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Doppelausgabe

Ich bin online ! Also nutze ich die seltene Gelegenheit gleich mal für eine Doppelausgabe. Hier also zunächst ein paar kurze Eindrücke und ein Resümee zum Schlag von Fehmarn nach Bornholm. Anschließend geht’s weiter mit meinem weiteren Weg nach Schweden.



Von Bornholm bis Kristianopel

Dieser Christian oder Kristian scheint ja in der skandinavischen Geschichte eine große Nummer gewesen zu sein. Warum sonst sollten wohl gleich zwei Orte die ich zuletzt besucht habe nach ihm benannt sein. Aber der Reihe nach. Ich sitze hier gerade in Kristianopel in Carpes Bauch, der Heizlüfter sorgt für muckelige Stimmung und draußen riechts gerade streng nach AA. Warum weiß ich nicht. Mein Tank ist es jedenfalls nicht :-). Ich schreibe diesen Text in der Hoffnung ihn morgen in Kalmar endlich hochladen zu können, denn das Thema Internet entwickelt sich hier echt zu einem Dauerbrenner. Schon auf Bornholm war das WLAN out of order. Auf Christansoe und Utklippan gabs schlichtweg kein Internet. Das ist wohl zum einen der Infrastruktur als auch der abgelegenen Lage geschuldet. Irgendwie würde das auch nicht so richtig passen. Das nun auch in Kristianopel ausgerechnet heute die WIFI Anlage „gewartet“ wird ist schon ein echter Zufall. Nun denn … wo fange ich an.

Nach zwei erholsamen Tagen in Roenne auf Bornholm habe ich am Dienstag erneut die Leinen losgeworfen und bin Richtung Christiansoe gestartet. Der gemeldete Wind ließ jedoch auf sich warten und so ging es zunächst unter Maschine bis zur Nordspitze Bornholms. Hier konnte ich dann endlich „anluven“, habe volles Zeug gesetzt und bin mit wahnsinnigen 3 Knoten gen Osten geschippert. Nach einer guten Stunde war allerdings auch hier Ende im Gelände. Der Wind war weg und der Motor wieder an. Schon wenig später zeigte sich am Horizont die Silhouette von Christiansoe. Schon viel habe ich von diesem schroffen Felseneiland gehört und gelesen. Jetzt sollte ich es also endlich auch selbst besuchen können. Nach der Einfahrt in die südliche Zufahrt des kleinen Kanals der Christiansoe von der ebenso winzigen Nachbarinsel Fredericksoe trennt, staune ich nicht schlecht. Der Hafen ist voll. An der Pier an steuerbord liegen bereits zig Boote auf Päckchen und auch auf der linken Seite sind die meisten Heckbojen bereits belegt. „Sonmist ..“, denke ich mir und entscheide sogleich es erstmal an einer der Heckbojen zu versuchen. Zur Sicherheit manövriere ich vorher ganz langsam an eines der benachbarten (deutschen) Boote heran und erkundige mich nach der Tiefe. Die Karte gibt da nämlich nicht wirklich viel her. „Bei uns so um die zweifuffzich“, erhalte ich als Antwort. Der andere Skipper meint ebenfalls, dass das wohl reicht, obwohl sein Tiefenmesser „fürn Arsch“ ist. So richtig wohl fühle ich mich nicht bei der ganzen Sache, entscheide mich dann aber doch für einen Versuch, da die benannten Boote allesamt ein gutes Stück länger sind als ich und ich daher von ähnlichem oder sogar größerem Tiefgang ausgehe. Mit dem Bojenhaken im Anschlag geht es also ganz langsam Richtung Liegeplatz. Die Boje erwische ich gut und weiter geht es im Schneckenspeed Richtung Pier. Dort steht bereits eine helfende Hand und will meine Leine annehmen. Und dann .. ihr ahnt es schon … passiert es: Rumpel-Pumpel-Grundberührung. Gott sei Dank nur ganz leicht und sehr langsam. Sofort ist die Maschine im Rückwärtsgang, der Bojenhaken wieder geborgen und ein amtlicher Fluch über die Insel geplärrt. Mann ey, sowas ärgert mich bis auf die Knochen. Besonders wenn die zuvor befragten Skipper mit dem Kopf schütteln und sogar lachen. Von weiteren Bojenexperimenten habe ich nun verständlicherweise die Nase voll. Also gehe ich bei einer deutschen Studenten-Truppe und einem einheimischen Taucherboot aufs dritte Päckchen. So richtig happy bin ich damit nicht. Zumal ein wirklich guter Platz von nur einer einzigen Yacht aus Polen blockiert wird. Deren Besatzung hatte zuvor meine Päckchen-Anfrage mit dem Hinweis „wir laufen in einer Stunde aus“ abgelehnt. Als wenig später eine weitere polnische Yacht einläuft und auch diese zunächst an meinem Erstanlegeplatz kurz den Grund touchiert, gibt es einen kurzen und beachtlichen Schlagabtausch mit der blockierenden Yacht. Und siehe da .. nur Minuten später legt der zuvor uneinsichtige Blockierer ab und gibt den Platz frei. Richtig so .. als Zeichen meiner Anerkennung helfe ich den Neuankömmlingen gleich mal bei ihrem Anleger und kurz darauf liege ich schon bei Ihnen auf Päckchen. Das gefällt mir schon besser. Erstens nur zweites Päckchen und außerdem habe ich eine Einladung zum grillen bekommen. Den Abend verbringe ich also mit Darek, Viethold und Rafael auf deren Boot. Es gibt reichlich Bier und Wein und noch mehr Fleisch. Denn ursprünglich sollte die Crew aus 6 Personen bestehen. Nun sind sie nur zu dritt unterwegs haben aber entsprechend viel Proviant an Bord. Mein Glück :-). Der Abend ist wirklich klasse und ich höre nicht nur interessante Segelgeschichten aus Polen, sondern kann auch von meinen zurückliegenden und geplanten Abenteuern berichten.

Der nächste Morgen ist dann etwas pelzig. Obwohl ich mich persönlich beim Bier zurückgehalten habe, bin ich doch leicht angeschlagen. So ist die Entscheidung noch einen Tag zu bleiben schnell gefallen. Wind soll es heute sowieso keinen geben. Also verhole ich mich kurz nach dem aufstehen an die jetzt wieder völlig leere Pier und beobachte anschließend wie die erste Fähre des Tages Passagiere und reichlich Fracht ausspuckt. Das ganze Zeug wird von den Einheimischen mit kleinen elektrischen Kettenfahrzeugen (kein Scherz) abtransportiert. Das macht einen Höllenlärm der meinen Schädel zusätzlich brummen lässt. Also muss schnell Ablenkung her. Ich bewaffne mich mit der Gopro, befestige diese an einem Selfie-Stick und filme damit mein Unterwasserschiff, um doch auf Nummer sicher zu gehen, dass die Grundberührung vom Tag zuvor keine Schäden verursacht hat. Das Ergebnis meiner Bemühungen betrachte ich später auf dem Laptop. Alles OK. Noch nicht mal ein Kratzer ist zu sehen. Die Kielbolzen und alles andere sind auch unbeschadet und bombenfest. Da soll nochmal einer was über Bavarias sagen :-).

Utklippan Utklippan voraus Christiansoe Christiansoe Christiansoe Christiansoe Ein polnischer Abend auf Christiansoe Utklippan von oben

Den Tag verbummele ich anschließend mit einer Dusche im „Bad“ Hus, einem Hotdog im Kiosken sowie einer ausgedehnten Wanderung über beide Inseln. Dabei filme ich viel und lasse auch die Drohne fliegen. Die Aufnahmen sind wirklich gut geworden. Umso mehr ärgert es mich, als ich diese abends aus Versehen lösche bevor ich sie auf den Laptop überspielen kann. Hmmmpf. Also schnappe ich mir die Drohne noch einmal und marschiere zu einem guten Punkt ganz am Ende von Fredericksoe. Dort stelle ich fest , dass ich ein Kabel vergessen habe. Aaaargh !! Wieder zurück zum Boot, Kabel eingepackt und wieder zurück gelatscht. Als ich dann wenig später die Drohne endlich in der Luft habe, erscheint der Dorf-Sheriff und Hafenmeister und meint „it`s not allowed „. Da ist es wieder, dass Gefühl bei der versteckten Kamera zu sein. Aber gut .. ich akzeptiere auch das natürlich, packe mein Geraffel wieder ein und verkrümmel mich an Bord. Ein paar Aufnahmen konnte ich ja doch schießen und ich hoffe daraus was schönes basteln zu können.

Next stopp .. Sweden ! Die senile Bettflucht treibt mich schon um halb sieben aus der warmen Koje. Im Boot ist es doch ganz schön frisch. Das liegt wohl in erster Linie an den noch lausigen Wassertemperaturen. Um die zehn Grad soll die Ostsee hier nur haben. Das „kühlt“ natürlich ganz gut von unten durch. Nach Kaffee und Dosen-Vollkornbrot-Frühstück geht’s auch schon bald los. Mein heutiges Ziel heißt Utklippan. Eine noch kleinere Felseninsel als Christansoe, die einen kleinen unbewirtschafteten Nothafen beherbergt. Auf den Bildern im Revierführer siehts jedenfalls schon mal klasse aus .. da muss ich hin ! Die Überfahrt verläuft alles in allem gut ist aber wechselhaft. Bei zunächst halbem Wind um die vier Beaufort kommen wir gut voran. Die Sonne will sich heute noch nicht so wirklich zeigen. Das ändert sich erst mittags. Leider geht mit dem Sonnenschein aber auch der Wind flöten. Das hatte ich schon befürchet. Für mittags war nämich ein kurze Flaute mit anschließendem Winddreher auf Südwest gemeldst. Und so kommt es dann auch. Mit guten 15 Knoten erfasst mich ein schöner raumer Wind und nur unter Genua gehen wir die letzten Meilen an. Nach guten 8 Stunden zeigt sich dann am Horizont der Leuchtturm von Utklippan. Das AIS vor mir zeigt außerdem, dass sich wohl mindestens zwei weitere Yachten hierhin verirrt haben. Gespannt und auf alles gefasst (Tiefe ?) fahre ich langsam durch die Molenköpfe. Die Tiefe ist hier allerdings ausreichend, obwohl im Revierführer vor Versandungen gewarnt wird. Im Schutzbecken liegen dann vier Boote. Ein älterer Holländer hilft ir dann auch beim Anleger, gefolgt von einem kurzen Schwatz über ihre und meine Reisepläne.

Utklippan ist echt der Hammer. Anders kann man es nicht sagen. Meint man Christiansoe wäre klein, dann soll man erst mal hierhin kommen. Ein winziger zweigeteilter Felsen mit eine paar kleineren Schären ringsherum. Ein Leuchtturm und ein paar versprengte Häuser auf der „Südinsel“. Der Rest sind Flechten, Sträucher und Möwen. Im Norden liegen au0erdem einige Robben oder sogar Seelöwen gemütlich auf einem Felsen und blöcken die Sonne an. Die hatte ich auch schon auf Christansoe gesehen. Scheinbar gibt es hier doch eine ganze Menge von den kauzigen Schwimmwürsten. Auch hier streife ich einmal überr die südliche Insel , mache viele Aufnahmen und lasse einmal mehr das Dröhnchen fliegen. Dieses mal gibts keinen Mecker. Denn hier gibt es weder nen Hafenmeister noch sonst irgendwas. Einfach ein Becken mit ein paar Eisenringen zum festmachen, ein Plumpsklo und einen kleiner Aufenthaltsraum …fertig, Und genauso muss es hier auch sein. Mein Abend endet mit einem kurzen Schnack mit meinem zahnlosen schwedischen Nachbar, einem Teller Spaghetti mit Tomatensauce und einer Folge Fargo, meinem neuen Langfahrt-Serien-Highlight aus den USA. Echt gut aber nix für schwache Nerven,

So das muss erst mal reichen. Bald mehr von meinem Weg nach Kristianopel und der nächsten Etappe nach Kalmar. Ahoi !

Kristianopel

Tjor was soll ich sagen. Das mit dem Internet gestaltet sich in Schweden schwieriger als gedacht. Klar, auf Utklippan gibt’s sowas nicht. Aber selbst hier in Kristianopel ist derzeit kein WLAN verfügbar. Na wurscht… heute ging’s unter Maschine über gut 20 Seemeilen nach Norden Richtung Kalmarsund. Das Wetter ist nach wie vor unglaublich geil, auch wenn es wegen des Hochs gerade nur wenig Wind gibt. Morgen geht’s mit hoffentlich besserer Brise nach Kalmar. Eine größte Stadt. Wenn’s da mit dem Internet nicht klappt, weiß ich es auch nicht mehr. Also bis dann …. Ahoi ! Von meinem iPhone gesendet

Utklippan

Ich bin im Paradies. Nach 45 Seemeilen bin ich eben auf dem kleines Felsen Utklippan gelandet. Eine Mini-Insel etwa 10 Meilen vor der schwedischen Küste. Ein Traum. Natürlich ohne Strom, Hafenmeister und Internet. Von daher eine kurze schnelle Meldung via Handy. Hoffe morgen auf Internet. Dann mehr …. Ahoi. Von meinem iPhone gesendet

Cristiansoe

Nach einer polnischen Nacht mit Bier, Wein und viel Grillfleisch, liege ich nun plötzlich wieder ganz alleine auf Cristiansoe. Hier werde ich bis morgen bleiben und dann Richtung Schweden aufbrechen. Zeit genug also um den leichten Schädel zu kurieren und die Insel zu erkunden. Ahoi …. Von meinem iPhone gesendet

Bornholm

Moin Moin bzw. god morgen von Bornholm. Es ist jetzt kurz vor 11 Uhr morgens und ich war schon schwer aktiv. Nach Frühstück und dem üblichen Eimer Kaffee hatte ich gerade sogar einen kurzen Putzanfall, da es nach nur einem Seetag an Bord schon aussah wie nach 3 Wochen Nordatlantik. Da hat`s mich dann gepackt und jetzt geht’s so langsam wieder .. also zumindest für meine Verhältnisse :-). Seit gestern Nachmittag liege ich mit Carpe nun im Lystbadehavn Roenne auf Bornholm. Die kleine Marina liegt etwas nördlich vom eigentlichen Haupthafen und wird laut Revierführer als ruhiger und bei Seglern beliebter bezeichnet. Und beides stimmt wohl. Zum einen ist es hier echt ruhig und an den Stegen liegen gleich zwei Hände voll Segelyachten. Kurz nach der Ankunft wurde ich bereits lautstark begrüßt und aufgefordert am besten auf Päckchen zu kommen. Danach wurde mir sogar die erste Übernachtungsgebühr von einem anderen deutschen Segler gesponsert. Da sag ich danke. Roenne (ich muss das so schreiben weil ich diese durchgestrichene OE auf der Tastatur nicht finde) selbst hab ich noch nicht gesehen. Das werde ich heute Nachmittag nachholen und ein paar Aufnahmen schießen. Viel soll der Ort bzw. die Stadt nach Aussage der umliegenden Segler aber nicht bieten. Na mal schauen. Am besten immer erst mal selbst `n Bild machen … Die Überfahrt von Fehmarn nach Bornholm ist alles in allem gut belaufen. Wenn da nur nicht der unstete Wind gewesen wäre. Eigentlich waren für die gesamte Strecke und auch die anvisierte Fahrzeit durchgehend 4-6 Windstärken gemeldet. Anfangs stimmte das auch und ich konnte ab Burgtiefe mit achterlichem Wind und nur unter Genua gleich gut Strecke machen. Um 9 Uhr hatte ich zuvor die Leinen losgeworfen. Die wirklich letzten Tage vor dem Aufbruch hatte ich mit letzten Vorbereitungen verbracht. Da war noch immer das blöde Gasproblem (ich brauche Propan anstatt Butan für Norwegen), die Heizung sollte nochmal gecheckt werden, ein Heckanker lag zur Montage bereit und überhaupt musste natürlich noch der ganze Proviant an Bord. Also genug zu tun und so vergingen die letzten Tage auf Fehmarn wie im Flug. Auch weil ich sehr nette Nachbarn aus der Schweiz hatte, die mich abends zum Bier und einen netten Schnack einluden. Aber zurück zu meinem Weg nach Bornholm. Gegen Mittag ließ der Wind bereits spürbar nach. Weil er außerdem genau von hinten blies hatte ich bald das Gefühl zu stehen. Das ist ja bekanntlich genau mein Ding. Gerade wenn die Segel schlagen und es jämmerlich im Rigg klappert und scheppert. Also habe ich mich dazu entschlossen etwas anzuluven und so vor dem Wind zu kreuzen (bzw. zu halsen). So erklärt sich auch mein Weg der zweimal den Fahrweg der Großschifffahrt kreuzt (die Frage tauchte in der Grussbox auf). So konnte ich Carpe wieder etwas in Schwung bringen und das Gefühl voran zu kommen war wieder da. Auf Höhe von Darsser Ort war dann abends allerdings endgültig Zapfenstreich. Das wenige was an Wind noch da war verschwand nach und nach und so fiel für mich irgendwann die Entscheidung eben nach Darsss auszuweichen. Zur Sicherheit habe ich dann aber doch den in Darss stationierten Seenotkreuzer angefunkt. Und siehe da .. „..die Tonnen sind eingezogen, der Hafen ist gesperrt. Gute Reise.“, erhielt ich als Antwort. Na toll. Aber so isset halt manchmal. Also Segel wieder hoch und erneut Kurs Bornholm angelegt. So ging es nun für einige Stunden bei durchschnittlichen 2-3 Knoten Fahrt südlich der Großschifffahrtsroute Richtung Rügen. Die Nacht war nach dem sonnigen Tag doch ganz schön frisch. Nach und nach habe ich wirklich alles angezogen was ich im Salon finden konnte . Im Laufe der Nacht stellte sich dann zu meiner Freude wieder etwas Wind ein. Mit jetzt nahezu halbem Wind ging es so vorbei an Hiddensee und Rügen . Im Norden kann man übrigens bereits jetzt schon die ganze Nacht das Restlicht der Sonne deutlich erkennen. Dort wird es im Sommer ja bekanntlich nur noch ganz kurz bzw. gar nicht mehr richtig dunkel. Hätte ich nicht gedacht, dass ich das schon von aus hier beobachten kann. Ach ja .. ein kleiner Schweinswal hat übrigens auch mal vorbeigeschaut, sich aber schnell wieder getrollt, sodass ich keine wirklichen Aufnahmen von ihm machen konnte. Tjor .. der Rest der Strecke ist dann eigentlich schnell erklärt. Der Wind hat sich weiter stabilisiert und mich mit durchschnittlichen 6 Knoten Richtung Dänemark getrieben. Parallel zu einer estnischen Yacht, die ich schon die ganze Nacht auf dem AIS beobachtet hatte, ging ich so die letzten Meilen an. Um 13 Uhr war ich schließlich da und zugegebenerweise trotz vieler kleiner Döseinlagen ganz schön Banane. Also schnell noch was geköchelt und ab in die Koje, in der ich bis abends um halb sieben vor mich hingesabbert habe. Gleich hinter mir liegt übrigens eine weitere Bavaria 32 Holiday deren nette Berliner Besitzer am Abend noch auf ein Bier vorbei kamen . Nach einer weiteren ausgedehnten Rüssel-Einlage heute Nacht bin ich nun wieder fit und werde mich gleich mal Richtung Ort begeben, um nach einem WLAN zu suchen und hoffentlich diesen Text und ein paar Eindrücke hochladen zu können.Morgen will ich weiter Richtung Nordost. Mal schauen, ob ich direkt bis Christansoe gehe oder voher noch dem Bornholmer Ort Gudjem einen Besuch abstatte. Dort soll es nämlich auch ganz besonders muckelig sein. Also dann .. ich bin los, es läuft und überhaupt. Aaaaaaahoi !!! P.S. Vielen Dank auch für die Spenden in Carpes Bordkasse und die vielen vielen Grussbox Nachrichten die ich bereits erhalten habe. Sind angekommen ….

The Eagle has landed

Ahoi und viele Grüße aus Rønne auf Bornholm. Nach 28 Stunden und knapp 150 Seemeilen waren heute um 13 Uhr die Leinen fest. Morgen mehr … (wenn ich ein WLAN finde).

Morgen gehts los

Hallole, ich melde mich hier live aus dem Insel Cafe auf Fehmarn. Die Sonne lacht und die Erkältung ist so gut wie ausgestanden. Auch ansonsten ist bislang alles gute gelaufen. Die neue Gaspulle (Propan Alumini) ist gekauft und verstaut. Die vorhandenen blauen Butan-Flaschen gefüllt und verpackt, das neue Gasventil und der ebenfalls neue Druckminderer montiert, Proviant verstaut, Diesel plus Reserve gebunkert und Carpe soweit seeklar gemacht. Gestern war dann Michi nochmal am Start und hat mal nen Blick auf die Heizung geworfen. Auch hier soweit alles OK. Morgen früh will ich mit dem aufkommenden Westwind dann Richtung Bornholm starten. Ab morgen sollte dann also auch der Tracker laufen und ihr könnt auf der KARTE meine Position live mitverfolgen. Ich hoffe dann Sonntag auf Bornholm zu landen. Von dort werde ich mich dann etwas umfangreicher melden. Hier ist nämlich das WLAN heisse Ware und der Akku ohnehin fast leer. Also dann .. es geht los.  

Bereit

Es wird langsam ernst. Heute morgen für knapp 400 EUR Proviant gebunkert, Seesack und Technik gepackt, letztes Treffen mit Viktor, Auto bis zum Anschlag vollgeräumt und zwischendurch immer mal kurz verschnauft. Erkältung wird langsam besser. Trotzdem hatte ich heute den ganzen Tag das Gefühl eine Bleiweste zu tragen. Wenn’s nicht schlechter wird, morgen Aufbruch zum Boot. Ahoi …

Countdown

Eine letzte kurze Meldung über den Stand der Dinge, bevor es nächste Woche zum Boot geht, um die wirklich letzten Dinge anzugehen. Der Start ist dann abhängig vom Wetter am kommenden Wochende bzw. Anfang der darauf folgenden Woche geplant. Nächste Meldung dann von See oder dem ersten Etappenziel Bornholm. Ahoi !



Das Hörbuch zum Atlantik-Törn ist fertig

Endlich ist es geschafft. Das Hörbuch zum „EINHAND UM DEN ATLANTIK“ Törn ist fertig und kann ab sofort im Shop von segel-filme.de heruntergeladen werden. Ich hoffe es gefällt euch und würde mich über eine Bewertung oder einen Kommentar von euch freuen. Alle Crowdfunder, die sich das Hörbuch als Dankeschön bei Startnext ausgesucht hatten, haben bereits eine Email mit einem Download-Link erhalten. Bitte prüft insoweit also kurz eure Mailbox.

Ansonsten nimmt der finale Vorbereitungs-Stress gerade kein Ende. Jetzt ist auch noch mein Wasserbett im Eimer und ich befülle gerade die neuen Matratzen. Von daher nur schnell in aller Kürze. Alles soweit im Soll, zwei bis drei kleine Baustellen gibts noch. Nächste Woche gehts zum Boot. Mehr Infos am Wochenende. Ahoi !



Hier gehts zum Download

Klar zum Auslaufen

Manchmal habe ich mich in den letzten Tagen eher wie ein Kraftfahrer, als wie ein Segler gefühlt. Gleich zwei mal bin ich in den vergangenen 14 Tagen von Koblenz nach Fehrman gedüst, um dort die letzten Probleme an Carpe Diem zu beseitigen. Da war zum einen das Ruder, für das ein neuer Sperrring für den Ruderschaft angefertigt werden musste, um darunter einen Distanzring gegen das leichte axiale Spiel anzubringen. Darum hat sich einmal mehr mein neuer Lieblings-Mechaniker Michi Beer gekümmert, der auch schon fleissig an Bord werkelte, als ich Fehrman das zweite mal erreichte. Der neue Alu-Ring passt wie „Arsch auf Eimer“ und zusammen mit dem von Nico (der www.sonnensegler.net) angefertigten Distanzring, ist das Spiel im Schaft nunmehr Geschichte. Ich bin begeistert und von daher möchte ich es nicht versäumen, allen die im Großraum Fehmarn einmal Probleme am Boot haben, besagten Michi Beer ans Herz zu legen. Der Mann ist nicht nur eine echte Type, sondern auch noch fähig und zuverlässig obendrein. Wer also Fragen hat oder einen Termin mit ihm vereinbaren möchte, der kann sich unter Poseidonboats@web.de mit Michi in Verbindung setzen.

Nächster Punkt war erneut das Rigg, mit dem ich nach wie vor nicht so 100% zufrieden war. Noch einmal habe ich also an den Wanten herumgedoktert, bis ich eine für meine bescheidene Meinung gute Einstellung gefunden habe. Zwischendurch kamen dann noch ein paar Kleinigkeiten wie eine lose Windgeneratorhalterung, ein neues Radio für Carpe Diem und so weiter hinzu. Auch dem lokalen Gasmann bin ich wegen der Propan-Gaspulle für Carpe und den dafür notwendigen Änderungen an der Gasanlage weiter auf die Nerven gegangen. Noch haben wir den Deal nicht eingetütet, aber ich lasse natürlich nicht locker :-).

Am 26. April stand dann endlich eine erste Ausfahrt mit Carpe Diem auf dem Programm. Der Wind blies zwar nur schwach, aber dafür schien endlich mal wieder die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel herab, was die doch nach wie vor frostigen Temperturen erträglicher machte. Also abgelegt und raus auf die Ostsee. Hier die Segel gesetzt, verschiedene Kurse zum Wind getestet und erneut die Wantenspannung geprüft. Alles gut. Auch die frisch gewartete Maschine und insbesondere den neuen Propeller habe ich nun unter Last und mit verschiedenen Drehzahlen testen können. Auch hier alles bestens. Der Propeller sorgt trotz weniger Steigung für etwas mehr Speed, aber vor allen Dingen mehr „Bums“ beim beschleunigen, aufstoppen und mehr Durchzugskraft. Das sollte für die russische Binnenfahrt reichen. In der kommenden Woche bin ich nun noch einmal für 7 Tage als Skipper auf Ijsselmeer und Nordsee unterwegs, bevor die heisse Phase beginnt. Dann sind es nur noch 14 Tage, in denen ich letzte Dinge besorgen werde, um dann gegen den 20. Mai erneut zum Boot zu reisen und bald die Leinen loszuwerfen.

Gestern kamen übrigens auch endlich die noch ausstehenden Seekarten aus Russland an. Das war vielleicht ein Heckmeck. Erst mussten wir überhaupt mal nen Dealer finden, der nach Deutschland liefert. Dann wurde natürlich Vorkasse verlangt, bevor der Händler die Karten überhaupt erst mal besorgt. Eine Banküberweisung nach Russland geht auch nicht so ohne weiteres. Also die Kohle via Western Union nach Osten geschickt und gewartet. Fast 4 Wochen hats am Ende gedauert und selbst dann hielt ich die Karten noch nicht in den Händen, sondern hatte zunächst nur eine Benachrichtigung vom Zoll in Koblenz im Briefkasten. Da bin ich dann gestern noch schnell hin bevor ich wieder los muss und habe 12,51 EUR Einfuhrzoll abgedrückt. Nun sind die Kärtchen aber zu Hause und ein weiterer Punkt der endlosen to-do-Liste kann abgehakt werden.

Über meinen kleinen Ausflug mit Carpe habe ich natürlich auch ein kurzes Video gedreht und dabei erstmals die neue 360 Grad Kamera genutzt. So habt ihr quasi einen echten „Rundumblick“ und seid so fast live dabei. Viel Spaß damit und Ahoi !



Fummel-Film

Und hier noch ein paar bewegte Bilder von den letzten Tagen auf Fehmarn. Am Dienstag gehts noch einmal in aller Herrgottsfrühe los Richtung Norden, um hoffentlich die letzten Baustellen zu beseitigen. Bis denne … Ahoi !

Übrigens habe ich auch mal den Tracker aktiviert. Ein erster Wegpunkt ist damit gesetzt. Nach meinem Aufbruch könnt ihr meinen Reisefortschritt dann wie gewohnt (fast) in Echtzeit auf der KARTE mitverfolgen.