Archiv der Kategorie: Luvgier

290 : 71

…führt Segeln gegen Dieseln!!
In Seemeilen natürlich

Noch mehr Besuch an Bord…

Willkommen du Schotte

Der erste Besucher

Am Dienstag kommt der erste Mitsegler an Bord. Around the World Reiseexperte Henning von www.reiss-aus.de Nebenbei auch Playstation RockBand Held und Drummer. Er hat mir grad dieses Bild geschickt…sieht nach „Serious Fishing“ aus. Ich habe noch NIE geangelt, habe das aber für die Reise fest eingeplant. Alsi nun nach der Theorie (Buch) die Praxis…freu mich!!

Nicht das allerbeste Segelwetter…

…aber morgen gehts weiter.

Die bisher gesegelte Strecke


The Sailing Bassman – Episode10 – Angekommen!

In Folge 10 erreiche ich nun nach der vielen Segelei endlich die ersten schwedischen Schären um Karlskrona. Der Weg dorthin führte über Bornholm, eine Ankerbucht, sowie die Inseln Christiansö und Utklippan. Mir fällt damit ein Riesenstein von Herzen, habe ich doch damit bereits die Hälfte der Meilen nach Stockholm hinter mir…auf jeden Fall aber die Anspruchsvollsten.

 

Logbuch – Samstag, den 24. Mai 2014






Logbuch – Samstag, den 24. Mai 2014
Standort: Torhamn
Sonnig und hochsommerlich


– Über die Stationen Hasle und Hammerhus (wie schon berichtet) ging es nach Gudhjem auf der Ostseite Bornholms. Dieser Segeltag war bisher der Einzige mit beständigen 3-4 Bft und wenig Welle…laut Statistik der häufigste Wind auf der Ostsee. Kann ich nicht bestätigen, entweder nix (nachts) oder mindestens 5 ist meine Erfahrung.Der Mittelwert wäre dann ja 2,5?? Gudhjem hat fast mediterranes Flair mit seinem in die Felsen gesprengten Häfchen und einem Hafenvorplatz, fast schon Piazza della Gudhjem, mit seinen Cafes und Rieseneistüten. Das Wetter passte dazu, es fühlte sich wirklich an wie Klein-Portofino. Beim Anlegen half mir Bam, der normalerweise ein Ferienwohngemeinschaft am Vorarlberg anbietet (Gäste haben eigene Zimmer, aber es gibt eine gemeinsame Küche in der zusammen gegessen wird…interessant, WG-light zum reinschnuppern), die wohl ganz gut läuft. Ich habe ihn gleichaltrig  eingeschätzt, er ist aber schon 61. Das muss wohl an den vielen Spaziergängen und seiner Lebensweise liegen, Respekt. Er half mir beim Anlegen und spendierte auch gleich ein Flens…so lässt es sich ankommen!! Wegen des hohen Hafengeldes war wieder Bordküche angesagt, aber die Riesenkugel Eis musste sein. Als alles so schön war kamen dann die Charterer aus Hasle in den Hafen und richteten das übliche Chaos an. 10 deutsche Männer  in meinem Alter alleine unterwegs, ganz üble Mischung aus Stammtisch, Zoten, Bierlaune und chronischem Langweiler-, Besserwisser- und mit High-Tech Kamerasrummrennertum! Wo bleibt meine Toleranz? Na gut wie zu erwarten, war bei denen dann auch um 0500h Aufbruch. Und um 0800h kam der Presslufthammer, alles sehr ungemütlich. Nach nem langen Schnack mit Bam, bin ich dann gegen Mittag auf nach Christinasö.


 Der knallbunte Eisladen von Gudhjem



Das Boot vom Bam




Guten Morgen, du Schwein :-)

– Was eigentlich ein schneller Ritt werden sollte, entpuppte sich schon in der Hafenausfahrt als Kampf gegen Wellen und Wind. Noch bin ich zum Glück so diszipliniert, das immer alles an seinem Platz liegt und das Boot immer absolut seeklar vorbereitet ist, auch wenn ich nur mit einer kurzen Fahrt rechne. Das Gegenteil habe ich auch schon erlebt, da ist danach das ganze Boot umgekrempelt, Sachen sind kaputt und  die Segelmanöver werden schnell gefährlich in der Eile. Spiessig, aber leider notwendig :-) Zweieinhalb Stunden später lief ich völlig erledigt in den Hafen der kleinen Insel ein, nachdem auch die Einfahrt wegen der hohen Welle abenteuerlich war. Da ich nichts vorbereiten konnte, war auch das Anlegen eine echte Katastrophe..aber fest ist fest. Christiansö ist eine alte Festung der Dänen und wirkt sehr mittelalterlich. Auf der Insel ist ALLES geschützt. Nur nicht das Portemonnaie der Tagesgäste die mit Fähren rangekarrt werden. Ich konnte lange spazierengehen und die hobbithaften Häuschen der Insulaner bewundern, lustig!! Um 1615h fährt die letzte Fähre ab und die Hobbits kommen aus ihren Nestern um vor dem Kaufmann eine lustige Tuborg-Runde zu eröffnen. Hier ist man als Fremder nicht erwünscht, also habe ich endlich mal Wäsche gewaschen…von Dusche bis Waschmaschine war alles vorhanden und das ausnahmsweise mal nur für €20.- die Nacht. So gabs dann mal HotDog und Cola zur Belohnung. Abends gesellte sich noch ein Schwede zu mir, der ebenfalls alleine unterwegs war. Aus dem kurzen Schnack wurde ein langer und nach seinem Hinweis auf die hohen Alkoholpreise in Schweden, verstand ich und kramte den guten  Single Malt hervor. Gemeinsam trinkt es sich doch schöner und der Whiskey scheint in Schweden unbezahlbar zu sein. Aufbrechen wollten wir beide Richtung Schweden gegen 0600h. Beim Aufwachen heulte der Wind, eine hohe Welle stand in den Hafen und mein Single Malt Kopf riet mir vom Auslaufen ab. Der schwedische Kollege zog aber trotzdem los und führte einen wahren Rodeoritt in der Hafeneinfahrt auf. Als dann noch seine Rollfock ausrauschte und er fast auf die Klippen fuhr, drehte ich mich um und legte mich zufrieden wieder ins Bett. Beim Aufwachen um 0930h war alles anders…weniger Wind, weniger Welle und Sonnenschein. Alarmstart…schliesslich musste ich die Zeit wieder aufholen.






– Der Südostwind kam mit 4-5 Bft. perfekt. Und ich rauschte (für meine Verhältnisse) nur so dahin…bis zur Dampferautobahn. Hier wurden mir immer wieder Schauergeschichten erzählt. Über eine Breite von 6 Seemeilen fahren die großen Dampfer in mehreren Spuren auf diesen Deep Water Ways. Da quer hindurchzusegeln ist tricky, da die Kisten sehr schnell unterwegs sind, schlecht ausweichen können bzw. wollen. Es gibt noch die Steigerung der Verkehrstrennungsgebiete,  in denen man als Segler völlig entrechtet wird, hier konnte ich zumindestens meinen Kurs halten, auch wenn das dann 10 Seemeilen Autobahnquerung bedeutet; knappe 2 Stunden. Zunächst sah alles noch harmlos aus, dann kamen aber gleichzeitig 4 Schiffe von rechts. Ein Riesenkreuzfahrer, die Finnlandfähre aus Kiel, ein Rostkasten und ein mittleres Containerschiff. Also erstmal stoisch Kurs halten, in der Theorie habe ich als Segler sogar Kurshaltepflicht. Und siehe da, AIDA und Kolcher weichen aus und lassen mich durch. Finnland kommt mir zu nahe, also 5 Grad abfallen, leider ebenso der Container. 10 Grad Höhe verloren in einer Stunde, das änderte leider den gemütlichen fast Halbwindkurs in  einen ruppigen Amwindkurs, gegen, wie sollte es anders sein, wieder einmal enorme Wellen. Dafür war auf der Gegenfahrbahn nichts los. Aber die 3 Stunden nach Utklippan, rüttelten mich mal wieder ordentlich durch. Das liegt sicher auch an dem Dimensionen meiner Plastikschüssel, die sich Segelboot nennt. 3 Meter Breite bei nur 8,50 Metern Länge und der flache Bauch tauchen einfach nicht durch die Welle. Aber nicht jammern, schliesslich war das die letzte Etappe des Meilenfressens. Schweden lag voraus, und von nun an wird es mehr ein gemütliches Küstenhangeln, als das bisherige übers Meergejuckel.

– Dann tauchte auch Utklippan am Horizont auf. Es fasziniert mich immer wieder und immer noch, das, wenn man dem GPS stoisch folgt, am Ende immer die Ziele auftauchen. Ist ja eigentlich logisch, aber nach der Fahrt durch das leere und unformatierte Wasser immer wieder wie ein Wunder. Land, Land…wie muss das „damals“ ohne GPS gewesen sein? Jetzt noch einmal zusammenreissen, denn die Einfahrt ist ein wenig anspruchsvoll und mit einigen Untiefen versehen. Klingt aber im Hafenführer schlimmer als es in der Realität ist, wie so häufig..naja besser als anderherum. Fest, Motor aus, Bordküche, die üblichen Fragen (bei den Wellen, alleine?) und ab ins Bett, bin irgendwie völlig platt. Ich denke die langen Strecken nagen mehr an mir, als ich merke. So vieles muss zusammenpassen und so vieles kann schiefgehen. Auf jeden Fall fühle ich mich am nächsten Morgen so viel besser, das es nicht nur am langen Schlaf gelegen haben kann. Utklippan besteht in der Tat nur aus zwei Felsen mitten im Meer.  (Das eigentliche Land kommt erst ein paar Meilen später). Eine Insel mit Hafen, eine mit Leuchtturm und jeder Menge aggressiver (ob der Brut) Vögel. Dazu kein Strom, kein Klo, kein Hafenmeister, kein Automat, kein nix. Spart zumindestens Geld…welches am nächsten Tag in eine Risenpizza investiert wird.





– Morgens ist der Wind völlig weg, aber ich will eh  nur 12 Meilen nach Torhamn. Auf dem Weg zur Einfahrt in die Schären, taucht im Dunst eine Fähre auf…das sieht immer so nah aus, sie ist aber weit genug voraus.

– Mein Kumpel Mike hat mir seine Seekarten von dem Revier geliehen, witzigerweise folge ich genau seinem Kielwasser, was er vor ein paar Jahren hier hinterlassen hat und kann die Wegpunkte direkt übernehmen. Danke Mike! Nun folgte meine erste Einfahrt in die Schärengewässer in denen man wegen der Felsen sehr genau navigieren muss. Es ist aber alles gut betonnt und erinnert mich an die Schlei bzw. die Gewässer um Marstal. Kein Problem, aber man sollte nicht abkürzen oder leichtsinnig werden…und immer das Kielwasser im Auge behalten, damit man nicht hinten raus vertreibt, obwohl man vorne vermeintlich richtig auf die Tonnen zuhält…das ist mir in der Ausfahrt von Orth einmal passiert und nur mein Tiefenalarm hat mich gerettet..(und gestern vor Karlskrona wieder; ich muss noch mehr aufpassen, verdammt!!).
– Um 1100h dann schon fest in Torhamn. Das ist Schweden wie aus dem Bilderbuch. Die typischen roten Häuserhütten, der blaue Himmel, die Ruhe, die Sonne. Es fühlt sich jetzt schon an wie Mitte Juli, geniaaaaal!! Ein langer Fussmarsch führt mich ins Dorf und in eine Pizzeria…nach 3 Tagen Bordküche ein Muss :-) Daneben der Supermarkt, der Zentrum des Lebens in diesen kleinen skandinavischen Städtchen. Nirgendwo eine Menschenseele, aber der Supermarkt  hat bis 2200h geöffnet und ist belebt. Den Rest des Tages habe ich vergammelt, gelesen, Kaffee getrunken, aufs Meer gesehen, in der Sonne gebraten, fotografiert und am Blog geschrieben. Perfekt! Morgen gehts dann in großstädtische Karlskrona, auch wieder nur ein 2 Stunden Törn durch die Schären. Das tut gut nach den 300 Seemeilen die ich jetzt laut Logbuch hinter mir habe. Vor 2 Monaten war ich mir noch alles andere als sicher, ob ich es wirklich bis hierher schaffe :-) Kinderspiel…




Es gibt noch viel mehr Träumer…

…spät abends lief in Sassnitz die „Sommerwind“ aus Laboe ein. Große Stahlyacht mit allem was man für eine Langfahrt braucht; Windgenerator und Solarzellen sind ein sicheres Indiz. Ich fragte nach ihren Plänen und Günter erzählte mir, das er sich nun mit 51 diesen Traum erfüllen will, bevor es zu spät ist. Die Kinder sind aus dem Haus und seine alte Jugendliebe Korinna, die er 13 Jahre nicht gesehen hatte, entpuppte sich als Seefrau und perfekter Partner für den Plan. Günter selbst hat ein Seemannspatent und immer wenn das Geld alle ist, will er auf einem Schiff anheuern um für Nachschub zu sorgen. Dauer der Reise ungewiss, Ziel erstmal Richtung Kapverden. Tolle Story, tolles Paar…ich wünsche euch alles Gute und findet euer Glück!!

Heute in Gudhjem liegt neben mir der Wahlösterreicher Bam (der Bruder von Westbam?). Er ist auch seit Wochen schon auf der Ostsee unterwegs und erfüllt sich seinen Lebenstraum. Er bleibt jetzt ein paar Wochen auf Bornholm, bevor es weitergeht. So alleine ist man dann doch nicht als Alleinsegler, im Gegenteil…man findet sogar eher Gesprächspartner als in der Gruppe oder als Paar. Das Flens auf den Klippen von Gudhjem nach dem Anlegen perlte jedenfalls perfekt :-)

The Sailing Bassman – Episode 9 – Sommer, Sonne, Urlaubszeit

Endlich scheint die Sonne!! Die Fahrt nach Rügen und die relaxten Tage dort sind Thema dieses Videos. So habe ich mir das vorgestellt und so kann es gerne die nächsten 170 Tage weitergehen.




Von Rügen nach Bornholm – Jetzt aber in echt!!

Die Überfahrt von Sassnitz auf Rügen nach Bornhol lag mir ja etwas quer im Magen. Erst passte der Wind ein paar Tage lang nicht und dann sind es eben 50 Meilen (knapp 100km) über das offene Meer. Wobei das eher ein subjektiver Faktor ist; die Nähe zur Küste nützt mir auch nichts, wenn kein Hafen in der Nähe ist. Im Gegenteil: der größte Feind des Schiffes ist das Land! Mein Magen sah das aber etwas anders, und so habe ich eben alles auf kleinste geplant bis hin zum Speiseplan mit Vorkochen, falls ich keine Zeit habe das Ruder zu verlassen. Abends vor der Abreise kam dann noch dichter Nebel auf….whatever, der Wecker ging um 0445h, die Sicht war gut also Diesel an und los. Natürlich kam der Wind von vorn, wenn auch schwach, ich schob das erstmal auf den Kapeffekt (für die Experten). Und in der Tat kaum war ich von der Steilküste weg kam mehr Wind und es war gerade eben so ein Anlieger (direkter Kurs) nach Bornholm drin. Hier verschwindet Rügen dann am Horizont, nach ca. 10 Meilen und es bleibt nur die See rundum.


Ich musste die ganze Zeit hart am Wind fahren, und mir wurde auch mal wieder leicht übel. Die Freude über das gute Vorwärtskommen überwiegte aber. Der Hafen Rönne war nicht zu bekommen, also nahm ich einen etwas nördicheren Hafen: Hasle. Noch einmal 5 Meilen mehr. Nach 10 Stunden hatte ich dann  Signale für Land voraus. Diese Taube reiste als blinder Passagier mit. sie wurde wohl, wie ich, vom Regen überrascht.

 

Am Horizont sieht man dann auch Bornholm…geschafft!!


Der Hafen von Hasle war  nun mein erster ausländischer Hafen auf dieser Tour…nice!! Nach 13 Stunden auf dem Wasser dann erstmal Burger, Pommes, Bier!! Hier ist alles noch kleiner als auf Rügen…das macht echt Spaß.


Und so sieht es aus im Dorf. Typisch dänisch, idyllisch und absolut entspannt. Das steckt an und ich habe mich bis zum nächsten Tag 1400h nicht mehr davon bewegt. Die nervigen deutschen Charterer waren aber schon um 0700h wach und sind mit lautem Getöse erstmal beim auslaufen überall gegengefahren. Spacken alles!!


Leider kostet hier eine Übernachtung mein Tagesbudget von €25.- Also war Ankern angesagt, kost ja nix…Habe dann auch eine tolle Bucht gefunden bei Hammerhavn und habe hier mit Grill und Heinecken einen tollen, relaxten Abend mit Sonnenuntergang und Schlauchbootfahren gehabt.

Ich werde noch zwei Tage auf Bornholm bleiben, dann geht es über Christiansö und Utklippan nach Schweden. Der Wind passt, die Sonne scheint, was will man mehr!!

Dänischer Boden unter den Füßen, dänisches Bier an den Lippen

Nach 13 Stunden hart am Wind, die sich anfühlten wie 13 Stunden „Breakdancer“ auf dem Dom, bin ich nun endlich auf Bornholm angekommen….
Prost…das Bier ist irgendwie auch nur halb da..geht mir genauso


Logbuch – Sonntag, den 18. Mai 2014

Standort: Sassnitz
Regen
Diesmal nur Textform, da es hier nur sehr, sehr langsames WLAN gibt. Das Video dazu ist fertig und kommt sobald es hochladbar ist.
– Von Warnemünde sollte es, wie immer mit viel Wind und Welle, Richtung Klintholm in Dänemark gehen. Der Kurs war aber zu hart am Wind und nicht direkt anzulegen. Also alternativ Kurswechsel Richtung Rügen. Nur mit Genua und viel Schaukelei ging das ganz gut. Später kam dann noch die tägliche Windwarnung hinzu und zum Nachmittag hin wehte es auch wieder mit 6-7 (lt. Echtzeitmessung Windfinder Gedser). Also beschloss ich den Nothafen Darßer Ort anzulaufen.
– Bei dem starken Wind kam ich mit normaler Marschfahrt gerade mal mit 0,8kn vorwärts. Die Einfahrt war aber sowieso sehr schwer auszumachen, von daher passte das Tempo. Ich hatte über Funk schon gehört, das die Einfahrt stark versandet ist, schlich also langsam in den Hafen und kam prompt auf Grund. Mit der Sonne von vorne war nichts zu erkennen, nach achtern dafür natürlich umso besser. Hinter mir lief aber eh grad der Seenotkreuzer ein, die hätten mir schon geholfen. Aber schnell drehte der Wind das Boot um 180° und ich war wieder frei. Also neuer Anlauf, etwas mehr Steuerbord und ich war drin. Nur ein weiterer Segler lag an der großen Steganlage, also freie Platzwahl.
– Darßer Ort ist Naturschutzgebiet und von daher natürlich extrem ursprünglich und wild. Es hat mir hier sofort sehr gut gefallen und der Rest des Tages ging für Spaziergänge und Kochen drauf.
– Morgens dann Meldung und Zahlen beim Hafenmeister. Der Grund des Notfalls wurde in ein Formular eingetragen. Offensichtlich eine reine Formsache. Man sollte den Hafen also ruhig bei Gelegenheit anlaufen, es lohnt sich. Nun ging es im ZickZack wieder raus aus dem Hafen und Kurs Rügen.
– Wind und Schaukelei waren wie immer, nur wurde mir das erste Mal an Bord übel. Normalerweise werde ich bei Schaukelei eher gefrässig, doch ich hatte sowieso schon Kopfschmerzen und nach 20 Minuten liegend im Cockpit wurde mir sehr, sehr schlecht. Also selber stehend ans Ruder, ordentlich Vitamin C eingepfiffen (soll angeblich helfen), und nach 30 Minuten wurde es etwas besser, nur etwas, aber genug um durchzuhalten.
– Dann habe ich Hiddensee und Kap Arkona passiert um dann in die Tromper Wiek einzulaufen. Damit hatte ich nicht gerechnet! Karibikstrände vom allerfeinsten und ein kleiner sehr gemütlicher Fischerhafen. Wie immer war kein Segler unterwegs, also konnte ich direkt vorm Hafenbüro festmachen und hatte Imbiss, Sanitäranlagen etc. direkt gegenüber.
– Nun sollte es weiter nach Bornholm gehen, nur kam der Wind genau daher. In einer nächtlichen Windstille hätte ich hindieseln können, hatte aber keine Lust dazu. Meine Segel/Motorbilanz sieht doch so schön aus, die will ich mir nicht verderben : ) Ich blieb dann 3 Nächte in Glowe und habe Radtouren und Stadtbesichtigung Stralsund ins Programm genommen. Das Wetter wurde immer besser, so das ich dann beschloss statt nach Bornholm (der Wind kam immer noch daher), zunächst nach Sassnitz zu fahren. Und wurde mit dem schönsten Törn der Reise bisher belohnt. Mit kurzer Hose und barfuss ging dümpelte ich so dahin, als der Wind dann einschlief habe ich im Hafen von Lohme Mittagspasue gemacht. Toll gelegen, mitten in den Kreidefelsen erinnerte es  mich eher an einen griechischen Inselhafen, als an die Ostsee. Ganz, ganz toll. Für mich ein Geheimtipp auf Rügen!!
– Generell hat mir Rügen sehr gut gefallen und kann als Alternative für die dänische Südsee auf jeden Fall mithalten! Morgen früh geht es dann um 0500h endlich Richtung Bornholm, der Wind soll in der Nacht auf Südost drehen, dann ist der Weg frei. Erstmals liegen hier auch andere Segelcrews, die mit mir auf den Absprung warten.