Archiv der Kategorie: SY Marlin

Kabelsalat

Na dann mal guten Appetit

Ich habe den ganzen Tag damit verbracht die neuen Trojan sauber zu verbolzen. Na, erst mal brauchte ich eine Gewindestange in V2A, 304 oder Inoxidable, wie man hier sagt. Die gibt es aber nur mit Zollgewinde und nicht metrisch. Ein Laden, noch ein Laden usw. das alte Spiel. Erst anstellen, zwanzig Minuten warten um dann zu erfahren, dass die leider nicht auf Lager sind. Es ist schon fast Mittag und es schüttet aus Eimern. Ich öffne die Klappe. Unten im Kiel hat sich Johann versteckt mit seinen Batterien und zwei Service Bänken. Die obere muss mit Trojans ausgewechselt werden, die Ausmaße sind natürlich anders als die alten und deshalb heißt es schrauben, Kabelterminals pressen und alles so machen, dass auch Miguel es versteht. Nun, dauert natürlich länger als gedacht. Ein Batteriesensor hat mir mein Freund Dani gespendet, der bekommt einen Ehrenplatz, das neue Ladegerät mit 50A ebenfalls. Hatten wir noch nie, wurde immer alles von Hand umgeschaltet, hat vielleicht deshalb nie so lange gehalten. Als alles fertig ist, Motor an und das ganze Wunderwerk noch mal mit der Stromzange durchmessen. Der Strom läuft in die richtige Richtung, Meister Micha ist zufrieden und schmeißt noch ein paar unnötige Kabel raus. Mit dem Erfolg, dass das SSB keinen Saft mehr hat. Na, dann morgen noch ein bisschen Kabelbinder und Ordnung machen und Mittwoch geht es ins Wasser. Nach einem so langen Werftaufenthalt, immer ein bisschen aufregend.

Nachspiel

Nicht alles was glänzt ist auch Gold.

Die Arbeit an der LADY hört nicht auf, nur weil es in ein paar Wochen einen neuen Besitzer gibt. Gestern war das Badezimmer dran. Holzarbeiten fertig, Fußpumpe eingebaut, restlichen Schläuche gelegt und die Lavac-Toilette festgeschraubt. Scheint alles dicht zu sein, aber definitiv stellt sich das erst raus wenn wir wieder ins Wasser kommen. Heute dann das neue Ladegerät und die Batterietrenndioden anschließen und jede Menge Kabel ebenfalls. Terminals verpressen, Kabel, Kabel, Kabel. Zweimal hab ich mich heute in den Finger geschnitten. So was! Die Übergabe der LADY erfolgt im Januar, wenn alle Ratenzahlungen abgeschlossen sind, bis dahin stehen noch viele Arbeiten an. Morgen noch zwei neue Trojan Batterien einbauen, verbolzen und anschließen. Gesamte Elektronik testen. Das Cockpit muss noch von kleinen Roststellen befreit werden und neu gestrichen werden und ein Lukenrahmen an Deck ist neu zu streichen. Das war es dann, doch eine Woche wird es wohl noch dauern. Auf jeden Fall möchte ich die LADY in dem Zustand an Miguel übergeben, in dem ich auch die Segel Richtung Deutschland gesetzt hätte. Auf keinen Fall möchte ich jetzt anfangen die LADY schnell und schlampig fertigzustellen. Das geht so gar nicht, dass ist nicht meine Art.

Klar blutet mein Herz, bei dem Gedanken, die LADY bald zu verlassen, dann schauen Nathalie und ich uns zur Ablenkung wegens ein neues Heim um. Das ist viel schwieriger als wir uns das vorgestellt haben. Das Angebot an Booten ist schier unendlich, aber auch eben unendlich viel Schrott. Und wenn man selber schon mehr als zehn Jahre auf einem Boot wohnt, dann ist es um soooooo schwerer, das richtige neue Heim zu finden. Material, Größe, Kabinen, Segel, Rigg, hunderte von Sachen sollen stimmen und das geht gar nicht. Kompromisse sind gefragt und so viel Geld haben wir nun auch nicht. Tja, da werden wohl noch ein paar Tagen ins Land gehen…

Unser Schiff, die IRON LADY, ist verkauft!

Die heimatlosen Bootskinder und Skipper schauen dumm aus der Wäsche

Es ging viel schneller, als erwartet. Ein Aushang, mit ein paar Bildern, einem recht hohen Preis, für ein deutsches Stahlboot mit Charakter, wie Pascal von der YACHT irgendwann mal schrieb, führte dazu das Miguel, der neue Besitzer der IRON LADY, tagelang um das Boot herum schlich und sich eben einfach verliebte in die Rundungen dieses Schiffes. Dass Nathalie, die ihn, als er sich vorstellte, als Kaufinteressent, fast vom Platz jagte, weil sie ja so gegen den Verkauf war, führte ganz im Gegenteil zu mehr Interesse, als das es jenes reduzierte. Im Nachhinein, erinnert mich das etwas an mich selbst, wie ich die LADY im August 1998, also vor 14 Jahren kaufte.

Was folgte, waren natürlich harte Verhandlungen, die sich über Wochen hinzogen, doch Miguel ließ sich einfach nicht abschrecken. Nathalie begriff das es ernst wurde und weinte bitterlich, mir ging es auch nicht viel besser. Ich glaube, der aufmerksame Leser hat es schon geahnt, an unseren trockenen Berichten der letzten zwei Wochen. Das wir grade in den letzten Wochen, so viel Licht ins Vorschiff der LADY gebracht haben durch viel Farbe, viel Arbeit ohne Wochenende, hat bei dem Verkauf sicherlich eine wichtige Rolle gespielt. Die Braut ist hübsch, die LADY ist abfahrbereit, die Tanks sind voll, die Segel hochgezogen, dass Dinghy an Deck, das Bad wieder ein Bad. Sicherlich der beste Zeitpunkt um uns als Besitzer abzulösen.

“Das könnt ihr doch nicht machen!“, hieß es in so manchem e-mail: „…was soll ich denn dann jeden Tag lesen?“ Doch. Können wir. Pünktlich zu meinem Geburtstag hat der neue Besitzer eine deutliche Anzahlung auf den vereinbarten Kaufpreis gemacht. Damit ist der Kauf besiegelt und glaubhaft, denn das Geld würde er verlieren, wenn er den Rest nicht bezahlen würde und wir mit der LADY wegsegeln. Was jetzt für uns beginnt, ist die Suche, nach einem neuen Heim. Wer denkt, dass es sich hierbei um ein Haus handelt, der irrt. Wer denkt, dass wir uns grade um ein neues Boot kümmern, der hat richtig getippt. Darüber verraten wir aber jetzt nicht so viel, außer, dass wir als Familie noch ein paar tausend Seemeilen hinter uns bringe wollen und natürlich auch unsere Website mitnehmen und pflegen werden.

Maya hat auf jeden Fall am wenigsten Probleme, was das ganze angeht. „Und gibt es wieder ein neues Boot, was ihr gerne haben wollt?“, werde ich abends begrüßt, wenn ich von der LADY nach Hause komme und mein Notebook aufmache. Maya setzt sich auf meinen Schoß und kuschelt sich an: „Papa, ich will aber eine eigene Kabine.“ Die Botschaft ist klar, die Macht der Tochter ebenfalls. Schaun wir mal, was die nächsten Wochen so bringen.

Auf jeden Fall möchte ich mich an dieser Stelle für alle Geburtstagswünsche, e-mails, FB Messages, etc. bedanken…

Happy Birthday

Micha wird 49

Der Sonnenschein versteckt sich noch hinter dichten Puerto Montt Nebelschwaden, dafür leuchten die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen heute morgen. Micha wird ein Jahr älter und trotz Werftstress und Farbeimer gönnen wir uns natürlich das traditionelle Frühstück mit Krönsche und Luftballons. Nur den Sekt heben wir uns für später auf, damit keiner von der Leiter fällt. Micha packt seine Geschenke -made in Tenglo – aus: selbstgeschriebene Gedichte, Laptoptasche und Notizbücher. Ich werfe beim Versuch die Küche zu schmücken die Uhr von der Wand. Sieben Minuten vor acht ist es jetzt und der Sekundenzeiger zittert nervös. Nach dem Frühstück ist es immer noch sieben vor acht, scheint unsere neue Küchenzeit zu werden. Die große Party am Sonntag wird leider buchstäblich ins Wasser fallen, dafür nutzen wir heute Abend die Gelegenheit und werden endlich mal das Steakhaus unserer südafrikanischen Freunde und Vermieter ausprobieren.

Auf der Lady gehen die Arbeiten voran, neue Batterien einbauen, Lampen und Ventilatoren anschliessen, kleine Ausbesserungsarbeiten und Roststellen in der restlichen Bilge konservieren. Keine Riesensachen mehr, aber doch soviel, dass jeder Tag für Micha mit Arbeit ausgefüllt ist, selbst am Geburtstag. Die Kinder und ich haben unsere Schulroutine wieder aufgenommen, die Zeit der Werftpiraten ist zu Ende, denn die KAMIROS liegt wieder im Wasser und bereitet sich auf ihre Abfahrt am Wochenende in Richtung Süden vor. Die Zeichen stehen auf Veränderung.

Allerletzte Ansicht

Blablabala Bla Blabla…

Ich bin gar nicht so glücklich, wie es scheinen mag. In dem dicken Wnuk’schen Kopf gehen die wildesten Sachen vor. Aber das geht Dich jetzt grade nix an. In solchen Fällen hilft es immer den Putzteufel zu bekommen. Werkzeug weg, Tools weg, Maschinen weg, Pinsel weg. Nathalie und ich machen die LADY klar Schiff, so sagt man das doch wohl. Bei uns die wahre Realität.

Am späten Nachmittag, ist das Boot quasi ablegebereit, zumindest von Innen, Nathalie fährt mit den Couchis in die Stadt und zu irgend so nem Rodeo und ich? Ich bringe die Polster an ihren Platz, probiere mal kurz die Seekoje aus, ob die Matratze noch gut ist und? Und schlafe natürlich nach sechs Wochen Seekojen-Entzug sofort ein. Schnarch!

Vorschiff fertig

Jetzt aber schnell an den Grill

Unsere Freunde von der KAMIROS sind schon wieder im Wasser und quasi auf dem Weg nach Süden währenddessen wir weiß gestrichenes Element für Element wieder in die LADY einbauen. Zum Abend ist das Vorschiff fertig geworden. Sorry, das war so viel Arbeit, unser ganzer Stolz, deshalb ständig Photos von unseren Bootsbauererfolgen. Keine Innereien mehr zu sehen. Im Bad muss „nur noch“ die Toilette fest geschraubt werden. Mein Wunsch vor meinem Geburtstag am Donnerstag ins Wasser zu gehen könnte wahr werden. Am Nachmittag bekommen wir wieder Besuch von einem jungen Couchsurfer Pärchen, dass hilft immer, etwas schneller vom Werftgelände wegzukommen. Das Wetter stimmt, schnell den Grill an um diesen schönen Samstag Abend etwas zu genießen.

Fast fertig

Ende in Sicht

Heute hatte ich dann endlich mal die Muße mir den LunaMACmini Bordrechner in der Praxis anzusehen. Im Standby Modus ein halber Ampere, bei normalen Betrieb 2,5 Ampere, alles bei 12,5 Volt Bordspannung. Na, dass ist schon mal gut. Läuft auch stabil, wie mit Netzkabel. Das macht schon mal gute Laune. Aber ansonsten bin ich durch. Zu viele Sachen passieren, die mir die Gelassenheit rauben. Später mehr und offener dazu. Im Moment muss ich das erst mal selbst verarbeiten. Das es heute regnet, können wir getrost ignorieren, denn wir sind mit dem Einbau der Holzleisten, dem Waschbecken, dem Wasserhahn und der Toilettenanlage beschäftigt. Das Ergebnis ist beeindruckend, vor allen Dingen hell, positiv und frei.

Das Ergebnis ist so, dass wir den Rest des Inneren der LADY eigentlich auch gleich weiß streichen würden, doch für dieses Mal war es genug. Mal sehen wie sich die Dinge so weiterentwickeln.

Nathalie wird 40!

Geburtstag im Frühling

Nathalie hat heute Geburtstag und die Arbeit steht hinten an. Novemberkinder, wie Nathalie und auch ich dann am 29ten, sind vom schlechten Wetter an all ihren deutschen Geburtstagen geplagt. Hier in Chile ist das endlich mal anders. Mit Maya decke ich den Frühstückstisch. Lena kommt nicht aus der Koje. Etliche Geschenke sind aus Deutschland per Post eingetroffen! Da muss die Capitana wieder mal nen paar Tränen verdrücken, wegen Vermissen der Familie in Fern-Nordost. Doch die Sonne kommt über den Berg und flutet unsere tolle Küche. Doch auch die LADY wird langsam, aber sicher schöner. Das Bad werde ich heute Abend mal fotograrafieren und vorstellen. Nächste Woche gehen wir wieder ins Wasser mit dem Kahn!

Der LunaMACmini Bordrechner mit 12 Volt Direktanschluss

Besser, Schneller, Einfacher – Die Lösung für alle die endlich nur noch Anwender sein wollen.

Am Sonntag habe ich mir endlich die Zeit genommen ein neues Lunatronic Produkt zu entwickeln. Die wichtigen Einzelteile sind netterweise aus Deutschland gekommen. Einen MACmini, eine schnelle Solid State Festplatte, ein spezielles Kabel. Am Mittag sitze ich auf der LADY und zerlege das nicht ganz billige Teil in seine Einzelteile. Zu der normalen 500 GB Festplatte baue ich die neue 256 GB Solid State Festplatte ein. So weit so gut, dass ist relativ schnell gemacht. Der zweite Punkt ist wesentlich wichtiger, denn der MACmini soll nicht nur superaffentittengeil schnell sein, sondern auch direkt am Bordnetz laufen. Also auf 12 Volt. Ich nehme die notwendigen Umbauten vor, so dass der MACmini alternativ auf 220 oder 10-15 Volt Bordspannung arbeitet. Dazu muss ich einige Kabel durchschneiden, ein Loch in den neuen MACmini bohren und ob es dann am Ende klappt ist nicht so sicher. Der maximale Verlust ist der ganze Rechner, nämlich, dass er einfach nicht starten wird nach der Modifikation. „Uihuhuhu!“ Der MACmini zeichnet sich vor allen Dingen durch seine kompakte Bauweise auf. Auf kleinsten Platz ist hochwertigste Technik untergebracht. Meine Hände sind eigentlich etwas zu groß für all die kleinen Bauteile. Nach guten vier Stunden Fummelei sieht der neue Bordrehner der IRON LADY so aus wie auf dem Photo. Der große Moment kommt, ich lege 12 Volt an. Ich drücke den Knopf und der satte Startton den Betriebssystems tönt aus dem kleinen Rechner. Mir fällt ein megagroßer Stein vom Herzen. Operation geklappt, Patient lebt. Noch mal vier Stunden dauert es bis das Betriebssystem auf der neuen ultraschnellen Platte migriert sind. Die Temperatur des Rechners bleibt stabil. Die Programme die eigentlich nicht auf MAC OSX laufen starte ich via Parallels, einem Emulationsprogramm, das erst Windows7 als Fenster lädt. Mit dem MiniMAC ohne Soldid State Festplatte ein nervender Vorgang. Mit der schnellen Platte, ein Vorgang ohne Hindernisse. Schwupps und Airmail, MaxSea stehen stabil zur Verfügung, im MAC Look and Feel, Windows7 ist gar nicht erst sichtbar. GPS, AIS und werden angezeigt. Ma prima. Jetzt heißt es testen. Mal schauen. Mein Ziel ist es den LunaMACmini als Bordrechner für Yachten anzubieten. Fertig modifiziert, getestet und vorinstalliert mit Backup Medium zum Rückschritt, falls mal was nicht klappt. Aber erst einmal muss der neue Bordrechner viele Hürden schaffen. Preis und Verfügbarkeit also erst mal auf Anfrage für den interessierten Segler!

Micha und die Winsch

Upps, da hat Robinson aber was falsch gemacht

Hätte, hätte, Fahradkette… Hätte ich mal die Winsch nach der Reparatur in der Werkstatt ausprobiert. Auf dem Bild schaue ich noch glücklich. Da hatte ich die aufwendige Verkabelung mit milimetergenauer Verpressung von Kabelschuhen an Deck grade fertig. Danach schwitze ich unter Deck um die exzellente Arbeit fertig zu stellen und die Steuerrelais anzuschließen. Das Kabel geht irgendwann mal bis ins Cockpit, damit man von dort aus die Ankerwinsch betätigen kann. Hatte ich mir so immer mal gewünscht. Nachdem ich dann nach einem Tag alles fertig habe, der große Moment. Sicherung rein. Ab aufs Vordeck und Schalter betätigen. Motor springt an, Richtung stimmt, alles richtig. Aber die Winsch dreht sich nicht, würgt sich fest. Da hat Robinson aber was falsch gemacht. Gutgelaut-X!X? rufe ich ihn an. Heute Morgen habe ich 500 Euronen für die Komplettüberholung dagelassen. Iss ja nicht wenig Geld. Oder? Ich versuche sachlich zu bleiben und nicht mit der Pumpgun zu drohen. Robinson kommt am Montag. Wenn der die Wisch wieder in die Werkstatt mitnehmen will, dann soll er das verdammte Ding selber abbauen! Ein halbes Sixpack hab ich auf Ex genommen um den Schaum vorm Mund wieder weg zu bekommen.

Abenteurer unterm Boot

Werkbank, Montageauto und wilde Sachen

Unterm Boot haben wir uns schon vor ein paar Wochen eine dicke Planke gelegt und zischen einem Mülleimer und Bootsgestell festgezurrt. Ein Schraubstock mit deutschem Sicherheitsabzeichen „TÜV geprüft“, in Chile gekauft ist Skippers ganzer Stolz und dritte Hand. Beim Schweißen, Schneiden, Sägen und überhaupt eine tolle Sache. Die LADY wird immer schöner, genau wie das Wetter und immer mehr Bewunderer tauchen auf und machen uns das Leben schwer. Unsere Verkaufsabsichten haben sich natürlich auch hier herumgesprochen, wir hätten ja nie gedacht wie attraktiv unsere LADY sich direkt am Haupteingang der Werft so geben kann. Schiff mit Charakter halt. „Ist das ein GFK Boot?“, verneinen wir immer wieder, ein. „Ein deutscher S-Rund-Spant!“ Das man aus Stahl so einen runden Kinderpopo-Rumpf bauen kann, ist den chilenischen Segelbegeisterten echt kaum glaubhaft zu erklären. Und so tauchen immer wieder interessierte Enthusiasten auf und fragen mir Löcher in den Bauch. „Was ist das denn für ein Rigg? Ich habe gehört, dass euer Boot eine Kielkühlung hat. Ist das ein Ölkühler am Rumpf?“ Wenn ich grade Lust auf eine Streichpause habe, dann starte ich schon mal den Motor und staunend stehen die Chilenen in der Küche: „Der ist aber leise!“ „Einen Warmwasserboiler habt ihr auch? Und eine Motorheizung.“ Dann geht es mit „Ah“ und „Oh“ weiter. Also wenn in Deutschland Stahlboote nach deutscher Qualität vielleicht Dinos sind, hier sind sie schwer beliebt. Kann man nicht anders sagen und glauben. Na, wir sind mal gespannt was weiter passiert.

Inzwischen auch Nathalie konstant (Die Kinder sind haben Ferien bekommen!) und ich haben unverändert Energie unzählige Schichten von weißer Farbe aufzutragen. Mit jedem Pinselstrich wird das Boot heller und positiver von drinnen, unsere mentale Stimmung steigt konform in grader Linie. Unterm Boot eine Galerie von weißen Brettern. Cool. Irgendwann kommen wir an.

Kurz vor Schluß

Hinter den Kulissen

Natale und ich haben gestern Abend auf dem Sofa gesessen. Eine Dose Bier nach der anderen haben wir getrunken um uns über unsere Zukunft klarer zu werden. Neverending Story… Schlussendlich: „Lass uns das doch entscheiden, wenn wir auf den Azoren sind.“ „Oder besser, im Panama Kanal“ „Lass uns doch am besten erst mal wieder mit der LADY im Wasser sein.“ Der November zieht hier mit dem Sommer ein. Heute war wieder super Wetter. Sonnenschein und Grillwetter. Was machen wir? Wir stehen auf der Werft und pinseln uns die Hände wund. Morgen Antifouling. Heute Bad und Türen. Aber es nimmt Formen an. Das Moto ist klar: Einfach weitermachen und durchhalten. Es wird schon. Irgendwann hat alles sein Ende, nur die Wurst hat zwei!