Archiv der Kategorie: blauwasser.de

Cedeira

Weitläufige, gut geschützte Bucht hinter großer Mole mit Ankerfeld. Nächtliche Ansteuerung problemlos möglich. Guter Ankergrund.

Ankerbucht von Cedeira

An der alten Hafenpier gibt es einen Dingi-Steg und die Möglichkeit, Abfall zu entsorgen. Auf dem benachbarten Werftgelände können Reparaturen ausgeführt werden (Travellift bis 110 Tonnen). Dort kann zudem Trinkwasser gezapft werden.

Dingi-Pier und Werftgelände

Im fußläufig entfernten Ort mit sehenswerter Altstadt und zahlreichen Tapasbars gibt es alle Versorgungsmöglichkeiten (Supermärkte Gadiz und Eroski). Diesel oder Benzin gibt es an einer Tankstelle am Ortsausgang. Die Tankstelle an der Mole verkauft nur an Fischer.

Downtown Cedeira

In der Bucht gibt es mehrere schöne Strände. Sehenswert ist auch der Strand auf Position 43 38,9’ N 008 04,0’ W. Er ist bei Hochwasser allerdings fast komplett überspült.

Die Strände in der weitläufigen Bucht

Bei der Fischauktionshalle können vormittags frische Muscheln gekauft werden. Hinter der Halle gibt es einen schönen Wanderweg vorbei an einem alten Fort und weiter zum Leuchtfeuer am Eingang der Bucht mit tollem Ausblick über die Biskaya.

Ausblick über die Biskaya

Tipp: Vom Leuchtfeuer kann man oberhalb der Bucht ins Dorf wandern. Die Strecke ist sehenswert und bietet einen schönen Ausblick über die Bucht. Dabei wird auch ein interessanter Friedhof mit kleiner Kapelle passiert.

Wanderung mit kurzem Zwischenstopp an einem Friedhof

Für Kinder gibt es zwei Spielplätze: einen im Park im Zentrum und einen bei der Flussmündung in der Mitte des Oststrandes.

Die weitläufige Bucht bei Niedrigwasser

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Galicien

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Galicien. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Cedeira erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Holländische Segelyacht sinkt vor Borkum – Segler gerettet

Mayday-Ruf über UKW-Seefunk-Kanal 16

Gegen 0.15 Uhr sendete der Skipper der etwa 13 Meter langen Segelyacht über den internationalen UKW-Sprechfunk-Notrufkanal 16 an die niederländische Rettungsleitstelle Den Helder einen „Mayday“-Ruf aus. Er meldete extremen Wassereinbruch offenbar nach einer Kollision mit einem Unterwasserhindernis. Die Yacht befand sich etwa zwei Seemeilen nördlich von Borkum und drohte zu sinken. Umgehend leitete Den Helder den Notruf an die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) weiter.

Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – Foto: DGzRS

Die dortigen Wachleiter alarmierten sofort die Besatzung des auf der Nordseeinsel stationierten Seenotrettungskreuzers ALFRIED KRUPP. Außerdem baten sie das in Eemshaven stationierte Seenotrettungsboot JAN EN TITIA VISSER der niederländischen Schwestergesellschaft KNRM sowie einen Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine um Unterstützung.

Seenotrettungskreuzer ALFRIED KRUPP der DGzRS – Archiv-Foto: DGzRS

Zwei Segler und eine Katze werden gerettet

Kurz vor dem Eintreffen der Seenotretter waren das deutsche Lotsenboot FRESENA und das niederländische Lotsenboot LYRA vor Ort. Die Besatzung des letzteren barg die Frau und eine Katze vom Havaristen ab, der Mann wollte zunächst sein Boot nicht verlassen. Erst als die Seenotretter an der Unglücksstelle waren, stieg er auf das Tochterboot GLÜCKAUF der ALFRIED KRUPP über. Außerdem übernahm die GLÜCKAUF die Frau und die Katze vom Lotsenboot und brachte sie an Bord der ALFRIED KRUPP. Dort versorgte die Besatzung des Seenotrettungskreuzers die Schiffbrüchigen mit warmen Getränken. Die Segler waren unverletzt und trotz allem wohlauf.

Die Segelyacht kann nicht gerettet werden

Gleichzeitig versuchten die niederländischen Seenotretter mit ihrer leistungsstarken Lenzpumpe den Wassereinbruch zu stoppen – doch er war zu stark. Sie mussten die Segelyacht aufgeben. Bevor sie unterging, schleppte die Besatzung der „Jan en Titia Visser“ mit ihrem Seenotrettungsboot den Havaristen ein Stück ins Flachwassergebiet.

Die deutschen Seenotretter brachten die beiden niederländischen Segler und ihre Katze mit der ALFRIED KRUPP nach Borkum. Dort war eine medizinische Versorgung der beiden Schiffbrüchigen durch den Landrettungsdienst aufgrund ihres guten körperlichen Zustandes nicht notwendig. Auf eigenen Wunsch stiegen sie auf die JAN EN TITIA VISSER über, die sie nach Eemshaven brachte.

Zur Unglückszeit herrschten im Revier südwestliche Winde um fünf Beaufort. Die Seenotretter informierten die Verkehrszentrale „Ems-Traffic“ über die Position der untergegangenen Segelyacht. Die Ermittlung zur Unfallursache nahm die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven auf.

Der Beitrag Holländische Segelyacht sinkt vor Borkum – Segler gerettet erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Durgerdam

Ganz nah an Amsterdam und doch eine Oase der Ruhe

„Hier gibt es ein Restaurant und mich, das war’s“, sagt der Hafenmeister der Zeilvereniging Het Y. Trotzdem hat der idyllisch zwischen Deich und Schilffeldern gelegene Hafen in Sichtweite von Amsterdam eine Menge Charme. Die kleinen Giebelhäuser hinter dem Deich gehören aber längst mit zum Speckgürtel der Metropole.

Wertvolle Tipps für Durgerdam

Liegeplatz: Im Sommer ist er häufig überfüllt, sonst bietet der gemütliche Hafen schöne Gastliegeplätze.

Der gemütliche Hafen bietet sehr ruhige und geschützte Liegeplätze.

Essen & Trinken: De Oude Taveerne im Dorf neben dem Hafen bietet auch Terrassenplätze direkt am Wasser.

Das Restaurant ist auch Hotel und hat noch Sitzplätze am Wasser.

Auch direkt im Hafen gibt es eine einfache, aber gemütliche Gastronomie.

Erkunden: Ein Landmarkt mit großem Lebensmittelangebot und einem angeschlossenen Restaurant in zwei Kilometer Entfernung.

Für Familien: Mit dem Bus direkt vom Dorf aus einen Ausflug in die 20 Minuten entfernte Metropole Amsterdam unternehmen.

Nicht verpassen: Einfach mal die Ruhe und Stille dieses unprätentiösen Platzes genießen.

Durgerdam ist ein unbekanntes und entspanntes Ziel im Markermeer.

Mit ihren hübschen Giebeln verleihen selbst die neuen Häuser dem Ort einen traditionellen Look.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Durgerdam erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Edam

Die Stadt der Kaufleute und Namensgeber der bekannten Käsesorte

Vor gut 500 Jahren war Edam eine der wichtigsten Handelsstädte Hollands. Dafür waren schon damals nicht nur der Schiffbau und die Fischerei verantwortlich, sondern auch der Käsehandel – hierher stammt nämlich der würzige Edamerkäse.

Edam galt früher als Lebestadt und zog viele reiche Kaufleute an, die die herrlich schönen und bis heute gut erhaltenen Bauten der Stadt errichteten.

Der Marktplatz von Edam ist das historische Zentrum des alten Ortes.

Der Tourismusverband schwärmt von 275 Denkmälern – alte Brücken, historische Fassaden, romantische Teepavillons, das alte Rathaus und natürlich die historische Käsewaage, um die herum bis heute der traditionelle wöchentliche Käsemarkt stattfindet.

Die vielen Besucher des Ortes können entspannt zu Fuß alle Sehenswürdigkeiten erreichen.

Wertvolle Tipps für Edam

Liegeplatz: Achtung, die Zufahrt neigt zur Versandung. Wer zu den Liegeplätzen im Zentrum möchte, muss eine Schleuse und eine Klappbrücke passieren. Davor, etwa einen Kilometer vom Zentrum entfernt, liegt der kleine Yachthafen.

Der Kanal verbindet die Liegeplätze direkt in der Stadt mit dem Yachthafen am Markermeer.

Essen & Trinken: Direkt neben einer hölzernen Hebebrücke mit Blick auf einen Kanal liegt die Terrasse des Hotels De Fortuna. Perfekte Lage, sehr gute Qualität, etwas hochpreisiger.

Tolle Lage an einer alten Hebebrücke: Hotel und Restaurant De Fortuna

Erkunden: Die Malereien auf den Glasfenstern in der 88 Meter hohen spätgotischen Nikolaikirche. Und natürlich die Käseverkostungen in den vielen Käseläden.

Am Käse kommt man in Edam nicht vorbei.

Für Familien: Jeden Mittwoch und jeden zweiten Sonntag kann die etwas unscheinbare alte Festungsanlage gegenüber vom Yachthafen besichtigt werden. An den Sonntagen werden auch Spiele und eine Schnitzeljagd für Kinder organisiert.

Nicht verpassen: In den Sommermonaten findet jeden Mittwoch ein großer Käsemarkt statt, zu dem die Bauern der Umgebung die runden Laibe auch in kleinen Booten anliefern.

Selbstverständlich wird im Ort auch überall der gleichnamige Käse verkauft.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Edam erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Almere (De Blocq van Kuffeler)

Ruhiger Vereinshafen auf Flevoland am Feuchtbiotop

Die 183 Liegeplätze des privaten Vereinsanlegers sind restlos belegt, zehn Gastliegeplätze werden aber immer vorgehalten. „Im Sommer, wenn viele unserer Mitglieder unterwegs sind, bekommen wir aber noch viel mehr Gäste unter“, versichert der Hafenmeister.

Es gibt Wasser und Strom an den Stegen sowie Toiletten, Duschen und WiFi. Wenn der Hafen voll ist, kann südwestlich der Steganlage geankert werden.

Zunächst sind hier nicht viel mehr als die grünen Schilfufer und eine Handvoll Häuser zu entdecken. Doch die Attraktion des Ortes liegt gleich hinter dem Hafen: Die De Lepelaarplassen sind ein Feuchtbiotop mit viel Schilfgras, Weiden und mehreren Beobachtungshütten, aus denen heraus man die vielen Vogelarten und auch Biber beobachten kann.

Die Hafeneinfahrt – Foto: Fritz Urban

Urig, grün und mit viel Farn, Flechten und Fußwegen: die Lepelaarplassen

Wertvolle Tipps für De Blocq van Kuffeler

Liegeplatz: Wer nicht im Hafen anlegen möchte, kann etwas nördlich davon kostenlos an einem einsamen Steg festmachen.

Das Vereinshaus des Hafens ist nicht immer besetzt.

Essen & Trinken: Einfach eines der kostenlosen Hafenfahrräder leihen und ein Restaurant im drei Kilometer entfernten Almere ansteuern.

Erkunden:
Der zwölf Kilometer lange Fahrrad- und Wanderweg einmal rund um Lepelaarplassen beginnt direkt am Hafen.

Viele Wanderwege führen durch die De Lepelaarplassen.

Für Familien: Die kleine Ausstellung im De Trekvogel Besuchszentrum direkt neben dem Hafen ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet (Juli bis September).

Nicht verpassen: Einer der Wanderwege durch die De Lepelaarplassen führt zu einem Vogelbeobachtungsposten.

Sonstige: Weitere Infos unter https://blocq.nl/ oder Telefon (Hafenmeister): +31 627 51 24 97

Der Vereinshafen de Blocq van Kuffeler ist solide und sicher – Foto: Fritz Urban

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Durch das Feuchtbiotop führen viele schöne Wanderwege.

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Almere (De Blocq van Kuffeler) erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Hoorn

Hoorn ist eine der ganz großen Perlen im Markermeer

Ja, die Vergangenheit als reiche Handelsstadt ist nicht zu übersehen. Der mittelalterliche Turm Hoofdtoren zeugt davon, die Giebel der Kaufmannshäuser am Hafen, der Sitz der Westindischen Compagnie, das Rathaus und die alte Stadtwaage.

Viel bekannter aber ist der Name der Stadt als Namensgeber des wohl berüchtigten Kaps der Welt: Kap Hoorn. Warum? Weil Willem Shouten, ein Sohn der Stadt, 1616 als erster Südamerika umrundete und dem stürmischen Kap den Namen seiner Heimatstadt gab.

Die drei Schiffsjungen von Hoorn hauchen der alten Seefahrttradition des Ortes Leben ein.

Spätestens damit wird klar: Seefahrt, Fischerei, Handel und Schiffbau sind der Stadt in die Wiege gelegt und machen den Ort für Segler zu einem der attraktivsten Ziele des Markermeers.

Die Liegeplätze im Binnenhafen stehen allen Besuchern zur Verfügung.

Die Lage hat schon in alten Tagen dazu geführt, dass der Ort vom Seehandel profitiert hat. Zwölf Werften hat es einst gegeben, einen schwunghaften Aal-Handel mit London, dazu wurden Ziegel, Steine und Tonwaren hergestellt.

Heute werden im Stadtzentrum alle Güter des täglichen Bedarfs gehandelt.

Wertvolle Tipps für Hoorn

Liegeplatz: Am schönsten ist es im Binnenhafen im Zentrum, die Schleuse ist immer geöffnet. Wer in der Hochsaison aber keine Lust hat, im Päckchen zu liegen, steuert einfach einen der beiden nahen Yachthäfen an. Oder noch ruhiger: Hinter dem Wellenbrecher gibt es einen städtischen Ankerplatz.

Die beiden Yachthäfen der Stadt bieten ruhige und zentrumsnahe Liegeplätze.

Essen & Trinken: Im Café Turf mit Kinderspielecke im Zentrum werden auch Salate, Suppen und belegte Brote serviert. Am Hafen bietet das De Volendammer eine urig-gemütliche und maritime Atmosphäre.

Das Café Turm im Zentrum von Hoorn bietet ein gemütliches Ambiente.

Erkunden: Im Westfries Museum kann man mit einer Virtual Reality Brille die Geschichte des Goldenen Zeitalters der Stadt erfahren.

Die alten Kaufmannshäuser in Hoorn zeugen von der großen Vergangenheit.

Für Familien: Ein Muss: auf der „Halve Moaen“, einem Dreimast-Aufklärungsschiff von 1606, das Leben der Seeleute aus dem 17. Jahrhundert erkunden oder einen Ausflug mit der alten Dampfeisenbahn nach Medemblik unternehmen.

Der alte Dreimaster HALVE MOAEN kann auch besichtigt werden.

Nicht verpassen: Im Juli findet im Rahmen der Wasserwochen ein buntes Unterhaltungsprogramm statt. Mit Wettkämpfen auf dem Wasser, Musik, Budenzauber und einem Nautikmarkt.

Der Yachthafen von Hoorn liegt ebenfalls ganz nah am Zentrum.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Hoorn erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Muiden

Sympathischer, kleiner Hafenort

Schon bei der Ansteuerung kommt das bekannteste Bauwerk der Stadt in Sicht: die Burg Muiderslot von 1280. Muiden bedeutet Mündung, genau hier endet die Vecht, ein Seitenarm des Rheins.

Vor dem Bau des Amsterdam-Rijnkanals nebenan war der Fluss eine über Jahrhunderte vielbefahrene Schifffahrtsroute. Heute ist sie für Freizeitkapitäne eine der beliebtesten Wasserstraßen Hollands, gemächlich schlängelt sie sich durch eine parkähnliche Landschaft.

Entlang der Vecht hatten schon immer die Kaufleute ihre Anwesen.

Die Burg Muiderslot an der Mündung der Vecht ist das Wahrzeichen von Muiden.

In dem sympathischen kleinen Hafenort mit seiner alten Schleusenanlage geht es auch deshalb recht lebendig zu, weil hier bis heute jährlich 30.000 Freizeitboote geschleust werden. In Muiden liegt auch die Yacht von Königen Beatrix vertäut, eine klassische Lemsteraak.

Die alten Schleusen von Muiden sind das ganze Jahr über im Einsatz.

Wertvolle Tipps für Muiden

Liegeplatz: Am schönsten (und vollsten) ist es an den Stegen vom Stichting Jachthaven gleich neben der Burg. Mehr Platz aber gibt es im Hafen auf der Westseite davor.

Noch vor der Schleuse und ganz nah zwischen Burg und Stadt: Sichting Jachthaven

Essen & Trinken: Klar, das Café Ome Ko direkt an der Schleuse ist Kult. Weil man hier bei Kaffee und Kuchen den zahlreichen Schippern beim Schleusen zusehen kann.

Die Terrassenplätze vom Café Ome Ko sind mit Blick auf die Schleuse.

Erkunden: Einfach mit dem Boot durch die Schleuse fahren und für einen Tag den Flusslauf erkunden – das geht auch mit stehendem Mast und bis zu 2,20 Meter Tiefgang.

Der Flusslauf Vecht hinter der Schleuse ist auch mit großen Kielyachten befahrbar.

Viel Idylle und viel Abwechslung gibt es auf einem Abstecher auf der Vecht zu erleben.

Für Familien: Die Burg Muiderslot von 1280 wurde so restauriert, wie sie im Mittelalter ausgesehen hat. Mit täglichen Familienführungen.

Der Innenhof der Burg Muiderslot

Nicht verpassen: Mittwoch- und Samstagnachmittag werden in der Burg Muiderslot von einem Falkner Flugdemonstrationen vorgeführt (Mai bis September).

Die Burg und der Garten sind die perfekte Kulisse für den Falkner.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Muiden erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Monnikendam

Die Infrastruktur für Segler ist top, der Ort ein Mix aus Alt und Neu

Für viele Chartersegler beginnt ein Urlaub am Markermeer in Monnikendam, der Hafen ist Stützpunkt einer großen Charterfirma.

Kein schlechter Ausganghafen, denn der geschichtsträchtige Ort war schon im 16. Jahrhundert eine florierende Handels- und Fischereistadt.

Noch heute hält der Ort seine Tradition als Fischereihafen hoch.

Viele Baudenkmäler zeugen noch heute von der reichen Vergangenheit des Ortes, genauso wie die vielen Fassadensteine der Häuser: Als eine Art Namensschild verraten diese kunstvoll gefertigten Steine häufig auch den Beruf des ehemaligen Bewohners des Hauses.

Auch die alten Wasserbauwerke wie Schleusen und Brücken machen den Ort sehenswert.

Wertvolle Tipps für Monnikendam

Liegeplatz: Beeindruckend, aber auch verwirrend, ist die riesige Anzahl an Liegeplätzen in den vielen verschiedenen Häfen des Ortes. Der Kanal der Marina Monnikendam bietet die nahesten Liegeplätze zum Zentrum.

Auch direkt im Zentrum können Yachten als Besucher festmachen.

Essen & Trinken: Egal ob Fisch oder Fleisch, in der Brasserie De Waegh im Zentrum stimmt beides.

Immer lecker und innen sehr urig: Brasserie De Waegh

Erkunden: Die letzte verbliebene Fischräucherei der Stadt: Gebrüder De Boer, Havenstraat 12.

Für Familien: Ein großer Spielplatz im Zentrum des Ortes (kostenpflichtig: 1 Euro), für ältere Kinder mit Minigolfplatz.

In den Yachthäfen der Stadt gibt es auch ein sehr gutes Charterangebot.

Nicht verpassen: Immer freitags zwischen Ende Juli und Ende August finden die Fischtage des Ortes statt (von 11 bis 17 Uhr). Lokale Darsteller und Statisten präsentieren eine Fischversteigerung, im Innenhafen wird Fisch geräuchert, es gibt Korbflechter, Netzflicker und Fischerchöre.

Natürlich dürfen bei den Verkaufsständen auch die traditionellen Clogs nicht fehlen.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Holland

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Holland. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Der Beitrag Monnikendam erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Aktuelle Sicherheitslage Piraterie: Horn von Afrika/Somalia für Segler

Ist es wieder möglich, die Gebiete vor der somalischen Küste zu bereisen?

Vom Piraterie-Präventionszentrum (PPZ) der Bundespolizei in Neustadt hat uns eine Pressemitteilung erreicht, in der auf die aktuelle Sicherheitslage am Horn von Afrika beziehungsweise dem Golf von Aden und vor der Küste Somalias eingegangen wird. Die Frage, die sich stellt, ist, ob es wieder sicher ist, diese Passage zu wagen. Immerhin stellt sie eine signifikante Abkürzung auf dem Seeweg von Australien/Südostasien nach Europa dar. Der Weg um das Kap der Guten Hoffnung herum ist etwa 4.000 Seemeilen länger.

Die Gefahr am Horn von Afrika ist noch nicht gebannt.

Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass seit Jahren fast gar nichts mehr von den somalischen Piraten zu hören ist. Anders zuvor. Bis 2013 berichtete die deutsche Presse regelmäßig über Vorfälle vor der somalischen Küste. Piraten trieben ihr Unwesen, entführten Schiffe mitsamt der Besatzung und erpressten die Reedereien, um Lösegelder in Millionenhöhe zu kassieren. Vereinzelt waren auch Sportboote betroffen und die entführten Crews mussten dann bis zu sechs Monate bei ihren Entführern durchhalten, bevor es nach Zahlung von sehr viel Geld wieder nach Hause gehen konnte.

Immer noch eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt

Auch wenn es in der Presse ruhig geworden ist, werden die Seegebiete am Horn von Afrika mit den Bereichen Rotes Meer/der Meeresenge Bab al Mandab, dem Golf von Aden sowie der Küste vor Somalia laut Bundespolizei immer noch als die gefährlichsten der Welt angesehen. Dennoch führte der stringentere Einsatz von Kriegsschiffen, die bessere Überwachung der Küste, verbesserte Präventionsarbeit und der Einsatz bewaffneter Sicherheitskräfte auf den Schiffen zum Rückgang der Piraterieangriffe. Außerdem gab es seit einigen Jahren keine Entführungen mehr in diesem Seegebiet.

Hierdurch werden die Skipper von Blauwasseryachten ermutigt, das Seegebiet vor der somalischen Küste, insbesondere am Horn von Afrika, wieder zu befahren. In der Pressemitteilung heißt es „In ihren Augen scheint die Gefahr gebannt und sie fühlen sich wieder sicher. Alle Warnungen von Sicherheitsbehörden und Fachleuten, dass die Gefahren weiterhin bestehen, werden in den Wind geschlagen.“

Es gab wieder Vorfälle

Dass das Seegebiet immer noch gefährlich ist, zeigten somalische Piraten vor der somalischen Küste am 19. April 2019, als sie eine unter jemenitischer Flagge fahrende Dhau, ein ca. 30 Meter langes Fischereischiff mit 25 Mann Besatzung, entführten. Die Dhau wurde mit Skiffs angegriffen. Skiffs sind eigentlich Fischerboote mit rund sechs Metern Länge, die bis zu 21 Knoten schnell werden. Die Dhau wurde kurzerhand mit Kraftstoff und Personal ausgerüstet, um als Mutterschiff für weit von der Küste entfernt durchzuführende Angriffe eingesetzt zu werden.

Ein sichergestelltes Skiff

Bereits zwei Tage später griffen die Piraten mit diesem Mutterschiff 270 Seemeilen vor der Küste Somalias das erste Schiff an. Sie attackierten mit ihren Skiffs ein 80 Meter langes Fischereischiff. Nach einem Notruf kam dem angegriffenen Schiff ein sich in der Nähe befindliches Fischereischiff zur Hilfe. Gemeinsam versuchten sie, die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Diese beschossen die Fischereischiffe mit einer Panzerfaust. Daraufhin eröffneten die bewaffneten Sicherheitsteams beider Fischereischiffe das Feuer auf die Angreifer und schlugen diese in die Flucht.

Ein großes Mutterschiff wird bei Angriffen von kleineren Skiffs unterstützt.

Ungefähr eine Stunde später starteten die Piraten den nächsten Angriff auf ein weiteres Handelsschiff. Sie näherten sich ihm mit hoher Geschwindigkeit in einer aggressiven Art und Weise. Zum Glück befand sich auch hier ein bewaffnetes Team an Bord. Diese positionierten sich auf dem Brückendeck und zeigten demonstrativ ihre Waffen. Daraufhin drehten die Angriffsboote ab.

Einsatzkräfte der europäischen Mission Atalanta stellten zwei Tage später die Angriffsgruppe auf dem Weg zur somalischen Küste. Sie befreiten die Fischer auf der Dhau und nahmen fünf Somali fest. Die anderen Piraten flohen mit einem Angriffsboot und entkamen den Einsatzkräften. Die Festgenommenen wurden an die Behörden auf den Seychellen übergeben und warten auf ihre Gerichtsverhandlung.

Somalische Piraten auf dem Weg zu einem Einsatz

Fazit

Mit anderen Worten: Das Seegebiet am Horn von Afrika ist nach wie vor eine High Risk Area und vor dessen Befahren wird durch die Sicherheitsbehörden eindringlich gewarnt. Für die Handelsschifffahrt mit ihren großen Stahlschiffen stellt der Einsatz von bewaffneten Sicherheitskräften eine halbwegs sichere Lösung dar. Der Einsatz von Sicherheitsteams kommt aber für Segel- und Sportboote nicht in Frage. Zum einen sind diese Teams recht teuer und zum anderen bieten diese Boote, meist aus Kunststoff oder dünnem Metall, auch dem Sicherheitsteam keinerlei Schutz.

Laut Bundespolizei gilt unter den Sicherheitsbehörden einhellig die Meinung, dass die Piraterie durch die Anti-Piraterie-Maßnahmen am Horn von Afrika lediglich unterdrückt, jedoch nicht beseitigt wurde und die Piraten nach wie vor über das Potential und den Willen verfügen, Kaperfahrten durchzuführen.

Für Yachten gilt daher weiterhin der Hinweis, die Gebiete vor der somalischen Küste und im Golf von Aden unbedingt zu meiden!

Oder aber wie es vor einigen Jahren der damalige Leiter der europäischen Mission Atalanta, ein italienischer Admiral, sagte, müssen drei Dinge beachtet werden, wenn man in diesem Seegebiet segeln will:

  • Die gesamte Crew muss bereit sein, sechs Monate ihres Lebens als Geiseln in Somalia zu verbringen!
  • Man braucht dringend einen immer erreichbaren Ansprechpartner in seiner Hei¬mat, am besten jemand aus der Familie!
  • Und diese Person muss in der Lage sein, kurzfristig über mehrere Millionen Dollar zu verfügen, um das Lösegeld zahlen zu können!

Der Beitrag Aktuelle Sicherheitslage Piraterie: Horn von Afrika/Somalia für Segler erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Segeln und Chartern im IJsselmeer: Ausführliche Revierinfo für Hollands Topdestination

Das IJsselmeer ist Hollands beliebtestes Binnenrevier

Der Sage nach ist der Fliegende Holländer dazu verdammt, für immer auf den Weltmeeren zu kreuzen. Er hatte während des Versuchs, das Kap der Guten Hoffnung zu umrunden, auf Gott, die Welt und die Naturgesetze geflucht. „Ich gebe nicht auf, bis ich das Kap umschifft habe, und wenn es bis zum jüngsten Tage dauert!“, soll der Fliegende Holländer gebrüllt haben. Zur Strafe musste er, so die Legende, für immer auf den sieben Weltmeeren herumirren.

Wie hier aus Lemmer sind die alten Segler schon vor Hunderten von Jahren gestartet.

Auch wenn der betreffende Kapitän den Fluch heute, Hunderte Jahre später, abschütteln könnte, heimkehren könnte er wohl nicht mehr. Denn seine alte Heimat, die Zuiderzee, ist seit 1932 durch einen 32 Kilometer langen Deich von der Nordsee abgetrennt. Und dass die alten Seehäfen, aus denen er und all die anderen Ostindienfahrer einst gestartet sind, doch noch zu erreichen sind – nämlich über die großen Schleusentore – das wüsste der Fliegende Holländer wohl nicht. Und er wüsste auch nicht, dass die alte Zuiderzee zu einem Binnenrevier ohne Strömungen und Tidenhub geworden ist und auch die großen Handelsflotten längst nicht mehr hier zu Hause sind.

Schleuse Kornwerderzand: Von der Nordsee geht es durch Schleusen in das geschützte IJsselmeer.

Dafür ist das IJsselmeer, wie die Zuiderzee heute genannt wird, zum bekanntesten und beliebtesten Wassersportrevier Hollands geworden. Statt Handelsflotten durchkreuzt eine riesige Anzahl an Freizeitbooten das seenartige Meer, das in seinen weitesten Abmessungen etwa 30 mal 20 Seemeilen misst.

Segler bei Stavoren am IJsselmeer

Die Luft schmeckt weiterhin nach salziger Nordsee und das Land ist flach und grün. An den Ufern stehen Schafe und fressen das Gras auf den Deichen kurz, und in den uralten Hafen- und Handelsstädten ist die alte Seefahrertradition weiterhin sichtbar: überall Werften, kleine Fischereihäfen und die Braune Flotte der Traditionsschiffe.

Die traditionsreichen Plattbodenschiffe sind auf einem Törn in Holland ständige Begleiter.

Aber klar, die alten Stadthäfen und die Anlegestellen in den Kanälen inmitten der historischen Dörfer gehören heute den Freizeitkapitänen. Charmante Plätze, umgeben von den geschichtsträchtigen Bauten vergangener Jahrhunderte. Der Wehrturm Drommedaris zum Schutz des Hafens von Enkhuizen stammt zum Beispiel aus dem Jahre 1540.

Die Einfahrt in eines der Hafenbecken von Enkhuizen führt direkt am Turm Drommedaris vorbei.

Langeweile kommt in diesem Revier nicht auf, das ist sicher! Nicht nur wegen der vielen geschichtsträchtigen und wunderschönen Küstenorte. In unmittelbarer Nähe zu den Häfen finden sich fast überall auch Strände, die weiß und feinsandig wie am Mittelmeer sind. Ideal zum Schwimmen, Kitesurfen oder Sonnen.

Fast schon karibisch: der Strand bei Workum am Ostufer vom IJsselmeer

Man kann in ein Freizeitbad gehen, einen Fahrradausflug ins Grüne und von Kanälen durchzogene Hinterland machen, ein Museum besuchen oder einfach nur durch die Altstädte bummeln und am Hafenimbiss Kibbeling essen, in Backteig frittierte Kabeljau-Häppchen. Typisch holländisch!

Auch schöne Spaziergänge durch grüne Natur wie hier am Deich von Hindeloopen gehören mit zum Rahmenprogramm.

Wind und Wetter am IJsselmeer

Auch wenn es im IJsselmeer durch den Einfluss der Landmassen lokale Abweichungen gibt, bleibt das Nordseewetter bestimmend. In den Sommermonaten ist die Verteilung von Nord-, Süd- und Westwinden in etwa gleich, nur Ostwinde sind etwas seltener.

Ein Mix aus Sonne und Wolken ist im Revier ein häufiges Phänomen.

Die mittlere Windstärke beträgt vier Beaufort. Im Juli und August liegt die mittlere Höchsttemperatur bei 21 Grad, das Wasser hat dann 17 Grad. Tage, an denen auch Regen fällt, gibt es durchschnittlich jeweils elf pro Monat.

Navigation auf dem IJsselmeer

Es gibt keine Gezeiten, aber nicht immer einen konstanten Wasserstand. Starkwind kann den Wasserstand bis zu einem Meter auf der einen Seite fallen und gleichzeitig auf der anderen Seite steigen lassen. Die Wassertiefe beträgt bis zu sechs Meter, oft ist sie aber nicht viel tiefer als gute zwei Meter. Untiefen, Flachstellen, Fahrwasser und Hafeneinfahrten sind sehr gut betonnt und befeuert.

Vorsicht: Es gibt viele Fischernetze im gesamten IJsselmeer.

Egal ob Fahrwasser, Untiefen oder Hafeneinfahrten: die Markierung mit Seezeichen ist vorbildlich.

Die Häfen am IJsselmeer

Alle Häfen sind sehr gut ausgestattet, die meisten Orte bieten gleich mehrere Anlegemöglichkeiten. Viele davon sind charmant mitten im Ortskern gelegen, dann muss meist eine Hebebrücke, vereinzelt auch eine Schleuse, passiert werden. Die Liegegebühren sind moderat und mit denen an der deutschen Ostseeküste vergleichbar.

Einer der reizvollen Häfen am IJsselmeer: Hindeloopen.

Was genau erwartet einen in den Hafenorten des IJsselmeers? Wo gibt es den besten Liegeplatz oder die beste Veranstaltung? Welches Ausflugsziel oder Lokal lohnt einen Besuch und was bieten die Orte für Familien? Ganz bestimmt wäre nicht nur der fliegende Holländer erstaunt darüber, was sich in seiner alten Heimat so alles getan hat.

Ausführliche Hafenbeschreibungen

Enkhuizen

Enkhuizen gilt als die schönste Stadt am IJselmeer. Es gibt zwei große Yachthäfen, den Stadthafen Buitenhavn und weitere Liegeplätze im Oude Havn gleich neben dem Wahrzeichen, dem Drommedaristurm. Grachten, enge Gässchen und beeindruckende Bauwerke machen den Charme der niederländischen Hafenstadt aus.

Hindeloopen

Mit dem kleinen Strand an Steuerbord und der großen Marina an Backbord hat Hindeloopen eine der schönsten Hafeneinfahrten vom IJsselmeer. Wer im alten Hafen im Zentrum des Ortes festmacht, liegt ganz dicht am Geschehen.

Lelystad

Ob Lelystad nun am IJsselmeer oder doch eher am Markermeer liegt, ist eigentlich egal. Klar ist, dass die am Reißbrett entstandene Stadt auf der künstlichen Insel Flevoland liegt. Und, dass es hier ganz anders zugeht als in den vielen alten Hafenorten der Umgebung.

Lemmer

Lemmer ist der Hotspot am Ostufer des IJsselmeeres. Es gibt mehrere Yachthäfen und weitere Liegeplätze im Stadtkanal im Herzen von Lemmer. Dazu sorgen der weite Stadtstrand, das lebendige Zentrum und viele Kultureinrichtungen für Abwechslung.

Makkum

Makkum hat alles, was ein Törnziel sehenswert macht: Hebebrücken, Fischerpier, Altstadtgassen, Werftbetrieb und zentrumsnahe Liegeplätze. Der weite und weiße Strand am Ufer des IJsselmeers versprüht mit Surf- und Kiteschule dagegen Mittelmeerfeeling.

Medemblik

Vier Yachthäfen, ein Regattazentrum, eine alte Wasserburg und ein lebendiger Ortskern machen den Ort zu einem beliebten Ziel für Segler. Abwechslung an Land versprechen Ritterspiele in der Wasserburg, ein Bäckereimuseum und das ehemalige Dampfpumpwerk.

Stavoren

Der kleinen Stadt Stavoren am Ostufer vom IJsselmeer fehlen trotz ihrer langen Geschichte als Hafenort die kulturellen Highlights. Dennoch überzeugt der entspannte Ort mit seiner schönen Einfahrt, den vielen Liegeplätzen, dem Strand und einigem mehr.

Urk

Der kleine Ort mit seinen religiösen Bewohnern versprüht viel traditionellen Charme. Früher lag Urk auf einer Insel in der Zuiderzee, heute ist das Städtchen Teil von Flevoland, einer riesigen aufgeschütteten Landfläche. Trotzdem unbedingt sehenswert.

Workum

Der Bilderbuchort Workum liegt eine Seemeile landeinwärts vom IJsselmeer. Der Strand der Stadt hat mediterranen Charme, der Ort mit seinem historischen Marktplatz macht dagegen Geschichte lebendig und ist einfach nur postkartenschön.

Charter auf dem IJsselmeer

Egal ob Enkhuizen, Lemmer, Heeg oder Workum, an zahlreichen Standorten rund um das IJsselmeer bieten viele Charterfirmen ein großes und vielfältiges Angebot an Segelyachten an. Neben herkömmlichen Kielyachten werden auch die traditionellen Plattbodenschiffe mit Gaffelsegel und Schwertern angeboten. Auch kleine und offene Boote wie Polyvalken sind verfügbar. Nur Katamarane gibt es fast keine.

Charterbasis in Lemmer

Wer einen Törn rund um das IJsselmeer macht, kann sich die Mehrkosten für Schlauchboot und Außenbordmotor sparen, übernachtet wird stets in Häfen, an Kaianlagen im Ortszentrum oder an kleinen Anlegern. In Holland ist der Übergabetag meist der Freitag, Bettzeug muss in der Regel mitgebracht oder kostenpflichtig als Extra bestellt werden. Fast überall an den Charterbasen wird auch Deutsch gesprochen.

Diese Charter-Agenturen helfen dir, eine Yacht zu finden

Für eine deutschsprachige Beratung und die zuverlässige Buchung von Charteryachten entlang des IJsselmeers bei bewährten Anbietern können dir diese Firmen behilflich sein:

Anreise zum IJsselmeer

Mit dem Auto sind es von Hamburg knapp 400 Kilometer bis zum IJsselmeer, von Köln 300, Berlin trennen 650 und München 800 Kilometer. Der Flughafen von Amsterdam ist etwa eine Autostunde entfernt. Viele der Häfen sind auch gut mit der Bahn zu erreichen, auch vom Flughafen. Die meisten Yachthäfen bieten gute Stellplätze für Autos.

Auf dem IJsselmeer stellt sich ein Gefühl von Weite ein.

Literatur & Seekarten

• Revierführer: Jan Werner, „Holland 2“. Delius Klasing Verlag
• Revierführer: Manfred Frenzel, „Das IJsselmeer“. Edition Maritim
• Sportbootkartensatz: NV Atlas Nederland: NL03 für IJssel- und Markermeer, NV-Verlag

Der Beitrag Segeln und Chartern im IJsselmeer: Ausführliche Revierinfo für Hollands Topdestination erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Alles über Maststufen: Abstand, Bauart, Material, Montage

Wer braucht Maststufen?

Maststufen gehören für viele Blauwassersegler zur Standard-Ausrüstung. Das hat verschiedene Gründe. Beispielsweise erleichtert ein Ausguck aus hoher Position die optische Navigation. Sei es, dass die Suche nach einer Durchfahrt in einem engen Fahrwasser stattfindet oder nach einem Riff Ausschau gehalten wird. Andere Anwendungsfälle sind das Klarieren oder Reparieren im Mast – von einem gelegentlichen Rigg-Check ganz zu schweigen.

Maststufen ermöglichen den Ausguck aus hoher Position.

Bei all diesen Tätigkeiten wird der Mast geentert. Je nach Sportlichkeit der einzelnen Crewmitglieder sind Maststufen dabei durchaus hilfreich. Insbesondere auch dann, wenn diese Aktivitäten regelmäßig stattfinden. Vor allem auf Blauwasserreisen oder Weltumsegelungen ist dies der Fall und es sollte hinterfragt werden, ob es nicht praktischer ist, solche Stufen an Bord zu haben – gleichwohl mir natürlich bewusst ist, dass das optisch für den einen oder anderen Leser ein Graus ist.

Blick von der ersten Saling. Die Riffe sind gut zu sehen.

Übrigens bestehen über 90 Prozent der Crews auf Blauwasseryachten aus zwei Personen – vornehmlich Paaren. Bereits vor Reiseantritt sollte klar sein, wer von den beiden im Ernstfall den Mast entert und ob die andere Person in der Lage ist, wenn keine Maststufen vorhanden sind, die betreffende Person mittels der an Bord vorhandenen Winschen in den Mast zu ziehen. Wenn diese Frage mit „Nein“ beantwortet wird, sind Maststufen unumgänglich. Wie soll sonst eine über der Saling verhakte Segellatte oder ein klemmendes Roll-Großsegel klariert werden?

Mast mit Maststufen: optisch eine Geschmackssache, aber überaus praktisch

Abstand der Maststufen

Bei der Montage muss der Eigner sich im Vorwege Gedanken über die Schrittweite zwischen den Stufen machen. Die Schrittweite sollte nicht nur nach rein ästhetischen Aspekten entschieden werden – beispielsweise einer gleichmäßigen Aufteilung zwischen zwei Salingen. In der Regel sind 40 bis 45 Zentimeter ein gutes Schrittmaß. Mir ist bekannt, dass andere Autoren auch von 50 Zentimetern sprechen. Ich persönlich halte das für zu weit auseinander.

Planung der Abstände mittels Zeichnung

Wir hatten vor der Abfahrt zu unserer Weltumsegelung die Möglichkeit, auf einer befreundeten Yacht die Schrittweite von 50 cm zu testen, und haben festgestellt, dass wir lieber etwas weniger Schrittweite haben möchten. Am Ende haben wir die Stufen dann tatsächlich symmetrisch zwischen den Salingen aufteilen können. Das kam rechnerisch zufällig hin. Bei uns liegt die Schrittweite bei 42 Zentimetern.

Die Löcher für die Stufen werden gebohrt.

Wir haben eine Zeichnung mit den Maßen erstellt und die Löcher für die Nieten entsprechend gebohrt (scharfen Bohrer bei langsamer Drehzahl verwenden). Das ist kein Hexenwerk. Doch dazu gleich noch mehr.

Absatz aus Maststufen im Topp

Die letzten beiden Stufen am oberen Ende des Riggs sollten auf gleicher Höhe montiert werden, sodass bei Arbeiten am Topp eine vernünftige Standfläche vorhanden ist. Die Höhe der letzten Stufe sollte so gewählt sein, dass man bequem auf Oberkörperhöhe arbeiten und Teile oberhalb des Topps wie Positionslampen von oben einsehen kann – beispielsweise um einen LED-Einsatz zu tauschen.

Im Topp dienen zwei Stufen parallel als Standfläche.

Die Stufen sollten allerdings auch nicht zu nahe am Masttopp angebaut werden, da dann das Gleichgewicht verloren werden kann. Der Mast ist eine gute Stütze vor dem Bauch.

Bauart der Maststufen

Es gibt verschiedene Formen und Materialien, aus denen Maststufen hergestellt werden. Gut geeignet sind geschlossene Maststufen, weil sie einen besseren Halt gewährleisten, als offene Stufen, die nur aus dem Tritt bestehen. Die geschlossenen Maststufen haben unten die Trittfläche und dann einen Bügel, der oberhalb des Tritts zusätzlich an den Mast geführt wird. Das hat zudem den Vorteil, dass die Stufe an mehreren Punkten befestigt werden kann.

Beispiel für eine geschlossene Stufe

Es gibt auch Maststufen zum Klappen. Das bedeutet, dass vor jedem Schritt die nächste Stufe händisch ausgeklappt (beim Aufstieg) und eingeklappt (beim Abstieg) werden muss. Das mag optisch reizvoller aussehen, ist aber bei Seegang ziemlich lästig, wenn jede freie Hand benötigt wird, um sich festzuhalten. Hiervon möchte ich daher abraten – Ästhetik hin oder her 🙂

Material der Maststufen

Hinsichtlich der Wahl des Materials gibt es im Handel drei übliche Arten: Aluminium, Edelstahl, Kunststoff. Da die meisten Riggs aus Aluminium hergestellt werden, ergibt es durchaus Sinn, die Stufen aus dem gleichen Material zu wählen. Dies vermeidet Elektrolyse/Korrosion. Außerdem sind Edelstahlstufen schwerer als Aluminiumstufen und gerade im Rigg gilt es, jedes Gramm zusätzliches Gewicht zu vermeiden, um die Stabilität der Segelyacht zu erhalten.

Beispiel für Maststufen aus Aluminium

Stufen aus Kunststoff wären eine andere Alternative. Durch die harte UV-Strahlung, die dem Material auf einer Weltumsegelung unweigerlich zusetzt, wird das Plastik mit der Zeit jedoch spröde und es muss abgewägt werden, ob das sicherheitstechnisch sinnvoll ist.

Befestigung/Montage der Maststufen

Das Thema Korrosion spielt auch bei der Befestigung der Maststufen eine Rolle. Es ergibt wenig Sinn, Edelstahlschrauben zu nutzen, um damit in einem Aluminiummast die Maststufen zu befestigen (Elektrolyse). Daher sollten Maststufen angenietet und nicht geschraubt werden. Dies gewährleistet einen sehr guten Halt. Rigg-Spezialisten nutzen hierfür gerne sogenannte Monel-Nieten (Bauform: Popniet/Blindniet). Sie bestehen aus einer Nickel-Kupfer-Legierung und haben sich im salzwasserhaltigen Segelsport seit Jahrzehnten bewährt.

Bei uns an Bord haben wir die Stufen auch mit Monel-Nieten befestigt. Sie sind inzwischen seit über 45.000 Seemeilen und 12 Jahren dort im Einsatz – ohne Ausfall.

Tipp 1: Beim Annieten landet ein Teil der Niet – der Dorn – im Mast. Beim nächsten Setzen des Mastes sollte der Mast am Kran vorsichtig ein wenig geschüttelt werden, um die Dorn-Reste aus dem Mast zu bekommen. Andernfalls gammeln sie und hinterlassen am Mastfuß unschöne, rostige Spuren.

Diese Maststufe wurde mit Monel-Nieten befestigt.

Tipp 2: Sollte die Montage von Maststufen im Winterlager mit abgeschlagenen Wanten und Stagen erfolgen, sollte berücksichtigt werden, dass Unterwanten bei gesetztem Mast meist schräg von der Mastmitte weglaufen. Hier entstehen gerne Kollisionsstellen mit den Stufen. Beispielsweise mussten wir bei unserem Rigg die letzte Stufe unter der ersten Saling etwas außermittig nach achtern setzen.

Fallen und Maststufen

Leider sind die Maststufen wunderbare Fangeisen für Fallen. Wird beispielsweise bei etwas Wellengang auf einem Kurs mit achterlichen Winden das Großfall angeschlagen, wird es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hinter einer der Stufen verfangen. Dann ist das Setzen des Segels unmöglich.

An den Außenseiten der Stufen sollte eine Leine gespannt werden.

Dem wird begegnet, indem an den Außenseiten der Stufen eine Leine oder Angelsehne gespannt wird, die verhindert, dass ein Fall versehentlich hinter eine Stufe rutschen kann. Manche Segler spannen alternativ auch Leinen zu den Unter-, Mittel- und Oberwanten. Ich persönlich finde das weniger schön. Aber das ist Geschmackssache.

Alternative: Diese Leinen wurden zu den Oberwanten gespannt.

Aufstieg mit Maststufen

Maststufen ermöglichen den unkomplizierten Aufstieg in den Mast – dafür sind sie ja schließlich auch da 🙂 Dennoch sollte auch dann immer der Bootsmannstuhl oder eine andere Form von Sicherung verwendet werden – insbesondere bei unsteten Seegangverhältnissen.

Auch mit Maststufen sollte immer ein Bootsmannstuhl verwendet werden.

Maststufen und das Baumkleid

Da Maststufen relativ weit seitlich auftragen, kann es sein, dass nach der Montage das Baumkleid nicht mehr passt. Daher hat es sich auf vielen Yachten bewährt, im unteren Riggbereich Stufen zum Klappen einzusetzen – gleichwohl sie sonst eher ungeeignet sind. Ab der Oberkante des Baumkleids können dann die klassischen Stufen montiert werden.

Ohne Maststufen ist das Aufentern vergleichsweise anstrengend.

Fazit

Auf den ersten Blick wirkt es so, als müsse bei Maststufen nicht viel beachtet werden. Dem ist nicht so. Damit sie viel Freude an Bord bereiten und das Bordleben erleichtern, sollten die vorstehenden Punkte beachtet werden. Und ja, es sieht nicht so schön aus, wenn die Stufen am Mast sind, aber ihr Nutzen ist insbesondere auf Langfahrtyachten unumstritten. Und sei es nur, um schöne Fotos aus einem anderen Blickwinkel zu machen 😉

Weiterführende Beratung

Eine ausführliche, weiterführende Beratung zu Maststufen kannst du bei einem der folgenden Anbieter bekommen:

Hahnfeld-Masten

Seit 1979 ist die Riggmanufaktur Hahnfeld-Masten ein Begriff in der Seglerszene und bekannt für hochwertigen Mastenbau, Arbeiten rund ums Rigg und einem professionellen Rundum-Service aus einer Hand.

Reckmann

Das Traditionsunternehmen Reckmann bietet seit 125 Jahren qualitativ hochwertige Rollreffanlagen, Mast-, Rigg- und Hydrauliksysteme an. Wahlweise in Serienfertigung oder als Individuallösung für Superyachten.

Seldén

Das schwedische Unternehmen Seldén gilt als weltgrößter Hersteller von kompletten Masten. Zur Produktpalette gehören auch Bäume, Beschläge, Blöcke, Furlex-Rollanlagen, Rodkicker, Rutschersysteme oder Winschen.

Der Beitrag Alles über Maststufen: Abstand, Bauart, Material, Montage erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Törnbericht Finnland: Segeln an der Westküste zwischen Uusikaupunki und Haparanda

Diese Küste ist einen Besuch wert

Die finnische Küste nördlich von Uusikaupunki wird von vielen Seglern auf Ostseeumsegelung links liegen gelassen. Manche Crews, die von den Ålandinseln kommen, steuern Rauma oder vielleicht noch Vasaa an, aber spätestens dann zieht es sie rüber nach Schweden. Haparanda am Scheitel des Bottnischen Meerbusens oder die landschaftlich reizvolle Höga Kusten sind das Ziel. Selbst Finnen aus Südfinnland gehen lieber in Schweden segeln, da dort die Küste navigatorisch einfacher ist.

Skandinavische Sommeridylle an der westfinnischen Küste

Wir haben die westfinnische Küste erkundet und sind der Meinung, dass sie einen Besuch definitiv wert ist. Natur pur, schönste Landschaft, nette, herzliche Finnen, einsame Inseln und Inselchen sowie eindrückliche Erlebnisse verbinden wir mit der Gegend dort oben. Aber auch eine herausfordernde Navigation, viele Steine und enge Fahrwasser.

Steine und flache Gewässer sind typisch für die nordwestliche Küste Finnlands.

Manchmal müssen wir trotz bestem Segelwind ein Stück motoren, weil der Wind von vorne kommt und das Fahrwasser zu schmal zum Kreuzen ist. Aber oftmals folgt die nächste Fahrwasserkurve schon bald darauf und wir können wieder segeln.

Von Uusikaupunki geht es nordwärts

Unserer Einstieg in die finnische Segelwelt beginnt in Uusikaupunki. Wir machen Großeinkauf, waschen Wäsche, bunkern Diesel und bereiten uns auf die Zeit vor. Midsommar feiern wir auf Kylmäpihlaya, eine ruhige kleine Insel mit niedlichem Hafen vor der Stadt Rauma.

Weit sichtbare Peilmarke für sichere Navigation in den engen Schärengewässern vor Rauma

Der alte Leuchtturm auf Kylmäpihlaya bietet Übernachtungszimmer an. Es besteht eine Fährverbindung nach Rauma. In Rauma findet am Midsommar-Wochenende das RMJ-Festival (Raumanmeren Juhannus Midsummer Festival – ein Musikfestival) statt. Dann ist in Rauma, vor allem auch am Hafen, ordentlich Stimmung. Ein ziemlicher Kontrast zu den beschaulichen Inseln davor.

Der beschauliche Hafen von Kylmäpihlaya

Von Rauma, beziehungsweise Kylmäphilaya, hangeln wir uns nach Norden vor. Mit dem Wind haben wir Glück, er weht überwiegend aus Süden. Wettertechnisch bekommen wir von Flaute bis Sturmwarnung, von Sonnenschein bis Regen, von Nebel bis Gewitter, von kalt bis warm alles geboten.

Hoch im Norden dominieren Steine statt Schären

Nördlich der Turkuschären hört die typische Schärenwelt langsam auf. Es wird flacher und steiniger. So flach, dass wir teilweise weit entfernt vom Festland durch Fahrwasser segeln, die trotzdem nur zwei Meter Tiefe garantieren. Die Fahrwasser näher am Festland wiederum sind zu flach für uns.

Kilhamn – ein Hafen in typischer, finnischer Abendstimmung

Reposaari, Kilhamn, Kaskinen und Bredskäret steuern wir an. In Vasaa stocken wir Proviant auf. In Replot buchen wir wie in den meisten Häfen beim Bezahlen der Hafengebühr die Sauna gleich mit. Im Anschluss sitzen wir im Cockpit, genießen den langen Abend und sehen der deutschen Nationalmannschaft beim Toreschießen zu. Das mobile Internet ist in Finnland selbst an entlegenen Inseln unglaublich schnell und mobiles Prepaid Internet unglaublich günstig.

Abendrot in Replot

In den Häfen liegen wir entweder vor Heckboje oder längsseits. Unsere Schärennägel verschwinden immer tiefer in der Backskiste. Hilfreicher ist ein großer Karabiner oder ein langer Haken zum Festmachen an den Heckbojen.

Im Päckchen am Anleger von Bredskäret

Richtig schlemmen können wir auf Mässkär. Das Restaurant hat nur zwei Gerichte zur Auswahl, eins ist bereits aus, als wir bestellen wollen. Das verbleibende Fischgericht ist seinen Preis absolut wert. Uns wird erzählt, dass der Restaurantinhaber und Koch bei einem Sternekoch in Stockholm gelernt hat, bevor er in seine Heimat zurückgekehrt ist. So schmeckt das Essen definitiv auch.

Ein lohnendes Ziel vor Jakobstad: Mässkär

Kleinod an Kleinod

Nördlich von Mässkär und Jakobstad, der Heimat der Swan-Yachten der Nautor-Werft, liegt gleich das nächste idyllische Kleinod: Tankar. Auf Tankar werden wir eingeweht, müssen einen Sturm aussitzen. Wieder einmal lernen wir die finnische Gastfreundschaft kennen. Wir bekommen das fehlende Spiegelei für unseren Labskaus geschenkt. Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu. Als wir uns nach dem besten Weg zum Festland erkundigen, um einkaufen zu können, bekommen wir umgehend einen Gast an Bord.

Der Leuchtturm auf Tankar

Da die Eigner kleinerer Motorboote sich bei dem Wellengang nicht zum Festland trauen, sitzen alle Gäste auf der Insel fest. Der Cafébetreiber vermittelt uns so als Überfahrt für seinen Gast und handelt gleich den zugehörigen Deal aus. Die nette Finnin, die quasi kein Englisch spricht, bringt uns zum Einkaufen und danach zurück zum Boot, wenn wir sie mit zum Festland nehmen. Gesagt, getan. Die Dame in Rosa bekommt eine Rettungsweste an, klammert sich bei ordentlich Wellengang an den gezeigten Haltemöglichkeiten fest und wir motoren gemeinsam zum Festland nach Kokkola.

Sicherer Yachthafen in Kokkola

Weiter nördlich wird es schwedischer

Je nördlicher wir kommen, desto mehr bemerken wir den schwedischen Einfluss. Immer öfter steht der schwedische Stadtname über dem finnischen. Immer öfter sprechen die Einwohner neben Finnisch und Englisch auch Schwedisch.

Der nicht immer geschützte Anleger von Maakalla

Auf Maakalla ist die schwedische Vergangenheit ganz besonders zu erleben. Die Insel ist nach altem schwedischen Recht autonom verwaltet. Es gibt eigene Gesetze und Vorschriften. Zum Beispiel dürfen einzig und allein Fischer die Häuser auf Maakalla erwerben. Ansonsten können diese nur vererbt werden.

Fischladen mit Selbstbedienung auf Maakalla

Wir werden auf Maakalla erst in die Sauna und danach zum gemeinsamen Lagerfeuer eingeladen. Auch wenn nicht alle fließend Englisch können, klappt die Verständigung gut und wir erfahren einiges über die Insel und ihre Bewohner. Dazu gibt es frischen und geräucherten Fisch in einem niedlichen und liebevoll dekorierten 7/24 geöffneten Schuppen zu kaufen.

Voll belegter Hafen auf Härkäletto

Einen würdigen Abschluss bietet Härkäletto. Eine winzige Insel mit dem kleinsten Gästehafen, den wir je gesehen haben; genau zwei Boote haben Platz am Steg. Obwohl Hochsommer ist und das eine Boot schon seit einer Nacht dort liegt, bekommen wir den zweiten Platz. Das Festland liegt hier östlicher als Helsinki, soweit schiebt sich der Bottnische Meerbusen nach Osten. Die Sonne lässt sich Zeit mit dem Untergehen. Es wird um diese Jahreszeit quasi nicht mehr dunkel, dafür zieht sich die blaue Stunde bis zum Sonnenuntergang über Stunden hin und taucht alles in ein warmes, weiches Licht.

Hochsaison auf Selkä-Sarvi

Unser letzter Stopp in Finnland ist Selkä-Sarvi. Ebenfalls ein kleiner Hafen. Mit Sauna. Mit kleinem Wanderweg über die Insel. Mitten in der Natur. Ein typisches Beispiel für die kleinen finnischen Häfen. Er wird voll, mehrere Yachten liegen in Zweier-Päckchen. Die Sauna-Buchungsliste ist schnell gefüllt. Es ist unser letzter Hafen an der finnischen Westküste. Von Selkä-Sarvi aus steuern auch wir das Sehnsuchtsziel Haparanda in Schweden an.

Sehnsuchtsziel Haparanda – das Clubhaus mit Wimpeln der Gastyachten

Die Segelsaison ist kurz in Nordfinnland. Im Winter ist die Ostsee dort zugefroren. Inseln wie Mässkär erreicht man dann per Ski oder zu Fuß und nicht per Boot. Auf der schwedischen Seite bei Luleå werden dann von der Stadt öffentliche Straßen auf das Eis gebaut. Bis in den März kann man so einige vorgelagerte Inseln mit dem eigenen Auto erreichen. Oft schmelzen erst im Mai die letzten Eisschollen.

Im Winter werden hier öffentliche Straßen auf das Eis gebaut.

Trotzdem ist hier oben die Hauptsaison eher wie die Nebensaison in der dänischen Südsee. Hochsaison bedeutet, vielleicht auch mal ins Päckchen zu gehen, statt spät abends noch einen Einzelliegeplatz zu bekommen. Während sich in den Stockholmer Schären und ab Midsommar auf den Ålandinseln die Boote nur so tummeln und in den schönen Ankerbuchten fast schon stapeln, ist es nördlich davon angenehm lebhaft.

Die Navigation zwischen den vielen Steinen ist anspruchsvoll.

Navigation in Finnland

Aktuelle Seekarten sind für die Navigation äußerst wichtig. Fahrwasser werden mittels Kardinalzeichen, roten und grünen Tonnen sowie Peilmarken markiert und man sollte sich strikt an diese halten.

Peilmarken leiten durch die Steine.

Während auf der ostschwedischen Seite gegenüber das Land steil ins Wasser fällt, ist die westfinnische Seite gespickt mit Steinen über und unter Wasser. Grundberührungen passieren in Finnland öfter als gedacht, wir haben vor Rauma das falsche Fahrwasser genommen und einen Stein erwischt. Verschiedene Segler, die wir danach getroffen haben, haben ebenfalls von selbsterlebten Grundberührungen erzählt.

Reizvoll: die idyllischen Inseln im Norden des Bottnischen Meerbusens.

Fazit

Wie zwischen den Zeilen unschwer zu lesen ist, hat uns der Abstecher an diese entlegene Küste der Ostsee unglaublich gut gefallen. Die wunderbare Natur und die Herzlichkeit der Finnen werden wir in guter Erinnerung behalten. Und auch wenn das mit den vielen Steinen gelegentlich anstrengend ist, hat Westfinnland gegenüber Ostschweden noch einen unschlagbaren Vorteil: In Finnland geht die Sonne fast immer über dem Meer unter, in Ostschweden ist das nur äußerst selten der Fall.

Leuchtturminsel Kylmäphilaya

Diese Charter-Agenturen helfen dir, eine Yacht zu finden

Möchtest du in Finnland eine Yacht chartern? Für eine deutschsprachige Beratung und die zuverlässige Buchung von Charteryachten bewährter Anbieter können dir diese Firmen dabei behilflich sein:

Buch-Tipp der Redaktion

Auszeit unter Segeln: Ein Sommer auf der Ostsee

Sönke Roever

Wenn nicht jetzt, wann dann? Sönke Roever und Helmut Adwiraah kennen sich seit der Schulzeit und segeln seitdem miteinander. Nach einigen Jahren Studienzeit und Berufsarbeit beschließen sie, sich mit knapp 30 Jahren, bevor der wirkliche „Ernst des Lebens“ beginnt, einen Traum zu erfüllen und einen ganzen Sommer lang die Ostsee zu umrunden. Dabei streifen sie auch durch die finnische Segelwelt zwischen Uusikaupunki und Vasaa. Intensiv erlebt und erfrischend locker beschrieben, regt dieser fröhliche und optimistische Reisebericht, gewürzt mit Anekdoten über Land und Leute und gespickt mit seglerischen Tipps, zum Nachmachen an.

Das könnte dich auch interessieren

Ostsee-Seminar

Seminar für alle Ostsee-Segler und solche, die es werden wollen mit umfangreichen Infos zum Revier mit Weltumsegler Sönke Roever und anderen Referenten.

Der Beitrag Törnbericht Finnland: Segeln an der Westküste zwischen Uusikaupunki und Haparanda erschien zuerst auf Blauwasser.de.