Archiv der Kategorie: SY Marlin

Endlich Segelwind. Nicht mehr auf die Nase.

20150422

Abfahrt.

Wir habe das schöne Bergen verlassen und befinden uns auf dem Weg um die Ecke um westliche Wind auf der offenen See zu erreichen. Die Wege durch die Fjorde sind mir zu viel mit Motoren gesegnet. Also gehen wir raus. Für Morgen sind Starkwinde angesagt aus westlichen Richtungen bis 8 Bft, Sturmstärke. Ich erzähle meiner Crew am besten mal nicht so das ganze Detail. Leider wird der West Wind nicht durchstehen für zwei Tage. Das war gestern. Sonst könnten wir Bodoe direkt anlaufen und wären in drei Tagen dort. Morgen Vormittag sollen die Winde am stärksten sein mit vier Meter Welle, da können wir Alesund anlaufen. Was im Buch über Alesund steht hört sich sehr interessant an. Schaun wir mal. Die Wetterberichte ändern sich eh stündlich. Eine zuverlässige Wettervorhersage ist unmöglich für drei Tage. Vierundzwanzig Stunden ist maximal drin. Und der sicherste Weg das Wetter zu beurteilen ist der Blick aufs Barometer und die Nase im Wind. Wir segeln endlich. Wir haben unglaublicherweise endlich Wind, wo wir einen akzeptierbaren Kurs anliegen können. MARLIN hat es auch eilig. Auf den Tacho stehen endlich wieder acht Knoten. Das befreit. Und auf dem weiteren Weg nach Nord ist unser Kurs 30 Grad. Knappe 350 Meilen trennen uns noch vom Etappenziel. Bodoe Das sieht auf den Mercartor karten immer viel mehr aus, als es in Wirklichkeit ist hier oben im Norden. Auch dunkel wird es immer später. Um 12 Uhr nachts sieht es noch nach Dämmerung aus. Dann ist es für vier Stunden einigermaßen dunkel und schon wird es wieder hell.  

Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Im Juni-July kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 

Bergen erreicht!

20150421

Wo Du immer schon mal hin wolltest. Wir sind da.

“Hey Skipper, wir sind gleich in Bergen. Aufstehen.“ Wir haben eine Nacht Motoren durch die Kanäle hinter uns. Der Wind steht wenn, von Nord. Bergen begrüßt uns mit Regen. So steht es im Buch. Das Buch hat Recht. Erst mal an die Pier der Tankstelle. Da hat der Diesel hier mal 60 Cent gekostet hat, ist schon lange her. Das Buch hat Unrecht. Deutsche Preise werden verlangt und der Motor der MARLIN ist mit seinen 165 PS ein hungriger Bursche. Dafür überzeugt der Rest von Bergen. Die Stadtmarina ist total zentral und leer. Drei andere lokale Segelboote liegen hier. Wir können uns unseren Lieblingsplatz aussuchen. Es hört auf zu Regnen und die Stadt zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit in einen paar Sonnenstrahlen, die ich zuvor mit einem Mail an Petrus bestellt hatte. 1030 hpa zeigt das Barometer. Frühling. An den Bäumen sprießen die Blätter. Die Norweger laufen mit Mütze und Schal rum. Von den japanischen Touristen erkennt man nur die Schlitzaugen, wenn sie an der MARLIN vorbeihuschen und unser Boot fotografieren, wenn nicht grade einer an Deck ist. Wir sind auch mehr im Boot und genießen die wohlige Wärme im Schiff. Hafentag ist angesagt. Ich trenne mich von meiner Crew. „Hier sind die beiden Crewschlüssel. Ich muss mich erst einmal um eine norwegische Telefon- und Internetsimkarte kümmern. Da müssen wir nicht als Horde hin.“ 30 Minuten später haben wir Internet über die LunaWLANnet von der Touristeninformation angezapft. Den Code finde ich dort an der Wand. „Funktioniert denn die SIM Karte auch in Spitzbergen?“ Die Gezupfte hinter der Theke lächelt mich an und erklärt im britischen Akzent: „Weiß ich nicht.“ Dafür, das sie keine Ahnung hat ist sie aber hübsch anzusehen. Der nächste Kunde hinter mir quatscht in norwegisch los: „Ich wohne dort. Funktioniert einwandfrei!“ Die Dame lächelt wieder. Ich auch. Der andere Kunde auch. Na denn, sind wir ja alle für einen Moment glücklich. Ich nenne 7GB für 65 Euro mein Eigen und entspanne mich. Ein Problemchen weniger. Wieder draußen falle ich über meine Crew, die sacken mich ein und ab geht es in die Schweitzer Seilzugbahn auf den Berg über Bergen. Aussichtspunkt. Geilonito. Etwas grau noch. Hätte ich gewusst, dass zwei Stunden strahlend blauer Himmel ist, ich wäre später für zehn Euro hochgefahren. Aber das mit dem Wetter hier in Norwegen ist insgesamt mehr Glücksache als alles andere. Der Besuch im nächsten Supermarkt bringt uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Alles ist zwei bis dreimal so teuer wie in Deutschland. „Muss man sich halt dran gewöhnen!“, meint Günther. „Ich werde in Deutschland meinen Stundensatz erst mal auf 120 Euro anheben. Dann komme ich wieder auf die MARLIN.“ Dazu setzt er ein Gesicht, wie ein Honigkuchenpferd auf. Stadt, dass heiß Geld ausgeben. „Morgen Mittag fahren wir weiter“, verkünde ich. Auf 61 Grad Nord sollten wir endlich Segelwind bekommen.  

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Show must go on

20150420

Zwischen Himmel und Erde

Am Morgen geht es direkt weiter. Ausgedehntes Frühstück und dann los. Himmel für uns Helden wieder in blau angemalt. Aquarellfarben. Das Licht ist unglaublich. Unwahr. Das Licht der hohen Breiten. Wir können bis zum Abend unter Vollzeug segeln, am Wind, mit wenig Wind. MARLIN zeigt die Vorteile ihres hohen Riggs. Nachteilig ist das allerdings auch oft. Manchmal können wir unter den vielen, vielen Brücken und Hochspannungsleitungen mit 28 Metern nicht durch. Die Navionics Charts sind unglaublich genau. Alle Leitungen und Brücken sind genau angezeigt. Wir genießen die Ruhe unter Segeln. 53 Motorstunden seit der Abfahrt in Dänemark. Ungewohnt viel. Der Wind war nicht besonders mit uns seit Kristiansand, mit der Folge: Das nächste Ziel heißt Bergen und wir müssen Diesel bunkern. Nachts wechseln sich jeweils zwei Leute im Vierstundenrythmus ab. Das Team spielt sich jeden Tag besser ein, die Manöver, Aufgaben sind ruhiger, fast schon entspannt. Als wenn man schon lange Zeit zusammen segelt. Die Eigenarten an Bord sind verinnerlicht und meine ständige Erklärerei muss mir selber nicht mehr auf den Senkel gehen. Am Nachmittag kommt eine graue Wand auf uns zu. Dazu Strömung mit und plötzlich ändert sich die Wassertemperatur, steigt von 4,5 auf 6,7 Grad an. Haben wir den Golfstrom erreicht? Kein Wind. Beste Voraussetzungen für das was jetzt passiert: Dichter Nebel. Für Stunden fahren wir ohne Sicht unter Brücken und an Bohrinseln vorbei. Die Gegend ist industriell. Hunderte von Frachtern, Versorgern und anderem Gefährt sind auf dem AIS zu sehen, ohne das wäre die Weiterfahrt gar nicht möglich. So tasten wir uns mit Radar und einem Schuss gesunden Respekt vor der Situation durch die engen Kanäle. Jetzt gar nicht mehr romantisch. Bergen. Ein paar mal schon haben wir alle davon in Büchern gelesen. Es heißt, dass es dort immer regnen soll. Für Dienstag und Mittwoch ist noch klarer Himmel angesagt. Erst am Donnerstag soll es zuziehen und die Wetterlage sich gravierend ändern. Es soll westliche und südliche Winde geben. Zwei kleine fiese Tiefdruckgebiete nähern sich an. Ich sehe eine Möglichkeit relativ schnell Aalesund zu erreichen und dann die generelle Segelrichtung auf fast Nordost anliegen zu können. Wir sind etwas unter Zeitdruck. Am 30ten April soll Crewwechsel in Bodoe sein. Also denn mal los MARLIN, meine Mitsegler würden gerne noch was anderes sehen als Wasser und das monotone Geräusch des Motors hören.  

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Der schönste Norwegische Fjord

20150419

Patagonien für Anfänger

“Der Lysefjorden soll der schönste norwegische Fiord sein. Kennst Du einen, kennst Du alle. So sagt das Buch. Es wird gewissermaßen Recht haben und eben doch nicht. Wenn man zwei Wochen in Norwegen segelt und man hat die Möglichkeit den Lysefjorden zu besuchen und zumal mit der MARLIN, der sollte das unbedingt tun. Ein fast 600 Meter tiefer Einschnitt in die norwegischen Landschaft mit fast senkrechten Steinwänden, Nadelholz und Birkenbestand, kleinen Wasserfällen, das alles lässt mich zurückdenken an Patagonien. Da steht mir ein Träne im Augenwinkel. Ich vermisse Patagonien, was ich noch mehr vermisse ist die Zeit mit meinen Kindern und Nathalie dort. „Wenn Du einmal von den patagonischen Beeren isst, wirst Du immer wiederkommen, sagt das Buch.“ Es hat Recht. 20150419a “Jürgen und Jan. Ihr lasst das Dinghy zu Wasser. Wir legen den Anker auf 25 Meter Tiefe und fahren rückwärts an die Felswand. Dann nehmt ihr die Landleinen aus den Satteltaschen am Heckkorb und belegt die MARLIN norwegisch-katholisch dort an der Birke und dort an dem vertrockneten Baum. Mitten aus unserer kleinen Minibucht rauscht ein Wasserfall von weit oben.“ Romantisch, romantisch. Dazu gibt es ultrablauen Himmel über uns. Wir können uns nicht beschweren. Die Sonne scheint seit Kristiansand. Ein dickes Hoch spielt hier norwegische Sommerträume auf einem Cello. Die lieblichen Töne schallen durch den Fjord und verzauben jeden der zuhört, Zeit zum Träumen hat und sich gleiten lässt. Die Landleinen liegen, patagonisch, so wie ich es gewohnt bin. Die MARLIN ist sicher für die Nacht! Es gibt keinen sichern Ankerplatz im Lysefjord, sagt das Buch. Das Buch hat nicht recht. Die Crew hat wieder was gelernt. Aber sie lassen sich nichts anmerken. Sie fühlen sich schnell als Profis – Sind sie auch. Gute Crew habe ich. 20150419b Ich stelle mich wieder in die Küche. Da gehört ein Kapitän eben hin. Auch hier wird gezaubert. Eigentlich sollte es Fried Rice mit Schweinefilet geben. Ich habe noch eine thailändische Gewürzmischung gefunden. Heraus kommt ein italienischer Risotto. Dazu gibt es einen Pirramimma Petit Verdot. Wenn meine Crew beim Essen redet, muss es ihnen nicht schmecken. Sie reden nie. Beim Essen schweigen immer alle fast bis zum Schluss, wenn es um die gerechte Verteilung des Nachschlags geht. „Beim Wein bekomme ich immer am wenigsten!“, meine ich. „Der Skipper hat Unrecht!“, meint die Crew. Morgen geht es weiter. Uwe, DD1HUR, von Intermar, begleitet uns professionell in Sachen Wetterrouting. Das macht er richtig gut, sympathisch und zuverlässig über e-mail. Danke Uwe. Funken können wir mit Intermar noch nicht. Wir sind noch zu nah an Deutschland für die Kurzwelle. Ansonsten haben wir aber auch Gribfiles über Sailmail und PACTOR. Nach dem Hoch soll es in den kommenden Tagen nass, feucht und grau werden. Aber auch mit Segelwind. „Schlaft aus und kämpft euch nach Bergen unter Motor durch. Dann bekommt ihr Segelwind.“ Wir sind gespannt. Wir halten uns an Uwes Ratschläge.  

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Erst die Arbeit, dann dass Vergnügen

20150418

Ankertag und Angrillen

Nachdem wir gestern Nacht im Stockdunkeln hier bei Egersund einen Ankerplatz gesucht und gefunden haben, stand heute morgen erst einmal Arbeit an der Tagesordnung: Jan Küche aufklaren, Günther Dusche saubermachen und Jürgen Klo putzen. Anschließend ging es mit dem Dingi los, um einen windgeschützten Grillplatz auf einer Schäre zu finden. Jetzt nur noch den neuen dreibeinigen Grill aufbauen und die brasilianischen Monstersteak (geschätzte 400 g pro Mann!!!) aufgelegt. So einen idyllischen Essplatz bekommt man nicht alle Tage geboten! Eins muss man Skipper Micha lassen: Neben Bootstechnik, Segeln und auch den richtigen Ankerplatz aussuchen kann er noch was: Nämlich gut kochen. Verhungern werden wir hier an der Norwegischen Westküste mit Sicherheit nicht. Dazu sind auch fast alle Stauräume der Marlin mit Lebensmitteln und Getränken gefüllt, unter anderem lagern (lagerten!) im Freezer 50 kg Fleisch. Jetzt heißt es wieder, die Marlin für die kommende Nacht vorzubereiten. Geplant ist Abfahrt um 0:00 Uhr, um weiter nach Norden zu kommen. Dies ist aufgrund des beständig blasenden Nordwindes schwierig, so dass wir die nächtliche Schwachwindphase nutzen wollen, um gegenan zu motoren. Hoffentlich spielt der Seegang mit. Wenn alles glatt läuft, werden wir morgen in die Bucht von Stavanger einbiegen und uns in den nächsten Tagen den Lysefjord anschauen. Soll ein „must have seen“ sein. Wir sind gespannt. Jürgen  

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Getting North.

20150417

Kap Lindesnes passiert

Etwas beschwerlich der Weg um die SW Spitze von Norwegen. „Wenn wir Fahrtensegler wären, würden wir uns einen schönen Ankerplatz suchen und abwarten auf Wind von der Seite oder von hinten.“ Das will meine Crew aber nicht. „Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber das Kap sollten wir doch hinter uns bringen.“ Ich sehe das auch so. Also raus und Johann, die Hauptmaschine, rein. Eine Brise steht uns auf der Nase. Gegen Nachmittag setzten wir die Segel und fangen an aufzukreuzen. Nach der ersten Wende wissen wir, dass dies uns eine lange Reise bescheren wird. Gut anderthalb Knoten Strömung aus Nord läßt uns den Schlüssel drehen. Natürlich, es ist viel schöner unter Segeln. Doch andere, bessere Winde und die Möglichkeit in den Schären Nord zu segeln gibt es erst ab Tananger und erst ab Mitte der nächsten Woche. Also, beißen wir in den sauren Apfel und stampfen Richtung Nordwest durch die ruppige See. Der erlebnisreiche Tag von gestern liegt hinter uns. Bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen, keine Behörden oder sonstiges. Aber es sind noch fünfzig Minuten. Für Morgen ist ein Verschnauftag bei Egersund geplant. Den Ankerplatz werden wir in einer Stunde erreichen. Wind auf die Nase mit 30 Knoten in Böen ist angesagt. Ich muss die MARLIN mal küssen, dass sie das so toll macht.  

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Ein Tag voller Unglück. Geschichten aus der Gegenwart eines Weltumseglers.

20150416

Skagerrak die Zweite

Der Versuch, nach Westen zu kommen scheitert kläglich. Zurückgelegte Distanz 11 Meilen. Es beginnt mit dem ersten Unglück. Ein dicker Überläufer auf der Großfallwinsch. Nein, wir mussten nicht beschneiden, es war nur aufregend. Jürgen lernt dazu und ich auch, weil ich auch das im Auge behalten muss. Nur gut, dass die Elektrowinschen noch immer nicht installiert sind. So konnten wir das Großfall noch ein Stück höher ziehen mit der Hand und das Wirrwarr wieder lösen. Kaum haben wir Kristiansand verlassen, Böen bis 30 Knoten, aus West, auf die Nase! Aus dem zweiten Reff wird das dritte Reff. Kaum aus den Schären raus wird es wieder schräger und schräger. Noch habe ich gut Lachen. Das ändert sich. Als nächstes Goal des Tages geht der Motor immer wieder aus, wenn wir ihn brauchen. Denk, Stirnrunzel. Motor aus. Vielleicht mal Sprit checken Skipper? O.K. Ohne Diesel, keine Fahrt: Der Tagestank ist leer. Goal. Das Problem lässt sich einfach bewältigen. 20150416a Die Phase geht aber noch weiter. Kurze Zeit später bricht ein neu angeschweißter Pütting für die Running Backstays, die Thorsten aus Flensburg drangeschweißt hat. Ehrlich Torsten: Darüber bin ich jetzt grade echt sauer. Scheiß Arbeit. So was darf nicht passieren. Jetzt ist das Running Backstay wieder mit einem Softschäckel aus Dyneema an der Klampe befestigt und die hässlichen Schweißnachtresten lachen mich an. Gut dass ich das noch nicht lackiert habe. Thorsten kann froh sein, dass ich grade nicht in Flensnburg bin. Auf See geht es weiter. „Günther. Du steuerst Süd. Wo willst Du hin?“ Günther schreckt aus Träumen aus. „Stimmt!“ Er luft an. „Keine Ruderwirkung mehr.“ Jetzt will er mich auf den Arm nehmen, denke ich mir. „Lass mich mal!“ Das Gefühl kenne ich. Pin aus der Stangenverbindung zum Ruderstock ist rausgedreht. Ich lande wieder mal im Motorraum und hantiere mit den verschiedenen Schlüssel, die Jungs hantieren mit der Notpinne. MARLIN luft an, dreht über den Bug und dreht bei. Braves Mädchen. Da fällt mein Blick in die Motorbilge. Dort schwappen mindestens 120 Liter Wasser. Was macht das denn da? Die Geschmacksprobe ergibt nicht eindeutig Sals- oder Süßwasser. O.K. das kommt später dran. Wir liegen Kurs West an da piept es unangenehm laut aus dem inneren der MARLIN. Das Geräusch ist mir vollkommen neu. Die SeeBG wollte unbedingt dass unser SSB Funkgerät auch eine DSC Empfangsantenne bekommt. Diese hat es jetzt und es kommt eine Distress Meldung rein, die den lauten Warnton erzeugt. Die MMSI des Senders finde ich natürlich nicht in der Liste unserer AIS Ziele. Also außerhalb unseres Aktionsradius um zu helfen. Auf meinen Anruf meldet sich keiner. Also? Was nun. Rufen wir doch mal die Coast Guard. Die melden sich auch sofort auf Kanal 16. Nach ein paar Sekunden bekomme ich die Info, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. So weit so gut. „Habt ihr Wetter für mich?“, frage ich zum Abschluss. „Klar. Close to gale this afternoon aus West, Nordwest.“ „Jungs. Klar zur Wende. 35 Knoten brauchen wir heute nicht. Dann geht wieder was kaputt. Wir kehren um.“ Der Kurs führt uns in den nächsten Fjord. Das Eisen fällt. Die MARLIN steht. Nach dem obligatorischen Anlegergläschen, gibt es erst mal was für den Magen. Auf See scheiterte der Versuch des Kochens, am Beidrehen der MARLIN. „Morgen machen wir den selben Versuch wieder. Irgendwann müssen wir ja mal um das Kap rumkommen. Jan und ich pumpen 120 Liter Wasser aus der Bilge, die dort durch die Heizungsreparatur wohl angesammelt sind. Auch neue Augengelenke für die Schubstange der Ruderanlage habe ich dabei. „Jan, die müssen wir jetzt auch noch einbauen!“ Es ist bereits 21 Uhr. Jan grunzt. Er kennt mich zwischenzeitlich. „Immer unter Strom“, denkt er sich vielleicht. Kaum habe ich das zweite Gelenkauge in der Hand, sehe ich am Heck der MARLIN eines der typischen Goverment-Boote mit den netten Herren vom Zoll hinter der MARLIN. „Ob das so gut ist mit dem AIS? Aber irgendwann kommen sie ja eh.“ “Haben Sie Alkohol an Bord ist die Frage, die die Herren im Sinn haben. „Ja, antworte ich pflichtbewusst und ehrlich“, wie mir Nathalie das beigebracht hat. „Dann zeigen sie mal.“ Ich öffne unsere Bordbar im Salontisch. „Das ist alles? Kein Bier? Deutsche trinken doch viel Bier.“ Freundlich ist anders. Die beiden Herren in ihren schwarzen Anzügen sind Profis. Jeder Schapp wird geöffnet. Es ist offensichtlich, dass meinen Worten nicht viel Glauben geschenkt wird. Das ganze Procedere dauert gut eine Stunde. Im Internet finden wir später die Bemessungsgrenzen. Pro Flasche Wein sieben Euro Nachverzollung und eine dicke Strafe für Falschangaben. Ich bleibe tiefenentspannt. Nach dem die Herren nur noch fünf Flaschen finden sind sie netter und erzählen patriotisch von ihrem Land, von ihren Kindern, Spitzbergen und wie man mit 60.000 Euro Jahreseinkommen in Norwegen überlebt. Die MARLIN ist groß und tief. Jan und ich haben tagelang Proviant verstaut. „Das hätte deutlich, sehr deutlich in die Hose gehen können. Deutlich!“ „Jau Skipper. Aber Du hast ja die Ruhe weg.“ „Ich glaube, die hatten Feierabend und wollten nach Hause. Wir sind uns alle einig. An Kackeverdammtealten haben wir heute genug erlebt. Morgen muss die Pechsträhne ein Ende haben. „Ist heute Freitag, der dreizehnte?“  

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Jan versenkt den Außenborder

20150415

Skipper – Immer die Ruhe bewahren

“Telefon Micha!“ „Hier ist Jan. Skipper, ich habe da ein großes Problem. Mir ist der Außenborder ins Wasser gefallen.“ „Was hast Du gemacht? Jan? Hallo? Das ist nicht Dein Ernst.“ Eigentlich sollte Jan ein neues Kugelventil für die Heizung holen. Sonst nichts. Draußen bläst es mit 30 Knoten aus SW. Die MARLIN zehrt wie am Anker. Ich bin schon wieder den halben Tag damit beschäftigt, den Grund zu finden, warum diese blöde Heizung nicht auf Touren kommt. Mit Günther zusammen nehme ich den vorderen Heizkörper im Badezimmer ab. Mit einem Führungsdraht als Katheder suchen wir die Stelle wo sich Rost in den Leitungen abgelagert hat. Eine dicke braune Brühe kommt uns entgegen. Dann spülen wir das System rückwärts durch um die Partikel aus den Wärmetauschern auszuspülen. Eine tagesfüllende Aufgabe. Ich fluche schon den ganzen Tag. “Du musst Dir jemanden suchen, der Dich mit dem Dinghy zur MARLIN schleppt. Du kannst bei dem Wind das Dinghy nicht mit einem Stechpaddel paddeln. Du treibst dann am Schiff vorbei. Wie zum Himmel hast Du es denn geschafft den guten 30PS Mercury zu versenken? Na wenigstens hast Du ihn noch.“ Heute kommt unser neuer Mitsegler an. Jürgen aus Husum soll die Crew vervollständigen. Deshalb liegen wir hier in Kristiansand wo es zehn Kneipen geben soll. Mit Skippers Partynase finden wir die beste natürlich innerhalb von zehn Minuten. Aber das war gestern. „Hallo Jürgen.“ „Ich sitze im Taxi und bin in 10 Minuten da. Kommst Du mich mit dem Dinghy abholen?“ „Jürgen, kein Problem. Jan wartet schon seit ein paar Stunden auf Dich. Ihm ist der Außenborder ins Wasser gefallen und er braucht Dich um wieder zur MARLIN zu paddeln. Macht aber nix mit dem Sturm. Der Wind kommt von hinten. Ihr müsst nur die Richtung halten!“ Günther und ich haben alles wieder zusammen geschraubt, als Jan, Jürgen und das Dinghy von Stadt aus sichtbar werden. Kurze herzliche Begrüßung. Erst mal müssen wir uns um den Außenborder kümmern. Kerzen raus und das Wasser spritzt aus den Zylindern als ich den Motor durchziehe. Ich baue den Vergaser aus und reinige den Rest. Kurzer Test ob die Kerzen funktionieren und alles wieder zusammenschrauben. Nach vier mal ziehen, stottert der Mercury kurz los und läuft wieder. „Geht doch!“, meint Jan trocken. „Jan, Du weißt gar nicht wie viel Glück Du gehabt hast!“ Wer den Skipper kennt, der weiß was ich meine. Um so ruhiger ich bin um so mehr koche ich innerlich. Am Abend gibt es ein Lachshälfte und wir feiern den Sieg über die Technik und das Jan nix passiert ist. Einen Grund zum feiern, finden wir ja eigentlich immer.  

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Hallo Welt. Wir sind in Kristiansand angekommen

20150414

Jetzt aber mal Butter bei de Fische

Der Trip nach Kristiansand war ganz das Gegenteil vom Skagerrak. Sonnig, Halbwild und in Lee der Schären. So hatte ich mir das vorgestellt. Bitte weiter so. Meine Besserwisserei mit Jan und Günther hört langsam auf. Die 1000 Regeln auf der MARLIN sind langsam alle erklärt und durch. „Der Tampen gehört dahin. Da schamfilt es. Ne, die Pfanne kommt da anders rein.“ Zum Anfang des Mitsegeltörns betone ich immer wieder: „Nehmt nicht, aber auch gar nichts persönlich Jungs! In ein paar Tagen wisst ihr wissen wie alles geht, auch warum die Toilette beim Segeln leergepumpt werden muss, aber vor dem Motorstart wieder einen See haben muss. Ich habe das auch alles erst lernen müssen und teuer bezahlt mit Ersatzteilen. Das brauchen wir also nur einmal.“ Jan und Günther haben beide die Ruhe weg. „Kein Problem Skipper! Was geht heute?“ „Wir über Einparken!“ Es folgt das ganze Programm mit An- und Ablegen. „So in der Zukunft mache ich das nicht mehr. Sondern ihr. Gut gemacht!“ Beim Rückwärtseinparken römisch katholisch müssen alle noch mal üben. Ohne Aufforderung. Aber die MARLIN macht rückwärts auch echt nicht was man sich so denkt. Zum Abschluss fällt der Rettungsring ins Wasser: „Heinz, ähm Mann über Bord.“ Auch das klappt. Heinz hängt wieder am Heckkorb. Wir erreichen Kristian wieder bei Nacht. Günther parkt ein. Am nächsten Morgen sehen wir, dass der Steg keine Verbindung zum Land hat. „Die Segelsaison startet hier im Juni! O.K.“ Dann gehen wir einfach mal vor Anker.  

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Scheiß Skagerrak

20150412

Romantisch Segeln war das nicht

Gut. Normalerweise hätte man ja zehn Tage in Skagen auf Südwind warten können. Geht aber nicht mehr, wenn auf der anderen Seite des Skagerraks Mitsegler in ein paar Tagen ankommen. „Dann mal los.“ Es war ganz schön laut auf der MARLIN, bis das Groß im zweiten Reff stand. Die Fischer sind alle im Hafen geblieben. Hätte ich auch gerne gemacht. Aber ich wiederhole mich. Mit dem zweiten Reff wollte MARLIN nicht. Immer wieder ist sie in den Wind geschossen. Eindeutige Aufforderung zum dritten Reff. „25 Knoten. Wie soll dass denn bei 35 Knoten werden?“ Dann muss Carsten von Holm Segel wohl ein viertes Reff einnähen, denke ich mir. Irgendwie geht es dann aber doch und raus auf die Nordsee. Nordsee ist Mordsee, wer kennt diesen Film nicht? Der sollte sich ihn mal anschauen. Oder bei uns mitssegeln ;-) Aus der Welle wurde eine kurze hohe Welle und aus den zwanzig Knoten Wind wurden 29 Knoten, in Böen viel mehr. Allen wir erst mal komisch. Ich setze mich ins Pilothaus und schlafe für 30 Minuten im Sitzen ein, danach geht mir durch den Kopf: „Moment, ich bin Skipper. Ich darf nicht seekrank werden. Das geht so gar nicht.“ Und so sitze ich alleine im Pilothaus und schaue den Wellen dabei zu wie sie das Deck gründlich sauber machen. Die Süllkante zieht zeitweise tief durchs Wasser. Der Wind kommt wie immer von so weit vorne wie es nur geht. Immerhin, wir segeln, wir liegen Norwegen an, nicht Oslo, sondern fast Arendal. Ich gebe mich zufrieden mit dem Schicksal, meine Crew habe ich in die Kojen geschickt. Einfach flach hinlegen ist das beste gegen Seeunwohlsein. Noch stehe ich mit der GoPro auf dem Kopf, mutig, zitternd vor Kälte, die Nase über das Pilothaus steckend und denke mir, wie schön es ist, endlich wieder auf dem Meer zu sein und die Freiheit zu spüren. Dann aber ist es Zeit, das Schiff seiner automatischen Steuerung zu überlassen und sich auch flach hinzulegen im Pilothaus. Kino. Wellenkino. Möwen begleiten uns zum Greifen nah, Der Himmel ist kristallblau. Das Licht der hohen Breiten beleuchtet alles besonders kontrastreich. Nach ein paar Stunden und der Hälfte der Strecke tauch abwechselnd die Köpfe von Günter und Jan auf. „Hunger?“ „Ne Danke. Mir ist nicht nach Essen.“ „War auch nur nen Spass. Ich kann jetzt nicht kochen.“ Stunden später kommen wir an. Es ist stockduster und wie Wnuk so ist, muss er blind durch die Schären gurken, wo er noch nie vorher im Leben war um einen Ankerplatz zu finden. Navionics und eine gute Portion Erfahrung führen uns zu einem ruhigen Ankerplatz im Nirgendwo. Es gibt eine Dose Aldi Hühnersuppe. Garant für zurückkehrende Lebensgeister. Es gibt Internet mit der LunaWLANnet. Ebenfalls Garant gegen das „Gibt es nicht.“ So. Und jetzt wird grade der Horizont hell. Ich geh mal ne Mütze Schlaf holen. Für Nathalie: „Wir haben nichts kaputt gemacht!“

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Arbeitsschlag

20150411

Wir machen Nord

Die Nacht und den Tag der letzten 24 Stunden haben wir hauptsächlich die Nase im Nebel gehabt. Dieser hat uns auf dem Weg von Hundestedt nach Skagen begleitet. Unser Nebelhorn findet zum ersten Mal praktischen Einsatz beim Queren der Schifffahrsstraßen. Wind gibt es nicht. Südwind 3-6 Knoten aus S bis SE. Zum Teil so leicht, dass wir einige Stunden unter Motor laufen mussten. Mir soll es recht sein. Günter und Jan können sich so erst mal an die MARLIN gewöhnen. Gegen Mittag klart es auf und ich fange an hier und da die Sicherheits-Installation fertig zu stellen. Die Markierungsboje muss noch mit Trillerpfeife, Treibanker und Wurfleine komplementiert werden. Der Handscheinwerfer. Muss mit einem Zigarettenanzünderstecker versehen werden. Und, und, und… Jan und Günter sind sofort bei der Sache. Lötkolben, Zangen und Kabel liegen im Pilothaus. Günter verschwindet für Stunden im Motorraum um unser HiFi Beschallungsanlage fürs Cockpit endlich sauber anzuverkabeln. Währenddessen frischt der Wind auf und nur mit dem ausgestelltem Groß platt vorm Wind schiebt uns der Wind mit sieben Knoten nach Skagen. “Skagen ist hässlich und stinkt nach Fisch“, meint Jan. Landfall auf Laesoe wird diskutiert. Doch zum Schluss bekommt Skagen den Zuschlag. 30 Meilen weiter im Norden erscheint es uns der bessere Platz um das abzuwettern, was am Abend kommen wird. Vierzig Knoten in Böen aus West und eine dicke Regenfront. „Das brauchen wir nicht im Skagerrak morgen!“, stelle ich einfach mal so fest. Mit der großen MARLIN ist das Einparken in fremden Häfen ein gewohnt schwieriges Manöver. Immer wieder versuche ich die Wende auf kleinsten Raum mit Seitenwind. „Nein, dass will ich nicht!“, meint die MARLIN nur dazu. Wir sind das einzigste Boot in der Marina. Ein Segler nimmt die Leinen an: „Ihr seid aber früh dran in der Saison. Wo wollt ihr hin? Nach Norwegen? Ihr seid aber mutig. Es ist Sturm für die nächsten Tage angesagt. Wann? Morgen?“, der Segler steht staunend am Kai. „Na ja, mit dem Schiff sollte das klappen. „Denn mal toi!“ Und es passiert, als ich schnarchend in der Koje liege und den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachhole, den Anlegerrum verdaue. Der Wind dreht auf West, der Himmel verdunkelt sich und es schüttet aus Eimern. Wir beenden den erfolgreichen Tag mit einer Flasche Barolo aus 2010, einem satten Abendessen und den Seglergeschichten im geheizten Pilothaus, die einfach dazugehören. Morgen wird es ruppig. 25 Knoten aus westlichen Richtungen werden gegen 2 Knoten Strömung aus der Ostsee zusammenknallen. Da müssen wir durch. Wo wir in Norwegen anlanden werden, weiß selbst ich nicht. Irgendwo zwischen Kristiansand und Oslo.  

Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bergen kannst Du mitsegeln zu den Lofoten und dann weiter nach Spitzbergen. Zwei Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

   

Abfahrt! Der Norden ruft

20150410

Abschied! Krokodils-Tränen.

Abschied ist nie schön. Aber manchmal muss man da durch. Große Kulleraugen laufen heute die Backen meiner Kinder runter. Da hebt mich glatt aus dem Sessel. Natürlich will ich mir nicht viel anmerken lassen. „Papa, Du wirst so lange weg sein. Ich will das nicht. Ich will mit.“ Lars bekommt die Situation gar nicht gebacken. Wie auch. In seinem Leben spielt die Nahrung und Schnüffeln ein hoher gestellte Rolle als Abschiedssehnsucht. Lena ist glücklich, dass Lars nicht mitsegeln will und sie ihn in Düsseldorf für sich ganz alleine hat. Jan ist gestern Abend schon auf der MARLIN angekommen und hat letzte Einkäufe mitgebracht. Sowie einen Sodaatreamer. „Ach, wie geil ist das denn?“ Die kleine CO2 Kartusche wird aber bald leer sein. „Hmm.“ Aber wir haben vorgesorgt. Eine 10L CO2 Flasche steht in der Achterkabine, in unserem Keller, fest ans Schott angezurrt. Mit einem Adapter können wir den die kleine Kohlensäurekartusche nachfüllen. Für meine Gäste tue ich alles, hat aber auch einen Eigennutzen. Sprudelwasser mit selbst hergestellten Mineralwasser aus Seewasser. Das schmeckt echt ganz besonders. Auch dabei ist seit heute morgen Günter. Günter war schon bei einem Schnuppersegeln dabei und wird uns bis zu den Lofoten begleiten. In Norwegen werden wir noch Jürgen aufnehmen. Eigentlich am 15ten in Bergen. Ob wir das schaffen. Ich runzel die Stirn. Am Sonntag und Montag ist Sturm im Skagerrak angesagt aus Nordwest. Na, wir werden sehen. Erst einmal muss ich meine Mitsegler durch die erste Nacht bringen. Da bin ich ganz froh, dass wir eher eine Flaute haben und nur mit Groß durch den Nebel auf der Ostsee gen Norden schieben. Um uns herum jede Menge Frachter, Fähreu und was es sonst noch gibt. Gut das wir AIS senden. Alle halten eine Meile Abstand von uns. Gut so, denn es ist dicker Nebel.  

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