Archiv der Kategorie: sail24.com

FSC gewinnt die Meisterschale der DJSL

Der Möhnesee, die Heimstätte des DJSL-Förderers Heinz-Nixdorf-Stiftung, zeigte sich zum Finale der vierteiligen Serie von seiner besten Seite. Zehn Flights konnten für die 26 Teams gesegelt werden. An der Spitze entwickelte sich dabei ein Nord-Süd-Dreikampf. Denn der Flensburger SC hatte sich gegen die beiden Mannschaften des Bayerischen YC zu behaupten. Am Ende setzte sich die zweite Mannschaft des BYC im letzten Auftritt der Saison durch, gefolgt vom FSC und der ersten BYC-Mannschaft.

Die Position im bayerischen Sandwich reichte dem FSC schließlich, um sich mit vier Punkten Vorsprung in der Saisontabelle gegen die Mannschaft vom Bodensee zu behaupten. Die Überlinger, die in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge die Junioren Champions League gewonnen haben, mussten sich auf dem Möhnesee mit Rang fünf begnügen, ließen sich damit aber die Vize-Meisterschaft nicht mehr verderben.

Das Jahr 2019 hat sich als bisher stärkstes für die Deutsche Junioren Segel-Liga erwiesen. Es ist eine gute Grundlage, um das Geschehen in 2020 fortzusetzen.

Ergebnisse

Olympia-Dritte zurück im Spiel

In den vergangenen drei Monaten hat Thomas Plößel seine seine Master-Arbeit konzipiert und zu großen Teilen umgesetzt. Erik Heil war in das Medizinstudium vertieft und hat im August seine Physikumsprüfung abgelegt. „Uns war wichtig, neben unserer seglerischen Tätigkeit auch beruflich etwas weiterzukommen“, erklärte das Duo.

Seit September sind die Olympiadritten wir nun wieder auf dem Wasser unterwegs und hatten zu Beginn etwas mit der Kondition zu kämpfen. Daher wurde zunächst wir in Kiel begonnen, mit DSV-Athletiktrainer Hans Peter Lange die Fitness-Grundlagen wieder aufzubauen sowie die Koordination zu trainieren. Zusätzlich waren die beiden täglich auf dem Wasser und haben so die ersten zwei Wochen nach dem Wiedereinstieg verbracht.

Danach ging es nach einer fünftägigen Pause nach Brest in der Bretagne, wo bis in den Oktober hinein mit viele internationale Teams sowie den Trainingspartner Justus Schmidt/Max Boehme gearbeitet wird. Viele verschiedene Inhalte werden durchgespielt in einer hohen Trainingsqualität.

Nach dem Trainingslager in Brest geht es für die 49er nach Neuseeland zur WM. Die Weltmeisterschaft ist für die deutschen Teams von doppelter Bedeutung, da sie auch der erste Teil der internen Qualifikation für Tokio 2020 ist. Das Nationentickets haben die Deutschen bereits sicher. Mitte Dezember geht es kurz wieder in die Heimat. Aber schon Anfang 2020 geht es wieder nach Downunder, denn in Australien steht bereits die nächste WM an. Die letzte Olympia-Ausscheidungsregatta wird auf Mallorca ausgetragen, sodass Anfang April entschieden ist, wer zu den Olympischen Spielen fährt.

Promi-Regatta: Start des „Rose of Charity Sailing Cup“ 2019

Nach dem Start in der ZEA Marina in Piräus führt die „Rose of Charity“ 2019, die für Segler und Segelboote aller Klassen offen ist, durch den Saronischen Golf – über Ägina, Epidauros, Hydra und Poros. Mit an Bord der 25 teilnehmenden Yachten sind dabei zahlreiche deutsche Film- und Fernsehschauspieler wie Hannes Jaenicke, die mit ihrer Teilnahme Aufmerksamkeit für die Arbeit von „OceanCare“ schaffen wollen.  

Die Meeresschutzorganisation setzt sich seit 30 Jahren weltweit für die Ozeane und seine Bewohner ein, initiiert Artenschutzprojekte für gefährdete Meeressäuger und engagiert sich gegen die zunehmende Plastik-Verschmutzung sowie den wachsenden Unterwasserlärm durch Militärsonare, Ölbohrungen und den Frachtschiffsverkehr. Mithilfe des Walwarnsystems „Save Moby“, das zurzeit mit Wissenschaftlern aus ganz Europa entwickelt wird, sollen zum Beispiel die letzten 200 Pottwale im südöstlichen Griechenland vor tödlichen Kollisionen mit Frachtschiffen bewahrt werden. 

„Für uns ist die ‚Rose of Charity‘ eine einzigartige Gelegenheit, unser 30-jähriges Engagement möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen und auf die Schönheit, aber auch auf die Fragilität dieses einzigartigen Lebensraums hinzuweisen“, so Sigrid Lüber, Präsidentin von „OceanCare “. „Mit konkreten Tipps können wir zudem aufzeigen, was jeder von uns zum Meeresschutz beitragen kann. Durch die Charity-Regatta erreichen wir auch neue Kreise, die Segler, aber auch die Leute vor Ort, die von und mit dem Mittelmeer leben.“

Ins Leben gerufen wurde die „Rose of Charity“ im Jahr 2013 von Schauspielern und dem Team von ARD Brisant. Der französische Premium-Automobilhersteller DS Automobiles ist Mitinitiator, Marinepool seit 2013 offizieller Ausrüster. In diesem Jahr arbeitet die „Rose of Charity“ wieder mit Sunsail, The Moorings und Beneteau als offiziellem Yacht-Partner zusammen.

Showdown der Liga-Junioren

Heute geht es mit dem freien Training auf dem Möhnesee für die Junioren los. Samstag und Sonntag, jeweils um 10 Uhr, geht es um die entscheidenden Punkte für den Titel in der DJSL. Nach drei Acts kann ein enges Rennen um die Junioren-Meisterschaft erwartet werden. Die Top-Fünf der Rangliste sind nur durch fünf Punkte getrennt.

Aktuell führt der Flensburger Segel-Club (12 Punkte) das Ranking mit einem Punkt vor dem Bodensee Yacht-Club Überlingen (13) an. Auf Rang drei folgt der Münchner Yacht-Club (15), und auch der Bayerischer Yacht-Club und der Lübecker Yacht-Club (jeweils 17 Punkte) haben noch gute Chancen, sich an die Spitze zu segeln. Der Lübecker Yacht-Club zeigte zuletzt die steilste Lernkurve und gewann das September-Event in Kiel. Es wird spannend, wenn die 26 Mannschaften in das Finale starten, die Veranstalter vom Yacht-Club Möhnesee hoffen für die Regattatage auf Goldene Oktobertage direkt an der Talsperre, um Teams, Begleitern und Fans einen gelungenen Saisonabschluss zu bieten. Rennverläufe und die Ergebnisse unter SAPsailing.com.

.

.

Seetang stoppt Titeljagd der „Struntje Light“

Die „Struntje Light“, die neben dem Ehepaar Schäfer mit einem Mix aus US-Profis und -Amateuren besetzt war, war mit einer Super-Serie in die WM gestartet. Gleich zu Beginn der Titelkämpfe wehte es mit 20 Knoten kräftig über den Regattakurs an der US-Westküste. Danach stellte sich eine Brise von 10 bis 12 Knoten ein. Und zur WM-Halbzeit lag das Team der „Struntje Light“ klar an der Spitze. Doch an Tag drei zerrann der große Punkte-Vorsprung, als die Mannschaft mit dem Kraut auf dem Kurs zu kämpfen hatte.

„Wir hatten etwas Pech mit dem Seetang. In einem Rennen mussten wir das Boot komplett stoppen und ins Wasser steigen, um den Tang zu entfernen. Solche Dinge passieren eben und man kann nichts dagegen tun! Aber wir sind Zweiter und das ist in Ordnung. Vince Brun und Drew Freides sind wirklich gute Jungs“, sagte Schäfer.

Die neuen Weltmeister hatten nicht nur das Glück, von Seetang verschont geblieben zu sein, sie legten bei ihrem Titellauf, den sie sich am Ende mit einem knappen Vorsprung von drei Punkten vor der „Struntje Light“ sicherten, auch einen perfekten Einstieg in die Klasse hin. Denn erst wenige Tage vor der WM hatten sie die Farr40 ins Wasser gebracht. „Es war auf dem gesamten Weg eine Lernerfahrung. Dies war der zehnte Tag, an dem wir das Boot gesegelt haben, und wir segeln gegen Jungs, die diese Boote seit über segeln Jahren segeln. Wir haben ein tolles Team zusammengestellt mit einigen der besten Segler – darunter Vince Brun und Eric Doyle. Wir haben uns auf die Grundlagen konzentriert und versucht, gute Starts hinzulegen und klug und sauber zu segeln“, sagte Drew Freides.

Ergebnisse

Premieren-Offshore-EM mit kleinem Feld

Am 9. Oktober fiel der Startschuss in der italienischen Lagunenstadt. Danach führte der Kurs in das Adriatische Meer bis zur kroatischen Insel Susak, südöstlich der Halbinsel Istrien und von dort zur italienischen Hafenstadt Triest an der Grenze zu Slowenien. Die EM ist damit auch eingebettet in das Segel-Spektakel um die Barcolana.

Lisa Berger und Christian Kargl sind die Premieren-Europameister in der neuen Olympia-Disziplin Mixed Offshore Doublehanded. Foto: L30-KV

Rund 36 Stunden segelten die Crews auf den baugleichen Yachten, am Ende entschieden Minuten über den Sieg zugunsten der Österreicher gegenüber Belgien (Sophie Faguet/Jonas Gerckens) und Australien (Liz Wardley/Alberto Sonino) – weitere 17 Minuten zurück. Nach einem Start in Leichtwindbedingungen vor Venedig wurde gerade der Abschluss in der heftigen Bora zur Herausforderung. Auf dem ersten Teilabschnitt hatte sich die kleine Flotte in zwei Gruppen geteilt, doch keine der beiden Routen in Richtung Süden brachte entscheidende Vorteile, so dass die Flotte am südlichen Wendepunkt wieder geschlossen war – mit Ausnahme der Italiener, die mit technischen Problemen zu kämpfen hatten.

Bis zur Einfahrt in den Golf von Triest blieb es spannend in dem Rennen. Die Siegerehrung ist für Samstag um 11 Uhr in Triest angesetzt.

Nachwuchs-Titelkämpfe vom Ammersee bis zur Ostsee

49er/49erFX: Noch vor der Deutschen Meisterschaft der Erwachsenen lieferten die Junioren vor Kiel eine Kostprobe ihres Können ab. Die Skiff-Klassen haben sich in Deutschland stark entwickelt. Nachdem die 49er für den Gewinn der letzten beiden deutschen Olympia-Medaillen gesorgt haben, drängt der Nachwuchs auf die schnellen Jollen. 27 Crews waren insgesamt auf dem Olympiarevier von 1972 am Start – inklusive starker Konkurrenz aus Skandinavien. Im Feld der Männer holten die Norweger zwei Medaillen: Tomas und Mads Mathisen gewannen Gold, Jostein Akrer/Jacob Undrum Bronze. Im Norwegen-Sandwich platzierten sich Paul Pietzcker/Linus von Oppen. In der gemischten Konkurrenz aus Frauen- und Männerteams im 49erFX setzten sich Inge-Marie Hofmann/Alisa Engelmann durch. Auf Platz zwei landeten die Dänen Frederik Fomsgaard Bruun/Mads Fuglbjerg, die die Heimmannschaft Maru Scheel/Freya Feilcke auf den Bronzeplatz verdrängten.

29er: Mit 57 Mannschaften an der Startlinie zeigten die 29er, welch hohes Potenzial bei den Skiffs in Deutschland im Unterbau der Olympiaklassen besteht. Auf dem Ammersee wussten Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer ihre Heimatkenntnisse voll auszuspielen. Nach zehn Wettfahrten sicherten sie sich die Siegertrophäe vor Moritz Dorau/Riko Rockenbauch und Finn Walter/Marcus Borlinghaus. Das Trio lieferte sich über die gesamte Meisterschaft einen engen Kampf, der erst in der letzten Wettfahrt entschieden wurde.

420er: Der Unterbau für den olympischen 470er bleibt die stärkste deutsche Jugend-Disziplin. Gleich 102 Mannschaften im 420er versammelten sich zur IDJM vor Warnemünde. Die Regatta war zudem erste Station der WM-/JEM-Ausscheidung. Der DTYC hatte die Ausrichtung der IDJM übernommen und brachte zehn Wettfahrten auf den Kurs. Mit Lilli Zellmer/Vincent Bahr, Julian Sensch/Philipp Hall und Theresa Steinlein/Lina Plettner auf den Podiumsplätzen zeigten die Mannschaften vom Binnenrevier, dass sie auch mit den Ostsee-Bedingungen bestens umgehen können.

Cadet: Eine tschechische Dominanz bestimmte das Geschehen bei der IDJM der Cadets vor Ribnitz-Damgarten. Eliska Vychova/Matyas Rocek und Lucie Halova/Matyas Pfeifer reisten aus dem Nachbarland an und belegten die beiden Top-Ränge. Auf Rang drei durften sich Martin Rothe/Aaron Rück als beste Deutsche feiern lassen. Insgesamt bewältigten die 27 Duos ein Mammutprogramm von zwölf Wettfahrten an den vier Meisterschaftstagen über den Tag der Deutschen Einheit.

O’pen Skiff: Die Favoriten haben sich durchgesetzt: Bei der IDJM der O’pen Skiff gewann Frederic Schüle vor Charlotte Finkemeyer und Malte Kreutzer die Goldmedaille. Der junge Lübecker hat in dieser Saison eine starke Entwicklung genommen und wandelt nach dem Abgang seiner Vereinskameraden nach der EM zur Travemünder Woche nahtlos in deren Fußspuren. Der Serie von sieben Schüle-Siegen in den elf Wettfahrten setzte Lokalmatadorin Charlotte Finkemeyer zwar drei erste Plätze entgegen, das Gesamtergebnis fiel aber letztlich deutlich aus.

Gründl Boat Show lockt in den Hamburger Hafen

Der Sandtorhafen bietet das ideale Ambiente, um ausgewählte Boote zu präsentieren. Und die Gründl-Experten stehen für alle Fragen zur Verfügung. Um die Atmosphäre abzurunden, gibt es auch Sekt, Kaffee und Snacks. Ein guter Grund, um Hamburg in den kommenden drei Tagen zu besuchen. Denn im Hintergrund der Boat Show lockt die Kulisse der Elbphilharmonie, der Hafencity und der Speicherstadt.

Gründl Pre Hamburg Boat Show 2019 (Inwater Boat Show)
10. bis 12. Oktober 2019
Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen, Ponton 4, 20457 Hamburg
täglich von 10 bis 16 Uhr

Meisterschafts-Sextett in den Olympia-Klassen

Laser Standard: Mit gleich drei Deutschen Meisterschaften bildete das Revier vor Glücksburg das Zentrum der Meisterschaftsentscheidungen. Die Titelkämpfe – ausgerichtet vom Flensburger Segelclub – waren für alle drei olympischen Einhandklassen ausgeschrieben. Bei den Laser Standard ging ein Feld von 29 Teilnehmern – mit dänischer Beteiligung – an den Start. Erwartungsgemäß setzte sich Philipp Buhl mit einer sicheren Serie von Top-Drei-Platzierungen in den insgesamt neun Wettfahrten durch. Vor dem Medal Race ging es für die deutsche Olympiahoffnung nur noch um die Frage, ob die Medaille golden oder silber-farben sein würde. Der Däne Christian Guldberg Rost hatte zumindest noch eine theoretische Chance auf den IDM-Titel. Doch beim Sieg des Dänen im Finale reichte Buhl ein zweiter Platz, um souverän die Meisterschaft einzufahren. Auf Rang drei schob sich durch einen dritten Platz im Medal Race noch Philipp Loewe.

Laser Radial: Mit 28 Starterinnen standen die Laser-Frauen den Männern kaum nach. Und auch hier gab es den Favoriten-Sieg. Svenja Weger hatte im gesamten IDM-Verlauf die Konkurrenz im Griff und siegte schließlich mit einem satten Vorsprung von 18 Punkten vor Pia Kuhlmann. Laura Schewe auf Rang drei bewies, dass es um den Nachwuchs bestens bestellt ist. Und auch Trainerin Franziska Goltz, bei den Olympischen Spielen in London für Deutschland am Start, zeigte als Siebte, dass sie es noch kann.

Finn: Das stärkste Feld vor Flensburg mit 46 Startern stellten die Finns. Die Klasse, die in 2020 ihre wohl letzten Olympischen Spiele erleben wird, zeigte damit, dass sie auch über den Olympiastatus hinaus lebendig bleiben wird. Das Geschehen an der Spitze diktierten die beiden Nationalmannschaftssegler Max Kohlhoff und Phillip Kasüske. Nur zweimal in den acht Wettfahrten hieß der Sieger nicht Kohlhoff oder Kasüske. Die beständigste Serie trotz eines Patzers in der vorletzten Wettfahrt zeigte Kohlhoff, der zum Medal Race wieder alles unter Kontrolle hatte und mit einem finalen Sieg die Meisterschaft einfuhr.

470er: In einem gemischten Feld von Frauen-, Männer- und Mixed-Teams trugen 31 Crews im 470er ihre IDM auf dem Wannsee in Berlin aus. Zu den deutschen Mannschaften kamen auch zwei starke Teams aus Polen. Und Agnieszka Skrzyulec/Jolanta Ogar krönten ihren Besuch in der Hauptstadt auch gleich mit den Gold-Triumph. Vor dem Finale hatten allerdings noch Theres Dahnke/Matti Cipra den Bug vorn. Doch da das Mixed-Duo als Achte im Finale patzte, konnten die polnischen Olympia-Anwärterinnen noch vorbeiziehen. Auf Rang kam das Nachwuchsteam Daniel Göttlich/Linus Klasen bei ihrem Heimevent.

49er: Bei den Skiff-Meisterschaften fehlten aus dem Kreis der Olympia-Anwärter zwar Erik Heil/Thomas Plößel sowie Justus Schmidt/Max Boehme, aber ansonsten waren die deutsche Spitze sowie insgesamt 18 Teilnehmer aus vier Nationen auf dem Starnberger See am Start. In einem engen Duell mit den Norwegern Tomas und Mads Mathisen sicherten sich schließlich Jakob Meggendorfer/Andreas Spanger auf ihrem Heimatrevier die Deutsche Meisterschaft. Nils Carstensen/Jan Frigge wurden Dritte noch vor den WM-Dritte von 2018, im Fischer/Fabian Graf.

49erFX: Nachdem kurz zuvor die Deutschen Junioren-Meisterschaften in Kiel ausgetragen worden waren, hatte sich nur noch ein kleines Damen-Feld zu den Meisterschaften der Erwachsenen auf dem Starnberger See eingefunden. Hier hatten Catherine und Daniela Bartelheimer keine Probleme, den Titel in bayern zu behalten.

Revierprofil: Kapverden

Revier: Ein Hochsee- und Passatrevier, das alles bietet, was das Seglerherz erfreut, das aber auch Ansprüche an Skipper und Crew stellt.
Seekarten: Britische Seekarten BA366, 367, 369. Diese zeigen wesentlich mehr Details als die Imray-Karte E4. Nautische Literatur: André Megroz + Kai Brossmann: „Kapverdische Inseln“, im Eigenverlag. Erhältlich unter www.boatdriver.ch/toernfuehrer-hafenfuehrer-kapverdische-inseln.
Wind & Wetter: Beständiger Nordostpassat mit 3 bis 5 Windstärken und 365 Sonnentage im Jahr sind kaum zu überbieten.
Wetterberichte: Ausschließlich über das Internet. Die Prognosen von www.windfinder.com waren sehr verlässlich.

© Jan Bindseil

Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert. Man sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass alle funktionieren. Nachts sollte man weder Häfen (ausliegende Tonnen!) noch Ankerplätze anlaufen.
Gezeiten & Strom: Der Kanarenstrom setzt mit ca. 0,5 Kn. nach WSW. Tidenabhängiger Strom kann im Canal de São Vicente mit 2,5 Kn. und im Canal de Santa Luzia mit bis zu 3,5 Kn. nach SW setzen. An der Nordküste von São Tiago setzt der Strom mit bis zu 1,5 Kn. nach W, im Norden Fogos mit 1 bis 2,5 Kn. Der Tidenhub beträgt bis zu einem Meter.
Navigation: Wegen unsicherer Stromversetzung navigiert man auf langen Schlägen mit dem Plotter. Auf diesen sollte man sich in Landnähe nicht verlassen, da die GPS-Positionen mit jenen der Seekarten selten übereinstimmen.
Beste Zeit: Dezember bis Mai. Die Kapverden gelten als Ganzjahresrevier.
Anreise: Mit einem Charter nach Sal und dann weiter mit Binter Cabo Verde, oder mit einem Linienflug direkt nach Mindelho.
Einreise & Zoll: Der Pass muss bei der Ausreise noch 6 Monate gültig sein. Man benötigt ein Visum. Alles, was man für einen Törn benötigt, kann zurzeit unverzollt eingeführt werden.
Sprache: Portugiesisch und Criolo sind die offiziellen Sprachen. Französisch wird meist gut verstanden, mit Englisch kommt man durch.

Porto Novo auf Santo Antão ist die größte Siedlung auf der Insel ganz im Nordwesten © Carl Victor

Klima: Subtropisch, mit sehr angenehmen Temperaturen in den Wintermonaten.
Kleidung: Tagsüber reicht leichte Baumwollkleidung. In den Wintermonaten braucht man abends schon mal einen Pullover. Zum Segeln sollte das volle Programm, inklusive Ölzeug, mit an Bord sein.
Gesundheit & Impfungen: Empfohlen werden Polio, Tetanus sowie Hepatitis A, in speziellen Fällen auch B. Sonnen- und Mückenschutz nicht vergessen! In den Sommermonaten treten vereinzelte Fälle von Malaria und Dengue auf.
Fischfang: Die Kapverden sind fischreich wie kaum ein anderes Segelrevier. Daher unbedingt Schleppangel(n) mitnehmen!
Sicherheit: Das Auswärtige Amt warnt vor Diebstählen und sogar Raubüberfällen in São Vicente, São Tiago, Sal und Boa Vista. Es wird empfohlen, Schmuck, teure Uhren und Fotoapparate zu Hause zu lassen. In Praia sollte man sein Schiff nie unbeaufsichtigt lassen.
Reiseführer: Dumont: „Kapverdische Inseln“.

Windverhältnisse

Passat: Der Passat weht das ganze Jahr über zu 85 % aus NE und zu 5 % aus N, im Winter mit Stärke 4 bis 5, im Sommer mit 3 bis 4. Es gibt nur wenige echte Flautentage.
Hurrikans: Im September 2015 fegte Hurrikan „Fred“ über die Inseln. Bis dahin galten die Kapverden als hurrikanfrei. Es ist zu befürchten, dass Wirbelstürme – bedingt durch den Klimawandel – in Zukunft öfter auftreten werden.
SW-Stürme: Sie treten ohne Vorwarnung auf, kein Barometer warnt vor ihnen. Und sie sind nicht nur auf die Sommermonate beschränkt. Daher sollte man sein Schiff auf einem offenen Ankerplatz und selbst in einem nach SW offenen Hafen nie ohne Ankerwache zurücklassen.
Bruma Secca: Von einer „Bruma Secca“ spricht man, wenn starker Wind die Inseln mit Sand aus der Sahara überzieht. Dabei kann die Sicht dramatisch eingeschränkt werden, was zusammen mit den ungenauen GPS-Positionen der Inseln erhebliche Probleme bei deren Ansteuerung bereiten kann.

Die Sandstrände auf den Inseln entstanden durch Saharasand der über das Meer geweht wurde © Carl Victor

Nautisches

Einklarieren: Einklarieren kann man in Sal / Palmeira, São Tiago / Praia (wenn möglich vermeiden) und in São Vicente / Mindelho. Bei Törns im Archipel muss zudem im ersten Hafen auf jeder Insel einklariert werden.
Santa Luzia: Die Insel ist Naturschutzgebiet; Ankern ist nur mit Genehmigung erlaubt. Diese wird auf Wunsch von der Charterfirma besorgt.
Diesel & Wasser: Diesel gibt es meist nur bei Tankstellen, Wasser ebenso oder an Hähnen im Hafenbereich. Daher ist es wichtig, dass ausreichend Kanister an Bord sind.
GPS-Positionen: Die Seekarten stimmen meist nicht mit den GPS-Positionen überein. Daher sollte man nie mit Hilfe des Plotters einen Hafen oder Ankerplatz ansteuern. Man sollte nur auf das vertrauen, was man sieht. Das schließt jede nächtliche Ansteuerung aus.
Anlanden: Wegen des allgegenwärtigen Schwells ist das Anlanden mit dem Dingi in manchen Buchten schwierig bis unmöglich. Meist finden sich Fischer, die mit ihren Booten aushelfen.

Neel 47: Überraschend anders

Die französische Trimaran-Werft Neel mit Sitz in La Rochelle ist bekannt für innovative Konzepte. Als erste schaffte sie es, Mittelcockpit und Seitenschwimmer so miteinander zu verflechten, dass bei nur 45 Fuß Länge drei vollwertige Doppelkabinen untergebracht werden können, und zwar unabhängig von den Schwimmern. Um eines der drei komfortabel ausgebauten Schlafzimmer zu erreichen, muss man nicht mehr den Mittelrumpf verlassen. Die in den Schimmern liegenden zusätzlichen „Behelfskabinen“ sind nur spartanisch eingerichtet und Gästen vorbehalten, die keinerlei Komfortansprüche stellen.

Bei ihrem neuesten Modell, dem Neel 47, hat sich die Werft verstärkt diesen bis dato vernachlässigten Seitenschwimmern gewidmet und es geschafft, sie zu separaten Wohn- und Schlafkajüten auszubauen, in denen sich auch nicht so hartgesottene Segler wohlfühlen. Im achteren Bereich und von außen zugänglich sind die Seitenschwimmer nunmehr zu vollwertigen Kabinen ausgebaut, inklusive Vorraum, in dem sich eine separate Toilette samt Waschgelegenheit befindet. Wer gern sein eigenes Separee bewohnt, wird sich hier gut aufgehoben fühlen.

Als zweite außergewöhnliche Einrichtungsidee darf die Suite-Lösung im Deckshaus verstanden werden. Statt den Schlafbereich der Eignerkabine hinter Schotten zu verstecken, liegt er hinter Glas. Wer sich hier ausruht, hat den vollen Überblick über das Geschehen außenbords (dafür sorgen große Salonfenster) und kann gleichzeitig die Instrumente im Auge behalten, denn der Kartentisch ist nur durch eine Scheibe getrennt. Bei Bedarf sorgen umlaufende Vorhänge für Verdunkelung oder Privatsphäre.
Gelenkt und getrimmt wird der Tri von einem erhöhtem Steuerstand aus.

Technische Daten:

Konstruktion: Marc Lombard/Neel Trimarans
Lüa: 14,20 m
Breite: 8,30 m
Tiefgang: 1,60 m
Verdrängung: 10,6 t
Wassertank: 600 l
Treibstofftank: 300 l
Motor: 60 PS, Saildrive
Groß: 70 m²
Genua: 50 m²
Preis: ab 510.510 Euro
Werft: www.neel-trimarans.com

Von UKW bis GSM und WIFI: Kommunikations-Elektronik auf der Hamburg Boat Show

UKW-Funk auf küstennahen Revieren sowie Satellitenverbindungen auf Langfahrt sind aus Sicherheitsgründen nach wie vor unverzichtbar. Auch auf der Hamburg Boat Show gehören die klassischen Systeme deshalb zum breiten Angebotsspektrum in Sachen Kommunikationselektronik. „Ohne weltumspannende Mobilfunkabdeckung bleiben die klassischen Seefunksysteme alternativlos“, so Björn Christen, Key Account Manager von Raymarine aus Hamburg. Allein der sicherheitstechnische Aspekt, mit einem einzigen Funkspruch alle in der Nähe befindlichen Schiffe zu erreichen, mache den herkömmlichen Sprechfunk absolut unverzichtbar, auch wenn parallel dazu zum Empfang von Wetterdaten auf GSM-basierte Dienste zurückgegriffen wird.

Jens Ellermann von Bukh Bremen ergänzt die Kommunikation mit Schleusenwärtern und Hafenmeistern sowie mit der Wasserschutzpolizei, die üblicherweise per UKW zu erreichen seien, von Seenotrettern ganz zu schweigen. Und auch beim Wettkampfsport greife die Regattaleitung aus gutem Grund für offizielle Durchsagen an alle Wettfahrtteilnehmer auf UKW-Sprechfunk zurück. Allerdings ist für die Bedienung ein amtliches Sprechfunkzeugnis erforderlich, für das viele Sportbootschulen Lehrgänge mit anschließender Prüfung anbieten.

Was für die Kommunikation gilt, scheint für die Navigation nicht anders. „Smartphones und Tablets eignen sich als Zusatzgeräte zu nautischen Navigationsinstrumenten, können diese aber nicht wirklich ersetzen“, sagt Niko Reisch von der Firma nordwest-funk aus Emden, „die Verknüpfung mit den üblichen (Daten-)Gebern an Bord ist umständlich. Außerdem seien handelsübliche Handys weder sonnenlichttauglich noch wasserdicht. Für den Einsatz an Deck fehle Robustheit aber auch Akkulaufzeit.“ Zur Routenplanung unter Deck im Sitzen am trockenen Kartentisch mit Steckdose hingegen seien viele nützliche Apps fürs Tablet auf dem Markt. Dort diene es auch als Zweitanzeige für den Navigator.

„Auf die Flybridge oder ins Cockpit gehört ein Seekartenplotter, bei dem alle Instrumentendaten sowie Autopilot, Radar und AIS auflaufen“, bekräftigt Reisch. So ein Gerät habe auch speziell belegte Tasten zur Eingabe von Wegpunkten und Sonderfunktionen wie Mann über Bord (MOB). Während ein integrierter GPS-Empfänger zur eigenen Positionsbestimmung Standard sei, böten viele Hersteller neben einer WIFI-Schnittstelle inzwischen auch Apps (z. B. zur Wettervorhersage) an.

In punkto See-/Binnenfunk bietet Raymarine auf der Hamburg Boat Show Kombianlagen vom klassischen Einbaugerät bis hin zu komplexen BlackBox-Lösungen mit bis zu fünf (auch drahtlosen) Sprechstellen an. Optional sind die Geräte mit Erweiterungen wie integriertem AIS-Empfänger oder der Ansteuermöglichkeit eines Außenlautsprechers (für die Kommunikation an Bord, aber auch zur Aussendung von Nebelsignalen) zu erhalten. Software-Updates gestatten dem Anwender, seine Anlage an sich ändernde Regularien anzupassen oder länderspezifische Einstellungen vorzunehmen.

Zur Verbesserung des GSM- und WIFI-Empfangs empfiehlt nordwest-funk spezielle externe Antennen auf einem Geräteträger (Dom) oder in der Saling einer Segelyacht. Die Mobilfunkreichweite lasse sich je nach Sender auf bis zu 15 Seemeilen auf See ausdehnen. Durch integrierte GSM-Modems und WLAN-Router profitiere die gesamte Crew mit einem einheitlichen Internet-Login für alle.

Öffnungszeiten Hamburg Boat Show:

Die Hamburg Boat Show ist von Mittwoch, 23. Oktober, bis Sonntag, 27. Oktober 2019, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag (25. Oktober) sogar bis 20 Uhr.

Eine einfache Tageskarte kostet online 12 Euro, eine Familienkarte 26 Euro.