Archiv der Kategorie: SY Marlin

Estland erreicht

Büro, Sauna, Restaurant

“Was hast Du bezahlt?“ „350 Euro. Ne Quatsch. 35 Euro! Alles gut“ An der Pier steht einer, der winkt. Wir dürfen da anlegen, wo Platz für große Schiffe ist. Da ist das Büro. „Daneben ist die Saune. Daneben ist das Restaurant.“ Dann ist ja alles klar denke ich mir. Und jetzt könnte ich ja weiter und weiter schreiben. Aber Caroline drängelt sich an den Rechner. „Micha. Ich will heute Logbuchbericht schreiben.“ „Ok. Hier hast Du die Tastatur.“ Caro schreibt: Nach unserem 18-stündigen Segeltörn vom Dienstag, lässt uns Micha ausschlafen und weckt uns deshalb erst gegen 09:00 Uhr sanft mit dem brummenden Generatorengeräusch. Nach dem Frühstück beschließen wir, erst einmal die Insel vor unserer Nase zu erkunden. Die Abenteuerlust ist geweckt und so stechen wir mit unserem Dinghy unauffällig in See. Micha ist zaghafter und folgt mit dem Stand-Up-Paddle. Zu unserer Überraschung präsentiert sich die Insel als kleines Paradies mit malerischem Steg, dazugehörigem Fischerboot, kleinem Haus mit einladender Sauna im Fass und mehreren dicken Wollschafen, die vertraut Jan anblicken. Später werde ich in meinem Tagebuch den Namen der Insel ergänzen „Osmussaal“ und vermerke noch nebenbei die vielen Wacholdersträucher. Ob da die Esten wohl ihren eigenen Gin brauen – wir werden es heute nicht mehr erfahren, denn die Sehnsucht nach Segelsetzen und aufs Meer gleiten überwiegt. Viele Handgriffe sind bereits vertraut und so übernimmt Crew 29 langsam das Kommando. Micha darf also entspannt seine Gedanken schweifen lassen und Jan sich eine Stunde aufs Ohr legen. Wir haben gelernt – zufriedene Skipper sind Balsam für die Mannschaftsseele. Glücklich lassen wir uns an Deck von der Sonne kitzeln. Tallinn wir kommen. Doch dann kam Zeus ins Spiel… die gnädigen Winde schlugen um in laue Flauten. Also hieß es Planänderung – wir legen einen lauschigen Zwischenstopp in Lohusalu ein – ein idyllischer Hafen mit Office, Restaurant und Sauna. Doch erst einmal Kochen. Wieder hat unser Gourmet Micha die faszinierende Idee – Schweinefilet im Speckmantel mit Porree-Gemüse, Kartoffeln und Weißwein-Pilzsauce. Dazu gab es einen leichten Rosewein – Tim Mälzer wäre begeistert – sicher wird er demnächst hier anheuern. Naja noch ist ein Platz für den nächsten Törn frei. Wir sind erst einmal glücklich und zufrieden und werden jetzt den estnischen Sonnenuntergang und dann die Sauna genießen. Bis morgen dann. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Zwei fehlen noch. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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Sounds like we have a plan

Offshore Sailing

“Hey Hey. Schau mal, da ist Ostwind am Wochenende. Ein Tief soll sich ziemlich stabil über Bornholm einnisten in den nächsten Tagen. Jan, da können wir mal schnell rübersegeln nach Estonia. Wollte ich immer schon mal hin.“ Jan nickt kritisch. „Da müssen wir aber unsere Crew noch nen bisschen hinführen, damit die denken, dass es ihre eigene Idee ist.“ „Jep. Das kriege ich hin.“
Der erste Tag auf See gestern, außerhalb der Schären, war mit hoher Dünung gesegnet und wenig Wind. Aufzug fahren mit schlagenden Segeln. Regen. Da hat es geheißen: „So. Jetzt bekommt ihr Seebeine.“ Hat nicht so direkt geklappt. Unsere Crew will nicht mehr nach unten gehen und ist auch etwas blass. „Morgen geht es euch besser.“ Die Einfahrt der Schäre Storoen ist so eng, dass es für uns zu gefährlich bei 20 Knoten Westwind sind. „ Da kommen wir nicht mehr raus.“ Über das Heck nehmen wir eine Mouring auf. Es regnet in Strömen. Ich kupple in den Rückwärtsgang ein und wir ziehen die Mouring auf’s offene Meer. „Hmm. Die Mourings scheinen hier nicht für 30t Schiffe ausgelegt zu sein.“ Also vertrauen wir mal wieder besser unserem ROCNA auf dem felsigen Untergrund. Die Kette rappelt verdächtig. Ich sehe uns schon die Nacht auf See verbringen, dann harkt der Anker sich irgendwo ein und die MARLIN steht für die Nacht. „Eins A.“ Einen Anleger will heute keiner, zumal die Crew eigenständig auf die glorreiche Idee gekommen ist der Stadt Tallin in Estonia einen Besuch abzustatten. „140 Meilen. Da könnten wir eigentlich heute Abend noch losfahren. Aber ich mache euch einen besseren Vorschlag. Jan und ich stehen morgen früh um 3 Uhr auf und segeln los. Ihr bleibt einfach liegen bis ihr ausgeschlafen seid.“ Mann und Frau nicken. Ich werde vom Spüldienst freigestellt und sage mal wieder: „Gute Nacht.“ Wir wachen auf ohne Wecker. „15 Knoten Wind.“ Meint Jan aus der Koje unter mir um 2:30. „Ja dann. Mal los.“ Kaum auf See geht die Sonne auf. Auch Reinhold, Martin und Caro erscheinen an Deck. Eine halbe Stunde später bin ich alleine im Cockpit. Alle weg. Alle wieder schlafen gegangen. Ein dickes Honigkuchengrinsen setzt sich in meinem Gesicht fest. MARLIN rennt los und das Land verschwindet am Horizont. Mit dem Land das Internet und ich bin was? Einfach nur glücklich endlich wieder mal für einen längeren Schlag auf See zu sein. Das Umherfahren in den Schären ist zwar schön, aber ganz ehrlich? Nicht mein Ding. Schlimm genug dass die Ostsee so klein ist und man ständig am Rande der Badewanne wieder ankommt. Ich habe Sehnsucht, tiefe Sehnsucht nach meinem Atlantik, nach meiner Südsee und vor allen Dingen zum indischen Ocean. Ob ich da wohl jemals wieder auf eigenem Kiel hinkomme? Fragezeichen schwirren durch meinen Kopf und ersatzweise schaue ich dem anhaltenden nordischen Sonnenaufgang zu. Nolde malt mal wieder persönlich mit Aquarellstiften und lässt die Farben mit einem nassen Maderhaarpinsel am Himmel verlaufen. Schön macht er das.
Zwischenzeitlich haben wir schon einen Strich auf die Karte gesegelt und fast Finnland erreicht, hätten Jan und ich nicht mal wieder eine saubere Q-Wende hingelegt. Wir sind uns mal wieder einig. Halsen sind einfach zu anstrengend mit der MARLIN, vor allen Dingen ohne E-Winsch, die Zwecks Fitness eh ausgeschaltet sind. Nach meinem Kite Unfall im März letzten Jahres hat es ja nun einige Zeit gedauert, unterbrochen von vielen Medikamenten, bis meine Schulter wieder zusammengewachsen ist. Inzwischen ist sie ohne Operation wieder soweit dass ich sie zu 80% belasten und quasi fast normal bewegen kann. Mein Physiotherapeut Daniel hat ganze Wunder geleistet. „Micha. Geh Segeln! Das ist die beste Medizin. Du wirst selber merken wie weit Du gehen kannst“, waren seine Worte bevor ich Flensburg verlassen habe. Recht hat er gehabt. Nächsten Monat werde ich noch mal eine Röntgenaufnahme beim BG Arzt machen. Das ganze war ja nun ein Arbeitsunfall und wurde vorbildlich von den BG Ärzten behandelt. Mit ein Grund, warum das deutsche Sicherheitszeugnis eben nicht schlecht ist. Tallin liegt an und mitten in der Nacht werden wir irgendwann ankommen. Ein fremder Hafen. Mal wieder. Eine neue Stadt. Wir sind alle sehr neugierig was dort auf uns zukommen wird. Die Stadt soll sehr schön sein, meint Mitsegler Martin. Bis zum Wochenende soll dann der Ostwind kommen, der uns vielleicht mit der Crew 29 sogar noch nach Aaland bringen könnte, bevor es zurück nach Stockholm geht. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894

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Into the wild

Das Patagonien der Nordhalbkugel

“Ankern oder Hafen?“ Ganz schlüssig ist die Crew sich nicht. Also helfen wir nach. „Dann ankern wir. Hier!“ und ich zeige mit dem Finger auf die Karte. Drei Stunden mussten wir motoren. Abwechselnd fahren unsere Newbies Achten ins Kielwasser und üben Aufstoppen (Bremsen) unter Motor. Unter Genua und einem fünfer Wind aus West können wir fast bis nach Sandhamn segeln. Annet, die am meisten Angst hatte, steht andauernd am Steuer und läßt sich auch nicht wegschubsen. „Aha! Alles gut Annet?“ „Ja.“ Annett strahlt. Das Segelfieber hat zugeschlagen. In Sandhamn steht schon einer auf dem Steg und will die Leinen annehmen und uns einweisen. „Kennst Du den?“, fragt die Crew. „Nein“, schüttle ich den Kopf. Ich gebe ihm ein Zeichen mit der Hand, dass wir nicht anlegen wollen. Wir fahren weiter. Denn die Stelle auf der Karte, auf der mein Finger gelandet ist, ist genau eine halbe Meile Luftlinie von Sandhamn weg. Uns bleibt die Sicht auf Sandhamm versperrt, als Jan vorsichtig in die kleine Bucht reinfährt. Auf den Luvseite fällt der ROCNA auf sechs Meter Tiefe. Das Dinghy ist schnell im Wasser und ich paddle mit einer der langen Landleinen zum leewertigen Ufer. Ein beindicker Baum in etwa sechs Meter Höhe dient als Poller, den Palstek mache ich so, dass wir ihn vom Dinghy aus lösen können, wenn wir hier schnell weg müssten, ohne erneutes Klettern. Patagonienstyle. Gelernt ist gelernt. Euphorie bricht aus. Der Plan mit Frikadellen, Kartoffeln und Gemüse wird über Bord geschmissen. Jan holt den Schwenkgrill aus dem Keller, einen Sack Grillkohle haben wir vorausschauend im Supermarkt erstanden und sechs gute Steaks landen auf dem Rost über dem Feuer, das die Jungs schon mal am Ufer machen. Schnell entwickelt sich Partystimmung, und Hochgefühl. Und die Zeit geht nicht rum. Es ist Mittsommernacht. Um 22 Uhr erst geht die Sonne unter. Richtig dunkel wird es nicht. Um drei geht die Sonne wieder auf.
Es gibt keine Wanderwege, keine Zeichen. Der Weg durch das Dickicht um die MARLIN im Abendlicht in einem guten Winkel vor die Linse zu bekommen ist schon sportlich. Ich trage einen Hut. Was es hier ohne Ende geben soll sind Zecken. Nicht ganz ohne diese Biester. Dafür gibt es keine Bären und außer mal ner Blindschleiche auch keine Amazonasschlangen. Zurück am Feuer ist die Stimmung, wie war es anders zu erwarten, ausgelassen. Alles stehen um die Feuerstelle und feiern den Sonn-Tag Abend, ihren ersten Ankerplatz. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Der Platz hier ist so schön, dass er kaum zu toppen ist. Und das am zweiten Abend. Also erwartet bitte keine Steigerung in den nächsten zehn Tagen. Das werden wir wahrscheinlich nicht hinbekommen“, verkünde ich wissend. Jan nickt und lacht. Martin und Annett machen sich nackig, rutschen die glatten Felsen in das 13 Grad warme Wasser der Ostsee und schwimmen zur MARLIN zurück. Ich staune schon etwas. „Mal schnell hinterher Jan. Komm. Wir haben keine Badeleiter drin. Die erfrieren uns noch.“ Der sprinted grade noch mal mit einem Eimer Wasser zum Feuer, damit sich das nicht selbstständig macht. Ende gut alles gut. Als ich mich verabschiede giggelt Caro noch im Pilothaus mit Annet um die Wette, Jan mosert, weil ich die Musik mit ins Bett nehme und Rheinhold erzählt mit Martin. „Gute Nacht.“ Meine Zeit ist der Morgengrauen. Wenn noch alle schlafen habe ich die Ruhe und die Zeit Fotos zu sichten, zu bearbeiten und diesen Blog zu schreiben. Das geht nur dann ohne Unterbrechungen und Bootslebeneinfluß. Auch für LUNATRONIC arbeite ich nebenbei, ohne dass einer was merkt. Es gibt dauerhaft Internet an Bord. Für die Crew inzwischen so normal wie das unbeschränkte heiße Wasser, dass aus der Dusche kommt und die Heizung, die die MARLIN nachts nicht auskühlen lässt. Ich teste einen neuen Router, der die LunaWLNnet mit zwei 4G Slots erweitert. In dem einen steckt eine Vodafone Karte aus Deutschland, in dem anderen eine Datenkarte von Telenor, dem ansässigen Telefonanbieter. Die Schären sind, wie war es anders in Schweden zu erwarten, komplett mit 4G Mobilfunk abgedeckt. 10GB kosten zwanzig Euronen. Da kann man nix sagen. Gegenüber der bisherigen Lösung mit einem LTE-Modemstick wird der neue Router fest installiert. Die LunaWLANnet wird einfach auf der Rückseite eingesteckt. Verliert er den Kontakt zum WLAN, schaltet er sich automatisch um auf Mobilfunk. Na. Das klappt noch nicht ganz zu meiner Zufriedenheit. Nur eine Sache der Zeit. Mit der Mobilfunk-Antenne an Deck haben wir Internet sobald wir Land am Horizont sehen. Ich werde aber demnächst noch eine zweite Antenne auf die Saling setzen. Cool nicht? „Wer’s braucht“, wird so mancher denken. „Ich brauch’s.“ Bin halt nen Tekki und meine Kunden auch. Dem Kind habe ich auch schon einen neuen Namen gegeben: Luna4G-WLANmax. Käuflich demnächst zu erwerben hier. “Warst Du denn schon mal hier? Kennst Du diese Bucht schon?“ fragt mich Martin. „Das ging alles so schnell und schlüssig.“ „Nein Martin. Wir waren noch nicht hier und werden wahrscheinlich auch nie wieder hierherkommen. Das nächste Mal werden wir mit dem Finger auf eine andere Bucht zeigen.“ Ganz verrate ich Martin nicht, was wir machen um unsere Plätze zu finden. Unter der Software OpenCPN gibt es ein Plugin mit einem Google Earth Satelliten Fenster. Der wirkliche Unterschied hier in den schwedischen Schären zu den Buchten im wilden Patagonien ist, dass hier auf fast jeder Insel ein Haus steht. In Patagonien findet man verlassene Verschläge der Fischer. Über das Satellitenfenster kann man die Häuser auf den Schären schnell sehen und die Auswahl des Ankerplatzes zumindest etwas vereinfachen, wenn man die Einsamkeit sucht. Also doch gut Internet in den Schären zu haben. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894

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Eine Handvoll Segelanfänger an Bord genommen

Wir zeigen wie es geht

Für Jan und mich ist beginnt die CREW 29. Annett, Martin, Caroline und Rheinhold sind dabei. Für die neue Crew ist alles sehr aufregend, denn die Erfahrung auf Segelbooten ist gering. „Na dann. Fangen wir mal ganz von vorne an“, stehe ich im Salon und verteile das beste Lächeln was ich nach dem anstrengenden Frei-Tag mit Jan zustande bekomme. Gemeinsam plündern wir den nächsten Supermarkt und traditionell gibt es am ersten Abend Skippers Green Curry. Heute mit Lachs. Annett wackelt es schon im Hafen zu viel. „Annett. Keine Sorge. Ab morgen wirst Du lächelnd Deine Zeit genießen. Versprochen.“ Anfänger sind mir als Mitsegler inzwischen fast lieber als die alten Hasen. Die kann man wenigstens noch beeindrucken mit ein bisschen Seemannsgarn und Segellatein, Ziele und Erfolge sind einfacher zu vergeben und zu erreichen, ihre Zeit auf der MARLIN ist gespickt mit Erfolgserlebnissen. Die Ostsee ist für Segelanfänger definitiv das beste Revier. Für Jan ist es wichtig zu lernen auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anfänger einzugehen. Eine tolle Möglichkeit Praxis zu lernen, die ihm bei seiner SSS Ausbildung nicht beigebracht wird. Auch Jan kommt bekommt neue Ziele von mir. Ich habe mir vorgenommen ihm mein Koch-Reportiuer beizubringen. Das Zweitwichtigste am Segeln auf der MARLIN. Jan fährt inzwischen alle An- und Ableger sicher und flott. Er brieft seine Crew gründlich vor jedem Manöver. Auch heue geht es flott mit Eindampfen in die Achterspring vom Steg weg. Doch irgendwie will MARLIN nicht so recht. Als wir schon andersrum in die Vorspring eindampfen wollen, erscheint unter dem dicken Bauch der MARLIN eine Plastiktüte, die sich um den Propeller gewickelt hatte. „Deshalb hat das mit der Achterspring nicht funktioniert“, rufe ich. „Machs noch mal Jan!“ Beim zweiten Versuch sind wir schnell weg. Um uns herum Hafenkino. Ich höre: „Die haben kein Bugstrahlruder. Bei dem Schiff. Mann o Mann.“ Columbus hatte auch kein Bugstrahlruder. Die Rheinschiffer auch nicht. Da brauchen wir auch keins. Für uns steht heute erst einmal ein gemütlicher Schlag unter Motor und Segeln nach Sandhamn an. Die königliche Marina wollen wir uns mal etwas genauer anschauen. Überhaupt sind keine großen Schläge geplant. Wir wollen mit unserer Crew den Stockholmer Schärengarten erkunden. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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In Stockholm angekommen

Freier Tag!

Der Weg durch die Schären zieht sich gewaltig. Einen ganzen Tag braucht es schon um vom offenen Meer, bis in die Wasahamnen Marina zu kommen. Für unsere „Männercrew“ heißt es nach gut 10 Tagen Abschied nehmen. „Die Zeit war viel zu kurz. Gerne hätte ich noch ein paar Tage in den Schären gehabt“, kommentiert Mitsegler Jan den Trip von Warnemünde bis in die schwedische Hauptstadt Stockholm. Ordentlich gesegelt sind die Jungs. Nachtsegeln war nicht so ihr Ding und so war nach jeder Pause frühes Aufstehen angesagt. Meilen machen. 531 sm durch das Wasser haben wir auf der Logge für 10 Tage. Das sind fast 1.000 Kilometer. Nicht schlecht der Specht. Wir haben fast keine Schäden. Zwei Weingläser sind kaputt. Na. Das ist im Budget drin. Und nun liegen wir hier in der Wasahamnen Marina, direkt neben dem Tivoli Park inmitten dieser wunderschönen Stadt. Am Samstag kommt neue Crew. Und heute ist Skipper-Frei-Tag. Jan und ich dürfen machen was wir wollen. Ist das nicht toll? Schon gestern sind Jan und ich für ein paar Stunden durch die Stadt geschlendert. Warm und sonnig war’s und nordisch. Im Park haben wir uns auf den Rasen gelegt und Leute geguckt. Nachts wird es noch ordentlich kalt. Die Stadt lädt zum bummeln ein. Überall ist Wasser, überall sind Schiffe, prunkvolle Gebäude. Geilonito. Kaum wieder auf der MARLIN steht Chris vorm Schiff. 2015 ist er mit mir und der MARLIN über den Atlantik gesegelt. Jetzt hat er zufällig ein Schiff hier vor Ort gechartert. Großes Hallo. Am Abend koche ich für meine „Männercrew“ ein Abschiedsessen. Der Kochwein tut seine Wirkung und ich bin rappzapp in der Koje. Na so was. Dafür jetzt ganz früh wach, genieße ich die Ruhe an Bord. Stockholm schläft noch. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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Törnverlosung! Mit der MARLIN ans Ende der Ostsee.

Haparanga und Retoure im schwedischen Hochsommer.

Am Ende des Schlages der MARLIN von Stockholm am 8.7.17 nach Haparanga (ganz im Norden der Bottensee) und zurück bis 27.7.17 an Stockholm wird ein Platz unter den Mitseglern verlost. Der Gewinner bekommt sein Kojengeld komplett zurückgezahlt. So eine Gewinnchance gibt es wohl selten. Auf unserer diesjährigen Tour durch die Ostsee sind weitestgehend alle Törns gut ausgebucht. Ein paar Plätze gibt es noch. Der schönste aller Törns in diesem Jahr allerdings findet bisher nicht den erwarteten Anklang. Da fragen wir uns natürlich: „Wieso das denn?“ Erinnert mich ein bisschen an Spitzbergen 2015. „Wo sind sie, die Abenteurer, die Träumer, die Segler, die Sehnsüchtigen, die mutigen Segelfrauen?“ Nun. Ich kann mir nur vorstellen, dass es noch nicht die Runde gemacht hat, dass wir in diesem Jahr die nördlichste Spitze der Ostsee anlegen. Auch die malerischen Ziele dazwischen, werden wir natürlich anliegen und besuchen. Unter anderem sind das die Åland Inseln, Vaasa und Holmön – Schwedens sonnigste Insel. Dann geht es weiter zum nördlichsten Briefkasten der Ostsee in Haparanga. „Yeah!“
Der Törn findet nur statt wenn sich mindestens vier Mitsegler melden. Sonst bleibt die MARLIN in der Zeit in den schwedischen Schären zwecks Schönheitsreparaturen- und Pflegearbeiten. Aber Jan und mir wäre es natürlich lieber wenn dieser tolle Trip zustande kommt. Wäre doch eigentlich Schade um die ganzen Sonnentage, geiles Segeln und tolle Land & Leute. Lust mitzusegeln? Dann meldest Du Dich am besten per e-mail an [email protected]. Kommt dann direkt bei mir auf der MARLIN an. Gerne kann man mich auch telefonisch kontakten: +49 157 51147894  
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Geht doch. Schweden zeigt sich von der schönen Seite

Doch das Paradies

Der Regen ist durch, die Sonne kommt raus und wir legen in dem etwas zu kleinen Hafen von Kristianopel an. Innen ist kein Platz. Der Platz für große Schiffe ist schon von einem Travler belegt. Dahinter legt Jan rückwärts an. Hafenmeister Tom kommt und nimmt die Leinen an. „Stop!“ Aber es geht eh nicht weiter, wir sitzen mit dem Kiel im Schlick. Na, da kann ja nix passieren. Das Ruder lässt sich bewegen. Also alles gut. Der kleine schwedische Ort lädt zum Seele baumeln lassen ein. Typische rote Holzhäuschen, eine etwas überdimensionierte Kirche. In der Nähe ein Campingplatz, ein Minisupermarkt. Und. Sonne. Keine Mücken. Hmm. So geht das gut. Ich versuche einen neuen Stecker an der Iridium Antenne anzucrimpen. Leider ist die Seele des Kabels zu dick, oder der Crimpstecker zu dünn. Jan verfällt auch in die ToDo Stimmung und nimmt sich den Dreifach-Fallenstopper der Reffleinen vor. Ich habe tief in die Tasche gegriffen und neue Zahnbacken und Federn gekauft. Das Ding sitzt natürlich bombenfest und reagiert auf keine menschlichen Kräfte. Selbst mit dem Hammer und Holzklotz ist nichts zu machen. Erst der kleine Hydraulikstempel der bootseigenen Werkstatt, bring das Ding mit einem lauten Knall aus der Fassung. Claus hilft mit. Ich gebe schlaue Ratschläge ;-) Drei Stunden später können wir wieder reffen. Ungefährlich einfach: Hebel auf und Hebel zu. Alles gut. Prima gemacht. Danke an Jan. Danke an Claus und natürlich auch die anderen.
“Heute Abend ist Live Music. Wo? Ihr findet das schon.“ Hafenmeister Tom ist wirklich nett. „Wie lang seid ihr? Bestimmt 15 Meter.“, antwortet er grinsend selbst. „Meine Tabelle geht nur bis 15 Meter. Dann muss ich rechnen. Das mache ich jetzt nicht.“ In seinem Kabuff hängen viele Jagdtrophäen, Geweihe, Schiffe aus Holz und Bilder. Schwedisch. Die werden jetzt immer netter, die Schweden. Also das muss aber wie in Flensburg auch hier mit dem Wetter zu tun haben. Die Live Musik prickelt nicht so. Ein paar Biker, die für die doppelte Menge trinken. Zwei aufgetakelte Schwedinnen hinter der Bar. Der Rest lokale Jugendliche, die grade das Alkoholtrinkalter erreicht haben und natürlich zwei Gitarrenspieler, die aber mehr Pause mit ihren mitgebrachten Groupies machen, als die Saiten zu schwingen zu bringen. „Gut dann Jan. Ich bin eh müde. Lass uns gehen. Trotzdem hat der Ort Charme. Irgendwie. Morgen kommt wieder Wind und wir segeln weiter die Küste hoch. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Leider hat sich auf diesen Törn bisher noch kein Mitsegler gemeldet und ich werde in den nächsten Tagen mal ordentlich die Werbetrommel rühren. Wer sich sicherheitshalber vorher noch einen Platz reservieren will, der ruft mich an. Jetzt. +49 157 51147894  
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Schweden ist erreicht

Nicht so das Paradies

Was soll ich sagen. Nicht immer landet man direkt im Paradies. Der Hafen Sandhamn ist nicht mit dem Königlichen Sandham in den Stockholmer Schärengarten zu verwechseln. Vor uns liegt ein Hoch, was uns ausbremst mit No-Wind. Also nehmen wir das nächste Loch, den nächsten Hafen. Im Hafenhandbuch mit den Luftaufnahmen sieht alles schön aus. In Wahrheit weiß man in Sandham wirklich nicht wofür man das Hafengeld zahlen soll. Autoreifen an der Pier die schwarze Streifen auf den Fendern machen. Ernstdreinkiekende schwedische Fischer, die den langen Mast der MARLIN missmutig hochschauen. Nun. Der Kühlschrank ist fast leer. Morgen kann ich noch ein weiteres Festmahl für meine Gäste kochen, dann gibt es Spagetti mit Tomatensoße. Na. Ganz so schlimm ist es nicht. Innerlich habe ich mich schon entschieden, dass ich die Crewentscheidung vom nächsten Tag defensiv beeinflussen werde und Abfahrt einleite. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Sandhamn vor einigen Jahren ein alter Marinestützpunkt war. Oder irgendwie so was. Is ja auch egal. Vergessen wir das. Das schöne am Segeln ist innerhalb von Minuten weg zu sein, wenn einem etwas nicht passt. Alle an Bord sind inzwischen ein eingespieltes Team. Es ist gut das Co-Skipper Jan mit an Bord ist und wir uns den Job teilen. So komme ich dazu meine Zeit am Rechner zu haben und mich um dies und jenes zu kümmern. Aber auch die technischen Errungenschaften der letzten Monate sind noch mal durchzusprechen, damit Skipper Jan den Kutter in den nächsten Wochen auch ohne mich verlustfrei und mit viel Spaß und den netten Mitseglern zu den geplanten Häfen kommt. Es geht voran. So. Und nun müsste ich eigentlich noch was Nettes schreiben, damit potenzielle Neumitsegler sich interessieren. Richtig? Ne. Kein Bock heute. Ich fühle mich schon wie damals als ich den Kahn von Frank Wolf gesegelt bin mit Gästen. Der hat aus meinen Logbuchberichten immer alles rausgekürzt, was negativ war. „Micha, sonst buchen die Leute nicht.“ Unwahrheiten schreiben. Ist ja überhaupt nicht mein Ding. Ne. Das mache ich auch nicht. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Leider hat sich auf diesen Törn bisher noch kein Mitsegler gemeldet und ich werde in den nächsten Tagen mal ordentlich die Werbetrommel rühren. Wer sich sicherheitshalber vorher noch einen Platz reservieren will, der ruft mich an. Jetzt. +49 157 51147894  
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Christiansoe

Ich liebe Dich

Im Norden von Bornholm. Wir ankern im Schutz von Hammer Odde. Jan fährt die Crew an Land, ich bleibe an Bord, kümmere mich um Office, ein paar Bodenscharniere um einen abgerissenen Kleiderhaken und produziere nebenbei ein paar hundert Liter MARLIN Mineralwasser mit dem Macher aus Ostseewasser. Das Telefon klingelt. Ich bin heute motiviert und gehe an jeden zweiten Anruf dran. Es geht um Geld, wie meist wenn das Telefon klingelt. Der ewige Run. Das Gerangel um die liebe Kohle. Der Himmel bleibt trotzdem blau, dass Wasser etwas dunkler. Jan und ich haben eine gute Crew abbekommen. Es dauert etwas. Lieber schüchtern. Is ja auch ein großes Schiff uns MARLIN. Heute Morgen dann geht es auf zu den Erbseninseln. Fragt mich nicht warum dieses Südseeatoll mitten in der Ostsee, nur 10 Meilen Nordöstlich von Bornholm, grade mal eine Meile in der gesamten Ausdehnung, da so rumliegt. Wartet auf auf mich, auf Jan, auf Carsten, Jan und Thomas. Damit wir es für uns finden und erobern. Warum sonst. Jan fährt legt uns sicher an die Autoreifenpier. Die total dänische Romantik begrüßt uns, schüttet uns zu mit Endorphinen. Zwischen zwei noch kleineren Insel liegen eine handvoll Boote vertäut. Eine Badesteg, eine Polizeistation, ein Gefängnis mit drei Zellen runden den Eindruck ab. Die Nebeninsel Graeshol, eine weitere Steinerhebung ist bevölkert von tausenden von Möven, die hier ihr Jungen aus den Nestern treten, damit sie endlich zu fliegen anfangen. Wir sichten Seehunde. Ungelogen. Hier soll es Pinguine geben. Na. Morgen mal mit dem Dinghy übersetzen? Am Ende der Pier gibt es einen luxuriösen Schwenkgrill. Öffentlich. Hatte ich im Urin. In der Bilge finden wir zwei Säcke Holzkohle. Im Kühlschrank wartet eine ganze Tupperschüssel voll mit Grillfleisch. Denn mal los. „Hey Micha. Steh mal auf. Wir gehen jetzt mal los.“ Jan weckt mich. War ich wohl eingeschlafen. Jetzt bin ich satt. Zuviel gegessen. Wie das meist so is. Die Crew sitzt im Pilothaus, giggelt, kichert und erzählen, ich schaue mir die Bilder vom Tag in Lightroom an, schreib mein Blog. Alles gut. Wenn das so weitergeht komm ich noch mal wieder in die Ostsee. Im Sommer. Wärmer könnte es ja schon sein. So jetzt aber gleich mal los. Nix Photo. Ton. Hinter der Kirche ist ein Teich. Ganz romantisch. Voller Frösche die wie wild quaken. Da geh ich jetzt hin. Mit nem Bier. Setz mich da hin und nehme die Geräuschkulisse mit der Videokamera auf. Schön. T’schüss. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Leider hat sich auf diesen Törn bisher noch kein Mitsegler gemeldet und ich werde in den nächsten Tagen mal ordentlich die Werbetrommel rühren. Wer sich sicherheitshalber vorher noch einen Platz reservieren will, der ruft mich an. Jetzt. +49 157 51147894  
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Neue Jungs an Bord

Es geht weiter Richtung Stockholm

YACHT BLUEWATER ist vorbei. Mein Kommentar: Geilonito. Mal auf den Punkt gebracht. Jeder der diese zwei Tage Sonne, Talk und Schiffe in Warnemünde verpasst hat, sollte sich ärgern. Nathalie hat sich ins Zeug gelegt und einen 1a Vortrag über Patagonien hingelegt. Ich habe 90 Minuten über Kommunikation geredet und nur einer ist eingeschlafen ;-) Ne. War gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Mehrere Teilnehmer haben mir gratuliert zu dem gelungenen Vortrag. Darunter Meno Schrader. Na, dass ist doch was. Gefühlte 100 Leute sind über unsere MARLIN getrampelt und haben das Schiff in höchsten Tönen gelobt. „Es hat sich absolut gelohnt hier nach Warnemünde zu segeln. Allein schon um die besondere MARLIN endlich mal in Realität kennenzulernen.“ So begann Jochen Rieker seine abendliche Rede. Das ging mir und Nathalie natürlich runter wie Honig. Gefühlte 250 Hände habe ich geschüttelt und mehr oder weniger lange Talks gehabt. Alte und neue Freunde wiedergesehen und viele neue Kontakte, auch als Mitsegler auf der MARLIN oder als LUNATRONIC Kunden gefunden. Also. Für mich: Ein voller Erfolg. Wir sind schon wieder unterwegs. Schon am Sonntag sind Claus, Jan und Jan und Thomas angekommen. „Team28“ ist nun schon unter Segeln auf dem Weg nach Stockholm. Nebst Sicherheit und Verproviantierung ist der Montag mit Aufklaren der MARLIN vergangen. Heute Morgen bläst es dann mit 35 Knoten in Böen im Hafen. „Ihr wollt doch nicht etwa raus. Oder?“, meint der Hafenmeister. „Klar doch.“ Der runzelt die Stirn. „Na ja. Bei euch kann man ja wenigstens sicher sein, dass ihr ankommt.“ „Stimmt!“, meine ich. Allerdings verschiebe ich den Start von 8 auf 10 Uhr. Zuviel Seitenwind. Dann legen wir bei 25 Knoten Wind ab und setzten das Groß im dritten Reff. Mit zehn Knoten geht Richtung Osten. MARLIN hat es wieder mal eilig. Uns soll es recht sein. Mein „Team28“ lacht und steuert. Sie bekommen direkt ihren ersten Starkwind- und Nachttörn am ersten Segeltag. In den frühen Morgenstunden erst werden wir Bornholm erreichen. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Leider hat sich auf diesen Törn bisher noch kein Mitsegler gemeldet und ich werde in den nächsten Tagen mal ordentlich die Werbetrommel rühren. Wer sich sicherheitshalber vorher noch einen Platz reservieren will, der ruft mich an. Jetzt. +49 157 51147894  
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Und Abschied

Crewwechsel in Warnemünde

Nachdem ich mich selber als unqualifizierter Rückwärtseinparker zur Freude einiger FaceBook Superskipper geoutet habe, tue ich eins: Ich gehe endlich mal zum Friseur. Meine neue Matte wächst zwar prima aber etwas konfus. Das entspricht ja nun auch dem was darunter vorgeht. Aus der Schweitzer Crew sind Freunde fürs Leben geworden. Ach wie schön. Der letzte Abend wird etwas länger, die MARLIN bekommt noch einen lustigen Gästebucheintrag und der Skipper wird in einem unerwartet guten Warnemünder Restaurant zum Essen eingeladen. Debriefing und Törnkritik. „Was war das Beste am Törn? Was war das Schlechteste am Törn? Was kann ich als Skipper besser machen?“ Ich bekomme gefühlte 9 von 10 Punkten. Gar nicht mal so schlecht. Was zum Bessermachen und Lernen soll ja auch immer bleiben. Zum Beispiel Rückwärtseinparken ;-) Toller Abschluss. Danke noch mal an dieser Stelle für die tolle Zeit mit euch. Am heutigen Tag danach ziehe ich meinen Blaumann an und verschwinde erst einmal im Motorenraum. Aus ein paar kleinen Problemen sind dann in der Summe doch reichlich geworden. Ein Kühlschlauch des Generators ist direkt neben einer Schlauchschelle gerissen, und das gesamte Kühlwassersystem zieht nun Luft. Den Impeller des Generators hat es zerlegt, entsprechend Wasser steht in der Bilge. Ich ermahne mich selbst, denn das hätte ich auch vorher merken können. Na ja. Oder auch nicht. Einmal dabei, entrümple ich die Regale von der Flensburg Zeit, schmeiße endlich mal weg was sich so angesammelt hat. Im Dunkeln des Motorraums lässt sich munkeln, unvermeidlich sammelt sich über die Jahre doch eben auch viel Schrott an und vermehrt sich anscheinend selbsttätig. David und Stefanie sind noch als Gäste der YACHT BLUEWATER geblieben, übernachten auf der MARLIN. David hilft mir den Deckel der Gefrierkühlers fertig zu montieren. Etwas bei dem mir die handwerkliche Ruhe fehlt. David hat im Gegensatz zu mir, die Ruhe nun mal echt weg, ist gelernter Schreiner dazu. Nach zwei Stunden sitzt das Ding an seinem Platz. Micha happy. Danke David. Dann kann es ja jetzt weitergehen. Morgen kommt die Capitana zur YACHT BLUEWATER auf den Kutter. Nathalie hält einen Vortrag über Patagonien und ich halte einen Vortrag wie man in Patagonien e-mail und Wettervorhersage in Nowhere hat. Am Sonntag wird es voll. Jan und Thomas kommen an. Noch ein Jan und Claus vervollständigen die neue Crew am Montag. Dann kann ich ja wieder von vorne anfangen mit Sicherheitseinweisung und Co. In Südafrika und ganz speziell in Knysna, dem Geburtsort meiner Tochter Lena und meiner Wunschheimat haben Unwetter zu Waldbränden geführt. 10.000 Personen der kleinen Stadt sind evakuiert worden. 40% von Knysna brennt! Und wie zu erwarten ist die südafrikanische Regierung unfähig damit umzugehen und zu helfen. Es zieht mir kalt den Rücken runter und ich bekomme Tränen in den Augen, wenn ich die Bilder sehe. Ich habe selber Brände erlebt die am Kap der guten Hoffnung durch den starken Wind zu Ungeheuern werden. Habe selbst mit Freunden Schneise gebrannt um das Feuer an der Ausbreitung zu hindern. In Sichtweite vom Yachtclubs sind damals ganze Wälder abgebrannt. Aber dieser malerischen und chillige kleine Ort Knysna nun quasi runterbrennt wie nach einem Kriegsangriff ist unglaublich für mich. Ich kann nur hoffen dass möglichst viele meiner Freunde und Bekannten aus Knysna nichts passiert ist und ihre Häuser vom Feuer nicht erfasst worden sind. Timber Village soll quasi nicht mehr existieren. Das ist da wo Maya zum Kindergarten gegangen ist, unsere deutschen Freunde Jo und Kathrin ihr B&B haben. Scheiße. Wenn es interessiert und ein paar Hintergründe mehr der schaut hier. Für den nächsten Schlag ab dem 12. Juni ist übrigens jetzt nur noch ein Platz frei. Von Warnemünde geht es über Gotland nach Stockholm. Alles klar. Kurzentschlossene melden sich einfach telefonisch bei mir: +49 157 51147894  
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Wo gehobelt wird – Fallen Späne

In Warnemünde angekommen

“Gaby. Wir kommen dann in ca. 30 Minuten in den Hafen. Schickst Du mir jemanden, der die Leinen annimmt?“ Die Hafenmeisterin grummelt ein „Ja“ am Telefon. Ich hatte es schon vor Wochen, als ich meinen Freund Frank von der VENTURA in Warnemünde besuchen war, im Urin. Wenn es da windet und ich mit der MARLIN ohne Bugstrahlruder reinfahre, hab ich ein Problem. Direkt vor dem Hotel soll die MARLIN liegen zur diesjährigen YACHT BLUEWATER Veranstaltung. Das Einparkmanöver, Skipper Micha steht selbst am Steuer, geht dann voll in die Hose. Ich versuche die MARLIN bei 20 Knoten Seitenwind auf der Stelle zu drehen, der Wind drückt das Schiff seitwärts auf die anderen Yachten. Der Versuch rückwärts ohne Bugstrahlruder in die Box zu kommen scheitert. Da gibt es jetzt nur die Chance mit der Nase voran um den Dalben in die richtige Richtung in die Box zu kommen. Von der Marina ist keiner zu sehen. Ein helfendes Beiboot der Marina gibt es ebenfalls nicht. Lautes Rumschreien hilft jetzt auch nicht. Was ich nicht sehen kann ist der Stahlhaken am Dalben der grade gegen die Scheuerleiste der MARLIN den „Ich bin stärker Test“ macht. Magrit hält den Fender dazwischen, der Fender platzt. Der Stahlhaken gewinnt und eine ordentliche Schramme ziert die MARLIN. Erwartungsvoll steht Team David auf dem Vordeck. Gibt es jetzt ein Donnerwetter? „Scheiße! Nur gut das keinem Crewmitglied was passiert ist.“ Das „Ihr habt keine Schuld. Kann passieren“, spare ich mir. Ich bin grade ziemlich sauer. Auf mich selbst, auf den Wind, auf das Personal der Marina, eigentlich auf alle und springe an Land. Luft schnappen. „Das passiert eben. Charter halt. Da musst Du durch“, zu mehr hat Nathalie am Telefon grade keine Zeit. Lena will vom Fußball abgeholt werden. Ich rufe meinen Freund Pascal von der YACHT an und heule mich bei ihm aus. „Vielleicht musst Dir doch mal ein Bugstrahlruder anschaffen.“ „Ne Pascal, hab mir die Dinger auf der Messe angeschaut in der Größe, die die MARLIN benötigen würde. Das Gewicht im Vorschiff kann ich mir sparen.“ Ist ja auch egal. Schramme halt. Kann passieren. Kann man reparieren. Es benötigt schon ein Glas Wein, dass ich mich beruhige. Es regnet im Hafen. Ich gehe meinen Nachtschlaf nachholen. Kaum wieder wach, ist der Wind weg. Meine Crew kommt vom Landgang. „Wir drehen mal eben das Schiff.“ Entgeistert schauen die mich an. „Was. Noch eine Schramme?“, denken sie sich wohl. Motor an. Leinen los. 5 Minuten später ist die MARLIN richtig herum in der Boxengasse, fest vertäut. Ohne Schramme. Den Tag streichen wir mit Abschluss dieses Posts. Ein paar Sonnenstrahlen in den nächsten Tagen werde ich nutzen für Schleifpapier, ein bisschen Spachtelmasse und ein bisschen Lack. Ist ja nicht das erste Mal. Ein Schiff ist ein Gebrauchsgegenstand. Is nun mal so. Ein neuer schwarzer Fender ist bestellt, denn das war unser Ankerball. Für den nächsten Schlag ab dem 12. Juni ist übrigens jetzt nur noch ein Platz frei. Von Warnemünde geht es über Gotland nach Stockholm. Alles klar. Kurzentschlossene melden sich einfach telefonisch bei mir: +49 157 51147894  
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