Archiv der Kategorie: SY Marlin

Kofferfisch „El Loco“

Maxim im Perti Heil Fieber

“Micha? Darf ich angeln?“ Maxim steht mit cooler Sonnenbrille vor mir im Cockpit. Kann ich bei so einer schönen Sonnebrille Nein sagen? Im Regal der aktuellen Kinderkoje liegt Maya’s Angel. „Na klar. Hol mal Maya’s Angel“ Sie wird schon nichts fangen, geht mir durch den Kopf, weil filetieren muss ich den Fisch dann doch wieder und das einarmig. Geht schlecht. Noch in der Dunkelheit kommt der Hafenmeister in Cienfuegos an Bord, um uns unsere Pässe zu bringen, um zu schauen wie viele Cubaner wir verstecken, die wir als Flüchtlinge im Storageroom mitnehmen und natürlich um einen Cafe zu trinken. Ich bin nervös. Wir legen ab mit neuer Crew. Diesmal Familie mit zwei recht jungen Kindern und ich als Einarmsegler. So ganz wohl ist mir bei der Sache nicht. Wir haben ein Wetterfenster mit kaltem Nordwind und ich erwarte ordentlich Wind draußen. 6-7bft wird es geben, murmel ich mir in die Tasche. Der Charterkai ist mal wieder voll. Die dürfen bei dem Wind nicht raus. „Wir setzen das dritte Reff im Groß.“ „sonst nix?“, schaut mich Christian an? Maren’s Augen kümmern sich jetzt schon um die Kinder. Kenn ich alles. Nur nicht… eben einarmig. Wir setzten das Segel mit der Elrekrowinsch, Chris geht in den Wind. Acht Knoten Fahrt. MARLIN eben. Es wird mehr und mehr Wind. „…und was machen wir wenn mehr Wind kommt!“ „Kommt nicht!“ Die Wellen werden immer höher, den Kindern wird schlecht und müde. Ausnahmsweise dürfen sie im Pilothaus einschlafen und ihr Seekrankheit verpennen. „Nimm eine Hand an eine Speiche des Ruderrads. Fühlst Du den Ruderdruck? Das ist die MARLIN. Jetzt leicht dagegendrücken. Da zeigt Dir das Schiff wo es hin will, bei der Besegelung.“ Christian hektische Ruderausschläge beruhigen sich. Er fängt an zu lächeln und entspannt sich. „Ah. Jetzt hat es Click gemacht.“ „O.k. Dann leg ich mich mal ne halbe Stunde hin.“ Chris und Maren reiten durch die aufgewühlte See mit 9 Knoten Richtung Leuchtturm. Alles gut. “Rrrrrrrrrrrrr“, stehe ich mit Chris in der Küche und teile El Loco, den Kofferfisch genau mittig und längs in zwei Teile. Womit? Mit der Fein Vibrationssäge. Der Fisch hat ein komplett geschlossenes Skelett. Mit dem Messer ist da nix zu machen, außerdem will ich das pittoreske Skelett auf einem Stück Holz aufgeklebt im Salon an Wand der MARLIN haben. Grade haben wir den Längsschnitt fertig, klopft es an der Bordwand. Rafael, mein Freund der Leuchtturmwärter kommt an Bord. „Was macht ihr da?“, mit einem geübten Griff greift er in den bereits offenen Fisch und trennt das köstliche Fleisch vom Skelett und schneidet uns die Filets raus. O.k. Wieder was gelernt. Die Reste von El Loco flattern jetzt unter dem Geräteträger zum Trocknen. Ähnlich wie Maya hat Maxim die Angel hinter das Heck der MARLIN geworfen und fünf Minuten später einen Fisch an der Angel und uns Abendessen gefangen. Gut gemacht Maxim. Danke.  

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Verproviantierung tipica la Cuba

Im Schlachthof

“Miguel. Heute ist Montag. Da hat der Markt geschlossen.“ Maren und ich sitzen im Fahradtaxi von Juan, mir fällt es wie ein Scheunentor ins Bewusstsein. „Dann Plan B. Gibt es einen Schlachthof?“ „Ja.“ Und los geht es. Quer durch Cienfuegos. Wir landen vor einem normalen Haus. Das Schwein hat das Morgenlicht noch erblickt, jetzt ist es tot und zerteilt. Wir erstehen eine Schulter, ein Dutzend Rippchen und die Filets. Noch warm ;-) Schwein gehabt. Die Fahrt geht weiter. Dutzende Kilos von Gemüse und Obst. „Wer soll das alles essen?“, meint Maren. „Wir“, antworte ich trocken. Maren kommt mit den kubanischen Verhältnissen gut klar, viel besser als ich gedacht habe. Am Nachmittag kommt die angesagte Front. Gleich drei Boote in der Anchorage driften einmal quer durch. MARLIN’s Rocna hält uns wie ein Fels in der Brandung. Das war wirklich eine gute Investition. Morgen früh um sechs Uhr geht es zum Leuchturm! Vamos MARLIN!  

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Neue Crew aufgenommen

Der einarmige Bandit

Am Freitag Abend erreichen Christian mit seiner Frau Maren, Kinder Cora und Maxime Cienfuegos. Ich habe ihnen ein Taxi nach Varadero geschickt um sie mit Schild „MARLIN“ abholen zu lassen. Den Tag bis dahin verbringt der einarmige Skipper mit Bettwäsche waschen, trocknen und Einkäufen auf dem Markt. Zugegebener Maßen mit einem etwas dicken Kopf von der letzten Nacht. Kaum war die alte Crew 12 weg entstand eine fassungslose Leere in meinem Kopf, ich kann nicht schlafen weil die Musik an Land so laut ist. Ich werfe eine Münze um festzustellen, ob ich ausgehen soll oder nicht. Die Münze fällt auf Ausgehen. Einige Cuba Libre im Partyschuppen dessen Namen ich vergessen habe sorgen für Schmerzfreiheit und breitbeinig wankend verlasse ich mit den letzten Gästen am frühen Morgen die nahe Hafenkneipe. Tut gut. Heute dann Sichtung wovon wir uns denn in den nächsten Wochen ernähren werden. In den Supermärkten gibt es ein DDR vergleichbares Angebot an Waren. Also eher basic. „Oh no mi vida, huevos no hay hoy! Manana. Quizaz.“, meint die chica im Marinasupermarkt. Aber eigentlich gibt es alles. Vergleichbar mit den Kapverdischen Inseln. Man muss nur wissen wie und sich von dem genmanipulierten hübschen Tomaten verabschieden. Dir grüner sind eh leckerer. Mal schauen wie Maren und Christian damit klarkommen werden. Die stehen wegen Jetlag gemeinsam mit mir zum Sonnenaufgang auf. Die vierjährige Cora steht neben mir, als ich grade meine Mails abrufe: „Spielst Du Karten mit mir?“ Als Gruppe mit festen Strukturen, die sich auf dem Schiff bereits kennt sind die Strukturen wesentlich einfacher für mich als fünf neue Gäste, die mich und sich untereinander erst einmal zu der MARLIN kennenlernen müssen. Die Herzog’s, haben wie auch meine landlords vom letzten charter eine eigene Yacht an der Förde liegen, eine Comfortina 44. Scheint ja ein beliebtes Ostseeboot zu sein. Die Kinder kennen Maya und Lena und freuen sich auf eine Woche gemeinsames Segeln. Na, wenn das Wetter gut wird, wird das ein Erfolg. Sicher. Nach Frühstück und einer Stunde unter Deck Sicherheitseinweisung für die Großen nehme ich meine neuen Gäste an die Hand und entere Cien Fuegos Centro. Im Hotel Union geht es auf die Dachterasse, wir stöbern durch die Einkaufszone und ich ergattere eine Pferdetaxi, dass ich der kleinen Cora versprochen habe. Als Dank bekomme ich große Kinderaugen und darf Hand in Hand mit Cora die letzten Meter zur Marina gehen. „Ich kenne den Papa von Maya und Lena gar nicht!“, meint Cora. „Mit dem läufst Du grade Hand in Hand!“, klärt sie Christian auf. „Ach so“ Cora ist zum Einstecken süß. Morgen machen wir Wochenende. Am Montag ist „verproviantieren“ angesagt und am Dienstag geht es mit Wind aus NE zum Leuchtturm oder direkt durch nach Cayo Largo. An dieser Selle meiner alten Crew Bernd und Heike, Stefan, Renate und Tom noch mal ein dickes Dankeschön für die tolle Reise, dass Etmal und die gemeinsame Zeit. „Ihr wart die beste Crew meiner MARLIN Laufbahn. „Das sagst Du bestimmt allen!“, grinst jetzt Heike, die mir ihr oranges Tuch da gelassen hat um meinen Arm in der Schlinge zu tragen. Ich wäre kein guter Skipper, wenn ich es nicht allen (fast allen) sagen würde! Mein Arm ist jetzt übrigens komplett lila und ich kann ihn wieder strecken, aber nicht anheben.

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Der Leuchtturm liegt hinter uns. Cien Fuegos ist erreicht

Vergangenheit und Gegenwart

“Miguel! Wow. Da bist Du ja.“ Der mächtig gewordene Hafencapitän Rollo nimmt mich übermütig in den Arm, ich versuche schnell noch, meinen kaputten Arm zu schützen, aber keine Chance. Ein ungewollt schmerzhaftes Wiedersehen, aber so herzlich, cubanisch, ehrlich, dass mir fast die Tränen vor Rührung in die Augen steigen. Wie können Menschen nur so intensiv liebenswürdig und liebensausteilend sein? Es wird grade dunkel als der Rocna in das dreckige Lagunenwasser vor Cien Fuegos fällt. Die Hafenbehörden stehen wild winkend auf der alten Mohle, aber heute wird kein Anleger mehr gefahren. Wir sind international einklariert und ich nehme das rote Marlin Dinghy, gar keine Diskussion. Meine Crew bleibt an Bord. Angekommen. Heiß duschen, Haare waschen, gut riechen, Zivilisation. Die restlichen vier Gäste sehnt es nach dem ganzen Wasser, Abenteuer, Segel rauf und runter, nach den ganzen Erlebnissen nach kubanischer Küche, nach kubanischen Klängen, dem Geruch von Zigarren und Impressionen, des einzigartigen Landes. „Noch fünf Tage, dann trifft sich Obama mit Raul! Vielleicht dürfen wir dann endlich zu Besuch auf eurem Schiff kommen. Vielleicht sind dann die Grenzen auf?“ Der Polizist schaut hoffnungsvoll auf den Monitor seines laut schnarrenden PC’s aus dem klirrende Salsa Rythmen in die Nacht schallen. „Nichts wird sich verändern! Das ist doch wieder nur politisches Hin und Her!“, der bis aufs letzte Haar perfekt getrimmte und hochgradig hübsche Markus ignoriert mich, wie ein Cubaner einen Gringo nur ignorieren kann, bis Rollo mich als Quasi Halbcubaner und seinen Busenfreund vorstellt. „Miguel, seine Esposa Nathalie, seine Kinder Maya und Lena, alle sprechen Spanisch Du Esel. Letztes Jahr habe ich ein großes Care Packet zur Schuldirektorin nach Santiago de Cuba gebracht. Die ist gut befreundet Doña Nathalie.“ Auf Spanisch erkläre ich Markus und Rollo dass die Doña mit den beiden Kinder höchstpersönlich am 24ten nach Cuba kommt, da steht Markus auf, schaut mir mit seinen klaren Augen ins Gesicht und nimmt mich in den Arm. „Aua!“ Scheiß Arm. „Was ist passiert.“ Ich erzähle die Kite Story, zeige meinen dicken, blaugrünen, gelben Arm. Anerkennende Blicke. „Das tut bestimmt sehr weh. Hoffentlich ist das wieder gut bis die Doña kommt, sonst wird das mit dem Amor kompliziert.“ “Wir sind angekommen Skipper. Eine lange, schnelle Reise liegt hinter uns. 231sm Etmal. Kein Bruch. Bis auf nen bisschen Skipper.“ Renate drückt mir ein Glas Weißwein in die Hand. Seit heute nehme ich kein Tramal mehr und darf wieder mitfeiern. Zu feiern gibt es immer was. Heute: Cuba.  

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Ein bisschen ausgebremst

Ich kenne Dich – Du kennst mich nicht

“Wir sind eigentlich wegen Dir hier. Wir lesen seit dreizehn Jahren Deinen Blog. Du hast uns erst auf die Idee gebracht zum Segeln!“, so werde ich von Beatrix und Andy, von der AFRICA 2 begrüßt. „Na dann kennt ihr mich ja bestimmt besser als ich euch.“, grinse ich. „Dann kommt doch heute mal auf einen Sundowner vorbei.“ Kathrine und Peter von der FLORENTIN haben ganz andere Probleme. Seit zwei Jahren fahren sie ein PACTOR um die Welt, dass nicht funktioniert. Mindestens drei Spezialisten von anderen Booten und der Verkäufer von Bonito haben das Audiokabel vermurkst. „Warum hast Du die Anlage nicht gleich bei mir, also bei LUNATRONIC gekauft?“ „Dein Mail klang so unfreundlich und Du warst etwas teurer.“ „Peter, der Aufpreis hätte sich gelohnt. Zwei Jahre ohne Stress.“ Ich schaue mir die Installation einarmig an, nehme das Modem zwecks Überprüfung mit auf die MARLIN und fertige ihm das richtige Kabel mit Bordmitteln an. Beim Preis muss er etwas schlucken. Katherine nicht: „Endlich ist das Thema durch. Dein Preis ist vollkommen angebracht. Jetzt können wir endlich überall mailen und Wetter empfangen.“ Kunde glücklich und ich reich. Schön wäre letzteres. Auch Kathrine liest unseren Blog seit vielen, vielen Jahren. Na, ich glaube ich muss mal das AIS demnächst ausschalten wenn ich meine Ruhe haben will. Wir sind zwischenzeitlich auf dem Weg zum Leuchtturm. Die Mannschaft steht schnatternd und gut gelaunt im Cockpit, der Yanmar gurgelt Wasser und säuft Diesel. Kein Wind aus Ost lässt uns entspannt nach Osten motoren auf 3-5m Wassertiefe. Ich jage entweder Fliegen oder schreibe diesen Logbuchbericht einarmig und wasche schon mal Wäsche für die nächste Crew. Alle sind glücklich und entspannt. Froh das es weiter geht. Mein Arm ist immer noch sehr schmerzhaft und hängt in der Schlinge, doch jeden Tag wird es besser. Mit dem Kiten aufhören werde ich nicht. Ich hab doch nicht einfach so mit Low Carb 25kg abgespeckt in den letzten drei Monaten, um überhaut eine passende Ausrüstung und nicht die XXL Sonderanfertigung zu benötigen und natürlich um meine Capitana zu beeindrucken. Ne, ne. Mitte April kommt Mitsegler Nico mit seiner Frau Katja, der mir das Kiten weiter beibringen will. Hoffentlich ist meine Oberarm bis dahin wieder o.k.  

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Die Dränglerin

Fortschritt

Wie man sieht kann ich schon wieder tippen. Dank Spritzen vom Doc und gutem Essen von der Crew. Aber der Schein trügt. Alles einhändig. Zum Glück mit rechts ;-) Als letzte stelle ich heute meine Mitseglerin Renate vor, Frühbucherin. Sie segelt selbst eine 44’er HR über die Ostsee und im Winter dort, wo es ihr nicht zu kalt ist. Auf der MARLIN ist es nicht zu kalt und auch ansonsten fällt Renate eher in den Bereich: Entspannte Mitseglerin die gerne zur Musik an Deck die Hüfte schwingt, wenn ihr das Segeln Spaß macht. Also sobald die Segel oben sind. Der Trip hier hoch, das geile Segeln, das geile ETMAL haben ihr sehr gut gefallen. Am Steuer muss ich Renate manchmal in ihrer Lebensfreunde stoppen. Ihr Hobby ist der „Am Wind Kurs“, möglichst hoch und schnell und schräg. „Renate? Wills Du auf die Azoren? Da will ich erst im Mai / Juni hin. Da kannste ja mitkommen. Was meinst Du? Fall mal etwas ab.“ Im Nachhinein sagt Renate, hat ihr das Mitsegeln sehr viel gebracht. Viel gelernt, abgeguckt, was sie mit ihren eigenen Mitseglern auf Ostsee umsetzten will. Renate ist auch für’s Ankern zuständig, was inzwischen sehr gut klappt. Sobald sie am Morgen aufsteht ist Renate immer gutgelaunt und für jeden Spruch gibt es Gleichwertiges zurück. Also auch mit Männercrew geeignet. Da ziehen eher die Männer den Kürzeren. Nur vom Kiten ist Rrenate zwisvhenzeitlich nicht mehr so angetan. Komisch finde ich das. Für uns heißt es heute dem Skipper noch mal eine Spritze in den Popo jagen und dann geht es morgen los Richtung Leuchtturm, Richtung Cien Fuegos.  

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Der Tag danach

Skipper Bernd ist am Start

Gut wenn man eine perfekte Crew an Bord hat. Der Tag beginnt damit, dass ich nicht mehr aus der Koje komme. Des Nachts habe ich schon in eine große Wasserflasche uriniert, weil mich die Schmerzen im Arm einfach bei jeder kleinsten Bewegung haben aufschreien lassen. Na, dass sind ja prima Aussichten. Bernd springt in die Skipperrolle, ist nachts schon aufgestanden für Ankerkontrolle und Rundumgang. Jetzt holt er den jungen Arzt Ckley an Bord um mir eine neue Spritze geben zu lassen. Gar nicht so einfach, denn eigentlich dürfen die Kubaner immer noch nicht an Board. Marinachef Piri macht eine große Ausnahme. Von wegen, dass sich hier in Kuba alles verändern würde – Nichts hat sich verändert. Alles beim Alten geblieben, außer das es jetzt in der Marina eine Art WiFi gibt. Das Krankenhaus hat die Einrichtung ca. aus dem Jahr 1950. Auch die Medikamente sind sehr limitiert. Was Ckley, der Arzt mitbringt ist Diclofenac und da ist er schon mächtig stolz drauf. „Haben wir wegen der Kite Unfälle?“, grinst der nette junge Arzt und knallt mir den Inhalt der beiden Ampullen in den Hintern. Ich habe von Leo eine lokale Telefonsimkarte erstanden. Auch verboten für Touristen. Jetzt kann ich wenigstens von Nathalie angerufen werden. Per Ferndiagnose verabreicht sie mir Tramal aus der professionell ausgestatteten MARLIN Apotheke, von der Ckley nur träumt. Tom, von Beruf Apotheker, sucht und find findet erst nur zwei Tabletten, später eine neue ganze Packung. In Cuba nicht erhältlich, zumindest nicht in Cayo Largo. 30 Minuten später quäle ich mich fluchend aus dem Bett. Das Tramal hat angeschlagen. Meine Crew atmet auf und ich sitze wenigsten schon mal wieder im Salon. Nicht schmerzfrei und bewegungsbehindert, aber zumindest nicht halbtot in der Koje. Bernd steigt automatisch in der Verantwortung auf und kümmert sich um alle Aufgaben die anfallen. So schnell kann es kommen. Überhaupt geht meine Crew absolut souverän und entspannt mit der Situation um. Es wird nicht gemeckert, ganz im Gegenteil, es schweißt alle noch mehr zusammen. Ein abenteuerlicher Segeltrip liegt ja auch hinter uns und alle genießen es inzwischen vor Anker zu liegen und die Seele baumeln zu lassen. Am Montag soll der Wind einschlafen und uns ein Fenster geben, um die MARLIN nach Cienfuegos zu motoren. Dort wird am Ende der nächsten Woche dann Crewwechsel sein. Christian und Maren kommen mit ihren beiden Kindern Maxime & Anna. Christian ist ähnlich wie Bernd ein Eigner einer eigenen Yacht. Deshalb sage ich den Termin nicht ab. Auch ist Segeln mit Kindern geplant und kein Offshore Trip. In 12 Tagen kommt Nathalie mit Maya und Lena dazu. Ich freue mir den Arm ab. Hoffentlich bin ich bis dahin wieder schmerzfrei. Um meinen Arm wieder anzuheben wird es einige Zeit dauern. Selbst schuld. Das man aus Kitegeilheit bei 18 Knoten Wind als Anfänger keinen 14er Kite in den Himmel zieht und das noch nicht einmal mit Wasserstartrampe, weiß ich jetzt auch. Jetzt hab ich die Quittung bekommen.  

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Kiteunfall

Skipper knocked out

Ich hab den Kite verissen und bin auf dem Strand gefallen. Ab zum Arzt. Glück gehabt. Nix gebrochen. Aber jetzt liege ich in der Koje und habe Schmerzen wie noch nie in meinem Leben zuvor, so bald ich versuche aufzustehen oder meinen linken Arm anzuheben. Deshalb nur kurz, warum hier nichts Aktuelles steht. Alles Scheiße.  

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Landed in Paradise

20160308

Cuba ist sooooooooooooooo schööööööönnnnnn

“Damilka. Was hat sich denn in Cuba verändert seit 2014, seit dem ich zum letzten Mal mit der MARLIN hier war?“ Damilka, meine dicke Freundin von der Immigration, hat sich wirklich gefreut die MARLIN wieder zu sehen, genau wie ich mich gefreut habe, Damilka wieder zu sehen. Überhaupt. „Hier hat sich nichts verändert. Nichts hat sich verändert“, mein Damilka, die immer noch kleine Sternchen auf den Fingernägeln hat, penibel gezupfte Augenbraunen. Die erwarteten Horden von dicken, fetten Amerikanern, mit noch fetteren Kameras fehlen immer noch. „Wie lange willst Du diesmal bleiben? Du kannst jetzt 90 Tage bleiben.“ „Für immer Damilka!“ antworte ich. Damilka lacht. Ich lache auch. An jedem Spaß ist ein bisschen Ernst denke ich mir, schaue den Wind in den Palmenblättern an. Ein ist sicher. Morgen ziehe ich meinen Kite Drachen in den kubanischen Himmel. Obwohl? Es soll 25 Knoten Wind geben. Vielleicht nen bisschen viel für das 14er Raumschiff, wie Lisa meinen Slingshot nannte. Weniger nett, aber mehr adrett, ist Sandra die Ärztin. „Hallo. Ich bin Sandra, die Ärztin.“ Sandra steht vor der MARLIN und sieht gar nicht wie eine Ärztin aus. Da hat sich eben doch was verändert an Cuba. Sandra hat jetzt ein elektronisches Fiebermessgerät. Alle werden an der Stirn vermessen. Stefan schaut Sandra an, Sandra schaut Stefan nur kurz an, das Messgerät piepst. 38,6 Grad. „War Stefan auf der Überfahrt krank? Warum hat er Temperatur?“ „Na wegen Dir. Ist doch klar. So ne hübsche Cubanerin nach acht Tagen auf See. Da wird ihm ganz warm ums Herz. Ist doch klar.“, sage ich nicht, denke ich mir. Da ist auch nix zu machen. Nach einer halben Stunde hat Stefan immer noch Temperatur. Den Zettel bekommen wir trotzdem und Sandra geht. „Hast Du gesehen, was für lange Finger die Ärtzin hat?“, mein Stefan noch Stunden später beim Abendessen?“ Ich fasse Stefan an die Stirn. „Du hast ja immer noch Fieber Stefan“, lache ich. Im Restaurant ist es voll, so wie im Hafen, denn die ganzen Chartersegler dürfen nicht auslaufen, wegen dem Schwerwetter. „We did it.“ Beim Einparken in die superenge Marina von Cayo Largo ist meine Crew nicht genug gebrieft, es weht wie Hölle und ich fahre den ersten Kratzer in den Bug. Peinlich, peinlich! Wnuk! Das hätte nicht sein müssen. Damilka meint nur: „Mit Deiner Frau an Bord wäre das nicht passiert.“ Wahrscheinlich hat sie Recht. Es folgen noch die Jungs von der Gesundheitsbehörde, die uns nach Fleisch, Reis und Eier fragen und die eine große Lupe dabei haben. Mit denen hat sich Nathalie mal angelegt. Das hat sehr lange gedauert. Darauf verzichte ich. Wir unterhalten uns mehr über Land und Leute und wo heute Abend die Party abgeht. Ich zeige Ihnen ein paar Schapps und sie finden ein paar tote Beagles. Wir einigen uns dann auf eine kleine Gebühr und gut ist. Heike steht da mit offenem Mund. „Micha!“, sagt sie nur. Stefan wird morgen wohl ein Flugticket bekommen. Also berufe ich ein Crewmeeting ein und frage mal nach ob alles o.k. ist. Meist geht es ja bei Geld immer uncool zu. Nicht mit meiner jetzigen Crew. Alles gut. Auch sind sie zu 96,8 % mit ihrem Skipper glücklich. Ich frage noch dreimal nach. Zur Sicherheit. Wirklich. Die mögen mich und ich habe wohl auch wirklich einen guten Job gemacht. „Besonders beeindruckt hat mich die Professionalität ´beim Segeln. Bullenstander, Reffen, Umgang mir der Crew und dem Schiff bei dem harten Schwerwetter. Ich hab mich vor allen Dingen immer sicher gefühlt. Ohne Dich wäre das nicht so gewesen“, Tom spart nicht an Lob. Das tut Skippers Seele auch mal gut und motiviert. Tom ist übrigens oben auf dem Foto. Der selbständige Apotheker aus Brühl ist jetzt mein Freund. Wie fast alle meine Mitsegler. Guter Freund. Ich kann das Lob nur an ihn und an den Rest meiner Crew zurück geben. Ich habe mich die ganze Zeit ganz toll gefühlt.  

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Into the wild sea

20160307

Wasser von allen Seiten

“Hey. Morgen wird es richtig sportlich. Habt ihr das bestellt?“ Meine Crew lacht freudig. Ich bin eher besorgt. Hinter Jamaika bis Cuba ist ordentlich Wind angesagt für die ganze Woche und für heute aus Nordost auf die Nase mit 25kn in Böen bis 30kn. Ich halte mich aber mit diesen Informationen zurück. Seit dem Werftaufenthalt Trinidad spinnt der Raymarine Windanzeiger. Wir haben nur den Daumen und die Wellen. Vielleicht ganz gut so. Gegen Mittag sind die Wellen so heftig, dass sie sich über dem Deck brechen, MARLINS Arsch durchs Wasser zieht und regelmäßig Brecher bis ins Cockpit durchwaschen. Heike und Bernd entscheiden selbständig die Genua gegen die Fock auszutauschen. Natürlich werde ich wach. „Vom Prinzip her großartig!“, schreie ich gegen das Heulen des Windes im Rigg, „Beim nächsten Mal setzt ihr auch ein Running Backstay!“ Vermutlich denken sich die beiden ihren Teil über mich alten Salzbuckel, nicken trotzdem. Alles gut. Wir sind alle gestresst von dem heftigen Wind und vor allen Dingen von den imposanten Wellen. Am Mastfuß findet Salzwasser einen Weg ins Innere, was ich eigentlich schon abgedichtet hatte. Auch die Fenster sind nur fast dicht. „Es reicht. Wir fallen ab und laufen Mexiko an!“ Alle verstehen inzwischen meinen trockenen Spaß. 15 Grad abfallen reichen schon. „Der Wind wird drehen, dann gehen wir mit dem Wind wieder auf Kurs. Puhh! Anstrengend. Wer? Ich oder meine Crew? Alle gehen motiviert Handsteuer ohne Diskussion. Ist ja nicht unbedingt immer so. Alle lassen sich im Cockpit nassduschen, wenn in unregelmäßigen Abständen eine Megawelle an den Rumpf der MARLIN klatscht und der Spray hoch in die Luft und ins Cockpit spritzt. Langsam dreht der Wind und aus U-Boot Segeln wird langsam Schwerwettertraining. „Ganz ehrlich Micha. Ich hatte mir den Trip etwas anders vorgestellt. Ich dachte wir segeln mit Genacker im Norden von Jamaika.“ „Tja Bernd, so kann es gehen wenn man mit der MARLIN segelt.“ Wir lachen beide. Unsere Wachen sind rotierend. Alle zwei Stunden kommt jemand neues ins Cockpit um fließend das Steuer zu übernehmen. „The helm is mine. The helm is yours“, hört man mitten in der Nacht. Überreste meiner englischen Yacht Master Ausbildung. Mitten auf dem Weg liegt Little Cayman und Cayman Brack. War alles mal angeplant für einen Zwischenstopp. Aber leider gibt es dort keine geschützten Ankerplätze bei dem Starkwind. Auch die eigentlichen Cayman Inseln, gedacht für einen Versorgungsstopp fallen aus. Die allerdings weil Stefan kein Flugticket hat, um innercubanisch nach Havanna zu fliegen. In Cayo Largo müssen wir ihn irgendwie in einen Flieger bekommen, auf ein anderes Schiff oder er nimmt den Kite (Spass!) Also alles wie immer. Planung beim Segeln ist eben oft unterschiedlich von der Realität. So wird es nicht langweilig. Insgesamt ist meine Crew super. Mal ganz ehrlich: Heike und Bernd sind Nathalie’s und meine Vermieter. Wer will schon mit seinen Vermietern segeln gehen? Ich war da auch etwas skeptisch. Heike und Bernd sind aber gar keine Vermieter an Bord, darüber verliert keiner ein Wort. Heike & Bernd sind super Segler. Beide stehen professionell am Steuer und steuern die MARLIN souverän und gradlinig. Man merkt schon dass sie auch selbst Eigner einer Comfortina 42 sind. Nachtschläge und Schwerwettertraining, zu dem sich das hier grade entwickelt, kennen die beiden „Landlords“ aber noch nicht. Oder besser: Jetzt schon. Wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass wir zusammen segeln.  

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Lobsterparty auf der MARLIN

Was geht immer?

Wir sind mit der aufgehenden Sonne auf der Pedro Bank angekommen. „So klares Wasser habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“, meint Tom, als der Anker auf 7 Meter auf den sandigen Grund mit Korallen fällt. Wir haben kaum das Frühstück beendet als das erste jamaikanische Fischerboot an unserer Seite anhält. „Wollt ihr Fisch?“ Die WinWin Verhandlung endet mit 10 Lobstern, 10 Lambischnecken und 10 Snappern für eine Lage Polar Bier und noch mal 15 Dollar. „So lässt sich leben!“, ist Bernd der Meinung. Das sehe ich allerdings auch so. Alle anderen Boote schicken wir wieder weg. Die Inseln sind also nicht unbewohnt. Am Nachmittag gehen wir an Land und sind von den Inseln schwer enttäuscht. „Hier bringe ich keine Crew mehr hin“, verkünde ich. Man fühlt sich wie auf einer übergroßen Müllhalde. „Lasst uns zurück auf die MARLIN fahren.“ Wir lassen uns im glasklaren Wasser hinter der MARLIN treiben. Wind für den Kite gibt es auch nicht. Wir liegen im Windschatten von Jamaika. „Ich koche heute für euch“, verkünde ich und stelle mich in die Küche. Es gibt heute Lobster satt und einen Lambi-Schnecken Eintopf. Meine Crew hat Urlaub und Party gehört zum Urlaub wie das Salz zur Suppe. „Das hast Du aber schon mal gekocht“, meint Heike. „Ja Heike“, auch das. Der Lambi Eintopf ist diesmal besonders gut geworden. „Die Cubaner essen ja keine Lambi Schnecken. Das bekommst Du also bestimmt noch einmal in den nächsten Tagen.“ Zu dem fürstlichen Abendessen gibt es natürlich jede Menge Wein und zusammen mit Tom versinke ich philosophierend in der Hängematte. Wenn es nur nicht so warm wäre die ganze Zeit. Immer wieder muss man sich ins warme Wasser fallen lassen. Geht es uns gut? Ja, es geht gut. Wir haben alle eindeutig einen Eiweißschock. Es wird spät heute Abend.
 

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Der beste Platz um auf der MARLIN zu chillen

Tagsüber wie in der Nacht mit iPad und Stern App

Der Wind wird erwartungsgemäß weniger, der Skipper nach dem gigantischen Etmal ruhiger und die Menge an Sicherheitsanweisungen reduziert. Sprich: Das Urlaubsgefühl steigt ins Unermessliche. Am blauen Himmel lungern ein paar gelangweilten Passatwolken herum und wir müssen eh einen Gang runterfahren. Die angepeilten Untiefen der Pedro Bank, 50 Meilen offshore der jamaikanischen Südküste können wir nur tagsüber anlaufen, da diese Ziel neu für mich ist. Das North Cay ist keine Meile lang und wahrscheinlich unbewohnt. Mit etwas Glück gibt es einen Sandstrand, 15 Knoten Wind und der Kite wird am Himmel stehen. Ist kein Wind, werden wir die Paddlebords aufpumpen. Mit dem Dinghy wird die MARLINeigene SAR Gruppe, die Verlorengegangenen wieder einsammeln. Soso… Ist es geplant. Man wird sehen was passiert. Photos und Berichte folgen morgen. Mit meinem dicken Freund Renee von der MIRA stehe ich seit heute wieder im Funkkontakt. Der wird jetzt Bürgermeister in Sant Maarten und die MIRA wird als Museum auf den Dorfplatz gestellt. Ist schon toll, wenn man einen Twinkieler hat. Vereinfacht vieles. Haha. Rene kann den Spot ab. In Wahrheit, hat er wieder Lochfraß an seiner neuen Edelstahlkette festgestellt. Das ist eine von Wälder und eine von Wälder haben wir auch gekauft. Hmm. Jetzt heißt es also, die Ankerkette der MARLIN mit der Lupe überprüfen. Ich habe ja auch sonst grade nichts zu tun. Zumindest stellt sich Wälder nicht doof an und die MIRA bekommt eine neue Chromox Kette frei Haus ins Bürgermeisterhaus nach Sant Maarten. Das Bild zeigt Stefan, Tom und Renate im Dinghy auf Deck der MARLIN. „Wir finden, Du solltest noch Wasser reinlaufen lassen und wir haben dann unser privates Plantsch Becken“, meint Stefan zu mir. Stefan ist mein 1st Mate. Er ist schon zweimal auf dem Nord- und Südatlantik mit mir gesegelt, davon einmal erfolgreich rüber, das andere Mal wegen 10 Meter hoher Wellen und deftig Südweststurm, mit eingezogenem Schwanz wieder zurück nach Argentinien. Ich habe ihm versprochen, dass wir diesmal pünktlich in Cuba ankommen und er seinen Flug nach Deutschland bekommt. Stefan ist begnadeter Schiffskoch und geniest das höchste Ansehen der Crew. In der Nacht ist der Platz im Dinghy einfach einzigartig. Weich gepolstert durch den Genackersack kann man sich mit oder ohne Musik, alle oder zu zweit oder zu vielen, sich hier zum träumen und chillen ablegen. Um einen herum das einsame blaue Meer, die Geräusche der segelnden MARLIN und über einem das lichtüberflutete Universum. Galaxien, SuperNovas, Startrek und Starwars, der liebe Gott, Verstorbene und Verlorene finden sich wieder neben Elfen und Hexen. Die Beschreibungen der einzelnen Sterne auf der iPad App tun das restliche dazu in einer anderen Welt zu versinken. „Gibt es Leben dort oben? Auf einem dieser Planeten, die diese Sterne umkreisen müssen, die wir nicht kennen?“ Ich bin mir so sicher, kann es mir gar nicht anders vorstellen. Gut das die Entfernungen und Zeiten für uns und andere unüberwindlich sind. Mit den fantastischen Gedanken der letzten Nacht im Dinghy der MARLIN beginnt ein neuer Tag komplett anders mit neuen Ansichten. Vorstellbar? Ja. Vorstellbar. Für mich für Dich, für jeden der diese Seite liest. Welcome to heaven, welcome to MARLIN.  

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