Allerdings sieht er sich auch als Allrounder und nimmt den Wind so, wie er kommt. Dass bei den „unberechenbaren Winden“ abgebrochen wurde, sei die richtige Entscheidung gewesen.

 

Bereits am Vormittag konnten die Hansa 303 für ihre Eurosaf Para Sailing Championships zwei Rennen segeln. Trotz einer Disqualifikation, die er als Streichergebnis nehmen kann, bestätigte der Pole Piotr Cichocki seine Siegqualitäten, ebenso wie mit seinem ersten Platz im zweiten Rennen. Damit führt er weiterhin das Klassement an. Auf den nachfolgenden Rängen hat es einen Wechsel gegeben. Der Pole Waldemar Wozniak setzte sich vor Jens Kroker.

Die 2.4mR gingen auch am späteren Nachmittag wieder auf die Bahn. Die Bedingungen mit dem auffrischenden Wind nutzte erneut der Franzose Damien Seguin am besten. Er ersegelte sich zwei Siege und bleibt an der Spitze. Heiko Kröger blieb zweimal direkt hinter dem Franzosen und verteidigte seinen momentanen zweiten Rang. Einen Platz gut machen konnte Lasse Klötzing. Er schob sich auf den dritten Platz vor.

Am Freitag wird bereits ab 10 Uhr gesegelt.

Feierliche Fahrzeug-Übergabe am Bundesstützpunkt

Stellvertretend für das gesamte German Sailing Team haben 470erJuniorentrainer Hendrik Ismar und das 470er-Team Theres Dahnke/Birte Winkel zwei neue Großraum-Fahrzeug entgegengenommen. Zur Verfügung gestellt werden die Mannschaftsbusse durch den Heinz Nixdorf Verein zur Förderung des Segelsports e.V. (HNV).

Im Rahmen der Kieler Woche übergaben die HNV-Vorsitzende Petra Niemann-Peter und der HNV-Geschäftsführer Joachim Hellmich die Fahrzeuge an die DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner. Mit dabei waren der 470er-Nachwuchstrainer Hendrik Ismar und die amtierenden deutschen Junioren-Meisterinnen im 470er, Theres Dahnke und Birte Winkel. Schon am Montag werden die 470er-Junioren einen der Siebensitzer einweihen und zu ihrer Junioren-Europameisterschaft ins portugiesische Sesimbra reisen.

„Die Nachwuchsförderung stellt einen elementaren Bestandteil unserer Arbeit dar“, sagte die HNV-Vorsitzende Petra Niemann-Peter. „Wir möchten dazu beitragen, junge Talente zu fördern und ihnen den Anschluss an die internationale Spitze zu ermöglichen.“

Gemeinsam mit Torsten Haverland, dem Vizepräsident Leistungssport des DSV, und der DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner wurde der Bedarf analysiert und Mobilität als einer der zentralen Punkte der Förderung festgelegt.

„Wir sind dafür sehr dankbar, denn Segelsport erfordert eine enorme Logistik: Um unsere Teams, die Boote und das Material zu Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfen zu befördern, sind wir auf einen entsprechend großen Fuhrpark angewiesen“, erklärte Nadine Stegenwalner. Auch Hendrik Ismar freute sich über die geräumigen Fahrzeuge: „Für unsere Trainingsgruppe ist die Unterstützung durch den HNV ein echter Gewinn.“

Seit März 2018 ist der Heinz Nixdorf Verein wieder als Förderer der deutschen Segelnationalmannschaft an Bord. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Unterstützung der Perspektiv- und Nachwuchskader.

 

„Cathy“ wirbelt Programm durcheinander

Ein kalter Luftstrom aus 5000 Metern Höhe, Gewitter, Starkregen und Sturmböen bis 45 Knoten: Das waren die Prognosen, die Wetterexperte Meeno Schrader für den sechsten Tag der Kieler Woche bereithielt. Die Auszeit des Sommerwetters in Schleswig-Holstein sorgte für gehörigen Wirbel in der Organisation der Wettfahrten: Denn auslaufen oder zur Sicherheit an Land bleiben, war die große Frage angesichts der Wetterfront, die für die Mittagsstunden angekündigt war. Gerade die weiten Wege zu den Außenbahnen bergen auch immer die Gefahr, die Sportler nicht rechtzeitig vor dem Eintreffen des Unwetters im sicheren Hafen zu haben.

Doch am Morgen zeigten sich Wind und Wetter noch gezähmt, so dass um 9.30 Uhr zum Auslaufen geläutet wurde. Die Skiff-Frauen, die Mixed-Katamarane sowie die 470er (Männer und Frauen) und Finns (Männer) in den olympischen Klassen schafften so immerhin ein kleines Regattaprogramm, bevor Tief „Cathy“ ausgerechnet zum Sommeranfang die weiteren Wettfahrtplanungen davonwehte. „Auch, wenn das Gewitter die Regattabahnen nicht direkt traf, sei der Abbruch die richtige Entscheidung gewesen“, erklärte Meeno Schrader. Gegen 15 Uhr kam dann der kalte Nordwestwind und die Wettfahrtleitung schickte, bis auf 420er und J/80, alle Klassen erneut wieder auf die Bahnen Hotel, India, Juliet, Golf und Echo. Gesegelt wurde bis spät in die Abendstunden. Die ersten Starts für den Freitag sind eine Stunde vorverlegt und für 10 Uhr angesetzt.

 

49erFX: Mit zwei Siegen am ersten Tag überraschte das US-amerikanische Team Stephanie Roble/Maggie Shea die versammelte Weltelite. Nach drei Rennen führten die Chicagoerinnen das Feld vor den Olympia-Zweiten Alexandra Maloney/Molly Meech (Neuseeland) an. Auch die deutschen Europameisterinnen Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Strande) und die WM-Dritten von 2016, Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Berlin), mussten sich zunächst hinter den US-Girls, die „Gold in Tokio“ als ihr selbstbewusstes Ziel ausgegeben haben, einreihen.

Am zweiten Tag drehte sich allerdings das Bild zugunsten der Deutschen. Sowohl Lutz/Beucke als auch Jurczok/Lorenz gewannen in ihren Gruppen die ersten Wettfahrten des Tages und liegen nun auf den Plätzen zwei und sieben nach insgesamt sieben Wettfahrten. „Wir testen unser Material aus. Gestern haben wir nicht die passenden Settings gefunden und waren ein bisschen unglücklich“, berichten Jurczok/Lorenz. Heute klappte es mit dem Bootsspeed besser. „Wir haben gute und schnelle Entscheidungen getroffen.“ Das Ziel für dieses Jahr ist es, bei der WM das Nationenticket für die Olympischen Spiele zu sichern. Bis dahin darf getestet werden.

470er Frauen: Die deutschen Frauen im 470er zeigten zu dieser Saison eine erstaunliche Leistungsexplosion. Nachdem die Crews im Winter aus unterschiedlichen Gründen nicht im gewohnten Maße trainieren konnten, ging die sportliche Leitung des DSV mit gedämpften Erwartungen in das Jahr. Doch diese Erwartungen wurden bereits mit dem Saisonstart in Europa weit übertroffen. Und nach dem Gewinn von zwei EM-Medaillen für Frederike Loewe/Anna Markfort (Silber) und Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (Bronze) starteten die Deutschen nun als Mitfavoriten in die Kieler Woche. Diesem Anspruch wurden die beiden Crews auch gerecht und liegen nach dem zweiten Tag auf den beiden ersten Podiumsplätzen. Frederike Loewe/Anna Markfort und Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß führen das Feld vor dem griechischen Team Bozi/Klonaridou und Fabienne Oster/Anastasiya Winkel (Hamburg) auf Platz vier an. „Wir sind zufrieden“, erklärten Fabienne Oster/Anastasiya Winkel trotzdem. Das Feld sei mit der amtierenden Weltmeisterin aus Polen und starken spanischen Teams sehr gut besetzt.

470er Männer: Die Spitze der 470er-Männer ist dagegen zur Kieler Woche bisher international dominiert. Zwar konnten auch die deutschen Männer im Frühjahr mit herausragenden Ergebnissen punkten – darunter der EM-Bronzemedaille für Malte Winkel/Matti Cipra, vor Kiel ließ sich das aber noch nicht wieder abrufen. Es führen nach vier Wettfahrten die frisch gekürten Europameister Anton Dahlberg/Frederik Bergström (Schweden) vor den australischen Superstars Mathew Belcher/Will Ryan. „Die Konkurrenz ist relativ hoch“, sagte Malte Winkel. Da in zwei Gruppen gesegelt wird, seien die Punkte extrem eng. „Im Finale geht daher das Rennen erst richtig los.“

 

Finn: Ed Wright hat ein schweres Los zu tragen. Der Brite gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze, hat seit 2006 sechs WM-Medaillen gewonnen, darunter den WM-Titel von 2010. Und doch stand der 40-Jährige selbst im eigenen Land immer nur in der zweiten Reihe. Entweder schnappten ihm Ben Ainslie oder zuletzt Giles Scott das Olympiaticket weg und eroberten schließlich auch stets Olympia-Gold. Gerade in den olympischen Zwischenjahren hält Wright aber die britische Fahne ganz hoch. Nach drei Wettfahrten führt Wright nun vor dem Ungarn Zsombor Berecz und Andrew Maloney aus Neuseeland. Die Deutschen arbeiten daran den Kontakt zur Weltspitze herzustellen. Bester Deutscher im aktuellen Ranking der Kieler Woche ist Max Kohlhoff (Kiel), der heute im dritten Rennen mit einem zweiten Platz überraschte.

 

Nacra17: Wenn die jungen Kieler Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer ihre Rennen ordnungsgemäß ins Ziel bringen, dann sind sie auch immer gut dabei. Allerdings steht in der Liste des Duos bereits zweimal in den fünf Wettfahrten eine Frühstart-Disqualifikation. Das wirft sie in der Gesamtwertung weit zurück. Nahezu perfekt unterwegs sind die Australier Jason Waterhouse/Lisa Darmanin. Die Olympiazweiten haben mit den Platzierungen 1, 1, 1, 2, 3 die Flotte der 42 Konkurrenten fest im Griff.

 

 

Zehn Mutige mit nautischem Einsatz

Die Ankündigung von 45 Knoten auf der Seebahn hat zum Senatspreis der Kieler Woche doch einige Crews davor abgeschreckt, aus dem Hafen zu gehen. So zählte Wettfahrtleiter Ralf Paulsen schließlich zehn Boote statt der gemeldeten 21. Die erlebten auf dem Mittelstreckenkurs, der in rund fünf Stunden abgesegelt wurde, dann eher moderate Bedingungen. „Wir hatten vielleicht mal 22 bis 23 Knoten, vereinzelt vielleicht auch 25“, berichtete Paulsen.

Das neue System, wonach die Crews die Reihenfolge der festgelegten Tonnen selbst auswählen durften, sei laut Paulsen durchaus angenommen worden. „Zum Skippersmeeting haben einige Mannschaften darüber gegrübelt, welcher Kurs der beste sei.“ Der Einsatz des Messenger-Dienstes WhatsApp für die Registrierung der Tonnenrundungen habe sich bewährt. Die Fotos vom Runden der Bahnmarken wurden von den Crews in die Gruppe gestellt und belegten damit das Absegeln des Kurses.

Am Ende setzten sich Patrik Heinrichs mit seiner acht Meter langen „JYNX“ (Bremen) durch und nahm am Abend den Senatspreis von Wettfahrtleiter Ralf Paulsen entgegen. Heinrichs verwies die „X-Day“ (Max Gurgel/Dümmer Yacht-Club Hüde) und den Kiel-Cup-Sieger „Halbtrocken 4.0“ (Michael Berghorn/Kieler Yacht-Club/Hamburg) auf die Plätze.

Den Abschluss der Seebahn-Regatten bildet am Freitag das Silberne Band, das um 17 Uhr in der Strander Buch gestartet wird. Bei vorausgesagten fünf bis sechs Beaufort und angepeilten 120 Seemeilen werden die ersten Yachten am Samstagmorgen gegen neun Uhr in Schilksee (Ziellinie am Leuchtturm) erwartet. Insgesamt 29 Yachten haben für die Lang-/Nachttour gemeldet.

Und während die Dickschiffe rechtzeitig im Hafen waren, wurde es für die Jollen- und Skiffsegler/innen ein langer Tag. Bis 20 Uhr sind Wettfahrten angesetzt.

 

 

 

Ergebnisse und Meldelisten finden Sie unter www.manage2sail.com

 

Eintags-Segler im Gennaker-Stress

Das Feld der J/70-Boote zwischen den e-tron E-Bojen war in den zwei Rennen häufig weit auseinander gezogen. Und die Sportler, Schauspieler und Models hatten alle Hände voll zu tun, um sich an die neuen Handgriffe zu gewöhnen. Während Fußballer Freddy Ananou vom Team „Pucks und Pille“ noch versuchte seine Beine über die Kante zu bekommen, setzte das Team „Adrenalin“ bereits den Gennaker. Die Böe erfasste das Segel und das Boot nahm Geschwindigkeit auf. Bis zum Ziel konnten sie nicht mehr eingeholt werden. „Das wird beim zweiten Mal auch so gut sein“, zeigte sich die Skispringerin Katharina Althaus auch für das zweite Rennen optimistisch. „Wir waren am Start ganz klar die letzten, aber haben uns vorgekämpft. In uns schlummert der sportliche Ehrgeiz. Wir waren schnell und effizient“, so Ski-Freestyler Bene Mayr.

Nach einem klaren Doppelsieg für Team „Adrenalin“ sah es im zweiten Rennen zunächst nicht aus. Auch der Gesamtsieg stand auf der Kippe. Da es für sie nur ein Ziel gab: „Gewinnen“, zögerten sie keinen Moment und setzten wacker auf den Downwind-Kursen den Gennaker. Damit zwangen sie auch ihre Konkurrenz, das große Segeltuch zu ziehen, und profitierten vom Pech des führenden Teams „Audi Sport“. Denn deren Gennaker ging baden, und fast wäre das auch anderen Crews widerfahren. „Es gab eine kurze Schrecksekunde“, berichtete Formula-E-Rennfahrer Daniel Abt. „Wir wollten den Gennaker schmeißen, der dann aber ins Wasser fiel. Vanessa hat sich dann noch den Finger im Seil eingeklemmt. Es war eine kurze Titanic-Szene.“ Danach war die Luft raus. „Wir haben es nur noch nach Hause gebracht“, so Daniel Abt. Letztendlich reichte es für den Bronzerang nach zwei Rennen. „Es war sehr viel Neuland“, resümierte er.

Dass Segeln und Motorsport nicht so viel gemein haben, musste auch LeMans Legende Tom Kristensen aus dem „Audi Sport“ Team feststellen. „Es ist schon sehr anderes. Man muss viele Dinge beachten“, erklärt Daniel Abt. Im Rennsport sei es normalerweise sehr klar, wer gerade vorne liege, beim Segeln habe er da den Überblick verloren. Beim allerersten Start hatte er bemerkt, dass ein Boot die rechte Seite wählte, während alle anderen nach links gingen. Schadenfreude machte sich breit, bis er feststellen musste, dass das durchaus kein Fehler war. Auch Motorengeheul suchte man an Bord vergebens. Den Antrieb lieferte der Wind. „Es gibt keine nachhaltigere Art der Fortbewegung als mit dem Wind.“ Vielleicht werde der Elektroantrieb auch irgendwann mit Windenergie versorgt, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Extrem aufnahmefähig und ehrgeizig, so bezeichnet Marco Grasser, ehemaliger Laser-Segler und Steuermann im „Adrenalin“-Team, seine Crew. Siegentscheidend sei auch gewesen, dass sie sofort die Ansagen umgesetzt haben. „Wir sind alles Einzelsportler, mussten uns im Team behaupten und haben von vornherein auf Sieg gesetzt“, fasst Bene Mayr zusammen. „Heute habe ich verstanden, warum Segeln ein Sport ist. Das ist sau anstrengend“, so Ski-Abfahrtsläufer Linus Strasser. „Das muss alles zackig gehen.“

Damit revidierte er seine Erwartung vom entspannten Bötchen fahren. „Volle Konzentration auf uns selbst“, so hatte das Team das zweite Rennen bestritten. Sie schauten gar nicht erst, wo die anderen Boote lagen, und überließen das ihrem Steuermann.

Segeln sei auch etwas für den Kopf, erklärte Bene Mayr, der den Gennaker gefahren ist. Beim Free-Riden seien die Bewegungsabläufe bereits automatisiert, da müsste er nicht mehr darüber nachdenken, was als nächstes komme. „Wir sind Skifahrer vom Herzen, aber es war auf jeden Fall cool, etwas ganz anderes zu machen. Und der Teamsport macht super viel Spaß.“

Das empfindet auch Katharina Althaus so. Sie ist es gewöhnt, sich in ihrem Sport gegen Männer durchzusetzen, daher sei es für sie auch kein Problem gewesen, als einzige Frau an Bord mitzusegeln. Zwei erste Plätze und den Gesamtsieg zu ersegeln, sei vergleichbar mit einem Sprung von der Skischanze über 140 Meter. Sie hofft, dass es auch beim Skispringen der Frauen demnächst ein Team geben wird. „Das macht mehr Spaß im Team.“

Olympiasegler im Schichtwechsel auf der Bahn

Da der Wind sich aber von seiner besten Seite zeigte, wurde ein umfangreiches Programm gesegelt, so dass die Athleten zum Teil bis in den Abend hinein auf der Bahn waren. Die Performance der deutschen Sportler in den Weltklassefeldern reichte von Spitzenleistung bis hin zum Eingewöhnen nach langer Pause. Entsprechend unterschiedlich fielen die Ergebnisse in den acht olympischen Klassen aus.

„Wir haben uns intensiv auf den Andrang vorbereitet und den Schichtbetrieb eingeführt. Es ist alles nach Plan gelaufen. Das Auslaufen wurde über Flaggensignale organisiert“, berichtete Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Wie die Startabläufe in den nächsten Tagen aussehen werden, hängt auch von der Windentwicklung ab. Schon für Donnerstag sind in den Nachmittagsstunden Böen mit bis zu 35 Knoten angesagt, die einige Boote wohl unfreiwillig zum Fliegen bringen würden.

470er weiblich: Die deutschen Frauen schwimmen in dieser Klasse aktuell auf einer Erfolgswelle. Nachdem sie vor wenigen Wochen bei der Europameisterschaft gleich zwei Medaillen gewonnen haben, liegen nun erneut zwei deutsche Teams an der Spitze. Die EM-Dritten Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (Tutzing) haben nach zwei Rennen die Führung vor der jungen Hamburg-Kieler Mannschaft Fabienne Oster/Anastasiya Winkel übernommen, die die Auftaktwettfahrt gewinnen konnten. Hinter den Griechinnen Maria Bozi/Rafailina Klonaridou folgen auf Rang vier auch schon die EM-Zweiten Frederike Loewe/Anna Markfort.

470er männlich: Alles andere als wunschgemäß lief dagegen der Kieler-Woche-Start für die deutschen Männer in der 470er Klasse. Zuletzt trumpften zwar auch sie international stark auf, jetzt aber ist der Motor ins Stottern geraten. Erst auf Rang 17 rangieren die EM-Dritten Malte Winkel/Matti Cipra (Kiel). Erwartungsgemäß haben sofort die 470er-Könige Mathew Belcher/Will Ryan (Australien) den Thron bestiegen und führen das Feld der 48 Teams mit einem ersten und einem zweiten Platz an.

Mathew Belcher/Will Ryan eroberten gleich den thron bei den 470ern. Foto: segel-bilder.de

49er: Nach langer studienbedingter Pause sind die Olympia-Dritten Erik Heil/Thomas Plößel endlich mal wieder gemeinsam auf dem Skiff. Und zum Restart ihrer Olympia-Karriere erlebten sie gleich mal das „volle Ballett“. „Wir haben wir alles mitgenommen, was man mitnehmen kann – einschließlich eines Riesen-Crash in der ersten Wettfahrt. Also wirklich: ein Riesencrash! Ich glaube unser Gegner hat sogar einen Wing verloren. Das müssen wir noch klären“, so Heil. „Mit 45 Skiffs auf der Bahn – das ist schon ein Adventure. Einige sind schon etwas kurios über den Kurs gefahren – einschließlich uns. Wir mussten uns auch erst einmal eingewöhnen.“ Mit Gesamtrang 23 gelang der Einstieg ins Geschehen noch verhalten. Die besten Deutschen sind aktuell die Flensburger Nils Carstensen/Jan Frigge als Neunte, während Logan Dunning Beck/Oscar Gunn als Führende die starke neuseeländische Tradition in dieser Klasse fortsetzen.

49erFX: Potenzial nach oben gibt es auch für die deutschen Skiff-Frauen. Tina Lutz/Susann Beucke gehen auf ihrem Heimatrevier als zweimalige Kieler-Woche-Siegerinnen und amtierende Europameisterinnen ins Rennen. „Bei diesem Feld einen dritten Kieler-Woche-Sieg zu landen, wird aber extrem schwer“, hatte Susann Beucke bereits vorher prognostiziert. Tatsächlich ist das Feld nach den ersten drei Wettfahrten unglaublich eng beieinander. Als Siebte haben Lutz/Beucke lediglich vier Punkte Abstand auf die führenden Däninnen Ida Marie Baad Nielsen/Marie Thursgaard Olsen, die WM-Vierten des Vorjahres.

Nacra17: Eine Frühstart-Disqualifikation im dritten Tagesrennen vermieste Paul Kohlhoff (Kiel) das Regatta-Comeback auf dem foilenden Katamaran. Nach schwerer Krankheit im Winter ist er mit Alica Stuhlemmer erst seit zweieinhalb Monaten wieder im Training, hat noch ein bisschen Gewichtsprobleme und Sehstörungen. Doch das Bootshandling ist schon wieder da, auch „wenn wir noch etwas eingerostet sind“, so Kohlhoff. Mit den Plätzen 5 und 3 zum Start in den Tag flogen die Kieler aber gleich wieder zurück in die Weltspitze, die indes von den Olympiazweiten von Rio, Jason Waterhouse/Lisa Darmanin (Australien), souverän mit drei Siegen angeführt wird. „Ich hoffe, bis zu den Worlds in Aarhus sind alle Probleme beseitigt, so dass wir dann wieder voll angreifen können. Bis dahin haben wir nach der Kieler Woche noch einige Trainingsblöcke und die Europameisterschaft“, sagte Kohlhoff als derzeit Neunter der Gesamtwertung. Die nationalen Konkurrenten Johannes Polgar/Carolina Werner sind vorerst 14.

Laser Standard: Mit der Empfehlung des Gold-Gewinns vom Worldcup-Finale in Marseille ist Deutschlands Laser-Ass Philipp Buhl zur Kieler Woche angereist. Doch das Segeln vor der Mittelmeer-Metropole war ein ganz anderes als nun in Kiel. Ging in Marseille nur ein Feld von 25 Booten an den Start, sind es nun 119 Konkurrenten, mit denen sich der gebürtige Allgäuer auseinanderzusetzen hat. Da kommt es auf Beständigkeit an, und mit den Rängen 5 und 3 gelang Buhl ein sehr guter Einstieg in die Serie. Als Fünfter ist er in guter Position, um in den kommenden Tagen den Angriff auf Platz eins zu starten, den vorerst der Kroate Filip Jurisic inne hat.

Philipp Buhl hatte einen soliden Start in die Serie. Foto: segel-bilder.de

Die Laser-Radial-Seglerinnen und die Finn-Akteure waren im Schichtbetrieb diejenigen, die die Spätschicht erwischt hatten, und segelten bis in den Abend hinein. Die Ergebnisse konnten daher erst spät eingepflegt werden.

Mit der Hansa 303 zu paralympischen Spielen?

„Den Ersten zu schlagen ist schon schwierig, da muss ich noch zulegen“, erklärte Kroker. Er sitze erst zum neunten Mal in diesem Boot, und da es am Hansa 303 nicht so viel einzustellen gebe, sei das Bootsgefühl entscheidend. Sein polnischer Gegner hat sich einen Vorsprung im Training erarbeitet. Mindestens 50 oder vielleicht auch 100 Tage habe Piotr Cichocki bereits in der Bootsklasse gesegelt und liegt damit im Erfahrungssegeln vorn. „Es gewinnt, wer die Karre am schnellsten segelt.“ Trotzdem zeigte sich Jens Kroker zufrieden. „Es hat Spaß gemacht.“ Mit dem Blick auf den Wind, der morgen auffrischen soll, sagte er: „Mal sehen, was da noch kommt.“

Jens Krokers Lieblingsboot sei der Hansa 303 nicht gerade, daher habe er in diesem Jahr bisher auch noch keine Lust gehabt, vor der Kieler Woche darin zu sitzen. Doch die Entscheidung für die Hansa 303 sei eine strategische. Denn so trete er nicht direkt gegen Heiko Kröger im 2.4mR an, sondern besetze auch die zweite Para-Bootsklasse, für die eine Bewerbung für die Paralympics 2024 läuft.

Gute Chancen, sieht Jens Kroker, dass Segeln das Rennen für die paralympischen Spiele machen wird. Er sitzt in der Athletenkommission und auch, wenn er keinen Überblick habe, wie der Vergleich zu anderen Sportarten aussieht, so ist er doch überzeugt, dass das Segeln als sehr inklusive Sportart überzeuge. „Wir sind viel besser aufgestellt als noch bei der Bewerbung für 2020.“ Nun sei der nächste wichtige Schritt, dass bei der kommenden WM 32 bis 35 Nationen an den Start gehen.

Auch die 2.4mR hatten ihre ersten zwei Rennen im Rahmen der Para-EM. Nachdem Heiko Kröger zunächst dem Franzosen Damien Seguin den Sieg überlassen musste, ließ er ihm den Vortritt kein zweites Mal. Nach einem Sieg im zweiten Rennen wird er momentan an der Spitze des Klassements geführt. Der Italiener Antonio Squizzato liegt auf dem vierten Rang, dicht gefolgt von Lasse Klötzing.

Das große Feld der Laser Radial wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Insgesamt 97 Segler sind am Start und wollen sich den Weltmeistertitel sichern. Nach zwei gesegelten Qualifikationsrennen hat Alexander Arian (Polen) die Spitze übernommen. Auf die Ränge zwei und drei haben sich zunächst Josh Armit (Neuseeland) und Caelin Winchcombe (Australien) gesetzt. Die deutschen Segler konnten am ersten WM-Tag weniger überzeugen. Die Bestplatzierten sind Moritz Peitzner auf dem 36. Rang, Roko Mohr auf dem 39., Maximilian Walkenbach auf dem 47., Felix Laukhardt auf dem 48. Platz.

Spannende Seesegel-Duelle in der WM-Vorbereitung

Während in der Gruppe der großen Yachten mit der „Halbtrocken 4.0“ vor der „Sydbank“ zwei X-41 das Feld dominierten, waren bei den kleinen Schiffen die Italia 9.98 „OneSpirit“ und „Immac Fram“ top. In der Einheitsklasse der Club-Swan 50 war die Crew des NRV Hamburg mit Hendrik Brandis mit sieben Siegen in sieben Wettfahrten nicht zu bremsen.

Michael Berghorn (Kieler YC) mit der „Halbtrocken 4.0“ und Torsten Bastiansen (Flensborg YC) mit der „Sydbank“ lieferten sich in den Wettfahrten enge Duelle. Am Ende stand zwar ein doch deutlicher 9-Punkte-Vorsprung für Berghorn, der war allerdings auch einem Riggschaden an der „Sydbank“ in der dritten von neun Wettfahrten geschuldet. „Das war natürlich ein bisschen Pech. Aber es waren harte Gegner, die besten, die wir haben konnten. Die Ergebnisliste sieht eindeutiger aus, als die Rennen waren. Es war eine gute Vorbereitung für die WM“, so Berghorn. Dem Saisonhöhepunkt sieht er zuversichtlich entgegen: „Wir haben uns im Laufe der Serie immer besser eingespielt. Das gibt einen breiten Rücken für die WM.“ Auf das Tidenrevier in Scheveningen ist die Mannschaft durch die Teilnahme an der Nordseewoche zu Pfingsten zwar schon gut vorbereitet. Dennoch will sich Berghorn in der konkreten WM-Vorbereitung noch einen „Local“ an Bord holen, um die Tücken des Reviers kennenzulernen. „Die Langstrecken-Regatta wird sicherlich spannend.“

Nur eine kleine Gruppe segelte bei den großen Yachten. Die “Halbtrocken 4.0” holte den Sieg. Foto: segel-bilder.de

Das sieht auch Kai Mares von der „Immac Fram“ so. „Die Offshore-Regatta ist ein Knackpunkt zur WM. Wir werden uns vorher ein paar Tage Zeit nehmen, um die Tücken zu erkunden.“ Vor Kiel gab es zum Abschluss einen kleinen Dämpfer für Mares und Crew. Denn am letzten Tag gab die „Immac Fram“ den Sieg noch aus der Hand. „Wir sind mit einem Sieg gut in den Tag gestartet. Platz vier im zweiten Rennen war okay. Leider hatten wir dann im letzten Rennen einen Schaden am Spi-Baum, den wir auf der Kreuz reparieren mussten. Das hat uns sicherlich Performance gekostet.“ Platz sieben zum Abschluss bedeutete Rang zwei im Gesamt-Ranking. „Die Konkurrenz war gut, deshalb ist auch der zweite Platz nicht schlecht. Wichtig ist, dass die Leistung stimmt“, so Mares, der noch auf dem Steg Gordon Nickel, Skipper der „OneSpirit“, zum Sieg gratulierte. Insgesamt lagen sich Sieger und Besiegte, Trainingspartner für diese Saison, in den Armen und klatschten sich ab. Gordon Nickel atmete kräftig durch: „Da war viel los heute auf der Bahn. Im zweiten haben wir uns nach einer Patenthalse auf die Nase gelegt, sind aber schnell wieder hochgekommen. Und in der dritten Wettfahrt hatten wir einen guten Start und konnten mit hohem Bootsspeed unser Ding fahren.“ Nun gilt es, dieses Gefühl mit zur Weltmeisterschaft zu nehmen. „Was dann dabei herauskommt, ist schwer zu sagen. Dafür ist das Feld in unserer Gruppe zu groß.“ Im Vorfeld der Up-and-Down-Wettfahrten hatte Deutschlands erfolgreichster Segler Jochen Schümann die Nickel-Crew direkt an Bord trainiert, war zu den Wettfahrten aber von Bord gegangen. „Ich hatte schon das Gefühl, dass wir dann ein bisschen befreiter gesegelt sind. Mit Jochen an Bord war schon Nervosität in der Mannschaft zu spüren“, so Nickel.

Mit etwas gemischten Gefühlen wurden die Yacht-Felder zur Kieler Woche von den Verantwortlichen des Seesegelns in Deutschland beobachtet. Während die kleinen Yachten ein gutes Feld am Start hatte, fehlte es bei den großen an der Masse. „Das war schon enttäuschend“, so Berghorn. Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Seesegel-Ausschusses des DSV, sieht dafür vor allem einen Grund: „Die guten Mannschaften sind zu weit weg, so dass die Teams aus der zweiten Reihe in ORC Club abwandern.“ Bertil Balser, Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln sieht daher Handlungsbedarf: „In den vergangenen Jahren wurde an diversen Stellen vieles schleifen gelassen, Das müssen wir jetzt aufarbeiten. Aber es ist natürlich schwer, bei der langen Küstenlinie in Deutschland alle unter einen Hut zu bekommen. Ich denke, die Kieler Woche war schon ein guter Schritt.“

Baltic Pre-Worlds

Club Swan 50: (7 Wettfahrten) 1. Hendrik Brandis (Norddeutscher Regatta Verein,(1)1/1/1/1/1/1) Punkte 6; 2. Henrik Lundberg (Åländska Segelsällskapet,(3)3/2/2/2/2/2) 13; 3. Christian Harding (Kungliga Svenska Segelsällskapet,5/4/3(6)3/3/3) 21; 4. Kris Houmann (Frederikshavn Sejlklub,4(6)6/3/4/6/4) 27; 5. Sergey Musikhin (Lord of the Sail-Asia,2/2(6)6/6/6/6) 28;

ORC I und ORC II: (9) 1. „Habltrocken“ Michael Berghorn (Kieler Yacht-Club,4(4)2/1/1/2/1/2/1/1) Punkte 11; 2.“Sydbank“ Torsten Bastiansen (Flensborg Yacht Club,2/1(9)2/4/4/3/2/3) 21; 3. „X-Day“ Max Gurgel (Dümmer Yacht-Club Hüde,3(6)2/4/1/6/1/4/4) 25; 4. „Tutima“ Kirsten Harmstorf-Schönwitz (Mühlenberger Segel-Club,1/4/3(6)3/3/6/5/2) 27; 5. “Spirit” Lasse Bergkvist (Segelsällskapet Svearna,(5)3/4/5/5/4.4/4/3/5) 33.4; 6. „Aquatich“ Bjorn Erik Bjornsen(Stavanger Seilforening,6/5/5/3(7)5/5/6/6) 41;

ORC III und ORC IV: (9) 1. „Onespirit“ Gordon Nickel (Segler-Vereinigung Cuxhaven,(3)2/1/1/2/2/2/1/1) 12; 2. „Immac Fram“ Kai Mares (Kieler Yacht-Club,1/1/2/2/1/1/1(4)4) 13; 3. „Pro4u/Malin“ Patrik Forsgren (KSSS,2/7/4/3/3/4,5/4(18)7) 34,54. „Happy Hour“ Steen Christensen (Kongelig Dansk Yachtklub,6/3(8)8/6/3/5/2/3) 36; 5. „Halbtrocken“ Dr. Knut Freudenberg (Amrumer Segel- und Regattaverein,7/9/5(10)4/4,5/3/6/2) 40,5; 6. “Patent 4” Henning Tebbe (NRV LYC SKWB,5/5/6,5/6(13)6/7/5/5) 45,5;

Mit Mut und Eigeninitiative in die Weltspitze

Beim traditionellen Segler-Frühstück der Vereinigung Schleswig-Holsteiner Sportjournalisten (VSHS) machte Philipp Buhl, der Aktivensprecher der Nationalmannschaft, eine klare Kampfansage. Kieler-Woche-Sieg und Weltmeistertitel stehen auf seiner To-Do-Liste der kommenden Tage und Wochen. DSV-Präsidentin Mona Küppers hörte es gern. „Man muss Eigeninitiative zeigen und Biss haben, um etwas zu erreichen“, so die oberste Repräsentantin des deutschen Segelsports.

Zum Segler-Frühstück ist es gute Tradition ein Zwischenfazit zur Kieler Woche zu ziehen. Und das fiel sehr gut aus. „Es braucht viele Zahnräder – große und kleine, um ein Uhrwerk zum Laufen zu bringen. Und wir haben mit unseren Partnern und Sponsoren alle Möglichkeiten für ein funktionierendes Uhrwerk. Die guten Meldezahlen zeigen, dass wir unser Angebot gut auf unsere Kunden, die Segler, abgestimmt haben“, sagte Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Und auch Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar war voll des Lobes für die erste Kieler-Woche-Hälfte: „Die protokollarischen Empfänge sind top gelaufen. Das Wetter spielt mit, und mit den vier Public-Viewing-Bühnen in der Stadt und den Segel-Übertragungen zeigen wir, dass die Kieler Woche nicht aus zwei getrennten Festen besteht, sondern eine Einheit bildet.“ Den Segelsport den Zuschauern näher zu bringen, ist natürlich ganz im Sinne des Deutschen Segler-Verbandes, der in den vergangenen Jahren ein klares Bekenntnis für Kiel gegeben hat. „Wir haben hier in Kiel ideale Bedingungen und sind mit dem German Sailing Team auf einem guten Weg zu den Worlds in Aarhus und den Olympischen Spielen in zwei Jahren. Die Ergebnisse können sich sehen lassen“, sagte Mona Küppers.

Auch einer ihrer Vorzeige-Athleten, Laser-Ass Philipp Buhl, ist mit dem Erreichten vor Kiel, dem Umzug der Abteilungen Leistungssport, Technik und Jugend ins Olympiazentrum Schilksee, durchaus auf einer Linie: „Die enge Verbindung, der Austausch hier ist sehr wichtig. Auch wenn Nationalmannschaftskollege Erik Heil mit dem Laser wenig am Hut hat, habe ich doch von ihm was lernen können. Und die kurzen Wege helfen – sei es nur, wenn man mal eine Frage zu einer Abrechnung hat“, sagte Buhl. Dennoch machte der Sportsoldat klar, dass ein Mehr immer gehe: „Australische Verhältnisse haben wir noch nicht. Das sieht man auch in den Ergebnissen. Wir haben seit 17 Jahren keinen Weltmeister mehr in einer olympischen Klasse, die Australier haben in jedem Jahr mindestens einen. Das sagt viel aus.“ Doch der 28-Jährige ist ein Paradebeispiel dafür, dass er die Aufgabe, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, nicht auf andere abwälzt, sondern selbst Lösungen sucht. „Im Vergleich zu anderen Nationen wie den Kroaten stehen wir sehr gut da, aber die agieren dennoch auf Augenhöhe. Es geht darum, nicht aufzustecken. Wenn man motiviert ist und einen Sponsor sucht, dann findet man auch einen.“

Obwohl Segeln in Deutschland kein Profisport ist, so ist es für Athleten wie Philipp Buhl dennoch ein Fulltime-Job: „Ich denke jeden Tag, auch an Weihnachten, irgendwie an Segeln – sei es, wie die Erfolge zu vermarkten sind, wie das Geld zu besorgen ist, um die idealen Bedingungen zu schaffen. Oder eben auf dem Wasser oder im Kraftraum. Das ist mehr als ein 40-Stunden-Job. Zwei Drittel der Zeit nehmen die Vermarktung und Organisation ein, ein Drittel die Wasserarbeit.“ Eine duale Karriere sei kaum möglich, wenn man in die absolute Weltspitze wolle. „Der Aufwand, um in die Top-Ten zu kommen, ist deutlich geringer als für die Top-3. Aber wenn man den Sieg will, dann muss man noch mehr ausrasten.“ Und diesem Ziel hat sich Buhl wieder verschrieben, nachdem er die Enttäuschung der Olympischen Spiele von Rio verkraftet hatte. „Eine halbe Stunde habe ich damals geheult, eineinhalb Tage habe ich überlegt. Aber dann habe ich erkannt, dass es ein absolutes Privileg ist, diesen Sport ausüben zu dürfen.“ Eine weitere Olympia-Kampagne nach den Spielen von Tokio, aber auch einen Wechsel in den Profibereich, in ein America’s-Cup-Team, schloss Buhl nicht aus und plädierte für mehr Mut unter den deutschen Seglern: „Wir sind ja ein Angsthasen-Volk. Gleich nach der Schule müssen wir sofort ins Studium oder den Beruf, um die Zukunft abzusichern. Vielleicht sollten wir uns nicht so viele Gedanken machen. Ich werde einfach mal abwarten, was kommt. In den vergangenen zehn Jahren führe ich ein erfolgreiches Unternehmen, das da heißt: ,Profisportler‘, betrieben. Damit habe ich wahrscheinlich etlichen Bachelor-Studenten etwas voraus.

Drei Verbände ziehen an einem Strang

DSV-Präsidentin Mona Küppers nutzte „ihr“ Revier. Gemeinsam mit dem ADAC und dem Deutschen Motoryachtverband (DMYV) verkündete der Deutsche Segler-Verband im Rahmen der Kieler Woche beim traditionellen Segler-Frühstück, dass die drei Verbände künftig an einem Strang ziehen werden.

Im „Forum Sportschifffahrt“ sollen ab sofort die relevanten Schwertpunktthemen gemeinsam bearbeitet werden. Die erklärten Ziele sind „Nachhaltige Steigerung der Attraktivität des Bootssports und des Bootstourismus“, „Stetige Weiterentwicklung der Attraktivität des Bootssports und des Bootstourismus“ sowie die „Nachhaltigkeit und Effizienz in der Vertretung der Interessen der Vereine und Bootssportler“. Hinter den weitreichenden Zielen steckt viel Detailarbeit, denn auch der Weg zur Zusammenarbeit war steinig.

„Die können sich nicht leiden, die sprechen nicht miteinander – all dieses Gerede ist damit vom Tisch. Wir sprechen und wir planen sogar miteinander“, so Mona Küppers vor den 30 Journalisten in der Kieler-Woche-Lounge. „Wir üben unseren Sport nun einmal nicht in Hallen aus, sondern brauchen die öffentlichen Gewässer. Und hier müssen wir uns als starke Interessensvertreter für unsere Mitglieder einsetzen“, so Küppers, die vor allem in der Lobbyarbeit und dem politischen Einfluss durch die Kooperation Vorteile sieht. Gerade im Bereich Wasserstraßennutzung/Wasserstraßenkategorisierung braucht der Freizeitwassersport eine starke gemeinsame Stimme.

„Durch diese intensivere Zusammenarbeit der drei wichtigen deutschen Organisatoren für Bootssport und Bootstourismus können politische Entscheidungen intensiver mitgestaltet werden“, erklärte DMYV-Präsident Winfried Röcker zur neuen starken Interessensvertretung und deren Einfluss in Politik und Gremien.

Kurt Heinen, Vizepräsident für Tourismus im ADAC, betonte, dass durch die Zusammenarbeit die Attraktivität des Bootstourismus weiter gesteigert werden könne. Zuallererst gelte es, allen Mitgliedern auch zu verdeutlichen, dass man gemeinsam deutlich stärker sei. Dabei überlässt der ADAC den beiden Spitzensportverbänden die Beleihung und damit eine der wesentlichen Einnahmequellen dank der Prüfungsgebühren und Erteilung des Sportbootführerscheins. Bei den Themen Ausbildung und digitale Information wird der ADAC Einfluss nehmen und sich auch für neue Wege einsetzen. „Hier hat es bei unseren Mitgliedern Kritik gegeben, so dass wir uns beim Ausbildungswesen mit einbringen werden“, erklärte Heinen. Seit über 100 Jahren betreut der ADAC Sportschifffahrt rund zwei Millionen wassersportaffine Mitglieder. Zu den Angeboten zählen das Marina-Portal, die ADAC Yachtcharter-Suche, bootstouristische Informationen und der internationale Bootsschein.

„Natürlich haben wir auf dem Weg zur Zusammenarbeit einige Steine aus dem Weg räumen müssen, aber wir haben es geschafft. Der Einstieg des ADAC in die Beleihung hätte auch dazu führen können, dass weitere ‚Nicht-Spitzensportverbände‘ sich gemeldet hätten“, so Winfried Röcker.

Völlige Übereinstimmung gibt es im Bereich der Ausbildung, wenn es um das Thema Qualität geht. „Wir möchten eine hochwertige Ausbildung für den Sportbootführerschein und werden daher die Ausbildungs- und Prüfungsstandards diskutieren und gegebenenfalls konkrete Maßnahmen mit dem Bundesministerium abstimmen“, erklärte Mona Küppers, die nach dem Pressegespräch den Vertretern des ADAC und DMYV „ihr“ Revier zeigte und mit ihnen die Regatten des German Sailing Teams verfolgte.

Samba, Segeln, Sonnenschein

Hochprofessionell und hochmotiviert: So hat Dirk Ramhorst bereits die Segler der Laser Radial, 2.4mR und Hansa 303 im Vorfeld ihrer großen Events während der Kieler Woche erlebt. „Sie haben schon ihr Material vorbereitet und trainiert.“ Nun warten spannende Wettfahrten auf die Segler aus 28 Nationen.

Nicht nur weil es hochklassig besetzte Felder sind, sondern auch weil in den kommenden Tagen viel Wind erwartet wird. „Es wird eher zu viel als zu wenig sein. Das wird eine Herausforderung vor allem für die Para-Segler“, so Ramhorst. Heute wird die Regattaleitung noch wenig spielen können, da die Wettfahrten erst um 13 Uhr starten. In den nächsten Tagen werden vermutlich die Startzeiten mehr den Windverhältnissen angepasst.

94 Segler tragen die Weltmeisterschaft im Laser Radial aus. Es ist sowohl der Vorjahressieger Marcin Rudawski aus Polen als auch der Vorjahresdritte Zac Littlewood aus Australien angereist. Die deutschen Hoffnungen ruhen unter anderem auf Roko Mohr und Ferdinand Pfund. „Die WM ist super besetzt. Das Top-Feld ist da“, sagte Dirk Ramhorst.

Bei der Para-EM ist das Feld nicht ganz so groß. 28 Hansa 303 und 24 2.4mR haben für die Titelkämpfe gemeldet. „Weniger Masse, dafür ist die Spitze der Paralympics von Rio da“, so Ramhorst. Er betont, das Besondere an der EM sei, dass sie die Inklusion vollkommen sichtbar mache. Denn das offene Feld inkludiere sowohl die Starter für die EM als auch diejenigen, die außerhalb dieser bei den 2.4mR Open gewertet werden. Unter den Anwärtern für den EM-Titel ist auch wieder Heiko Kröger. Er setzt alles auf Sieg.

Im Feld der Hansa 303 ist ein ehemaliger Paralympicssieger wiederzufinden. Jens Kroker ist der einzige deutsche Segler am Start. „Wir haben schon häufig erlebt, dass Segler mit Behinderung, die ohne geschlagen haben“, hob Carsten Krage vom KYC die seglerische Klasse hervor.

Während die 2.4mR zusammen mit den Hansa 303 auf die Bahn Golf direkt vor dem Hafen gehen, werden die Laser Radial auf Kilo am Leuchtturm antreten. Den Auftakt am heutigen Mittwoch machen um 11 Uhr die Seebahnen, die nach drei weiteren Rennen ihre Kiel-Cup-Meister küren. Die Siegerehrung findet um 19 Uhr in der Audi Sailing Arena statt. Ab 13 Uhr greifen dann die olympischen Klassen ins Geschehen ein. Zwei Wettfahrten stehen zum Auftakt auf dem Programm, für die Nacra 17, 49er und 49er FX sind jeweils drei Wettfahrten angesetzt. Parallel wetteifern ab 13 Uhr die Laser Radial Männer um ihren WM-Titel, in der Hansa 303 und der 2.4mR geht es um die EUROSAF Parasail European Championship.

Segelsport hautnah erleben im Olympiazentrum

Kieler-Woche-Premiumpartner Audi stellt vor seiner Lounge das frisch designte Modell eines olympischen Nacra17-Katamarans aus. Am Dienstag hatten die Besucher sogar die Möglichkeit, mit den Seglern des schwarz-roten Renners, Johannes Polgar und Carolina Werner, ins Gespräch zu kommen. Die beiden Olympia-Aspiranten hatten im Rahmen eines Pressetermins ihre Kampagne für die Spiele 2020 vorgestellt und kamen anschließend noch zum Fototermin an den im Stil der Audi e-tron-Familie gestalteten Katamaran. Bereitwillig beantworteten sie hier auch Fragen der Freizeitsegler.

Für die kompetente Antwort vieler Fragen stehen auch die Foto-Experten von Nikon nur wenige Meter weiter bereit. Erstmals ist das Weltunternehmen auf der Kieler Woche vertreten und lockt die Interessierten mit der Präsentation der gesamten Bandbreite der Spiegelreflex-Fotografie sowie der Nikon-Ferngläser an. Doch in der Pagode im Hafenvorfeld können die Kameras vom Einsteiger- bis zum Profimodell nicht nur angesehen, sondern auch getestet werden. Eine Stunde lang dürfen die Besucher die Kameras mitnehmen und die Möglichkeiten im Hafenvorfeld ausprobieren. Und den ganzen Tag über werden auch kleine Foto-Trainings bei halbstündigen Foto-Walks angeboten. Themenbezogen werden die technischen Features der Kameras beispielsweise in der Makro-, Sport- oder Portraitfotografie erklärt. „Das gibt natürlich nur einen Einblick. Der Spaß steht im Vordergrund Aber man hat schon den ein oder anderen Aha-Effekt“, berichten Wolf Busch und Markus Nilling vom Nikon-Promotionteam. Mit ihren Kollegen freuen sich die beiden über die fachlich gut informierten Besucher an ihrem Stand, sind aber auch bereit, noch größere Anstürme zu bewältigen.

Direkt dran am Wassersport ist naturgemäß Bekleidungsausstatter Helly Hansen. Das norwegische Unternehmen, das mit seiner 141-jährigen Geschichte noch mehr Traditionen hat als die Kieler Woche, bietet neben der funktionellen Bekleidung auch die aktuelle Fashionkollektion. Und Sicherheit wird durch Helly Hansen natürlich auch geboten. In dem großen Verkaufszelt können Eltern unter anderem die neueste Generation der Kinder-Schwimmweste erwerben. Die innovative Entwicklung bietet nicht nur großen Tragekomfort – auch beim Spielen, sondern gewährt auch maximale Sicherheit bei einem Sturz ins Wasser.

Natürlich gibt es auf der Flaniermeile auch alle wichtigen Informationen rund um die Kieler Woche und die Regatten. Medienpartner Kieler Nachrichten ist mit einem großen Zelt vertreten, bietet neben der Tageszeitung auch die Kieler-Woche-Souvenirs sowie eine Fotobox an, und der SVG-Verlag sorgt mit der Presse-Arbeit dafür, dass die Informationen von den Regattabahnen für die Social-Media-Kanäle und die Medien weltweit aufbereitet werden.

Carolina Werner und Johannes Polgar präsentieren zur Kieler Woche ihren Nacra17 im Stil von e-tron. Foto: Richard Walch

Den Auftakt am heutigen Mittwoch machen um 11 Uhr die Seebahnen, die nach drei weiteren Rennen ihre Kiel-Cup-Meister küren. Die Siegerehrung findet um 19 Uhr in der Audi Sailing Arena statt. Ab 13 Uhr greifen dann die olympischen Klassen ins Geschehen ein. Zwei Wettfahrten stehen zum Auftakt auf dem Programm, für die Nacra 17, 49er und 49er FX sind jeweils drei Wettfahrten angesetzt. Parallel wetteifern ab 13 Uhr die Laser Radial Männer um ihren WM-Titel, in der Hansa 303 und der 2.4mR geht es um die EUROSAF Parasail European Championship.