Archiv der Kategorie: Luvgier

Der Käpt’n….toller Kerl!!









Danke für die Bilder, Henning!!

Die Tücken von Heckanker und Heckbojen


Nachdem mittlerweile das Anlegen mit Heckbojen zu zweit einigermassen klappt, muss  ich mir nun überlegen, wie das alleine funktionieren soll. Das Durchfummeln einer Leine durch die Boje war immer chaotisch; sie verhedderte sich dann im Aussenborder oder klemmte irgendwo, so das ich nicht mehr auf Fahrt und Ruder achten kann…bei etwas Wind immer sehr unschön. Eine Hallberg-Rassy hat z.B.: nur wegen der Fender überlebt :-) Ich habe mir vorhin nun einen Bojenhaken besorgt, für den ich vorher zu geizig war. Den muss ich nur einhängen und die Leine auf die ungefähre Länge belegen, dann kann ich nach Vorne jumpen, um dort an den Steg zu gehen. Das sollte eigentlich gut klappen.

Ganz anders jedoch das Festmachen am Felsen mit Heckanker. Der erste Versuch war eine echte Katastrophe. Da kam aber auch Einiges zusammen. Zunächst stimmten die Tiefenangaben aus dem Handbuch absolut nicht. Später haben wir an Schilf und Fels gesehen, das mindestens 60cm Wasser fehlten, wohl aufgrund des vorherigen langen Starkwindes. Laut Echolot müsste ich längst aufgelaufen sein, der Grund ist allerdings so schlammig und modderig das ich mich da irgendwie durchgefräst habe; das Wasser war auch ordentlich schlammig hinter mir.  Der empfohlene Liegeplatz war also nicht zu erreichen, ein alternativer lag recht ungünstig quer zum Wind, der natürlich in Böen genau in die angeblich nach überall geschütze Bucht rauschte. Generell kommt beim Anlegen immer viel Wind auf, das ist wohl so eine persönliche Sache zwischen mir und Rasmus, dem alten Sack! Also Heckanker und dann langsam vorwärts…klonk. Passt natürlich nicht und der Heckanker liegt auch im ungünstigen Winkel. Also Anker hoch, neuer Anlauf. Leider ist der Grund so modderig, das kiloweise stinkender Schlamm an der Kette und am Anker hängt; später dann an meinen Händen, Beinen, Klamotten, überall im Boot etc. Dazu die Böen und der alarmgebende Tiefenmesser…großes Kino. Also nochmal ne Runde durch den Schlamm, Heckanker wieder rein und trotzdem passt es vorne nicht. Nun also schlammbesudelt ins Schlauchboot um ne Vorleine an Land zu rudern….irgendwann (2 Stunden später) liegt dann alles fest und erst eimerweise Wasser macht alles wieder etwas sauber. 


Der zweite Ankerversuch läuft ähnlich mies ab. Zunächst passt alles, doch dann entwickelt sich aus absoluter Windstille  plötzlich ein 5er, natürlich quer, und zerrt am Anker. Also nochmal anders hinlegen, und wieder donner ich beim Ablegen irgendwo unter dem Wasser gegen etwas, obwohl nichts verzeichnet ist. Mir ist die Lust vergangen und wir fahren in den nächsten Hafen. 15 Minuten später und eine Ecke weiter ist es natürlich wieder absolut windstill. Wie soll ich das aber nun alleine anstellen? Das wird sich hoffentlich finden, aber ich habe mir nun doch eine teure Rolle mit Leine für den Heckanker besorgt.


Denn wenn ich da mit 30 Meter Leine und Kette und Anker im Cockpit hantiere, und dann gleichzeitig vorne auf die Felsen springen will, wird das eh nie etwas. Na mal sehen, hat sicher nen Grund das ALLE Schwedenboot so ausgestattet sind!

Mehr Abwechslung gegen Reisemüdigkeit




Zeitgleich mit Erreichen des supercoolen Ortes Västervik stellt sich bei mir eine gewisse Reisemüdigkeit ein. Die letzten Tage war ging es ja auch regelmässig jeden Morgen nach dem Frühstück los, häufig noch bis 19h – 20h. So schön die Schärenlandschaft auch ist, so sehr wiederholt sie sich dann doch. Tagsüber also enge Fahrwasser und Felsen, abends ein kleiner Ort mit roten Holzhäusern. Jeder Tag für sich genommen unbeschreiblich schön, aber nach ein paar Tagen fühlt es sich an wie jeden Tag das Lieblingsessen serviert zu bekommen (oder immer mit der gleichen Frau verheiratet zu sein…kleiner Scherz, zur Kontrolle, ob diese auch  mitliest :-)). Und das wird der Natur absolut nicht gerecht. Jeder Meter muss bewusst genossen wahrgenommen werden. Ich will daher jetzt für mehr  Abwechslung sorgen, indem ich auch wieder Stücke auf dem offenen Meer segeln und bewusst Pausen in schönen Häfen einlegen werde, wie jetzt hier in Västervik. So bleibt jeder Törn etwas Besonderes. Und ich habe ein längst vergessenes Luxusgut wiederentdeckt: Zeit! Das Gefühl alle Zeit der Welt zu haben ist mir lange abhanden gekommen; umso mehr geniesse ich es jetzt mit Stunden oder Tagen zu hantieren, als wären es Minuten.






Die Navigation in den Schären gleicht teilweise einer Slalomstrecke in den Bergen….teils bis zu 15 rote und grüne Stangen in einem 300 Meter langen und 6 Meter breiten Fahrwasser eng gesteckt um sich durch die Unterwasserfelsen zu winden. Teils, bei viel Wind von hinten, sogar mit Maschine rückwärts um nicht zu schnell zu werden. Das macht Mega-Spaß ist aber auch auf Dauer sehr anstrengend, da man sich keinen Fehler erlauben kann. Dazu wechselt auch häufig die Betonnungsrichtung, also Grün muss manchmal an Steuerbord gelassen werden und ein paar Meter weiter an Backbord, sonst knallt man gegen die Steine, die unter dem Wasser versteckt liegen. Ich habe dafür übrigens  je eine grüne und rote Wäscheklammer an der Sprayhood befestigt mit der jeweiligen Betonnungsrichtung. 




Västervik und dessen Hafen machen es einem aber auch leicht ein paar Tage zu bleiben, gehören doch Pool, Sauna und Gym zum Angebot. Dazu mein gemietetes Fahrrad und der Tag ist perfekt….ich muss jetzt nur noch eine Location für das Eröffnungsspiel heute Abend finden!





I’m a poor lonesome cowboy and a long way from home

Heute hat Henning das Boot in Västervik verlassen und sich auf den langen Heimweg nach Hamburg gemacht. Prompt endete auch die Schönwetterperiode der letzten Tage. Henning war seit dem 2.6. an Bord und bis auf den ersten Segeltag (ein echter Test für seine Seefestigkeit) hatten wir nur strahlenden Sonnenschein und allerbestes Wetter mit raumen Winden.Es war sehr, sehr cool einmal nicht alles alleine zu erleben, sondern sich auch austauschen zu können. Dafür nahm ich dann das mit viel Angelkram zugestellte Cockpit gerne in Kauf. Es ging zum ersten Mal in die Schärengärten und hier war eher Treiben als Kämpfen angesagt. Das lautlose Gleiten durch die einsame Natur rund um Felsen und Buchten ist unbeschreiblich und sehr schwer im Bild festzuhalten. Ich muss mir da noch einmal kameratechnisch etwas einfallen lassen. Für mich fühlt es sich wie meine Vorstellung von Kanada an. Kein Mensch weit und breit und nur diese Stille und das Dahintreiben vor dem Wind…absolut genial und unvergesslich.




Der abendliche Anti-Regentanz


Blick von oben




Abendessen



Wasser, Himmel, Felsen und Wald…that’s it

Immer weiter nach Norden!

…viele Meilen fehlen nicht mehr nach Stockholm!!


500 Miles away from Home

Das wird heute gefeiert!!

erster schärenkontakt

mit heckanker und lagerfeuerplatz

Reiseroutenupdate


So siehts aus….

Kulinarisch geht es auch bergauf


Heute Abend gab es diesen Hornhecht gefangen und gebraten von Henning…lecker lecker


Das Essen unten ist von mir, sieht so etwas unspektakulär aus aber…..

Chili-Limetten marinierter Lachs vom Grill auf Penne Sahne/Gorgonzala/Rosmarin Sauce. Ich bin sehr stolz!!

So sieht es dann nach dem Kochen aus….wie zuhause halt!!!



Durch den Kalmarsund mit Rückenwind


Seit Henning an Bord ist haben wir südliche Winde und fliegen förmlich durch den Kalmarsund und die zahlreichen Leuchttürme. Tolles Segeln bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein.



Nach einem bierseligen Abend in Kalmars In-Place (zufällig drauf gestossen) liessen wir dann auch schon die Öresundbrücke hinter uns.



Vorbei an Jet Skis und einem sehr exklusiven Hotel mit 12 Zimmern mitten im Wasser, ging es in die Insellandschaft des nördlichen Kalmarsundes.



Gestern lagen wir mal wieder alleine und idyllisch vor Pattaholm, heute ging es weiter nach Psasvasakaka, oder so….bin gerade zu faul zu nachgucken :-)





Nur noch ein paar Meilen mehr und wir haben den Sund hinter uns mit Wind und Wetter auf unserer Seite. Dafür hatte sich Rasmus vorhin einen guten Schluck verdient. Normalerweise wird bei diesem Brauch vor jedem Drink etwas ins Wasser geschüttet um den Windherren gnädig zu stimmen….bei mir gibts nur was, wenn er es sich auch verdient hat. Scheint zu klappen :-)

Sonnenuntergangeln

Logbuch – Dienstag den 6.3.2014


Logbuch – Samstag, den 24. Mai 2014
Standort: Grönhögen / Öland
Wetter: eklig

– Von Torhamn ging es durch die ersten Schären nach Karlskrona. Das Segeln durch die Schären ist absolut großartig und ich freue mich jetzt schon auf die um Stockholm.



– Ich lag einige Tage in Karlskrona. Zum einen wegen der schönen Stadt und der ob des guten Wetters sparsam bekleideten Schwedinnen, danach aber wegen starken Windes. So ein wenig Großstadtleben war auch mal wieder ganz angenehm…Einkaufspassagen, Döner, Asia, Eis, McDonalds, Lidl der ganze Mist, der das Leben auch mal schön machen kann :-) Direkt am Hafen war dann eine gut gebuchte Hochzeitslocation  und das bedeutet: gestylte Brautjungfern in High Heels….merkt man irgendwie, das ich schon länger alleine unterwegs bin? Whatever, der Platz war OK! Irgendwann morgens um 6.00h war dann mit einem Mal absolute Windstille…die Ruhe war so laut, das sie mich spontan aus dem Bett getrieben hat. Und es hat sich schon wegen der einmaligen Atmosphäre der Windstille und der damit verbunden Fotos gelohnt.







– Von Karlskrona ging es dann wieder zurück durch die Schären ins offene Meer und weiter nach Kristianopel. Schöner und angenehmer Hafen mit typisch schwedischem Drumrum…zumindest bis sich die 3 Holländer neben mir dickgemacht haben. Danach ging es nur mit Kopfhörern.




Was auch immer Lekfull bedeutet, angst macht es eher nicht. Ich vermute Lekfull heisst „elchartiger“…



 Dann gab es auch noch etwas Abendunterhaltung durch Mastaffen…


– Dann habe ich noch Annika und Julian kennengelernt. Ein Paar aus Hannover die mit einer ETAP 23 von Kappeln herübergesegelt sind und bis Ende September auf der Ostsee unterwegs sein wollen. Er hat gerade sein Maschinenbaustudium beendet, sie nimmt ein Sabbatical aus ihrem Job als Controllerin. Das Boot haben sie erst letztes Jahr gekauft und ausgerüstet. Respekt!! Und danke für die beiden Biere…

– Den beiden verdanke ich auch dieses Foto von mir und „La Mer“ unterwegs nach Grönhögen auf der Insel Öland. Diese Bilder kann man ja selber schlecht machen. Windig und hochsommerlich waren die 12 Meilen schnell gesegelt.


Nachmittags kam nun Henning an und wir hatten dann noch einen schönen Abend mit Heckkorbgrill.