Archiv der Kategorie: SY Marlin

Keine Post ist gute Post. Die MARLIN rennt nach NE.

Sturmtief aus NW erwartet

Wie aus dem Nichts soll am Wochenende ein Sturmtief nördlich der MARLIN auftauchen und dann Süd ziehen und ordentlich fallen. Mir macht der Wetterbericht etwas Stirnrunzeln und schlechten Schlaf. Von Bord der MARLIN bekomme ich immer einen automatischen Positionsreport, wenn Skipper Jan ein PACTOR Verbindung macht. Das Mittagsbesteck sammel ich und kann hier eingesehen werden. „Mach Ost und beeil Dich!“ ist der Konsens meiner Morgenmail an den Skipper. Aber eigentlich ist alles gar nicht so schlimm. Die Starkwinde mit 8Bft werden aus W kommen. Das kann die MARLIN ablaufen. „Ihr schaukelt das schon.“ Mit dem Schaukeln muss es auch zu tun habe, dass ich außer den 12 Uhr Mittagsbesteck mit Position, weder tolle Logbuchberichte, noch tolle Fotos bekomme, um hier mal was zu posten. Ich kann also nur versichern, dass es allen gut geht und die MARLIN wie geplant Etmale um 160 Meilen in die richtige Richtung macht. Was will man mehr? Ein kurzes Telefonat mit Jan über Iridium, hat das am Nachmittag bestätigt. Ist eigentlich schon aufgefallen, dass hier gar nicht mehr Rede von meiner leidigen Krankheit ist? Monatelang ging es um nichts anderes. Gefällt mir. Mir geht es super. Ich fühle mich gesund und munter. Bis Mitte November brauche ich nicht mehr ins Krankenhaus.

Sie haben es geschafft loszukommen. Im Oktober durch die Biskaya.

Morgenmail an meine Crew

Moin Jan und Crew, ihr habt es geschafft. Leinen los! Wer lossegelt und nicht innerhalb 12 Stunden zurück im Hafen ist, der kommt auch an. Mit den Seebeinen habt ihr alle morgen durch das Thema. Dann werdet ihr euch an Bord bewegen, als wenn ihr nie woanders gewesen seid. Hey, ich bin stolz auf euch. Auch das schöne Crewfoto habe ich noch bekommen. Stelle ich heute mal ins Netz. Ich hoffe ihr hab die Herrschaft über all die MARLIN Technik und kommt ohne große Probleme durch. Zum Wetter: Eure Lage ist schon recht herbstlich. Mit jedem Grad Nord werdet ihr es merken. Die GRIB Files erzählen alle sechs Stunden neue Märchen. Dem sollte man nicht zu viel Bedeutung geben. Ihr könnt dem Wetter eh nicht ausweichen. Da kommt ein Tief von Westen mit einer Front, die aber weit nördlich von euch liegt. Auf Erfahrung würde ich einfach Kurs Portsmouth anlegen. Das sollte weitestgehend gehen. Bekommt ihr starke Winde, könnt ihr einfach 12 Stunden auf 135° zum Wind ablaufen. Durch eure hohe Geschwindigkeit, von fast 9 Knoten, macht ihr dann aus 35 Knoten TWS 25 Knoten AWS, fahrt dann halt mal 12 Stunden nicht genau auf der Linie. Die gedachte Linie La Coruna – Brest ist no Go Area! Aber davon werdet ihr überhaupt nicht betroffen sein. Jedes Tief bringt euch segelbaren Wind. Das Azorenhoch würde euch Nord Winde bringen. Also: Alles gut. Weiter so! GO! MARLIN GO! Die Positionsmeldungen über Sailmail und Kurzwelle laufen jetzt prima. Kommt alles an. Ich wünsche euch Mast und Shotbruch. Daumen hoch! Micha.

Crew 19 an Bord

Mannschaft komplett

Nachdem Lara am Freitag, Bente, Micha und Lars am Samstag angekommen sind, habe ich mit meiner Ankunft am Sonntag die Crew komplettiert. Die Anreise hat bei allen problemlos geklappt….leider nein. Am Freitag Abend gab es die erste Schrecksekunde, die sich dann zu einer schlaflosen Nacht von Bente und Micha ausbaute. Ihr Gepäck war leider in Düsseldorf hängengeblieben. Nun waren sie zwar auf den Azoren, aber halt ohne Schwerwetterkleidung, warme Unterwäsche, Gummistiefel…..So hätten sie nicht segeln können. Zum Glück konnte alles geregelt werden und die Taschen wurde am Sonntag morgen nachgeliefert. Der wunderschöne Sonntag wurde zum Erkunden der Stadt, eines nahgelegenen Hügels und natürlich der Marlin genutzt. Eine so große Yacht benötigt schon ein bisschen Zeit zum kennenlernen. Skipper Jan hat mit der Einweisung in den Motorraum und Deck begonnen. Außerdem einen Überblick über das laufende und stehende Gut gegeben. Den Tagesabschluss bildetet das gemeinsame Essen mit einer kleinen Vorstellungsrunde in der ,,Stadt“. Erstes Resümee: Jan und ich haben super Glück gehabt oder besser gesagt Schiffseigner Micha hat uns eine tolle Mannschaft zusammen gestellt. Für Morgen steht die Einweisung in das restliche Schiff, Planen und Einkaufen und eine Geburtstagsfeier auf dem Plan. Einen Tisch in der legendäre Seglerkneipe Peter Cafe Sport ist schon reserviert. Sue

Crew 19 an Bord

Geburtstag

Am Tag vor der Abreise haben wir viel zu tut. Es beginnt mit einem Check der Bordvorräte. Die Besatzungen vor uns haben recht viele haltbare Lebensmittel übrig gelassen. Wir haben Nudel, Reis, Mehl, Dosentomaten, Kokosmilch, Marmelade, Gurken….. im Überfluss. Trotzdem wird auch unsere Liste recht voll. Obst, Gemüse, Salat, Käse, Salami…. ganz, ganz viele Süßigkeiten und Cola für die Nachtschichten. Bente, Lars und Lara sind für ein paar Stunden beschäftigt. Parallel wird das Projekt ,,Bild auf der Haufenmohle“ angegangen. Hauptbeauftragter dafür ist Micha, der ebenfalls für Stunden beschäftigt ist. Die Idee für das Motiv ist unserem super kreativen Skipper Jan entsprungen. Vor dem Abendessen stand der 2. Teil der Sicherheitseinweisung auf dem Plan. Diesmal unter Deck. Schwimmwesten wurden zugeteilt und gecheckt, Lifelines angepasst, AIS-Transponder erklärt. Danach nahmen wir uns dem Thema Feuer und Feuerlöscher an. Vermeiden ist das wichtigste und Wasser zum Löschen im Überfluss vorhanden. Soweit so gut. Wenn es keine Kabelbrände und Fettbrände gäbe. Dafür haben wir CO2 und spezielle Schaumlöscher. Batteriehaupschalter und Gasabsperrventile suchen und finden war das nächste Thema. Und und und…..Wieder ein paar Stunden. Dann hatten wir auch noch einen Geburtstag zu feiern. Lara hat Geburtstag. Happy birthday! Da werden bei mir ein paar Erinnerungen wach. Vor knapp einem Jahr habe ich schon mal einen Geburtstag gefeiert, auf hoher See mitten auf dem Atlantik. Wir waren auf dem Weg von den Kapverden nach Grenada und feierten Skipper Micha´s Geburtstag. Schön war´s und was ganz besonderes. Ein bisschen vermisse ich ihn schon. Auf der Marlin zu sein, ohne ihn….. Gut, dass es wenigsten einen Namensvetter gibt. Praktischerweise ein sehr erfahrener Segler und supernett. Sue

MARLIN under way the Acores

Ruhig Brauner. GANZ ruhig.

Ganz ehrlich? NEIN. Es ist mir gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass die MARLIN jetzt grade in Horta abgelegt hat. Ich habe unser Schiff in Jan’s Hände gelegt und bin mir sicher, dass die MARLIN mit ihm und seiner Crew dort wohlbehalten ankommen wird, wo sie hinwollen. Nach Portsmouth. ABER! Es ist eben doch ein komisches Gefühl, dass mein „BABY“ jetzt ohne den alten Knurrhahn Wnuk durch die Wellen schneidet. Im Moment kann ich die MARLIN noch am Horizont sehen über AIS. Das wird nicht mehr lange so gehen und da bin ich auch froh drüber. Das würde mich ja fast wahnsinnig machen, ständig nachschauen zu können. Einmal am Tag hab ich mir vorgenommen, werde ich Position, Wetter und Navigation betrachten. Nicht öfters. Na. O.K. Dann zweimal eben.

Neue Fender braucht der Kutter

Schluss mit Kratzern

Certec Fender aus Frankreich. Wie man auf dem Bild sieht ist die MARLIN dann endlich mal sicher gegen Karambolage Spielchen mit Kaimauern. Die sind nicht nur groß und lang und schützen die MARLIN auch, wenn sie von schweren Windböen mit 30° Krängung an die Mauer gedrückt wird, die sind vor allen Dingen zum schnellen Aufblasen mit der Fuß-Pumpe gedacht. Sprich, sie können kleingepackt und leergesaugt praktisch irgendwo im Schiff verstaut werden, wenn man sie nicht braucht. Leider wie alles, was gut ist: Teuer. Die Summer der Schäden in den letzten drei Jahren, der Nerven der Eigner und dem Reparaturbudget, hoffen wir jetzt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Drei von den Dingern haben wir erstanden. Danke an Leser Alex der uns die Bezugsfirma in Frankreich vermittelt hat. Safty first. Sturmtief Nicole, im Moment immer noch Hurrikane genannt im Moment, hat seine Richtung gen Island geändert. Gut so. Dann steht der Abfahrt der MARLIN fast nichts im Weg, ausser das zwei Mitsegler, Micha und Bente, ohne ihre Gepäck angekommen sind. Und da sind warme Sachen drin. Hmm. Jetzt hoffen wir mal, dass dieses Problemchen auch den richtigen Verlauf nimmt.

Back in Hospital

Ich bin der mit dem kurzen Haarschnitt

Mein Traum hat sich realisiert. Aus drei Wochen, dritte Chemo sind tatsächlich drei Tage geworden. Wenn die Sonne auch am Samstag wieder im Osten aufgeht und ich keine 38,3° Fieber habe, werde mit einer Tüte Tabletten nach Hause gehen können. Ein kurzer Besuch diesmal mit fast keinen Nebenwirkungen. Konsolidierungsphase nennen die das (von lateinisch consolidare ‚fest machen‘, ‚stark machen‘). Diesmal habe ich kein Einzelzimmer, dafür habe ich Lasse kennengelernt. Lasse ist grade mal 25 Jahre alt, ein Jahr älter als meine Söhne Julian & Lukas, hat Lymphdüsenkrebs, seit März 2016 in Behandlung. Operation und erfolgreiche Behandlung. Lasse lacht. Dazu hat er allen Grund. Gestern war er in der Röhre, musste den ganzen Vormittag Sambuca-ähnliches Kontrastmittel trinken und sein gesamter Korpus und Kopf wurde auf Metastasen per CT untersucht. Mächtig nervös war Lasse. Gestern und heute, bis Jungärztin Julia mit den Ergebnissen gekommen ist. Alles gut Lasse. Du hast es geschafft. Die Metastasen haben sich auf winzig verkleinert, die Chemo hat angeschlagen, die Schulmedizin war erfolgreich. Zytostatika heißt eines der Mittel, die Lasse heute über einen Venen Portkatheter bekommen. Rot. Ex. Ich würde sterben. Schon bei dem Anblick. Aber was tut man nicht alles um weiter leben zu dürfen. Da kennen wir beide was von. Beide sind wir auf dem richtigen Weg. Dank guter Ärzte und gutem Personal.
Am Mittag ist eine meiner zwei täglichen dreistündigen Chemos vorbei und mit Hundeblick werde ich von meiner netten Schwester von der Salzwasserlösung befreit. Spontan laufen meine Füße los. Toosbüstr. Heimatausflug. Direkte Entfernung 350m. Ich habe meine LunaWLANnet im Büro vergessen mitzunehmen. Das Internet des Krankenhauses geht gar nicht. Lasse flucht den ganzen Abend. In unserem kleinen Heim geht ohne Internet gar nichts. Eigentlich lohnt es sich ja nicht bis Samstag, aber dann eben doch, ein bisschen angeben will ich ja auch. Maya und Lena fallen mir um den Hals. „Hey Papa! Was machst Du denn hier. Bist Du getürmt?“ Ich ergattere grade noch einen Brownie, der backfrisch aus dem Ofen kommt und telefoniere eine dreiviertel Stunde mit meiner Co-Skipperin Susann. Alles sind etwas nervös wegen dem Wetter. Der Ex Hurrikan Nicole rollt von Wersten an Richtung Azoren. Vermutlich abgeschwächt wir der die Azoren nördlich passieren. Auf der Unterseite könnte die MARLIN mit W-SW Wind Richtung England segeln. Wir werden sehen. Am Wetter lässt sich eh nicht ändern und auf dem Trip wird die Crew dann mal ganz brav den meiner und Nathalies Erfahrung folgen. Safty first.
Um Vier finde ich mich wieder im Krankenhaus ein und klebe die LunaWLANnet ans Fenster. Um vier Uhr fünfzehn haben wir schnelles Netz im Zimmer. Endlich hört die Flucherei auf. Vernünftige, ausgereifte Technik ist eben doch befriedigend. Wieder schaue ich mir die aktuelle Wetterkarte für die Rückfahrt der MARLIN an. Wahrscheinlich ebenso wie unsere gesamte Crew, Jan, Susann, viele Leser. Aufregung bahnt sich an. Es hört einfach nicht auf. Na, da wird die Crew real erleben was Passageplanung ausmacht. Den Tag aussuchen, an dem es richtig ist loszusegeln. Hier handelt es sich garantiert nicht um eine langweilige Ost-West Atlantiküberquerung. „Viel Spass Kinders“, geht mir durch den Kopf. Hoffentlich ändert Ex Hurrikan Nicole seine Richtung noch etwas.

Gespenster auf der MARLIN

Und schon wieder in Bewegung

Jan ist jetzt Skipper. Susann Co-Skipper und ich? Eigner? Reedereichef? Irgendsowas. Auf jeden Fall ist Jan gestern nochmal ordentlich durch den Hafen von Horta gekurvt und hat Manöver gefahren, den letzten Schliff im Umgang mit der MARLIN von mir bekommen und sich gar nicht doof angestellt. Ganz im Gegenteil. Immerhin, alles bei 20 Knoten Wind. Uns MARLIN ist also aufnahmebereit. Das Schiffszimmermännchen Harry Schenk, hat seine ToDo Liste weitestgehend fertig gestellt und kommt persönlich an Bord um die letzten Arbeiten abzuschließen. Statt lackiert sind jetzt die Schlingerleisten und der komplette Boden geölt und gewachst. „Hält für die Ewigkeit.“ Nun, mich zu überleben ist ja nicht so schwer, geht mir so durch den Kopf. Harry lädt am späten Nachmittag zu einer sehr persönlichen Billardpräsentation in seinem privaten Club ein. Einen Tisch hat der begnadete Billardkönig aus Deutschlang importiert, einen Raum extra in der Nähe von Horta gemietet. Harry kann viele Tricks und permanent einsam spielen, also so, dass kein anderer dran kommt. Man merkt deutlich das seine Fehler, also Kugeln, die nicht in den Taschen landen, gewollt falsch sind, damit er nicht nach kurzer Zeit ganz alleine am Tisch steht. Bin ja nicht blöd Harry. Ich bin schon wieder in Bewegung. Sitze auf dem Lissaboner Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Hamburg. Genau. Mal los zu Gate.

Skipper an Bord MARLIN in Horta

Wiedersehen mit Jan

Ja, ich habe es geschafft. Mir geht es gut genug um zu reisen. Zwischen meinen Chemobehandlungen, mit guten Blutwerten, fliege ich Anfang der Woche schon nach Horta um mich dort mit Jan zu treffen und die MARLIN zu übergeben. Chefarzt Menzel lässt mich gehen. Mit dem letzten Knochenmarkstest sind keine Krebszellen mehr in meinem Körper festzustellen. Gut so. Schiffszimmermann Harry ist zu 85% mit seinen Arbeiten fertig. Der Boden und alle Schlingerleisten sind jetzt nicht mehr lackiert, sondern geölt und gewachst. Nicht ganz wie neu, aber fast. Seine Mitarbeiterin Natacha macht den ganzen Dreck vom Schleifen weg, was sie wirklich gut macht. Jan und ich haben viel zu besprechen, was sich alles verändert hat. Jan ist ein bisschen nervös, weil er die MARLIN nun nicht mehr als Bootsjunge begleitet, sondern selber Skipper des nächsten Schlages nach Flensburg ist. Co-Skipperin Susann reist nächste Woche an. Und dann hoffen wir mal wieder auf das entsprechende Wetter. Sportlich wird es schon werden. Ich würde ja so gerne mitsegeln. Aber so gut geht es mir dann doch nicht. Trotz der guten Diagnose stehen noch drei Chemos an, die ich auch durchziehen werden. Als ich die MARLIN vor drei Monaten verlassen habe um ein paar Wochen wieder zurück zu kommen, keiner ahnte ja, was passieren wird, habe ich das Schiff natürlich auch nicht für diese lange Zeit vorbereitet. Die ToDo Liste ist mal wieder lang. Nebst AIS, das wieder geht, ist jetzt statt einem zum Bordrechner umgebauten MacMini, ein Windows Rechner an Bord. Das macht mit der wechselnden Crew der kommenden zwei Jahre mehr Sinn. Auch verliert Apple seit dem Verlust von Mr. Jobs wirklich viele Vorzüge. Trojaner, Würmer, Vieren, Pishing Software etc. machen zwischenzeitlich einen Virenscanner auf den MacRechner notwendig. Das Betriebssystem wird immer unstabiler und verspielter. Nicht schön, aber nix zu machen. Mit der Grund, warum seit ein paar Tagen Funkstille auf dem MARLIN Blog herrscht ist, das mein MacBook Air zum wiederholten Male Ausfallerscheinungen hat und mich seit Flensburg durchgehend bis gestern Mittag im Stich gelassen hat. Nun bin ich aber nicht auf Faial, der Insel wo Horta liegt, um mich mit meinem MAC herumzuärgern. Am Abend lädt der Azorenbootsjunge Lorenz zum Essen ein. Er speert mit der Harpune. Das ist sogar erlaubt auf den Azoren. Wieder bin ich neidisch. Vor ein paar Wochen hat er tatsächlich einen Wahoo mit der Harpune erlegt. So etwas ist mir noch nie zu Ohren gekommen. Und gar nicht klein sondern über 20kg. Nun ja. Heute Abend gibt es diversen Fisch vom Grill, ausgereiften Wein und gute Gesellschaft. Das geht. Das geht sogar gut. So. Neuer Tag, neues Glück. Ich muss mich sputen. Am Dienstag geht es schon wieder Richtung Heimat. Am Mittwoch habe ich wieder ein Zimmer im Krankenhaus.

Der goldene Oktober beginnt

Ersatzmeer – Die Flensburger Förde

Gut. Der Ausflug an die Westküste war der reinste Reinfall. Kaum angekommen auf Rømø fängt es an zu regnen, wie es im Dänisch Geschichtsbuch des Skippers Micha steht. Dänemark ist einfach bekannt für seine plötzlichen Regengüsse. Daran ändert auch nichts das Regenradar von Wetter Online oder sonst was. Drei Stunden verweilen Corinna, Julian und ich mehr oder weniger im Auto. Eine halbe Stunde trauen wir uns in einer kleinen Regenpause mit Lars auf den Strand und werden nun auch noch klatschnass. Echt. Das war so nicht geplant. Sorry Corinna. Nächste Mal gebe ich mir mehr Mühe mit dem Wetter. Heute dann fällt der Ausflug kürzer und näher aus und mit viel mehr Glück. Die Sonne scheint ein bisschen und läutet den Herbst an der Förde ein. Ich kann ein schöne Zeitrafferaufnahme machen. Easy. Da stehe ich vor der Förde und sehe im Geiste schon die MARLIN hier rauf und runter segeln. Ja so was auch. Gar nicht mehr so lange hin, bis zur neuen Realität. Für morgen ist die Passageplanung 2017 angesagt und die Entscheidung wo die MARLIN den Winter verbringt, also an welchen Liegeplatz im Flensburger Hafen.

Jung trifft Alt

Die Schätze der Natur sind die eigenen Kinder

Julian, einer meiner lieben Söhne ist mit Freundin Corinna den weiten Weg von Düsseldorf nach Flensburg gekommen. Der verflixte Bus fährt echt lange und ich weiß wie viel Nerven es kostet. Dann haben wir noch nicht einmal Platz zu Hause. Die beiden müssen auf dem Schiff schlafen, dass Freund Detlef unkompliziert zur Verfügung stellt. Geht alles. Das schöne an den eigenen Kindern ist, dass man sich nicht so viel erklären muss, da geht so viel einfach ohne Orte. Ich mag das und ich freue mich, dass Julian da ist. Hilft mir. Irgendwie. Kann ich gar nicht erklären wie genau. Ein schönes Wochenende besteht uns bevor. Gemeinschaftlich frühstücken, kochen, spazieren gehen. Hey, die Sonne lacht. Da geht es an die Westküste.

Der neue Volvo

Das ging dann doch fixer als gedacht

Kurzentschlossen bin ich nach Hamburg gefahren, um die neue alte Schleuder zu kaufen. Von Privat, an Privat. Alex ist nett und ehrlich. Wir einigen uns auf zweieinhalb tausend Tacken und die Schleuder ist meine. Endlich. Problem gelöst. Ab nach Flensburg. Abmelden, anmelden. Altes Nummernschild bleibt. Tochter einsammeln, ab in die Waschanlage. Die neue Schleuder ist toll. Alle Schalter und Funktionen – Vollkommen ungewohnt funktionieren wie sie sollen. Von der Klimaanlage, über das Autoradio und die Fensterheber. Ziemlich viel zusätzliche Ausstattung. Kein Rost, nix rappelt. Die Investition lässt hoffen. Das geilste kommt aber jetzt. Die Schleuder rollt mit Gas. Volltanken für 30 Euro, wie vor 30 Jahren. Heyhey, wie geil ist das denn. Mir geht es gut. So gut, dass ich nächste Woche nach Horta fliegen werde, um die MARLIN an Skipper Jan zu übergeben. Wir haben noch diverse Dinge zu besprechen und zusammen vorzubereiten. Es gibt neue Fender, neue Reffleinen, ein ganze Latte an Taten um die MARLIN heile über den Teich nach Flensburg zu bringen. Jan wird das schon machen. Ich darf und will auch nicht mit. Zwischenzeitlich ist der Törn auch endgültig voll. Drei Frauen, drei Männer segeln die MARLIN. Das finde ich besonders gut. Ich werde den Wetterrouter machen und mal schauen, das die Dokumentation auf dem Blog nicht in Vernachlässigung gerät.