Archiv der Kategorie: SY Marlin

Déjà vu

{Time:21:45:00}
{Date:20181204}
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{Photo:20181204}
{Title:Déjà vu}

Tür zu

Ich sitze bei meinem Kite Trainer Jair und zeige ihm meine kaputte Kite-Bar. Nix Schlimmes. Eine abgebrochene Curry Klemme. der Depower Leine. Jair geht in seinen Kite-Raum und kommt mit der gleichen Bar wieder. „Kannste ja auswechseln. Aus Zwei mach eine.“ Er gibt mir einen ausgelutschten Schraubenzieher, einen Hammer, eine Langustengabel… Die versalzten, mindesten fünf Jahre alten Leinen aus der Mechanik herauszubekommen erscheint mir fast unmöglich. Zu Schluß gelingt es mir mit einer stumpfen Fleischgabel, einer kleinen Flasche Wasser und etwas Spüli und Geduld. Wind ist keiner. Klar. Ich hab ja auch frei ab Übermorgen. Ich lasse mein Kitezeug bei Jair und ziehe Leine. Heute preisbewußt, fahre ich Collectivo. Die Schule ist grade zu Ende und in den Bus passen zu den 20 zugelassenen Gästen noch mal 20 dazu. Keiner bleibt am Strassenrand stehen.

Am Abend helfe ich Katja und Ansgar, die bald über den Atlantik wollen, erfolgreich, dass Iridium sich mit Sailmail und dem Windows 10 Rechner unterhält. „Ahem. Ich dachte, wir haben das Telefon doch bei Dir gekauft. Dann ist der Support doch kostenfrei.“ Ich spare mir einen ausführlichen Kommentar und muss traurig an Eike denken, dessen Arbeitsplatz ich einfach nicht weiter bezahlen kann, weil dieser Kommentar stellvertretend für den überwiegenden Anteil meiner Kunden gilt. An dem Verkauf des Iridium Telefons haben wir von LUNATRONIC grade mal 60 Euro verdient. Macht doch keinen Spaß.

Der rauchenden Bettlerin am Strassenrand gebe ich zwei Euro. Dafür darf ich ein Foto machen. Später auf der MARLIN wird mir bewußt, dass ich sie vor gut 17 Jahren schon mal fotografiert habe und das Foto eines der ersten war, die über Kurzwelle auf den SQL Server übertragen wurden und eine automatische HTML Seite generiert hat. Zum Vergleich schaust Du hier.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Sinn seines Segelns

{Time:22:22:00}
{Date:20181203}
{Position:16°53.1165’N, 024°59.5856’W}
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{Place:Mindelo, Cabo Verde Islands} 
{Target:Cabo Verde Islands}
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{Title:Sinn seines Segelns}

Veränderungen

Lobster gibt es in Cuba in rauhen Mengen. Doch auch hier auf Cabo Verde gibt es Lobster. Die schaffen es aber nicht bis auf den Markt. Da muss man schon ein paar Fischer aus Salamanza kennen oder selbst in die Tiefe tauchen. Skip & Skip kommen ganz auf ihre Kosten. Teil des Skippertrainings ist natürlich die Lobster Zubbereitung.

In W. Kopf rumort es. W. wacht nachts um Vier auf, geplagt und beflügelt von Träumen über den Sinn seines Segelns. Es ist Jahresende. Zeit die Gleise neu zu stellen. Stellwerk Kopf. Stellwerk Freiheit. Stellwerk Horizont. Das Projekt „W. not@home and sailing most of the time but having office in Germany“ hat sich als arbeitsaufwendige Nullnummer herausgestellt, deren Zukunft W. im neuen Jahr verweigert. W. stellt sich der Gegenwart. E. verlässt das team.

Soweit. So gut. Drei Jahre hin und her über den Atlantik zu segeln war eine schöne Zeit, eine neue Erfahrung und die Menschen die MARLIN und mich mitgesegelt haben, jeder für sich ein individuelles Abenteuer. Wohl für jeweils beide Seiten. Bis auf sehr wenige, sehr aufregende, interessante, tolle und lohnende Menschen. Weder Langeweile noch Alltag war ein Thema bei meinen Reisen in der Zeit nach meiner Familie an Bord. Nun ist aber auch gut. Es schreit in mir nach Veränderungen nach Hiscock, zu fernen Küsten, das Buch, dass schon vor zwanzig Jahren meine Phantasie beflügelte. OMG W. was lässt Dich warten? Du weißt wie es geht, Du hast das richtige Schiff. Leinen los und wech.

Mag man denken: W. reicht es mit den Mitseglern. Ganz und gar nicht. Es geht mehr um die Auslese. Der Plan war nicht ein Atlantiküberquerung Bus Unternehmen. MARLIN hat Charme, hat Style zu mehr als einem „Must done once in a lifetime Hype“. Ich arbeite weiterhin mit Hochdruck an unserer multilingualen neuen Website und der Plan nochmals in den Pazifik zu segeln stabilisiert sich täglich in meinem Kopf. Basis wird ein Segelplan sein mit Orten die durch die Tiefpreismitsegelangebote nicht angelaufen werden. Ich spreche hier über Expeditionssegeln das auch seinen Preis haben wird, was ich eigentlich immer schon geplant habe mit der MARLIN zu machen. Zum Verständnis für den interessierten Leser: Panama Canal – Galapagos – Hendersen – Pitcairn – Gambier – Easter Islands – Chile – Patagonia – Cape Horn – State Islands – South Georgia – Edinburgh of the Seven Seas – Cape Town. Wenn ich diese Route segeln will, dann jetzt.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Erster Advent auf Cabo Verde

{Time:21:10:00}
{Date:20181202}
{Position:16°44.8001’N, 024°45.0106’W}
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{Place:Santa Luzia, Cabo Verde Islands} 
{Target:Cabo Verde Islands}
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{Wave:1,5m}
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{Photo:20181202}
{Title:Erster Advent auf Cabo Verde}

Das Leben kann so schön sein

Den Kite von der Badeplatform fertig zu machen, aufzublasen und zu starten war immer schon so ein Traum von mir. Sollte doch gehen. Oder? Ich hab mir zwei große Plastikeimer gekauft für den Zweck um die Leinen klarzumachen. Der erste Versuch die Unterseite nach oben dann den Kite hinterm geankerten Schiff wegtreiben zu lassen lassen funktioniert nicht. Beim zweiten Versuch lasse ich den Kite einfach in der typischen Strandstellung nach achtern treiben. Leinen sind alle klar, die Bar an der Reling fest. Passt. Der Kite richtet sich sofort auf und ich kann ihn easy mit der Hand seitwärts vom Schiff senkrecht parken. Upps. Ich muss mich jetzt nur noch anziehen und eincremen.

{Photo:20181202a}

Mit Murphy’s law hab ich nicht gerechnet. Unerwartet innerhalb von Sekunden haben wir plötzlich 24 Knoten Wind statt 15, wie vorher und der 14er Kite ist nicht depowered, ich ziehe mir grade den Neopren an. Der Kite startet von alleine seitlich vom Schiff. Looped mehrmals und knallt aufs Wasser. „Aua!“ So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Gut das ich da nicht dran hing. Das ganze Experiment endet im Cockpit und Stefan hilft mir den fussballgrossen Knoten aus Kite Leinen wieder zu entwirren. Wir schaffe es in weniger als einer Stunde. Mein Bedarf an Experimenten ist für heute gedeckt. Kite hinterm Schiff starten: Ja. Aber nicht in Sta. Luzia mit Böen. Mach ich noch mal in den Tobago Keys.

Wir üben Landgang bei anderthalb Meter Schwell und brechender Welle am Strand. Das geht in Sta. Luzia ganz besonders gut. Da gibt es nur eins. Das Dinghy dort ankern, wo sich die Welle noch nicht bricht und dann durch die Brandung zum Strand schwimmen. Jetzt nicht so das was sich ältere Gäste so unter Landgang vorstellen, meint Stefan. Ich grinse und schmeisse ihn den Kite Sack zu. Nachdem wieder alles aufgebaut ist, bemerke ich das die Curryklemme an der Bar zum Depowern des Großen kaputt ist. Gut das ich das bemerke, bevor ich den Kite starte. Der Versuch mit dem 11er Kite aufs Wasser zu kommen endet mit dem Einsinken nach ein paar Meter Fahrt. Ja. Nicht so mein erfolgreichster Tag. Trotzdem strahle ich über beide Mundwinkel. Es ist warm, der Himmel ist blau und wir verbringen den Tag mit Wasser- und Windspielzeugen. Besser kann der erste Advent gar nicht sein.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Corte Cabo Verde

{Time:20:00:00}
{Date:20181201}
{Position:16°44.8001’N, 024°45.0106’W}
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{Place:Santa Luzia, Cabo Verde Islands} 
{Target:Cabo Verde Islands}
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{TempWater:23,0°}
{Wind:18kn/NE}
{Wave:0,5m}
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{Photo:20181201}
{Title:Corte Cabo Verde}

Boing und Entspannung

Ich bekomme meine Crew ja immer zum Arbeiten. Die Halterungen des Dinghys auf dem Vorschiff bekommt eine Antirutschauflage aus Fahrradreifen an der Karsten arbeitet, während Stefan die Großfallbremse reinigt und gängig macht. Ich unterdessen versuche Unterwasser den Grund zu finden, warum aus dem Testhahn des Wassermachers Salzwasser kommt, das Wasser, das in den Tank fließt, allerdings gut schmeckendes Süsswasser ist. Das ich überhaupt darauf gekommen bin, das Wasser am Tank zu testen – Achter Sinn oder so was. Wie auch immer. Die Lenzrohre in die das Abwasser des Wassermachers fließt, sind frei. Da hab ich dann ja noch Zeit drüber nachzudenken und kann währenddessen einen Teil das Unterwasserschiff von einer dicken Schicht grünem Bewuchs befreien. Uppsi. Der Bewuchs ist ordentlich fortgeschritten. Als mich die Lust auf Unterwasser-Antifoulingnebel verlässt und mir schwindelig wird, versinke ich wieder im Motorraum. Wäre jetzt zu schwierig zu erklären, was ich da gemacht habe, aber es war mein eigener Fehler von vor vier Jahren. Das Testwasser konnte nicht frei ablaufen und ist deshalb salzig geworden oder Rückdruck oder sonst was. Auf jeden Fall produzieren wir wieder: Arnold den Strom, Moses das Wasser und ich mache da  Engineering und die Unternehmensberatung… Alles gut.

{Photo:20181201a}

Wir verlegen mit dem Grund Ankern zu üben. Das Händling des großen 70kg Eisens auf dem Bug will gelernt sein. Da gib es keine Manual dafür. Ganz ungefährlich ist es auch nicht. Also üben. Am Wunschplatz eine halbe Meile weiter östlich liegt dann eine Mouring im Wasser mit Eisenring. „Prima. Was nen Zufall. Nehmt die mal auf.“ Ich lasse Skip & Skip es drei mal versuchen. Ohne Erfolg. Dann drücke ich ihnen Hook & Moor in die Hand. Noch drei Anläufe und wir sind fest. Geht doch. Das Dinghy bekommt den 30PS Aussenborder und schon flitzen S&S um die MARLIN. „Geiles Teil“, meint Stefan.

{Photo:20181201b}

Da kommt Daniel mit seinen Fischerboot um die Ecke und öffnet seine Corte Cabo Verde Theke. Ich sehe die Blicke von Skip & Skip und erstehe drei kleine Langusten. Die schmecken leckrerer als die großen. Glaubt mir. Den Garupa bbekommen wir quasi von Daniel dazu geschenkt und wir laden die drei durchtranierten Harpunierer auf ein Bier im Cockpit ein. Sie kommen aus Salamanza auf Sao Vicente und kennen meinen Kite Trainer Jair dort gut. Tja. Hier ist die Welt noch viel kleiner als in Flensburg. Was machen S&S mit den ganzen Eiweiß? Tür zu. Gute Nacht ;-)

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
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Happy Sailing. Happy Hour

{Time:20:45:00}
{Date:20181130}
{Position:16°45.5160’N, 024°45.9304’W}
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{Place:Santa Luzia, Cabo Verde Islands} 
{Target:Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:1016/26°C}
{TempWater:25,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:0,5m}
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{Photo:20181130}
{Title:Happy Sailing. Happy Hour}

Expeditions Sailing

Meine Skipper in Spe segeln heute von San Antao nach Santa Luzia. Nach Santa Luzia bekommt man keine Genehmigung zu segeln, also fahren wir nach Boa Vista und haben in Santa Luzia ein Problem mit unserem Motor. Schlimme Sachen die ich meinen Skippern da beibringe. Überhaupt bringe ich ihnen viel zu viel bei, denn sie können gar nicht so viel und so schnell aufnehmen wie ich es am liebsten erwarte. Am besten wäre es wenn sie schon alles könnten. Natürlich genauso wie ich das immer mache und mir vorstelle. Geht natürlich nicht. Also versuche ich mich zurückzuhalten. Dadrin bin ich aber nicht grade besonders gut. Geduld und Zurückhaltung sind Sachen, die ich wohl weiterhin üben muss. Den Beiden und mir ist in den vergangenen Tagen bewußt geworden, dass sie wohl nach dem Skippertraining noch keine fertige Skipper sind und ich ihnen die Schlüssel rüberwerfen kann mit den Worten: „Hey. Dann mal los. Da stehen fünf Gäste auf dem Steg. Viel Spaß.“ Die MARLIN ist kein einfaches Schiff.

Wir segeln im Süden um Sao Vicente. Der Weg ist gespickt mit Fallwinden. Um die östliche Kante der Insel bläst die Düse. Von Santa Luzia keine Sicht. Es ist dunstig, wolkig heute und soll auch so bleiben. Dann tauchen die grauen Berge plötzlich auf. Unbewohnt ist St. Luzia. Hier gibt es kein Wasser, kein Grün und die Fallwinde blassen in heftigsten Böen die Berge runter. Leider zum Kiten vollkommen ungeeignet. So sehr ich auch will. Wir segeln auf der Kante, die Rellingstützen ziehen durchs Wasser, der Anker fällt. Der Ankergrund hier hat keinen guten Ruf, der ROCNA rutscht ein paar Meter, bis er eine Unebenheit auf dem steinigen Boden findet und die Kette sich strafft. Gut so. Well done. Debriefing. Es war tolles Segeln. Alle drei haben wieder viel gelernt. Hatten wir uns das alle so vorgestellt?

Das Wochenende steht vor der Tür. Wir werden Santa Luzia nehmen um dem Wort Expeditions nun eine Bedeutung zu geben. Landfall mit dem Dinghy bei brechender Welle will geübt sein ohne, dass Smartphones und Kameras absaufen, Gäste ins Wasser fallen oder nicht mehr zurück von Land zum Schiff kommen. Cabo Verde ist der richtige Platz das zu üben. Wer nur Mindelo kennenlernt, der kennt die Kapverden nicht.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Skipper’s Düse

{Time:17:48:00}
{Date:20181128}
{Position:17°00.9813’N, 025°03.7323’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Porto Novo Antao, Cabo Verde Islands}
{Target:Cabo Verde Islands}
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{TempWater:25,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:0,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20181128}
{Title:Skipper’s Düse}

Bin ich anstrengend oder was?

Stefan meint, dass ich immer schon so war. Kantig und eben ungemütlich. Gestern hatten wir Probleme mit dem maximalen Ruder Anschlag, also der softwareseitigen Begrenzung des Autopiloten. Hatten wir noch nie. Deshalb sind wir in den Hafen von Mindelo zurück. Heute haben wir zu dritt den Vormittag im Motorraum verbracht und ich habe geredet und geredet und geredet. Mit dem roten Laser des Thermometers zeige ich auf die Dinge, die ich erkläre und schon sprudelt es aus mir raus. Das kann dauern, bis es aufhört und gegen Mittag sag ich dann: „Ich hab noch Chorizo und Kichererbsen. Ich mach uns mal schnell nen Eintopf. Danach weiter Motorraum oder lieber Segeln?“ „Segeln!“ ist Karstens Antwort.

Die Meerenge zwischen Mindelo und San Antao hat es in sich. Kenne ich schon. Heute gehen wir mal mutig mit dem zweiten Reff in die Düse. Ich versuche meine Crew möglichst selbstständig segeln zu lassen. Nach dem Frühstück habe ich alles erklärt was heute wichtig ist. Ich bin zu schnell mit meinen Erwartungen, den 50.000 Meilen die ich mit diesem Schiff gesegelt habe, wo jeder Handgriff sitzt und alles eine Bedeutung hat und eben so auch gemacht werden soll. Nun machen wir ja hier grade keinen Urlaub, sondern es geht darum die MARLIN selbst als Skipper zu segeln. Es gibt Tage, da klappt alles, es gibt Tage da geht es und es gibt Tage da klappt gar nix. Heute ist der letzte der drei Tage dran. Die acht Meilen nach Porto Novo sind acht Meilen. Acht Meilen, die es in sich haben. 28-33 Knoten am Wind machen das Segeln schräg. Es ist alles vorbereitet. Fast alles. Nachdem dann das Running Backstay gesetzt ist und das dritte Reff im Main sind wir viel schneller. „Hmm!“. Karsten nimmt es mit Ruhe, wenn ich nörgel, weil meine Aspiranten nicht gleich mir meine Segelwünsche von den Augen ablesen können und grinst mich an. „Wir sind ja auch zum Skippertraining hier.“ Der Anker fällt auf San Antao, ich verzieh mich in meine Kabine und nach zwanzig Minuten ist alles wieder gut. Debriefing im Pilothaus. Ich stell mal Wasser für Nudeln auf den Herd. Dieser Tag ist zu Ende und morgen endet mein 55igstes Lebensjahr. Immerhin. Ich lebe. Geht doch.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Mindelo, Sao Vicente im Anschlag

{Time:10:18:00}
{Date:20181123}
{Position:16°56.4137’N, 024°47.2543’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Cabo Verde Islands}
{Target:Mindelo, Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:1015,0/26°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:22kn/NE}
{Wave:1m}
{Vimeo:}
{Photo:20181123}
{Title:Mindelo, Sao Vicente im Anschlag}

Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen

Der fliegende Fisch ist mir grade beim Setzen des dritten Reffs genau so auf die Mütze geflogen. Ich habe einen guten Wind ausgesucht um nach Mindelo zu kommen. Endlich setzt der Trade Wind wieder ein. Um achtzehn Uhr sind wir los aus Boa Vista und mittags kommen wir an? Gestern nachmittag habe ich Iris an Bord genommen, die ja für die letzte Woche ins Hotel gegangen ist, weil ich meine Ruhe haben wollte. Iris hat einen Lift über den Atlantik mit einem anderen Schiff ab Mindelo. Den Schlag Boa Vista – Mindelo nicht alleine zu fahren, war mir nur Recht. Man kann sich auf Iris verlassen, wenn man schlafen geht.

Den letzten Tag in Boa Vista hat wieder mein schwimmendes Büro verschlungen. „Mein Chef segelt auf den Kapverden, während dessen ich hier in der Kälte sitze und sechs Monate nur grau sehen, es mir auf den Kopf und Seele regnet…”, mögen meine Mitarbeiter denken. Ein immer währendes Klischee. Das man auf einem Segelschiff in der Südsee Stress haben kann, ist aber auch wirklich vorstellbar. Aber die Zeiten haben sich gewaltig geändert und das wird auch noch so weitergehen. Ich bin noch nicht einmal dazu gekommen ums Boot zu schwimmen, seit dem ich auf den Kapverden bin. Glaubt mir keiner. Is aber so. Aber in Mindelo muss ich mal wieder die Muscheln vom Rumpf kratzen.

Stefan und Karsten kommen. Skippertraining auf der MARLIN. Na. Da sind wir aber alle gespannt was daraus wird. Nun. Ich werde berichten. Stefan war schon mal auf der MARLIN. Karsten noch nicht. Zwei andere Anwärter sind ausgefallen. Gut so. Hätte eh nicht gepasst.

{Photo:20181123a}

Nachdem ich in den letzten Monaten mehrmals gesehen habe was Alkohol aus Menschen machen kann und auch ich nun ganz gerne mal einen über die Genußschwelle trinke, habe ich mich entschlossen mal eine Durststrecke einzulegen. Kann ich auch ohne Alkohol lachen und glücklich sein? Die erste Woche habe ich nun hinter mir und es geht mir deutlich besser. Zeichen von Entzug haben sich eingestellt, aber eher wie beim Nikotinentzug, vor 9 Wochen. Also nen bisschen schlechte Laune und Kribbeln in den Füßen. Bier und Weinvorräte an Bord habe ich erfolgreich ignoriert. Ziel der Abstinenz ist erst einmal Union Island auf der anderen Seite des Atlantiks.

Ich habe mal nachgeschaut. Die Atlantiküberquerung ist unser 50ter Törn mit Gästen und meine zehnte Atlantiküberquerung. Das muss natürlich auf der anderen Seite ordentlich gefeiert werden.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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{end}

Ganz herzlichen Glückwunsch der Capitana

{Time:16:00:00}
{Date:20181121}
{Position:16°09.8500’N, 022°55.3300’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Boa Vista, Cabo Verde Islands}
{Target:Mindelo, Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:1013,0/24°C}
{TempWater:26,0°} {Wind:14kn/NE}
{Wave:1m}
{Vimeo:}
{Photo:20181121hd}
{Title:Ganz herzlichen Glückwunsch der Capitana}

Meine schwimmendes Büro

Das Wichtigste zuerst heute. Nathalie hat Geburtstag. Was ein Glück. Schon wieder Neununddreißig. Die Frau, die den Jungbrummen erfunden hat. Das Foto ist für sie. Druck ich ihr aus, wenn ich in Deutschland bin. Leider ist Nathalie nicht mehr so ganz segelbegeistert, wie ich es mir wünschen würde. Aber das war ja nach 10 Jahren mit mir alten Grummelbären auf dem Schiff auch nicht anders zu erwarten. Dann noch die beiden bildhübschen Scheißer, deren Aufzucht Nathalie sich neben ihrem Job widmet. Einfach macht sie es sich auch nicht. Herzlichen Glückwunsch nun noch mal hier übers Netz, damit alle die es vergessen haben Nathalie Geburtstagsgrüße zu schicken, das jetzt schnell noch machen können. Ich glaube noch nicht einmal ein Lottogewinn würde sie auf Schiff zurückholen. Sie geht einfach auf wie ein Kuchenteig in ihrem Chirugenjob. Da kann ich nix gegenhalten. „Vielleicht kommt ja mal eine weibliche Mitseglerin, die Du noch vom Seglerleben begeistern kannst“, meinte sie letztes Mal als wir abends im Cockpit der MARLIN ein Flasche guten Roten totgemacht haben in Portugal. Darüber denke ich noch heute nach. Wie meinte sie das?

Nun – Es gibt wichtigeres als Frauen an Bord. Gestern ist es mir zumindest teilweise gelungen den Blog wieder funktionstüchtig zu machen. Also. Mir nicht aber Allen’s team, der sich hinter einer amerikanischen Telefonnummer versteckt, die dann aber doch nach Indien führt. Ja. Ich habe erst versucht in Deutschland jemanden zu bekommen. Schier unmöglich. Allen’s team hat das als Nofall behandelt und mir aus der Patsche geholfen. Kalender geht wieder einigermassen. Vieles andere geht noch nicht wieder. Aber die Hoffnung ist nun wieder größer als die Enttäuschung mit dem letzten Inder.

Ein großer Niederschlag ist der Blick auf die LUNATRONIC Bilanzen des Jahres 2018. Über so etwas kann man schweigen oder es schmücken. Mir ist aber grade nicht nach Schönreden. Grund der schlechten Entwicklung sind Dumpingangebote zu Produkten die wir seit Jahren, erfolgreich und mit viel Beratung an unsere Seglerkunden verkaufen. Unter anderem unsere Konkurrenz Busse Yacht Shop und der Funkshop Hilden verzichten auf einen Großteil ihres Händlergewinns und bieten diese Geräte zu Dumping Preisen an. Früher war es so, dass die Hersteller oder Distributoren so etwas nur in einem sehr kleinen Rahmen geduldet haben und ansonsten der Aufbau eines seriösen Händlernetzes extrem wichtig war. Hat ein Händler mit Dumpingpreisen geworben, hat er einfach keine Ware mehr bekommen. Aber die Philosophie der Hersteller und Distributoren hat sich geändert. „Ach Micha. Die fünf Geräte die Funk Shop Hilden da verkauft. Nun reg Dich mal nicht auf…“ Nun. An den fünf Geräten hängen aber vielleicht noch fünf Kurzwellenanlagen, fünf Wassermacher, fünf Bordrechner und fünf Installationen. Die Auswirkungen sind verheerend. Ich bin gezwungen eine Stelle zum Jahresende zu streichen. Ein motivierter Mitarbeiter steht auf der Straße und ich fühle mich schuldig. Scheiß Kohle. Mir gehen solche Geschäftstaktiken wirklich gegen den Strich. Mir fehlt es an Verständnis und demnächst begrüße ich jeden neuen Kunden erst einmal mit einer Beratungspauschale, denn ich muss ihm erst einmal unterstellen, dass er sich bei mir fachmännisch beraten läßt und dann bei der günstigen Konkurrenz einkauft. Ist das das Ziel? Ich bin unbeholfen. Ich fühle mich von meinen Lieferanten versetzt und betrogen. Doof. Ne? Wenn man das einfach mal so sagt.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Selbstportrait

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Inselausflug. Ich gönn’s mir

Der Schwell lässt langsam nach, die Wellen brechen sich nicht mehr unter mir und ich scheiß mir auch nicht mehr in die Hose. Hab ich das getan? Ja. Muss ich ja zugeben. Skipper Wnuk ist nen Hosenscheißer. War ne dumme Situation. Hätte auch schnell in die Hose gehen können. Nathalie bringt es mal wieder auf den Punkt. Stell dir das vor, mit dem alten Delta Anker und der rostigen 10mm Kette die auf dem Schiff war. Das wäre bestimmt in die Hose gegangen. Gut das wir in den ROCNA Anker und Wälderkette investiert haben. Andere Leute kaufen sich von dem Geld nen Kleinwagen. MARLIN liegt immer noch da wo ich sie vor drei Tagen eingefahren habe.

Den einzigen Schaden habe ich. Weil ich war seekrank. Vor Anker. wer hätte das gedacht? Die heftigste Nacht habe ich im Salon geschlafen. Vorschiff ging gar nicht. Immer mit einem Auge auf die Wassertiefe. Jetzt habe ich den Ankerkoller und muss dringend an die frische Luft. Ich bin klar im Vorteil. Der Schwell ist zwar Mist, dafür haben wir 28 Grad und Sonnenschein. Das schlechte Wetter was den Schwell erzeugte ist nämlich nicht hier, sondern tausende von Meilen weiter im Nordatlantik. Da wo es jetzt grade Winter wird. Mit dem Beiboot verlege ich meinen Geist und meinen Körper auf die Illha da Sal Rei. Ist ja grade mal hundert Meter entfernt. In der Hand ein dickes Lot mit drei Knoten für die drei Meter Wassertiefe, die die MARLIN braucht. Als zwei Meter und einen Meter Sicherheit. Hätte geklappt. Hier hätten wir keine brechenden Wellen gehabt. Und wenn doch? Dann wären wir gebeacht. Nun ja. Also doch die richtige Entscheidung nicht noch weiter in die kleine Bucht reingefahren zu sein. Immer mit dem Hintergrund, dass ich ja alleine an Bord eine 30 Tonen 60Fuß Schiffes bin. Da können kleinen Fehlentscheidungen große Folgen haben.

Ich genieße die Insel für mich alleine zu haben. Eine richtige Kamera und Stativ habe ich dabei und keinen der mich drängelt und so kann ich in aller Ruhe hunderte von Fotos machen. Von der kleinen Insel, von Boa Vista, von Wellen, von der MARLIN und von mir selbst. Zum ersten Mal seit Donnerstag fühle ich mich entspannt. Schön von oben zu sehen wie die MARLIN da unten auf den Wellen mit dem Mast wackelt. Ich sitze da und schaue auf’s Meer und schaue auf’s Meer und schaue auf’s Meer…

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Es folgt. Lieblingsarbeit Toilettenreparatur

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Es wird schwelliger

Ich schreibe mir derzeit nur noch die wichtigsten Arbeiten an die Tafel über den Herd. Da steht schon ein paar Wochen das Wort: Toilette. Kann man versuchen zu ignorieren. Erstens, wenn man von der defekten elektrischen Pumpe einfach umschalten kann auf Handbetrieb. Oder man hat eine zweite Toilette. Soweit war es aber noch nicht. Handbetrieb hab ich einen Monat gemacht. Wind ist zu wenig, dafür Schwell ohne Ende und ich muss eh auf dem Schiff bleiben. Also. Schrank auf und nachschauen was ist. Verstopft ist nichts. Die Ventile und das Innenleben der Pumpe sind zugesetzt mit Urinstein. Na super. Also ausbauen. Die Gas Wasser Schei… Fraktion. Natürlich läuft nicht alles in die bereitgestellte Schüssel. Ich geh nicht weiter ins Detail.

Im Mittelpunkt meines Interesses steht nicht der Wind, sondern der Schwell. Aus Nordwesten sind 3,5 Meter angesagt und das ist nicht lustig. Der Hafen entwickelt sich immer mehr zum Plantschbecken. Ich liege auch nicht grade mitten drin, sondern mehr Richtung Untiefe. Da brechen sich ordentlich die Wellen. Es ist schon fast nicht möglich über das Heck ins Dinghy zu kommen ohne Gefahr verletzt zu werden. Das Heck der MARLIN wird hochgehoben und klatsch auf die Wasseroberfläche dass es nur höllisch knallt und spritzt.

Irgendwann ist die Pumpe dann sauber. JABSCO Fäkalienpumpe kann man in Bezug auf Konstruktion echt empfehlen. Mit wenigen Handgriffen und nur zwei Schrauben ist die Pumpe zerlegt. Das Säubern ist eben eine Schei…arbeit. Kennt man ja. Nun ist sie wieder drin die Pumpe und das Zeitrelay für die automatische Pumpzeit statt 30 Sekunden auf eine Minute gestellt, damit da weniger Kram drin stehen bleibt. Wenn’s hilft?

Kaum geht wieder alles, kommt es zu einem Kurzentschluß. Ich denke ja schon den ganzen Tag drüber nach. Ein bessere Platz im Hafen ist nicht vorhanden, also Anker auf und um die kleine Insel Illehu del Sal Rei. Bisschen spät dran bin ich ja schon für so eine Entscheidung. Es ist dunkel. Im Süden der kleinen Insel anker ich zwischen Untiefe und Insel auf vier Meter, fest im Glauben, dass ich hier besser liege als im Hafen. Na dann. Gute Nacht. Morgen früh soll das losgehen mit dem Schwell.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
CREW 51 Tobago – Martinique 16.02.2019 – 28.02.2019
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BlogPost

{Time:22:00:00} {Date:20181116} {Position:16°10.5516’N, 022°55.4177’W} {Direction/Speed:-°/ -kn} {Place:Boa Vista, Cabo Verde Islands}  {Target:Mindelo, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1013,0/24°C} {TempWater:26,0°}
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Es wird schwellig werden

So ist das im Leben. Jetzt habe ich eine Woche frei, packe mein Kite Zeug aus und was passiert. Der stetige NE Wind der letzten zwei Wochen schläft pünktlich ein, eine Depression im Norden zwischen den Kanaren und den Kapverden schickt uns dafür Swell ohne Ende. Na denn, kann ich ja mit dem Wellen-Surfen anfangen. Ist jetzt nicht so auf meiner Favoritenliste.

Um 11Uhr holt mich Mite und Foot von www.kitekriol.com zusammen an der Pier ab. Ich habe meinen gesamten Kite Kram zusammengepackt. Muss ja mal gelüftet werden. Schon wieder ewig her, dass ich zum letzten Mal auf’s Wasser gekommen bin. Angekommen in der Turtle Bay. Kite aufgepumpt. Leinen ausgelegt. Gequatscht und Kennengelernt. Einweisung in die lokalen Gewohnheiten. Wind schläft ganz ein. Ja. Typisch.

Ich vertreibe mir die Zeit mit 11er Kite Flugübungen am Strand und stelle nebenbei fest das mein großer Kite ein kleines, kleines Loch hat. Das gehört inzwischen auch schon zum Standardprogramm. Ganz wichtig ist nämlich das die Kite Ausrüstung trocken und kühl gelagert wird, wenn sie nicht benutzt wird. Jaaaaaa. Ist auf einem Segelschiff gar nicht so einfach. Und so transportiere ich meine Kites von einer Reparatur zur anderen. Ich diskutiere fast schon mit mir selbst ob es nicht günstiger wäre für mich, mir jeweils vor Ort Equipment zu leihen und meine Kites zu verkaufen. Dort wo man Kiten kann, gibt es ja eh immer Schulen, die alles vor Ort haben. Hmm.

Mite und sein Team integrieren mich kapverdianisch sofort in ihr team. In dem Unterstand, der malerisch direkt an der Turtlebay gebaut ist (1000 Euro Pacht im Jahr) kann man prima chillen und auf’s Meer schauen, was ich auch ausgiebig mache. Ich schreibe mit, alle Namen von den Kitern auf, die ich kennenlerne, altersbedingt, bevor ich die bis morgen alle wieder vergessen habe. Alzheimer lässt grüßen. Spontan gibt es ein Barbecue mit Yellowfin Thuna. Noch mehr spontan freunde ich mich mit Joke an. Die gut gebauten Jungs haben alle europäische Freundinnen, wen wundert’s. Im nächsten Leben werde ich auch Surflehrer. Nach dem Barbeque gibt es Caipi aus der Waschschüssel. Hab ich so auch noch nicht gehabt. Is auch mehr Grog Rum als Zitronensaft. Deutlich mehr. Ich nehme Jokes Angebot an und lasse mein Kite Zeug da. Er will sich auch um das Miniloch in meinem Kite kümmern. Na dann hoffen wir mal das der Wetterbericht sich für die nächsten Tage noch ändert und die 15 Knoten Wind noch mal kommen die notwendig sind um Skipper Wnuk aus den Fluten auf’s Brett zu heben. Ich nehme den Weg am Strand. Zu Fuß. Als mir einfällt, dass ich ja noch eine Verabredung habe auf der SHIVA. Pactor reparieren. Was sonst. Nun gut. Mit dem Dinghy fahre ich die Anchorage, klopfe am nächst besten Boot an um zu fragen wo die SHIVA denn nun liegt. Der Fehler ist einfach gefunden. Ein koordinierter Stecker, eine korrigierte Antennenzuleitung zu nah am Achterstag montiert. Kann ja nicht funken. Nachdem alles zu meiner Zufriedenheit ist: Keine Verbindung. Hmm. „Wenn ihr auf See seid funktioniert das. Hier jetzt grade nicht wegen Flughafen, militärische Einrichtungen, Funkmüll…“ Hans Peter schaut ungläubig. Verstehe ich ja. „Ich bekomme hier grade auch kein Signal.“ Is halt mal so. In ein paar Tagen wird er mir ein Mail schreiben, dass alles geht. Weiß ich, aber er nicht. Noch nicht.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019</p>

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Die Kapverdische Gute Sicht ist erreicht

{Time:22:00:00}
{Date:20181114}
{Position:16°10.5516’N, 022°55.4177’W}
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{Target:Mindelo, Cabo Verde Islands}
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{Title:Die Kapverdische Gute Sicht ist erreicht}

Eine Lawine von Problemen

Zuerst einmal die guten Nachrichten. Wir haben Santa Maria verlassen und nach einem schönen faulen Segeltörn Boa Vista erreicht. Beim zweiten Angermanöver sind die Einheimischen zufrieden. Zwei dicke, fette Ausflugskatamarane belegen den halben, kleinen Hafen. Der Pulk der anderen Fahrtensegler liegt an der Nordspitze der Turtelbay, eine Meile weg. Der Anker ist Vollgas eingefahren. Aber trauen tue ich der Sache nicht. Ein altes Handtuch auf der Ankerspitze reicht und schon rutschen wir auf die Untiefe zwei Bootslängen hinter uns, auf der sich der Schwell bricht und die Foilkiter anzieht, die sogar ohne Kite die Wellen runtersurfen. Nun. Mitten in der Nacht um drei Uhr frischt es auf, ich wache auf und ich lege noch mal eine lange Leine auf die Boje links von uns. Für solche Aktionen bin ich bekannt. Siebter Sinn. Die nette Boje wird grade eh nicht benutzt und sieht echt nach Freundin für die nächsten Tage aus. Ein Auge auf den Wetterbericht, das Erlebnis im Kopf, wie genau in diesem kleinen Minihafen vor 17 Jahren plötzlich eine dunkle Wolke die Schiffe, durcheinander wirbelte, wir mitten drin mit der IRON LADY, schlafe ich mit der zusätzlichen Leine an der robusten Boje, echt besser. Ich habe Urlaub. Eine Woche. Deshalb habe ich auch Iris gebeten, sich doch bitte eine Unterkunft an Land zu suchen, derweil ich nun wirklich mal ein paar Tage Ruhe brauche. Ist man nur zu zweit an Bord hört man jeden Furz des anderen. Besser so.

Boa Vista. Übersetzt: Gute Sicht. Auf Deutsch: Schau ins Land. Wie auch immer. Boa Vista ist peacefull. Viel mehr als Santa Maria, Praia und Mindelo. Hier ist die kapverdianische Welt noch in Ordnung, so erscheint es mir. Zum ersten Mal nach Erreichen des grünen Kaps, kommt wieder das Gefühl auf, dass ich vor siebzehn Jahren schon mal hatte. „Hier möchte ich bleiben!“ Ganz spontan, so wie es vor all den Jahren schon mal war, als ich noch nichts kannte von der Welt. Jetzt kenne ich schon verhältnismäßig viel von der Welt und habe wieder dieses spontane Gefühl. Schon bemerkenswert. Sollte ich mich noch mal näher mit beschäftigen. Wie gesagt. Eine Woche Urlaub habe ich. Diese Zeit werde ich dafür benutzen.

Es ist schon ziemlich viel Blödes passiert in den letzten Wochen, ja Monaten. Bis zum Besuch meiner Töchter in Culatra war noch mehr oder weniger alles in Ordnung, dann begann eine große Pechsträhne, die sich weiter fortsetzt. Beginnend mit Erikas Versterben, eine windlosen Zeit durch den Wirbelsturm Leslie und den Folgen für meine motorende Segelcrew, sich fortsetzend durch zwischenmenschliche Probleme innerhalb der nächsten Crew, dem ganzen Zauber der notwendig war um Arnold an Bord und in Service zu bringen. Mein Werkzeug, um mit meiner Lust und meinem Frust umzugehen, mein Blog, ist seit nun drei Wochen nicht oder nur zum Teil funktionsfähig. Jeden Tag verbringe ich Stunden über WhatsApp um den Funktionszustand wieder zu erreichen. Doch mein Leben besteht nicht nur aus MARLIN. Neben dem Schiff habe ich noch mein LUNATRONIC Büro in Flensburg und immer mehr muss ich realisieren, dass ohne meine Anwesenheit dort, der Erfolg leider ausbleibt, auch wenn ich in stundenlangen telefonischen Klimmzügen versuche das Ruder in Flensburg in die Erfolgssrichtung zu bekommen. Mein Wunsch Aufgaben abzugeben, ist da, endet aber leider nicht in Erfolg, sondern in mehr Arbeit. Stunden, die ich vorm Rechner sitze und wie jetzt. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich mich in zu viele Projekte gestürzt habe. Bestimmt der beste Weg für mich. Ich brauche das. Nun aber ist es an der Zeit kürzer zu treten und sich auf die Basics zu konzentrieren. Morgen ist der Törn mit der MARLIN zu Ende. Endreinigung. Dann je nach Wetterlage Quad mieten und über die Insel düsen – Kiten gehen. Oder andersrum. Nächste Woche Samstag beginnt das Skippertraining in Mindelo. Da freue ich mich drauf. Alte und neue Gesichter sehen.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 tlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
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