Archiv der Kategorie: SY Marlin

Wind wieder wech

20140506

Noch 39 Meilen bis nach Jamaica

Wie so oft Nachts in der Karibik, aber auch anderswo, schläft nicht nur der Skipper gern ein, sondern auch der Wind. Aus 4 Knoten machen wir zwar immer noch 2,8 Knoten Fahrt. Aber der „Schlüsselumdreh-Effekt“ siegt. Nathalie hat mich fast bis drei Uhr schlafen lassen in der Achterkabine. Ohne Kind auf dem Bauch schlafe ich dort tausend mal besser als vorne. Eh sind die Achterkabinen schlaftechnisch der Hit, weil quasi mitschiffs. Dafür darf Nathalie jetzt ausschlafen. Das weiß sie auch. Ich werde sie nicht mehr um fünf aus der Koje schmeißen, sondern ihr irgendwann einen Kaffee ans Bett bringen. Oder: Selber noch mal einschlafen und Wache, Wache sein lassen, weil sicher, weil AIS.

Der Blick auf die Karte ist nicht besonders vielsagend. Wir wollen so schnell wie möglich durch die Caicos Passage auf den offenen Atlantik und dann Richtung Bermudas. Dazwischen liegen noch vierhundert Meilen. Die Hälfte davon an der Südküste Kubas. Noch mal einklarieren in Kuba wollen wir auf keinen Fall. Die 250 Meilen bis zur Ostspitze Kubas sind auf jeden Fall mit ordentlich Gegenwind oder kein Wind gespickt. Der Rest im Moment auch mit Gegenwind. Tja. So sieht es aus. Aber das wird sich noch ändern. Wahrscheinlich werden wir bis Port Antonio an der Nordostspitze von Jamaica nachts aufmotoren müssen… Ich lasse meine Gedanken einfach mal so fließen… Oder doch links rum um Kuba? Aber irgendwie ist es jetzt zu spät dafür. Alles dreht sich, draußen knabbert die Dämmerung am Horizont, ein Frachtschiff „Bulk Patriot“ nimmt Kurs, 2 Meilen an der MARLIN vorbei. So ein aktives AIS ist eine echte Erleichterung der Nacht- und Tagwachen. Das Problem mit der Berufsschifffahrt hat sich erledigt. Die fahren immer auf mindestens 2 Meilen Abstand.

MARLIN Rennt!

20140505a

Noch 65 Meilen bis nach Jamaica

Die neuen Segel machen was her. Nach dem No-Wind-Deaster der letzten Nacht und schlimmen zehn Motorstunden um auf Höhe von Cayman Brac zu kommen, heute wunderschönes Leichtwindsegeln. Die MARLIN macht aus 8 Knoten Wind, 6 Knoten Fahrt. Das kann sie echt gut. Wie das so geht mit 28 Tonnen, wir wissen es nicht. Vielleicht der Konstrukteur. Auf jeden Fall sind wir das Motoren echt nicht mehr gewöhnt und läuft dieser hat der Skipper schlechte Laune. Aber das ist ja nun mal Schnee von gestern. Montego Bay liegt an, wir segeln in der Nacht auch noch im ersten Reff, damit die Damen nicht aus dem Bett fallen. Kaum Welle, ist irgendwie ruhiger als am schwelligen Ankerplatz vor Grand Cayman. Segeln kann so schön sein.