Archiv der Kategorie: SY Marlin

Abschied. Sehnsucht. Mit ganz viel Herzblut

{Time:22:45:00}
{Date:20190317}
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{Photo:20190317}
{Title:Abschied. Sehnsucht. Mit ganz viel Herzblut}

Seemann und Vater zu sein ist nicht einfach

Mich von Flensburg zu verabschieden fällt mir nicht schwer denke ich mir. Weit gefehlt. In der Firma brodelt es positiv, ich bekomme vom Dauerregen langsam Schwimmhäute zwischen den Zehen, ich trotze dem Finanzamt und auch der Volvo wird irgendwann wieder fertig werden, weil Mitsegler Florian das in die Hand nimmt. Wahre Freunde findet man nur beim Segeln. Aber auch die, von denen man sich gedacht hat, dass es Freunde werden könnten, stellen sich dann doch eben als Rohrversager raus. Ne. Hat noch nicht einmal geknallt. Mein Leben ist eine Kirmes, ein Karussell der Gefühle. Es geht rauf und runter. MayaLena kennen das ganze Spielchen noch nicht, sie werden das noch lernen, es wird noch ein paar Jahre dauern. Bis dahin zeigen sie ihre Gefühle so wahr, so treffend, so deutlich, wie es eben nur Kinder können, nur zu ihren Eltern. Unschuldig. In den Abschiedstränen, weil Papa, der Seemann, sich wieder einmal für ungewisse Zeit verabschiedet, kann ich Gedanken lesen. Ich habe das ganze Bett voller Liebe, während ich noch einmal Bobobobo von Manu Chao summe, so wie es es seit ihrer Geburt tue und tun werde bis ich es nicht mehr tun kann. Der Alltag wird die Wunden oberflächig heilen. Die Trennung von Nathalie und mir sitzt viel tiefer. Maya wischt mir mit dem Ärmel ihres MARLIN Hoodies eine Elefantenträne von der Backe. Die Frage, wann wir uns wiedersehen bestimmt nicht nur die Beziehung zu meinen Kindern, sondern alle zwischenmenschliche Beziehungen, die ich habe. Herzblut.

Mein Leben war immer schon bestimmt von Herzblut. Das wird sich auch nix mehr ändern. Die Koffer sind gepackt, der Schreibtisch ist leer. Schnell noch ein paar Stunden schlafen, bevor es im FlixBus durch den echten Norden, den echten nordischen Regen nach Hamburg geht. Ich verlasse meine 110qm Büro/Wohnkombination, tausche gegen 40qm schwimmendes Aluhaus. SY MARLIN. Lebensglück. Antigua. Ich war noch nie auf Antigua. Das beste für mich. Nach vorne schauen. Ich bin frei und fühle mich frei. Gleich geht es los. Augen zu und durch.


CREW 54 Sailing Expedition Martinique – Grenada
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{end}

Ich hänge meine Gummistiefel an den Nagel

{Time:22:45:00}
{Date:20190316}
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{Title:Ich hänge meine Gummistiefel an den Nagel}

Kurzwelle auf der SY MAREVIDA

Ehrlich gesagt, habe ich meine DUNLOP Gummistiefel in den letzten zwei Wochen fast gar nicht mehr ausgezogen, so doll und ständig hat es geregnet in der nördlichsten und schönsten Stadt von Deutschland. Es war eine sehr interessante Woche. Im Flensburger Büro sind durch eine Anzeige auf ebay Kleinanzeigen, spontan gleich zwei Praktikanten eingezogen und ziehen jetzt mit mir und Tobias am gleichen Seil. Ziel ist es die neue Website der MARLIN auf die erste Seite bei Google zu bringen wenn jemand „Sailing Expedition“ sucht. Und das international. Niklas & Jan II, beide noch in der Ausbildung, haben eine Aufgabe. Tobias will wahrscheinlich im September nach Kiel gehen um dort zu studieren. Das finde ich besonders schade, weil ich so gerne mit ihm zusammen arbeite. Der frische Wind im Office tut gut. Besonders Niklas ist schon sehr temperamentvoll, Jan etwas ruhiger und besonnener, soll Tobias in ein paar Monaten ersetzen. Das junge Team macht mir Mut. Es fällt mir schwer auf die MARLIN zu gehen, jetzt wo grade so viel Energie hier im Büro entsteht. Aber das ist Part des Spiels. Alle sind mit What’s App ausgestattet und in einer Gruppe arbeiten wir an meinem Vormittag, an deren Nachmittag. Passt. Ich habe mich mit Elena sehr an Video Chat gewöhnt. Wenn es nicht anders geht, dann ist es eben so.

Am letzten Tag in Deutschlang geht es nochmal los. Am Samstag, weil wir sonst keinen Termin gefunden haben, hat mich ein Kunde gebucht um seinen ICOM M-801E und das angeschlossene DR-7400 PACTOR Modem auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch eine Einweisung in das Thema ist gewünscht. Ich fahre heute nicht allein. Da ich den Volvo ja kaputt gefahren habe, begleitet mich Tobias mit im Bus an die Schlei, wo das 70 Fuß Schiff liegt. Das ALU-Schiff ist ein außerordentliches Design. Der große Salons ist ein Schmuckstück.

Ich pfeife mich durch die Frequenzen, in der Bilge misst Tobias gleichzeitig den Stromverbrauch der Anlage. So kann ich zugleich mit den Geräuschen, die ich höre, am effektivsten sehen, ob die Anlage sauber installiert ist und funktioniert. Meine Kunden sind wissensbegierige Zuhörer und sehr sympathische Segler. Das Ergebnis läßt sich sehen. Alles ist prima. Keine Störungen, kaum Interferenzen. Die Verbindung mit der Sailmail Station in Belgien klappt mit Speedlevel 10. Besser geht es nicht. Das ist sogar noch besser als auf meiner MARLIN. Der Besuch ist ein voller Erfolg. Tolles Schiff. Wieder auf dem Weg zurück verpassen Tobias und ich den Bus. Es ist schon dunkel als wir wieder in Flensburg ankommen. Wieder einen ganzen Tag Regen hinter uns.

MARLIN wartet mit Skipper Jan nun in English Harbour auf Antigua auf mich. Na, da fange ich jetzt mal an meine Koffer zu packen. Ohne Gummistiefel. Die hänge ich an den Nagel.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Ascheregen

{Time <>:07:45:00}

{Date:20190312}

{Position:17°38.2000’N, 063°15.4200’W}

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{Place:Saba}

{Target:Antigua}

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{TempWater:26°}
{Wind:20kn/ENE}

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{Photo: 20190312}

{Title:Ascheregen}

Wochenende auf Saint Kitts and Nevis

Nächste Insel nächster Staat. Saint Kitts and Nevis gehört zu den 12 kleinsten Staaten der Welt. Das merke ich, als ich beim Einklarieren mit den Officials in Kontakt komme. Alles ist hier etwas entspannter, und wie üblich in der Karibik wird hier nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, so steht zwar bei den Customs, dass Handys in dem Raum verboten sind, die nette Dame hinterm Tisch aber nebenbei die aktuelle Soap schaut, während ich den Papierkram erledige. Naja soll mir recht sein.

Die beiden Inseln werden von Seglern nicht so überrannt wie manch andere in der Karibik. Die Hauptstädte der Inseln sind typisch karibisch, bunte Häuser schmücken das Stadtbild und erstaunlich sauber halten die Einheimischen Ihre Stadt. Wir gehen auf Nevis auf den örtlichen Markt um einiges an Gemüse für die Hälfte des Supermarktpreises zu kaufen. Am Folgetag verlegen wir in die Whitehouse Bay auf St. Kitts.

Kurz hinter der Bucht gibt es einen großen Salzsee, welcher über eine kleine Zufahrt mit dem Meer verbunden ist. Früher hat man hier Salz produziert, heute befindet sich im See die bescheidene „Superyacht Marina“. Hier ist man unter sich, ich schaue mir den Komplex kurz an, da ich eigentlich ein paar Ersatzteile brauch, das einzige was es hier jedoch gibt sind Boutiquen, natürlich ohne Preisschilder. Das Verhältnis von Beschäftigten auf dem Gelände zu Besuchern beträgt vielleicht 3:1.

Nach dem Ausklarieren in Basseterre verlassen wir Saint Kitts um einen kurzen Zwischenstopp auf Saba einzulegen, bevor es weiter Richtung Saint Martin geht. Ziemlich zeitgleich ziehen hinter uns dunkle Rauchschwaden in den Himmel. Vor dem Wind dauert es nicht Lange bis es anfängt Fingerlange Aschepartikel zu regnen.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Lena wird 12 Jahre alt

{Time:07:45:00}
{Date:20190311}
{Position:17°52.3393’N, 063°15.3134’W}
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{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
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{Photo:20190311}
{Title:Lena wird 12 Jahre alt}

Feierlichkeiten im Morgengrauen

“Wenn Du zu meinem Geburtstag nicht da bist, werde ich ganz, ganz traurig sein!“, meinte Lena im Januar zu mir. Ich hatte schon mein Ticket nach Trinidad in der Tasche. Aber ich habe den Hieb mit dem Zaunpfahl verstanden. Mit Lena will ich mich nicht anlegen. Also wieder umbuchen. Jetzt das dritte mal. Gut, dass sich mir ein Flexticket bei der Condor gekauft habe.

Also stehe ich um 5:30 auf, küsse Lena wach und ziehe los um Croissants zu organisieren für das Geburtstags-Frühstück. Auch nicht grade einfach. Der Tisch ist gedeckt mit Geschenken. Lena ist glücklich. Na dann kann es ja losgehen in das dreizehnte Jahr. Erst mal ist ein normaler Schultag. Abends geht es ins Kino und in die Lieblings-Pizzeria. Am Wochenende dann die Party mit den geladenen Gästen.

Währenddessen schippert Jan weiter Richtung Antigua.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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MARLIN macht Nord

{Time:10:45:00}
{Date:20190310}
{Position:18°04.4751’N, 063°07.3667’W}
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{Photo:20190310}
{Title:MARLIN macht Nord}

Am Wind segeln

Wir verlassen Dominica und machen uns weiter auf den Weg nach Norden. Der Wind bläst stetig mit 5 Beaufort aus Ost. Im Lee der Inseln hat man je nach Höhe der Berge Flaute, dann heißt es also Motor an und schon mal in die richtige Startposition bringen, wenn der Wind wieder einsetzt. Bei Dominica hält sich das Phänomen noch in Grenzen, also nutzen wir die Zeit um zu Frühstücken und unsern morgendlichen Kaffee zu trinken.

Irgendwann kommt dann die Les Saintes in Sicht, eine kleine Inselgruppe, bestehend aus zwei bewohnten Inseln und mehreren kleinen unbewohnten. Aus der Ferne ist kaum ein Haus zu sehen, geschweige denn irgendwelche Cruiseships, wie es so oft bei den größeren Städten in der Karibik ist. Wir segeln von Süden zwischen den ersten Inseln hindurch und erspähen dann doch wieder zwei kleine schwimmende Städte, irgendwie ist man vor den auch nirgendwo mehr sicher.
Nachdem der Anker geworfen ist, ist Marco drauf und dran seinen Kite auszupacken, zuerst versuchen wir vom Schiff aus einen geeigneten Strand zu finden zum Starten, dann ist Marco doch überzeugt, dass das ja auch vom Heck der Marlin klappen muss. Also Kite aufblasen, Leinen hinterm Schiff auslegen, Klamotten an und auf geht’s. Der erste Versuch scheitert an unserm alten Nylonseil, an dem der Kite befestigt ist und einer kleinen Schlaufe in den Leinen. Erst scheint alles ok zu sein, dann startet der Kite, voll durch die Powerzone und die UV-geschädigt Nylonleine reißt. Ende vom Lied, schnell ins Dinghy und schnell hinterher. Eine Stunde später beim nächsten Versuch klappt dann alles, aber der Wind hat deutlich abgenommen, also strandet Marco eine halbe Meile weiter draußen auf einer Insel. Nach der Aktion ist es Zeit für ein Sundownerbier.

Zur Abendstunde machen wir uns auf in das ca. 4000 Einwohner große Dorf. Kleine Gassen, Restaurants und einige Boutiquen schmücken das Zentrum. Autos gibt es hier keine, nur Roller und Fahrräder. Ein Ort an dem ich gerne länger bleiben würde. Wer erst so spät wie wir in die Stadt kommt, muss damit rechnen, dass die Restaurants bereits ausgebucht sind. Reserviert scheint hier fast verpflichtend zu sein. Im Endeffekt landen wir in einer Seitengasse, in einem Sandwichladen. Für den Preis, den wir dort alle zusammen bezahlt haben, hätten wir in den anderen Lokalitäten wohl nur einen Hauptgang bekommen.

Am nächsten Tag starten wir zum Sonnenaufgang, denn es liegen 80sm vor uns nach Montserrat. Auch hier wieder das Problem, dass im Lee der felsigen Basse Terre quasi kein Wind ist. Mein Plan: erstmal schön weit Richtung Westen, um dann irgendwann Kurs Nord Richtung Montserrat mit 15 Meilen Abstand zu Guadeloupe einzuschlagen. Es ist ein Versuch. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, denke ich mir. Guadeloupe im Osten zu passieren, wäre zwar auch eine Möglichkeit, die wäre aber mit 30 Meilen aufkreuzen verbunden und ein klarer Fall von Nachtfahrt. Es stellt sich heraus, dass wir einen guten Kompromiss eingegangen sind. Wir kommen zwar trotzdem in den Windschatten des großen Bergmassivs im Süden der Insel, Motoren allerdings nur knapp 10 Meilen und haben dann schon wieder Segelwind gen Norden.

Die aktive Vulkaninsel Montserrat erscheint im Dunst. Mit Ehrfurcht erblicke ich das monströse Ding. Über der Insel türmen sich dunkle Wolken auf, Häuser sieht man keine. Der letzte Ausbruch 1997 hat die Hauptstadt im Südwesten der Insel komplett zerstört. Selbst mit zwei Meilen Abstand, hat man das Gefühl gleich auf die erstarrte Lavamasse aufzulaufen. Als wir näher kommen, sehen wir die aufsteigenden Dämpfe. Wer hier wohnt muss sich irgendwie damit abgefunden haben, auf einer tickenden Bombe zu sitzen.

Mit Sonnenuntergang passieren wir das nördliche Kap der Insel und legen uns über Nacht in die nächstbeste Bucht. Weiter geht es nach Nevis. Wieder zu wenig Zeit um an Land zu gehen, der schweizerische Segelverband möchte schließlich Meilen auf dem Papier stehen haben.

Skipper Jan


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Und Micha fährt gegen die Leitplanke

{Time:08:45:00}
{Date:20190308}
{Position:17°15.1202’N, 062°39.4502’W}
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{Place:St. Kitts}
{Target:Antigua}
{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
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{Photo:20190308}
{Title:Und Micha fährt gegen die Leitplanke}

Zu Besuch bei Stefan und Karin in Hannover

Klar war ich müde. Und ich war eigentlich auch auf dem Weg zum nächsten Rasthof, um mir einen neuen Kaffee zu holen. Dann ging alles ganz schnell. „Päng. Schrumm. Schramm.“ Ein vollkommen neues Gefühl. Eine vollkommen neue Erfahrung. Die Bekanntschaft mit einer Leitplanke. Nicht gerade so besonders schön. Blitzschnell bin ich wieder wach. Ich bin mitten in einer Baustelle auf der A7, auf dem Weg von Hamburg nach Hannover. Es ist abends. Es ist gerade dunkel geworden. Mist Kacke Verdammte Alte, geht mir durch den Kopf. Der vordere rechte Reifen ist hinüber und ich wuppel den Volvo mit dem Plattfuß ein paar 100 m weiter zum Ende der Leitplanke, finde den Weg durch ein paar Absperrungen auf einen Standstreifen. Das hätte ordentlich ins Auge gehen können. Das hätte auch damit enden können, dass mich so ein LKW zusammen geschoben hätte. Glück gehabt. Richtig Glück gehabt. Schon sind die Bullen hinter mir. Ich im gleichen Moment ich am Telefon mit dem ADAC. „Guten Abend kann ich Ihnen helfen?“ „Nein danke ich hab gerade den ADAC am Ohr. Der Abschleppwagen es in 20 Minuten da.“ „Na gut!“, meint die Beamtin, dann stellen Sie bitte ein Warndreieck auf dann können wir ihn ja nicht weiterhelfen.“ Ich bin immer noch geschockt. Das hätte ins Auge gehen können. Immer wieder geht es mir durch den Kopf. „Das hätte Ins Auge gehen können.“ Ob es wirklich nur der rechte Reifen ist der kaputt ist wird sich dann wohl noch herausstellen. Die rechte Seite vom Auto ist ziemlich verkratzt. So kann’s gehen. 2 Stunden später sitze ich in einem neuen Wagen. Vom ADAC habe ich direkt einen Mietwagen bekommen, den Volvo habe ich dagelassen und am Montag bekomme ich einen Kostenvoranschlag und dann die Entscheidung, ob sich die Reparatur überhaupt noch lohnt. Ja so kann’s gehen. Das Schicksal. Heute Morgen noch hat mir mein Doktor Menzel, mein Krebs Arzt, mitgeteilt, dass ich 0,0000 gefährliche Krebszellen mein Blut mit mir herumtrage. Und was mache ich? Ich schlafe auf der Autobahn beim Fahren ein. Geht gar nicht. 1 Stunde später komme ich in Hannover an und werde von Mitsegler und Freund Stefan empfangen. Stefan ist schon dreimal mit über den Atlantik gesegelt. Stefan ist Buddy. Aus Stefan ist ein echter Freund geworden.

Stefan begrüßt mich mit in der Küche mit einem Glas Kochwein. Er hat schon für uns beide, je 400 Gramm bestes Rinderfilet bereitgelegt und sein neuer Herd wartet schon auf meinen Besuch. Sein neuer Herd ist sein ganzer Stolz. „Das war unser diesjähriges Segelbudget“, grinst Stefan. „Deshalb werde ich wohl dieses Jahr nicht mit Dir und der MARLIN mitsegeln können. „Is klar!“, grinse ich Stefan an. „Prost“. Stefan und ich haben viel zu erzählen. Wir kommen von Hölzchen auf Stöckchen und der Abend geht mit dem besseren Wein, einem ausgiebigen Abendessen und einem guten Malbec Rotwein seinen Weg. Zu fortgeschrittener Stunde kommt Stefans Frau Karin nach Hause, trifft auf zwei kichernde Männer im Esszimmer. „Na. Euch scheint es ja so richtig gut zu gehen. Habt ihr für mich auch noch ein Gläschen Wein?“ Stefan holt nicht nur ein gutes Fläschchen aus einem Versteckchen, sondern bringt noch direkt eine Seekarte des Atlantiks und der Karibik mit. Verzeichnet sind die Tagespositionen der MARLIN bei der letzten Atlantiküberquerung, die er aber gar nicht mitgesegelt ist. „Hmm Stefan. Dir juckt es aber unter den Hufen!“, bemerke ich wohlwollend. „Nun ja. Grinst er mich an!“ Dann geht es ans Eingemachte. Stefan möchte am liebsten mit Karin und am liebsten mit Heike & Bernd als Crew im nächsten Jahr auf die MARLIN. Wo ist es denn am schönsten fragt er mich. „Du meinst, wo es am besten ist mit Karin um sie mit dem Segeln zu infizieren?“ Das ganze entwickelt sich zu einer sehr persönlichen Törnberatung. Die Wahl fällt auf die Südküste Cubas. So. Ich sage zu. Nächstes Frühjahr. Einverstanden. Aber mit Heike & Bernd müßt ihr selber sprechen. Diese kleine Entscheidung hat eine großen Hintergrund. Die Entscheidung mit der MARLIN in den Pazifik zu gehen steht. Gesundheitlich steht dem nichts mehr im Weg. Wenn ich das mit den Leitplanken in Zukunft lasse sollte das auch passen. Lieber segeln, Bus und Bahn fahren. Scheint wohl angebrachter zu sein.

Nach Cuba zu segeln und danach den südwestlichen Teil der Karibik zu bereisen, also noch eine Weile in der Karibik zu bleiben, hat seinen Hintergrund. Der ist das Abitur meiner Tochter Maya. Maya hat (derzeit 14) den dringenden Wunsch eine Segelreise mit der MARLIN und ihrem Papa zu machen. Ab Panama soll es über Galapagos, Französisch Polynesien, Osterinseln, Patagonien, Georgien, Tristan de Cunha nach Kapstadt gehen. Ich will genauso gerne wie Maya diesen Törn machen. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. „Also Maya. Dann mal ran an den Schulstoff.“

Währenddessen erkundet Jan mit der MARLIN die Antillen. Eine nach der anderen. Es geht um Meilen. Er hat Tony dabei der die Meilen für seine Skipperausbildung braucht.


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Auf dem Weg in unbekanntes Territorium

{Time:08:45:00}
{Date:20190306}
{Position:15°18.4998’N, 061°23.4300’W}
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{Place:Dominica}
{Target:Antigua}
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{TempWater:26°}
{Wind:25kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190306}
{Title:Auf dem Weg in unbekanntes Territorium}

MARLIN erreicht die Leeward Islands

Es ist Donnerstag, Crew 51 verlässt die MARLIN. Zwei Wochen Segeln und die ersten 300 Seemeilen haben meine Segelneuling zusätzlich im Gepäck nach Deutschland. Es war aufregend in jeder Hinsicht und als Skipper bin ich froh fast jeden Wunsch und jede Erwartung erfüllt oder übertroffen zu haben. Wenn die Crew abreißt öffnet sich dann die große Leere. Zwei Tage, bis der nächste Rutsch Mensch voller Erwartungen auf ihren wohlersehnten Urlaub im Hafen ankommt. Zwei Tage in denen Wäsche gewaschen werden will, angestaute Reparaturen erledigt werden müssen, aber auch Skippers Freizeit im Vordergrund steht.

Schon am Abend treffe ich auf eine Gruppe junger Backpacker, die aus aller Welt auf der Suche nach einer Mitsegelgelenheit sind. Die meisten wollen nach Kolumbien oder Panama und warten schon um die zwei Wochen. Mag sich viel anhören, wer es aber schon aus seiner Heimat in Europa bis hierhin geschafft hat, hat Geduld in sowas. Wir spielen Karten und Gitarre und trinken vor den teuren Hafenlokalitäten unser Dosenbier. Es ist schön wieder unter jungen Menschen zu sein. Ein Gefühl welches mich meist wieder nach Deutschland zieht und welches ich mit Crew leider selten erlebe. Sieben von ihnen lade ich am Freitag auf die MARLIN ein. Einen Abend mal nicht unter freiem Himmel übernachten und am Tisch essen ist willkommene Abwechslung. Micha habe ich da einfach mal nicht gefragt, passt schon denke ich mir. Jeder bringt seinen Schlafsack mit und alles ist im Nachhinein fast sauberer als zuvor, als wäre nichts gewesen.

Währenddessen bekomme ich eine Mail von Marco, ein Segler, Kiter und Weltenbummler der spontan mitsegeln möchte. Eine willkommene Erweiterung in der sonst nur zweiköpfigen Crew. Beide, Tony und Marcus reisen am Samstagabend an. Ich kaufe noch ein fürs Abendessen und Frühstück. Am Samstag folgt die Sicherheitseinweisung, welche bei zwei erfahrenen Seglern doch etwas zügiger verläuft. Nachmittags segeln wir die ersten 12 Meilen in die nächste Bucht, die ersten Meilen vor dem Wind seit zwei Wochen Karibik, auch mal was schönes. Gestern dann die Überfahrt nach Dominica, für 50 Meilen brauchen wir gerade mal 7 Stunden inklusive Anker auf, Ankerfall, Segelsetzen und Segelbergen. Fast Rekordverdächtig. Schnell machen wir uns am späten Nachmittag in die Stadt, ich möchte eigentlich noch Einklarieren, wäre da nicht der Karneval. Muss ich also am nächsten Tag nochmal um 9 hin. Heute arbeitet eigentlich niemand, außer die Musiker auf den mit Boxen überhäuften LKWs und den Barleuten. Die Stadt ist rappelvoll, alle tanzen hinter den Umzugswagen hinterher. In Berlin gibt’s so was ähnliches, heißt dann Zug der Liebe, beides ähnelt sich sehr, nur dass man unter 1.000 Farbigen vielleicht 3 Weiße sieht. Irgendwann setzen wir uns in ein Restaurant mit Ausblick aus dem ersten Stock über den ganzen Umzug. Nach einem kurzen Essen treten wir den Heimweg an.

Im Dinghy beobachte ich ein Ankerlicht am Horizont und merke kurz darauf, dass dort wo am Nachmittag noch eine amerikanische Yacht lag, nun eine Französische liegt. Ich frage nach, ob die etwas Genaueres wissen und es stellt sich heraus, dass die unbemannte Yacht tatsächlich jene ist die vor 6 Stunden noch neben uns lag. Die Coast Guard haben die Franzosen schon informiert und die macht sich kurz darauf auf den Weg. Mit unser 3,5PS Seekuh wäre das so oder so eine dumme Idee gewesen. Insgesamt 2 Stunden dauert es, bis die Yacht am Steg der Coast Guard liegt. Irgendwas passiert immer sage ich zu Tony und lasse mal sicherheitshalber 15m Ankerkette mehr raus.

Morgen geht’s weiter nach Les Saintes, kleine Inseln sind erfahrungsgemäß die bessere Wahl, wir lassen uns überraschen.)


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Skipper Micha ist Single

{Time:08:45:00}
{Date:20190305}
{Position:14°41.9148’N, 061°12.0420’W}
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{Place:Dominica}
{Target:Martinique}
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{TempWater:26°}
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{Photo:20190305}
{Title:Skipper Micha ist Single}

Angekommen auf Dominica

Nathalie und Michael haben uns getrennt. Mag sich jetzt sehr persönlich anhören. Ich finde allerdings, dass es genauso zu diesem Blog gehört wie alles andere was sich hier an Höhen und Tiefen über die Jahre gesammelt hat. Für uns ist die Trennung nicht so plötzlich gekommen wie es jetzt vielleicht erscheinen mag. 23 Jahre, davon 10 Jahre auf See, 24 Stunden, sieben Tage die Woche sind halt auch ein Berg an Alltag und Gewohnheit. Nathalie liebt jetzt das normale Leben, ihren Job und tanzt Salsa. Ich bin monatelang unterwegs auf See und der Flucht vor dem deutschen Alltag und den klimatischen Bedingungen. Da trennen sich halt die Wege.

Mich treibt es direkt wieder in die Ferne. Meine spanische Freundin Elena hat es prima drauf mich abzulenken. In Spanien scheint die Sonne und es ist Frühling. Was liegt da näher zu flüchten vor der Kinderschar, die am Wochenende eine Karnevalsparty in einen Büroräumen, die jetzt auch meine Wohnräume geworden sind? Als frischgebackener Single brauche ich mir keinerlei Gedanken machen, muss mich nicht rechtfertigen. Vollkommen neues Lebensgefühl.

Währenddessen zieht auf der MARLIN die CREW 51 aus und die CREW 52 ein. Jan segelt jetzt mit Tony und Marco über Dominica Richtung Antigua, wo ich am 18ten März die MARLIN übernehmen werde. Ob wir Berichte und Bilder bekommen? Wer weiß das schon. Die Hoffnung stirbt nun immer zu letzt :-)


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Prioritäten setzen

{Time:10:45:00}
{Date:20190227}
{Position:14°04.3853’N, 060°57.2820’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:St. Lucia}
{Target:Martinique}
{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
{Wind:25kn/NE}
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{Photo:20190227}
{Title:Prioritäten setzen}

Steingedanken

Meine To Do Liste nährt sich von ganz alleine. Jeden Tag findet sich ein neue gefräßige Fresszelle, die mir Geld klauen will. Im Moment ist es das Finanzamt. Morgen ist es ein Kaputtschaden auf der MARLIN und überhaupt dreht sich alles um die Kohle. Und so muss ich Prioritäten setzen. Wie jeder von uns. Eigentlich dürfte ich nichts anderes, machen als den lieben langen Tag mindestens 12 Stunden am Rechner und am Telefon zu sitzen um die Kohle zu verdienen und vor allen Dingen zu behalten. Mir geht das schrecklich auf’n Zwirn in Moment. Am Morgen nehme ich mir Lars und fahre mit dem Fahrrad zum Ostseebad in Flensburg. Steinturm bauen hilft immer den eigenen Ruhepunkt wieder zu erreichen. Auf dem Weg in die Praxis zu meinem Freund und Hausarzt Pelle treffe ich selbigen auf der Straße. „Hey wie siehst Du den aus? Haben wir Sommer oder was?“ Mir ist grade echt heiß auf dem Fahrrad, denn die Praxis liegt oben auf dem Berg und der Weg mit dem Drahtesel ist steil. Da ziehe ich eben nur ein T-Shirt an und Jacke drüber. Einheizen tue ich mich selber. „Pelle. Ich hab Dich garnicht erkannt. Was los? Winter?“ Pelle steht mit Mütze und Schal im Flensburger Oktober bis April Modus vor mir. Es ist nebelig und knapp über null Grad hier im echten Norden. „Ich hab mit Deinem Krebs Doktor Menzel gesprochen wegen Deinem letzten Bluttest. Der ist ganz aus dem Häuschen, so gut sind deine DNA Werte.“ Sonnenschein fällt auf mein Gesicht. Seit vier Wochen warte ich schon auf die Ergebnisse der Genmolekularuntersuchung. Keine spaßige Angelegenheit in der Ungewissheit zu warten. Der Sonnenschein bleibt. „Für genaueres solltest Du aber noch mal hinfahren.“ In einer ruhigen Minute später am Tag wird mir mal wieder bewußt um was es eigentlich geht. Ums Überleben. Ums Leben. Scheint ja gar nicht so schlecht zu laufen.

Skipper Jan schippert mit seiner CREW heute nach Martinique. Die MARLIN in französischen Gewässern. Na dann. Ich wünsche Dir eine gute Überfahrt. Mit Bildern und Beschreibungen von den Fahrten die Jan so macht, verwöhnt uns weder Jan noch die Mitsegler. Habe ich nicht anders erwartet, vielleicht gehofft, deshalb bin ich nicht enttäuscht darüber. Hilft mir natürlich nicht neue Mitsegler für die MARLIN zu gewinnen. Mein Problem, denke ich mir. Das ist halt der Preis des SELBST und STÄNDIG Seins. Command+Tab. Ich vertiefe mich wieder auf der neuen MARLIN Website. Dies ist neben meinen Töchtern uvm. der Grund meines Aufenthalts in Flensburg. Diese baue ich grade weiter aus mit dem iPhone in meiner linken Hand auf. 70% der Aufrufe finden über Smartphone statt. Also muss ich mir das Ergebnis immer wieder dort anschauen und nicht auf dem MacBook. Die Welt dreht sich virtuell immer schneller. Macht mir manchmal richtig Angst. Ein deutliches Zeichen für die fortschreitenden Jahre.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Skipper Jan hat Geburtstag

{Time:10:45:00}
{Date:20190222}
{Position:12°27.2883’N, 061°29.2903’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Carriacou}
{Target:Martinique}
{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
{Wind:25kn/NE}
{Wave:0,0m}
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{Photo:20190222}
{Title:Skipper Jan hat Geburtstag}

MARLIN hat das Paradies erreicht

Nachdem ich meine Anfängercrew direkt ins kalte Wasser auf dem Törn von Trinidad nach Grenada geschmissen habe, ist das Segeln in den Grenadinen nun die pure Entspannung. Seebeine haben nun alle und Segeln gegen 3m Welle bei 20 grad Krängung gehört nun quasi zum Alltag. Da darf man sich auch mal einen echten grenadinischen Seemannsrum gönnen. Die Lernkurve geht steil bergauf und jeden Tag muss ich weniger begleiten. Es bleibt also auch mal die Zeit euch einen Blog zu schreiben.

{Photo:20190222a}

Die Crew hat entschieden heute mal lieber vor Sonnenuntergang einen Zwischenstopp in Carriacou einzulegen, statt Nachts in Union Island anzukommen. Es ist die entspanntere Variante, denn es weht ein durchwachsener Nordost-Passat. Außerdem will ja niemand dort ankommen, wenn das Happy Island schon geschlossen hat. Auf dem Weg dorthin lernen meine Schützlinge also was Aufkreuzen bedeutet und das der Wendewinkel nicht nur vom Schiff, sondern auch von der Windstärke abhängt. Irgendwann steht Verena dann mit offener Rettungsweste vor mir. Sie guckt etwas verdutzt, ich vermute, dass sie irgendwo mit der Reißleine hängengeblieben ist. Im Endeffekt war es die Salztablette, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bzw. des Alters nachgegeben hat. Soll wohl ab und zu passieren, natürlich haben wir noch ein paar Ersatzwesten dabei.

Das Wochenende wird wohl der Höhepunkt des Törns, Union, Tobago Cays, Lobster, Schildkröten, Bequia. Alles etwas entspannter, bevor wieder das Segeln im Vordergrund steht.

{Photo:20190222b}

Skipper Jan

Anmerkung von Micha: Jan hat heute Geburtstag. Alles Gute meinem Schützling! Ich wünsche Dir alles Gute & Meer zum diesem besonderen Tag. Das Du noch viele glückliche Meilen mit der MARLIN segeln wirst.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua
CREW 53 Antigua – Martinique
CREW 54 Martinique – Grenada
CREW 55 Grenada – Antigua
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines
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My Landlords

{Time:23:00:00}
{Date:20190220}
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{Place:Grenada}
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{Photo:20190220}
{Title:My Landlords}

Freunde zu haben im Leben ist wichtig

Auf den Weltmeeren unterwegs, ist es oft schwierig seine Freundschaften zu behalten, zu pflegen. Ehrlich gesagt, verliert man bei einer mehrjährigen Weltumsegelung doch die meisten Bekannten und nur die wirklich ernsthaften Freundschaften bewähren sich auf Dauer. Das ist eben der Preis für die Freiheit. Damit musst Du leben wenn Du Ähnliches vorhast. Zwischenzeitlich haben sich die Zeiten geändert. Man rückt näher zusammen über die sozialen Medien. Trotzdem spaltet man sich irgendwie ab. Unterwegs. Auf Reisen. In der Freiheit, den Wind um die Nase. Was man auf der einen Seite allerdings verliert, gewinnt man auf der anderen Seite. Freunde unterwegs. Mit gleichen Zielen, Idealen und dem ähnlichen Alltag. Das ist schön. Das ist so schön, dass man davon abhängig werden kann. Nun habe ich allerdings den Trugschluss erlitten, dass ich der Meinung war, dass dieser Umstand, der Segelfreundschaften, auch sein wird wenn man seine Kojen vermietet. „Uppsi.“ Fehlanzeige. Das sind dann Gäste. Zahlende Gäste. Und so bald es um Geld geht, werden hohe Erwartungen erzeugt. Erwartungen aber sind gefährlich, denn sie können enttäuscht werden. Trotzdem gelingt es mir immer wieder Freunde beim Kojencharter zu gewinnen.

My Landlords. Heike und Bernd sind richtige Freunde in Flensburg und wie meine Bezeichnung schon sagt: Meine Vermieter. Die Beiden sind 2016 auf dem schnellsten Schlag mitgesegelt den ich jemals mit der MARLIN gemacht habe. 230 Meilen in 24h. Von Curacao nach Cuba. Die Zeit auf der MARLIN hat uns sehr verbunden. Fast jedes Mal wenn ich auf Heimaturlaub bin sehen wir uns. Meist mit Wein & Essen. Diesmal hat Bernd gekocht und es gibt spanische Zarzuela. Die Zutaten hier in Flensburg einzukaufen, Muscheln und Meeresinsekten, frischer Fisch, ist nicht mal so eben gemacht. Immer wieder stehe ich mit großen Augen an der Fischtheke und frage mich warum die Preise gleich sind, man hier 100g bekommt und in Portugal aber 1kg?

Schwamm drüber. Nach dem Essen geht es in den Keller und Bernd zieht mich im hauseigenen Billardraum ab. Er übt heimlich. Gibt er aber nicht zu. Dazu verköstigen Heike und Bernd mich mit guten Wein. Kein Wunder dass ich die Kugeln nicht mehr richtig treffe. Worüber unterhalten wir uns währenddessen? Über’s Segeln natürlich. Auch. Unter anderem. Ne, Wir sind richtig Freunde geworden und ich bin mir sicher dass die Beiden bald wieder auf der MARLIN stehen und mit mir zusammen in See stechen. Mit etwas Daumen drücken vielleicht sogar mit Stefan und Karin. (Dies ist ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Jan ist zwischenzeitlich mit seinen fünf Gästen von Trinidad nach Grenada gesegelt. Nicht so ganz einfach. Vier Meter Welle am Wind. Nun haben alle Seebeine und Jan geht zur Entspannung erst einmal alleine Einklarieren. Ja. So ist das. Kenne ich. Nun können sie gemächlich nach Norden segeln. Im Schatten der Antillen gemächlich und auf der Windseite sportlich. Die karibischen Antillen sind das beste Segelrevier der Welt. Nirgendwo sonst hat man so konstante Winde und so vielfältige Möglichkeiten. Ich bin sehr neidisch auf Jan, wenn ich so aus meinem Bürofenster schaue, wo der Nieselregen auf die Straße fällt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique
CREW 52 Martinique – Antigua
CREW 53 Antigua – Martinique
CREW 54 Martinique – Grenada
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Familienweekend

{Time:23:00:00}
{Date:20190217}
{Position:10°40.3381’N, 061°38.1668’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Trinidad} 
{Target:Martinique}
{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
{Wind:2btf/NE}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190217}
{Title:Familienweekend}

Ein bisschen Reset ist immer gut

Sohn Julian ist zu Wochenende zu Besuch gekommen. Wahrscheinlich hat er gemerkt, dass der Alte ihn grade mal etwas gebrauchen kann. Aber nicht nur ich, sondern vor allen Dingen auch Maya und Lena haben ihren älteren Bruder schon lange nicht mehr gesehen. Julian ist so nett und bringt ordentlich Sonnenschein mit. Zu spät für mich, denn ich habe schon die volle Portion Grippe vom Gymnasium via MayaLena bekommen und sieche vor mir her. Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten, Hals… das volle Programm. Ich frage mich, warum ich auf dem Schiff so selten krank bin. Nun gut. Liegt vielleicht doch einfach am Klima? Dann hilft eben nur Klimawandel. Ich freue mich jeden Tag meer auf Schiff zurückzukommen.

MayaLena tauchen plötzlich voller Elan in meinem Studio auf. Meinem Studio, meinem Büro, meinem Atelier, wie man es auch immer nennen mag. In meinen Räumen. Sie bauen irgendwie einen Hintergrund für Lenas Playmobillandschaft. Papa hat genug Platz um sich dort mit Farben und Malgrung auszubreiten und es ist immer so schön aufgeräumt bei Papa. Na denn. So soll es sein.

Auf der MARLIN sindzwischenzeitlich die neuen Gäste eingetroffen und Jan freut sich, fünf Segelanfänger an Bord zu haben. Richtige Neulinge. Die kann man wenigstens noch so richtig formen, ohne das die Wiederworte geben. Am Montag geht es dann direkt Richtung Grenada. Vielleicht bekommen wir dann auch Fotos von der neuen Crew.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique
CREW 52 Martinique – Antigua
CREW 53 Antigua – Martinique
CREW 54 Martinique – Grenada
CREW 55 Grenada – Antigua

CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines
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