Archiv der Kategorie: SY Marlin

Mitsegeln mit Freuden

Der Focus liegt auf Freude

Zwei Kommentare gab es zum Thema: Benötigen wir einen Fragebogen zum Mitsegeln auf der MARLIN. “Willst Du eine Antwort?! Dann mache ich mal: Der Fragebogen ist prima, weil er nicht nur Euch mit Informationen versorgt, sondern auch den Kandidaten sich selbst betrachten lässt. Ich finde das nicht zu persönlich, schon gar nicht, wenn es auf längere Passagen geht.“ “Finde den Fragebogen absolut gut und nicht zu persönlich. Wie du selbst schreibst. Auch 60′ Fuß können ‘eng’ werden, da ist es gut, wenn man möglichst viel im Vorfeld erfahren hat.“ Der Unterschied zwischen der Buchung einer Mitsegelreise über die Agentur ist, dass diese den maximalen finanziellen Gewinn erwirtschaften will, während die Buchung einer Segelreise über den Veranstalter, der auch noch Skipper ist, in unserem Fall, der optimale Erfolg der Reise ist. Die Kommentare bestätigen dies. Eine Gruppe von erwachsenen Menschen für zwei Wochen auf einem Schiff zusammenzuführen und dieses dann über eine gewisse Distanz unter zum Teil schwierigen Bedingungen zu bringen, ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Ziel eines Törns ist eben das jedes Crewmitglied die maximale Freude bei maximaler Sicherheit erlebt. Wir könne das, die MARLIN sowieso. Christine und Birgit sehen das auch so. Axel möchte gerne eine Bewertung schreiben, wenn er wieder zu Hause ist. Da bin ich ja mal gespannt. Thema abgeharkt. Unsere Zeit in Helsinki nähert sich dem Ende. Alle haben Zivilisation aufgetankt, Helsinki haben wir erlebt bei Sonne, bei Regen. Schön war es. Nicht ganz so voll wie im schönen Stockholm. Mir hat Helsinki sehr gut und besser gefallen und ich freue mich schon auf einen zweiten Besuch in zwei Wochen mit Nathalie, Maya und Lena. Genau. Die kommen nämlich am nächsten Wochenende nach Hause, auf ihr Schiff und sind die nächste Crew der MARLIN. Familienurlaub. Wir dürfen dann den gesamten finnischen Meerbusen wieder zurück gegen die vorherrschenden westlichen Winde aufkreuzen. Na. Vielleicht haben wir ja auch mal ein bisschen Wind aus den anderen Himmelsrichtungen. Unterschied zum Charterbetrieb ist vor allen Dingen, dass wir drei Wochen Zeit haben. Sommerurlaub im Eigenschiff. Coole Sache. Morgen früh geht es wieder einmal früh aus den Federn. Wir werden nicht nur Helsinki verlassen sondern nach langer Zeit auch wieder mal international auf der kleinen finnischen Schäreninsel Insel Sussiari ausklarieren: Destination Russland. Das russische Boot neben uns hat uns mit einer Gastlandflagge ausgeholfen. Alle an Bord haben ein Visum, die Tanks sind voll und sogar im Saint Petersburg Yachtclub haben wir einen Anlegeplatz bekommen. Nicht ganz so sehr in der Innenstadt, wie man sich das romantisch wünscht, aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Unser russischer Agent Vladimir hat das schlussendlich dann doch hinbekommen. Ein ewig langer Prozess mit vielen Missverständnissen. Ich bin mal gespannt wie die Einklarierung auf Kotlin Island läuft. Alles ein bisschen wie ein Besuch auf einem anderen Planeten, wo es doch ein einziger ist, der uns allen und vor allen Dingen unseren Kindern gehört. Ich bin ähnlich aufgeregt wie vor unserem Besuch in Cuba, wo ich heute viele, herzliche Freunde habe und wo es mich schon wieder hinzieht, wie man an dem aktuellen Passageplan sieht. Na. Da sind wir ja mal gespannt.  
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Approached at Helsinki

Städtereisend

“Macht ihre eigentlich eine Städtereise?“ „Das hast Du irgendwie Recht.“ Nathalie hat ja irgendwie immer Recht. Stockholm – Tallinn – Helsinki – St. Petersburg. War eigentlich so extrem gar nicht geplant. Ein paar mehr Schären sollten es eigentlich schon sein. Aber wie dem so ist. Die Crew hat das Sagen: Wohin, woher, wohin. Die Hintergründe stecken im Detail. Die Details sind nicht unbedingt etwas für den Blog. Auf jeden Fall haben wir alle den Weg des maximalen Er- und Sielebens gefunden. Gestern Nacht noch vor Anker rufe ich heute Morgen die erste Marina an. „No Mikel. Für ein Schiff Deiner Größe haben wir leider keinen Platz. Zweiter Versuch, gleiches Ergebnis. Dritter Versuch: „Ja. Wir haben einen Platz für euch.“ Puhh. Glück gehabt. Mitten im Zentrum von Helsinki gehen wir längsseits des Anlegepiers. Strahlende Gesichter. Jeder kann unaufwendig seines Weges gehen. Das tut gut. Die Sonne scheint wieder. Auch sechzig Fuß können klein werden. Helsinki zeigt sich von seiner besten Seite. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne. Dann scheint sie wieder die Sonne. Ich habe die Rolling Stones in den Ohren. Jan hat heute gekocht. Hat Jan gut gemacht. Schweinefilet im Bacon Mantel. Sahnesößchen. Für mich ein bisschen Ruccola. Gemüsepfanne. Rioja. Essen tut gut. Die Sonne scheint immer noch. Am Pier bleiben Leute stehen. Der Blick geht vom Bug zum Heck. Langsam. Der Blick schwenkt wieder zurück zur Schiffsmitte und langsam den Mast hoch in den Himmel zum Ende des langen Spargels. Sind das neidvolle Blicke oder eher bewundernd? Eigentlich egal. Ich bin allein an Bord und hau mich im Pilothaus auf die Backe. Ping, Ping, Ping. What’s App und FB Messenger und Co sind mir grade mal egal. Ich freu mich auf die nächste Etappe. 150 Meilen bis nach St. Petersburg. Rückenwind. 25 Knoten. Na. Sailing is living. Später mache ich dann doch Klappe vom Lappi auf. Martin aus der Schweiz schickt seinen Fragebogen. La Coruna – St. Lucia. Auf Anhieb der richtige Mann. Ich freu mich immer so sehr über jeden neuen netten Mitsegler. Nun mag man meinen, wir hätten auch unnette. Ist aber fast nie. Skipper Jan und Micha werden aber eben auch anspruchsvoll. Die Zusammenarbeit mit Sailing Islands war bei weitem nicht so erfolgreich wie von Markus angekündigt. So habe ich die Vermarktung, das Marketing und die Vergabe der Plätze eben wieder selber übernommen. Hier mal ein Link auf unseren Mitsegeln Fragebogen. Sailing Island fand den Fragebogen ja zu persönlich. Würde mich ja mal interessieren wie ihr das so seht, auch wenn ihr gar nicht mitsegeln wollt. Zugegeben. Ich habe noch nichts von Helsinki mitbekommen. Dem werde ich jetzt entgegenwirken. Samstag Abend. „Jan. Willst Du lieber alleine ausgehen. Oder schon wieder mit dem Alten? Was geht in Helsinki? Zumindest hast Du immer eine Erklärung wenn wir wieder so wie in Stockholm irgendwo nicht reinkommen. Dann liegt es eben an mir.“ Birgit bekommt die Unterhaltung mit. „Jan Du musst Michael einfach als Deinen Bewährungshelfer deklarieren. Das ist einleuchtend.“ Jan lacht. Ich lache. „Lasst mich mal eben einen Moment in Ruhe. Ich nehme mir meine AirPods. Musik drauf, damit ich in meiner elektronisch musikalischen Welt meine Gedanken zu Papier bringen kann ohne meine Umwelt mitzubekommen. Bloggen ist schön. Bloggen macht frei. Euch da draußen einen schönen Samstag Abend. Jetzt schein die Sonne nicht mehr. Der Mond geht auf. Zeit für Umkleidung. Wie sieht ein Co-Skipper-Bewährungshelfer aus? Weißes Hemd? Blue Jeans? Kap Hoorn Ring. Love & Kisses.  
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Nachtschattenselfie auf dem Weg nach Helsinki

Profilaufnahme

Das bin ich. Michael Wnuk. Beruf: Segler. Gefühltes Alter: 36 Jahre. Erlebt: 53 Jahre. Lebenstraum: Weltumseglung (absolviert). Philosophie: Enjoy Life. Enjoy Sailing. Vier Kinder. Eine Lebensgefährtin. Die Sonne scheint. Körpersysteme: 90%. Energieladung 95%. Unterwegs grade nach Helsinki. Fünf supernette Mitsegler. Schiff: MARLIN Performanceyacht 60’. Ziele: Geografisch St. Petersburg, Portugal, Antillen, Cuba, Südatlantik. Der vorherige Abend gehört zu einem der schönsten Partyabende unter dieser Sonne. Die Skipper werden fürstlich, liebevoll quasi mit verbundenen Augen in das bessere Restaurant von Tallinn ausgeführt. „Lasst euch überraschen.“ Gerne. Axel hat das Restaurant ausgesucht. Ausgezeichnete Küche. Fähiges Servicepersonal. Tolles Kellerambiente. Hehe! „OK. Ihr kommt mit.“ Normalerweise hätten Jan und ich uns abgesetzt um durch die Häuser zu ziehen. Da sitzen wir. Die growy Electromukke ist nicht die Musik unserer neuen Freund. Der erste Drink durchdringt ihre Magenwände und gelangt in die Blutbahn. Da fängt Christianes Fuß an zu wackeln. Fünf Minuten später stehen alle auf der Tanzfläche. Jan macht eine kleine Einleitung in die Elektrotanzkultur. Popowackeln, Kettensäge anziehen, LKW Fahrer, Tellerwäscher und dazu kommen Bewegungen aus dem Segelalltag. Wir wechseln noch zweimal die Lokalität. Der Abend wird früh und der Horizont hell. Ich wische den Gedanken daran, das die neuen Freunde in einer Woche schon wieder abreisen werden, mit dem Handrücken vom Himmel. Wir sind auf See. Abgelegt habe ich heute selber. 20 Knoten Seitenwind. Musste ich doch mal wieder versuchen römisch katholisch am Steg anzudocken. Ohne Seitenwind kann ich das ja noch. Aber bei 20 Knoten. Drei Versuche. Dreimal daneben. Abbruch. Tja. Man muss halt auch mit seinen Misserfolgen leben. Die MARLIN ist eben keine leichtes Mädchen. Für das Hafen-Manöver werden wir demnächst das Dinghy wässern, den 30PS Aussenborder runterlassen und statt Bugstrahlruder nutzen. Oder vielleicht doch über die Festmacherboje, rückwärts mit Radeffekt reindrehen? Geht mir die ganze Zeit durch den Kopf das Manöver. Muss doch zu schaffen sein. Alte Ziege MARLIN. Wir sind auf See. Vor uns Helsinki. 50 Meilen mit 9,5 Knoten ist wirklich ein Katzensprung. Jan, wir ankern heute. Dann kommen wir gar nicht erst in Versuchung Helsinkis Bar-Landschaft zu erkunden. Oder was meint die Crew? Einstimmig angenommen! Wir sind bald schon da. Die Sonne scheint. Innerlich, wie äußerlich.  
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Estland approached

Saunen, fürstlich Essen und beim UNO verlieren

Nach der anspruchsvollen Überfahrt über die Ostsee gibt es keine Wehwehchen mehr. Alle haben sich an die Bewegungen der MARLIN gewöhnt. Die erste Estland-Nacht verbringen wir vor Anker vor dem Hafen Lethma, entscheiden uns aber nach dem Sichten via Google Earth für den heutigen Abend nach Dihami zu verlegen. Dort gibt es eine Sauna mit Meerblick. „Hmm. Jou. Das geht.“ Die estnischen Häfen sind allesamt leer, riechen ein bisschen nach Schwefel, haben den Anschein früher kleine Kriegsschiffe beherbergt zu haben. Mit EU Geldern sind kleine funktionstüchtige Marinas entstanden. Den Esten sind nett, zuvorkommend und im Gegensatz zu Schweden ist es kostengünstig. Eine Nacht am Pier kostet meine Crew grade mal 35 Euro. Das ist doch human. Nettes Land. Die Sonne folgt ihrem vorgegebenen Weg hinter den Horizont, während uns der Schweiß in der Sauna den Körper runterfließt. Schön, so eine Sauna mit Meerblick. Es könnte uns nicht besser gehen. Axel und Christiane passen beim Saunen und schaffen dafür in der MARLIN Kombüse. Find ich besonders gut. Das entlastet mich. Ich hänge eh viel zu viel am Rechner, organisiere unsere Ankunft im nächsten Hafen, in St. Petersburg, die folgenden Törns… Nach dem Abendessen kommen die UNO Karten auf den Tisch. Ich verliere haushoch. Hmm. Ein Mordsgaudi. Gut das ich daran gewöhnt bin mit meinen Kindern zu verlieren. Das Schwerwettertraining in Kooperation mit der Zeitschrift YACHT füllt sich. Ich möchte aber Interessenten vor allen Dingen auch den Törn von Kiel nach Portsmouth nahe legen. Es lohnt sich die Beschreibung mal durchzulesen.  
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Und Offshore. Ein bisschen seekrank.

Sonnenschein und Performance Segeln

Aus Aaland wurde Estland. Wir haben eine frische Brise bestellt und mit neuem Antifouling läuft MARLIN im zweiten Reff mit Rumpfgeschwindigkeit. Immer wieder stehen 10 Knoten auf dem Tacho. Um die Seekrankheit im Griff zu behalten und das Seebeine kriegen zu beschleunigen, schlage ich vor Kurs Estland anzulegen. Also gleich mal eine Nachtfahrt zur Eingewöhnung. 110 Meilen ist ja nun keine große Strecke für uns, für unsere Gäste schon. Christina erkläre ich das Navigationsprogram und die ETA Berechnung. „Und dem kann man vertrauen? Wir kommen erst um 01:00 in der Nacht an?“ Ich nicke. An der Begeisterung muss Christina noch ein bisschen arbeiten. „Eigentlich bin ich ja nur für meinen Mann mitgekommen.“ Christina liest, ist vollkommen entspannt und zeigt keinerlei Anzeichen von Seekrankheit. „Du bist die perfekte Bootsfrau!“ Christina rümpft die Nase. No comment. Aber sie grinst dabei. Zum Thema Seekrankheit habe ich die Crew gebrieft. Wenn einem schlecht wird. Nicht dagegen ankämpfen und bei den ersten Anzeichen wie Müdigkeit, Kälte und vielleicht Respekt vorm Meer nicht dagegen ankämpfen, sondern ab in die Koje. Da schlaft ihr eh sofort ein. Wenn ihr aufwacht ist es vorbei. Dann unverzüglich aus der Koje raus und an die frische Luft. Erst im Pilothaus anziehen, kein Computer, kein Smartphone, kein Buch. Alle nicken. Brigitte liegt seit ein paar Stunden in ihrer Leekoje und schläft selig. So ist das bei der christlichen Seefahrt. Ihr Mann Oliver befolgt auch meinen Rat. Axel ist Internist, der hat sich schon gestern ein Pflaster hinters Ohr geklebt, auch schläfrig, und unsere andere Birgit schläft im Sitzen ein. Kotzen muss keiner. Gut! Und wer kocht gleich? Na ja. Ich. Jan macht wichtiges von der ToDo Liste. Der Schwanenhals der Zuleitung gerät manchmal unter die Wasserlinie und die Schüssel läuft voll. Ein Absperrhahn wird das in Zukunft verhindern. Ich schreibe. Schön ist das ohne Internet. Kann ich mich endlich mal auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Meinen Blog. Im Moment sind es noch 60 Meilen. Durchschnittsgeschwindigkeit 9 Meilen. Das wäre ein Etmal von 216 Meilen. Aber Hallo! Nicht von schlechten Eltern. Die Sonne scheint. Alles gut.  
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Erst mal Entschleunigen

Vor Anker

Unsere Gäste haben Urlaub gebucht. Auf dem Weg durch die Scherengärten fehlt es erst einmal an Wind. Die ersten Meilen machen wir unter Motor. Es ist schwedische Urlaubszeit und damit verbunden ordentlich Verkehr auf dem Wasser. Nervend sind die Vollidioten, die mit ihren dicken Motorschiffen durch die Kanäle düsen und einen unheimlichen Schwell erzeugen. Unser Crew nimmt es gelassen, die MARLIN auch. Keiner lässt sich ernsthaft ärgern. Am Nachmittag können wir kurz vor unserem Ankerplatz bei Sandhamn die Schiffseinweisung mit einem Mann über Bord Manöver abschließen. Der Rest kommt mit den nächsten Meilen. Learning bei doing. Für die Nacht liegen wir romantisch vor Anker mit Landleine. Wir pullen an Land und schlagen am bekannten Grillplatz auf. Es wird spät. Es ist gemütlich und weinselig. Gute Nacht.  
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Crew 30 vollständig

Und weiter geht es

Christiane, Axel, Birgit, Oliver, Birgit. Drei segelnden Frauen an Bord der MARLIN bei dem Törn nach St. Petersburg. Das finden Jan und ich prima. HeyHey. Es geht voran. Nach dem obligatorischen Wollknäulwerfen (wirklich nur Spass), dem Erstbriefing und Warmupkennenlernen, entere ich mit Birgit und Axel den Supermarkt. Beim Einkaufen wird mir schon klar, dass unsere Crew volle Kanone Spaß haben will. Vier volle Einkaufswagen verstauen wir kurzum auf der MARLIN. Nicht das wir kein Platz haben. Platz ist ja genug da. Es folgt die obligatorische Sicherheitseinweisung und ich schmeiße den Räucherofen an. Erster Tag an Bord – Voller Erfolg. So soll es sein. Auf dem Plan steht Åland, Helsinki, Tallin und St. Petersburg. Strammes Programm. Mal schauen ob wir alles schaffen. 360 Meilen sind es Luftlinie bis St. Petersburg, also 36 Meilen am Tag. Na, dass wird wohl ohne Übernachttörns funktionieren. Ich freue mir den Arsch ab. Alle total nett. So langsam stellt sich heraus, dass eigentlich eh alle Mitsegler total nett sind. Das muss am Schiff liegen. MARLIN zieht positiv ziehende Menschen an, so kommt es mir vor. Oder auch ich? Und Jan? Es fängt an richtig Spaß zu machen. Gutes kommt auch von Flensburg. Auch meine neuesten Befunde sind sauber. Langsam vertraue ich meinem Körper wieder.  
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Wieder zu Hause

Und zurück ins Wasser gerutscht

Bloggen ist frei sein. Nicht bloggen ist blödes Multitasking. Die Welt dreht sich immer schneller. Immer mehr Dinge soll jeder gleichzeitig machen. Ich frage mich wie das ohne Computer war, erinnere mich daran, dass an meinem Arbeitsplatz ein Telefon stand mit Wählscheibe. Mann, war das Leben & Arbeiten damals entspannt gegenüber heute. Aber ich will mich ja nicht beschweren. Nur ich komme einfach nicht mehr zum Schreiben, weil alles was Kohle bringt wichtiger ist. Alles dreht sich, wie immer um Geld. Schade eigentlich. Wäre Jan nicht, würde gar nix mehr klappen. Mal ehrlich. Angekommen in Stockholm geht es als erstes wieder um Geld. MARLIN ist blitzeblank und mit neuem Antifouling versehen. Um ins Wasser zu kommen wollen die erst mal Geld sehen. Komisch was. Siehe oben. Ist das grade erledigt, fährt uns Anders mit seinem Riesengabelstappler wieder die Rutsche runter ins Wasser. Die Frohnatur ist er eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil. Aber ich bin ja nun mal Profiskipper. Gewusst wie habe ich aus dem Duty Free ein paar Flaschen hochprozentigen Schnaps mitgebracht. „Wie war Dein Urlaub Anders? Schau mal. Hier ist eine Flasche Havanna Rum für Dich!“ Anders, dem Schlechtgelauten, nehme ich den Wind aus den Segeln. Plötzlich geht alles ganz einfach. Wir dürfen am Dock unsere Batterien einbauen. Anders lächelt sogar mal. Sie drehen das Schiff und jemand bringt die DHL Kostet auch nix. Wunder gibt es auch noch. Als gibt es Frühsport. Acht neue Batterieblöcke mit je 100Ah sind auszutauschen. Wer meint das ist ein Kinderspiel, der ist falsch gewickelt. Die neuen haben die gleichen Maße, aber jeder Block wiegt 35kg. Es ist schweißtreibend. Am Abend sind alle drin. Jetzt wieder verkabeln und 10 Jahre Ruhe. Solange könne die neuen leben, wenn man gut behandelt. Wir schwimmen wieder und das ist gut. Am Samstag kommt die neue Crew und es geht weiter nach Petersburg. Das Deck und Innen sieht aus wie Hulle. Überall der Dreck von der Werft. Man kann sich quasi totputzen, was Jan’s und Micha’s Lieblingsbeschäftigung ist.  
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Die ARC segeln mit der MARLIN

Die ARC segeln mit der MARLIN

Wir sind dabei. Kommst Du mit?

Den offiziellen Törntext kannst Du ja auf der MARLIN-EXPEDITIONS Seite nachlesen. Ich musste bei der gesamten Sache ja über meinen eignen Schatten springen. „Komm Micha. Die Leute wollen das. Das Rahmenprogramm, die Partys, die anderen Schiffe. Es ist eben ein großes Event für alle Beteiligten. Lass uns das mal machen. Das kommt bestimmt gut an.“ drängelte Nathalie nicht nur einmal. Und so habe ich mich Sturkopf eben breit schlagen lassen. Jetzt ist es bestätigt. Wir haben die ARC Zusage. Was da so alles passiert, kann man hier bei der ARC nachlesen. Jetzt geht es darum eine coole Crew zusammen zu bekommen. Nicht das es ein Problem wäre. Anwärter gibt es viele. Aber es muss ja auch passen. Dann mal los und die Fahnen schwenken. Hallo. Ihr könnt auf der MARLIN im November nicht nur der deutschen Kälte entfliehen, sondern auch noch einmalig im Verbund der ARC den Atlantik überqueren.

Auf der MARLIN-EXPEDITIONS Seite findet ihr aber aktuell auch den gesamten Törnplan bis Sommer 2018. Mutig was? Nun. Ich habe vor ein paar Tagen meine aktuellen Knochenmarksanalysen hier in Flensburg bekommen und die lassen nicht hoffen, die sehen einfach nur gut aus. Null Leukämie-Krebszellen nachweisbar. Das stimmt mich nicht nur frohes Mutes und Glücksgefühl, da legt Wnuk natürlich gleich wieder Vollwind voraus an.

Zum Logbuch schreiben komme ich derzeit so gut wie gar nicht. Auch schon gemerkt was? Nun. Das liegt daran, dass nebst gutem Wetter, massenhaft Events meine Alltag kreuzen und auf meinem Schreibtisch Berge von Aufträgen und TOP’s nach Aufmerksamkeit lechzen. Vollkommen normal für Dich. Für mich auch. Nur dass beim Segeln sich natürlich die Berge nicht weniger werden sondern mehr. Am Dienstag geht es zurück zur MARLIN. Mit etwas Glück finde ich mich wieder mit Jan zusammen der schon vor mir wieder da sein sollte. Acht neue AGM North Star Batterien je 100 AH stehen hoffentlich für uns bereit, warten darauf eingebaut zu werden, MARLIN ist hochglanzpoliert und neues Antifouling gestrichen. Hmm. Sound’s like a plan. Hoffentlich klappt das auch alles.



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Uffe Heimaturlaub

Seemannsbraut ist die See

Jan ist weg. Schon gestern hat er seinen Flieger wohl erreicht und sitzt schon zu Hause. Mich hat Schweden noch ein paar Stunden dann schwebe auch ich auch in so einem Aluvogel Richtung Hamburg. Auf, Matrosen, ohe, einmal muss es vorbei sein. MARLIN bleibt an Land stehen. Die darf wieder schwimmen wenn wir in 10 Tagen wiederkommen um dann mit Full House nach St. Petersburg düsen. Da bin ich ja mal gespannt wie nen Flitzebogen. Die ganze Vorbereitung mit den Visas ist echt nicht easy. Eigentlich habe ich mich genug und nicht früh genug um den Törn gekümmert. Wird schon irgendwie gehen. Aber nix da. Unsere Visa Agentur hat zum ersten Mal ein Schiff als Kunde. Na super. Irgendwann schaue ich mal bei Noonsite.com rein unter St. Petersburg. Da wird gesagt: Nix geht ohne Vladimir Ivankiv. Jan schreibt dem und bekommt glatt ne Antwort, die uns dann echt busy hält. Auf den CMAP Karten nicht verzeichnet, haben die Russen 2016 fertiggestellt eine Brücke genau vor dem St. Petersburg Central River Yacht Club, unserem gedachten Aufenthaltsort. Durchfahrtshöhe 24m. „Mist. Da kommen wir nicht durch. Das ist zu knapp.“ Vorsichtshalber messen wir noch mal nach. 26,5m ist unser Mast mit Antennen. Jan rechnet weiter. „Mit 25 Grad Schräglage kommen wir da durch.“ „Dann brauchen wir aber mindesten 20 Knoten Wind. Oder wir hängen das Beiboot voll mit Wasser an das Spifall.“ Bilder von so was habe ich ja schon im Netz gesehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Aktion auf Begeisterung bei unserer Versicherung stößt. Fällt dann wohl unter: Grobe Fahrlässigkeit, wenn das Fall genau unter der Brücke bricht und wir zum Denkmal werden.“ Also ziehe ich den Schwanz ein. Die folgenden 24 Stunden vergehen mit Telefonaten. Wir müssen über die südliche Newa Mündung rein. Dort gibt es auch eine neue Brücke, die aber 40m Clearance hat, wegen der Kreuzfahrtschiffe. Die Kreuzfahrerdoks werden von der Agentur Inflot betrieben. Auf Nachfrage bekommen wir ein Angebot. Liegeplatz für eine Woche 6.500 na was? Kronen? Ne Euronen. „Na dass ist ja mal günstig. Kannste ja schon mal nen Spendenaufruf im Blog schreiben“, meint Nathalie am Telefon. Helfen kann nur Vladimir. Der beantragt für uns einen Liegeplatz neben den Passagierschiffen auf dem Vasilyevsky Island. 5 Euro, pro Meter die Nacht. Nun. Das passt. Ob es klappt wissen wir aber erst in ein paar Tagen. Dann wandel ich mal Richtung Flughafen.  
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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?

Peinlichkeit als Beruf

Die Kunst der Perfektion bekommt man, wenn man sich spezialisiert. Jan und ich können segeln, auch reparieren, aber das Schiff professionell polieren, ist nicht unser Alltag. Mikas schon. Und das sieht man. Quadratdezimeter für Quadratdezimeter wird aus dem kalkig angelaufenen Rot der MARLIN wieder das glänzende Schneewittchen. Es macht Spaß Mika dabei immer mal wieder über die Schulter zu schauen. Er und sein Partner haben es eben drauf. Mit ihren Poliermaschinen, 2.500 Schleifpapier, Pasten und Konservierungsmitteln holen sie den Glanz der AWLGRIP Farbe wieder aus stumpfen Rumpf heraus. Wenn das dann mal immer so bleiben würde. Unsere Farbarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Ein Fläche Antirutsch auf der Badeplattform fehlt noch. Da müssen wir erst noch mal warten bis die Farbe richtig durchgetrocknet ist. Also wechselt Jan heute das marode Abgasrohr der Heizung aus. Den Ersatz fahren wir schon seit Monaten mit uns herum. Wir räumen den Keller, unseren achterlichen Stauraum aus und schmeißen mal wieder Zeug weg. Es ist schon unglaublich was beim Charterbetrieb so alles liegenbleibt. Mit Gästen an Bord bleibt einfach keine Zeit um sich um Wartungsarbeiten zu kümmern. Ist ja auch richtig so. Sie verlangen und bekommen eben unsere komplette Aufmerksamkeit. Murphy ist auch weiterhin dabei. Vor unserer angedachten Marina, dem St Petersburg Central River Yacht Club haben die Russen 2016 eine neue Autobahnbrücke gebaut. Bei der Planung des Törns ist das keinem aufgefallen. Die Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 24m, die MARLIN hat eine Höhe von 27m über der Wasserlinie. Jan und ich messen heute noch mal nach und berechnen sogar, ob wir denn vielleicht mit geneigtem Mast da durch kommen. Aber no way. Wäre auch schon sehr abenteuerlich und im Sinne der Versicherung grob fahrlässig. Also entscheiden wir, dass das wohl keine so tolle Idee ist. Wir setzten alle Hebel in Bewegung um einen Platz in St. Petersburg zu bekommen, aber bisher bekommen wir nur Schulterzucken. Und wir? Wir schauen dumm aus der Wäsche. Na mal schauen, wie wir nun aus dieser Mausefalle wieder herauskommen.  
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Das hatte sich Jan auch anders vorgestellt

Maler und Lackierer als Wahlberuf

Is ja nun anders als geplant gelaufen. So ganz glücklich ist Jan nicht. Dumm gelaufen, auch noch irgendwie seine eigene Schuld. Am nächsten Donnerstag ist er befreit und hat Heimaturlaub. Bis dahin gibt es Schulung beim Alten. Fraktion Schleifen, Spachteln und Lackieren ist angesagt. Ab Morgen Motorkunde, Aufräumen und To Do Liste abarbeiten. Gedacht war in Wasahamn Stockholm Center, stadtnah, tagsüber arbeiten und dann Stockholm erleben. Realisiert ist, auf der Baustelle in der Marina schuften. Murphy ist auch wieder dabei. Gestern grade alles fertig gespritzt und gerollt, da ziehen Wolken auf und es fängt an zu schütten. Gut das wenigstens die Farbe, die ich am Hull gespritzt habe schon soweit trocken war, dass es keine kleinen Krater gegeben hat, die man wieder neu anschleifen und neu sprühen muss. Heute hat Jan grade die Scheuerleiste noch mal gerollt. Ich die Badeplattform, da kommt eine dicke Wolke und schüttet tonnenweise Wasser über unsere Gewerke. Folge: Arbeitsabruch. Jan hat eine Einweisung in Gebrauch des Druckkochtopfes bekommen. Wundert mich, dass dieser nicht explodiert ist. Hätte ja zum heutigen Tag noch prima gepasst. Gegeben hat es eine 1a Kürbissuppe. Kann er jetzt. Inzwischen ist Jan heute weg ohne mich und ich trage mal mein Logbuch nach, halte Mittagsschlaf bis um 17:00. Dann quietscht unsere Wasserpumpe los und die Gardena Wassermachersteuerung will die Membranen der Entsalzungsanlage spülen. Was für ein Wecker.  
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