Archiv der Kategorie: SY Marlin

Dorit im Gästebuch gefunden

Es ist einfach alles ein bisschen zu viel für mein kleines Resthirn

Also ich schaue ja nur ganz selten und ganz zufällig ins Gästebuch. Heute habe ich mich richtig, peinlich verspätet, echt gefreut. Finde ich folgenden Eintrag: “999 kitefee sagt: Am 5. April 2017 um 19:19 Uhr | Bearbeiten Liebe Marlin, lieber Michael, danke für die unvergesslichen Tage auf der Marlin in umsorgter Obhut vom Skipper Micha fragte mich, ob ich schon einmal ins Gästebuch geschrieben habe, konnte ich ja nicht, da ich noch nicht Gast auf der Marlin war. Das hat sich geändert. Ich war das erste Mal SEGELN und das mit richtig viel Wind. Die Marlin war ein sicheres zu Hause, ich habe mich wohlgefühlt und hoffe auf ein Wiedersehen. Micha hat mir das Segellatein übersetzt, so dass ich mich als ein Teil der Crew gefühlt habe. Auch meine Mitsegler haben mich unter ihre Fittiche genommen, danke dafür. Die Bemühungen des Skippers unser Leib und Seele beisammen zu halten, sollen nicht unerwähnt bleiben. Lecker, lecker, lecker. Vielleich gelingt es uns ja ein “Schnupper”-Kiten zu arrangieren, ich würde mich freuen. Einen ganz lieben Gruß aus dem Spreewald von Dorit P.S. An alle Nichtsegler, so ein Schnuppertörn ist eine unvergessliche Erfahrung, ihr seit hier in erfahrenen Händen und auf einem sicherm Boot, nur Mut!“ Die Kitefee ist Dorit und Dorit hat nach dem Törn leider etwas Pech gehabt. Fast hätten wir uns zufälliger Weise auf Mallorca wiedergetroffen, wenn die Kitefee nicht beim Rennradfahren gestürzt wäre und ein paar wichtige Sehnen und Bänder in der Schulter gerissen wären. Jetzt ist meine für den Sommer geplantes Kitewochenende mit der Kitefee erst einmal gestorben. Kitefees Schulter ist genauso kaputt wie meine. Kitenix grüßt Kitenix. Dorit: Segeln mit der MARLIN ist auf jeden Fall sicherer. Wir sehen uns. Der Sommer kommt bestimmt. Dir hier nochmal Dank für den sweet Gästebucheintrag und gute Besserung.

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

Download Flyer

MARLIN meets SELENA

PACTOR Installation am Ankerplatz

“Wo soll die Installation stattfinden?“ Sergey schaut mich fragend an. „Na. Hier.“ Ich habe die SY SELENA rangewunken. Vor- und Achterleine, eine Spring. Alles gut. „Nein. Bitte keinen eigenen Anker werfen. Mein 70kg ROCNA wird auch noch Deine 43 Hallberg Rassey sicher aushalten.“ Längsseits meiner MARLIN ist für mich prima. Für die Installation des ICOM M802 mit AT130 und PACTOR habe ich alles an Bord. Ob Kabel, PL Stecker, Internetverbindung, Lötkolben etc. Einen besseren Platz gibt es gar nicht. Wir liegen vor den Ochseninseln. Sergey und Aleksei sind Russische Staatsbürger und kommen mit ihrem grade mal zwei Jahren alten Schiff aus Norwegen, am Heck weht die Flagge aus Guernsey. In Moskau betreiben sie einen Shop für Foto- und Videokameras. “Zu Beginn der Installation nehmen wir uns erst mal die HR43 vor!“, spreche ich zu mir selbst und entere die SELENA. Die Kommunikation mit meinem russischen Kunden ist etwas schwierig. Grund: Mein Russisch ist echt Scheiße. Aber die Menge meiner russischen Kunden, lässt nun noch nicht grade einen Russisch Intensivkurs als ein MUST DO! erscheinen. Also versuchen wir es mit Sergey’s Englisch, Händen und Füßen. Geht doch. Sergey hat sich mutig für eine KISS Erdung entscheiden. Das klappt ja nicht unbedingt immer gut. Ein Blick in den Schaltschrank der HR läßt mich vor NEID ERBLASSEN. „Wow“ Alle Kabel sauber verlegt, keines kreuzt das andere, alles in den Klemmleisten, alles fein säuberlich dokumentiert und beschriftet. Sogar die Versorgungsspannung für das M802 in der entsprechenden Größe sind geplant und vorbereitet. Dieses Schiff ist von der Verarbeitung her der Hammer. Ich hab ja schon viel gesehen. So etwas nicht. Nun. Ich denke: Im nächsten Leben fahre ich früher an zu sparen oder mache einen Fotoladen in Moskau auf. .
Sergey lässt es sich nicht nehmen ordentlich mitzuhelfen und nach grade mal acht Stunden ist alles eingebaut, der Tuner mit einer Holzplatte von innen am Heck verklebt und die 7m lange SSB-Wip-Antenne steht an Deck, 10 Grad nach hinten geneigt. Schick sieht das aus. „I will test now!“ Sergey zieht die Augenbraunen hoch. „Realy?“ Und hält das Anennenkabel vom Tuner zur Antenne hoch. „Hmm.“ Das war wohl etwas eilig. 20 Minuten später darf ich endlich die PTT Taste drücken. Der Tuner rappelt kurz. 15 Ampere fließen ins Funkgerät als ich ordentlich pfeife auf 6 Mhz. „Prima.“ SWR ist prima. Ich gehe die verschiedenen Marine und Amateurfunkfrequenzen durch auf der Suche nach einem „Un-Match!“ Der Tuner matcht alle Frequenzen. Die KISS Erde funktioniert gut. Weiter geht es. Der Gassensor ist resonant auf ein paar Frequenzen. Hier muss Sergey, diesen entweder beim Senden ausschalten, oder das ungeschirmte Sensorkabel gegen ein geschirmtes auswechseln. Will er selber machen. Interferenzen gibt es auch. Der Mastervolt macht Störungen und die PACTOR Verbindung wird langsam. Auf Sergey’s fragenden Blick antworte ich mit: „VICTRON!“ Nun. Das geht natürlich nicht. „Damit musst Du leider leben. Den Mastervolt Inverter musst Du bei schlechten Bedingungen abschalten.“ „Den nutze ich aber eigentlich eh nur wenn ich 230V brauche“, meint Sergey. Alles gut. Es folgt noch ein kurzes Training. Aber Sergey hat schon alle Manuals gelesen und ist bestens vorbereitet. „Satisfied?“ „Much more than espected. You are really a professional. We thank you so much!“ Das höre ich natürlich gerne und wir verabreden uns zum Abendessen in der Flensburger Altstadt. Leinen los heißt es nach nur 48 Std längsseits der MARLIN. Wahrscheinlich sehen wir uns sogar noch mal wieder. Über einen Wassermacher denkt Sergey nun nach. Und einen Miniplexer, den benötigt er natürlich noch. So geht das, wenn man mich trifft. Morgen geht es los. Schwester Susanne, Mitseglerin Nicole und Tobias rücken an. Verproviantieren und dann Segel hoch. Die MARLIN wird bald die Flensburger Förde verlassen. Kurs Nord.

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

Download Flyer

Mensch – Hab ich ein Glück

Skippers delight

Eigentlich sollte es nur ein dummes Passfoto werden, was ich grade mal wieder für einen noch dümmeren deutschen Segelschein brauche, der noch viel weniger amtlich ist und mir noch noch viel meer am Arsch vorbeigeht. Ich hab da grade anderes Glück. Ich sitze grade im Wohnzimmer und fotografiere mich selbst nach den Fotomustern der Bundesdruckerei, da kommen meine Töchter, schick gemacht und gesellen sich zwecks Shooting zu mir. Schnell entstehen ein paar hundert Schüsse und das, das Du da grade siehst ist das Schönste von allen. Nein. Ich bin Dir nicht böse, wenn Du neidisch bist. Ich kann es voll verstehen. Mensch – Hab ich ein Glück zwei so attraktive girls zu haben. Mit Tobias hab ich heute morgen die BMW-Kuh auseinandergeschraubt um eine wasserdichte Halterung fürs iPhone am Lenker zu integrieren, nebst Stromversorgung. Alles dran und am Sonntag kann es losgehen – mit Navi. Am Sonntag werde ich gen Holland biken und nochmal nach Wemeldinge düsen, um meine Installation auf der KISU erfolgreich zu beenden. Markus war so nett, mir Karte und Schlüssel der YACHT zu übergeben. Ob er sich klar ist, dass ich bei gutem Wind einen Testtörn machen muss? Seatrial nennen das meine Freunde im Solent. Um es mal klarzustellen. Ich weiß, dass hört hier keiner gerne. Aber die Engländer sind die besseren Segler. Nun. Die Franzosen sind schneller. Und die Neuseeländer, von denen können sich alle anderen in Bezug auf Mut, ne Scheibe abschneiden. Wer refft ist feige. Sydney – Hobard. Jow! Wenn ich weiter so fit bleibe, wie ich mich grade fühle und aussehe, dass wäre doch mal schwer angesagt für die MARLIN. Da juckt es in den Fingern und Du willst mit? Tja. Der Weg geht von West nach Ost auf 40°S. Meine mail Adresse ist hinlänglich bekannt. Doch vermutlich muss ich erst mal meinen Blog auf Englisch und Französisch verfassen, denn in Deutschland sportlich – mutige Crew mit zu finden, mit der man das segeln kann, was in mir brodelt, erscheint mir zwischenzeitlich fast unmöglich. Viel BlaBla. Noch mehr BlaBla.

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

Download Flyer

Was macht Gardena Flexy Control in meinem Maschinenraum?

Skippers Incentive

Vor Anker. Die Marlin liegt vor Annies. Dänische Würstchenbude par excellence. Mit Wikipedia Eintrag. Frequentierteste Biker Würstchenbude nächst der deutsch /dänischen Grenze. Nebst 20 Knoten NE Wind für mich, mein Schiff, meine Seele und überhaupt der beste Platz bei den grade mal zweistelligen Temperaturen. Noch nicht weit genug von zu Hause weg um wirkliches Fernweh aufzubauen, genug um die Freiheit der kommenden Segelsaison an den Hacken zu spüren. Es gibt gekochten Blumenkohl. Es gibt Bohnen. Beides geschwenkt in Butter. Es gibt ein grade mal extrem heiß angebratenes argentinisches Steak in Öl mit luftiger Knoblauchblume in Tasker-Wiskey geschwenkt. Ein Glas chilenischen Carménère, so ziemlich die beste südamerikanische Traube die ich je auf der Zunge habe zergehen lassen. Was man nicht alles so mitbringt von einer Weltumsegelung. Ich feiere allein auf der MARLIN. Nein, dass ist nicht einsam. Mit Genuss feiere ich, dass der mikroskopische Bericht meines Knochenmarkstest der letzten Woche negativ war. Oder besser gesagt positiv. Keine sichtbaren Krebszellen. Drei Monate geschafft ohne Rezidiv. Das ist schon mal gut. Prost! Die Gardena Flexy Control ist eine handelsübliche Bewässerungsuhr. Gardena-Like aus Plastik, einfach praktisch und gut. Der Akku soll über ein Jahr halten. Die Bedienung ist ultraeinfach. Für unser Tomatenbeet auf der Badeplattform! Glaubst Du nicht? Oder für die Maria Plantage im Heckstauraum mit UV Beleuchtung? Auch keine schlechte Idee. Aber es ist viel einfacher. Flexy schickt alle 3 Tage für 5 Minuten Wasser aus dem MARLIN Druckwassersystem (Wassermacherproduktwasser) via einem Aktivkohlefilter durch die zwei Entsalzungs-Membranen und spült diese so automatisch. Aus Erfahrung wird man klug. Nicht, dass die Membranen mir Angst machen, sondern Elektrolyse an der Pumpe und den Fittingen durch Rest-Salzwasser was im System rumgammelt. Des Weiteren riecht das Produktwasser nicht mehr nach faulen Eiern, während der ersten 10 Minuten Wassermachen. So ein Wassermacher kauft man beim Fachmann. Das garantiert erstklassige Beratung und jahrelange Freude. Warum das Rad neu erfinden und die Fehler anderer wiederholen? Clickst Du hier. Hier hinter der Ochseninsel in der Flensburger Förde werden wir noch ein paar Tage liegen. Warum auch nicht? Durchweg 25 Knoten Wind ohne Welle. Wir wissen gar nicht was wir mit dem ganzen Strom machen sollen. Mitte des Monats geht es dann in den Kattegat und an die schwedische Westküste. Ich freu mich.

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

 
Download Flyer

Eines Tages im Mai. Der Wind dreht.

Pünktlich auf die Minute scheint die Sonne wieder.

Ich bin glücklich. Maya und Lena sind mit mir alleine an Bord der MARLIN. Schon letzte Woche zeigte der Windfinder: Es gibt Ostwind. Eigentlich beste Voraussetzungen um in den englischen Kanal zu segeln und das Weite zu suchen, ist mein spontaner Gedanke. Aber mit der Spontanität ist es ja nun mal so eine Sache. Termin liegen an, der Gesundheit traue ich noch nicht so ganz und Maya will eh nicht, dass ich weg segle – Ohne sie. Mit ihr geht aber nun auch nicht, wegen der Schule. Verzwickte Sache. Ja. Der Ostwind. „Nathalie, bringst Du uns zum Ostseebad?“ Seit ein paar Wochen schon liegt die MARLIN vor den Toren der nördlichsten Deutschen Stadt, Flensburg, auf Reede, wartet auf besseres Wetter. „Fuck the harbour!“ ist das Moto und das tut gut. Der MARLIN und mir. Maya, Lena springen is Dinghy. Verpflegung für’s lange Wochenende folgt. Sogar Boothund Lars darf mit. Nur Nathalie nicht. Die Pflicht, das Krankenhaus ruft. Die kommt nach. Lena liegt sofort in eine dicke Decke gewickelt, mit Lars und einem Comic vor der Heizung, während dessen Maya keine andere Wahl hat. „Komm. Du bist jetzt 1st Mate! Kein anderer da.“ Wir holen die Kette Glied für Glied aus dem Moder der Ostsee. Maya spritzt mit der endlich funktionierenden Deckwaschpumpe den Schlamm ab. Immerhin besser als mit der Pütz. „Das hätte Stunden gedauert!“ So dauert es gut eine halbe Stunde. Dann übernimmt Maya das Steuer der MARLIN kuppelt ein. Kurs Ochseninseln. „Für die zwei Meilen setzen wir aber kein Segel gegenan, Papa. Oder?“ Ich schüttle bejahend den Kopf. MARLIN tuckert mit zwei Meilen langsam an der dänischen Grenze entlang. Maya setzt die Gastlandflagge. Wir verlassen die deutschen Hoheitsgewässer am 30.4.17 und werfen Anker vor der kleinen Ochseninsel. Direkt vor Annies Kiosk. Annie Bøgild ist 2016 leider an Blasenkrebs verstorben. Maya lässt die Ankerkette noch rasseln, da steckt Lena den Kopf aus der Luke: „Sind wir schon losgefahren?“ Die Nacht teile ich mir mit meinen Töchtern die Eignerkoje. Die kleine Lena braucht, zusammengerollt in Embryostellung, die Hälfte des Bettes und schläft wie tot. Maya hat mich fest im Arm und schnarcht mir lauter, als ich selbst, direkt ins Ohr. Um drei Uhr morgens steht der jaulende Bootshund vor mir. Tolle Nacht. Sehr entspannende Nacht. Ich lasse den Hund raus an Deck. Der Himmel weiß, was der dort macht. Kacken und Pissen tut er auf jeden Fall nicht mehr an Deck. Da wird bis zum bitteren Ende eingehalten. Das Telefon klingelt. „Upps, die Nacht ist wohl schon vorbei“, Nathalie steht winkend auf dem Steg bei Annies. Den ersten Mai grillen wir mit Freunden auf den Ochseninsel an. Es ist schon fast Sommer! Man friert in der Sonne schon fast nicht mehr. Der Ostwind hat voll eingesetzt und vertreibt die Wärme der Sonnenstrahlen. Seit ihrem ersten Ritt auf der BMW ist Maya voll im Fieber. „Motorradfahren ist ja so schön. Das macht ja irren Spaß.“ Nathalies Helm passt ihr schon, so wie Nathalies Schuhe auch. Jede freie Minute, mindestens einmal am Tag, will sie eine kleine Runde mit der alten BMW drehen. Mir gefällt es natürlich. In der kommenden Woche kommt Lenas Helm. Bin ja mal gespannt ob es da auch zu einem Motorradfieber kommt.  
  Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com  
Download Flyer

Alte Liebe. The Bike.

Freiheit.

In meinem alten Leben, also bevor ich IRON LADY kaufte und meinen Traum „Weltumsegelung“ wahr machte, war „Käthy“ ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Damals war Käthy eine KTM LC620, die mir viel Ablenkung brachte, wenn ich grad mal die Schnauze voll hatte vom Alltag. Rauf auf den Bock, ran an den Asphalt und ab ins Gelände. Nun. Mit dem Gelände, dass muss nicht mehr sein, ich weiß schon, wie das endet, denke da an meine Schulter. Aber die Richtung sollte es dann schon sein. Da lächelte mich eine BMW F650 im Internet an, ich lächelte Käthy an und schon war es geschehen. Statt Wind braucht Käthy ein bisschen Liebe und ein paar Liter Sprit. Doch nicht nur das. Das Wetter kotzt mich an. Härter und klarer kann ich es im Moment nicht ausdrücken. Nachts minus ein Grad hier an der Förde. Das geht gar nicht. Meine Gedanken schwojen, so wie die MARLIN. Ich sehe mich schon eher in Culatra in der Lagune von Faro, als einen weiteren Winter hier. Doch das ist nun ja auch in Gottes Hand. Wo ich gar nicht an Gott glaube. Zumindest habe ich den schönsten Ausblick auf die Förde. Ich sitze im Pilothaus der MARLIN und starre auf den fast nicht endenden Horizont. Da hinten liegt das Meer, die Freiheit und vieles Meer, ja so ist das. Ein bisschen verwirrt mich das. Hier an der Förde. Ein bisschen hin und her bewege ich mich selbst, so wie mein Schiff. Gelassen, verwirrt und den Augenblick genießend. Mein Tag war Furuno, Victron und Sevdesk. Office halt. Alles sehr virtuell, jetzt sitze ich der Förde gegenüber, lasse Buchstaben den Bildschirm runterfallen wie in der Matrix und meine Gedanken schweben genauso umher. „Ja. Schön hier an der Elbe!“, sagen dann meine Flensburger Freunde. Ich verziehe mich gerne am Nachmittag auf die MARLIN. Ein bisschen wie mein schwimmender Balkon.  
  Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com  
Download Flyer

Blog Sperre. Was mich bewegt.

Wemeldinge II. Kurz vor Leinen los.

Da bin ich wieder. Sperre im Kopf. Ein Mail von Xara hat mich kotzen lassen. Da habe ich einfach mal die Finger von den Tasten gelassen. Ich finde man sollte seine mails, wenn es problematische mails sind, unter Entwurf speichern sollte und vorm Wegschicken, am nächsten Tag noch mal lesen sollte, bevor man spontan so eine Überheblichkeit über den Äther schickt. Blacklist. No comment! Geht gar nicht. Hat mir echt den Wind aus den Segeln genommen. Manchmal frage ich mich eben doch, ob es so sinnvoll ist mein Leben auf meinem Blog so auszubreiten. Jetzt erhole ich mich so langsam. Die Sonne hat geschienen, heute in Wemeldinge, im königlichen entspannten Holland. Für mich, für Gaby, für Markus. Die Beiden durften draußen arbeiten und sich auf ihre baldiges „Leinen los. Wir segeln jetzt mal um die Welt.“ – Manöver freuen. Auf ins Paradies. Beneidenswert. „Ihr habt noch Träume“, grinse ich vor mich hin. Ich durfte im Keller der KISU arbeiten. „Das Kellerkind“, haben sie mich gerufen, wenn meine Größe von Nöten war, beim klarmachen des Großsegels. Ich installiere wieder. Das geht eben nicht schnell. Auf Schiffen ist alles anders. Meist muss ich mich erst mal durch einen Salat von Kabeln denken. Meist ohne Zeichnung, ohne Schaltplan und wenn veraltet und nicht beschriftet. Nach mir die Sinnflut. So auch auf der KISU. Der von mir gelieferte VICTRON Multi Plus ist nicht schwierig zu installieren, aber eben doch. Markus hat die Leitungen schon vorbereitet. Aber so, wie nix grade ist auf einem Schiff, geht eben immer was schief auf einem Schiff. Erst einmal finden wir eine Batterien von sieben, die nur noch sechs Volt hat und dadurch alle anderen sechs Batterien, während der Markus Abwesenheit zerstört hat. Die neue Balmar 200A Lichtmaschine leistete volle Arbeit. Drei Batterien fangen an zu kochen. Ende vom Lied, die gut zehn Jahre alten Batterien müssen alle ersetzt werden. Nun. Zehn Jahre für Batterien sind bei anstehender Weltumsegelung eh nix gut. Das ist einfach besser so. Und so darf ich das dann wohl auch machen. Aber das war noch nicht das Ende vom Lied. Beim Laden macht der VICTRON Multi Plus Geräusche wie eine Espresso Maschine, ein sehr laute Espresso Maschine und gar nicht so gleichmäßig. Die Schuld fällt vor allen Dingen von mir selbst zugewiesen, auf mich selbst. „Mensch Micha, was hast Du denn da gebaut? Mist?“ Merklich nervös gehe ich alle Kabel durch. Der Himmel über Wemeldinge wird dunkel. Sehr dunkel. Ich übernachte bei meinen Jobs gern auf den Schiffen meiner Kunden. Gaby und Markus sind toll. Trotz aller Probleme bleiben sie ruhig und wir erzählen über ferne Küsten über murphy’s law, das auf Schiffen nun mal gerne mitsegelt. Heute bin ich dran mit Kochen. Klar, ich zaubere mit Tante Green und Onkel Curry. Das beruhigt die Nerven. Mit dem iPhone habe ich ein Video gemacht von der Brummmaschine und bei VICTRON haben die, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Nein, das ist nicht normal. Alles richtig installiert. Ihr bekommt sofort ein neues Gerät.“ Und ich dachte schon, ich habe Tomaten vor den Augen. Prost. Jetzt schmeckt der Wein wieder. Gaby und Markus auch. Anderer Schauplatz. Da man öffentliche Medien ja nun nicht mehr lesen kann, aufgrund der andauernden Horrornachrichten, möchte ich an dieser Stelle mal auf die Glüxspiraten verweisen. Eric hat einen tollen Törnbericht mit der MARLIN online gestellt. Auch gibt es ein Podcast mit dem Interview mit mir. Nein Eric, ich habe mir das nicht angehört, ich will es auch nicht hören, was ich wieder so erzählt habe. Hast Du toll gemacht, aber es ist damit, wie mit den Photos von einem selbst. Da geht man so kritisch dran.

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

Download Flyer

Wohin geht der Weg?

Lena und ich

Nathalie wandert mit Maya die Berge rauf und runter zum Kloster Llub. Micha und Lena sind nicht so die Bergwanderer. Also trennen wir uns mal für einen Tag und gehen different ways. Ich fahre mit Lena nach Pollença an den Stadtstrand. Herrlich. Einfach nur am Strand rumhängen im flachen Wasser Schlammschlachten verlieren, Frisbee spielen, Sandburgen bauen und sich einen leichten Sonnenbrand holen. Das ist doch jetzt mal richtig Malle – Oder was? Lena hat den totalen Spaß, Papa ebenso. Unsere Kurzurlaub Tage vergehen wie im Flug. Schade. Batterien sind aber auch gut wieder aufgeladen. Ich bin mit meinem Kopf schon wieder auf der MARLIN. Checke ToDo Listen und chatte mit Tobias, der die Stellung am Ostseebad hält. Der Richtungsanzeiger auf unserer Finka zeigt auch schon nach Nord. Wenn da im Norden nur ein bisschen besseres Wetter wäre, na ja, wenigstens etwas wärmer. Hallo Frühling? Oder sollen wir den Frühling hier auf Malle einpacken und mitnehmen? Ja genau. Das machen wir so.  
  Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com  
Download Flyer

Tage auf Malle

Tage auf Malle

Philosophischer Grillmaster

Trotz Sonnenschein und Malle halt. Trotz Urlaub und ohne WLAN, die Welt ist klein. Mayas Schulfreundin ist auch auf Malle mit ihrer Familie und so laden wir ein. MayaLena haben mit den befreundeten Zwillingen einen Mordsspaß im kleinen Pool unseres gemieteten Anwesens. Ich stelle mich an den Grill und verarbeite Kilos an Gambas, Merluza und Spare Ribs zu einem gedeckten Tisch voller Köstlichkeiten. Ob auf der MARLIN oder privat. Es gehört eben zu meinen Vorlieben, die ich aus Südafrika, aus Chile und Argentinien mitgebracht habe. Hier und heute habe ich einen spanischen Gasgrill zur Verfügung. Eine vollkommen neue Erfahrung. Das wäre ja auch was für die MARLIN, aber wohin damit. Am Heck hängen ja schon zwei Außenborder. Hmm. Da muss ich noch mal drüber nachdenken. Vielleicht kann ich die 3PS Seekuh ja zum Umziehen überreden. Aber wohin?

Trotz Urlaub denke ich natürlich viel über die kommende Zeit nach. Mein Betrachtungswinkel ist ja nun viel kurzweiliger geworden und der Genussfaktor steht deutlich im Vordergrund. Und ganz ehrlich, ich bin viel egoistischer geworden, in Sachen Zeit, die ich bereit bin, in irgend einer Weise mit anderen Menschen oder der Kommunikation mit ihnen zu verbringen. Was ich früher für eher schlecht empfunden habe, heute sehe ich es als mein gutes Recht: Eher mal Nein sagen. Das kommt nicht immer gut an, ist aber ehrlich. Hier in Malle habe ich Zeit mal ein bisschen die Weichen zu stellen. Wo wird der Zug in den kommenden Monaten hin fahren? Das war in den letzten Monaten sehr fremdbestimmt und das war mein größtes Problem. Nun stehe ich wieder am Steuerstand und muss mit dem persönlichen Treibstoff deutlich ökonomischer umgehen. Eine vollkommen neue Herangehensweise. Ich muss meine persönlichen regenerativen Energien wiederfinden. Am besten klappt das bei Segeln. Das kann und will ich vermitteln, meinen Mitseglern und Kunden. Woraus ich wieder Energie bekomme.


Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

Download Flyer

Tage auf Malle

Philosophischer Grillmaster

Trotz Sonnenschein und Malle halt. Trotz Urlaub und ohne WLAN, die Welt ist klein. Mayas Schulfreundin ist auch auf Malle mit ihrer Familie und so laden wir ein. MayaLena haben mit den befreundeten Zwillingen einen Mordsspaß im kleinen Pool unseres gemieteten Anwesens. Ich stelle mich an den Grill und verarbeite Kilos an Gambas, Merluza und Spare Ribs zu einem gedeckten Tisch voller Köstlichkeiten. Ob auf der MARLIN oder privat. Es gehört eben zu meinen Vorlieben, die ich aus Südafrika, aus Chile und Argentinien mitgebracht habe. Hier und heute habe ich einen spanischen Gasgrill zur Verfügung. Eine vollkommen neue Erfahrung. Das wäre ja auch was für die MARLIN, aber wohin damit. Am Heck hängen ja schon zwei Außenborder. Hmm. Da muss ich noch mal drüber nachdenken. Vielleicht kann ich die 3PS Seekuh ja zum Umziehen überreden. Aber wohin? Trotz Urlaub denke ich natürlich viel über die kommende Zeit nach. Mein Betrachtungswinkel ist ja nun viel kurzweiliger geworden und der Genussfaktor steht deutlich im Vordergrund. Und ganz ehrlich, ich bin viel egoistischer geworden, in Sachen Zeit, die ich bereit bin, in irgend einer Weise mit anderen Menschen oder der Kommunikation mit ihnen zu verbringen. Was ich früher für eher schlecht empfunden habe, heute sehe ich es als mein gutes Recht: Eher mal Nein sagen. Das kommt nicht immer gut an, ist aber ehrlich. Hier in Malle habe ich Zeit mal ein bisschen die Weichen zu stellen. Wo wird der Zug in den kommenden Monaten hin fahren? Das war in den letzten Monaten sehr fremdbestimmt und das war mein größtes Problem. Nun stehe ich wieder am Steuerstand und muss mit dem persönlichen Treibstoff deutlich ökonomischer umgehen. Eine vollkommen neue Herangehensweise. Ich muss meine persönlichen regenerativen Energien wiederfinden. Am besten klappt das bei Segeln. Das kann und will ich vermitteln, meinen Mitseglern und Kunden. Woraus ich wieder Energie bekomme.  
  Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com  
Download Flyer

Über die Serpentinen

Und noch eine

Mallorcas Küstenstraßen im zerklüfteten Nordwesten laden zum Fahren mit Spaß ein. Nach einem Kaffee in Soller heißt unser heutiges Ziel Torrent de Pareis, ein berühmte Badebucht. Die letzten Meter geht es durch einen Tunnel, danach blaues Wasser was zum Baden einlädt „Komm Papa, wir gehen schwimmen.“ Lena zieht mich zum Strand. Das Wasser ist schweinekalt. Aber: Die Sonne scheint. „Lass uns nicht nachdenken. Einfach fallen lassen. Komm. Bis da vorne schaffen wir es.“ Lena springt ins Wasser. Laut schreiend und pustend schwimmen wir los. Wir haben einen Mords Gaudi. Nathalie und Maya liegen lieber am Strand. Den weiteren Tag verbringen wir in den Serpentinen. Kurve rechts. Kurve links. Malle halt. Das schönste: Die Sonne scheint. Und das ständig und stetig. Jeden Tag. Täglich schaue ich auf den Windfinder um die Lage von Tobias und der MARLIN in Flensburg zu checken. Sonntag war es schön. Es folgen Regentage. Westwind. Flensburg. Nun. Wir genießen jeden Tag, jede Stunde, den wir hier unser lokales mediterranes Wetter haben.  
  Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com  
Download Flyer

Spanische Entschleunigung

Spanische Entschleunigung

Es ist wie es immer schon war

Den Sonntag verbringen wir faul auf unserer Finka. Ich falle immer wieder mit MayaLena in den doch noch recht kühlen Pool. Mit uns leben auf dem Landgut noch 30 Hühner, ein paar Enten, ein Hund und der Besitzer, der mallorcinisch wortkarg einmal am Tag zur Essensausgabe der Tierwelt vorbeischaut. Tiererlebniswelt für Lena. Die Sonne scheint mal wieder, Maya holt sich einen dicken Sonnenbrand, Micha’s große Küche direkt an der Terrasse lädt zu Spare Ribs mit Salat und entsprechenden Getränken ein. Es lässt sich aushalten.

Mit den letzten Sonnenstrahlen verschlägt es uns nach Muro, dem nächsgelegenen Dorf. Hier sind keine Touristen. Spanisch einfältig, spielen hier die Alten Karten in den Bars oder laufen am Stock um die Kirche, ein einsamer Dorfpolizist kontrolliert den Dorfplatz davor und die pubertierenden Jugendlichen tauschen kleine Plastikpäckchen mit Marihuana vor dem nächstgelegenen Kiosk ungeniert direkt vor meinen Augen. Ich bekomme aber nichts ab frage auch nicht nach. „Hi!“, haucht eine vierzehnjährige mit schiefen Zähnen zu mir. „Hola!“, versuche ich ebenfalls cool rüberzubringen. Für einen kurzen Moment lachen wir uns an, dann ist der Moment der Kommunikation schon wieder vorbei. Mit ihren rot geschminkten Kumpaninnen zieht sie Leine, MayaLena packen meine Hand und ziehen mich weiter ins nächste Cafe. Spanien halt. Eigentlich viel mehr mein Land. Ich hätte damals vor 30 Jahren hier bleiben sollen.



Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com


Download Flyer