Archiv der Kategorie: SY Marlin

Reise Reise…

{Time:23:55:00}
{Date:20190120}
{Position:51°13.1138’N, 006°47.4012’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Düsseldorf}
{Target:Trinidad}
{Temp Air/Pressure:4°C}
{TempWater:-°}
{Wind:5kn/SW}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190120}
{Title:Reise Reise…}

Wieder mal: Richtungswechsel

Es war einmal meine Stadt: Düsseldorf. Sie wird es nie wieder werden. Auch nicht Deutschland. Ich laufe über die Königsallee. Komisches Feeling hier zu sein.

In Flensburg reden Nathalie und ich meist über die Kinder, ihre Arbeit, meine Arbeit und überhaupt der Alltag und die Bewältigung dieses Alltags. Eine Einladung zum achten Autorentreffen des Delius Klasing Verlages liegt auf dem virtuellen Internettisch und wir sind eingeladen. Stimmt. Wir haben ja mal zwei Bücher geschrieben über 10 Jahre 24/7/356/10. Mächtig viel Zeit ist das und zwei Kinder voller Energie sind daraus entstanden. „Wollt ihr nicht noch einmal lossegeln? Als Familie?“ grinsen Nadja Kneissler und unsere Lektorin Birgit Radebold uns an und es funkelt merkwürdig in den Augen. „Noch ein Buch?“ „Ich schon“, grinse ich. „Nathalie wohl weniger“, ich blicke in Nathalies Augen – Ich kenne ihre Gedanken. Wir müssen nicht reden. Wir entschuldigen uns wegen Schule, Arbeit, Verantwortung und natürlich von Geld. Es sind Ausreden. Natürlich wissen wir das es gehen würde. Wer sonst? Es geht alles was man wirklich will. „Wenn Maya ihr Abitur gemacht hat, kann Tochter & Vater den logischen Weg von Bernard Moitessier mit der MARLIN verfolgen. Wenn sie es will…“, Nadias Augen leuchten auf. Natürlich ist das jährliche Autorentreffen auch eine Motivationsveranstaltung. Die Zeit schreitet voran und leider haben wir viel zu wenig Zeit mit allen zu reden. Es ist ein bisschen wie ein Familientreffen. Der alte und der neue Erdmann sind da, nebst Astrid und Cati. Mareike Guhr und natürlich Sönke Roever, viele andere. Mit Meno Schrader fachsimpel ich zum Abschluss des Abends über Wettermodelle. Das war es auch schon. Da zieht mich Nathalie am Ärmel. „Komm. Wir gehen. Ich bin müde.“ Ich schlafe bei meinem Freund Guido. „Der Schlüssel zur Wohnungstür liegt auf dem Reifen des Autos. Fahrerseite. Sei nicht so laut wenn Du kommst.“ Also ziehe ich mir meine Dockers Stiefel aus, als ich Guidos Wohnung enter.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Neue Episode Lebenswert

{Time:16:00:00}
{Date:20190119}
{Position:54°47.2561’N, 009°25.4608’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Trinidad}
{Temp Air/Pressure:4°C}
{TempWater:-°}
{Wind:5kn/SW}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190119}
{Title:Neue Episode Lebenswert}

Focus MARLIN. Home. Sweet Home.

Wenigen Stunden nur habe ich noch mit Mitsegler Harald, als uns dann nach realen 4 Wochen unsere Weg am Frankfurter Flughafen trennen. Ich komme mir wie gewohnt in Deutschland erstmal deplatziert vor. Zehn mal Atlantiküberquerung sind mit der herzlichen Verabschiedung erfolgreich beendet. Ich bin nun wieder alleine. Auch schön. Die Weiterreise nach Flensburg ist kurzweilig. Ich genieße das Datennetz. Ich genieße ernsthaft die kühlen Temperaturen. Es schneit als meine Tochter Lena vor dem Flensburger Bahnhof auf mich zugelaufen kommt, ihre Arme um Papa wirft und ganz fest zudrückt. Auch Nathalie und Maya schlingen sich dazu. Seemannsglück ist die Heimkehr von einer langen Seereise. Zumindest wenn da jemand ist der sich so sehr freut wie meine Kinder.

Die Sorgen um MARLIN sind schnell vergessen, als ich am nächsten Morgen im Malteser Krankenhaus sitze. Mein behandelnder Arzt Helge fühlt sich schwer vernachlässigt. Klar was die wollen. Mein rotes Blut wollen die. Blutsauger. Helge ist sehr nett und zumindest oberflächlich hat der Kontrollbesuch keine neuen Erkenntnisse zu Tage gebracht. „Aber wenn man richtig sucht wird man was bestimmt was finden“, grinst mich Helge an. Als das Thema sich vorerst erledigt hat, freut sich Tobias vom MARLIN Büro als ich die Toosbüstr. runterwackel. „Siehste Tobias. Es klart auf.“ Es soll kalt, aber klar werden in den nächsten Tagen. Tobias aus dem kleinen LUNATRONIC / MARLIN Team ist übrig geblieben und Eike hat uns verlassen und hat schon einen neuen Job in Kiel. „Kiel ist ja auch schön“, meint Tobias trocken. Wir haben viel zu tun. Mal schauen, wie sich das mit dem Büro in Flensburg so entwickelt. Schon stehen neue Mitsegler und Kunden und klopfen an der virtuellen Tür im Internet. Gut so. „Jan. Deine Crew ist vollständig. Buch Dir bitte mal nen Flug in die Karibik. Ich werde grade dringend in Flensburg gebraucht. Per mail einige ich mich mit Allen, dem Lackierer in Trinidad. Reinigung, Spotlackierung und Polishing bekommt MARLIN. Unser Dornröschen muss mal wieder wachgeküsst werden und zu neuen Taten geschmückt werden. Ich entscheide erst einmal mehr an Aufgaben zu tolerieren. Trotzdem bleibt immer noch eine ordentliche Liste zu tun für Jan. „Besser Du fährst eine Woche vor Törnbeginn auf’s Schiff.“ Jan freut sich sehr auf Schiff zu kommen. Ich freue mich sehr Zeit für meine Familie und für mich zu haben.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

In Trinidad gestrandet

{Time:16:00:00}
{Date:20190115}
{Position:10°40.5998’N, 061°38.1604’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Chaguramas / Trinidad}
{Target:Grenada}
{Temp Air/Pressure:1013-15/32°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:4kn/NE}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190115}
{Title:In Trinidad gestrandet}

Die Piraten lauern überall in der Karibik

2015 gab es am 20ten Dezember einen Piratenüberfall auf eine 80 Fuss Yacht nur unweit der Hibiscus Gasförderplattform, keine 30 Meilen nördlich von Chaguramas. MARLIN, Co- Skipper Harald und ich sind genau auf der Kurslinie. Wie wahrscheinlich ist es, dass es genau uns diesmal trifft, obwohl seit damals keine weiteren Vorfälle in dieser Art und Weise passiert sind, wer weiß das schon. Ich habe das Thema gar nicht erst groß an die Glocke gehängt. Erst kurz vor der Abfahrt schiebe ich Harald stückchenweise die Details und die Gefahren der Reise unter. Er sagt auch nichts, als ich meine Computerbackupfestplatte und das iPhone hinter der Einbauten der MARLIN wasserdicht verstecke, Macbook und Canon in die Segellast umziehen lasse. 400 Euro liegen in Cash im Kartentisch. Takeaway. Der Bordrechner schickt alle 15 min unsere Position automatisch raus. Nathalie und Jan wissen Bescheid. Weder in Grenada weiß jemand wann wir los segeln werden, noch in Trinidad ist unsere Ankunft bekannt. Nicht das ich mir in die Hose scheiße, nicht wirklich. 2015 habe ich den Standort genau 2 Stunden vor dem Überfall mit Bootsmädchen Claudia passiert. Ist ja auch nichts passiert.

Inzwischen sind wir in Trinidad angekommen. Chaguramas ist leer geworden. Von der Attraktivität als Yachtzentrum von 2000 ist nur noch die Hälfte der Marine-Fazilitäten übrig geblieben. Wir kommen um Punkt 8:00 Uhr am Customs-Steg an. Ich helfe Harald bei dem Stapel Papiere bei der Immigration, die es auszufüllen gibt. Nach 40 Minuten geht es zu den Customs. Ich flirte mit der Beamtin, die sich nicht an mich erinnert. Gut so. Wir hatten 2014 ernsthafte Meinungsverschiedenheiten, die nur Nathalie durch direktes Eingreifen schlichten konnte. Alles gut. Wir sind drin. Drin sind wir auch in den Schlingen des Travellifts, der die MARLIN sanft aus dem Wasser hebt. Bevor ich ins Büro zu Marinafee Daniela gehe, inspiziere ich einmal Schiffsrumpf bis zum Ruder, prüfe das Spiel der Schaftlager und das gleiche am Propeller. Nun ja. Freude kommt da nicht auf. Ich schlucke den Frust erst einmal einfach runter. Ich sehe schon die Baustelle. Alles nen bisschen viel für mich im Moment. Seit Oktober reihen sich die Probleme aneinander. Kaum sitze ich bei Daniela kommt der nächste Schlag in die Magengrube. „Wie lange soll MARLIN hier bleiben?“ „Bis zum 15ten Februar. Das haben wir doch per e-mail so ausgemacht und bestätigt.“ „Oha. Hmm. Uppsi. Ja….“ Daniela wird sichtlich nervös und blättert wild in ihrem Kalender. „Nun. Wir hatten ein Erdbeben und die Pier für den Travelllift muss repariert werden. Die Arbeiten starten am 1. Feb. – Geplant für drei Wochen.“ „Haha. Drei trinidadische Wochen. Da bin ich in Deutschland! Das meinst Du jetzt nich ernst. Am 16ten kommen neue Gäste auf die MARLIN.“ Ich sehe meine mühsam erlegten Felle dahin schwimmen. Vier Schritte vorwärts, fünf zurück. Ich muss eine Entscheidung treffen. Schuldzuweisungen helfen mir jetzt nicht. Eine Stunde später geht mein Lackierer um das Schiff. Auch er kämpft um jeden Auftrag. Chaguramas war früher eine Goldgrube. Wir verhandeln eine neue Lackierung und wer wissen will über welchen Betrag man da bei 60 Fuß spricht. 12.000 $US. Zusätzlich neuem Antifoulig für 4k. „Das Antifouling müßte eigentlich mal komplett entfernt werden.“, ich sehe die Piratendollarzeichen in Allens Augen. „Vergiss es Allen! Ich habe vor zwei Monaten einen neuen Generator kaufen müssen für 15.000 Euro.“ In Deutschland würde das alles das doppelte kosten. Allen macht wirklich gute Arbeit. Aber trotzdem. Ich habe nicht so viel Geld verdient und einen Goldesel habe ich auch nicht im Stall. Dazu noch die Lager für Ruder und Antriebswelle plus Einbau. Diverse kleine Reparaturen. Ich klettere einen Kopf kleiner die Leiter zur MARLIN hoch. Wenn ich nicht wüßte das das Segler-Leben dann doch irgendwie weiter geht – Ich würde meinen Kopf in den Sand stecken und drei Decken drüber ziehen. Für Morgen habe ich ein Flug-Ticket in der Tasche. Erst mal fliege ich nach Flensburg, komme was wolle. Meine Töchter wissen gar nicht mehr wie ich aussehe. Abkühlung gibt es da umsonst.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

JOIN THE CREW:
” target=”_blank” rel=”noopener”>www.marlin-expeditions.com

Hinterher weiß ich immer Meer…

{Time:21:00:00}
{Date:20190111}
{Position:11°59.9857’N, 061°45.7177’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Grenada / Prickley Bay}
{Target:Chaguramas / Trinidad}
{Temp Air/Pressure:1013.5/27°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:19kn/NE}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20190111hd}
{Title:Hinterher weiß ich immer Meer…}

Die schönen Momente bleiben stets erhalten

Heute war der letzte Tag. Abreisetag. Stell Dir vor Du hättest fast vier Wochen Deine vierzig Quadratmeter Wohnung Tag und Nacht mit vier anderen Menschen geteilt, die Du weitestgehend vorher nicht kanntest. Während dieser Zeit hätte ständig ein großer Riese an Deinem Haus gewackelt. Zwei Wochen konntest Du die Wohnung noch nicht einmal verlassen, weil die Tür abgesperrt war. Alles was Du getan hast, Du meinst nach zwei Wochen sogar, alles was Du gedacht hast, bekommen die anderen genau mit und Du bekommst alles von den andren mit. Stimmungen schwanken, so wie das Schiff schwankt. Du siehst herrlich viel Meer, blauen Himmel und Nachts Millionen von Sternen, vom Balkon aus. Andere Menschen siehst Du nicht. Macht Dir diese Vorstellung Angst? Kannst Du Dir vorstellen wie der Moment ist, an dem die Tür wieder auf geht und sich Deine Mitbewohner verabschieden? Das Gefühl kann man nicht beschreiben. Es ist etwas zwischen Freude und Wehmut. So eine Zeit liegt hinter mir. Wieder mal. Zum zehnten Mal und wahrscheinlich werde ich es wieder und wieder machen. Heute braue ich Auszeit.

Das letzte Bild auf meiner Kamera ist Happy Island auf Union Island. Ich finde es wunderschön und freue mich immer darüber, wenn wir eine Mouring direkt neben dem künstlich aus Conchmuschel aufgeschüttetem Island mit der kleinen Bar darauf bekomme. Kurz bevor die Sonne im Westen hinter der Frigate Island versinkt, ist es das schönste Licht. Hat man Lust auf mehr als einen Drink und will seinen Geldbeutel schützen, glüht man an Bord vor, denn die Preise auf der kleinen Insel sind gesalzen. Wenn man bedenkt, das alles mit dem Boot angekarrt werden muss und die Bar ausschliesslich drei Stunden zum Sonnenuntergang dicht besetzt von Touristen ist, geht das auch nur so. Den Blick dafür und die Neigung zum Verständnis („Respect!“ nennen die Rastas das hier zum Gruß) muss man allerdings haben, die so manchen, mir kommt es vor, besonders Deutschen Touristen, abhanden gekommen ist oder nie vorhanden war. Harald verliert das Gleichgewicht, sein teurer Rumpunsch mit „nur“ einem Drehverschluss Rum, versinkt im Muschelschrot. Am Horizont geht die Sonne unter wie ein riesiges zwinkerndes Emojis. Harald holt sich keinen neuen Rumpunsch. Ich zwinker der Sonne zurück.

Mir ist die Fußnote meines Blogs in den letzten Tagen etwas abhanden gekommen. Zu wenig Freiraum für mich selbst. War zu erwarten, dass das irgendwann passiert, ich dann doch lieber zwei oder drei Gläser Rotwein trinke am Abend als Green Tea, denn mit dem Wein lässt sich der Abend besser beenden. Die zweite große Erinnerung der letzten Tage, die ich habe, war der letzte Ankerplatz hinter Frigate Island. Genug Platz zum Ankern, wenig Boote und direkt daneben eine großflächige Kite Rennstrecke, Flachwasser ohne Welle. Ein Traum von Kitespot. Natürlich wollen meine Mitsegler weiter, jeden Tag etwas Neues erleben, ich könnte hier wochenlang verweilen. Auch Harald sieht man eher weniger über Wasser als unter Wasser. Ich gehe mit ans Aussenriff zum Schnorcheln. Doch werd die karibische Unterwasserwelt noch aus dem letzten Jahrtausend kennt, den macht es traurig zu sehen, wie wenig davon übrig geblieben ist. Am Vormittag passt der Wind, 20 Knoten ziehen an meinem Trapez und ich ziehe meine Bahnen auf dem Wasser, hin und her… Das Leben kann so schön sein. Dann ist die Wind wieder wech… Am Abend grillen wir am Strand. Sitzen zusammen und um unsere Füße krabbeln die Einsiedlerkrebse. Für mich geht nicht mehr Karibiktraum. Life at Beach is better.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Freier Fall ins karibische Abenteuer

{Time:22:22:00}
{Date:20190107}
{Position:12°38.3023’N, 061°21.1947’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Tobago Keys / Caribbean}
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1013.5/27°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:19kn/NE}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20190107}
{Title:Freier Fall ins karibische Abenteuer}

Totenstille im Blog. Warum das?

Passiert etwa nichts bei uns an Bord der MARLIN? Oh doch. Es passiert. Wir sind über Mayreau in die Tobago Keys gesegelt. Das Leben geht jetzt Unterwasser und Überwasser weiter. Es passiert so viel, dass ich mit dem berichten gar nicht mehr hinterherkomme. Nun. Ich muss zugeben, dass liegt auch sicherlich daran, dass hier eben traumhafte Bedingungen zum Kiten sind und meine tolle CREW 50 dies auch so sieht und mich nach der anstrengenden Atlantiküberquerung auch lässt. Na. Da kann der Blog auch mal etwas in den Hintergrund treten. Meine CREW schaut sich die Karibik besonders aus der Unterwasserperspektive an. Schildkröten, Rochen, Aussenriff, Leguane an Land. Wir essen den besten Lobster in der Karibik bei Mandyman in den Tobago Keys und lassen es uns so richtig gut gehen. Ein wahrhaft eindrucksvoller Abschluß dieses Törns.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Landfall in heavens

{Time:22:22:00}
{Date:20190102}
{Position:13°00.0559’N, 061°14.7284’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Bequia / Caribbean}
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1011/33°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:19kn/NE}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20190102}
{Title:Landfall in heavens}

Die perfekte Atlantiküberquerung

Ich kann es nicht anders sagen. Das war die perfekte Atlantiküberquerung. Tolle Crew, perfektes Wetter, schnelles komfortables Segeln und wir haben am letzten Tag immer noch Thunfisch gegessen, acht Zitronen, sieben Karotten, drei Kohl, siebzehn Paprika, vierundachtzig Kartoffeln, zwanzig Tomaten, einen Kürbis, fünf Zucchinis und eine Palette Eier sind noch übrig. Also. Wir waren wirklich schnell. Der neue Zwischenboden im Gefrierschrank hat sich bewährt. Wir haben den Motor genau eine Stunde genutzt. Eine halbe Stunde um von den Kapverden loszusegeln und eine halbe Stunde um in Bequia anzukommen. Viel gearbeitet hat Generator Arnold mit insgesamt 78 Stunden und Wassermacher Moses mit 20 Stunden. Wir haben also 2.400 Liter Süßwasser verbraucht. Upps. Da stimmt was nicht. Wer hat am meisten gearbeitet? Gustav, der Autopilot hat am meisten gearbeitet. Dreizehn Tage und sieben Stunden hat der arme Kerl fast ununterbrochen die MARLIN gesteuert. Ganz selten hat mal ein Wal oder sonstiger Großfisch mit einem Schwanzschlag gegen unser Ruder, Johann aus dem Takt gebracht. Gar nicht auszudenken, was wäre wenn Gustav mal ausgefallen wäre. Zwei Antriebe haben wir ja eh an Bord, Jefa und Lecomble, es ist wirklich zu überlegen ob eine redundante Elektronik zum Raymarine S3G SmartPilot nicht von Sinn wäre in Bezug auf die neuen Expeditionspläne der MARLIN für 2020. Ich denke da so an NKE oder B&G H5000. Aber das ist Schnee von Morgen.

Jetzt feiern wir erst einmal das Harald direkt einen neuen Job in Bequia gefunden hat. „Schau mal. Ein Medical Center!“ Harald stolziert direkt in die angegliederte Kunstgalerie, die von der französischen Catrine geführt wird. Jean-Harald, ihr Ex ist leider abhanden gekommen und sie ist dringend auf der Suche nach einem Nachfolger für die Arztpraxis. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und Harald wird ab dem ersten Februar seinen Dienst in Bequia antreten. Ein bisschen neidisch bin ich schon, dass Harald mal so eben die bildhübsche Amazonin Catrin im Sturm erobert hat (Nee nur Spass). So etwas gibt es eben nur, wenn man mit der MARLIN auf Abenteuer-Fahrt unterwegs ist.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Landfall in heavens

{Time:22:22:00}
{Date:20190102}
{Position:13°00.0559’N, 061°14.7284’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Bequia / Caribbean}
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1011/33°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:19kn/NE}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20190102}
{Title:Landfall in heavens}

Die perfekte Atlantiküberquerung

Ich kann es nicht anders sagen. Das war die perfekte Atlantiküberquerung. Tolle Crew, perfektes Wetter, schnelles komfortables Segeln und wir haben am letzten Tag immer noch Thunfisch gegessen, acht Zitronen, sieben Karotten, drei Kohl, siebzehn Paprika, vierundachtzig Kartoffeln, zwanzig Tomaten, einen Kürbis, fünf Zucchinis und eine Palette Eier sind noch übrig. Also. Wir waren wirklich schnell. Der neue Zwischenboden im Gefrierschrank hat sich bewährt. Wir haben den Motor genau eine Stunde genutzt. Eine halbe Stunde um von den Kapverden loszusegeln und eine halbe Stunde um in Bequia anzukommen. der MARLIN. Viel gearbeitet hat Generator Arnold gearbeitet mit 78 Stunden und Wassermacher Moses mit 20 Stunden. Wir haben also 2.400 Liter Süßwasser verbraucht. Upps. Da stimmt was nicht. Wer hat am meisten gearbeitet? Gustav, der Autopilot hat am meisten gearbeitet. Dreizehn Tage und sieben Stunden hat der arme Kerl fast ununterbrochen die MARLIN gesteuert. Ganz selten hat mal ein Wal oder sonstiger Großfisch mit einem Schwanzschlag gegen unser Ruder, Johann aus dem Takt gebracht. Gar nicht auszudenken, was wäre wenn Gustav mal ausgefallen wäre. Zwei Antriebe haben wir ja eh an Bord, Jefa und Lecomble, es ist wirklich zu überlegen ob eine redundante Elektronik zum Raymarine S3G SmartPilot nicht von Sinn wäre in Bezug auf die neuen Expeditionspläne der MARLIN für 2020. Ich denke da so an NKE oder B&G H5000. Aber das ist Schnee von Morgen.

Jetzt feiern wir erst einmal das Harald direkt einen neuen Job in Bequia gefunden hat. „Schau mal. Ein Medical Center!“ Harald stolziert direkt in die angegliederte Kunstgalerie, die von der französischen Catrine geführt wird. Jean-Harald, ihr Ex ist leider abhanden gekommen und sie ist dringend auf der Suche nach einem Nachfolger für die Arztpraxis. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und Harald wird ab dem ersten Februar seinen Dienst in Bequia antreten. Ein bisschen neidisch bin ich schon, dass Harald mal so eben die bildhübsche Amazonin Catrin im Sturm erobert hat. So etwas gibt es eben nur, wenn man mit der MARLIN auf Abenteuer-Fahrt unterwegs ist.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Happy New Year from the middle of the ocean

{Time:14:40:00}
{Date:20190101}
{Position:13°03.0461’N, 057°53.9260’W}
{Direction/Speed:280°/ 8kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1013/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:16kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20190101}
{Title:Happy New Year from the middle of the ocean}

Durch die Mitte

Ich glaube, es war mein erstes Sylvester wirklich während einer Passage auf See. Jeder bekommt eine abgelaufene Fallschirmrakete in die Hand gedrückt. Training on the job. Auf dem AIS ist kein anderes Schiff zu sehen und Punkt 00:00 Bordzeit, die noch Kapverdenzeit ist, gehen fünf Sylvestergrüße in den Himmel über der MARLIN. Hatte ich mir ehrlich etwas imposanter vorgestellt, so für den Notfall. Ich glaube ein AIS Notsender ist da wirklich wirkungsvoller, wenn ein Frachtschiff an der Rettungsinsel vorbeifährt. Mit einer Flasche Champagner rutschen wir ins neue Jahr auf der anderen Seite des Atlantiks.

Der Passatwind ist uns wirklich sehr treu diesmal. So habe ich das noch nie erlebt. Seit der Abfahrt von Mindelo haben wir fast permanent 20-28 kn Wind aus NE mit Passatbewölkung und werden quasi über den Atlantik gebeamt. Jetzt stehen wir fast genau 90 Meilen vor Barbados und 200 Meilen vor unserem Landfall auf Union Islands. Es ist heiß geworden. 28° zeigt das Aussenthermometer. Stimmung an Bord: Sehr entspannt. Keiner sagt es, aber irgendwie wollen alle ankommen. Land sehen, riechen, fühlen, erreichen, begehen… Mir hat der Alkohol gestern nicht gut getan. Nicht mehr meine Droge. Brauche ich nicht mehr wirklich. Womit wir beim Thema wären. Was nehme ich mir vor für das neue Jahr. Macht man doch so. Oder? Was machst Du? Aufhören zu rauchen? Abnehmen? Weniger Zeit am Smartphone? Oder das Gegenteil. Mehr Leben. Mehr Liebe. Mehr Segeln. Mehr Zeit für meine Kinder? Noch mehr Kiten? Ich mache eine Not-ToDo Erinnerungsliste in meiner Cloud. Das ist mein persönlicher Vorsatz.

Ich wünsche allen Lesern, Mitseglern ob nur virtuell oder real allen Verwandten und Bekannten, allen Freunden, meiner Familie, meinen Lieben, ein wunderschönes frohes neues Jahr und vor allen Dingen Gesundheit, Glück und Gelassenheit. Hoffen wir das es ein Jahr der positiven Veränderungen wird. Für MARLIN hoffe ich auf gute Winde und nette Mitsegler in 2019, wenig Schäden. Wird schon werden. Bin da bester Dinge.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Paul ist weg

{Time:16:50:00}
{Date:20181230}
{Position:14°12.080’N, 053°00.1990’W}
{Direction/Speed:280°/ 8,1kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1020/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:16kn/ENE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181230}
{Title:Paul ist weg}

Einfach über Bord gefallen

Paul, unserer treuer Mitsegler. Wir kennen ihn als beständigen Begleiter der immer da ist und keine Reden schwingt. Er ist eher der stille Begleiter, der Buddy an der deiner Seite bei dem man froh ist, wenn er einfach nur da ist. Er strahlt eine angenehme Ruhe aus und scheint immer Herr der Lage zu sein. Aber gerade heute ist es dann passiert. Er ist plötzlich nicht mehr an seinem Platz. Keiner hat gesehen was passiert ist und Lena wußte nur, dass er gerade eben mal kurz an die Reling pinkeln wollte. Das Wetter ist einfach wunderbar, blauer Himmel herrlich warm und in der Sonne schon fast zu heiß. Der Wind der uns die Nacht so gebeutelt hat und uns in den Kojen hat hin und herfliegen lassen ist auf 20 Knoten zurück und das Segeln ist wieder elegant sanft und ein dahin schweben zwischen dem Blau des Himmels und des Ozeans. Die Wellen wiegen uns sanft von rechts nach links in einem Rhythmus, der uns allen schon richtig in Fleisch und Blut übergegangen ist. Paul kennt diesen Rhythmus auch. Eigentlich kennt er ihn besser als alle von uns und so machen wir uns auch keine Sorgen, wenn er mal kurz an die Reling geht. Er ist da ja auch eigentlich immer. Aber mit der einen Welle, die quer kam, hat er nicht gerechnet. Sie hat ihn aus dem Gleichgewicht gehoben. Mit der einen Hand zur Sicherung an dem Aufbau konnte er sich auch nicht mehr halten.

Große Aufregung und erst einmal Verwirrung. Erst konnte Gerd ihn noch sehen, doch die Wellen haben ihn schnell aus dem Sichtfeld herausgetragen. Dann lief alles schnell und für alle gar nicht routiniert ab. Rettungswesten an, Genuaschot aus der Baumnock ziehen, Bullenstander lösen und Q-wende fahren und Ausschau halten. Die MOB Taste hatte der Micha am Ruder sofort gedrückt und so war die letzte Position bekannt. Dennoch war Paul nirgends zu sehen. So viel Zeit ist schon vergangen. Wo ist er nur. Zum Glück für ihn kann er sehr gut schwimmen. Hätte er doch eine Schwimmweste angehabt. Hätte er doch nur, dann wäre es ja ein Einfaches dem AIS Signal entgegen zu fahren. Aber nein, einfach mal so an die Reling zum Pinkeln gehen und Schwups, das war´s und weg ist er. Zumindest ist seine Blase leer, aber wem ist damit geholfen? Einige große Seglerleben haben so ein überraschendes Ende gefunden und so manch verlassene Segelyacht treibt führerlos auf den Weltmeeren. Wir geben Paul nicht auf und berechnen in welche Richtung der Strom und der Wind ihn abgetrieben hat und suchen verzweifelt weiter. Wir wollen unseren Mitsegler unter gar keinen Umständen aufgeben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sichtet ihn Andreas in der erwarteten Richtung am Horizont. Immer wieder taucht er aus den Wellentäler auf und leuchtet uns hell orange den Weg zur Rettung. Der erste Anlauf unter Segeln misslingt bei 3 Meter Welle und Wind, der ihn schnell vertreibt. Dem Bootshaken fehlte schlicht und einfach die dritte ausfahrbare Verlängerung. Motor an und rum im Schwung. Jetzt kommen wir näher und können Paul entkräftet und gut gelaunt aus dem Wasser ziehen. Bei 26 °C Wassertemperatur lief er auch nicht Gefahr zu unterkühlen. Was wäre aber bei unter 10°C? Wir wollen uns das gar nicht ausmalen und feiern einfach nur seine Rettung. Er verspricht auch hoch und heilig nie und nimmer wieder an der Reling zu pinkeln. Er wird wie alle von uns immer nur noch auf das wackelige Klo gehen. Er wird sich immer wie jeder von uns nur mit angelegter Schwimmweste eingepickt und gesichert außerhalb des Cockpits bewegen.

Soweit die Theorie. Jetzt hängt Paul unser knalloranger Rettungsring wieder an der Reling und wartet auf seinen nächsten großen Auftritt, der ganz bestimmt wieder aus dem Nichts kommt. Ich sehe wie er mir kurz zuzwinkert und weiß, er wird uns wieder überraschen, wenn wir am wenigsten damit rechnen?


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

Buche Deinen Platz hier:
www.marlin-expeditions.com

Kirmes-Krake MARLIN

{Time:18:00:00}
{Date:20181229}
{Position:13°59.8660’N, 050°05.5140’W}
{Direction/Speed:255°/ 8,0kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:22kn/ENE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181229}
{Title:Kirmes-Krake MARLIN }

Wie wir lernten das oben nicht gleich oben ist

Sollte es wirklich ein entfernt seemännisches Thema geben, zu dem Skipper Michael nichts schreiben kann? Der Mann, der alles weiß, alle schon Mal gesehen hat und sein Boot kennt wie kein Zweiter? Vielleicht. Deswegen heute: Schiffsbewegungen, ein Gastbeitrag. Denn ich denke manchmal, dass es hier schwankt und schaukelt, dass merkt Micha nicht mal mehr. Zu sehr ist er auf allen Ebenen, körperlich, seelisch, überhaupt mit der Marlin verwachsen, so sehr ist er eins geworden mit diesem Koloss aus 30 Tonnen Stahl, den er regelmäßig liebevoll küsst und tätschelt. Seebeine halt, auf tausenden von Meilen hart erarbeitet. Es schwankt? Wo?

Hi! Ich bin Lena und ich schreibe dies gerade mit einem Bein im 90 Grad Winkel an die Sitzeckenrückwand gepresst, damit es mich nicht im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker haut, hier in der Navigationsecke. Elegant geht anders. Und ja, es schwankt, und zwar gewaltig, und das schon seit Tagen. Das letzte Mal geschlafen, so richtig geschlafen, habe ich an Weihnachten, da ruhte sie noch still und klar, die See (auch wenn es im Lied wohl eher um DEN See ging). Mittlerweile haben wir konstant mindestens 25 Knoten Wind und eine ordentliche Welle, die auf den Weiten des Atlantiks viiiieeel Zeit hatte, sich schön aufzubauen. Und so tanzen wir hier Tag für Tag unseren seltsamen Stoptanz: wer den richtigen Moment der Schiffsbewegung abwartet, kann im besten Fall die Fliehkräfte für sich nutzen und fast elfengleich aus der Koje gehoben werden (gerade vor der Frühwache ein entscheidender Move). Wer den Moment verpasst … der bewegt sich entweder gar nicht oder … rumms! Aua! Es gibt kaum etwas Erniedrigerendes, als morgens um 5.30 Uhr total verschlafen zu versuchen, ein Bein im richtigen Moment in die Sternchen-Jogginghose zu stecken, nur um dann einbeinig und im Dunkeln mit einem erbarmungslosen „KLONK“ Kopf voran an die Kabinenwand geschleudert zu werden. Und ja, „schleudern“ habe ich sehr bewusst gewählt – denn, Mann, hier sind Kräfte am Werk. Ich bin ziemlich sicher, dass die Redewendung „mit der Tür in’s Haus fallen“ irgendwann im letzten Jahrhundert eigentlich auf einem Segelschiff entstanden ist.

Im Pilothaus sind Griffe an der Decke, da kann man den Primaten machen und sich einigermaßen sicher von a nach b hangeln. Handläufe helfen an den meisten Stellen unter Deck – obwohl es auch hier Aussetzer gibt, wie Mitsegler Harald berichten kann, der sich bei besonders starker Krängung mit der Griffleiste am Spülbecken angelegt hat. Harald: 1, vernagelte Holzleiste: 0. „Scheiß Schwerkraft“ murmelt Micha und ordert einen Schnaps für alle (eine Seltenheit und absolute Ausnahme, sind wir doch eigentlich alkoholfrei unterwegs. Warum auch Alkohol trinken, wenn man sich eh die ganze Zeit wie ein Betrunkener fortbewegt?) Ohne Griffe wird es schwieriger – in der Dusche zum Beispiel. Bewährt hat sich hier, was wir liebevoll als „den Sumo“ beschreiben können: breitbeinig und mit leicht angebeugten Knien den gesamten Rücken an die Kabine pressen, um die Hände wenigsten kurz zum waschen frei zu haben. Ich bin jedes Mal froh, dass es an Board tendenziell keine vollverspiegelten Bäder gibt, sondern nur einen einzigen mickrigen Kosmetikspiegel. Platz für Eitelkeiten ist halt nicht, wenn jede einzelne Bewegung geplant und sorgsam ausgeführt werden will. Dass Andreas sich in der Karibik (Rum! Weiße Strände! Frisches Essen!) am meisten auf „ein Klo, das nicht wackelt“ freut … das lassen wir dann einfach Mal so stehen.

Leben unter erschwerten Bedingungen – schlafen, essen, anziehen, besonders kochen (mit heißem Fett und kochendem Wasser und offener Flamme) – alles ist mühsamer, dauert länger und hat in den Haltungsnoten durchaus noch Luft nach oben. Gerd’s Theorie, dass der Spezies „Segler“ (lateinischen Namen weiß ich gerade nicht) in ein paar Millionen Jahren Evolution sicherlich ein dritter Arm wächst klingt erstmal plausibel. Mir würde es aktuell schon reichen, wenn sich in einer Rückwärts-Entwicklung unser verkümmertes Steißbein wie bei den Dinos wieder in eine Art menschliches Stützrad verwandelt.

Not gonna lie – die durchaus wilden Bewegungen der Marlin machen mich ein bisschen mürbe. Die Welle macht Ihr Ding und hat keinerlei Absicht, demnächst damit aufzuhören. Die Naturgewalt ist so erbarmungslos und unsere Reise so lang, dass man besser gar nicht erst damit anfängt, mit ihr zu hadern. Augen zu und durch – auch das eine Lektion des Atlantiks. Während ich viele Dinge aus der Ferne und in der Vorbereitung sicherlich überschätzt habe (3 Meter hohe Wellen z.B. sind in Wirklichkeit überhaupt nicht scary) … die konstante Schiffsbewegung habe ich definitiv unterschätzt. Wir praktizieren also yogische Gelassenheit – können wir nicht ändern, nehmen wir es also hin. Nützt ja nix, wie der Hamburger sagen würde.

Wer mit dem Gedanken spielt, ebenfalls einen längeren Törn zu versuchen: ich schlage als Vorbereitung diese Übung vor: örtlichen Jahrmarkt aufsuchen, Karussell finden, das oft „Breakdancer“ oder ähnlich heißt (entscheidend sind hier mehrere aufeinander aufbauende, kugelgelagerte Scheiben, die sich alle unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen, dabei aber auch vertikal und insgesamt recht ruckartig bewegt werden) und in der Fahrzelle entweder a) mit geschlossenen Augen einen BH an- und ausziehen oder b) drei mittelgroße Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Kein Problem? Wunderbar! Sie sind wie geschaffen für eine Atlantiküberquerung. Wir, die stoptanzende Crew 50 der Marlin, wünschen allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

Buche Deinen Platz hier:
www.marlin-expeditions.com

Lasy Skipper

{Time:19:00:00}
{Date:20181228}
{Position:14°23.3760’N, 046°51.2244’W}
{Direction/Speed:285°/ 8,5kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:22kn/ENE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181228}
{Title:Lasy Skipper}

Endspurt

Wir erreichen die ersten Squalls. Endlich Regen. Die Salzschicht auf der MARLIN war schon recht unangenehm. Erwartungsgemäß ändert sich die Stimmung an Bord in: „Jetzt können wir langsam ankommen!“ Sehe ich auch so. in den letzten 24h haben wir 180 Meilen versegelt. 908 Meilen sind es noch, plus Versatz durch eine notwendige Halse. Am Mittwoch sollten wir Union Island erreichen. Das wären dann 12 Tage. 2001 haben Nathalie und ich für die gleiche Strecke mit der IRON LADY 21 Tage gebraucht. Oder waren es 18 Tage? Nathalie weiß es bestimmt besser als ich.

Besondere Vorkommnisse gibt es nicht. Alles läuft nach Plan und rechtens. Die Stimmung an Bord ist „Eins A+“ und einer pennt immer. So ist das. Mikrokosmos. Harald backt einen Schokokuchen. Lena liest mal eben das Wnuk/Müller eins Buch. Gerd telefoniert mit seiner Frau und der Skipper putzt das Klo, während Andy sich weiterbildet in Sachen Segeln oder auf’s Meer schaut. Alles jetzt ohne Wertung. Alle sind glücklich, alles ist gut. Meine Jubiläumscrew 50 ist perfekt. Noch perfekter segelt die MARLIN, geilonita wie immer macht sie den Weg frei in die Karibik. Wer noch nie mit der MARLIN gesegelt ist hat wirklich was verpasst in seinem Leben


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

Buche Deinen Platz hier:
www.marlin-expeditions.com

Bergfest

{Time:19:00:00}
{Date:20181226}
{Position:13°56.1660’N, 040°53.8344’W}
{Direction/Speed:282°/ 7,5kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181226}
{Title:Bergfest}

Der halbe Weg ist geschafft

Ich rufe „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ich rufe Hagen, einer der wenigen Segler die noch funken. Funken ist out. Ich muss zugeben, dass ich selbst grade an einer Lösung arbeite um Whats App auf See über Satellit anzubieten. Also kann ich wohl nicht besonders gut meckern und damit enden: „Früher war alles besser!“ Meine Mitsegler haben mir ein paar YACHT Ausgaben mitgebracht, so weiß ich nun auch wieder Who is Who und Who angesagt ist. Entspannt schaue ich nach vorne auf den Salontisch, wo vor Gerds Nase grade eine Schale mit Pfirsichen über den Tisch ergießt und auf’s Sofa kullert. Ich sag nichts, was soll ich auch sagen? Es hat sich noch keiner verletzt heute, dass ist doch gut. Links von mir verliert Harald das Gleichgewicht und die Schlingerleiste vor den Spülbecken zieht den Kürzeren. Der Kaiserschmarn landet zum Teil auf dem Fußboden. Scheiß Schwerkraft. Bergfest ist heute Nacht um 12:00. Dann werden wir den Zenit unserer Reise erreichen und anfangen rückwärts die offenen 1.180 Meilen abzuzählen.

Passatwolken begleiten uns tagsüber und ich lese Tamata von Moitessier. Wenn ich schon mal lese so ist das ein gutes Zeichen. Ich lese in der Regel zwei Bücher im Jahr wenn es hoch kommt. „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ein Rauschkonzert auf der 14.313 Mhz. Von Hagen höre ich nichts, aber er schickt mir SMS auf die Iridium App. Meine Tochter Lena gehört nun auch dazu. Sie ist in der Smartphone Welt angekommen und als Letzte in ihrer Schulklasse hat sie nun auch so ein Ding. Auch von ihr bekomme ich nun Herzchen und kurze Mitteilungen. Mir soll es recht sein. Ich freue mich über jede Nachricht meiner Kinder. Wer weiß wie lange sie mir noch welche schicken. Das hört ja irgendwann schlagartig auf und Eltern sind ja nun auch schnell doof oder uncool. Also genieße ich die Zeit bis dahin.

Erwartungsgemäß ist die Stimmung an Bord gut. Gerd teile ich zum Brot backen ein. MARLIN geht in den Schlingermodus mit der klaren Aussage: Jetzt will ich aber mal so langsam ankommen. Dieser Schlingermodus ist allerdings schwieriger zu schlafen, Andy schaut argwöhnisch. Mit Harald sitze ich im Motorraum und erkläre ihm die einzelnen Komponenten. Jeder der das möchte, kann mit mir in den Motorraum. Lena will auch. „Ich will vor allen Dingen wissen, wie die Entsalzungsanlage funktioniert!“ So viel Interesse hat Kristina von der YACHT nicht aufgebracht bei der Meinungsbildung. Technik die begeistert ist auch nicht jedermanns/fraus Sache. Is ja auch nicht schlimm. Jeder Jeck ist anders hat Nathalies Oma Gina immer gesagt und wo sie Recht hatte, hat sie Recht behalten.

Nebst Motorenraum schaut sich Harald aber noch ganz andere Sachen an. Quasi als Special-Weihnachtsgeschenk vom Skipper halte ich an und drehe die MARLIN bis die Segel leicht im Wind flattern. „Ein Knoten Fahrt. Harald. Dann spring mal ins Wasser. 4.900 Meter Blau unter Dir. Was Du da jetzt siehst wirst Du niemals in Deinem Leben vergessen.“ Harald ist passionierter Schwimmer und schwupps ist er gesichert an einer Leine mit Lifebelt im Wasser. Er krault gemächlich hinter der MARLIN her. „Oh. Ahh. WAU! Micha. IST DAS EIN BLAU! Komm doch auch rein.“ „Ne. Das finde ich jetzt aber nicht gut wenn der Skipper ins Wasser springt!“, erregt kommentiert Lena den Vorgang. Noch eine halbe Stunde später ist Harald aufgeregt und seine Augen funkeln vor Glück.

Ich schalte heute einen Gang runter. „Ihr werdet sehen. Ab dem Bergfest wird sich die Reise verändern!“ „Wie? Verändern?“ „Dann beginnt die Zeit, wo ihr vor allen Dingen eins wollt: ANKOMMEN!“ Bei mir ist es anders, denke ich mir. Ich will eigentlich gar nicht ankommen. Nicht, solange alles funktioniert. So lange es nur die Schlingerleiste in der Küche ist, bereitet mir das alles keine Probleme. Generator Arnold lässt mich in Ruhe. Einzig was mir beim Kontrollschnorchelgang vor der Abfahrt aufgefallen ist: Die Zinkanoden, seit vier Jahren stabil, haben ordentlich Material gelassen. Zeichen für ein elektrisches Problem. Ersatz ist schon bestellt. Gut das die MARLIN erst mal an Land kommt in zwei Wochen. Bock auf ein Alu-Knusperschiffchen hab ich ja garnicht.

Zu guter Letzt bleibt zu berichten, dass meine Nichtraucher App heute 100 Tage anzeigt, die meine letzte Zigarette nun her ist. Ich habe auch nicht vor das zu ändern. „Glückwunsch Michael!“, meint Bordarzt Harald, der radikaler Nichtraucher ist. Nicht wie mein Freund und Hausarzt Pelle, der mir mit der Kippe in der Hand erzählt, dass es besser wäre für mich mit dem Rauchen aufzuhören.

Dann segeln wir mal so langsam Richtung Paradies. Kristallklares Wasser wartet auf uns. Wir sind schon bei 26 Grad Wassertemperatur angelangt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

Buche Deinen Platz hier:
www.marlin-expeditions.com