Archiv der Kategorie: SY Marlin

Ganz herzlichen Glückwunsch der Capitana

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{Title:Ganz herzlichen Glückwunsch der Capitana}

Meine schwimmendes Büro

Das Wichtigste zuerst heute. Nathalie hat Geburtstag. Was ein Glück. Schon wieder Neununddreißig. Die Frau, die den Jungbrummen erfunden hat. Das Foto ist für sie. Druck ich ihr aus, wenn ich in Deutschland bin. Leider ist Nathalie nicht mehr so ganz segelbegeistert, wie ich es mir wünschen würde. Aber das war ja nach 10 Jahren mit mir alten Grummelbären auf dem Schiff auch nicht anders zu erwarten. Dann noch die beiden bildhübschen Scheißer, deren Aufzucht Nathalie sich neben ihrem Job widmet. Einfach macht sie es sich auch nicht. Herzlichen Glückwunsch nun noch mal hier übers Netz, damit alle die es vergessen haben Nathalie Geburtstagsgrüße zu schicken, das jetzt schnell noch machen können. Ich glaube noch nicht einmal ein Lottogewinn würde sie auf Schiff zurückholen. Sie geht einfach auf wie ein Kuchenteig in ihrem Chirugenjob. Da kann ich nix gegenhalten. „Vielleicht kommt ja mal eine weibliche Mitseglerin, die Du noch vom Seglerleben begeistern kannst“, meinte sie letztes Mal als wir abends im Cockpit der MARLIN ein Flasche guten Roten totgemacht haben in Portugal. Darüber denke ich noch heute nach. Wie meinte sie das?

Nun – Es gibt wichtigeres als Frauen an Bord. Gestern ist es mir zumindest teilweise gelungen den Blog wieder funktionstüchtig zu machen. Also. Mir nicht aber Allen’s team, der sich hinter einer amerikanischen Telefonnummer versteckt, die dann aber doch nach Indien führt. Ja. Ich habe erst versucht in Deutschland jemanden zu bekommen. Schier unmöglich. Allen’s team hat das als Nofall behandelt und mir aus der Patsche geholfen. Kalender geht wieder einigermassen. Vieles andere geht noch nicht wieder. Aber die Hoffnung ist nun wieder größer als die Enttäuschung mit dem letzten Inder.

Ein großer Niederschlag ist der Blick auf die LUNATRONIC Bilanzen des Jahres 2018. Über so etwas kann man schweigen oder es schmücken. Mir ist aber grade nicht nach Schönreden. Grund der schlechten Entwicklung sind Dumpingangebote zu Produkten die wir seit Jahren, erfolgreich und mit viel Beratung an unsere Seglerkunden verkaufen. Unter anderem unsere Konkurrenz Busse Yacht Shop und der Funkshop Hilden verzichten auf einen Großteil ihres Händlergewinns und bieten diese Geräte zu Dumping Preisen an. Früher war es so, dass die Hersteller oder Distributoren so etwas nur in einem sehr kleinen Rahmen geduldet haben und ansonsten der Aufbau eines seriösen Händlernetzes extrem wichtig war. Hat ein Händler mit Dumpingpreisen geworben, hat er einfach keine Ware mehr bekommen. Aber die Philosophie der Hersteller und Distributoren hat sich geändert. „Ach Micha. Die fünf Geräte die Funk Shop Hilden da verkauft. Nun reg Dich mal nicht auf…“ Nun. An den fünf Geräten hängen aber vielleicht noch fünf Kurzwellenanlagen, fünf Wassermacher, fünf Bordrechner und fünf Installationen. Die Auswirkungen sind verheerend. Ich bin gezwungen eine Stelle zum Jahresende zu streichen. Ein motivierter Mitarbeiter steht auf der Straße und ich fühle mich schuldig. Scheiß Kohle. Mir gehen solche Geschäftstaktiken wirklich gegen den Strich. Mir fehlt es an Verständnis und demnächst begrüße ich jeden neuen Kunden erst einmal mit einer Beratungspauschale, denn ich muss ihm erst einmal unterstellen, dass er sich bei mir fachmännisch beraten läßt und dann bei der günstigen Konkurrenz einkauft. Ist das das Ziel? Ich bin unbeholfen. Ich fühle mich von meinen Lieferanten versetzt und betrogen. Doof. Ne? Wenn man das einfach mal so sagt.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Selbstportrait

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Inselausflug. Ich gönn’s mir

Der Schwell lässt langsam nach, die Wellen brechen sich nicht mehr unter mir und ich scheiß mir auch nicht mehr in die Hose. Hab ich das getan? Ja. Muss ich ja zugeben. Skipper Wnuk ist nen Hosenscheißer. War ne dumme Situation. Hätte auch schnell in die Hose gehen können. Nathalie bringt es mal wieder auf den Punkt. Stell dir das vor, mit dem alten Delta Anker und der rostigen 10mm Kette die auf dem Schiff war. Das wäre bestimmt in die Hose gegangen. Gut das wir in den ROCNA Anker und Wälderkette investiert haben. Andere Leute kaufen sich von dem Geld nen Kleinwagen. MARLIN liegt immer noch da wo ich sie vor drei Tagen eingefahren habe.

Den einzigen Schaden habe ich. Weil ich war seekrank. Vor Anker. wer hätte das gedacht? Die heftigste Nacht habe ich im Salon geschlafen. Vorschiff ging gar nicht. Immer mit einem Auge auf die Wassertiefe. Jetzt habe ich den Ankerkoller und muss dringend an die frische Luft. Ich bin klar im Vorteil. Der Schwell ist zwar Mist, dafür haben wir 28 Grad und Sonnenschein. Das schlechte Wetter was den Schwell erzeugte ist nämlich nicht hier, sondern tausende von Meilen weiter im Nordatlantik. Da wo es jetzt grade Winter wird. Mit dem Beiboot verlege ich meinen Geist und meinen Körper auf die Illha da Sal Rei. Ist ja grade mal hundert Meter entfernt. In der Hand ein dickes Lot mit drei Knoten für die drei Meter Wassertiefe, die die MARLIN braucht. Als zwei Meter und einen Meter Sicherheit. Hätte geklappt. Hier hätten wir keine brechenden Wellen gehabt. Und wenn doch? Dann wären wir gebeacht. Nun ja. Also doch die richtige Entscheidung nicht noch weiter in die kleine Bucht reingefahren zu sein. Immer mit dem Hintergrund, dass ich ja alleine an Bord eine 30 Tonen 60Fuß Schiffes bin. Da können kleinen Fehlentscheidungen große Folgen haben.

Ich genieße die Insel für mich alleine zu haben. Eine richtige Kamera und Stativ habe ich dabei und keinen der mich drängelt und so kann ich in aller Ruhe hunderte von Fotos machen. Von der kleinen Insel, von Boa Vista, von Wellen, von der MARLIN und von mir selbst. Zum ersten Mal seit Donnerstag fühle ich mich entspannt. Schön von oben zu sehen wie die MARLIN da unten auf den Wellen mit dem Mast wackelt. Ich sitze da und schaue auf’s Meer und schaue auf’s Meer und schaue auf’s Meer…

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Es folgt. Lieblingsarbeit Toilettenreparatur

{Time:22:00:00}
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{Title:Es folgt. Lieblingsarbeit Toilettenreparatur}

Es wird schwelliger

Ich schreibe mir derzeit nur noch die wichtigsten Arbeiten an die Tafel über den Herd. Da steht schon ein paar Wochen das Wort: Toilette. Kann man versuchen zu ignorieren. Erstens, wenn man von der defekten elektrischen Pumpe einfach umschalten kann auf Handbetrieb. Oder man hat eine zweite Toilette. Soweit war es aber noch nicht. Handbetrieb hab ich einen Monat gemacht. Wind ist zu wenig, dafür Schwell ohne Ende und ich muss eh auf dem Schiff bleiben. Also. Schrank auf und nachschauen was ist. Verstopft ist nichts. Die Ventile und das Innenleben der Pumpe sind zugesetzt mit Urinstein. Na super. Also ausbauen. Die Gas Wasser Schei… Fraktion. Natürlich läuft nicht alles in die bereitgestellte Schüssel. Ich geh nicht weiter ins Detail.

Im Mittelpunkt meines Interesses steht nicht der Wind, sondern der Schwell. Aus Nordwesten sind 3,5 Meter angesagt und das ist nicht lustig. Der Hafen entwickelt sich immer mehr zum Plantschbecken. Ich liege auch nicht grade mitten drin, sondern mehr Richtung Untiefe. Da brechen sich ordentlich die Wellen. Es ist schon fast nicht möglich über das Heck ins Dinghy zu kommen ohne Gefahr verletzt zu werden. Das Heck der MARLIN wird hochgehoben und klatsch auf die Wasseroberfläche dass es nur höllisch knallt und spritzt.

Irgendwann ist die Pumpe dann sauber. JABSCO Fäkalienpumpe kann man in Bezug auf Konstruktion echt empfehlen. Mit wenigen Handgriffen und nur zwei Schrauben ist die Pumpe zerlegt. Das Säubern ist eben eine Schei…arbeit. Kennt man ja. Nun ist sie wieder drin die Pumpe und das Zeitrelay für die automatische Pumpzeit statt 30 Sekunden auf eine Minute gestellt, damit da weniger Kram drin stehen bleibt. Wenn’s hilft?

Kaum geht wieder alles, kommt es zu einem Kurzentschluß. Ich denke ja schon den ganzen Tag drüber nach. Ein bessere Platz im Hafen ist nicht vorhanden, also Anker auf und um die kleine Insel Illehu del Sal Rei. Bisschen spät dran bin ich ja schon für so eine Entscheidung. Es ist dunkel. Im Süden der kleinen Insel anker ich zwischen Untiefe und Insel auf vier Meter, fest im Glauben, dass ich hier besser liege als im Hafen. Na dann. Gute Nacht. Morgen früh soll das losgehen mit dem Schwell.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
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CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
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BlogPost

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Es wird schwellig werden

So ist das im Leben. Jetzt habe ich eine Woche frei, packe mein Kite Zeug aus und was passiert. Der stetige NE Wind der letzten zwei Wochen schläft pünktlich ein, eine Depression im Norden zwischen den Kanaren und den Kapverden schickt uns dafür Swell ohne Ende. Na denn, kann ich ja mit dem Wellen-Surfen anfangen. Ist jetzt nicht so auf meiner Favoritenliste.

Um 11Uhr holt mich Mite und Foot von www.kitekriol.com zusammen an der Pier ab. Ich habe meinen gesamten Kite Kram zusammengepackt. Muss ja mal gelüftet werden. Schon wieder ewig her, dass ich zum letzten Mal auf’s Wasser gekommen bin. Angekommen in der Turtle Bay. Kite aufgepumpt. Leinen ausgelegt. Gequatscht und Kennengelernt. Einweisung in die lokalen Gewohnheiten. Wind schläft ganz ein. Ja. Typisch.

Ich vertreibe mir die Zeit mit 11er Kite Flugübungen am Strand und stelle nebenbei fest das mein großer Kite ein kleines, kleines Loch hat. Das gehört inzwischen auch schon zum Standardprogramm. Ganz wichtig ist nämlich das die Kite Ausrüstung trocken und kühl gelagert wird, wenn sie nicht benutzt wird. Jaaaaaa. Ist auf einem Segelschiff gar nicht so einfach. Und so transportiere ich meine Kites von einer Reparatur zur anderen. Ich diskutiere fast schon mit mir selbst ob es nicht günstiger wäre für mich, mir jeweils vor Ort Equipment zu leihen und meine Kites zu verkaufen. Dort wo man Kiten kann, gibt es ja eh immer Schulen, die alles vor Ort haben. Hmm.

Mite und sein Team integrieren mich kapverdianisch sofort in ihr team. In dem Unterstand, der malerisch direkt an der Turtlebay gebaut ist (1000 Euro Pacht im Jahr) kann man prima chillen und auf’s Meer schauen, was ich auch ausgiebig mache. Ich schreibe mit, alle Namen von den Kitern auf, die ich kennenlerne, altersbedingt, bevor ich die bis morgen alle wieder vergessen habe. Alzheimer lässt grüßen. Spontan gibt es ein Barbecue mit Yellowfin Thuna. Noch mehr spontan freunde ich mich mit Joke an. Die gut gebauten Jungs haben alle europäische Freundinnen, wen wundert’s. Im nächsten Leben werde ich auch Surflehrer. Nach dem Barbeque gibt es Caipi aus der Waschschüssel. Hab ich so auch noch nicht gehabt. Is auch mehr Grog Rum als Zitronensaft. Deutlich mehr. Ich nehme Jokes Angebot an und lasse mein Kite Zeug da. Er will sich auch um das Miniloch in meinem Kite kümmern. Na dann hoffen wir mal das der Wetterbericht sich für die nächsten Tage noch ändert und die 15 Knoten Wind noch mal kommen die notwendig sind um Skipper Wnuk aus den Fluten auf’s Brett zu heben. Ich nehme den Weg am Strand. Zu Fuß. Als mir einfällt, dass ich ja noch eine Verabredung habe auf der SHIVA. Pactor reparieren. Was sonst. Nun gut. Mit dem Dinghy fahre ich die Anchorage, klopfe am nächst besten Boot an um zu fragen wo die SHIVA denn nun liegt. Der Fehler ist einfach gefunden. Ein koordinierter Stecker, eine korrigierte Antennenzuleitung zu nah am Achterstag montiert. Kann ja nicht funken. Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit ist: Keine Verbindung. Hmm. „Wenn ihr auf See seid funktioniert das. Hier jetzt grade nicht wegen Flughafen, militärische Einrichtungen, Funkmüll…“ Hans Peter schaut ungläubig. Verstehe ich ja. „Ich bekomme hier grade auch kein Signal.“ Is halt mal so. In ein paar Tagen wird er mir ein Mail schreiben, dass alles geht. Weiß ich, aber er nicht. Noch nicht.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019

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CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019

CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019</p>

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Die Kapverdische Gute Sicht ist erreicht

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{Title:Die Kapverdische Gute Sicht ist erreicht}

Eine Lawine von Problemen

Zuerst einmal die guten Nachrichten. Wir haben Santa Maria verlassen und nach einem schönen faulen Segeltörn Boa Vista erreicht. Beim zweiten Angermanöver sind die Einheimischen zufrieden. Zwei dicke, fette Ausflugskatamarane belegen den halben, kleinen Hafen. Der Pulk der anderen Fahrtensegler liegt an der Nordspitze der Turtelbay, eine Meile weg. Der Anker ist Vollgas eingefahren. Aber trauen tue ich der Sache nicht. Ein altes Handtuch auf der Ankerspitze reicht und schon rutschen wir auf die Untiefe zwei Bootslängen hinter uns, auf der sich der Schwell bricht und die Foilkiter anzieht, die sogar ohne Kite die Wellen runtersurfen. Nun. Mitten in der Nacht um drei Uhr frischt es auf, ich wache auf und ich lege noch mal eine lange Leine auf die Boje links von uns. Für solche Aktionen bin ich bekannt. Siebter Sinn. Die nette Boje wird grade eh nicht benutzt und sieht echt nach Freundin für die nächsten Tage aus. Ein Auge auf den Wetterbericht, das Erlebnis im Kopf, wie genau in diesem kleinen Minihafen vor 17 Jahren plötzlich eine dunkle Wolke die Schiffe, durcheinander wirbelte, wir mitten drin mit der IRON LADY, schlafe ich mit der zusätzlichen Leine an der robusten Boje, echt besser. Ich habe Urlaub. Eine Woche. Deshalb habe ich auch Iris gebeten, sich doch bitte eine Unterkunft an Land zu suchen, derweil ich nun wirklich mal ein paar Tage Ruhe brauche. Ist man nur zu zweit an Bord hört man jeden Furz des anderen. Besser so.

Boa Vista. Übersetzt: Gute Sicht. Auf Deutsch: Schau ins Land. Wie auch immer. Boa Vista ist peacefull. Viel mehr als Santa Maria, Praia und Mindelo. Hier ist die kapverdianische Welt noch in Ordnung, so erscheint es mir. Zum ersten Mal nach Erreichen des grünen Kaps, kommt wieder das Gefühl auf, dass ich vor siebzehn Jahren schon mal hatte. „Hier möchte ich bleiben!“ Ganz spontan, so wie es vor all den Jahren schon mal war, als ich noch nichts kannte von der Welt. Jetzt kenne ich schon verhältnismäßig viel von der Welt und habe wieder dieses spontane Gefühl. Schon bemerkenswert. Sollte ich mich noch mal näher mit beschäftigen. Wie gesagt. Eine Woche Urlaub habe ich. Diese Zeit werde ich dafür benutzen.

Es ist schon ziemlich viel Blödes passiert in den letzten Wochen, ja Monaten. Bis zum Besuch meiner Töchter in Culatra war noch mehr oder weniger alles in Ordnung, dann begann eine große Pechsträhne, die sich weiter fortsetzt. Beginnend mit Erikas Versterben, eine windlosen Zeit durch den Wirbelsturm Leslie und den Folgen für meine motorende Segelcrew, sich fortsetzend durch zwischenmenschliche Probleme innerhalb der nächsten Crew, dem ganzen Zauber der notwendig war um Arnold an Bord und in Service zu bringen. Mein Werkzeug, um mit meiner Lust und meinem Frust umzugehen, mein Blog, ist seit nun drei Wochen nicht oder nur zum Teil funktionsfähig. Jeden Tag verbringe ich Stunden über WhatsApp um den Funktionszustand wieder zu erreichen. Doch mein Leben besteht nicht nur aus MARLIN. Neben dem Schiff habe ich noch mein LUNATRONIC Büro in Flensburg und immer mehr muss ich realisieren, dass ohne meine Anwesenheit dort, der Erfolg leider ausbleibt, auch wenn ich in stundenlangen telefonischen Klimmzügen versuche das Ruder in Flensburg in die Erfolgssrichtung zu bekommen. Mein Wunsch Aufgaben abzugeben, ist da, endet aber leider nicht in Erfolg, sondern in mehr Arbeit. Stunden, die ich vorm Rechner sitze und wie jetzt. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich mich in zu viele Projekte gestürzt habe. Bestimmt der beste Weg für mich. Ich brauche das. Nun aber ist es an der Zeit kürzer zu treten und sich auf die Basics zu konzentrieren. Morgen ist der Törn mit der MARLIN zu Ende. Endreinigung. Dann je nach Wetterlage Quad mieten und über die Insel düsen – Kiten gehen. Oder andersrum. Nächste Woche Samstag beginnt das Skippertraining in Mindelo. Da freue ich mich drauf. Alte und neue Gesichter sehen.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
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blogpost

{Time:22:00:00}
{Date:20181110}
{Position:16°45.1380’N, 022°58.7822’W}
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{Title:Angekommen im Paradies der Erinnerungen}

Skippers Review

Wir sind da angekommen wo für mich 2001 alles angefangen hat. Das wahre, wirkliche Blauwassersegeln. Die Kapverden. Das war zum ersten Mal in meinem Segler-Leben richtiges Ausland. Ankommen und nicht wissen, was einen erwartet. Eine Haus mit einer schokofarbigen Beamtin in Uniform, die uns damals die Pässe zur Verwahrung abgenommen hat, eine Wasserstelle im Dorf wo Nathalie unsere Wäsche mit der Hand gewaschen hat und ich Kanister mit Trinkwasser zur IRON LADY geschleppt habe. Mit einem französischen Segler-Pärchen haben wir uns ein Auto gemietet und die Insel Sal erkundet über Wasser und unter Wasser. Es gibt immer noch kein Carrefour Supermarkt auf den Inseln. Kleinbusse haben die Alugers abgelöst, die einen für ein Euro über die Insel bringen. Der Hafen ist neu, aber schwellig wie vor 17 Jahren schon. Die Menschen sind um so netter geworden. Unweigerlich fange ich an zu vergleichen mit früher und ein langes Telefonat mit Nathalie lindert den Schmerz ohne meine Familie hier zu sein etwas. Ja. Dort wo es Häuser gibt auf den Kapverden, gibt es nun auch 3G Internet und anstatt Schnorcheln zu gehen, sitze ich am Rechner und schreibe e-mails und diesen Eintrag. Das Erste nach dem Einklarieren war der Kauf einer SIM Karte. Das Internet hat unser aller Leben nicht unbedingt positiv verändert.

Seglerisch war es ein fantastischer Trip. Schnell, effektiv, sternig. Tolles Segelteam und mir ist es sogar gelungen während der Überfahrt den Generator fertig zu installieren, Wasser und Strom zu machen. Menschlich hat es leider innerhalb der Crew nicht ganz gepasst. Nun bin ich mit Iris erst mal bis Donnerstag alleine an Bord. Die dreckige Wäsche habe ich gestern und heute bereits bei 40° gewaschen und muss das nicht hier im Blog tun. Prima, so ein Generator an Bord zu haben. Zu was der alles gut ist. Grins.

Auch wenn sich das nun einfach anhört, so ist es leider gar nicht. Mit Gästen an Bord vernachlässige ich unweigerlich die Reparaturen und die haben sich nun doch gesammelt. Ein gebrochenes Kabel zum Sensor des Batteriemonitors hat schon Priorität, an den Segeln müssen Nähte repariert werden, die Elektrik ist halb auseinandergenommen und eine lange Liste an Kleinigkeiten die zu erledigen sind, steht an der Tafel. Unser Blog funktioniert nicht richtig, in Flensburg stehen auch tausend Dinge an. Also erst mal bleiben wir vor Anker hier in Palmeira und bringen den Kahn wieder auf Vordermann. Nach dem Wochenende steht dann Verlegen nach Santa Maria auf dem Programm. Na. Und was gibt es da? Eine Woche Urlaub und Kiten.

Mitsegeln auf der MARLIN!


CREW 50
Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19

Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
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Angekommen im Paradies der Erinnerungen

{Time:22:00:00}{Date:20181107}{Position:20°07.7800’N, 021°28.7000’W}{Direction/Speed:260°/ 7,0kn}{Place:Atlantic} {Target:Sal, Cabo Verde Islands}
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MARLIN als neue Erfahrung

Da sitze ich also, auf der sagenumwobenen MARLIN, von der ich im Vorfeld schon so viel  gelesen und gehört habe. Welch Ehre! Ein wirklich erhabenes Schiff ist sie, die rote Lady, ja ein Schiff, kein Boot, wie diese Joghurtbecher.  Dabei fing alles etwas holprig an, Neugenerator Arnold verzögerte die Abfahrt auf die Kapverden um eine ganze Woche, um so mehr begrüßen wir nun seine Anwesenheit und seine Arbeit in aller Stille, ich habe noch nie einen so leisen Generator erlebt. Denn nicht nur eine zufriedene Crew, sondern auch ein zufriedener Skipper, machen einen guten Törn aus und zufrieden wirkt er nun, der Weltumsegler Micha. Gespannt war ich auch auf ihn, denn schon vor Jahren auf Facebook liefen wir uns des öfteren virtuell über den Weg. Das er nun nicht mehr mit seiner Natalie, sondern mit Gästen um die Welt schippert, erstaunte mich um so mehr und so ergriff ich die Chance und schrieb ihn auf handgegenkoje.de an – “Hey Micha, kennst mich noch? Nimm mich mal mit ;o)” Schnell war der Kontakt wieder hergestellt und wir uns einig, eine “Probefahrt” soll dies nun sein. Wir wollen schauen ob wir vier – die Lady, der Micha, die zukünftige Crew und ich, es gemeinsam drei Wochen über den Atlantik miteinander aushalten. Und damit hier keine Missverständnisse auftauchen, zum Erhalt der MARLIN zahlen alle die mitsegeln ihr Kojengeld. Auch ich. Sonst könnte Skipper Micha dieses Schiff wohl kaum finanzieren. Obwohl? Lotto? Alles ist möglich? Ich werd es Micha mal vorschlagen.

So lausche ich hier unten am PC dem rauschen der Wellen, die die Lady in Red sanft durchschneidet. Kein hartes Aufknallen, kein Knarzen des Inventars. Sie wiegt sich mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit, bei gerade mal 4 Bft von NE sanft hin und her, so dass wir wohl beinahe zu früh am Zielort sein werden. Aber wir haben auch enormes Glück mit dem Wetter, nur in der ersten Nacht bekam selbst die härteste Seefrau ein flaues Gefühl im Magen. Die Düse zwischen den Kanarischen Inseln setzte uns zu und wir kämpften uns tapfer durch die Nacht. Inzwischen kehrt der Hunger der Crew zurück, das erste Brot wurde gebacken und gestern kochte der Skipper selbst. Captainsdinner liegt immer hoch im Kurs, vergessen plötzlich alle Magengrummeleien. Kochen kann er beinahe genauso gut, wie er liebevoll die Innerein der MARLIN pflegen, wie jetzt in diesem Moment, da er schweißüberströmt im Motorraum eine Wartung durchführt. Ich werde ihn gleich mal fragen ob er einen Aufguss haben möchte :op

So eine Überfahrt, ist für mich jedenfalls, immer etwas besonderes. Ich habe zwar schon an die 10 solcher Fahrten hinter mir, nicht ganz so lang, aber immerhin. Die ersten zwei Tage sind die schwersten, bis man sich an den Wachrythmus gewöhnt hat und nicht mehr aus dem Schlaf aufschreckt, weil man denkt Verschlafen zu haben. Dieses mal ist es aber etwas  anders, da wir nur zu viert sind, plus Skipper im Standby, und man deshalb auch nur 4 Stunden Schlaf am Stück hat. Aber ich mag dieses Gefühl eigentlich sehr, man ist dauerhaft nicht ganz wach, schläft aber auch nicht wirklich tief und träumt sehr viel, da die Tiefschlafphase fehlt. Es fühlt sich an wie im Dauerdilirium, andere nehmen dafür Drogen. An seine Grenzen kommt man aber eigentlich nur im Moment des Geweckt werdens, in dem man sich ernsthaft fragt, warum man sich das eigentlich antut und dann auch noch Geld dafür bezahlt. Segler sind doch schon ein verrücktes Volk.

Für mich etwas  sehr schönes ist auch, endlich wieder einmal auf einem Eignerschiff mitzufahren, so viel gemütlicher und vertrauter ist es doch, als auf einer Charteryacht. Da bewundere ich den Micha sehr, das er in manchen Situationen so gelassen bleibt, selbst wenn sein geliebter Löffel zum hundertsten mal in der Besteckschublade landet, statt an seinem angestammten Platz. Auch ein zerschellter Teller, lässt ihn nur müde mit der Augenbraue zucken. Diese beinahe stoische Ruhe ist schon bewunderswert, denn schließlich ist es ja sein zu Hause. Ich lerne gerade vom Skipper -tief durchatmen und lächeln. Aber natürlich lerne ich nicht nur das, sondern auch die Eigenheiten der MARLIN kennen, sie zu steuern und Manöver zu fahren. Ich fühle mich sehr wohl hier auf der MARLIN.

Geschrieben von Iris/ Siri, selbst Bloggerin und Weltenseglerin

 

Mitsegeln auf der MARLIN!

 

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Blogpost

{Time:22:00:00}
{Date:20181110}
{Position:16°45.1380’N, 022°58.7822’W}
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{Title:Angekommen im Paradies der Erinnerungen}

Skippers Review

Wir sind da angekommen wo für mich 2001 alles angefangen hat. Das wahre, wirkliche Blauwassersegeln. Die Kapverden. Das war zum ersten Mal in meinem Segler-Leben richtiges Ausland. Ankommen und nicht wissen, was einen erwartet. Eine Haus mit einer schokofarbigen Beamtin in Uniform, die uns damals die Pässe zur Verwahrung abgenommen hat, eine Wasserstelle im Dorf wo Nathalie unsere Wäsche mit der Hand gewaschen hat und ich Kanister mit Trinkwasser zur IRON LADY geschleppt habe. Mit einem französischen Segler-Pärchen haben wir uns ein Auto gemietet und die Insel Sal erkundet über Wasser und unter Wasser. Es gibt immer noch kein Carrefour Supermarkt auf den Inseln. Kleinbusse haben die Alugers abgelöst, die einen für ein Euro über die Insel bringen. Der Hafen ist neu, aber schwellig wie vor 17 Jahren schon. Die Menschen sind um so netter geworden. Unweigerlich fange ich an zu vergleichen mit früher und ein langes Telefonat mit Nathalie lindert den Schmerz ohne meine Familie hier zu sein etwas. Ja. Dort wo es Häuser gibt auf den Kapverden, gibt es nun auch 3G Internet und anstatt Schnorcheln zu gehen, sitze ich am Rechner und schreibe e-mails und diesen Eintrag. Das Erste nach dem Einklarieren war der Kauf einer SIM Karte. Das Internet hat unser aller Leben nicht unbedingt positiv verändert.

Seglerisch war es ein fantastischer Trip. Schnell, effektiv, sternig. Tolles Segelteam und mir ist es sogar gelungen während der Überfahrt den Generator fertig zu installieren, Wasser und Strom zu machen. Menschlich hat es leider innerhalb der Crew nicht ganz gepasst. Nun bin ich mit Iris erst mal bis Donnerstag alleine an Bord. Die dreckige Wäsche habe ich gestern und heute bereits bei 40° gewaschen und muss das nicht hier im Blog tun. Prima, so ein Generator an Bord zu haben. Zu was der alles gut ist. Grins.

Auch wenn sich das nun einfach anhört, so ist es leider gar nicht. Mit Gästen an Bord vernachlässige ich unweigerlich die Reparaturen und die haben sich nun doch gesammelt. Ein gebrochenes Kabel zum Sensor des Batteriemonitors hat schon Priorität, an den Segeln müssen Nähte repariert werden, die Elektrik ist halb auseinandergenommen und eine lange Liste an Kleinigkeiten die zu erledigen sind, steht an der Tafel. Unser Blog funktioniert nicht richtig, in Flensburg stehen auch tausend Dinge an. Also erst mal bleiben wir vor Anker hier in Palmeira und bringen den Kahn wieder auf Vordermann. Nach dem Wochenende steht dann Verlegen nach Santa Maria auf dem Programm. Na. Und was gibt es da? Eine Woche Urlaub und Kiten.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19

Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
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blogpost 20181107

{Time:22:00:00} {Date:20181107} {Position:20°07.7800’N, 021°28.7000’W} {Direction/Speed:260°/ 7,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1014,0/23°C} {TempWater:25,0°}
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MARLIN als neue Erfahrung

Da sitze ich also, auf der sagenumwobenen MARLIN, von der ich im Vorfeld schon so viel gelesen und gehört habe. Welch Ehre! Ein wirklich erhabenes Schiff ist sie, die rote Lady, ja ein Schiff, kein Boot, wie diese Joghurtbecher. Dabei fing alles etwas holprig an, Neugenerator Arnold verzögerte die Abfahrt auf die Kapverden um eine ganze Woche, um so mehr begrüßen wir nun seine Anwesenheit und seine Arbeit in aller Stille, ich habe noch nie einen so leisen Generator erlebt. Denn nicht nur eine zufriedene Crew, sondern auch ein zufriedener Skipper, machen einen guten Törn aus und zufrieden wirkt er nun, der Weltumsegler Micha. Gespannt war ich auch auf ihn, denn schon vor Jahren auf Facebook liefen wir uns des öfteren virtuell über den Weg. Das er nun nicht mehr mit seiner Natalie, sondern mit Gästen um die Welt schippert, erstaunte mich um so mehr und so ergriff ich die Chance und schrieb ihn auf handgegenkoje.de an – “Hey Micha, kennst mich noch? Nimm mich mal mit ;o)” Schnell war der Kontakt wieder hergestellt und wir uns einig, eine “Probefahrt” soll dies nun sein. Wir wollen schauen ob wir vier – die Lady, der Micha, die zukünftige Crew und ich, es gemeinsam drei Wochen über den Atlantik miteinander aushalten. Und damit hier keine Missverständnisse auftauchen, zum Erhalt der MARLIN zahlen alle die mitsegeln ihr Kojengeld. Auch ich. Sonst könnte Skipper Micha dieses Schiff wohl kaum finanzieren. Obwohl? Lotto? Alles ist möglich? Ich werd es Micha mal vorschlagen.

So lausche ich hier unten am PC dem rauschen der Wellen, die die Lady in Red sanft durchschneidet. Kein hartes Aufknallen, kein Knarzen des Inventars. Sie wiegt sich mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit, bei gerade mal 4 Bft von NE sanft hin und her, so dass wir wohl beinahe zu früh am Zielort sein werden. Aber wir haben auch enormes Glück mit dem Wetter, nur in der ersten Nacht bekam selbst die härteste Seefrau ein flaues Gefühl im Magen. Die Düse zwischen den Kanarischen Inseln setzte uns zu und wir kämpften uns tapfer durch die Nacht. Inzwischen kehrt der Hunger der Crew zurück, das erste Brot wurde gebacken und gestern kochte der Skipper selbst. Captainsdinner liegt immer hoch im Kurs, vergessen plötzlich alle Magengrummeleien. Kochen kann er beinahe genauso gut, wie er liebevoll die Innerein der MARLIN pflegen, wie jetzt in diesem Moment, da er schweißüberströmt im Motorraum eine Wartung durchführt. Ich werde ihn gleich mal fragen ob er einen Aufguss haben möchte :op

So eine Überfahrt, ist für mich jedenfalls, immer etwas besonderes. Ich habe zwar schon an die 10 solcher Fahrten hinter mir, nicht ganz so lang, aber immerhin. Die ersten zwei Tage sind die schwersten, bis man sich an den Wachrythmus gewöhnt hat und nicht mehr aus dem Schlaf aufschreckt, weil man denkt Verschlafen zu haben. Dieses mal ist es aber etwas anders, da wir nur zu viert sind, plus Skipper im Standby, und man deshalb auch nur 4 Stunden Schlaf am Stück hat. Aber ich mag dieses Gefühl eigentlich sehr, man ist dauerhaft nicht ganz wach, schläft aber auch nicht wirklich tief und träumt sehr viel, da die Tiefschlafphase fehlt. Es fühlt sich an wie im Dauerdilirium, andere nehmen dafür Drogen. An seine Grenzen kommt man aber eigentlich nur im Moment des Geweckt werdens, in dem man sich ernsthaft fragt, warum man sich das eigentlich antut und dann auch noch Geld dafür bezahlt. Segler sind doch schon ein verrücktes Volk.

Für mich etwas sehr schönes ist auch, endlich wieder einmal auf einem Eignerschiff mitzufahren, so viel gemütlicher und vertrauter ist es doch, als auf einer Charteryacht. Da bewundere ich den Micha sehr, das er in manchen Situationen so gelassen bleibt, selbst wenn sein geliebter Löffel zum hundertsten mal in der Besteckschublade landet, statt an seinem angestammten Platz. Auch ein zerschellter Teller, lässt ihn nur müde mit der Augenbraue zucken. Diese beinahe stoische Ruhe ist schon bewunderswert, denn schließlich ist es ja sein zu Hause. Ich lerne gerade vom Skipper -tief durchatmen und lächeln. Aber natürlich lerne ich nicht nur das, sondern auch die Eigenheiten der MARLIN kennen, sie zu steuern und Manöver zu fahren. Ich fühle mich sehr wohl hier auf der MARLIN.

Geschrieben von Iris/ Siri, selbst Bloggerin und Weltenseglerin

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
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post 06112018

{Time:22:00:00} {Date:20181106} {Position:22°08.7400’N, 020°28.9800’W} {Direction/Speed:182°/ 7,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1015,0/23°C} {TempWater:25,0°}
{Wind:5bft/NE} {Wave:2-3m} {Vimeo:} {Photo:20181106} {Title:Ein Platz an der Sonne}

Mein Zuhause: Der Atlantico

Es gibt Tage an denen bin ich traurig, es gibt Tage an denen bin ich himmelhoch jauchzend. Dies hing bisher oft offensichtlich mit Erikas Fehlfunktionen zusammen. Demnach dürfte ich jetzt ein Super Skipper sein, denn ich sollte extrem weniger schlechte Lause haben und der perfekte Skipper werden. Noch ein bisschen Sonne, angenehme Temperaturen und nette Mitsegler, schon sollte alles in Butter sein. Unter dem Moto fange ich den Tag an. Erst einmal machen wir mit Arnolds Hilfe beim Segeln! 1.000 Liter Wasser. Laut ist jetzt der Wassermacher, nicht mehr der Generator. Bis in den Nachmittag hinein brummen die Aggregate. Ich gönne mir eine heiße Dusche, denn den Boiler kann Arnold auch betreiben. Das ganze geht auch mit bis zu 23° Krängung. Bei Downwind machen wir grade mal 10-15°. Neue Dimensionen. Genug Lob für Arnold heute. Man soll es ja nicht übertreiben.

Im zweiten Schritt checke ich den Proviant. Meine Crew ist zwar nicht hungrig, aber von Esskultur kann man nicht unbedingt sprechen. Wegen der Wachen, weil immer jemand am Morgen schläft, macht sich am Morgen jeder etwas selbst. Das gefällt mir nicht unbedingt. Ich hätte lieber etwas gemeinsames. Also verkünde ich mit persönlicher Ansprache: „Ich koche heute Nachmittag um vier Uhr für Alle. Ausserdem ist heute Bergfest, also gibt es Wein oder Bier für alle die wollen. Es gibt Hühnchen mit La Palma Pilzen, einen frischen Salat, Reis… Kocht der Chef ist das anscheinend was anderes. Alle sind dabei. Keine Nörgelei. Beim Essen bekomme ich mehr Komplimente zu meinen Kochkünsten, als derweilen zu anderen Sachen die ich gemacht habe. „Du solltest mehr in der Küche stehen und weniger im Motorraum. Das macht Dich viel sympathischer.“ „Genau das habe ich vor.“ Eine satte Crew ist eine gute Crew. Nach einen Nep, sitze ich mit der ersten Wache im Cockpit. Die Nacht ist tiefschwarz. MARLIN rennt im zweiten Reff, geht wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Meer teilen in Ost und West. Dabei machen wir ordentlich Süd. Keine Wolke ist am Himmel. Millionen von Sternen. Davon sind ein Großteil andere Sonnensysteme mit anderen Planeten, unseren Brüder und Schwestern in einer anderen Lebensstufe. Unglaublich. Ich nehme das iPad in die Hand. Wir hören Ping Floyd und erforschen den Himmel mit einer Sky View App, die all diese Namen der einzelnen Sterne kennt, die weiß wo der Mars und die Venus grade steht, die die ganzen alten und neuen Satelliten kennt, die bunt blitzen, statt leuchten. Neumond. Ich setzte mich in die Süllkante auf Lee, lasse die Beine und die Seele baumeln. Ab und an berührt das phosphoreszierende Wasser meine Füße. Auch dort unter uns ist eine ganz andere Weld, von der wir Menschen so wenig wissen. Jetzt bei Neumond, blitzt es, leuchtende Algen, Quallen, Kleingetier, Ungeheuer und Sonderbares flitzt an der MARLIN vorbei. So etwas kann man im normalen Leben nicht erleben, dass geht nur mit einem Segelboot. Gut das die MARLIN uns diese Welt an manchen Tagen so nah bringen kann. Ein Platz an der Sonne? Nein. Ein Platz an Millionen von Sonnen unter und über uns.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
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post

{Time:23:00:00} {Date:20181105} {Position:24°11.6200’N, 019°85.5500’W} {Direction/Speed:189°/ 8,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1015,0/23°C} {TempWater:25,0°}
{Wind:6bft/NE} {Wave:2-3m} {Vimeo:} {Photo:20181105} {Title:Arnold beginnt seinen neuen Job auf der MARLIN}

…und es werde Licht.

In diesem Post geht es um Mich(a) und Arnold. Seit La Palma steht Arnold der Northern Lights 5KW Generator an Erikas Platz. Vier Schrauben halten ihn an seinem Platz. Aber laufen tut er nicht. Es fehlen noch jede Menge Kabel und Schläuche Nach dem gestrigen Tag und den seglerischen Übungen, traue ich meiner Crew nach zwei Tagen ausreichend, um mir das dreckige ARC 2017 T-Shirt anzuziehen und meinen Job zu beginnen. Einen neuen Generator installieren, wo macht man das am besten? Bei 15-20 Knoten Wind auf offener See und 3 Meter Welle. Ich habe auf La Palma kurz vor unserer Abfahrt noch sechs Meter Kühlwasserschlauch und einen Meter flexiblen Abgasschlauch für Wet Exhaust Systems erstanden. Der Schlauch, den mir Lars noch netterweise in Flensburg gegeben hat, mit dem komme ich nicht um die Ecke. Ich schaue mir mit Iris und Daniel noch den Sonnenaufgang gemeinsam an und verschwinde dann in den Tiefen des Motorraums. Eine kleine Musikbox befreit mich von den Gesprächen über mir, so dass ich mich voll konzentrieren kann auf die Installation. Ich fange mit dem Schnüffelventil zwischen der Wasserpumpe und dem Wärmetauscher an, das bis unter die Decke des Motorraums verlegt werden muss, damit der Generator nicht über den wassergekühlten Auspuff und Syphon Effekt geflutet werden kann. Klar. Eigentlich braucht man ja nur den Seewasserhahn zumachen, dann passiert so etwas nicht. Aber wer denkt daran schon immer? Mit dem Abwasserschlauch habe ich zu kämpfen und haue mir, war klar, das offene Ende einer Schlauchschelle ins Nagelbett. Gestern hatte ich noch Handschuhe in der Hand. Weiter geht es mit den Dieselleitungen nach dem die Blutung sich selbst gestillt hat. Auch immer gut, besonders wegen meinem Krankheitshintergrund. Zwischendurch darf ich immer mal wieder an die Luft und an Deck schaukelt es ordentlich. Im Motorraum vergisst man das glatt, wenn man nicht grade eine Schraube in der Bilge sucht.

Die vorgesehenen Öffnungen für die Diesel-, Kühlwasser- und Starterbatterieleitungen gefallen mir so gar nicht. Also bohre, schneide, säge und feile ich die akribisch an die Stellen des Schallschluckgehäuses, wo die Leitungen vorher in Erika reingingen, so kann ich die alten Leitungen nutzen. Andy schaut ab und an mal von oben durch die Luke und gibt einen Ratinger Sprücheklopper-Kommentar ab. Das meint er ja nicht so, ich fasse das einfach nur zu empfindlich auf, denke ich mir. Es wird Mittag. Es wird Nachmittag. Die Sonne geht unter und wieder einmal sitze ich im Cockpit und ziehe an meiner nikotinfreien E-Zigarette, trinke mir eine kalte Cola. Rund herum um uns Wasser. Der kobaltblaue Atlantico. Dann gebe ich mir einen Stoß. „Weiter Micha!“ Wieder zurück in die Tiefen des Motorraums, mit dem Ziel in Zukunft nur noch Öl- und Filterwechsel zu machen und keine tagelangen Operationen am offenen Herzen von Erika. Nach Sonnenuntergang bin ich soweit, das Diesel-System zu entlüften. Doch Moment. Die Kabel zu den VICTRON’s fehlen ja noch. Ein Stück Landanschlußkabel hat den richtigen Querschnitt, ich finde den freien Anschluss am Verteilerkasten. Dazu muss ich mich auf die Werkbank legen. Na, jetzt wird es aber akrobatisch.

Meine Mitsegler sitzen derweilen im Cockpit und schauen dem Autopiloten beim Steuern zu. Die Lust selbst zu steuern nimmt nach den ersten beiden Tagen meist exponential ab. Das ist vollkommen normal und auch nicht der Rede wert. Das Wetter ist immer noch grau. Ab und an ein Regenschauer. Die Nacht bricht ein. „Willst Du nicht langsam mal duschen gehen?“ Ich grunze irgendwas Unverständliches zu Andy zurück und stecke die Batteriehauptschalter für Arnold ein. Keine Explosion. Na, dass ist doch schon mal gut. Dann runter an das Aggregat. „Arnold. Das ist der Beginn einer hoffentlich großen und langen Freundschaft“, rede ich ihm gut zu. Ich glühe vor. Drücke den Startknopf und Arnold rumpelt für zwei Sekunden und dann gehen die drei Kolben ihren Weg von oben nach unten. „Es funktioniert! Es werde Licht!“

Alle freuen sich. Nicht vorzustellen was los gewesen wäre, wenn nicht. „Dann hätten wir schon mal die Rettungsinsel klar gemacht. Nur die Frage für wen? Für uns oder den Skipper?“, frozzelt Werner, so wie es seine Art ist.

Es dauert zwei Stunden bis ich merke, dass die Auspuffschelle am Vetus Muffler / Wasserstop nicht dicht ist und literweise Wasser sich ihren Weg unter die Hauptmaschine suchen. Das ist weniger ein Problem, als den Muffleranschluss dicht zu bekommen. Was die sich von Vetus immer so ausdenken. Ist schon unglaublich.

Aber genauso unglaublich ist der Northern Light Generator. Schon ohne Schallschutzhaube mit seinen 1.500 rpm kaum hörbar, muss man vorsichtig sein, dass man ihn nicht einfach vergißt, so leise ist er. Im Cockpit hört man ihn garnicht. Im Schiff merkt man eher die niederfrequenten Vibrationen, als ihn zu hören. Die Batterien werden maximal geladen, der Wassermacher läuft. Es ist einfach, wie Landstrom zu haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Es funktioniert. Das Schaltpanel von Arnold wohnt nicht mehr im Salon sondern im Motorraum. Da wo es hingehört. Denn wenn ich den Generator starte, muss ich daneben sitzen um zu hören und zu sehen, dass alles gut ist. Der Skipper schaltet den Generator im Motorraum manuell ein und aus. Es gibt bewußt keine große Elektronik und die kleine Platine der Regelung ist komplett vergossen, bis auf zwei Potis und einen Schiebeschalter. Keep it simple.

Ja. Ich bin glücklich und zufrieden. Eine Entscheidung, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Schlussendlich die richtige Entscheidung. Hoffentlich. Jetzt muss ich erst einmal so ein Vertrauen zu Arnold aufbauen, wie ich es zu Johann habe. Anschalten. Läuft. Das wird bestimmt ein paar Tage dauern. In Sachen Generator bin ich ja nun eher ein gebranntes Kind.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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Post 041118

{Time:22:00:00} {Date:20181104} {Position:26°24.0600’N, 018°45.6000’W} {Direction/Speed:157°/ 6,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1016,0/23°C} {TempWater:25,0°}
{Wind:5bft/NNE} {Wave:2-3m} {Vimeo:} {Photo:20181104} {Title:Einleben an Bord}

Freunde gewinnen

Die südlichste Kanareninsel El Hierro verschwindet langsam in Blaudunst am Horizont – Der MARLIN Mikrokosmos tut sich auf. Noch sind die Batterien der MARLIN voll. Ordentliche Wind beschleunigen die drei Flügel unseres Windgenerators sogar auf Raumshot Kurs und fast schon vermute ich das Erika heimlich sogar Strom verbraucht anstatt erzeugt hat, als sie noch an Bord war. Ja. So bin ich. Immer auf der Suche nach den Lecks. Unser Wasservorrat schrumpft, meine Mitsegler wollen und sollen duschen. Seit zwei Tagen habe ich schon meine mails nicht mehr gelesen. So ist jeder Törn am Anfang für mich. Zu viele Aufgaben erzeugen Schwund. Ohne Internet sind mir die Hände gebunden. Aber eigentlich auch ganz gut so. Das ist genau, was ich im Moment brauchen kann. Ruhe vor diesem Teufelsnetz. Genau deshalb sind wir ja auch unterwegs.

Wir geniessen den stetigen Rückenwind und mit zum Tagesprogramm kommen ein paar Manöver, die von Nöten sind. Statt der materialbelastenden Halse trainieren wir mit Allemann Q-Wenden mit Running Backstay und gesetzter Fock. Nicht ganz so einfach im engen Cockpit der MARLIN. Auf der kommenden Strecke muss das sitzen. Klappt 1a. Jeder kommt ans Ruder und kann zeigen wieviel Gefühl er hat, die Spur zu halten, was viel besser und gradliniger klappt, als ich skipperisch erwartet habe. Keine Patenthalse, nur die ich selber gefahren habe, als ich beim Start in Las Palmas hinter dem Kreuzfahrtschiff VENTURA das Groß setzten habe lassen und in eine Windverwirbelung gekommen bin. Ohne Bullenstander hat der Bumm des Baumes mir selbst in meiner Seglerseele wehgetan. Nur gut, das so gut wie keine Wind war. Mehr Schreck als alles andere. Jedem am Ruder zeigt MARLIN, wie schön luvgierig sie werden kann, wenn sie erst einmal anfängt, in den Wind zu schiessen. Kann sie ja gut, die mit dem Meer tanzt. Eine kleine Unaufmerksamkeit, eine Frage vom Skipper oder vom Segelkameraden an den Steuernden, eine kleine Böe, reicht schon auf dem Downwindkurs, um sie mit etwas zu viel Segel in den Wind schiessen zu lassen. Alle lernen damit umzugehen und die 30 Tonnen Aluminium wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.

Auf dem Schiff, auf so einem Törn, kommt es recht flott zu Zwischenmenschlichem. Psychologie an Bord nennen wir das heute. Bin ja mal gespannt wann der Sailout ein Schlagwort bei den Skipper-Insidern wird. Meine Besetzungsstrategie ist im Moment ja vier Mitsegler in den schlafkomfort vorteillastigen Achterkabinen und Eignerkabine im Vorschiff. Andy und Werner haben sich schnell zusammengefunden und für eine gemeinsame Zeit in einer der beiden fast schiffsmittigen Achterkabinen, mit den zwei Stockbetten entschieden. Was sich auch auf die Wachen fortführt, was sich auch in der bevorzugten Kommunikation fortführt. So entstehen Segel-Freundschaften. Ich freue mich immer so etwas zu sehen. Werner zeigt ein besonderes Interesse an der Benutzung des Bordrechners, dem Anfragen von Wetternachrichten über Funk, dem Empfang derselben, der Interpretation bis hin zum Wetterrouting mit QTVLM. Ist nicht so oft, dass sich Mitsegler so sehr für diese Techniken interessieren. Werne ist da schon echt eine Ausnahme und zeigt nun den anderen wie man Mails schreibt und per Funk verschickt.

Der Wind frischt auf und wir können quasi schon die Kapverdischen Inseln riechen. Es ist wieder ein wunderschöner Segeltag auf der MARLIN. Das kobaltblaue Wasser des Atlantik gurgelt im Kielwasser der MARLIN und für kurze Momente erinnere ich mich an die Zeit in der ich 2001 zum ersten Mal diese Strecke des Atlantiks mit Nathalie und der IRON LADY für mich erobert habe. Eine wunderschöne Zeit, eine wunderschöne Erinnerung. So schön kann es leider nie wieder werden, wenn man einen Ort zum wiederholten Male anläuft.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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