Archiv der Kategorie: SY Marlin

Ulli ist am Start

Abenteueranreise

Die Fahrt nach Maria Gorda war für Ulli ein besonders kubanisches Erlebnis. Vom Skipper hat er noch eine Einkaufliste bekommen und so verläuft die Fahrt in einem Chevrolet, der älter ist als Ulli, mit vielen Stopps. Hier gibt es vielleicht Tomaten, hier gibt es vielleicht Papaya und dort ein paar Flaschen Wein. Am späten Nachmittag erschein Ulli nebst zwei sehr gut gelaunten Taxifahrern. Ich bin diesmal besser auf die späte Ankunft vorbereitet. Ulli hatte mir wunschgemäß schon vor Wochen eine Kopie seines Ausweises und seines Touristenvisas per mail geschickt. Mit den ausgedruckten Dokumenten erscheine ich innerhalb der Bürozeiten in der Capitaneria und bitte Ulli auch in der Nacht an Bord nehmen zu können. „Das geht nicht. Er muss sich persönlich vorstellen.“ Ich antworte nicht und bleibe einfach sitzen. Der kubanische Beamte sieht sich die Ausdrucke an. Er schweigt. Ich schweige. Die Klimaanlage in dem Kabuff röhrt laut auf dem laufenden Fernseher läuft eine venezolanische Soap. Es vergehen ein paar Minuten. Dann der Sinneswandel. Er nimmt sich sein Kontrollbuch, meine Passagengenehmigung und fängt an Ulli zu „enrollaren“ (Als Crew einzutragen) . „Bumms!“ Der Stempel schlägt auf den Papierbogen. „O.K. Ich sage der Security Bescheid, dass Ulli rein darf.“ „Danke! Hermano.“ (Hier sagen alle Männer die sich gut gesonnen sind Hermano, Bruder zueinander)

Es gibt am Abend halbierte Lobsterschwänze aus dem Ofen in Butter und Knoblauch. Dazu Salat, gebratener Reis. Einen kalten Schluck chilenischen Weißwein. Das traditionelle Begrüßungsdinner. „Ich koche aber nicht jeden Tag!“, versuche ich die Situation ins rechte Licht zu rücken. Wir wechseln uns ab. Jeder darf mal. Wer nicht kocht, der darf seine Spülkünste zeigen. Beim Einräumen des Proviants stellt sich raus warum die Taxifahrer so gut gelaunt waren. Eine Flasche Mulata Rum ist leer. „Ich dachte immer die trinken Wasser in kleinen Schlucken aus einer Flasche in einer Plastiktüte.“ Alle lachen. Na gut, dass Du gut erhalten angekommen bist.

Den folgenden halben Tag verbringen wir mit der ebenfalls obligatorischen Sicherheitseinweisung, Landgang zur Capitaneria, Schnorcheln Paddelboard fahren und Reparaturen. Schon ist der Tag vorbei. Ankommen. Erst mal ankommen. Der Versuch abends im Restaurant zu essen endet recht cubanisch: „Wir haben Pago, einen cubanischen Fisch mit Reis. Nein wir haben keinen Salat, keine Tomaten, kein Gemüse.“ Na, da kochen wir morgen aber doch lieber selber auf der MARLIN. Doch auch da ist der Blick in die Verproviantierunsschapps langsam traurig. Noch dreimal Kokusnussmilchinstantpulver. Zeit mal wieder in die Zivilisation zu kommen. Das Wetter in den kommenden Tagen wird gütig. Leichte Winde aus SE, E und N. „Morgen segeln wir los!“, verkünde ich. Am Freitag sind wir in Havanna.

 


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Jonas ist an Bord

Alles dreht sich und die Kugel fällt auf die Drei

Leser Norbert ermahnt mich ja aufzupassen mit dem Apnoetauchen. Recht hat er ja. Ist halt auch ein Extremsport mit Gefahr. Norbert, ich hyperventiliere nicht, versuche auch keinen Rekord zu brechen und auch nicht an Grenzen zu gehen, sondern höre auf meinen Körper. Und seit heute bin ich auch nicht mehr alleine beim Tauchen. Der zehnmonatige Jonas ist an Bord gekommen um mein Leben interessanter zu machen. „Hilfe. Nen schreiendes Baby an Bord. Das ist ja total nervend!“, war der Kommentar meiner letzten Crew. Ich bin eher positiv gegenüber Jonas eingestellt. Mal schauen wie sich das entwickelt. Erst einmal durfte Jonas mit Mama Nadja und Papa Michael nicht an Bord. Nach einer vierstündigen Fahrt im Taxi von Havanna nach Maria la Gorda war die Capitaneria nicht besetzt und trotz Telefonat, durfte die jung Familie nicht an Bord, ohne die Passnummern auf einem Zettel am nächsten Tag vom Beamten notieren zu lassen. Das ist Cuba live. So musste Jonas erst einmal mit seinen Eltern für eine Nacht im Hotel einchecken.

Segeln mit Kindern habe ich ja seit 2005 schon aktiv gemacht. Mit den eigenen und mit fremden. Jona’s Papa Michael und ich haben sich gesucht und gefunden – Dank Internet. Hand gegen Koje. Wie es dazu kam: „Mit Deinem Arm kannst Du auf keinen Fall über den Atlantik segeln.“ „Nathalie, dass ist mir auch klar. Aber was ist mit den Buchungen? Um das Projekt MARLIN zu erhalten, brauchen wir die zahlenden Mitsegler. Sonst sind wir schneller pleite als wir denken können. Außerdem beginnt im Juni die Wirbelsturmperiode in der Karibik. Gegen Schäden durch Stürme mit Namen ist die MARLIN nicht versichert. Wo soll die MARLIN bleiben wenn ich für Wochen ausfalle und mich in Deutschland behandeln lasse?“ Es ist mal wieder eine normale Nathalie – Michael Diskussion, die mit Einvernehmen endet. „Du brauchst einen Deiner Bootsjungen.“ Davon habe ich ja einige im Addressbook meines MacBook Air’s. In den kommenden Wochen bekomme ich eine Absage nach der anderen. Wer kann schon sechs bis sieben Wochen mitsegeln um die MARLIN auf die Azoren zu bringen und für eine Segelpause vor Anker oder in eine Marina zu bringen? Jan hat grade ein Praktikum bei Audi angefangen, Arved kneift wegen seiner Freundin, Julian arbeitet als Koch auf Texel und die anderen Alternativen? Alex, Lisa, Guido, Chris, Susan… Alle fallen aus wegen keine Zeit, keine Lust. Da steht Wnuk an Deck und raucht sich eine Zigarette. Das war vor einigen Wochen. Jetzt bin ich seit vier Tagen wieder stolzer Nichtraucher. Wer sich meldet ist Jonas Papa Michael. In seinem Fragebogen steht: 33 Jahre, Mechatroniker und Elektrotechniker. Alles klar. Das ist der Mann den ich brauche. MARLIN’s ToDo Liste wird jeden Tag länger durch die Behinderung mit meinem Arm. Ich kann den betroffenen Arm nicht mehr als 30 Grad anheben und ohne OP wird das auch nix werden. Ich kann zwar Segeln, aber ohne Crew ist ein Atlantiküberquerung echt ein Abenteuer. Aber wieso kann Michael sechs Wochen weg von Zuhause? Elternzeit. Und so kommt Mama Nadja zumindest für zwei Wochen auch direkt mit.

Den ersten Tag verbringen wir quatschend auf der MARLIN. Ruhepause. Am Samstag kommt Mitsegler Ulrich. Erst am Abend rutschen Micha und Micha mal in den Motorraum und finden natürlich direkt eine kaputte Wasserpumpe im Generator. „Ne! Heute nicht. Es ist Freitag der Dreizehnte! Los raus aus dem Maschinenraum. Das hat Zeit bis morgen. Morgen zeige ich Dir die To Do Liste. Morgen fangen wir an. Heute trinken wir Rum und quatschen.“ Jonas nickt. Süss der Kleine. Tiefenentspannt, wie seine Eltern. Da habe ich ja noch mal Glück gehabt, nach dem letzten Rein(er)fall. Azoren, wir kommen.


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Im Apnoefieber

Gedankenlosigkeit

Beim Tieftauchen ist es wie beim Kiten: „Du denkst an gar nichts mehr!“ Michael und Nadja sind in Havanna angekommen und unterwegs zur MARLIN. Zwei Langustenschwänze liegen zum Auftauen im Spülbecken. Fried Rice mit Languste. Mehr gibt der Bordbestand nicht her. Aber in dem Taxi, in dem die Beiden mit ihren 10 Monate alten Sohn Jonas, kommen, ist auch eine Kiste mit Gemüse, Eiern und Kaffee. Hab ich irgendwie organisieren können. Hier in Maria la Gorda gibt es nämlich außer einer Bar gar nichts.

Auf 15 Meter Tiefe werden die 2kg Blei dann doch ganz schön schwer und ziehen mich weiter runter, die Luft in der Lunge ist zusammengedrückt und gibt nicht mehr so viel Auftrieb. Dann der Blick nach oben. „Upps. Doch ganz schön weit!“ Beim Auftauchen dehnt sich die Luft dann wieder aus. Das Gefühl keine Luft mehr zu haben verschwindet wieder. Mit jedem Mal geht es besser. Wäre toll jemanden mit dabei zu haben, um sich gegenseitig anzuspornen. Ich denke an Taipiri, den versoffenen Mann von Rose, mit dem ich ich in Französisch Polynesien mehrmals zum Speeren am Riff getaucht bin. Ob er noch lebt? Er hat mir damals viele Tipps gegeben. Man munkelte, dass Taipiri vier Minuten unter Wasser bleiben konnte. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Er verschwand an der Riffkante und tauchte irgendwann mit einem Zackenbarsch auf der Speerspitze wieder auf. Vollkommen sinnlos ihm folgen zu wollen. Wenn der Pazifik nur einfach nicht so weit wäre – Ich würde hinsegeln und nachschauen ob er noch da ist.


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Hey. Hey. Unterm Kiel geht die Party ab!

Es zieht mich in die Tiefe.

“Da muss ich doch mal schauen warum die Taucher alle hier sind“, ich erhebe mich vom Klo, lege die YACHT mit Johannes Artikel über die Bahamas zur Seite. Da war ich 2014 schon. Die nördlicheren Inseln interessieren mich. Hmm. Bisschen spät um nen Revierführer zu besorgen. „Muss ich mal nachher im Regal gucken. Da stand doch mal was rum. Schon alles recht flach da“, ich rede die ganze Zeit mit mir selbst. Sonst ist ja auch keiner da. Gut so, wenn ich auf Zigarettenentzug bin, bin ich am besten zwei Tage alleine. Also genau getimed, so dass ich keine schlechte Laune hab, wenn die „Neuen“ kommen.

“Platsch“, die Zeiten mit schwerem Equipment, Tauchkompressor, Weste, Tonnen von Blei sind vorbei. Ich habe meine 70cm langen Apnoetauchflossen an, mein 30 Jahre alte Brille mit Schnorchel und 2kg Blei um die Hüften. So gehe ich am liebsten spazieren, die GO PRO in der Hand, schaue mir mein MARLIN Hausriff auf dem Unterwasserschiff an, mähe ein bisschen Rasen mit dem großen Spachtel. Hinter dem Schiff viel Sandfläche und eine Taucherboje, gar nicht so weit weg. Da steht Fisch. Angefüttert für die Taucher. Is doch klar. Endlich habe ich einem dem ich die Zähne zeigen kann. Ein kolossaler Barrakuda hat hier das Sagen und fletscht zurück. Schöne Zähne haben diese Viecher ja nun gar nicht.

Mich zieht es in die Tiefe. In 10-15 Meter unter mir zieht sich das wunderschöne Tauchriff lang. Ich habe keine Uhr dabei, aber zufrieden bin ich nicht mit meinen sportlichen Leistungen. Ich erreiche zwar die untere Sandfläche, aber der Atemreflex bringt mich schnell wieder an die Oberfläche. 2 Monate sind jetzt her seit meinem Kite-Unfall, 2 Monate habe ich aus Frust gequalmt und gesoffen. Jow. Macht sich ordentlich bemerkbar. Aber ich hab ja gestern den Reset gemacht. Alles gut! Vielleicht zwanzig Male geht es in die Tiefe, dann beschlägt das Gehäuse der GoPro. Upps, das ist kein gutes Zeichen. Da kommt Wasser rein wenn ich zu tief runter gehe. Also Rückzug und heute Nachmittag noch mal mit der anderen GoPro. Das Riff lohnt sich auf jeden Fall. Ich erinnere mich an einen Pauschal-Tauch-Urlaub mit meiner Ex Claudia in Cozumel. Da habe ich zum ersten Mal an einer Bucht eine Fahrtenseglerschiff mit einer Familie drauf gesehen und beobachtet. Die Kinder haben Tarzan mit den Fallen gespielt, sich ins kristallklare Wasser fallen lassen und ich dacht: „Hey, das kann ich auch.“ Das war die Geburtsstunde der Weltumsegelung. Gar nicht so weit weg. Grade mal 150 Meilen. Ein Tag mit der MARLIN. Ob die „NEUEN“ flexibel sind?


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Mein Leben in der Postkarte

Reißleine. Schluss mit lustig.

Was macht der Pilot eines Düsenjägers, wenn er nicht mehr Herr der Lage werden kann und die Explosion der Situation voraussehen kann? Reißleine ziehen. Austeigen. Ich habe es ähnlich gemacht. Meine Herren Mitsegler sind vorzeitig abgereist und bekommen ihr Geld zurück. Ich genieße ein paar Tage Ruhe, freue mich auf die nächsten Mitsegler am kommenden Wochenende. Es kann definitiv nur besser werden. Es muss besser werden, sonst hänge ich meinen Job als Skipper an den Nagel und werde Fischeschnitzer auf den Azoren.

Hier in Maria Gorda ist es malerisch schön. Es gibt ausschließlich verstrahlte Taucher, die nach ihren Tauchgängen Essen und Ruhe haben wollen. Keine laute Musik, Flottes Internet was ich mir mit der LunaWLANnet als Hotspot ins Schiff hole, einen weißen Strand und karibisch blaues Meer. Ich kenne kein Schwein, was definitiv gut ist, und da ich schon mal beim Reset bin verschenke ich alle meine restliche Kippen an die Marineros und verordne mir 48 Stunden Schiffarrest, um wieder ein stolzer Nichtraucher zu sein, stelle den Rasierer auf 10mm ein und ab ist die Haarmatte. Reset erfolgreich beendet. Rückwärts aus der Sackkasse rausgefahren. Jetzt kann das Leben wieder positiv weitergehen.


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Bekalmt

Meine Crew darf aber auch alles erleben

20 Meilen bis zum nächsten Ankerplatz. Wind weg. Richtig weg. Noch nicht einmal die MARLIN mit ihren tollen Leichtwindsegeleigenschaften kann da was machen. Da werden wir die Nacht treibend mit 1,5 Knoten nach Westen verbringen. Um 2 Uhr soll es wieder was um die fünf Knoten Wind geben. Ich habe meinen Mitseglern Freiwache gegeben, ein Bier zum Sonnenuntergang erlaubt und da ich zwei stringente Dagoberts an Bord habe, die Diskussion über Motoren gar nicht erst angefangen. Mir soll es Recht sein. Die Kartoffeln müssen eh weg, die Eier auch. Also gibt es Tortilla am Mittag, ich setze Krautsalat an und zum Abendessen Nathalies Spahetti in Tomatensoße. Satte Crew ist immer gutmütig und nicht aufmüpfig. „Ihr könnt schlafen gehen. Es gibt nix zu wachen, ich schlafe im Pilothaus und stelle mir den Einhandwecker zur Kontrolle auf Zweistundeninterwall. Der Generator knattert, der Wassermacher dröhnt für die nächsten drei Stunden. Schon toll, fast vollkommen unabhängig von Marinas zu sein.

Es gibt nichts zu sagen in meinem heutigen Leben, deshalb schließe ich das Logbuch für heute, hoffe morgen den Fehler in der Generator Steuerelektronik, die ich überbrückt habe, zu finden.

 


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Lambi Man

…wieder am Leuchtturm

Es ist allerdings ein neuer Leuchtturm am Süden der Insel Juventud. Totenstill und dunkel ist es hier. Der Leuchtturm eher ein Leuchttürmchen. Ein phantastischer Segeltag liegt hinter uns. Nach dem Studieren der Bordliteratur in Bezug auf die navigatorische Seite der kommenden Woche musste ich heute meine beiden Herren etwas anspornen. „Wir müssen mal ein paar Meilen machen. Jeden Tag 20 Meilen sind leider nicht genug. Am kommenden Freitag den 13ten müssen wir ankommen, da steht die neue Crew in Havanna auf der Matte.“ Rainer und Peter haben da eher die Ruhe weg. „Das ist doch Deine Sache wie Du da zeitgerecht ankommst. Da verlassen wir uns voll und ganz auf Dich.“ Etwas gegenseitiger Unmut liegt in der Luft. „OK. Dann entscheide ich jetzt: Wir segeln heute Nacht durch. Um 23 Uhr soll es 6BFT aus NE geben. Da ist der Ankerplatz in Cayo Campo eh ungeschützt.“ Meine Mitsegler nicken. Der Wind nimmt zu und die MARLIN gibt mir Recht: „Ja Skipper, wir müssen mal ein bisschen Gas geben.“ Kaum geht die Sonne unter, stehen wir am neuen Leuchtturm, der Caleta de Carapatchibey. Kein Wind mehr. Kein Ankerzeichen. „Komm wir machen den Motor an und nehmen die Bucht als Ankerplatz.“ Peter fängt an auf den Karten des iPad’s zu wischen. Er erntet direkt mein Wohlwollen. „Super Idee. Und morgen direkt durch nach Maria Gorda. Etwa hundert Meilen. Fast an der Westspitze Kubas.“ Meine Herren nicken. Gut. Die Stimmung bessert sich. Die grauen Wolken über der MARLIN lichten sich.

Peter beim Lambi öffnen. Beim Schnorcheln lag doch glatt ein ganzes Netz von 15 Lambis unter der MARLIN, von Fischern wahrscheinlich vergessen. „Na, die armen Tierchen müssen ihrer Bestimmung übergeben werden.“ Peter ich zeige Dir wie das geht. Peter schlägt das Loch an der dritten Windung und durchtrennt den Muskel der Schnecken, ich filetiere das Muskelfleisch und fülle die Tupperschale im Freezer.

Draußen ist es stockfinster. Ich habe für meine Gäste schnell noch einen Fried Rice gemacht. Ne, nicht mit Huhn. Huhn ist aus. Mit Languste. Heute im Angebot. Für Micha ohne Reis, wegen der Figur. Jetzt schnell noch ein letztes Bier und dann hoffen wir auf den Wind, der da kommen soll und in der Dämmerung geht es weiter nach Westen. Kurs Abenteuer. Kurs Golfstrom zwischen Keys und Cuba um den es natürlich viele, viele Seglergerüchte gibt.

 


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Nike meets Mikel

Something special

Es gibt Begegnungen besonderer Art. „Bist Du nicht der Michael Wnuk!“ „Hallo?“ Ich komme grade vom Ausklarieren mit Damilka, meine Crew wartet, Olgita, Chefsecretaria der Marina hat mir vom wundersamen Havanna vorgeschwärmt, da sitzt Nike neben mir, mit der ich vor gefühlter Ewigkeit ein Smallchat über FB geführt habe. „Yes. I am Mikel from MARLIN.“

Wir haben wieder mal Cayo Largo erreicht. Ich lade mein Telefon auf und Honke, mein bester Segelfreund in Sachen Traumatologe, hat mir grade am Telefon erklärt, dass eine Schulter niemals wieder meine Schulter sein wird, die ich in den letzten 52 Jahren hatte. „Stell Dir eine Kugel vor, wie ein Erdball, auf der Spanien plötzlich am Nordpol steht. Alle Nerven, Sehnen und Muskeln sind verschoben. Dein Schulterkopf ist 90° versetzt zusammengewachsen. Mit einer OP kommst Du auf waagerechte Mobilität. Den Arm strecken wirst Du nie wieder können.“ Genug Realität um den heutigen Tag zu beenden. Alles dreht sich. Kunterbunt. Meine Phantasie schiebt Show.

Ich besuche Nike auf ihrer KARL, eine Reinke, die sie liebt. Man sieht es ihr an. Als ich ankomme telefoniert sie via Iridium mit Papa in Lüneburg. Einhandseglerin. Bloggerin. Videobloggerin. Wir kennen uns nicht. Ein paar Zeilen. Eigentlich oberflächig. Vorsichtig nähern wir uns an. „Ich hab Lambi. Etwas Salat. Gäste. Freunde. Kommst Du auch?“ Neben meinen Gästen ist es quasi eine Erholung something special zu treffen. Willenswert: Nike kommt, ich tucker wieder auf meine Baustelle MARLIN.

Zwei, die was zu sagen haben treffen sich, beschnuppern sich. Zwei die ein gemeinsames Meer–Leben haben, deren Lebenslinien sich kurzzeitig treffen, tauschen sich aus. Wo? In der Kombüse der MARLIN. „Schnibbel doch einfach noch etwas von der Mango in den Salat!“ „Die Tomaten sind schon angefault, die Hälfte können wir noch mit reinschneiden. Was klappert denn da in Deinem Rigg? Du hast den gleichen Anti Skid wie ich auf meiner KARL.“ Wir haben nicht nur der Welt etwas zu sagen, auch uns selbst. Ich genieße jeden Moment dieser Begegnung neben meinem derzeitigen Kojencharterleben. Tut es Nike Steiger auch? Ja, sie tut es. Es iat ein kurzes Kennenlernen, denn Steiger segelt morgen nach Cayman Brack, ich mit meinen Gästen Richtung Westen nach Campo. Sollte so sein, Schicksal halt. Nike hatte in Cienfuegos schon mal an der MARLIN angekloppft, aber ich war unterwegs, Nico und Katja hatten sich den Namen der Besucherin nicht merken können.

Wer mehr über Nike wissen will besucht ihre Internetseite: www.whitespotspirates.com und www.youtube.com/whitespotpirates

 


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Letzter Abschied vom Leuchtturm

Traurig. Oder?

Am Leuchtturm haben wir unter Segeln angelegt. Diesmal nicht weil die Kühlung der Hauptmaschine rumspinnt, sondern weil ich vermute, dass wir die Stahlangeleine der Amis in der Logge haben. Dem ist auch so! Rund 200 Meter Leine ziehen wir unter uns her, direkt am Propeller vorbei. Hätten wir den Motor angemacht, hätten die sich um den Propeller gewickelt. Das mit Stahlline, die man nicht durchschneiden kann, das wäre nicht lustig geworden. Das Manöver unter Segeln war einfach. So einfach, dass Peter meint: „Das machen wir jetzt immer so!“ Gefällt mir auch. Sollte man viel öfters machen. Die Stahlleine der Amis rolle ich auf eine Handrolle auf. Am Anfang ist der Plastikköder mit Plastikvorfach dran. Na denn. Scheinen ja Profis zu sein.

Den Tag verbringen wir am Leuchtturm. Alles geht sehr gemächlich zu. Ein gemütliches Frühstück, die Leuchtturmwärter William und Dolfin kommen vorbeigerudert, weil sie seit Tagen keine Zigaretten und keinen Rum mehr haben. Wir gehen an Land und besteigen gemächlich den Leuchtturm. Wieder verabschiede ich mich mit den Worten: „Bis nächstes Jahr!“ Etwas schlechtes Gewissen habe ich schon, wie schon beschrieben. Die Herren gehen schnorcheln, ich schnorchle in der Vorkabine, mache ein paar hundert Liter Wasser und die Bilge frei von der Papaya, die gemacht werden muss. Es gibt Lambi-Schnecken am Abend. Ich stehe in der Küche. Der Tag endet mit Petit Ponce, einem fürstlichen Essen und einem ebenso fürstlichem Sonnenuntergang. Am morgigen Tag soll es weiter gehen. Cayo Largo. Wieder verabschieden. Downwind Segeln. Prima, da kann ich wieder mal ein paar Dutzend Mails beantworten.

 


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Altherrensegeln

New Horizons. Technischer Erfolg auf ganzer Linie.

Na, schon mal hier gewesen und nix neues gefunden? Mal nen netter Kommentar als immer diese blöden FB Likes würden auch mal gut tun. Der Kartentisch ist halb aufgeräumt, aber eben nur halb und in mir sieht es noch nicht anders aus.

Cienfuegos ist schön wie immer. Freitag Abend: Bordflucht. Nico darf nicht mit, trotz letzter Abend. Katja zickt und setzt sich durch. Macht der Frauen. Ich stürze total ab und wackle breitbeinig morgens um vier Uhr über den Malecon, die Uferstrasse zum Punta Gorda. Ich finde, dass ich mir das verdient habe und sitze breit grinsend und gutgelaunt betrunken auf dem Mäuerchen, unterhalte mich mit einem Amerikaner. Davon gibt es jetzt ganz viele hier. Seit April dürfen die Amis nämlich jetzt nach Kuba. Obama macht’s möglich. Die Amis, die kommen, sind eigentlich ganz nett. Die doofen mögen das Fidelland immer noch nicht. Also was soll’s. Peter, neuer Mitsegler ist auch schon aufgetaucht. Der Oberbayer spricht aber wenigstens so, dass ich mich mit ihm verständigen kann. Peter kennt mich aus diesem Blog, ich kenne Peter gar nicht. Eigentlich auch egal. Katja und Nico verabschieden sich. Ich bin froh, dass ich eine Sonnenbrille aufhabe und die beiden und Peter die Krokodils träne nicht sehen die sich in an meiner Nase Richtung Erdmittelpunkt bewegt. „Jetzt nur nicht uncool und sensibel werden Micha!“, geht mir durch den Kopf. Ich hab mich an die beiden und vor allen Dingen an Nico massiv gewöhnt. Wunderbare zwei Wochen segeln und gemeinsam leben. Schade, dass ich nicht mit allen meinen Mitseglern verheiratet sein kann. „Ihr wart die beste Crew seit dem ich angefangen habe.“ Nico lacht. „Das sagst Du doch jedem.“ „Wirklich? Tue ich das. Oder habe ich nur tolle Mitsegler?“

Der Tag danach, der erste Mai, ist natürlich in Cuba besonders wichtig. Alle Patrioten versammeln sich um einen riesigen Umzug auf dem Malecon zu veranstalten. Danach wird am Stadion gefeiert. Wir, inzwischen mit Reiner, dem zweiten neuen Crewmitglied, mittendrin. Reiner und Peter sind beide gut 15 Jahre älter als ich. Ich bin ein wenig skeptisch, die Beiden sind es auch. Wir fangen an mit dem gegenseitigen beschnüffeln. So eine Konstellation hatte ich noch nicht. Bisher war immer ich der Älteste. Es ist die Crew 15. Erfahrene Chartersegler. Welche Erwartungen werden die Beiden haben? Wir fangen an mit Verproviantieren, Ankommen und Sicherheitseinweisung. Einkaufen auf dem Markt, Verstauen der Lebensmittel und in die beiden Kabinen einziehen. Ganz gut, dass beide ihre eigene Kabine haben und das Schiff nicht so voll ist. Langsam kommen wir uns näher. „Wird gehen“, denke ich mir. Morgen soll es losgehen. „Hast Du Lust mir bei meinem größten MARLIN Problem zu helfen?“, frage ich Peter. „Kein Problem“, antwortet dieser. Für die nächsten drei Stunden verschwinden wir im Motorraum. Nico hatte schon Schlauch und diverse Rückschlagventile und Verschraubungen aus PVC aus Deutschland mitgebracht, um der Toilette eine eigenständige Wasserzufuhr, von einem ungenutztem Einlassventil im hinteren Lagerbereich zu spendieren. Mit Nicos Hilfe hatte ich schon ein Rückschlagventil in die Spülwasserleitung der Toilette eingebaut. Besser gesagt: Ich habe Nico geholfen und das Werkzeug gereicht. Von Verrenkungen im Motorraum bin ich mit meinem Arm noch weit entfernt. Doch trotz der Reparatur haben weiter alle Toilettenbenutzer beim Segeln unbewusst Unterdruck im Kühlwasserkreislauf erzeugt. Danach haben wir einen nicht ganz geschlossenen Kugelhahn eingekreist, indem wir das Kühlwassersystem des Yanmars mit Luftdruck abgedrückt haben. Nach jedem Schlag unter Segeln: Kein Kühlwasser mehr im Motor. Mit der Folge, dass Skipper genervt und nassgeschwitzt im Motorraum sitzt und über die Rückspülfunktion des Wassermachers Süßwasser in den Motor einspeist. Es kann sich keiner vorstellen, wie sehr mich das genervt hat, dass ich dem Problem nicht Herr geworden bin. Bei jedem Problemfund ein Aufatmen und danach der gleiche Mist wieder. „Der Kugelhahn war es auch nicht“, komme ich muffelnd aus dem Motorraum. Nico krabbelt auch etwas genervt hinter den Motor und wechselt den vom ständigen Trockenlaufen, halbkaputten Impeller der Yanmar Wasserpumpe aus. „Das war das Problem.“ Nach dem nächsten Schlag wieder das gleiche Problem. Und so ging das über die letzten Monate. An dem Verteiler des Seewassers hing auch der Wassermacher, der dann trockengelaufen ist und repariert werden musste, der Generator, der Luftblasen im Kühlwasser hatte und überhitzte und kaputt gegangen ist. Eine lange Kette. SEIT HEUTE IST DAS ALLES VERGANGENHEIT. Mit Peters Hilfe hat die Toilette jetzt endlich ihre eigene Seewasserversorgung. 4 Meter Schlauch, eine Durchführung zum Motorraum, zwei Schlauchschellen, ein Rückschlagventil. Im Schauglas des Seewasserfilters sieht man jetzt kein Rinnlein an Wasser beim Betrieb des Yanmars, sondern ein Wassersturm. Die Betriebstemperatur der Hauptmaschine ist um 10 Grad niedriger und keines der ebenfalls angeschlossenen Aggregate hat unkontrollierte Luft in der Seewasserversorgung. Wir können jetzt, so wie es sich gehört, den Schlüssel drehen und aus dem Auspuff kommt jetzt verlässlich ein dicker Schwall Kühlwasser. Peter dreht auch schnell noch den neuen Öldruckschalter in den Yanmar rein, an dem letztens zwei Liter Öl in die Bilge gelaufen sind. Auch das Problem ist gemeistert. Ein großer Fortschritt und lange fehlender Sicherheitsfaktor beim Kojensegeln. Dem Skipper fällt ein dicker Stein vom Herzen. Das passt doch zum ersten Mai. Danke an Nico und Peter.

 


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Schönschreiben

Irgendwo in den Tiefen meines Denkens

Alltag hat sich eingeschlichen in meine Leben. Cayo Largo – Cien Fuegos und zurück. Ich fühle mich ein bisschen wie der Busfahrer eines Linienbusses. Bin ich ja im Moment auch. „Den Fahrer bitte während der Fahrt nicht ansprechen!“, stand doch früher immer auf dem Schild beim Eingang des Busses. Ich rede manchmal viel, manchmal wenig beim Fahren, beim Segeln der MARLIN, die Stories sind meist immer die gleichen. Man wiederholt sich. Das Leben ist nun mal Alltag und auch ein noch so anderes Leben wird irgendwann zum Alltag. Segel rauf und Segel runter. Wind von vorne, Wind von hinten und nach fast 16 Jahren Iron Lady Blog bin ich nun auch hier ganz unten angekommen. Jetzt sind es Mitsegler die mein Leben bestimmen. Hört sich schlimm und depressiv an. Oder? Die Leute kommen auf diese Seite um zu lesen wie aufregend das Leben auf dem Schiff ist und ich schreibe, wie unspannend es grade ist. Auch das ist Wnuk. Wnuk darf auch so sein, weil nur so werde ich kreativ und lasse mir, wie schon in den letzten zweiundfünfzig Jahren, was einfallen, damit mein Leben wieder spannender wird. Genau. Da ist dringend was zu machen.

Ein guter Ansatz, wenn ich mal wieder an einem depressiven Tiefpunkt in meinem maritimen Lebenswandel bin, war immer schon, den Kartentisch, in dem noch nie Karten waren, aufräumen. Also werde ich morgen erst mal den Kartentisch aufräumen. Das passt auch, weil Katja und Nico übermorgen abreisen und Peter und Rainer kommen. Das geht reibungslos ohne Pause. Da mache ich aber nicht ganz mit. Irgendwie werden ich mal einen Tag runter schalten und in aller Ruhe was tun? Genau. Ins Krankenhaus fahren und meinen Arm röntgen lassen. Kontrollaufnahme ob der nun auch wieder richtig zusammen wächst. Aufnahme fotografieren und nach Deutschland schicken. Ich bin gespannt. Mein Arm auch. Auf jeden Fall geht es ihm jeden Tag besser, wenn ich nicht grade meine ihn benutzen zu wollen. „Ho! Ruhig Brauner, ruhig“, nur noch 9 Wochen bis ich den Arm wieder voll belasten darf, sagt Nico mein Physiotherapeut, wenn alles gut ist. 9 Wochen. Ist doch gar nichts ;)

 


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Chillout

Entwicklungshilfe

Hier in Cayo Campo, wo die Langustenmännchen übers Hausriff laufen und ihre eiertragende Weibchen in den Höhlen vor uns neugierigen Schnorchler beschützen wollen, laufen die Uhren sogar noch langsamer, als im eh schon langsamen Cuba. Meine Gäste sind tiefenentschleunigt, probieren die Paddlelbords aus, Nico zieht den Kite im Lee der Palmen hoch und gleitet über die türkise Sandbank. Mittags essen wir bei den Rangern. Es gibt herrlichen Pago Snapper vom Grill, Langusten in Tomatensauce, dazu braunen Reis mit schwarzen Bohnen. Im Gegenzug versuche ich noch ein kaputtes Ritzel für den Außenborder mit dem kommenden Mitsegler Peter auf den Weg zu bekommen. Im Moment müssen die vier Jungs alles mit den Riemen abpaddeln. Das schränkt doch recht ordentlich ein. Am Nachmittag schläft der Wind ein. Nico hängt den Kite an Deck der MARLIN zum Trocknen auf und er und Katja schlafen im Schatten darunter friedlich ein. Sonntags auf der MARLIN.

Am Abend planen wir die Weiterfahrt – ohne wirkliches Ergebnis. Entschleunigung macht entscheidungsunfreudig. Nach einem Tatort aus dem Filmearchiv der MARLIN, einem oder zwei Sundownern, als der Mond aufgeht und die Lichtherrschaft über das unendliche Sternenmeer übernimmt, schauen wir durch das kristallklare Wasser auf den mit Seegras bewachsenen Lagunenboden unter uns. Zwischen Kiel und Boden liegen grade mal vierzig Zentimeter. Nico hat am Nachmittag beim Schnorcheln eine Schildkröte fast gestreichelt, die größer als unser Salontisch war mit der Kopfgröße eines Fußballes. Hmm. Unter Wasser erscheint einem ja immer alles größer. „Noch ein Glas Rum Nico?“ „Ne. Hab schon einen in der anderen Hand.“ Über uns steht der Jupiter, als hellster Himmelskörper, wenn nicht grade die internationale Raumstation noch heller, mit einer unglaublichen Geschwindigkeit an uns vorbeizieht. „Ob die Astronauten in ihr eher beschleunigt oder ebenfalls entschleunigt sind?“ „Das Ankerlicht der MARLIN, ist gar nicht in der Sternenapp drin. Da solltest Du Dich mal beschweren.“ Ich glaube nicht das wir morgen weiter segeln werden.

 


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