Archiv der Kategorie: SY Marlin

Attraktive Gäste an Bord der MARLIN

{Time:22:00:00}
{Date:20190701}
{Position:12°04.7400’N, 068°51.5132’W}
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{Target:Los Roques}
{Temp Air/Pressure:30°C}
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{Photo:20190701}
{Title:Attraktive Gäste an Bord der MARLIN}

“Meer als Glücklich“, kann Skipper Micha nicht sein

Tochter Maya kommt mit Freundin Fenja an Bord. Die beiden 14jährigen Teenies reisen mutig „Alleine“ mit Begleitservice der KLM. Easy für mich. Eine Mitarbeiterin der KLM überprüft meinen Ausweis und übergibt mir die Beiden. Der meiste Aufwand der ganzen Aktion waren die umfangreichen Papiere, die auszufüllen waren. Der Jetlag sitzt natürlich. Vor lauter Aufregung haben die Beiden kaum geschlafen. Ich auch eher wenig.

Es ist Wochenende und wir besuchen erst einmal eine Reihe von Beaches mit dem Auto. Ich Dussel habe einen günstigen Mietwagen geschossen OHNE Klimaanlage. Nach dem ersten Schock muss ich zugeben ist das gar nicht so schlimm in einem rollenden Kühlschrank über die Insel zu düsen. Früher hatten wir auch keine Klimaanlage und alles war gut. Fenster auf und solange wir nicht im Stau stehen geht doch alles.

Am Abend stelle ich mich in die Küche und bruzel, versuche meine „Girls“ wach zu halten, verliere haushoch beim Uno spielen. Trotzdem stehen sie am nächsten Morgen früh auf und verschwinden für lange Zeit zusammen im Bad. Kichernd vertreiben sie sich dort die Zeit mit Sachen von denen ich keine Ahnung habe. Frühstück ist Girls-Aufgabe. Zweiter Tag: Shopping in Willemstad. Ich bekomme ein Dushi T-Shirt. Eigentlich wollten wir zu den Behörden heute. Na ja. Es gibt Sachen, die man verschieben kann.

Auf dem Plan steht ein Klein Curacao Besuch mit der MARLIN. Das Wetter ist gnädig mit Fenja, denn der Gegenankurs über 8 Meilen hat es in sich. Weiß Maya, weiß ich, Fenja aber nicht. Am Donnerstag soll der Wind schwächer werden und das ist unsere Möglichkeit überzusetzen. Ansonsten fügen wir uns alle prima zusammen. Ich bin sooo… happy.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies
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Auf Curaçao gelandet

{Time:22:00:00}
{Date:20190623}
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{Title:Auf Curaçao gelandet}

Gibt es ein Leben ohne Kite Boarding?

Dushi is a common word in Papiamentu (die Sprache der Einheimischen auf Curacao). The word has variety of meanings; Calling someone ‚dushi‘ means even ‚sweetheart‘ or ‚babe‘ or even ‚sexy‘. Yo can also use it for tasty food and to describe the good things in life.

Jep. Ich bin nun nicht nur physisch sondern auch mental angekommen. So angekommen, dass mir die Ruhe zum Blog schreiben fehlt. Ein Termin jagt den anderen. Ich habe mir aber auch gut viel vorgenommen. Ich geniesse das Leben in tiefen Zügen und atme die frische Luft Curaçaos ein. Meine argentinischen Freunde von der LA NENA, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, verlassen Curaçao Richtung Cartagena / Kolumbien. Ich muss an die Reise vor fast 20 Jahren denken, die ich mit Nathalie gemacht habe. Das war auf jeden Fall eine wilde Segelerfahrung. Nein. Mit der MARLIN will ich da jetzt grade nicht hinsegeln. Cartagena ist der schlimmste Hafen an den ich mich erinnern kann. Innerhalb von zwei Wochen waren Ankerkette und Bootsrumpf voll mit Seepocken, so dass wir kurze Zeit später in die Werft mussten. Danke. Brauche ich jetzt mit 60 Fuß schon mal gar nicht. Kolumbien interessiert mich da schon eher, eine Rundreise, vielleicht im September, bevor mich mein Weg mit der MARLIN wieder nach Cuba verschlagen wird. Aber das ist noch weit weg.

Mein Freund Nix bringt mich mit der lokalen Kite Gemeinde zusammen. In der Sint Jooris Bay ist eine Rennstrecke. Der Wind kommt über Land und ist böig mit Windlöchern. Auf jeden Fall ne Challenge, wenn man die stetigen Winde von den Roques gewöhnt ist. Vor zwei Jahren war ich schon mal hier. Wenn man auf Curacao wohnt, ist Klein Curaçao ein wunderschöner Kite Spot. Aber da fährt man ja nicht mal eben in der Woche hin. Auf jeden Fall lande ich in der Kite What’s App Gruppe und mein unlangweiliges Leben wird noch unlangweiliger.

Curaçao. In ein paar Tagen kommt Tochter Maya. Darauf freue ich mich am meisten. Sie kommt mit Freundin Fenja. Beide 14 Jahre alt. So weit zum Thema „unlangweiliges Leben“.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Curacao erreicht

{Time:22:00:00}
{Date:20190617}
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{Title:Curacao erreicht}

Tango tanzen ist einfacher als Kite Boarding

Es ist wie ein Lebensabschnitt. Es ist wie nach Hause kommen. RatterRatterRatter…. Der Anker fällt in die Lagune von Spanish Waters. Wieder Dinghy ins Wasser, Segelsack zu, Leinen klarieren. Es ist auch für Mitsegler Diego nach ein paar Tagen schon Routine. Der Spanier, der der Zwillingsbruder von meinem alten spanischen Freund Agustin sein könnte, hat eine Entscheidung gefällt. „In 12 Monaten komme ich hier auf eigenem Kiel hin! Oder besser gesagt. Auf 2 Kielen.“ Die Fahrt mit der MARLIN hat dem 40 Jahre jungen Andalusier aus Sevilla so gut gefallen, dass er sich einen Katamaran kaufen will. Geld hat er anscheinend genug. Schön für ihn.

Seit Cayo de Aqua bin ich nicht mehr zum Schreiben des Blogs gekommen. Auch wenn Diego sehr marines Blut hat und hoch motiviert ist, so haben die paar Tage auf der MARLIN noch nicht dazu gereicht, dass ich mich einfach schlafen legen kann. Die knapp 140 Meilen nach Curaçao unterbrechen wir mit einem Besuch von Klein Curaçao. Wir kommen am Mittag an und kaum haben wir die Mouring Leine aufgenommen geht es auch schon an den traumhaften Türkisen Strand. Nicht ohne zwei Kites! Oha! Ich habe ordentlich Respekt vor diesem Platz. 2013 ist Johann hier gekitet. Hat sehr schön ausgesehen. Ist auch ein genialer Kite Platz. Allerdings: 90° Ablandiger Wind mit 20-25 Knoten Wind. Wenn da was schief geht dann ist man schnell alleine auf dem Meer und kommt nicht mehr an Land zurück sondern treibt schnell Richtung Kolumbien. Es gibt auch keine anderen Kiter oder Schule oder sonst was. Also: Nix für Wnuk.

Das sieht Diego anders. „Komm. Du kannst das.“ Ich muss an Lottes Worte denken. „Wenn keiner da ist um Dich zu retten, wirst Du automatisch Höhe laufen. Schon alleine weil Du Schiss hast.“ Kaum auf dem Wasser ist es genau so. Ich scheiß mir in die Hose, lehn mich zurück, kannte das Bord an und schwupps bin ich am Strand. Geht doch. Vor allen Dingen nach rechts. Komisch. Warum nach links nicht so? Diego nimmt mich in den Arm. „Super. Du bist jetzt Pro!“ Die nächste zwei Stunden benutze ich Muskeln, von deren Existenz ich bisher noch nichts wusste. Ab 16 Uhr verlassen die Ausflugsschiffe die Insel und wir haben das Island komplett für uns alleine. So was von Geil. CREW 57 Nike Steiger wird hier übrigens auch vorbeikommen. Gegen den Wind. Damit es nicht langweilig wird.

Mit der LunaWLANnet und der App Wifi Map Pro habe ich innerhalb von Minuten ein Internetzugang. Nach zwei Wochen ohne Internet ist das wie Weihnachten. Ich schalte erst einmal alle Updates frei für die kommende Nacht. Lass mal rödeln. Weiter geht es in Pirates Nest. Diego will mich zum Wein einladen. An der Theke sitzen und ein einen Heben. Das ist genau, was ich heute dringend benötige. Morgen einklarieren, Telefonkarte und Ankommen in meiner neuen Wahlheimat für die Hurrican Season 2019.


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Remote Kite & Sail

{Time:22:00:00}
{Date:20190614}
{Position:11°53.6100’N, 066°44.2800’W}
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{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Crasky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:28°}
{Wind:12-14kn/E}
{Wave:0,0m}
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{Photo:20190614}
{Title:Remote Kite & Sail}

Eingepackt und zugenäht

Es geht weiter nach Westen. Unser erster Stop ist Cayo Crasky. Ein langer, schier endloser weißer Sandstrand ist im ersten Programm zu sehen. Titel: Fernweh. Im zweitem Programm kommen Lemming & Mikel und reichen mir eine Schale mit Poison Crue, ein Tablet mit frischen Ostras und eine Kiste mit 5kg rosa Meersalz aus der Lagune der Insel. Im dritten Programm zeigt mein Mitsegler Diego was man aus 14 Knoten Wind rausholen kann, wenn man es kann. Diego kann es. Ich kann es fotografieren. Ich werde nie den Anspruch haben sein Kite Level zu erreichen. Es ist wunderbar anzusehen. Für mein Level reicht der Wind nicht. Müsste ich auch mal eben 20kg abnehmen und 5 Jahre jeden Tag ins Folterstudio gehen. Auch nicht mein Ding. Also werde ich das nächste Mal in Cayo Crasky kiten mit mehr Wind.

{Photo:20190614a}

Wir haben eingekauft. Huhn. Was für eine Fehlentscheidung. Lemming bringt uns frischen Pulpo, zwei Schnapper. Morgen verlegen wir nach Cayo de Agua. Da war ich auch noch nie.


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Der Versuch einer Verabschiedung

{Time:22:00:00}
{Date:20190611}
{Position:11°57.4550’N, 066°38.9020’W}
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{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Franzisky} 
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{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:28°}
{Wind:15-18kn/E}
{Wave:0,0m}
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{Photo:20190611}
{Title:Der Versuch einer Verabschiedung}

Wind weg. Kiter weg.

Stimmt gar nicht. am Morgen sehe ich Victor auf dem Meer tanzen. Anfängerstatus, so wie ich. Victor ist deutsch, seine Frau Brasilianerin, zwei Kinder zwei und vier. Ja. Das Leben an Bord kenne ich oder kann es mir zumindest vorstellen. Victor bekommt grade einen Anschiss, weil er sich soeben die Schulter verkratzt hat bei einem Sturz. Amanda findet das nicht so gut. Was macht Victor? Weiter Kiten. Alle verrückt hier. Muss nen Virus sein oder so was. Ich mach heute mal auf Büro und Putzen, Waschen und Co. als Diergo an der Bordwand klebt. Auch Kiter, Spanier aus Tarifa, der es aber richtig kann. Wir haben uns am Beach kennengelernt und ich hab seiner venezolanischen Romanze zwei Visitenkarten in die Hand gedrückt. Hatte da so ein Gefühl. „Kann ich bei Dir mitsegeln? Nach Curacao und auf dem Weg die Kitespots abklappern?“ GUT. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. „Klar. Kommt an Bord und wir quatschen.“ Ich mache ihm einen guten Preis, wie die Inder in Malay
sia. Beim ersten Kunden nach Ladenöffnung verdient man nichts und dann ist die Zeit danach erfolgreich. Hatte ich ja eigentlich schon mit Calle probiert. Hat da aber nicht so ganz funktioniert. Diergo kommt mit, sagt er. Na dann, schauen wir mal ob er morgen früh auch wirklich auftaucht ;-)

{Photo:20190611a}

Ansonsten versuche ich mich zu verabschieden. Ich will noch mal für ein zwei Tage nach Saky Saky und dann über Crasky Richtung Westen. Auf den Aves muss ich die Lage mit den Behörden checken für den Trip mit Nike. Ausserdem ist dort ein supergeiler Kitespot hinter dem Leuchtturm mit einer 2m tiefen Einfahrt. Na. Bei 2,1 Meter Tiefgang könnte das ein Problem werden da wieder rauszukommen. Da werden wir dann mal das Handlot nehmen. So gesehen bin ich gar nicht so unglücklich Diergo dabeizuhaben. Alles nen bisschen aufregend alleine. Im Frühjahr hat mir mein Doc Pelle in Flensburg ja noch eine Anstaltspackung blutdrucksenkende Pillen mitgegeben. „Die musst Du leider für den Rest Deines Lebens nehmen.“ Die habe ich aber direkt auf dem Schiff absetzen können. Seit dem ich auf der MARLIN bin ist mein Blutdruck bestens. Ich habe jetzt ein Messgerät. Also: Bei zu hohem Blutdruck rate ich: Segeln gehen. Hilft besser als Pillen.

Delfin und Agustina klopfen als nächste an. Die Argentinier kommen rein, setzten sich hin. „Hast Du heisses Wasser?“ Erst mal wird Mate getrunken. Das dauert. Das ist sozial und auch für den Blutdruck gut. Aus der Verabschiedung wird ein gemeinsamer Plan und als Victor anklopft will der zumindest erst einmal morgen auch mit nach Saky Saky. „Da fällt man nicht in die Korallen beim Kiten.“ Als nächstes versuche ich mich von Lotte zu verabschieden und noch ein paar Fotos zu machen. Da geht es hoch her. Fünf gutgewachsenen junge Kerle um die 20 helfen Lottes die Kiteschule zu renovieren, die ehemals mal auf einer Insel stand. Hab ich ja schon geschrieben. Instagram: palafitokiteschool. Wir machen schnell noch ein leicht geschummeltes Foto, denn ich bin etwas in die Knie gegangen. In fünf Jahren sagen wir dann: „Schau mal, wie jung und schön wir damals waren.“ Lotte ist mein Jahrgang. Aus der Verabschiedung wird wieder nichts. „Ach da komme ich dann morgen
auch nach Saky Saky. Ich komme mit dem Kite.“ Als letztes falle ich auf der THALASSA ein. Wie könnte es anders sein. „Ach. Dann kommen wir auch nach Saky Saky.“ Marie Alexandra und Juan grinsen über beide Backen. Irgendwie habe ich das Gefühl das das schwierig wird mit der Abreise.


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Kiters Paradise

{Time:22:00:00}
{Date:20190610}
{Position:11°57.4550’N, 066°38.9020’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Franzisky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:28°}
{Wind:25-30kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190610}
{Title:Kiters Paradise}

Was geht – Was nicht geht

Ich verstehe bis heute nicht, warum die Reaktion auf mein „Kite & Sail“ Törnangebot auf so abgrundtiefes Desinteresse bei der Zielgruppe stößt. Nun. Wenn man die Ratschläge des auswärtigen Amts für Venezuela liest, würde ich vielleicht auch nicht hierherfahren wollen und ein ungutes Gefühl hatte ich ja auch. So haben die wenigen Touristen und die kleine Familie der Fahrtensegler das Paradies weitestgehend für sich alleine. Marie Alexandra übt sich im Fliegen des Kites. Obwohl partnerschaftliche Unterrichtsstunden ja nun doch meist in unproduktivem „Komm ich zeig Dir, wie das geht!“ enden. Eine neutrale Kite Schule oder Lehrer empfiehlt sich immer in Bezug auf die Beziehungspflege.

So himmelhoch jauchzend wie vor zwei Tagen ist heute überhaupt nicht mein Tag. Lotte meint mir einen 10er Cabrinha in die Hand zu drücken zu müßen und eines ihrer Bords. Genau in dem Moment spielt sich das ganze wieder am Cayo Franzisky ab. Nicht grade der einfachste Platz. Böig ohne Ende. Und ich kenn den vorgeschriebenen Weg durch die Korallen nicht. Da ganze endet darin, dass ich bei auffrischenden 30 Knoten Wind eher das Gefühl habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Kite in der Hand zu halten. Der Kite wird zum Monster bei dem Wind, für mich unkontrollierbar und entwickelt sagenhafte Kräfte wenn er Speed aufnimmt. Dreimal hebelt es mich hoch aus dem Wasser und ich fühle mich nach 2016 zurückversetzt. Ich ziehe vor, den Spielplatz ins tiefere Wasser zu verlegen und schon kommen Juan und Delfin mit dem Dinghy an und retten mich aus der Situation. Lotte, sonst die Ruhe selbst, die erfahrenste Kite Lehrerin der Roques, gibt mir einen Einlauf, zum ersten Mal sp
richt sie mit mir Englisch, der sich gewaschen hat. Sumasumarum: Ich mache alles falsch. Sie dreht sich um, packt ihre Sachen ein und verläßt sauer den Platz. Uppsi.

Ich habe einfach pure Angst. Bei 30 Knoten ist das keine Spielerei mehr. Delfin kommt zurück. Mit Juan zusammen war im Aquarium. Delfin ist gestürzt und durch die Korallenköpfe gezogen worden. Oha. Der Arme. Nix was genäht werden muss, aber ordentliche tiefe Abschürfungen am Hintern, Hüfte und Oberkörper. Wenn Nathalie da wäre wüßte ich schon was kommen würde: „Zwei Wochen kein Seewasserkontakt und am besten das Schiff nicht verlassen, wegen Infektionsgefahr.“ Also: Zwei Wochen kein Kiten. Delfin ist kein Anfänger, da frage ich mich ob das sein muss. Ihm ist genau das passiert, wovor ich pure Angst habe. Ich nehm mir das Dinghy, ziehe auf der MARLIN 10ml Fucidine Salbe für Delfin in eine leere Spritze auf und packe Desinfektionsspray von einer meiner alten Crews ein. Das beste, was es gibt um gegen das Korallengift vorzugehen, das die Korallen in der Wunde hinterlassen. Das Gift läßt die Verletzungen schlecht verheilen und macht sie empfindlich sich zu e
ntzünden. Dann greife ich in mein Depot und nehme mein 5mm Neoprenganzkörperkondom mit.

In welchen Krieg ziehst Du denn, veräppeln mich die Kiter am Strand. Mit Helm und Neo habe ich mich für meine Nachmittagsabenteuer gerüstet. Delfin hat mir den Rest gegeben. Ich packe mir meinen alten 11er North Rebell. „Nur nicht aufgeben“, geht mir durch den Kopf. Ich starte sitzend vom Strand. Der gute, alte Rebell zieht mich brav auf’s Tabla und in die richtige Richtung. Ich mach das was Lotte gesagt hat. Kein De-Power entstpannt zurücklehnen und kite entspannt in die richtige Richtung und wieder zurück komme ich fast an dem Punkt an wo ich gestartet bin. Vor den Korallen fürchte ich mich nicht, in meiner zweiten Haut. Für zwei Stunden reicht die Konzentration, dann kommt Lottes Retriever Orco angeschwommen. „Na? Willst Du mich abholen?“ Ich lande de Kite am Strand, wo Lotte vor Sonnenuntergang mit den ihren Hunden Orco und Arena spazieren geht. „Geht doch! Willst Du mit spazieren gehen? Um den Salzsee?“ Ich nicke. Lotte ist so deutsch. Die Flaming
os stehen einbeinig im Wasser. Das Salz glitzert rosa. Another day in paradise.


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My first downwinder

{Time:18:00:00}
{Date:20190608}
{Position:11°56.0900’N, 066°37.7760’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Saky Saky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:18-22kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190608}
{Title:My first downwinder}

Wochenendkitefun

Das Nervende an diesem wunderschönen Sport ist das Aufstehen und das Zubettgehen mit dem Wetterbericht im Rücken. Ist morgen genug Wind? Oder zu viel Wind, aus der falschen Richtung? Mit Gewittern? Passt meine Ausrüstung? Auf dem LUNATRONIC Bordrechner läuft der Windmesser als Windgraph durchgehend mit und zeichnet jede Böe auf. Ein unglaublich praktisches Instrument, eben nicht nur für’s Segeln, sondern auch für Kiten. Man sieht die Entwicklung des Windes als Kurve.

“Tio. Vamos. Esta el viento mas de 16 nudos!“ Schon ganz praktisch wenn man auf den Roques Spanisch spricht. Die Nadel des Windgraph zeichnet deutlich in Richtung der 20 Knoten Hilfslinie. Ich hatte schon die Vorpiek ausgeräumt, um an die Tauchflaschen zu kommen. MARLIN brauch dringend Liebe von unten und eine neue Zinkanode am Propellor. Wegen Kite Wind breche ich die Aktion ab. Ein Kite Downwinder von Cayo Sardenia zurück nach Saky Saky steht auf dem Programm und die „Großen“ nehmen mich „Anfänger“mit. Kann ich da Nein sagen? Nö. Bin natürlich stolz wie Hulle mit den Großen spielen zu dürfen. Ich hab mächtig Respekt vor den vielleicht 2 Meilen. Die Mädels fahren mit dem Dinghy zurück und sind meine Versicherung, wenn mein Kite nicht mehr am Himmel steht.

{Photo:20190608a}

Der Schirm steht über mir, ich legen mich noch mal rücklings aufs Wasser, lasse mich ein paar Meter ziehen, atme tief ein und hopp’s auf’s Bord. Die Party geht los. Ich bin allein. Es müssen etwa 50 km/h sein, mit dem ich am Wind schifte, bis ich plötzlich nach zwanzig Minuten über das Bord fliege. Die hintere Fußschlaufe hat sich gelöst. Das Problem bekomme ich alleine gelöst. Zwischen den Türkisen Korallenpatches und hellblauen Sandflächen geht es in rasender Geschwindigkeit weiter. Ich habe noch nie so etwas Schönes erlebt. Nur Fliegen ist schöner? Nein. Ich fliege doch. Der Reiz über die Korallenbänke abzuheben, nur mit eine Kante des Bords, mit einer kleinen Finne, ist verdammt groß. Dort wo es braun ist kommen die Korallen bei Niedrigwasser bis an die Wasserkante. 10cm Wassertiefe. Sich hier auf die Fresse zu legen, mit oder ohne Neopren, endet mit vielen Schnitten und Abschürfungen und definitiv im Hospital.

Irgendwann nach einer Stunde taucht Juan neben mir auf. Wir fliegen zusammen an der MARLIN, der THALASSA und an LA NENA vorbei. Angekommen auf Saky Saky. Landebahn. Auch hier ist das Wasser flach. Ich verliere die Konzentration, komme von der geplanten Richtung ab, keine Zeit mehr zu wenden und schon schleift das Board mit mir oben drauf 20m übers Riff. Juan hatte mich vorher gebrieft. Kommst Du auf’s Riff, lehne Dich extrem nach hinten. Halte die Kante vom Bord hoch. Downwind. Nicht ankanten. Und drüber. Geht mir alles blitzartig durch den Kopf. Alles klappt. Es kratzt und schabt unterm Board. Nur 10 Sekunden. Aber ein Schreck jagt durch meinen Körper, dass ich den Kite hinter den Korallen sofort lande, die Sicherung ziehe und durch das knietiefe Wasser zum Strand wate. „Danke. Genug Abenteuer für heute!“

Alle grinsen am Strand. Nun. Ist mir egal. Eine venezolanischen Schönheit drückt mir eine Wasserflasche in die Hand und lächelt mich an. Ich bin Carla… Mein Herz tut nen Knall. Ich schreib mir inzwischen die Namen der netten Latinas auf, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Ich bin Micha.

Es ist Wochenende und die Kite Lehrer der Kite Schule Play geben keinen Unterricht, sondern zeigen in ihrer Freizeit, was sie selber draufhaben. Mit Familie und Kindern sind sie am Strand. Ein 12er GTX CORE Kite wird gar nicht mehr gelandet sondern immer nur weitergegeben. Einzelvorstellungen sozusagen. Immer direkt hinterm Strand. Die jungen Mütter sind elegant, die Kite Lehrer eher wagehalsig. Ab und an gehen die Kunststücke in die Hose und sie landen im seichten Wasser. Unsereins hätte schon gebrochene Gliedmaßen. Es ist so, wie sie eben Salsa tanzen können, die Bewegung im Blut haben, so fliegen sie durch die Luft. Stundenlang sitze ich am Strand und schaue den Artisten zu. Es ist eine andere Welt. Das was die Venezolaner schon vor 20 Jahren auf den Islas Testigos ausgestrahlt haben, dieses kühle, leicht abgehobene, lächelnde Lebensglück, das empfinde und geniesse ich hier wieder.


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Himmel und Erde ganz nah beieinander

{Time:18:00:00}
{Date:20190606}
{Position:11°56.0900’N, 066°37.7760’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Saky Saky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:18-22kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190606}
{Title:Himmel und Erde ganz nah beieinander}

LUNATRONIC. Immer die Nase weit vorn

Mein Freund „El Tio“, so nennen sie alle Juan Carlos, den Catalanischen Segler, der seit zwanzig Jahren hier auf seinem Schiff lebt, steht klatschend an Land, nimmt meinen Kite an und mich in den Arm. „Du hast es geschafft.“ Juan ist sehr überschwänglich und spontan. „Ja. Den Tag kreuzen wir aber richtig rot an im Kalender.“ Alle freuen sich mit mir zusammen. Ich habe selbständig meinen Startpunkt mit dem Kite wieder erreicht. War auch gar nicht so schwierig. Das Thema mit Höhe laufen mit dem Kite ist damit erreicht und ich bin jetzt ein Independienter Kite Sufer. Lotte hat ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mich wie eine Lehrerin das eben so macht, indiziert hat. „Micha. Fahr nach Saky Saky. Denk an Deine Haltung. Dort wird Dich keiner mit dem Dinghy retten. Das Wasser ist zu flach und ein Kilometer land seicht, knietief. Und leg Dich in das Trapez, grade und mit dem Po fast ins Wasser. Hast Du mich verstanden.“ „Is klar Lotte. Schlägst Du mich
wenn ich das nicht schaffe?“ Lotte grinst. „Ja.“

Thalia von marinetraffic.com schreibt. „Done. Die MARLIN Position ist nun auch unabhängig von den AIS Landstationen.“ Alle 15 Minuten senden wir über unseren lunatronic.net Bordrechner unsere Position über Satellit und PACTOR an das marinetraffic.net Netz. Hier kann man die AIS Positionen der Schiffe sehen, aber im Normalfall nur in Landnähe bis 20 Meilen. Offshore und in Staaten wie Cuba oder Venezuela funktioniert das nicht. Bei uns auf der MARLIN und allen zukünftigen und bestehende lunatronic.net Kunden mit BoardPC schon. Also auch mitten auf dem Atlantik, Pazifik, in Patagonien etc. Ich habe ja kein Internet. Aber einfach mal testen. Die MARLIN MMSI bei marinetraffic.com suchen: 211606420. DAnn sich unsere heutige Position als SAT Image anzeigen lassen. Lohnt sich abzuspeichern. Der lunatronic.net Bordrechner ist für diese Funktion bereits vorbereitet. Bei Interesse PM an mich: [email protected]

Kaum habe ich meinen morgendlichen Green Tea geleert, hebe ich den Anker und fahre die zwei Meilen nach Saky Saky. Kartenmaterial nicht vorhanden. Aber mein Freund Juan von der Thalassa hat mich mit Drohnenaufnahmen versorgt. Die Einfahrt in die winzige Lagune, durch Sandbänke von allen Seiten geschützt, ist grade mal 4 Meter tief und eine Bootslänge breit. Die Insel nach Westen, eine Sandbank mit einem Unterstand aus Treibholz. Die Insel selbst 100 Meter lang, 50 Meter breit. Der Anker fällt auf 10 Meter. Ich bin alleine. Nur der Wind pfeift durchs Rigg, der Windgenerator rauscht. Seeschwalben begrüßen mich und machen es sich auf dem Dinghy gemütlich. Das Paradies. Ein echter Wnuk Ankerplatz. Wochen könnte ich hierbleiben. Der Wind pfeift mit 20 Knoten, konstant und mit wenig Böen aus Osten. Hinter Saky Saky eine Meile flaches Wasser mit Sandgrund. Roberto und Felipe von der Kite Schule aus Gran Roque tauchen mit einem Gast auf. Es ist Off-Season. Roberto ist sup
ernett. „Du kannst keine Höhe laufen? Gegen Mittag kannst Du das. Grinst er. Hier ist der beste Platz um das zu lernen.“ Ein paar Tips. Er hilft mir beim Starten des Kites. 15 Minuten später ziehe ich meine Bahnen und wie es endet habe ich ja schon geschrieben. Ein fantastischer Tag. Am Mittag hole ich mir mein kleineres Kite Bord. Das 160er Door Board bekommt einen Museumsplatz an der Decke über meiner Koje. Das brauche ich jetzt nicht mehr. Mit dem kleineren 142er Airush Bord klappt alles noch viel besser. Am Abend wechsel ich den 15er Schirm gegen den den alten 11er Rebell und auch das geht prima bei 18 Knoten Wind. Für heute reicht es. Ich bin insgesamt wohl fünf Stunden auf dem Wasser. Heute Nacht werde ich prima schlafen. Ich bin glücklich.


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Another day in paradise

{Time:23:00:00}
{Date:20190605}
{Position:11°57.2862’N, 066°38.5651’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Francisky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:13-18kn/E}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20190605}
{Title:Another day in paradise}

Lieselotte

Mein Urlaub. Am Morgen um sechs Uhr stehe ich auf und klebe erst einmal an der Tastatur. War ja schon immer so. Im Büro in Flensburg sitzt Tobias und der hat schon 12 Uhr. Da rasseln die Nachrichten nur so rein und rattern wieder raus. Aufträge, Aufgaben, Probleme und Freuden. Wie im normalen Büroalltag. Moment mal. Wie geht das denn von del Los Roques. Das Handy zeigt zwar 3G mit vollem Ausschlag an, aber in Caracas haben ideenreiche Menschen das Glasfaserkabel zur Antennenstation abmontiert um es zu verkaufen. Vor 12 Monaten. Seit dem war es das hier mit Internet über Mobilfunk. Strom gibt es ja auch nicht im Moment, weil der Diesel vom Festland nicht gekommen ist. Deshalb gibt es auch kein Internet und die Zahlterminals für die Masterkarten funktionieren nicht. Und so weiter… Ich auf der MARLIN bin weitestgehend autark. Wassermacher, fast volle Tanks, Benzinreserven für zwei Wochen, Solarzellen und Windgenerator. Nichtraucher und -trinker, da kann ich schon mal
helfen. Lotte kommt mich 12 leeren a 20l Wasserkanistern und dockt am Heck der MARLIN an. Dafür bekomme ich eine Kite Lesson am Nachmittag. Lotte lebt mit ihren Hunden in der Kiteschule. Die steht aber nur noch auf Stelzen mitten im Wasser. Dort wo mal eine Insel war, haben die Wellen von Hurrican Irma alles weggespült. Ich habe Lotte die Bilder von ihrem Haus und ihren Hunden aus dem Jahre 2013, 16,17 rausgesucht und ihr auf einem Pendrive gesichert. Für das Familienalbum. „Hast Du Internet?“, fragt sie mich ungläubig? Sie kann im Moment mit ihren Kunden nicht kommunizieren ohne Internet. „Ne Lotte, ich habe nur email.“

Dank LUNATRONIC.net habe ich ein Iridium GO! an Board. Dazu einen Non Limit Datenvertrag für e-mail. Klar. Langsam. Aber für mich elementar wichtig. Fällt das mal aus, habe ich immer noch Kurzwelle und PACTOR. So bin ich unabhängig und kann auch hier in Cayo Francisky mit meinem Büro in Flensburg kommunizieren. Da lacht der deutsche Leser. „Papa. Wenn hier mal alles zusammenbricht, dann kommen wir ganz schnell auf die MARLIN. Ist ja quasi unsere Arche Noah!“, meint Maya aus Spass am Telefon auch über das GO. In dem Non Limit Vertrag sind auch 150 Telefonfreiminuten und unlimited SMS enthalten. „Da hast Du vollkommen Recht mein Schatz.“ Maya hat es schon längst begriffen.

Die Kite Lernstunde mit Lotte verläuft typisch. Über Funk aufgeregte Diskussion. In Cayo Francisky bläst es mit 28 Knoten. „Willst Du bei dem Wind aufs Brett?“ „Klar. Ich packe den 11er ein.“ Wir treffen uns am Strand. Nur noch 20 Knoten Wind. Also doch den 15er. Kaum ist der aufgeblasen und ich stehe im seichten Wasser. Wind schläft ein auf 12 Knoten. Alles wieder trocknen. Abbauen und verstauen. Jetzt habe ich schlechte Laune. Mit einem Glas Ingwertee sitze ich im Cockpit. Das Leben könnte so schön sein.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies
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Maya hat Geburtstag

{Time:19:16:00}
{Date:20190603}
{Position:11°57.2862’N, 066°38.5651’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Francisky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:1m}
{Vimeo:}
{Photo:20190603}
{Title:Maya hat Geburtstag}

New Friends

Im Cayo Francisky war ich MARLIN schon etliche Male. Eigentlich wollte ich asap ins Cayao Sakey Sakey. Nun. Delphin schaut mich an und meint es wäre besser erst mal Cayo Francisky zu besuchen. Ich diskutiere nicht. Ist mir eigentlich auch egal. Ich will nur so schnell es geht auf’s Kitebord. Für die nächsten Tage ist Wind, Wind, Wind angesagt… Noch schnell an Land. Maya hat Geburtstag. Da muss ich noch mal anrufen. Da kommt die Guarda Costa: „Schiffskontrolle!“ Mist. Verdammt. Das gleiche Formular wie die Marineparkwächter gestern schon gemacht haben. Südamerika. Überall gleich. „Hier unterschreiben“ Dann schauen sie noch in die Kabinen. Was sie suchen, wissen sie eigentlich auch nicht. „Da ist ja die Party am Wochenende. Kommst Du?“ „Nein. Ich gehe Kitesurfen!“ „Ja. Aber die Flasche Rum. Oder zwei. Eine Spende würden wir ja annehmen.“ Ich schaue hilflos. Ich mag ja nicht angegraben werden, nur weil ich ein rotes 60 Fuß Fliwatüt habe. Wir v
erhandeln über eine Gegenleistung. Ich könnte ja 200 Liter Diesel gebrauchen. „Ne. Ein Quittung können wir nicht ausstellen.“ Dann muss ich das als Privatentnahme versteuern in Deutschland. „Nö. Da tanke ich besser in Curacao.“ „Wie sieht es denn mit einer von den schicken Guarda Costa Schirmmützen aus? Das wäre mir eine Spende wert.“ Oha. Da verdrehen die Herren die Augen. Wir finden keinen Konsens. „Du brauchst übrigens nicht an Land zu fahren. Es gibt keinen Strom. Wir haben fast keinen Diesel mehr. Deshalb gibt es auch kein Internet. Na ja, wenn sie den Diesel unter der Hand verhöckern um an $US zu kommen. Kein Wunder. Ich nehme mein iPhone und rufe Maya über Iridium an. Geht ja auch. Auch wenn die Qualität nicht so gut ist.

Eine halbe Stunde später: Anker fällt in Francisky. Aussenborder wechseln: 3.3 PS Seekuh runter. 30 PS drauf. Alles Einhand. 15 Minuten später habe ich neue Freunde. Juan, der Kite Gott, Angetraute Maria Alexandra mit beeindruckend hübschen venezolanischen Silikon Kunstwerken und Lieselotte, die Kite Lehrerin aus dem Haus im Meer. Dazu noch mindesten vier andere, deren Namen ich mir nicht merken konnte. Morgen muss ich mal die Kamera mitnehmen. Alles Originale. Mein Kite fliegt hoch und ich lerne wieder viel, was mir Juan erklärt. Juan nehme ich in mein Herz auf. Sofort. Wenn man dann erst einmal im Wasser ist, ist man eh alleine. Schwupps auf Brett und Spass bis die Sonne im Meer versinkt. Ich verliere eine Schraube aus meiner Fußhalterung. Delfin rettet mich. Beim Haus im Meer…. Ich mach ma Fotos. Das glaubt mir doch keiner sonst. Essen. Voltaren und Schlafen. Das gibt wieder ein Muskelkater morgen.

Wnuk ist glücklich. Alles gut.


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In den Fängen der Gerüchteküche

{Time:18:16:00}
{Date:20190602}
{Position:11°56.8000’N, 066°40.8655’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:1m}
{Vimeo:}
{Photo:20190602}
{Title:In den Fängen der Gerüchteküche}

Ankerfall im Farben Paradies

MARLIN hat die 425 Meilen weitestgehend alleine gesegelt. Geiler Singlehänderkahn. Ich hab mal nen bisschen die Großshot dicht geholt oder gefiert und ansonsten versucht im zwei Stunden Modus die Nächte durchzustehen. Ab 50 Meilen vor der venezolanischen Küste ging das dann nicht mehr, denn die Fischer hier nutzen weder AIS noch Licht, aus den gleichen Gründen. Das war hart. Um Acht fiel dann der Anker. Aber schlafen war nicht. Die Guarda Costa ruft Dich, meint mein Ankernachbar, an dem ich viel zu nah geankert habe. Ich an Land ohne den Anker einzufahren. Nenenene…. Das haben wir hier schon mal falsch gemacht. und zurück…

Auf den Roques ankert man einfach direkt vor der Guarda Costa. Das ist immer schon so gewesen. Die sind total nett, bieten einem direkt Rum am Abend an. Aber ich bedanke mich schon bevor klargestellt wird, dass die Eingeladenen meist den Rum selbst mitbringen. Der Ablauf er immer schon langwierigen Formalitäten hat sich etwas verändert. Es würde zu weit führen, dass im Detail auszuführen. 2014, also vor ein paar Jahren noch gab es Papiergeld, Bolivar genannt. Die Inflation lies das Geld immer weniger wert werden und man konnte harte Euros zu exlodierenden Kursen auf der Straße kaufen. Wer da welches Geld wie gewaschen hat, würde ebenfalls zu weit führen. Irgendwann konnte man die Geldmengen nicht mehr drucken und 2018 gab es auf den Roques nur noch so eine Art EC-Kartengeld. Cash war vorbei. Schwarztausch war auch vorbei. Wie Hans Dampf im Paradies leben, ging vielleicht noch wenn einer mit der Bankkarte Euro oder Dollar nahm und dafür seine Karte zur Verfügung g
estellt hat. Heute, 2019 wird Venezuela boykottiert, Geld und Ölreserven werden eingefroren. Gehälter werden weiter in Bolivar auf die Konten der Menschen bezahlt. Aber im Supermarkt gibt es Alkohol und Zigaretten nur noch gegen $US cash. Flasche Rum 20 $US. Der Verständniskreis siegt. Die Los Roques sind ein Ferienparadies geworden. Wer die Einsamkeit sucht findet diese hier die ganze Woche lang. Am Wochenende kommen noch Kiter, Angler, Taucher etc. mit dem Flieger aus Caracas. Aber es reicht nicht zum Überleben.

Ich bin ohne Alkohol eingereist. Nicht weil ich das Paradies wie 2001 erwartet haben, als Nathalie und ich 200 Flaschen Rum für weniger als 400 Euro als Tauschware für den Pazifik eingekauft haben, sondern weil ich nach meinen letzten Crews und dem ständigem guten Essen & Trinken auf der MARLIN mal eine Entschlackungskur mache. Ist kein Alkohol an Bord, trinke ich auch keinen. So einfach. In Curacao wenden wir dann die FreitagsEineFlascheWeinRegel an. Dann wird es irgendwann wieder normal und neue Gäste kommen an Bord… Passt, denn die Flasche Bier in der Kneipe in den Roques kostet aktuell 8 $US. Nix Bolivar. Für die CREW 57 bei der man mit Nike in Natura mitsegeln kann. 2 Plätze sind übrigends noch frei, heißt das: Wir bringen alles aus Curacao mit, was wir auf den Inseln brauchen. Auch Bier und Diesel. Geht aber gut. Das ist kein Problem. Wie in Cuba halt. Wer es weiß muss ich drauf einstellen und die Wurst halt in Dosen mitbringen aus Deutschland, die man so
gerne zum Frühstück ißt.

Ansonsten sind die Los Roques genauso pittoresk geblieben wie Culatra in Südportugal. Hier könnte ich bleiben für den Rest meines Lebens. Als Single könnte ich eine der hübschen Venezulanerinnen einheiraten ins Land und mit ganz wenig Investition in die kommende Regierung große Hoffnungen stecken. Vielleicht doch lieber nen Bier trinken? Ich habe kompletten Schlafentzug von den letzten drei Nächten und meine letzte Tat ist dieser Logbuchbericht. Der wird anscheinend auch genau so.

Ich habe Delphin und Agustina kennengelernt. So jung waren Nathalie und ich auch mal. Uns verbindet der Wetterbericht der nächsten Tage. Kitewind. Morgen verlegen wir gemeinsam unsere Boote in den Cayo Francisky.


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Sailaway with Michael

{Time:02:16:00}
{Date:20190601}
{Position:14°42.0871’N, 064°54.6038’W}
{Direction/Speed:200°/ 8kn}
{Place:Karibisches Meer} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:20-25kn/E}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190601}
{Title:Sailaway with Michael}

Nachtwache

Ich falle fast aus der Koje als MARLIN immer wieder anluvt und dabei noch schneller wird, der Autopilot am Anschlag steht. Ich schlüpfe in meine Rettungsweste, harke mich in eine der Ösen im Cockpit ein und fange an meine 60 Fuß 30t MARLIN wieder unter Kontrolle zu bringen. Meine Kontrolle. Nicht so ganz einfach. Ich bin schon froh, dass ich nicht das Groß reffen muss. Den Reffharken bei finsterer Nacht reinzumachen ist kein Spass. Immer den Gedanken im Kopf, dass ich ja keinen dabeihabe, der mich wieder rausholt aus dem Wasser. Mit Falko und Henry wollte ich beim letzten Törn mit Gästen ein MOB Manöver machen, habe es dann aber verschlunzt. Jetzt habe ich ein schlechtes Skippergewissen deshalb. Früher habe ich das IMMER gemacht. Was hilft Crew an Bord, die nicht eigenständig Segel runternehmen können und den Motor starten? Gestern habe ich den Generator mit geschlossenem Seewasserhauptventil gestartet und mich gewundert das er sich abstellt. Musste ich ja auch m
al ausprobieren. Habe ich aber nicht sofort gerafft und erst mal das Manual angefasst. Die Nächte machen einen eben doch irgendwie fertig. Und Rene natürlich. Und ich mich selbst.

Die MARLIN hoppst unter meiner Regie und Leitung von einer Welle zur anderen und das so mit 200 Sachen, also Etmal. Die Hälfte des Weges ist abgeritten und wir kreuzen grade die Route der Philippinischen Steuermänner mit ihren Tankern und Frachtern. Ich finde alles unter 2 Meilen CPA muss nicht sein, da geht auch mein AIS Alarm an. Also greife ich zum Mikro. Als wenn es so schwer ist. Riesiger Ozean, da muss man doch nicht auf Tuchfühlung fahren. Der entschuldigt sich noch nicht einmal. Na. Da kann ich ja nen bisschen vor mich hinfluchen um drei Uhr morgens.

Schon wieder nen Selfie? Nun. Pechschwarze Wolken und Regen fotografieren macht keinen Spass und ausser mir ist keiner hier. Dann ist das gerecht. So kann ich auch üben zu lächeln, so dass beide Augen gleich groß sind, die Nase nicht so schief und der Mund nicht so verzogen. Bisschen eitel darf man schon werden ab 50. Morgen rasiere ich mir die Haare im Gesicht ab. Das übe ich auch noch single hand. Heute habe ich sogar schon eingegurtet auf der Badeplattform geduscht. Die Angst ins Wasser zu fallen ist eindeutig existent. Dann kommt die Ansteuerung Los Roques. Respektvoll bin ich ja schon. Hab schon mal die Leuchtspurgeschosse und die MG bereit gelegt. Ich bin dem ja gar nicht so abgeneigt so was an Bord zu haben. Auf der IRON LADY hab ich immer einmal im Monat die abgesägte Schrotflinte mit WD40 eingesprüht und gereinigt. Hatte was.


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