Archiv der Kategorie: SY Marlin

Kirmes-Krake MARLIN

{Time:18:00:00}
{Date:20181229}
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{Title:Kirmes-Krake MARLIN }

Wie wir lernten das oben nicht gleich oben ist

Sollte es wirklich ein entfernt seemännisches Thema geben, zu dem Skipper Michael nichts schreiben kann? Der Mann, der alles weiß, alle schon Mal gesehen hat und sein Boot kennt wie kein Zweiter? Vielleicht. Deswegen heute: Schiffsbewegungen, ein Gastbeitrag. Denn ich denke manchmal, dass es hier schwankt und schaukelt, dass merkt Micha nicht mal mehr. Zu sehr ist er auf allen Ebenen, körperlich, seelisch, überhaupt mit der Marlin verwachsen, so sehr ist er eins geworden mit diesem Koloss aus 30 Tonnen Stahl, den er regelmäßig liebevoll küsst und tätschelt. Seebeine halt, auf tausenden von Meilen hart erarbeitet. Es schwankt? Wo?

Hi! Ich bin Lena und ich schreibe dies gerade mit einem Bein im 90 Grad Winkel an die Sitzeckenrückwand gepresst, damit es mich nicht im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker haut, hier in der Navigationsecke. Elegant geht anders. Und ja, es schwankt, und zwar gewaltig, und das schon seit Tagen. Das letzte Mal geschlafen, so richtig geschlafen, habe ich an Weihnachten, da ruhte sie noch still und klar, die See (auch wenn es im Lied wohl eher um DEN See ging). Mittlerweile haben wir konstant mindestens 25 Knoten Wind und eine ordentliche Welle, die auf den Weiten des Atlantiks viiiieeel Zeit hatte, sich schön aufzubauen. Und so tanzen wir hier Tag für Tag unseren seltsamen Stoptanz: wer den richtigen Moment der Schiffsbewegung abwartet, kann im besten Fall die Fliehkräfte für sich nutzen und fast elfengleich aus der Koje gehoben werden (gerade vor der Frühwache ein entscheidender Move). Wer den Moment verpasst … der bewegt sich entweder gar nicht oder … rumms! Aua! Es gibt kaum etwas Erniedrigerendes, als morgens um 5.30 Uhr total verschlafen zu versuchen, ein Bein im richtigen Moment in die Sternchen-Jogginghose zu stecken, nur um dann einbeinig und im Dunkeln mit einem erbarmungslosen „KLONK“ Kopf voran an die Kabinenwand geschleudert zu werden. Und ja, „schleudern“ habe ich sehr bewusst gewählt – denn, Mann, hier sind Kräfte am Werk. Ich bin ziemlich sicher, dass die Redewendung „mit der Tür in’s Haus fallen“ irgendwann im letzten Jahrhundert eigentlich auf einem Segelschiff entstanden ist.

Im Pilothaus sind Griffe an der Decke, da kann man den Primaten machen und sich einigermaßen sicher von a nach b hangeln. Handläufe helfen an den meisten Stellen unter Deck – obwohl es auch hier Aussetzer gibt, wie Mitsegler Harald berichten kann, der sich bei besonders starker Krängung mit der Griffleiste am Spülbecken angelegt hat. Harald: 1, vernagelte Holzleiste: 0. „Scheiß Schwerkraft“ murmelt Micha und ordert einen Schnaps für alle (eine Seltenheit und absolute Ausnahme, sind wir doch eigentlich alkoholfrei unterwegs. Warum auch Alkohol trinken, wenn man sich eh die ganze Zeit wie ein Betrunkener fortbewegt?) Ohne Griffe wird es schwieriger – in der Dusche zum Beispiel. Bewährt hat sich hier, was wir liebevoll als „den Sumo“ beschreiben können: breitbeinig und mit leicht angebeugten Knien den gesamten Rücken an die Kabine pressen, um die Hände wenigsten kurz zum waschen frei zu haben. Ich bin jedes Mal froh, dass es an Board tendenziell keine vollverspiegelten Bäder gibt, sondern nur einen einzigen mickrigen Kosmetikspiegel. Platz für Eitelkeiten ist halt nicht, wenn jede einzelne Bewegung geplant und sorgsam ausgeführt werden will. Dass Andreas sich in der Karibik (Rum! Weiße Strände! Frisches Essen!) am meisten auf „ein Klo, das nicht wackelt“ freut … das lassen wir dann einfach Mal so stehen.

Leben unter erschwerten Bedingungen – schlafen, essen, anziehen, besonders kochen (mit heißem Fett und kochendem Wasser und offener Flamme) – alles ist mühsamer, dauert länger und hat in den Haltungsnoten durchaus noch Luft nach oben. Gerd’s Theorie, dass der Spezies „Segler“ (lateinischen Namen weiß ich gerade nicht) in ein paar Millionen Jahren Evolution sicherlich ein dritter Arm wächst klingt erstmal plausibel. Mir würde es aktuell schon reichen, wenn sich in einer Rückwärts-Entwicklung unser verkümmertes Steißbein wie bei den Dinos wieder in eine Art menschliches Stützrad verwandelt.

Not gonna lie – die durchaus wilden Bewegungen der Marlin machen mich ein bisschen mürbe. Die Welle macht Ihr Ding und hat keinerlei Absicht, demnächst damit aufzuhören. Die Naturgewalt ist so erbarmungslos und unsere Reise so lang, dass man besser gar nicht erst damit anfängt, mit ihr zu hadern. Augen zu und durch – auch das eine Lektion des Atlantiks. Während ich viele Dinge aus der Ferne und in der Vorbereitung sicherlich überschätzt habe (3 Meter hohe Wellen z.B. sind in Wirklichkeit überhaupt nicht scary) … die konstante Schiffsbewegung habe ich definitiv unterschätzt. Wir praktizieren also yogische Gelassenheit – können wir nicht ändern, nehmen wir es also hin. Nützt ja nix, wie der Hamburger sagen würde.

Wer mit dem Gedanken spielt, ebenfalls einen längeren Törn zu versuchen: ich schlage als Vorbereitung diese Übung vor: örtlichen Jahrmarkt aufsuchen, Karussell finden, das oft „Breakdancer“ oder ähnlich heißt (entscheidend sind hier mehrere aufeinander aufbauende, kugelgelagerte Scheiben, die sich alle unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen, dabei aber auch vertikal und insgesamt recht ruckartig bewegt werden) und in der Fahrzelle entweder a) mit geschlossenen Augen einen BH an- und ausziehen oder b) drei mittelgroße Zwiebeln in feine Würfel schneiden. Kein Problem? Wunderbar! Sie sind wie geschaffen für eine Atlantiküberquerung. Wir, die stoptanzende Crew 50 der Marlin, wünschen allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Lasy Skipper

{Time:19:00:00}
{Date:20181228}
{Position:14°23.3760’N, 046°51.2244’W}
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{Photo:20181228}
{Title:Lasy Skipper}

Endspurt

Wir erreichen die ersten Squalls. Endlich Regen. Die Salzschicht auf der MARLIN war schon recht unangenehm. Erwartungsgemäß ändert sich die Stimmung an Bord in: „Jetzt können wir langsam ankommen!“ Sehe ich auch so. in den letzten 24h haben wir 180 Meilen versegelt. 908 Meilen sind es noch, plus Versatz durch eine notwendige Halse. Am Mittwoch sollten wir Union Island erreichen. Das wären dann 12 Tage. 2001 haben Nathalie und ich für die gleiche Strecke mit der IRON LADY 21 Tage gebraucht. Oder waren es 18 Tage? Nathalie weiß es bestimmt besser als ich.

Besondere Vorkommnisse gibt es nicht. Alles läuft nach Plan und rechtens. Die Stimmung an Bord ist „Eins A+“ und einer pennt immer. So ist das. Mikrokosmos. Harald backt einen Schokokuchen. Lena liest mal eben das Wnuk/Müller eins Buch. Gerd telefoniert mit seiner Frau und der Skipper putzt das Klo, während Andy sich weiterbildet in Sachen Segeln oder auf’s Meer schaut. Alles jetzt ohne Wertung. Alle sind glücklich, alles ist gut. Meine Jubiläumscrew 50 ist perfekt. Noch perfekter segelt die MARLIN, geilonita wie immer macht sie den Weg frei in die Karibik. Wer noch nie mit der MARLIN gesegelt ist hat wirklich was verpasst in seinem Leben


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
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Bergfest

{Time:19:00:00}
{Date:20181226}
{Position:13°56.1660’N, 040°53.8344’W}
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{Place:Atlantico} 
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{Photo:20181226}
{Title:Bergfest}

Der halbe Weg ist geschafft

Ich rufe „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ich rufe Hagen, einer der wenigen Segler die noch funken. Funken ist out. Ich muss zugeben, dass ich selbst grade an einer Lösung arbeite um Whats App auf See über Satellit anzubieten. Also kann ich wohl nicht besonders gut meckern und damit enden: „Früher war alles besser!“ Meine Mitsegler haben mir ein paar YACHT Ausgaben mitgebracht, so weiß ich nun auch wieder Who is Who und Who angesagt ist. Entspannt schaue ich nach vorne auf den Salontisch, wo vor Gerds Nase grade eine Schale mit Pfirsichen über den Tisch ergießt und auf’s Sofa kullert. Ich sag nichts, was soll ich auch sagen? Es hat sich noch keiner verletzt heute, dass ist doch gut. Links von mir verliert Harald das Gleichgewicht und die Schlingerleiste vor den Spülbecken zieht den Kürzeren. Der Kaiserschmarn landet zum Teil auf dem Fußboden. Scheiß Schwerkraft. Bergfest ist heute Nacht um 12:00. Dann werden wir den Zenit unserer Reise erreichen und anfangen rückwärts die offenen 1.180 Meilen abzuzählen.

Passatwolken begleiten uns tagsüber und ich lese Tamata von Moitessier. Wenn ich schon mal lese so ist das ein gutes Zeichen. Ich lese in der Regel zwei Bücher im Jahr wenn es hoch kommt. „SALMON. SALMON. SALMON. MARLIN.“ Ein Rauschkonzert auf der 14.313 Mhz. Von Hagen höre ich nichts, aber er schickt mir SMS auf die Iridium App. Meine Tochter Lena gehört nun auch dazu. Sie ist in der Smartphone Welt angekommen und als Letzte in ihrer Schulklasse hat sie nun auch so ein Ding. Auch von ihr bekomme ich nun Herzchen und kurze Mitteilungen. Mir soll es recht sein. Ich freue mich über jede Nachricht meiner Kinder. Wer weiß wie lange sie mir noch welche schicken. Das hört ja irgendwann schlagartig auf und Eltern sind ja nun auch schnell doof oder uncool. Also genieße ich die Zeit bis dahin.

Erwartungsgemäß ist die Stimmung an Bord gut. Gerd teile ich zum Brot backen ein. MARLIN geht in den Schlingermodus mit der klaren Aussage: Jetzt will ich aber mal so langsam ankommen. Dieser Schlingermodus ist allerdings schwieriger zu schlafen, Andy schaut argwöhnisch. Mit Harald sitze ich im Motorraum und erkläre ihm die einzelnen Komponenten. Jeder der das möchte, kann mit mir in den Motorraum. Lena will auch. „Ich will vor allen Dingen wissen, wie die Entsalzungsanlage funktioniert!“ So viel Interesse hat Kristina von der YACHT nicht aufgebracht bei der Meinungsbildung. Technik die begeistert ist auch nicht jedermanns/fraus Sache. Is ja auch nicht schlimm. Jeder Jeck ist anders hat Nathalies Oma Gina immer gesagt und wo sie Recht hatte, hat sie Recht behalten.

Nebst Motorenraum schaut sich Harald aber noch ganz andere Sachen an. Quasi als Special-Weihnachtsgeschenk vom Skipper halte ich an und drehe die MARLIN bis die Segel leicht im Wind flattern. „Ein Knoten Fahrt. Harald. Dann spring mal ins Wasser. 4.900 Meter Blau unter Dir. Was Du da jetzt siehst wirst Du niemals in Deinem Leben vergessen.“ Harald ist passionierter Schwimmer und schwupps ist er gesichert an einer Leine mit Lifebelt im Wasser. Er krault gemächlich hinter der MARLIN her. „Oh. Ahh. WAU! Micha. IST DAS EIN BLAU! Komm doch auch rein.“ „Ne. Das finde ich jetzt aber nicht gut wenn der Skipper ins Wasser springt!“, erregt kommentiert Lena den Vorgang. Noch eine halbe Stunde später ist Harald aufgeregt und seine Augen funkeln vor Glück.

Ich schalte heute einen Gang runter. „Ihr werdet sehen. Ab dem Bergfest wird sich die Reise verändern!“ „Wie? Verändern?“ „Dann beginnt die Zeit, wo ihr vor allen Dingen eins wollt: ANKOMMEN!“ Bei mir ist es anders, denke ich mir. Ich will eigentlich gar nicht ankommen. Nicht, solange alles funktioniert. So lange es nur die Schlingerleiste in der Küche ist, bereitet mir das alles keine Probleme. Generator Arnold lässt mich in Ruhe. Einzig was mir beim Kontrollschnorchelgang vor der Abfahrt aufgefallen ist: Die Zinkanoden, seit vier Jahren stabil, haben ordentlich Material gelassen. Zeichen für ein elektrisches Problem. Ersatz ist schon bestellt. Gut das die MARLIN erst mal an Land kommt in zwei Wochen. Bock auf ein Alu-Knusperschiffchen hab ich ja garnicht.

Zu guter Letzt bleibt zu berichten, dass meine Nichtraucher App heute 100 Tage anzeigt, die meine letzte Zigarette nun her ist. Ich habe auch nicht vor das zu ändern. „Glückwunsch Michael!“, meint Bordarzt Harald, der radikaler Nichtraucher ist. Nicht wie mein Freund und Hausarzt Pelle, der mir mit der Kippe in der Hand erzählt, dass es besser wäre für mich mit dem Rauchen aufzuhören.

Dann segeln wir mal so langsam Richtung Paradies. Kristallklares Wasser wartet auf uns. Wir sind schon bei 26 Grad Wassertemperatur angelangt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
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Weihnachtsbaum – Weihnachtsmann und die drei Elfen

{Time:16:00:00}
{Date:20181224}
{Position:14°13.7300’N, 034°33.0300’W}
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{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:3m}
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{Photo:20181224}
{Title:Weihnachtsbaum – Weihnachtsmann und die drei Elfen}

Heilig Abend auf der MARLIN

Nein. Wir haben nicht angehalten. Wir haben gewichtelt und um es kurz zu machen: Es gab Kartoffelsalat und Brühwürstchen aussem Glas von Lidel aus La Palma. Also schwer romantische Weihnachten. Ich hatte mir Weihnachtsdeko gewünscht und nen Weihnachtsbaum, der ich dann selber geworden bin. Wir haben gewichtelt und alle haben was bekommen. Harald hat die vermeintlich letzten Geschenke für mich in seiner Tasche gefunden. Low Carb ist anders! Bunt war es und lustig. MARLIN hat dazu mit dem Mast gewackelt.

Wie das so ist beim Atlantiksegeln, geht es unweigerlich vorwärts. Um bei den Achtzigern zu bleiben, die vorzugsweise laut im Cockpit gehört werden: „Es geht voran und Thomas D. hat ebenso wie wir. Rückenwind!“ Alle sind bester Laune. Noch nix Schlimmes passiert und ich klopfe drei Mal auf den Kirschholztisch, damit das auch so bleibt.

Die Versorgungslage mit frischem Gemüse ist: Wir haben eine Liste gemacht und verteilen die Zucchini, sechs Mohrrüben, 58 Tomaten, 2,5 Kürbisse… Alles gut. Wir haben noch über 12kg Spagetti und 6kg Thunfisch an Bord.

Einen lang ersehnten Fisch-Fang, einen Marlin behalte ich mir bis 200 Meilen vor dem Ziel vor. Ich habe einen monströsen Köder gekauft und noch hundert Meter Stahlleine im Schapp für dieses Vorhaben. Da die Marlins, die auf diesen Köder beissen, weit größer sind als 25kg und 1,2m, möchte ich diesen Fang nicht jetzt schon haben, weil ich ihn definitiv nicht gekühlt bis an Land bringen könnte. Unweigerlich würde ich den Fisch für ein Foto fangen. Ne. Das mache ich nicht. Wenn das Vorhaben klappt, das weit mehr Erfolgsaussichten hat, als Lotto zu spielen, dann bringen wir den Fisch als Gastgeschenk mit nach Union Island. Wovon träumt Skipper Micha ansonsten? Vom Kiten. Jeder hat seine Welt.

Auf der Logo steht grade 55.555 Meilen die dieses Schiff zum größten Teil mit mir gesegelt ist. Danke MARLIN. Hast Du gut gemacht.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Schlafen – Kochen – Essen

{Time:12:00:00}
{Date:20181221}
{Position:15°16.5292’N, 027°39.6806’W}
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{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181221}
{Title:Schlafen – Kochen – Essen}

Weiter in dieser Reihenfolge

Jeden Tag machen wir ein kleines Segelmanöver. Der Wind geht heute wie erwartet auf 10 Knoten zurück, wir reffen aus ins Vollzeug. Nicht das wir dadurch sehr viel schneller werden. Acht Knoten ist eben MARLIN’s Lieblingsgeschwindigkeit bei Leichtwind. Solange der Wind nicht noch weniger wird mag es mir recht sein. Ich zeige Harald wie man Tortilla kocht. „Ist doch wie Bratkartoffeln machen“, meint er. Eben nicht. Ich spucke in die Pfanne. „Igitt. Was machst Du da?“ „Das ist der Trick, warum meine Tortilla so gut schmeckt.“ (Spaß) Wir hören das Känguru Manifest, hat Nathalie mir zum Geburtstag, für die Überquerung geschenkt und geschickt. Wir lachen viel. Andreas kennt es schon. Ich nicht. Ich schnibbel mir noch schnell einen Salat. „Wie lang mag es noch gehen, dass wir Papaya, Salat und frische Tomaten essen?“ „Wann fangen wir einen Fisch?“ „Im Kühlschrank ist doch kein Platz.“ Bis Heilig Abend soll der Wind so bleiben, dann soll es mehr werden. Vielleicht 20 Knoten, vielleicht sogar mehr. Wer weiß das schon. MARLIN gleitet majestätisch über die Wellen und ich falle noch mal in die Koje. Irgendwie noch fertig von der letzten Wache von Vier bis Acht. Als ich wieder aufwache, schlafen alle. Nun. Zeit um wieder ans Essen zu denken. Ich hole Thunfisch aus der Tiefkühlung und schaue mir die Fotos an, die ich am Vormittag geschossen habe, als die Herren Nackedei sich gegenseitig Eimerweise salziges Atlantikwasser über den Kopf geschüttet haben. Auch ich rieche gut. „Vielleicht mal nen neues T-Shirt?“ „Wieso, dass habe ich doch erst seit vier Tagen an?“, grinse ich Lena an.

{Photo:20181221a}

Das Wetter könnte etwas besser sein. Statt blauem Himmel ist es grau, ja fast regnerisch. „Ne kleine Störung oder was?“ Gerd ermittelt das erste Etmal. 190 Meilen. „Na. Das ist doch gar nicht mal so schlecht“, murmel ich mir ins T-Shirt. Wir sitzen beim Pilothaus-Crewmeeting zusammen. Da sprechen wir über das, was ist, was wird, was sein könnte und vor allen Dingen über was es am Abend zu essen gibt. Heute Abend koche ich. Ich koche eben gerne und kunterbunt. Lena ist Vegetarierer, ich Low Carb und Milchalergiker, Harald, Andy und Gerd essen alles und gerne. Also koche ich kunterbunt. Es gibt für jeden etwas und man stellt sich sein Essen selbst zusammen.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
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…frischen Fisch fischt Fischer’s Lena

{Time:12:00:00}
{Date:20181223}
{Position:14°58.5400’N, 032°12.0900’W}
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{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
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{Vimeo:}
{Photo:20181223}
{Title:…frischen Fisch fischt Fischer’s Lena}

Rückwärt’szählen

“Hör mal Lena, warum fehlt eigentlich mit jedem abgesegeltem Tag eine Nagellackierung an einem Deiner Finger?“ „Das ist für jeden Tag, den wir auf See verbracht haben. …“ Lena erklärt mir noch warum und wieso die Farbe der Fingernägel, warum und an welchem Ort… Ich lächle Lena an. Ich muss zugeben, ich bin schon wieder ganz woanders. Ich habe einen kleinen Riss in der Genua entdeckt. Ob der so bleibt? Muss ich beobachten. Andy schaut immer noch nicht ganz glücklich wegen der Seebeine. Muss ich da noch was tun? Was ist mit dem Salat im Kühlschrank und warum stinkt eigentlich der Grauwassertank, wenn sich meine Gäste die Zähne putzen. Irgendwas ist immer. 124 Meilen Etmal. Ist ja jetzt nicht grade hitverdächtig. „Aber das hattest Du ja so prognostiziert für Heilig Abend. Flaute.“, lächelt mich Lena an.

Wir baumen die Genaua für die Nacht aus. Das Segel schlägt empfindlich in den flauen Phasen, des grade mal 8 Knoten starken Windes von hinten. Eigentlich würde ich gerne den Genacker nehmen. Aber den bekomme ich noch viel weniger stabil für die Nacht. Das Groß ist platt wie eine Wand gegen das schmerzliche Schlagen gesetzt. „Gott. Verdammt. Gib mir doch einfach zwei Knoten mehr Wind, dann hört MARLIN auf, immer schneller in den Wind zu fahren als er eigentlich ist und die Segel fangen an back zu stehen, zu knallen.“ Bei der Rigkontrolle, sehe ich, dass die Reffhaken verbogen sind. Eintrag in die ToDo-Liste. Von der Känguru Chronik her kenne ich eine neue wichtige Liste, die ich unbedingt anfangen muss. Die Not-ToDo-Liste. Das wird mein Vorsatz für 2019. Ich werde weniger machen, dass dafür aber richtiger.

“Eins, zwei, drei, vier, fünf… Sind wir schon fünf Tage unterwegs Lena?“, meine Gedanken sind zehn mal schneller als das, was ich grade tue. „Ja. Genau.!“ „ Und was macht der fliegende Fisch zwischen Deinen Händen? Du magst doch gar keinen Fisch und auch kein Fleisch…!“ „Den hast Du doch hierher gelegt. Der ist heute Nacht in den Salon geflogen.“ Ja. Ich wollte die Situation nachstellen, als ich gestern das Deck wegen de Fischgeruch in meiner Kabine, nach fliegenden Fischen abgesucht habe, dann festgestellt habe, dass in der Nacht ein fliegender Fisch direkt neben meinem Kopf gelandet war.

Es war wie immer und etwas schwieriger. Fünf starke Charaktere in einem Boot haben etwas Zeit gebraucht, zueinander zu finden. Heute ist diese Prozess abgeschlossen. Mit den sicherheitstechnischen Anweisungen, mit denen ich mich immer unbeliebt mache, bin ich durch. Wir holen die Phase 10 Karten aus dem Schrank und widmen uns den Sachen, die wirklich wichtig sind. Weihnachten, Bergfest, Sylvester, Ankommen. Sind ja alles Ausnahmen vom Alkoholverbot während des Segelns.

Ich habe den Grund des Gestanks des Grauwassertanks gefunden: RTFM (Read the fucking manual) Es gibt zwei Hähne um die Brühe direkt ins Meer zu leiten ohne Zwischentank. Einfacher geht es nicht. Ist das jetzt ein Eintrag in die ToDo oder Not-ToDo Liste?


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Irgendwas ist immer!

{Time:15:00:00}
{Date:20181222}
{Position:15°24.5400’N, 030°09.2800’W}
{Direction/Speed:265°/ 6kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1014/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
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{Photo:20181222}
{Title:Irgendwas ist immer!}

Kleine Mastbesteigung auf See

Gestern habe ich noch erzählt: „Richtig gemein ist es dem ungeliebten Marinanachbarn ein paar Schrauben auf Deck zu werfen und dann am direkt daneben gelegenen Cafe einen Drink zu bestellen und zuzuschauen wie er anfängt, nervös zu suchen wo die Schrauben hergekommen sind.“

“Sag mal Micha. Ich hab da unter dem Dinghy eine Schraube liegen gesehen.“ Ich frage mich grade ob Andy mich jetzt auf den Arm nehmen will. „Hol mal bitte.“ Er drückt mir eine 316er 8×30 Maschinenschraube mit Sprengring in die Hand. „Hmm.“ Er macht keinen Witz. Ich brauche bestimmt zwei Minuten um zu wissen wo die herkommt. „Die kommt vom Signalhorn. Das war eh schon locker.“ Ich überlege kurz ob man da jetzt mal eben hochgeht. Der Wind schläft grade ein. Besser jetzt als später. Gerd zieht mich im Bootsmannstuhl hoch und schnell ist die Schraube wieder an ihrem Platz. Irgendwas ist immer.

Wir werden langsam. Erst am Heiligen Abend soll frischer Wind kommen. Ich denke mal für den Rest der Überquerung. Na denn. Ich habe ein Kilo Squid aus dem Freezer zum Auftauen in die Spüle gestellt. Meine Gedanken kreisen darum, wie ich diese am besten zu einer neuen kulinarischen Komposition mit Bordmitteln verwandeln kann. Die graue Wolkendecke hat sich wie bestellt bei 30° verzogen. Das Satellitenbild und die GRIB Vorhersage zeigen derzeit keine Wolken auf unserem weitern Weg. Die Sonne knallt und meine Mitsegler finden sich mit Sonnencreme im Cockpit zusammen zum allgemeinen Klön. Auch die Bluetooth Verbindung zum Autoradio findet sich schnell. Prima, dass ich meine Eignerkabine habe und hinter der Tür meine eigene kleine Welt habe. So ein bisschen Privacy hat es schon in sich. Gut für mich. Gut für die Crew.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
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Start zur Atlantiküberquerung

{Time:12:00:00}
{Date:20181220}
{Position:15°10.9400’N, 023°45.3500’W}
{Direction/Speed:270°/ 8kn}
{Place:Tarafal, Cabo Verde Islands}
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20181220}
{Title:Start zur Atlantiküberquerung}

Tiefenentspannung erreicht

MARLIN ist wieder frei. Der Anker gelichtet, CREW 50 vollständig, die Wassertanks sicherheitshalber voll, die Batterien ebenso und am Generator ist der letzte Einlauf-Intervall zu Ende. Ventile eingestellt – Er hat jetzt seinen vorschriftsmäßigen Dienst aufgenommen. 15.000 Stunden bis zur ersten Überholung in einer Werkstatt sind geplant. Na da sind wir ja mal gespannt. Das sind rund 15 Jahre. Da werde ich wohl kaum noch mit der MARLIN segeln.

Der Mast der MARLIN wackelt gemütlich bei raumschoten Passatwind und südlich von uns passieren wir die Insel Fogo. Die Stimmung ist vollendet. Ein beständiges Segel-Glücksgefühl hat sich breitgemacht. Der Beginn einer lang erwarteten Seereise ist eingetreten. MARLIN und ich geben sich alle Mühe den Törn ruhig und angenehm zu beginnen. Das Groß im zweiten Reff läuft das Schiff wie auf Schienen, teilt den Atlantik in Nord auf der Steuerbord und Süd auf der Backbordseite. An Deck steht eine große Portion Yellowfin Thunfisch zum Auftauen. Etwas Wahoo habe ich gestern in Tarrafal auf dem Markt noch erstanden. Die Crew hat am Morgen die letzten Escudos noch in Süßigkeiten investiert. Na, dann habe ich ja wieder eine Challenge. „Finger weg vom Süßigkeitenschrank.“

Bei Lunatronic habe ich einfach Betriebsferien angeschlagen. Ziel: Entspanntes Segel auch für mich und keine täglichen kleinen und großen Probleme per e-mail. Eike hat uns zum Jahresende verlassen und Mitte Januar komme ich nach Deutschland um zu entscheiden wie es weitergeht. MARLIN wird dann in Trinidad an Land stehen. Braucht sie auch dringend. Das Unterwasserschiff, aber auch das sogenannte Toppainting benötigen dringend Pflege. So ein Schiff kann nicht nur fahren, es braucht ab und an eben auch mal Liebe und Zuneigung. Ab dem 16. Februar soll es schon wieder durch die Antillen nach Norden bis nach Martinique gehen. Jan lernt schon fleissig französisch nehme ich an. Denn der Passageplan ist seiner. Zwei Plätze sind auf diesem Törn noch frei. Wer dem deutschen Winter also entfliehen will, hat hier die Chance auf der MARLIN einzuchecken und die Antillen mit Jan oder mir kennen zu lernen. Wer genau Skipper sein wird, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden, denn die Buchungen für die Antillen sind eher zurückhaltend. Hatten wir uns ja etwas anders vorgestellt. (Micha kratzt sich am Kopf und runzelt die Stirn) Anderen Anbietern geht es zwar auch nicht anders, was mir nun auch grade nicht so hilft. Mit knapp 1.450 Euro für 12 Tage auf der MARLIN finde ich eher zu günstig, als zu teuer. Nun gut. Kann man nix dran ändern im Moment und will ich auch nicht während der nächsten zwei Wochen. Die gehören meinen Gästen.

Im Cockpit der MARLIN geht es entspannt zu. Harald repariert die Dusche der Badeplattform, die immer gerne tropft. Ich glaube auch nicht, dass sie jemals wirklich damit aufhören wird, das ist eher so ein allgemeines Problem an den Duschen der Badeplattformen auf allen Schiffen. So. Es wird Zeit. Ich werde mich mal um das Abendessen kümmern. Malschauen was reif ist und was gekocht werden muss. Der Wind heute Nacht wird etwas frischer werden…


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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{end}

Ab der Fisch

{Time:23:00:00}
{Date:20181218}
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{Photo:20181218}
{Title:Ab der Fisch}

Abfahrt aus Mindelo

Denn mal tau. Wir haben einen Schnellkurs in Sachen Segeln mit der
MARLIN gemacht. Für Segelneuling Andreas viele Fremdwörter in kurzer Zeit.
Alle wollen los. Die geplante Rundreise nach Santo Antao ist aufgrund einer
No-Wind Vorhersage zum Wochenende glatt ins Wasser gefallen. Ich merke
auch, dass meine Mitsegler auf das Wasser wollen und nicht in die Berge.
Nun gut. Alle üben ausreichend unter Motor im Hafen von Mindelo die MARLIN
zu steuern, schon geht es los mitten in die Winddüse. Ein bisschen viel
Segel bringt ordentlich Schräglage an Bord und das erste Feeling wie es in
den nächsten zwei Wochen an Bord sein wird. Es wird viel gelacht. Auch
nachdenkliche Gesichter sehe ich. Fünf erwachsene Menschen, die sich bisher
noch nicht kannten sitzen nun in einem Boot auf dem Weg über den
Atlantik.


Mitsegeln auf der
MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Der Yellowfin wohnt jetzt im Tiefkühler

{Time:21:35:00}
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{Position:16°53.1165’N, 024°59.5856’W}
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{Title:Der Yellowfin wohnt jetzt im Tiefkühler}

Die ersten drei Tage Wahnsinn für SkipperMicha

Es sind alle da. Gerd, Andy, Lena und Harald. Ne. Gruppenfoto kommt noch. War noch keine Zeit. Die drei sind voll aufgedreht und das wird wohl auch noch ein paar Tage dauern, bis sie sich entschleunigen. Ich lasse mich natürlich voll anstecken. Ob ich will oder nicht. Keine Chance. Alles läuft nach Plan und heute erstehen wir nebst einem ganzen Yellowfin Thunfisch, tonnenweise Gemüse. Mit dem Ost ist noch verbesserungswürdig. Auf den Kanaren hab ich schon ordentliche eingekauft für die Überquerung. Am Nachmittag sollte es losgehen Richtung Santo Antao und dann recht fix nach Westen, weil sich eine windarme Zone ankündigt, mit der wir nicht in Berührung kommen wollen. Da entschleunigt uns die Kapverdische Immigration. Wir warten zweieinhalb Stunden fast bis zum Feierabend. „Wollt ihr heute noch los.?“ Ich lache den Beamten an. „Der Zug ist dann ja wohl abgefahren.“


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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New friends arriving

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{Title:New friends arriving}

Die Jubiläumscrew

Nachdem ich nun mit beiden Beinen im wirklichen Leben, also auf dem Kitebord stehe, fehlt zum derzeitigen Glück eigentlich nur noch Andreas. Ich bin pragmatisch. Meine Zuneigung ist sehr direkt, denn Andreas bringt etwas mit, was sehr, sehr wichtig ist im Moment. Zwei neue Membranen für unseren Wassermacher. Der, genannt Moses, wegen Osmose und weil Moses das Meer teilt, sprudelt nämlich eher nur noch Brackwasser aus seinem Herzen in die Tanks der MARLIN. „So fahren wir nicht über den Atlantik“, verkünde ich im Cafe Mindelo, wo ich Andreas schon gestern getroffen habe. Heute ist es dann soweit: Einchecken auf der MARLIN. Für Andreas ein ganz neues Erlebnis. Er muss sich direkt mit unserer Seekuh anfreunden und macht den kapverdianischen Seekuhführerschein im Handumdrehen. Kurz darauf sitzt er mit mir im Cockpit, der Rest der neuen CREW 50 lässt noch auf sich warten, und ich beschliesse: „Dann lasse uns mal eben die neuen Membranen einsetzten.“ Gesagt getan. Ist jetzt nach vier Jahren das erste Mal, dass ich das machen muss und ich mache das, was ich beim Skippertraining selbst gepredigt habe: „Ich lese erst einmal die entsprechende Seite im Manual. RTFM. Read the Fucking Manual.“

Die OP verläuft schnell und erfolgreich. Mittendrin kommt der Rest der CREW, also Lena, Harald und Gerd an. Harald, springt wie zu erwarten erst mal ins Wasser. Er hat jetzt Apnoe Flossen. Oha! „Hier hast Du den Malerspachtel. Kannst ja schon mal das Grünzeug am Bauch der MARLIN abspachteln. Nicht ohne Grund hat MARLIN am 15.1.19 schon einen Termin in Trinidad in der Werft. Ist aber auch dringend mal notwendig. In der Zwischenzeit sprudelt Moses wieder MARLIN Tafelwasser, so wie es sich gehört. „Morgen alle extra lange duschen, damit das Brackwasser aus den Tanks rauskommt.“

Es gibt frischen Wahoo. „Micha machst Du immer so viel Chaos in der Küche?“ Ich grinse. „Ne Gerd. Beim Segeln nicht. Hat es Dir denn geschmeckt?“ „Super!“ Meer morgen. Nach der Sicherheitseinweisung. Skipper Micha ist wieder in seinem Element. „Blablabal…“Die CREW 50 auf der MARLIN und Michas zehnte Atlantiküberquerung. Das spornt doch an.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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I just did it

{Time:22:33:00}
{Date:20181213}
{Position:16°53.1165’N, 024°59.5856’W}
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{Target:Cabo Verde Islands}
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{Photo:20181213}
{Title:I just did it}

Und das an einem Dreizehnten

Das ist der letzte kitelastige Eintrag für dieses Jahr. Mein Kite Mentor und Trainer Jair hat mich mit den Worten entlassen: „Du bist jetzt ein Kiter. Du kannst jetzt ohne mich los. Jetzt musst Du üben, üben, üben.“ Jair strahlt über das ganze Gesicht. Er ist sichtbar stolz. Ich bin der zweite über 50, über 90, über 190, den er auf’s Brett gestellt hat. Der andere ist ein Schweitzer im letzten Jahr gewesen. Am Morgen noch wollte ich all mein Kite Kram verkaufen, habe mich dann selbst gezwungen an einem Dreizehnten doch zum Spot zu fahren. Tiago wartet am Markt. Es pustet schon die ganze Nacht und MARLIN tanzt mit 30 Knoten Böen am Ankerplatz. Gruselig, die Vorstellung an dem Minispot „Das Gatas“ auf den Steinen zu landen. Jair lacht. Na denn. „Das ist dein Wind Micha. 22 Knoten!“, meint er und steckt den nassen Finger in die Höhe. Es läuft wie immer. Ich ride ein paar Meter und falle ins Wasser. „Iii“: Irgendwas ist immer. Es scheint ein ganz normaler Tag zu werden der mit einer Voltaren gegen den allgemeinen Körperschmerz endet. Nach zwei Sessions, ich wieder vollkommen am Ende meiner Kräfte vom Zurücklaufen mit Kite in der Hand durch das hüfttiefe Wasser, meint Tiago: „Komm. Einmal schaffst Du noch.“ Er schubst mich quasi ins Wasser. Doch plötzlich macht es Klick. Irgendwo. Ich starte, stehe, lege mich in das Trapez, fahre mit dem achterlichen Fuß steuernd in die Richtung in die ich schaue, wende, und komme wieder vor Jair zum Stehen. Das wiederhole ich solange bis ich der Meinung bin, dass das Ergebnis für heute so gut ist, dass man das jetzt einfach so lassen soll. Endlich mal bin ich nicht aus dem Atem und mit Puls 120. Wenn es läuft wie es laufen soll, kann dieser Sport eine entspannte Leichtigkeit sein. Es war ein langer, langer und schmerzhafter Weg bis zum heutigen Tag. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Danke an Nathalie, die mir die erste Kite-Schnupperstunde 2014 auf den Los Roques in Venezuela geschenkt hat.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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