Archiv der Kategorie: SY Marlin

Skipper Jan sitzt im Flieger nach Berlin

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{Title:Skipper Jan sitzt im Flieger nach Berlin}

Glück im Unglück

Unsere Nachbarn vom UFO haben bestimmt keine Probleme mit verlorengegangenen Gästen wie in unserem Fall. Wahrscheinlich sind die Behörden auch einsichtiger. Ist aber nur ne Vermutung. Nachts sieht diese Superyacht schon fast unheimlich aus. Davon gibt es hier einige Raumschiffe.

“Komm Jan. Wir gehen jetzt ausklarieren für Dich und dann fahre ich Dich zum Flughafen.“ Wir sind die ersten am Sonntag morgen im Customs / Immigration Büro. Wir tun einfach mal so, als wäre nichts gewesen und füllen die Papiere für den Skipperwechsel aus. Kein Wort zu dem fehlenden Gast Marco Rast. Gestern noch war ja die klare Aussage, das wir keinen Skipperwechsel machen können. Bumms, haben wir den Stempel auf dem Papier. Ich schaue Jan an. Jan schaut mich an. Kein Wort. Bei der Immigration das gleiche. Der Beamte streicht Jan von der Crewliste und wir bedanken uns freundlich, nehmen die Crewliste wieder mit. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob es im Computer einen Vermerk gibt und Jan bei der Ausreise im Flughafen gestoppt wird.

Ich bringe Jan zum Flughafen. Das Checkin verläuft normal. Eine Stunde später bekomme ich eine Message von Jan. „Sitze im Flieger!“ Mir fällt ein Stein vom Herzen. Nicht auszudenken, wenn Jan wegen seinem Mitsegler Marco sein Studium um ein Jahr hätte verlängern müssen. Nach aussen war Jan ja ruhig, aber innerlich war er komplett durch die Wiese. Nun hab ich den schwarzen Peter – oder besser den schwarzen Marco. Ich bin verantwortlich für ihn, bis er ausreist, denn dass er sich meldet, ist so was von unwahrscheinlich, dass es unwahrscheinlicher nicht sein kann. Marco Rast ist bei der Polizei als vermisst gemeldet. Was kann ich mehr tun? Er ist Kiter. Es gibt auf der Insel nur zwei Kiteplätze. Auf Green Island und Jabberwock Beach. Ich speche mit der Kite Schule hier in Green Island. Irene die Inhaberin ist super nett. „Was soll ich machen, wenn er hier auftaucht. Handschellen?“ Irene grinst mich an. Ich schicke Ihr Fotos und die Vermisstenanzeige mit der Bitte die weiterzuleiten an ihre Kitelehrer. Morgen oder am Tag danach fahre ich dann mal nach Jabberwock. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Privatdetektiv. Ist das meine Aufgabe? Oder endet meine Verantwortung mit der Vermisstenanzeige. Die Polizei sagt klar und deutlich: Hätte Marco Rast einen Unfall gehabt oder wäre im Krankenhaus oder legal ausgereist, wüßten sie das. Mein Gewissen plagt mich. Es sind so viele Wenn und Abers im Raum, dass ich nicht weiß was ich machen soll. Legal ausreisen kann ich nicht solange Marco Rast nicht auftaucht. Prima Nummer. Toller Job: Skipper. Immer Schuld an allem.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 5 Martinique – Antigua. Noch ein Platz frei!
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Ein Tag bei der Polizei und Immigration!

{Time:23:45:00}
{Date:20190323}
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{Title:Ein Tag bei der Polizei und Immigration!}

Vermisstenanzeige

Skipper Jan’s Crewmitglied Marco ist immer noch wie vom Erdboden verschwunden. Die ganze Angelegenheit spitzt sich allerdings zu. Wir gehen heute in der Frühe an Land und müssen uns zur Klärung der Angelegenheit ein Auto mieten. Von Green Island aus, ein paradiesischer Platz, bekommen wir leider keinen Transport nach English Harbour. Jan muss heute ausklarieren um morgen seinen Heimflug anzutreten. „Wo ist Marco? Du bist verantwortlich für Marco. Solange Marco hier nicht mit euch zusammen auftaucht, kannst Du das Land nicht verlassen. Auch ein Skipperwechsel ist nicht möglich. Nein. Auch darf MARLIN das Land nicht verlassen. Ihr bekommt KEINE Clearance, solange ihr Marco nicht findet.“ Die Aussage der Immigration ist klar und deutlich. Marco reagiert nicht. An die zwanzig Mal haben wir versucht ihn bereits über What’s App anzurufen. Diverse Textmessages. Es klingelt. An den Messages erscheinen zwei Häkchen, dass er die Nachrichten bekommen hat. Wir machen und wirklich Sorgen und fühlen uns im selben Moment von ihm verascht. Warum macht ein Mensch so etwas? Es gab keine Probleme zwischen ihm und uns. Er wollte einfach nur mehr Privacy mit seiner brasilianischen Freundin, die er vor Ort kennengelernt hat. Verständlich. Er wollte ein Hotel, ein privates Zimmer. Nur hat er uns keine Adresse gegeben, nur das Versprechen schon am Dienstag mit uns bei der Immigration auszuklarieren.

Gegen Mittag geben wir die Suche um die Marina herum auf. Auch unsere Gasflaschen bekommen wir nicht zurück. Der Laden ist am Montag wieder geöffnet. Eins kommt zum anderen.

Wir entscheiden uns zur Polizei zu gehen und eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Die Beamten sind freundlich. Sehr freundlich. Und doch. Ein klarer Vorwurf steht im Raum. Warum wisst ihr nicht wo euer Crewmitglied Marco ist? „Wir können ihn doch nicht einsperren wie einen Hund? Marco ist doch ein freier Mann. Wir dürfen seinen Pass noch nicht einmal einbehalten. Haben wir auch nicht gemacht. Nein. Es gab keine Probleme.“ Die Sache entwickelt sich so, dass man fast das Gefühl hat, als wenn wir Skipper die Schuldigen der Sachlage sind und nicht Mitsegler Marco. Das Verhör dauert Stunden und es ist fünf Uhr als Jan eine Kopie der Anzeige in den Händen hält. Das Resulat: Zwei Blätter Papier. Die Polizei kann nichts machen. Einzig Marco wird nicht legal ausreisen können, sondern Fragen beantworten müssen, wenn er ausreisen will. Sonst nichts. Er hat ja kein Vergehen begangen. Das hat er aber nach Jan’s Wissen erst in ein paar Wochen vor. Solange kein Skipperwechsel, keine Ausreise Clearance für die MARLIN? Und was ist mit meinen Gästen die in Martinique warten? Der Beamte zuckt die Schultern. Im Polizeiauto fahren wir in das Cafe in dem Marco gerne sitzt. Kein Marco da. Neue Nachrichten, Anrufe, keine Reaktion. Könnte ja auch sein, dass er gekidnappt wurde. Brauchen wir das alles jetzt? Nein.

Was mich so ärgert an der Situation ist die Zeit, die uns gestohlen wird. War so nicht geplant. Wir müssen gefühlte zwanzig Mal zu den Behörden und treffen auf Unverständnis. Wir müssen ein Auto mieten um mobil zu sein und das Schlimmste ist, dass Jan vielleicht seinen Flug morgen verpassen wird. Er hat zwar auf mein damaliges Antraten einen flexiblen Flug gebucht, aber am Mittwoch hat Jan die Abschlußklausur seines Studiums in Berlin, für das er seit Wochen jede freie Minute lernt. Verpasst er die Klausur, kann er erst in 12 Monaten sein Studium abschliessen, wegen Marco. Ich kenne Jan. Ich kann seine Gedanken lesen. „Du hast im Moment keine Lust mehr als Skipper für mich zu arbeiten. Richtig.“ Jan schaut mich mit traurigen, leicht roten Augen an. „Ja. Ne. Doch. Ne. Stimmt.“ Ich führe Jan zum Abendessen aus in dem Ressort an der Kiteschule. Ob das hilft? Morgen wieder Immigration. Vielleicht passiert ja noch ein Wunder und Marco meldet sich.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Skipper Jan ist jetzt auch ein Kiter!

{Time:22:45:00}
{Date:20190322}
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{Title:Skipper Jan ist jetzt auch ein Kiter!}

Skippers delight

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des Cometas (spanisch: Kite Drachen). Am Vormittag darf erst ich, dan Jan. Jan ist 20kg leichter und klar auf der Überholspur. „Jan! Mach mal den Depower raus!“ Ich fahre mit dem Dinghy und dem 30PS auf der LUV Seite seiner Position im Wasser eng an ihm vorbei damit er mich auch hören kann. Er zieht an der Bar. Zweimal Supermann und dann steht er nun endgültig, streckt das Bein in Fahrtrichtung und saust los. So schnell, dass ich mit dem Dinghy kaum hinterherkomme, um an seiner Seite zu bleiben. Jauchzend vor Spass mach er mehrmals 200 Meter und fällt auch nicht mehr ab. Jan ist jetzt auch ein Kiter.

Nächste Aufgabe ist mich aus dem Wasser zu holen und mit dem Kite fliegend und dem Dinghy ans Heck der MARLIN zurück. Klappt auch so weit. Dann t der Kite durch und wir müssen ihn bergen. Wir ruhen uns am Strand von Green Island aus und schauen im Schatten der dortigen Hütten und gespannten Sonnensegel einem Foil Kiter zu. „Das sieht ziemlich elegant aus. Mann kann der Höhe laufen. Ist ja unglaublich.“ Wir entscheiden uns für Essen kochen und Mittagspause.

Es ist schon wieder spät als wir den 14er Kite am Heck der MARLIN wieder aufbauen. Eine Brise kommt auf und los geht es wieder. Der Neopren bleibt jetzt an Bord. Es ist eindeutig viel zu warm. Badehose, Trapez, Prallschutzweste und Helm reichen vollkommen aus. Ich fahre vielleicht 30 Minuten, dann übergebe ich den Kite Jan und mache die Sicherheitsbegleitung im Dinghy, denn es wird der letzte Kite Tag für Jan sein bevor er wieder nach Berlin zurückreist und ich die MARLIN für die nächsten Wochen skipper. Jan kann gar nicht mehr aufhören. Es wird eindeutig zu dunkel und wir haben keine Positionslichter am Kite. Also nochmal ins Dinghy mit dem fliegenden Kite am Himmel zurück. Klappt jetzt super. Jan steigt mit Kite in der Hand auf die Badeplattform und bindet die Kitebar an die Reling, landet den Kite 30m rechts neben der MARLIN. Sieht gut aus. Muss man unbedingt mal ein Foto aus dem Mast machen so. Für die Werbung. Ist aber schon zu spät. Drohne wäre auch gut. Ist aber leider nicht drin im Moment. Es werden bessere Zeiten kommen.

Was im ersten Moment wie Urlaub aussieht, ist Geschäft. Ich bin die ständige Materialerschöpfung der Atlantiküberquerungen mit finalem Nullgeschäft leid und orientiere mich neu. Die Betonung für die Zukunft liegt klar auf „Expeditions“. Kiten ist ein Bestandteil davon. Ist kein Wind, habe ich ein neues SUP gekauft, Ein kleiner Tauchkompressor steht auf dem Plan. Der Weg führt langfristig in den Pazifik. Ich will nicht mehr unbedingt den Kahn voll haben, um jeden Preis, sondern Gäste die MARLIN wirklich anerkennen und an Aktionen vor Ort interessiert sind. Die Zeit auf der MARLIN soll unvergesslich sein. Oft ist mir und Jan das schon gelungen. Oft aber auch, so dass es für uns eintönig wird.

Kiten soll ein Bestandteil unserer Törns werden. Dazu ist es erst einmal notwendig, dass die Skipper das selber können und das Themas Sicherheit für die kitenden Gäste 100%ig abdecken können. Deshalb trainieren Jan und ich heute und demnächst bestimmt wieder. Wir wollen keine schwimmende Kite Schule werden, aber Profis für unsere Gäste. Segeln wir weiterhin unser Schwerpunkt sein, denn dort wo MARLIN hinsegelt kommt man mit „normalen“ Kite & Sail Angeboten nicht hin. Ab Mai beginnt die windstärkste Zeit hier in der Karibik mit optimalen Bedingungen zum Kiten. MARLIN wird die schönsten Plätze in den Grenadinen und der südlichen Karibik dafür anlaufen. Über die Roques und Aves geht es nach Curacao wo wir die Hurricanzeit verbringen werden. Weitere Planung ist in der Mache. Weitersagen. Wäre doch schön wenn das klappt. Mein Team in Flensburg steht voll hinter mir.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Life starts at 20 knots. Let’s go kite.

{Time:22:45:00}
{Date:20190321}
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{Title:Life starts at 20 knots. Let’s go kite.}

Angekommen im Paradies

Nach meiner Eingewöhnungsphase zurück in der Karibik verlegen wir die MARLIN von der Falmouth Bay erst einmal nach Green Island. Dies ist ein karibisches Kite und Schnorchel Paradies. Fast noch besser als die Tobago Keys und Union Island. Das Ziel ist klar. Jan und Micha haben keine Gäste für den Rest der Woche und wollen aufs Board. Das erste was passiert nach zwei Monaten Deutschland: Ich hole mir einen fetten Sonnenbrand im Nacken und im Gesicht. Dagegen gibt es ja Sonnencreme. Gewohnheitsmäßig habe ich das dummerweise vergessen. Oha!

Wir lassen das mal mit dem Segeln und motoren die 10 Meilen. Wir wollen einfach nur ankommen und das schnell und unkompliziert. Mit Gästen wären wir natürlich den ganzen Vormittag gesegelt. Grins. Der Weg führt durch die zahlreichen Riffe. Der Anker fällt auf 9 Meter im weißen Korallensand. Ich zeige Jan, wie ich den Kite am Heck der MARLIN mit dem Generator aufblase, die Leinen in drei kapverdianischen Eimern klariere. Es klappt so halbwegs. Der Kite steht senkrrecht 90° zum Heck der MARLIN auf steuerboard. Fertig zum Wasserstart. Ich lasse mich mit Neopren ins Wasser fallen. Fehler Nr. 1. Viel zu warm ist das Wasser für den Neo. Nach drei Monaten muss ich erst mal wieder Fuß fassen. Fehler Nr. 2: Es ist plötzlich kein anderer Kite auf dem Wasser. Alle weg. Es ist auch schon Nachmittag. Hmm. Wind ist weg. Mit aggressiver Kite Bewegung komme ich aber doch aufs Brett. Ich bekomme das Kitegrinsen im Gesicht. Dann ist Kite Neuling Jan dran und fährt seine ersten fünfzig Meter. Auch er hat das Kitegrinsen im Gesicht. Mit dem Kite am Himmel auf 12 Uhr und Beiboot zur MARLIN zurück zu kommen klappt noch nicht. Auch kann ich noch nicht wirklich Höhe laufen. Aber das wird schon. Bis Mittwoch soll guter Wind sein.

Insgesamt ist es herrlich wieder dieses klare Wasser unter sich zu haben, nicht mehr zu frieren und hinter dem Riff geschützt vor Anker zu liegen. Es sind ein paar andere Katamarane hier. Ein zwei Megayachten fahren mit dicken Beibooten durch die Anchorage und ein paar Touristen sitzen im Wasser mit aufblasbaren Rückenlehnen und Schirmchendrinks in der Hand. Nun. Es ist kein Kreuzfahrschiff in der Nähe. Alles gut. Die sind in St. Johns, da wo die souvenir shops sind, auf der anderen Seite der Insel.

Der Abend endet am Backgammon Tisch im Pilothaus. Nachdem Jan zweimal verloren hat zieht der die Notbremse. „Da ist noch so eine kleine Wasserflasche mit Wodka aus Berlin in der Bar. Dann mach er mich betrunken und gewinnt haushoch. (Spaß. In Wirklichkeit ist er der bessere Spieler. Meint er.) Alle klar. Ich schlafe gut und der Wodka ist endlich weg. Ich selber kaufe so was ja schon lange nicht mehr ein.


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Zurück in die Gegenwart

{Time:22:45:00}
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{Title:Zurück in die Gegenwart}

Probleme, Probleme…

Nach dem ersten „HALLOOOO!“ kommen die Probleme. Ein Gast von Jans letzter CREW steht noch in der Crewliste und wollte sich melden um mit uns den Crewwechsel bei der Immigration zu machen. Nun ist er weg. Liest zwar seine WhatsApp Messages, meldet sich aber nicht. „Solange er auf eurer Crewliste steht seid ihr für ihn verantwortlich“, meint die nette Officer Dame mit den Sternchen auf der Schulter. Der Kandidat hat hundert Punkte verloren. Ich schaue Jan an. Ich kenne Jan. Aussen ganz ruhig, innerlich brodelt er. „“Das hat man davon dass man den Kunden vertraut. Und wenn man jetzt was sagt, bekommt man ne schlechte Bewertung im Internet. Nur doof dass man die Mitsegler nicht bewerten kann.“ Armer Jan.

Gestern war es auch sehr karibisch. Eine SIM Karte hatte Jan mir schon gekauft um Internet zu haben. Ohne Internet geht es gar nicht mehr. Ich also 50 Euro aufgeladen, 3 Gigabyte aktiviert und los. Zwei Stunden später ist die Karte leer. Ich wieder an Land und ins Cafe wo es WLAN gibt. „Sie hätte auf die Aktivierungsbestätigung warten müssen. Sonst wird nach Minuten abgerechnet.“ OMMMMMMMMM….

Das dies nicht unbedingt mein Tag ist, hätte mir schon früher bewußt werden sollen. Plötzlich schneien bunten Linien über das Display meines MacBook Pro. Die MATRIX hat mich erreicht oder NSA. Klar. Die Garantie ist grade abgelaufen. Ich bin in der Karibik. Bildschirm oder Grafikchip. Ich schraube die Rückseite auf und reinige die Lüfter. Mehr kann ich auch nicht machen. Ich bilde mir ein, dass die Streifen wieder weniger werden. Ich glaube daran. Ganz fest. Gut dass ich noch einen MacMini an Bord habe für den Notfall…


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Sailing like God in France

{Time:22:45:00}
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{Title:Sailing like God in France}

Zuhause! angekommen

Nach der Tortur der Reise, einem guten guten Jetlag, ein paar entspannten Bieren und vor allen Dingen der ersten Nacht im eigenen Bett, tritt tiefe Ruhe in mir ein. Ich bin wieder zu Hause auf meiner MARLIN. Skipper Jan hat sein bestes getan um die MARLIN am Leben zu erhalten. Hat er sehr gut gemacht. Danke Jan. Die ToDo Liste ist zwar ewig lang, aber was soll’s. Kennen wir ja schon. MARLIN liegt vor Anker in der Falmouth Harbour auf Antigua. Neben den ganzen Superyachten sieht MARLIN zierlich aus. Das Dorf ist idyllisch, gar nicht so überlaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Türkis und Blau überwiegt. Es ist nicht zu heiß, nicht zu kalt. Am Morgen springe ich erst einmal ins Wasser, statt Dusche, schwimme eine Runde um mein Lebensmittelpunkt. Noch alles dran. Gut. Die Welt ist wieder in Ordnung. Ich friere nach zwei Monaten endlich nicht mehr.

CREW 53 hatte ich eigentlich schon abgeschrieben. Buchungen habe ich eigentlich erst wieder ab CREW 54, als sich Calle meldet. „Hast Du noch einen Platz frei?“ Wir telefonieren und spontan kommt Calle am Montag auf die MARLIN. Weiteres sehen wir am Montag. Calle ist Kite Instruktor und will vor allen Dingen an den schönsten Plätzen seinen Flysurfer durch den Himmel bewegen. Muss ich dazu noch was sagen? Passt wie die Faust auf’s Auge. Noch jemand unter den Lesern, der auch genau das will. Calle hat einen Flug Frankfurt – Antigua für 170 Euro bekommen. Na? Lust? Zeit? Bitte melden.

Ich packe meine warmen Sachen in den Schrank. Jan und ich legen einen Reparaturnachmittag ein. Wir quatschen viel und wieder wird es spät. Zuhause! angekommen. Es geht mir so gut.


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Abschied. Sehnsucht. Mit ganz viel Herzblut

{Time:22:45:00}
{Date:20190317}
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{Title:Abschied. Sehnsucht. Mit ganz viel Herzblut}

Seemann und Vater zu sein ist nicht einfach

Mich von Flensburg zu verabschieden fällt mir nicht schwer denke ich mir. Weit gefehlt. In der Firma brodelt es positiv, ich bekomme vom Dauerregen langsam Schwimmhäute zwischen den Zehen, ich trotze dem Finanzamt und auch der Volvo wird irgendwann wieder fertig werden, weil Mitsegler Florian das in die Hand nimmt. Wahre Freunde findet man nur beim Segeln. Aber auch die, von denen man sich gedacht hat, dass es Freunde werden könnten, stellen sich dann doch eben als Rohrversager raus. Ne. Hat noch nicht einmal geknallt. Mein Leben ist eine Kirmes, ein Karussell der Gefühle. Es geht rauf und runter. MayaLena kennen das ganze Spielchen noch nicht, sie werden das noch lernen, es wird noch ein paar Jahre dauern. Bis dahin zeigen sie ihre Gefühle so wahr, so treffend, so deutlich, wie es eben nur Kinder können, nur zu ihren Eltern. Unschuldig. In den Abschiedstränen, weil Papa, der Seemann, sich wieder einmal für ungewisse Zeit verabschiedet, kann ich Gedanken lesen. Ich habe das ganze Bett voller Liebe, während ich noch einmal Bobobobo von Manu Chao summe, so wie es es seit ihrer Geburt tue und tun werde bis ich es nicht mehr tun kann. Der Alltag wird die Wunden oberflächig heilen. Die Trennung von Nathalie und mir sitzt viel tiefer. Maya wischt mir mit dem Ärmel ihres MARLIN Hoodies eine Elefantenträne von der Backe. Die Frage, wann wir uns wiedersehen bestimmt nicht nur die Beziehung zu meinen Kindern, sondern alle zwischenmenschliche Beziehungen, die ich habe. Herzblut.

Mein Leben war immer schon bestimmt von Herzblut. Das wird sich auch nix mehr ändern. Die Koffer sind gepackt, der Schreibtisch ist leer. Schnell noch ein paar Stunden schlafen, bevor es im FlixBus durch den echten Norden, den echten nordischen Regen nach Hamburg geht. Ich verlasse meine 110qm Büro/Wohnkombination, tausche gegen 40qm schwimmendes Aluhaus. SY MARLIN. Lebensglück. Antigua. Ich war noch nie auf Antigua. Das beste für mich. Nach vorne schauen. Ich bin frei und fühle mich frei. Gleich geht es los. Augen zu und durch.


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{end}

Ich hänge meine Gummistiefel an den Nagel

{Time:22:45:00}
{Date:20190316}
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{Photo:20190316}
{Title:Ich hänge meine Gummistiefel an den Nagel}

Kurzwelle auf der SY MAREVIDA

Ehrlich gesagt, habe ich meine DUNLOP Gummistiefel in den letzten zwei Wochen fast gar nicht mehr ausgezogen, so doll und ständig hat es geregnet in der nördlichsten und schönsten Stadt von Deutschland. Es war eine sehr interessante Woche. Im Flensburger Büro sind durch eine Anzeige auf ebay Kleinanzeigen, spontan gleich zwei Praktikanten eingezogen und ziehen jetzt mit mir und Tobias am gleichen Seil. Ziel ist es die neue Website der MARLIN auf die erste Seite bei Google zu bringen wenn jemand „Sailing Expedition“ sucht. Und das international. Niklas & Jan II, beide noch in der Ausbildung, haben eine Aufgabe. Tobias will wahrscheinlich im September nach Kiel gehen um dort zu studieren. Das finde ich besonders schade, weil ich so gerne mit ihm zusammen arbeite. Der frische Wind im Office tut gut. Besonders Niklas ist schon sehr temperamentvoll, Jan etwas ruhiger und besonnener, soll Tobias in ein paar Monaten ersetzen. Das junge Team macht mir Mut. Es fällt mir schwer auf die MARLIN zu gehen, jetzt wo grade so viel Energie hier im Büro entsteht. Aber das ist Part des Spiels. Alle sind mit What’s App ausgestattet und in einer Gruppe arbeiten wir an meinem Vormittag, an deren Nachmittag. Passt. Ich habe mich mit Elena sehr an Video Chat gewöhnt. Wenn es nicht anders geht, dann ist es eben so.

Am letzten Tag in Deutschlang geht es nochmal los. Am Samstag, weil wir sonst keinen Termin gefunden haben, hat mich ein Kunde gebucht um seinen ICOM M-801E und das angeschlossene DR-7400 PACTOR Modem auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch eine Einweisung in das Thema ist gewünscht. Ich fahre heute nicht allein. Da ich den Volvo ja kaputt gefahren habe, begleitet mich Tobias mit im Bus an die Schlei, wo das 70 Fuß Schiff liegt. Das ALU-Schiff ist ein außerordentliches Design. Der große Salons ist ein Schmuckstück.

Ich pfeife mich durch die Frequenzen, in der Bilge misst Tobias gleichzeitig den Stromverbrauch der Anlage. So kann ich zugleich mit den Geräuschen, die ich höre, am effektivsten sehen, ob die Anlage sauber installiert ist und funktioniert. Meine Kunden sind wissensbegierige Zuhörer und sehr sympathische Segler. Das Ergebnis läßt sich sehen. Alles ist prima. Keine Störungen, kaum Interferenzen. Die Verbindung mit der Sailmail Station in Belgien klappt mit Speedlevel 10. Besser geht es nicht. Das ist sogar noch besser als auf meiner MARLIN. Der Besuch ist ein voller Erfolg. Tolles Schiff. Wieder auf dem Weg zurück verpassen Tobias und ich den Bus. Es ist schon dunkel als wir wieder in Flensburg ankommen. Wieder einen ganzen Tag Regen hinter uns.

MARLIN wartet mit Skipper Jan nun in English Harbour auf Antigua auf mich. Na, da fange ich jetzt mal an meine Koffer zu packen. Ohne Gummistiefel. Die hänge ich an den Nagel.


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Ascheregen

{Time <>:07:45:00}

{Date:20190312}

{Position:17°38.2000’N, 063°15.4200’W}

{Direction/Speed:- 005°/ 7kn}

{Place:Saba}

{Target:Antigua}

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{TempWater:26°}
{Wind:20kn/ENE}

{Wave:1,0m}

{Vimeo:}

{Photo: 20190312}

{Title:Ascheregen}

Wochenende auf Saint Kitts and Nevis

Nächste Insel nächster Staat. Saint Kitts and Nevis gehört zu den 12 kleinsten Staaten der Welt. Das merke ich, als ich beim Einklarieren mit den Officials in Kontakt komme. Alles ist hier etwas entspannter, und wie üblich in der Karibik wird hier nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, so steht zwar bei den Customs, dass Handys in dem Raum verboten sind, die nette Dame hinterm Tisch aber nebenbei die aktuelle Soap schaut, während ich den Papierkram erledige. Naja soll mir recht sein.

Die beiden Inseln werden von Seglern nicht so überrannt wie manch andere in der Karibik. Die Hauptstädte der Inseln sind typisch karibisch, bunte Häuser schmücken das Stadtbild und erstaunlich sauber halten die Einheimischen Ihre Stadt. Wir gehen auf Nevis auf den örtlichen Markt um einiges an Gemüse für die Hälfte des Supermarktpreises zu kaufen. Am Folgetag verlegen wir in die Whitehouse Bay auf St. Kitts.

Kurz hinter der Bucht gibt es einen großen Salzsee, welcher über eine kleine Zufahrt mit dem Meer verbunden ist. Früher hat man hier Salz produziert, heute befindet sich im See die bescheidene „Superyacht Marina“. Hier ist man unter sich, ich schaue mir den Komplex kurz an, da ich eigentlich ein paar Ersatzteile brauch, das einzige was es hier jedoch gibt sind Boutiquen, natürlich ohne Preisschilder. Das Verhältnis von Beschäftigten auf dem Gelände zu Besuchern beträgt vielleicht 3:1.

Nach dem Ausklarieren in Basseterre verlassen wir Saint Kitts um einen kurzen Zwischenstopp auf Saba einzulegen, bevor es weiter Richtung Saint Martin geht. Ziemlich zeitgleich ziehen hinter uns dunkle Rauchschwaden in den Himmel. Vor dem Wind dauert es nicht Lange bis es anfängt Fingerlange Aschepartikel zu regnen.


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Lena wird 12 Jahre alt

{Time:07:45:00}
{Date:20190311}
{Position:17°52.3393’N, 063°15.3134’W}
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{Photo:20190311}
{Title:Lena wird 12 Jahre alt}

Feierlichkeiten im Morgengrauen

“Wenn Du zu meinem Geburtstag nicht da bist, werde ich ganz, ganz traurig sein!“, meinte Lena im Januar zu mir. Ich hatte schon mein Ticket nach Trinidad in der Tasche. Aber ich habe den Hieb mit dem Zaunpfahl verstanden. Mit Lena will ich mich nicht anlegen. Also wieder umbuchen. Jetzt das dritte mal. Gut, dass sich mir ein Flexticket bei der Condor gekauft habe.

Also stehe ich um 5:30 auf, küsse Lena wach und ziehe los um Croissants zu organisieren für das Geburtstags-Frühstück. Auch nicht grade einfach. Der Tisch ist gedeckt mit Geschenken. Lena ist glücklich. Na dann kann es ja losgehen in das dreizehnte Jahr. Erst mal ist ein normaler Schultag. Abends geht es ins Kino und in die Lieblings-Pizzeria. Am Wochenende dann die Party mit den geladenen Gästen.

Währenddessen schippert Jan weiter Richtung Antigua.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 53 Antigua – Martinique
CREW 54 Martinique – Grenada
CREW 55 Grenada – Antigua
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies

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MARLIN macht Nord

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Am Wind segeln

Wir verlassen Dominica und machen uns weiter auf den Weg nach Norden. Der Wind bläst stetig mit 5 Beaufort aus Ost. Im Lee der Inseln hat man je nach Höhe der Berge Flaute, dann heißt es also Motor an und schon mal in die richtige Startposition bringen, wenn der Wind wieder einsetzt. Bei Dominica hält sich das Phänomen noch in Grenzen, also nutzen wir die Zeit um zu Frühstücken und unsern morgendlichen Kaffee zu trinken.

Irgendwann kommt dann die Les Saintes in Sicht, eine kleine Inselgruppe, bestehend aus zwei bewohnten Inseln und mehreren kleinen unbewohnten. Aus der Ferne ist kaum ein Haus zu sehen, geschweige denn irgendwelche Cruiseships, wie es so oft bei den größeren Städten in der Karibik ist. Wir segeln von Süden zwischen den ersten Inseln hindurch und erspähen dann doch wieder zwei kleine schwimmende Städte, irgendwie ist man vor den auch nirgendwo mehr sicher.
Nachdem der Anker geworfen ist, ist Marco drauf und dran seinen Kite auszupacken, zuerst versuchen wir vom Schiff aus einen geeigneten Strand zu finden zum Starten, dann ist Marco doch überzeugt, dass das ja auch vom Heck der Marlin klappen muss. Also Kite aufblasen, Leinen hinterm Schiff auslegen, Klamotten an und auf geht’s. Der erste Versuch scheitert an unserm alten Nylonseil, an dem der Kite befestigt ist und einer kleinen Schlaufe in den Leinen. Erst scheint alles ok zu sein, dann startet der Kite, voll durch die Powerzone und die UV-geschädigt Nylonleine reißt. Ende vom Lied, schnell ins Dinghy und schnell hinterher. Eine Stunde später beim nächsten Versuch klappt dann alles, aber der Wind hat deutlich abgenommen, also strandet Marco eine halbe Meile weiter draußen auf einer Insel. Nach der Aktion ist es Zeit für ein Sundownerbier.

Zur Abendstunde machen wir uns auf in das ca. 4000 Einwohner große Dorf. Kleine Gassen, Restaurants und einige Boutiquen schmücken das Zentrum. Autos gibt es hier keine, nur Roller und Fahrräder. Ein Ort an dem ich gerne länger bleiben würde. Wer erst so spät wie wir in die Stadt kommt, muss damit rechnen, dass die Restaurants bereits ausgebucht sind. Reserviert scheint hier fast verpflichtend zu sein. Im Endeffekt landen wir in einer Seitengasse, in einem Sandwichladen. Für den Preis, den wir dort alle zusammen bezahlt haben, hätten wir in den anderen Lokalitäten wohl nur einen Hauptgang bekommen.

Am nächsten Tag starten wir zum Sonnenaufgang, denn es liegen 80sm vor uns nach Montserrat. Auch hier wieder das Problem, dass im Lee der felsigen Basse Terre quasi kein Wind ist. Mein Plan: erstmal schön weit Richtung Westen, um dann irgendwann Kurs Nord Richtung Montserrat mit 15 Meilen Abstand zu Guadeloupe einzuschlagen. Es ist ein Versuch. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, denke ich mir. Guadeloupe im Osten zu passieren, wäre zwar auch eine Möglichkeit, die wäre aber mit 30 Meilen aufkreuzen verbunden und ein klarer Fall von Nachtfahrt. Es stellt sich heraus, dass wir einen guten Kompromiss eingegangen sind. Wir kommen zwar trotzdem in den Windschatten des großen Bergmassivs im Süden der Insel, Motoren allerdings nur knapp 10 Meilen und haben dann schon wieder Segelwind gen Norden.

Die aktive Vulkaninsel Montserrat erscheint im Dunst. Mit Ehrfurcht erblicke ich das monströse Ding. Über der Insel türmen sich dunkle Wolken auf, Häuser sieht man keine. Der letzte Ausbruch 1997 hat die Hauptstadt im Südwesten der Insel komplett zerstört. Selbst mit zwei Meilen Abstand, hat man das Gefühl gleich auf die erstarrte Lavamasse aufzulaufen. Als wir näher kommen, sehen wir die aufsteigenden Dämpfe. Wer hier wohnt muss sich irgendwie damit abgefunden haben, auf einer tickenden Bombe zu sitzen.

Mit Sonnenuntergang passieren wir das nördliche Kap der Insel und legen uns über Nacht in die nächstbeste Bucht. Weiter geht es nach Nevis. Wieder zu wenig Zeit um an Land zu gehen, der schweizerische Segelverband möchte schließlich Meilen auf dem Papier stehen haben.

Skipper Jan


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Und Micha fährt gegen die Leitplanke

{Time:08:45:00}
{Date:20190308}
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{Title:Und Micha fährt gegen die Leitplanke}

Zu Besuch bei Stefan und Karin in Hannover

Klar war ich müde. Und ich war eigentlich auch auf dem Weg zum nächsten Rasthof, um mir einen neuen Kaffee zu holen. Dann ging alles ganz schnell. „Päng. Schrumm. Schramm.“ Ein vollkommen neues Gefühl. Eine vollkommen neue Erfahrung. Die Bekanntschaft mit einer Leitplanke. Nicht gerade so besonders schön. Blitzschnell bin ich wieder wach. Ich bin mitten in einer Baustelle auf der A7, auf dem Weg von Hamburg nach Hannover. Es ist abends. Es ist gerade dunkel geworden. Mist Kacke Verdammte Alte, geht mir durch den Kopf. Der vordere rechte Reifen ist hinüber und ich wuppel den Volvo mit dem Plattfuß ein paar 100 m weiter zum Ende der Leitplanke, finde den Weg durch ein paar Absperrungen auf einen Standstreifen. Das hätte ordentlich ins Auge gehen können. Das hätte auch damit enden können, dass mich so ein LKW zusammen geschoben hätte. Glück gehabt. Richtig Glück gehabt. Schon sind die Bullen hinter mir. Ich im gleichen Moment ich am Telefon mit dem ADAC. „Guten Abend kann ich Ihnen helfen?“ „Nein danke ich hab gerade den ADAC am Ohr. Der Abschleppwagen es in 20 Minuten da.“ „Na gut!“, meint die Beamtin, dann stellen Sie bitte ein Warndreieck auf dann können wir ihn ja nicht weiterhelfen.“ Ich bin immer noch geschockt. Das hätte ins Auge gehen können. Immer wieder geht es mir durch den Kopf. „Das hätte Ins Auge gehen können.“ Ob es wirklich nur der rechte Reifen ist der kaputt ist wird sich dann wohl noch herausstellen. Die rechte Seite vom Auto ist ziemlich verkratzt. So kann’s gehen. 2 Stunden später sitze ich in einem neuen Wagen. Vom ADAC habe ich direkt einen Mietwagen bekommen, den Volvo habe ich dagelassen und am Montag bekomme ich einen Kostenvoranschlag und dann die Entscheidung, ob sich die Reparatur überhaupt noch lohnt. Ja so kann’s gehen. Das Schicksal. Heute Morgen noch hat mir mein Doktor Menzel, mein Krebs Arzt, mitgeteilt, dass ich 0,0000 gefährliche Krebszellen mein Blut mit mir herumtrage. Und was mache ich? Ich schlafe auf der Autobahn beim Fahren ein. Geht gar nicht. 1 Stunde später komme ich in Hannover an und werde von Mitsegler und Freund Stefan empfangen. Stefan ist schon dreimal mit über den Atlantik gesegelt. Stefan ist Buddy. Aus Stefan ist ein echter Freund geworden.

Stefan begrüßt mich mit in der Küche mit einem Glas Kochwein. Er hat schon für uns beide, je 400 Gramm bestes Rinderfilet bereitgelegt und sein neuer Herd wartet schon auf meinen Besuch. Sein neuer Herd ist sein ganzer Stolz. „Das war unser diesjähriges Segelbudget“, grinst Stefan. „Deshalb werde ich wohl dieses Jahr nicht mit Dir und der MARLIN mitsegeln können. „Is klar!“, grinse ich Stefan an. „Prost“. Stefan und ich haben viel zu erzählen. Wir kommen von Hölzchen auf Stöckchen und der Abend geht mit dem besseren Wein, einem ausgiebigen Abendessen und einem guten Malbec Rotwein seinen Weg. Zu fortgeschrittener Stunde kommt Stefans Frau Karin nach Hause, trifft auf zwei kichernde Männer im Esszimmer. „Na. Euch scheint es ja so richtig gut zu gehen. Habt ihr für mich auch noch ein Gläschen Wein?“ Stefan holt nicht nur ein gutes Fläschchen aus einem Versteckchen, sondern bringt noch direkt eine Seekarte des Atlantiks und der Karibik mit. Verzeichnet sind die Tagespositionen der MARLIN bei der letzten Atlantiküberquerung, die er aber gar nicht mitgesegelt ist. „Hmm Stefan. Dir juckt es aber unter den Hufen!“, bemerke ich wohlwollend. „Nun ja. Grinst er mich an!“ Dann geht es ans Eingemachte. Stefan möchte am liebsten mit Karin und am liebsten mit Heike & Bernd als Crew im nächsten Jahr auf die MARLIN. Wo ist es denn am schönsten fragt er mich. „Du meinst, wo es am besten ist mit Karin um sie mit dem Segeln zu infizieren?“ Das ganze entwickelt sich zu einer sehr persönlichen Törnberatung. Die Wahl fällt auf die Südküste Cubas. So. Ich sage zu. Nächstes Frühjahr. Einverstanden. Aber mit Heike & Bernd müßt ihr selber sprechen. Diese kleine Entscheidung hat eine großen Hintergrund. Die Entscheidung mit der MARLIN in den Pazifik zu gehen steht. Gesundheitlich steht dem nichts mehr im Weg. Wenn ich das mit den Leitplanken in Zukunft lasse sollte das auch passen. Lieber segeln, Bus und Bahn fahren. Scheint wohl angebrachter zu sein.

Nach Cuba zu segeln und danach den südwestlichen Teil der Karibik zu bereisen, also noch eine Weile in der Karibik zu bleiben, hat seinen Hintergrund. Der ist das Abitur meiner Tochter Maya. Maya hat (derzeit 14) den dringenden Wunsch eine Segelreise mit der MARLIN und ihrem Papa zu machen. Ab Panama soll es über Galapagos, Französisch Polynesien, Osterinseln, Patagonien, Georgien, Tristan de Cunha nach Kapstadt gehen. Ich will genauso gerne wie Maya diesen Törn machen. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. „Also Maya. Dann mal ran an den Schulstoff.“

Währenddessen erkundet Jan mit der MARLIN die Antillen. Eine nach der anderen. Es geht um Meilen. Er hat Tony dabei der die Meilen für seine Skipperausbildung braucht.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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