Archiv der Kategorie: SY Marlin

Fuzzack! Wind streikt!

Ruhe bewahren

Die erste Nacht auf See haben wir hinter uns gebracht. Wir wachen von 8-12, 12-4, 4-8 usw. Draußen: Suppe. Nebel. Gestern auch schon. Ein sicheres Zeichen für lokale Hochdruckkerne. Und somit ist auch kein Wind. Kein Wind für die Genua, kein Wind für den Genacker. 100qm Großsegel, mit Bullenstander in Position gehalten, bewegen uns mit grade mal 3 Knoten in die richtige Richtung. Zeit für ein Selfie. Zeit um übers Leben nachzudenken und im Werkstatthandbuch den YANMAR’s zu blättern. Den Fehler sollten wir selber finden können. Die Literatur ist ausgiebig, aber wahrscheinlich müssen wir den Anlasser ausbauen und zerlegen. Will ich das auf See machen? Bei diesen Windverhältnissen und auf See setzt die Motivationsdepression ein. Jede Aktion wird hundert mal überdacht. Soll ich oder soll ich nicht? Heute Nachmittag soll es wieder Wind geben, sagt die Elektronik, die Grib’s über PACTOR. Glauben tue ich nur was ich habe. Noch schlägt das Segel nicht und solange das Segel nicht schlägt ist mir alles egal. Erst wenn die Segel schlagen, greife ich zum Zündschlüssel. Aber das geht ja nun nicht mehr. Also doch ab in den Keller und ran an die Arbeit? Motivationsschwäche.  

Nächste Abfahrtmöglichkeit mit der MARLIN: Derzeit ist fast alles dicht bis September. Dann geht es von Faro nach Madeira. Da sind wieder Plätze frei und von Madeira zu den kanarischen Inseln. Im Oktober kannst Du noch auf den Kapverden mitsegeln. Die Atlantiküberquerung ist ausgebucht. www.marlin-expeditions.com

 

Fuzzack! Johann streikt!

20150829

Auf und weg!

Im Hafen war heute Morgen kein Windhauch. Eigentlich hätten wir bis Dienstag warten sollen, wenn es nach den Wetterprognosen hätte gehen sollen. Aber das Spiel kennen wir schon. Am Dienstag heißt es dann, dass am Freitag Wind ist Und so weiter. Am Nachmittag kräuselt sich das Wasser. Anker auf und los. Nicht grade in bester Verfassung, muss ich zugeben, denn der nette Abend mit Jan und den anderen deutschen Seglern, war mit einem vielen Gläsern guten lokalen Wein gespickt. „Willst Du denn heute Abend in eine Marina?“, fragt mich Jan mit hoffendem Blick. „Nö!“ Eine Stunde später stehen wir auf der Stelle mitten dem Meer mit schlagendem Großsegel. „Komm wir nehmen den Lappen runter!“ Doch auf den Startbefehl, mittels Zündschlüssel, antwortet Johann nur mit einem leisen Klick. Klar, dass ich natürlich sofort die Suppe auf habe. Auch das noch zu meinem dicken Kopf von gestern. Also bleibt der 100qm Lappen oben und ich verschwinde mit Headlamp im Motorraum. „Bestimmt ist die Starterbatterie leer.“ Ich finde zwei lose Kontakte an der Lichtmaschine, was die Sache erklären würde. Aber. Die Starterbatterie ist voll. Der Magnetschalter, der das Starterritzel in das Gehäuse schieben soll macht keinen Mucks mehr. „Komm wir kochen erst mal ne ordentliche Spagetti. Dir steht der Hunger ja im Gesicht geschrieben.“ Der Wettergott schickt uns eine leichte Brise von achtern und so bleibt die Situation erträglich. „Ich hatte eh nicht vor nach Lissabon zu motoren. Sicherheitshalber schließe ich die Starter-Batterie an ein 24V Ladegerät an, aber ohne weiteren Erfolg. „Jan, ich geh schlafen. Vielleicht fällt mir was im Traum ein.“ Gefährlich ist die Situation nicht, denn unsere Energie machen wir mit dem Generator. Zur Fortbewegung haben wir ja, Gott sei es gedankt: Segel! Solange wir das Problem nicht mit Bordmitteln hinbekommen, steht Cascais auf dem Plan. Das sollten wir unter Segeln anlaufen können, ist ein Vorort von Lissabon und dort finden wir am ehesten einen Mechaniker oder notwendige Ersatzteile. 157 Meilen bis dahin. Hoffentlich bleibt uns der Wind erhalten.  

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Old Friends – New Friends

20150828

Spanische Genügsamkeit

Es war nicht anders zu erwarten. Nathalies letzten Urlaubstage waren dann doch eher ein bisschen hektisch. Unsere spanischen Freunde Elena, Vicente und ihre entzückenden Töchter Lena und Nerena sind für zwei Nächte an Bord. Auch Jan kehrt aus Porto zurück auf die MARLIN. Leider zieht grade eine Front zur gleichen Zeit über Bayona durch und lässt die MARLIN ordentlich am Anker ziehen. Neun Freunde in der MARLIN. Da geht ordentlich die Party ab. Wir kochen, essen fürstlich, spülen, schlafen, kochen, essen fürstlich… Zwischendurch versuchen wir dem verregneten Bayona seine Schönheit abzugewinnen. Klar, dass sonst nichts geht auf der MARLIN. Aber es ist total schön. Immer wieder gerne. Jetzt sind alle weg. Unsere Freunde, meine Familie. Nur Jan ist noch da und die Sonne kommt raus. Is klar. Kein Wind. Heute Abend gehen wir mit dem deutschen Seglerklan in die Stadt, feiern noch mal ordentlich, bevor es weiter geht nach Süden. In Faro nehmen wir in ein paar Tagen neue Mitsegler auf.  

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Extended Familienurlaub

20150823

13 Stockwerke

Nathalie hat heute Abend auf ihr iPhone geschaut. „Wow! 13 Stockwerke habe ich heute erklommen!“ Ich starre sie ungläubig an. „Wir waren doch gar nicht wandern!“ „Dafür haben die MARLIN und wir bis zu 40 Knoten Wind am Ankerplatz abgewettert. Das iPhone interpretiert das Rauf und Runter der MARLIN wohl als Treppensteigen.“ Wir sind heute alle etwas genervt von diesem Tief, was vollkommen untypisch für diese Jahreszeit von Süd nach Nord Richtung La Coruna durchzieht. Nicht nur Rock & Roll sondern auch viel Regen steckt da drin. Die Tage davor haben wir hauptsächlich mit Wandern und Sight-Seeing auf der Insel Ons verbracht. Dazu gab es viel Sonnenschein. Also ist das mit dem einen Tag Regen schon vollkommen o.k. Ich habe einen Knoten in der rechten Hand. Schreibfehler. Zu viele Sachen, dass mir die Muße fehlt zu schreiben. Familie an Bord ist komplett anders als Mitsegler an Bord. Schön ist beides, in beiden Fällen bleibt mehr an wichtigen Sachen liegen, als der Skipper das gerne hätte. Aber nicht genug. Morgen sehen wir unseren alten Freund Agustin hier aus Pontevedra, am Dienstag geht es weiter auf die Insel Cies, Mittwoch bekommen wir Besuch in Baiona von unseren Freunden Elena und Vicente und Kindern aus Valencia. „Gut das das nicht alles meine Freunde sind“, meint Nathalie nur ironisch. Zumindest habe ich den Regentag genutzt um für Kunde Dani seinen MACmini zum 12V Bordrechner umzubauen. Das war gar nicht so einfach, denn Apple hat sein Modell „Late 2014“ nicht nur mit ganz besonderen Schrauben ausgestattet, sondern noch ein paar anderen Tricks um Modifikationen zu verhindern. Aber es hat geklappt. Dani: „Dein Bordrechner läuft. Am liebsten würde ich ihn hier behalten. So schnell ist das Teil. Mega!“  

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Schönes Schiff unter blauem Himmel

20150818

Dauersonne

Mein Versprechen gilt. Sonne habe ich meinen Damen versprochen. Und das nicht nur einen Tag. So soll es sein. Blauer Himmel, angenehme 20° und ein stetiger Wind aus Nord. Das mag auch die MARLIN und vor lauter Entspannung komme ich kaum dazu die Tasten zum Schwingen zu bringen. Urlaub. Meine Kinder wollen mit mir lieber an den Strand, als das ich in die Glotze gucke. Jan hat es geschafft, hat seinen Rucksack geschultert und Bootflucht begannen. Ziel unbekannt. Jetzt haben wir den Salat: Alle vermissen Jan. Besonders Lena. Kleines Herz – Große Liebe. So kann es gehen auf Schiffen. Man gewöhnt sich schneller als man denkt aneinander. Dafür haben wir endlich Erika & Erich kennengelernt. Erich fährt mich durch die Stadt. An der Tankstelle soll es Gas geben. Autogas brennt auch. Die sollen eine Kiste mit Adaptern haben. Haben sie auch und sind auch gewillt meine Flaschen zu füllen. Aber den amerikanischen haben sie nicht. War klar. Julio soll helfen. Der hat eine Drehmaschine und meint bis morgen früh einen Adapter für uns zu machen. 25 Tacken. Geht. Kommt dann zu meiner Gas Adaptersammlung. „Bist Du Dir sicher, dass Du den morgen früh fertig hast? Soll ich noch mal anrufen, bevor ich komme?“ Julio schaut mich ganz entsetzt an: „Nein, Du brauchst mich nicht anrufen. Der ist morgen früh fertig.“ OK. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Zurück auf dem Schiff ist keiner das. Ausgeflogen. Jetzt bin ich ganz einsam und verloren. Na gut. Siesta! Schlafen ist Teil der Entschleunigung. Geht immer. Dann geht es in den Supermarkt. Ein Pulpo, Zutaten für Albondigas, Gambas, Piperones… Das volle Programm. Erich und Erika kommen zum Abendessen. Also stelle ich mich in die Küche un mache meinen ersten Pulpo Gallego. Neben den Albondigas in Tomatensoße ist der Pulpo der Hit! Davon kommen noch zwei in den Tiefkühler für die Atlantiküberquerung! Auf jeden Fall. Meine abendliche Gäste sind begeistert. Erika meint sogar, dass meine Aioli, an der ich mir seit drei Tagen den Arm verdrehe, auf jeden Fall so bleiben kann. Ich finde die noch etwas verbesserungswürdig. Da muss ich noch mal irgendwo in die Lehre gehen. Nachteil der ganzen Sache. Der neu erstandenen Neopren Anzug sitzt verdammt eng. Leben wie Gott in Spanien.  

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Ankerfall

20150816

Galizischer Dauerregen

Der Tag hat mit Regen angefangen und endet auch so. Auch gestern: Regen. Die Vorhersage: Sonne. Gerettet. Die Damen und Jan vertreiben sich die Motorfahrt mit Canasta spielen im Pilothaus und interessieren sich recht wenig für das schlechte Wetter. Gut so. Mir ist es auch egal, wenn morgen die Sonne scheint. Der Tag endet mit Ankerfall in Pobra do Caraminal. Was wir hier wollen? Nathalie will sofort an Land, Micha will erst mal Blog schreiben, Lena will an den Strand und schwimmen gehen, Jan ist nach temporärer Bootsflucht und eigentlich wollen wir Erich und Erika besuchen, die Eltern von Alex, alias MUKTUK, unseren besten Segelfreunden, die wir viel zu selten sehen. Ja. So ist das. Und Gas brauchen wir. Die Küche bleibt sonst irgendwann kalt. Aber das Problem sollte ja irgendwie zu lösen sein. So. Jetzt aber Schluss mit Logbuch und den Außenborder aufs Dinghi und Stadt erkunden!  

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Fahrtenseglermodus

20150814

Spanien verstehen

Aus meinem Omnibusunternehmen, wo nach Fahrplan gesegelt wird, ist derzeit aufgrund der Anwesenheit meiner drei Mädchen ganz schnell wieder ein Fahrtenseglerboot geworden. „Wie viel Uhr ist es?“ „Halb Elf vor Mittag.“ „Warum hast Du uns nicht geweckt?“ Ich zucke mit den Schultern: „Ihr habt doch Urlaub. Schlafen ist gesund. Außerdem habe ich meine Ruhe, wenn ihr so lange schlaft.“ Entschleunigung. Ob wir nun hier, in Pobra, Vigo oder Pontevedra sind. Es ist vollkommen egal. Typisch gallierisch regnen tut es im Moment überall. Wir liegen vor der Stadt Muros vor Anker und entdecken das malerische Dorf in Tagesetappen. Den Markt, die Fischstände, die Bars mit den Tapas und den Miniaturjahrmarkt. Hier gehen die Leute um 2 Uhr Mittags nach Hause, essen und ruhen. Siesta. Ab 17 Uhr fängt das Leben wieder im zweiten Teil an. Schön ist, dass wir zusammen auf der MARLIN sind. Das ist der zentrale Punkt. Alle drei Mädchen haben genau drei Stunden gebraucht um die MARLIN wieder in Besitz zu nehmen und aus ihr ein Hausboot zu machen. Jan staunt. Eine andere Fahrtenseglerfamilie aus Wales ist zu Gast mit drei Kindern. Es wird gekocht, gegessen und gefeiert. Es ist laut. Alle reden durcheinander. Es geht um das Leben an Bord nicht mehr um das nächste Ziel. Ich finde beides schön und versuche noch etwas die Zügel in der Hand zu halten. „Jan, heute installierst Du den Drucktaster am Steuerstand für das teure Signalhorn, was wir zwecks Schiffssicherheitszeugnis an Bord installiert haben.“ Jan nickt. Er will in ein paar Tagen mit dem Rucksack los und Portugal von Land aus erkunden. Der einzige Weg, dem immer einen Job findenenden Skipper zu entrinnen. „Dann musst Du mich aber morgen mit Nathalie noch in den Mast hochziehen. Ich habe eine neue WLAN-Erfindung, die ich unbedingt an der Mastspitze anbringen muss um die zu testen.“ „Is klar Skipper“, nickt Jan gutmütig. Zwei neue Schalter in den Bilgen machen seit ein paar Tagen unser Leben unser Leben an Bord sicherer und einfacher. Das Abwassersystem ist jetzt automatisiert und ich muss nicht jedem Mitsegler nach dem Duschen drauf hinweisen, dass er den Grauwassertank abpumpen soll. Die Außenantenne unseres Iridium GO!’s ist nun endlich provisorisch montiert und wir können in dauerhaft guter Qualität jeder Orts auf der Welt telefonieren. Alles so kleine Jobs, die Zeit fressen. 20150814a Maya hat die Videokamera entdeckt und schneidet wie wild an einem kleinen Video für die MARLIN. Der Camcorder hat ein Halsband bekommen um seine Leben zu sichern. Hoffentlich geht das gut. Besser Maya lernt freiwillig mit den ganzen Knöpfen und Final Cut umzugehen, als dass man sie versucht mit produktiver Mediengestaltung unfreiwillig zu konfrontieren. Wo gehobelt wird fallen eben auch Späne und heraus kommt irgendwann ein Produkt. Besser als sinnloses Hay Day spielen auf dem iPad oder permanentes Chatten auf What’s App.  

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Angekommen in Portosin

20150811

Kopf aus der Luke

Wir sind gestern Abend, natürlich bei Dunkelheit, was auch sonst, angekommen. Ein supergeiler Segeltag liegt hinter uns. Mit 10 Knoten um das Kap Finisterre. Was kann schöner sein? Maya und Lena haben ein anderes Boot mit Kindern an Bord in Coruna kennengelernt. Die liegen inzwischen hier und deshalb müssen wir natürlich auch hier hin. Mir ist alles egal, ich will nur eins nicht, in die Marina. Wir schmeißen unser ROCNA Eisen vor der Hafeneinfahrt ins Wasser. Vollgas zurück. Hält. Typisch Rocna. Seit dem wir diesen Anker haben, sind alle Ankerprobleme vergessen. Heute morgen stecke ich dann neugierig den Kopf aus dem Fenster. Das ist sooooo schön… Neugierig schaue ich mir an, wo wir in der Nacht geankert haben, was um uns herum geht. Sandstrand, ein Dorf, Fischer die aus dem Hafen fahren. Ich freue mich schon das Beiboot ins Wasser zu werfen und los. Exploren. Erst mal aber macht Maya bergeweise Pfannekuchen zum Frühstück. Hab ich ein Glück!  

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Wegweiser – Delfine

20150810

Früh auf und weg

“Delfine!“ Jan hat sie zuerst gesehen. Erst zehn, dann fünfzig – Eine ganze Herde zieht unter uns weg, begleitet uns eine lange Weile. Hunderte von Photos, eines für Dich. Delfine bringen Glück, zeigen einem den richtigen Weg. Sie ziehen nach Süden, wir segeln ihnen einfach hinterher. MARLIN ruht sich aus. Achterlicher Wind. Fast keine Krängung, das Main steht und wir spielen Uno im Pilothaus. Lene gewinnt. Fragen: Keine. Alles Gut!  

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Exploring A Coruña

20150808

MARLIN Familie a bordo

Als ich Nathalie vor ein paar Wochen mitteilte, dass ich Island anlaufen will und der Familienurlaub Sommer 2015 dort stattfinden wird, habe ich eine ziemlich blöde Antwort bekommen. So etwas wie: „Du spinnst wohl! Ich will Sonne im Urlaub…“ Jetzt bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war, dass wir uns doch in Coruña treffen und nicht in Reykjavik. Der Einkauf im Corte Ingles war zwar nicht der billigste, aber immer noch viel günstiger als jeder auch noch so kleinste Einkauf in Skandinavien. Die Temperaturen auf der Straße sind angenehm und sommerlich. Doch vor allen Dingen eins: Der Himmel ist strahlend blau – Das gehört definitiv zu einem wertvollen Urlaub, wenn man weit meer als 40 Stunden in der Woche im Krankenhaus verbringt und schafft. Also: Die Familie ist angekommen, hat ihr zu Hause ohne Nachdenken wieder in Besitz genommen und ist glücklich, dass es endlich wieder wackelt. Bootsjung Jan wird kurzerhand in die Familie mit aufgenommen und bekommt zu den Bootsjobs zwei junge Damen die schnatternd um seine Füße laufen und aufpassen, dass er nicht zu viel Zeit zum träumen hat. Am Abend erkunden wir die Altstadt und die Flaniermeile mit einer Pulperia nach der nächsten. Urlaub. So soll das sein. Auf Jans Schultern stolziert Lena am Abend nach Hause. Ich habe das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, bin auch glücklich das die Hängematte wieder unter dem Geräteträger hängt.  

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Angekommen

DCIM103GOPRO

DCIM103GOPRO

Und irgendwie auch schon wieder Abschied

In meinem Leben als Skipper statt Fahrtensegler geht alles schneller. Schneller segeln, schneller ankommen, schneller Mitsegler erleben, befreunden und wieder Abschied nehmen. Ja, es gefällt mir und ich habe das Gefühl und die Rückbestätigung meiner neuen Freunde. In der Regel zumindest und kleine Ausnahmen bestätigen die Regel. Is so. Is gut so. Moritz und Matthias verlassen die MARLIN morgen nach einem sehr grenzwertigen (in positiver und sportlicher Hinsicht) Trip, den sie wohl so nie wieder erleben werden. Zumindest mir ist keiner bekannt, der Biskaya freiwillig gegen den Wind meistern will. Die MARLIN hat das easy geschafft und ich würde sogar sagen mit Wonne. Die gesamte Crew war absolut seefest, nach kurzer Eingewöhnungsphase im Solent absolut routiniert. Eine Woche mehr Segeln vor der Überquerung hätte das ganze perfekt gemacht. Wir haben so gut wie keine Schäden an Bord gehabt, obwohl das ganze Boot zerbeult hätte sein müssen, wenn es nach meinem akustischem Empfinden gegangen wäre. Es gibt derzeit nichts an der MARLIN, was mir wirklich Sorgen macht oder was ich nachrüsten möchte. Ich bin wunschlos glücklich, so gesehen. In den kommenden Wochen erwarten mich viele tolle neue Mitsegler. Reviere mit stetigen Winden aus den richtigen Richtungen. Es könnte nicht besser sein. Morgen Abend allerdings kommen ganz besondere Gäste an Bord. Nathalie, Maya und Lena. Drei Wochen entspannter Familienurlaub auf der MARLIN stehen an, bevor es weiter nach Faro geht.  

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Segeljunkies

20150805

Fast da! Den sportlichen Teil haben wir hinter uns gelassen.

Es war wie immer. Wenn es richtig sportlich wird, hat keiner mehr Lust Photos zu machen oder gar zu filmen. Jeder ist mit steuern, schlafen, festhalten, Nahrungsaufnahme oder Abgabe von Körperabfällen beschäftigt. Alles sehr mühsam bei ordentlich Schräglage und Beschleunigung. Ich bitte meine Crew darum den Autopilot für die nächsten Stunden auszulassen. „Wir sind ja hier um selber zu segeln und nicht um vom Autopiloten befördert zu werden.“ Alle, inklusive mir, stehen am Steuerrad um mit der unvergleichbaren Welle der Biskaya ein Spiel zu spielen. Die Wellen, vom offenen Atlantik kommend, sind viel zu hoch, als dass der teils dreißig Knoten starke Wind diese generieren könnte. Spaß ohne Grenzen kommt auf, die 30 Tonnen MARLIN durch die fünf Meter Wellen zu jagen. „Immer über sechs Knoten Hoch am Wind. Die Böen steuerst Du mit der Höhe aus; brauchst Du Speed fällst Du leicht ab.“ Der Alurumpfsteigt in die Höhe und schneidet mit seinem fast senkrechten drei Meter hohen Bug durch die vier Meter hohen Wellen. Nicht so unter sechs Knoten, dann fällt der Rumpf mit einem höllischen Lärm auf der anderen Seite senkrecht in das nächste Wellental, stoppt und muss neu beschleunigen. „Genau das passiert immer wieder unter Autopilot. Der kann die Wellen nicht im Voraus sehen auf diesem Kurs. Dafür braucht es Dich Jan!“ Wir teilen uns ein in zwei Wachen, a zwei Segler. Diese lösen sich alle 30 Minuten ab. Nach 12 Stunden sind wir alle fertig mit den Nerven, haben eine Salzkruste auf der Nase und ein stabile Igelfrisur. Meist schaffen es die Tonnen von Wasser die immer wieder über den Bug der MARLIN fliegen nicht bis ins Cockpit. Aber manchmal eben doch. Inzwischen habe wir das schon wieder hinter uns. Der Wind ist mit der Nacht eingeschlafen und auch die Helden des Tages nehmen ihre Schlafplätze ein. Ich bin für das Verscheuchen der wilden Tiere eingeteilt. Mein mächtiges Rachensegel beeindruck die Seeungeheuer der Nacht so sehr, dass keines von ihnen sich auch nur in die Näher unseres Schiffes wagt. Für die Nacht sind wir also sicher. Geschlafen wird auch in Etappen, den gleichen, als wenn wir segeln und nicht motoren würden. „Hmm. Wir haben doch AIS und das Ding macht einen Heidenkrach, wenn uns jemand zu nahe kommt.“ „Genau. Aber gute Seemannschaft bedeutet auch: Du gehst trotzdem noch Wache. Du könntest die Nadel im Heuhaufen finden und genau jetzt von dem Schiff in 90 Grad bei sternklarer Nacht gerammt werden, bei dem grade jetzt das AIS ausgefallen ist, oder der Pilot es deaktiviert hat und einen Suizidversuch mit dem Rammen der MARLIN unternimmt. Haben wir alles schon gehabt.“ Ich grinse über beide Ohren. Seit vier Tagen kein Alkohol tut mir gut. Beim Segeln würde das nur die verbleibenden Sinne weiter betäuben. Brauchen wir nicht.  

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