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Blankenberge

Guude Middach ! Gruß aus dem belgischen Blankenberge. Wie schon fast gewohnt, spielt mir das Wetter mal wieder nicht in die Karten. Gerade weht ein ordentlicher Nordost und ab morgen früh hauts dann mal wieder Böen is zu 40 Knoten aus Südwest raus. Das tue ich mir dieses mal nicht an. Die Waschküche vor Boulogne reicht mir noch ,-). Also warten bis voraussichtlich Dienstag morgen und dann in einem Rutsch nach Ijmuiden. Morgen dann mal mehr .. Ahoi !

Ankunft im Blankenberge
Ankunft im Blankenberge

Nachtfahrer

So komme ich mir jedenfalls langsam vor. Die letzten drei Etappen habe ich nämlich jeweils nachts zurückgelegt. Grund ist das in den letzten Tagen tagsüber zu schlechte Wetter. Oder besser gesagt der viele Wind, der konstant mit Böen über 30 Knoten geblasen hat. Abends und nachts ergab sich dann meist ein kleines Wetterfenster mit etwas weniger Wind. Außerdem läuft die Tide zur Zeit gegen Abend. Also habe ich die sich bietenden Chancen genutzt und bin nach Fecamp und Dieppe heute morgen um 6 in Boulogne sur Mer eingelaufenn. Die Etappe von Fecamp nach Dieppe war OK. Die Entscheidung zum Aufbruch fiel allerdings erst in letzter Sekunde. Denn den ganzen Tag hämmerte der Wind genau auf die Hafeneinfahrt von Fecamp. Die ist bekanntlich nicht besonders Tief. Und so steht dort insbesondere bei niedrigen Wasserständen eine ordentliche und mitunter gefährliche Brandung. Also mal schnell bei der Hafenmeisterin nachgefragt, wie es den mit den Wassertiefen in der Einfahrt zur Zeit aussieht. Die zog dann einen Tidenkalender heraus und las einen Niedrigwasserpegel von 1,10 Metern ab. Das wäre dann auch die Wassertiefe in der Einfahrt. „Nein, nein“ sage ich. „Das ist der Niedrigwasserpegel, der auf das Seekartennull aufgerechnet werden muß“. Das wiederum verneint die Dame an der Rezeption. Es entbricht eine angeregte Diskussion über Tidenberechnung. Eine hinzu gezogene Seekarte zeigt 1,40 m LAT als Seekartennull in der Einfahrt. Das versteht die Dame jetzt nun auch wieder nicht. Sie besteht aber steif und fest auf 1,10 m als Tiefe zu Niedrigweasser. Anyway .. ich bin dann doch gefahren. Und erwartungsgemäß war genug Wasser auf der Barre der Einfahrt ,-).

Mit Strom und ordentlch Wind ging es dann schnell nach Dieppe, wo ich gegen 23 Uhr einlief. Vor der Hafeneinfahrt musste ich allerdings noch ein paar Kringel drehen, denn gleich zwei große Fähren musste ich den Vortritt lassen. Der Hafen ist dann picke-packe-voll. Lange drehe ich meine Runden und mache schließlich in einer freien Lücke fest. Dort liegen allerdungs feste Leinen auf dem Steg. Rechts und links liegen zudem einheimische Fischerboote. Wohl ein Zeichen dafür, dass dieser Platz einem Local gehört. Da ich keine Lust habe, mitten in der Nacht umparken zu müssen, entscheide ich mich, erneut abzulegen und einen neuen Platz zu suchen. Der ist dann irgendwann auch gefunden. Gute Nacht. Dieppe kenne ich ja auch schon von meiner Hinfart. Ein wirklich schöner Ort mit allem was man so braucht. Ich vertingele den Tag mit einkaufen, Motorwartung und dem ein oder anderen Kaffee in den zahlreichen Bistros rund um den Hafen.

Gegen 19 Uhr will ich nach Boulogne aufbrechen. Pünktlich um viertel vor sieben wird es dann stockfinster. Eine heftige Schauer- und Gewitterzelle zieht durch. Ich warte also noch ein bißchen. Um halb acht gehts dann los. Ich melde mich beim Hafendienst an und bekomme die Erlaubnis zum auslaufen. Draussen ist es merkwürdig ruhig. Gerade mal 2-3 Beaufort und ein ziemlich glatte See. Die Gribs haben Wind um die 17-18 Knoten sowie Böen um die 25 Knoten gemeldet. Na ja, wird wohl noch ein Windloch nach dem gerade druchgezogenen Gewitter sein. Eine gute halbe Stunde später kommt dann der Wind. Nur unter Genua und Wind platt vom Laken geht es Richtung Nordnordost. Die beiden ersten ersten Drittel der Strecke laufen gut und schnell. Etwa 15 Seemeilen vor Boulogne nimmt der Wind dann immer weiter zu. Auch gehen gehen jetzt immer wieder heftiger Schauer nieder. In der Anfahrt auf Boulogne bläst es dann konstant mit über 30 Knoten. Dazu gibts es eine hohe steile Welle, die aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen scheint. Ich bin zu diesme Zeitpunkt schon ziemlich kaputt. Entsprechend angespannt gehts in die Einfahrt des Vorhafens. Der Wind steht jetzt genau auf der Nase. Hinzu kommt der zwisdhenzeitlich gekenterte Strom, der ebenfallw gegenan läuft. So mache ich mit Maschine gerade mal 1 Knoten Fahrt über Grund. „Wenn jetzt die Maschine ausfällt bin ich im Arsch“ geht es mir durch den Kopf. Denn im Vorhafen ist rechts und links alles Untief oder Unrein. Letztlich dauert es noch eine gute halbe Stunde bis ich an der Marina eintreffe. Auch hier hauen die Böen rein, dass es nur so ein Freude ist. Der erste Anleger misslingt. Ich komme aber ohne Probleme wieder vom Schwimmsteg weg und versuche es erneut. Um 6 Uhr habe ich nach knapp 10 Stunden schließlich die Leinen fest und falle erschöpft auf die Bänke in der Plicht. Obwohl hundemüde, kann ich jetzt noch nicht schlafen. Ich esse also noch eine Kleinigkeit und rauche ein Zigarettchen. Erst dann lege ich mich in die Koje und falle in einen unruhigen Schlaf.

Das letzte Stück vor Boulogne war wirklich unangenehm. Der starke Wind um die 8 Beaufort, die hohen unberechenbaren Wellen und reichlich Fischerboote ohne AIs in der Zufahrt, haben ganz schön an meine Nerven genagt. Braucht man nicht jeden Tag. Heute (Donnerstag) bläst es weiter munter mit Böen um die 8 Beaufort. Die wenigen Boote in der Marina bleiben alle da. Erst morgen soll sich die Lage etwas entspannen. Dann sind um die 15 Knoten aus Südwest gemedelt. Guter Wind um ums Kap Grinez nach Dünkirchen zu fahren.

Nachstehend noch ein paar Bilder der letzten Tage. Also dann .. ich komme dem meet & greet langsam aber sicher näher ,-).Ahoi !

Heute "Große Wäsche"
Boulogne sur Mer
Carpe hats geschafft
St.-Josephs-Kirche in Le Havre
Marina Le Havre
Hafenfront von Boulogne
Hohe Wellen vom achtern
Ordentlich Hub hier
Dieppe
Mond voraus
Pause in Le Havre
Ab in die City
Kleine Marina in Boulogne

Fecamp

Es schaukelt, es ruckt, es nervt. Gruß aus Fecamp. Nachdem gestern den ganzen Tag zwischen 25 und 35 Knoten geblasen haben, bin ich am späten Nachmittag dann doch noch aus Le Havre ausgelaufen. Dabei nutze ich ein etwa 6-stündiges Wetterfenster, um nach Fecamp zu segeln. Das hat auch gut geklappt. Winde zwischen 15 bis 20 Knoten und auch die Böen haben mich gestern im Großen und Ganzen in Frieden gelassen. Gegen 21 Uhr habe ich dann hier die Leinenn fest gemacht und bin erst mal in die örtliche Frittenbude gepilgert. Vor der Hafeneinfahrt standen gute 2 Knoten quer laufender Strom. Nit übel. Man fährt dann quasi im „Quer-Drift“ in den Hafen. Die Nacht war sehr unruhig. Denn leider steht im Hafen ein unglaublicher Schwell, der die Boote wild an den Stegen tanzen lässt. Ich habe sogar meine alten verrosteten Ruckdämpfer von den Kapverden reaktiviert. Heute morgen ist hier eine Hammer-Gewitterfront durchgezogen. Blitz und Donnerschlag .. und das im Oktober. Gut das ich sicher im Hafen stand. Zur Zeit beruhigt sich das Wetter etwas. Ich plane daher, heute im Laufe des Nachmittags auszulaufen und Richtung Dieppe zu fahren. Denn morgen kommt gleich die nächste Schlechtwetterfront mit ordentlich Wind bis 35 Knoten.

Apropos Wind. Als ich nach 5 Tagen des Wartens endlich in St. Vaast endlch ausgelaufen bin war ich natürlich selig. Endlich blies wieder etwas Wind. Die ersten Stunden verliefen dann auch vielversprechend. Gute Fahrt und auch der Kurs stimmte. Mittags zieht dann von achtern eine schwarze Wolkenfront auf. Also Segel gerefft und abgewartet. Dann plötzlich tut es dann einen Schlag , der Wind springt von jetzt auf gleich um 60 Grad recht und geht auf über 45 Knoten. Mit Mühe und Not bekomme ich das Groß geborgen und reffe das Vorsegel bis auf einen kleinen Fetzen runter. Dem Windsprung entsprechend laufe ich nach Südwest ab. Richtung Le Havre. Alles andere geht zu diesem Zeitpunkt nicht. Es baut sich innerhalb kürzester Zeit eine steile hohe Welle auf, die uns wild hin und her wirft. Schließlich ist das Wasser hier gerade mal um die 30 Meter tief. Unglücklicherweise befinde ich mich jetzt genau in der Anfahrt zum großen Fähr- und Frachthafen von Le HAvre. Entsprechend dicht ist der Verkehr. Immer wieder tauchen riesige Frachter und Fähren auf. Die Sicht ist zu diesem Zeitpunkt etwa bei eine halben Seemeile. Denn es regnet nun auch sehr stark. Nach gut 2 Stunden ist der Spuk dann vorbei. Das Wetter beruhigt sich, die Sicht wird besser und vor allem der Wind geht zurück. Für heute reichts mir. Ich laufe weiter nach Le Havre ab und mache dort um ca. 20 Uhr nach 13 Stunden die Leinen fest. Meine Fresse ! Als Grund für die plötzliche Windzunahme vermute ich eine Troglage hinter der Kaltfront. Denn sowohl der Windsprung, als auch die Kapriolen des Luftdrucks sprechen dafür. Merkwürdig nur, dass die Gribs für diesen Tag zwar eine Windzunahme und auch den Winddreher vorsahen, eine derat dramatische Änderung aber nicht erkennbar war. Anyway .. ich lebe ja noch ,-)).

So .. ich mach jetzt hier noch ne RUnde klar Schiff und dann gehts nach Dieppe. Hoffe das der Liegeplatz dort etwas ruhiger ist. Hier wird man im Hafen fast seekrank ,-)).

Marina in Fecamp
Fecamp
Steilküste bei Fecamp
Ohne Ruckdämpfer geht nichts
Wieder in Fecamp
uiuiuiuiui ....
Ablaufen nach Le Havre