Archiv der Kategorie: SY Marlin

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?

Peinlichkeit als Beruf

Die Kunst der Perfektion bekommt man, wenn man sich spezialisiert. Jan und ich können segeln, auch reparieren, aber das Schiff professionell polieren, ist nicht unser Alltag. Mikas schon. Und das sieht man. Quadratdezimeter für Quadratdezimeter wird aus dem kalkig angelaufenen Rot der MARLIN wieder das glänzende Schneewittchen. Es macht Spaß Mika dabei immer mal wieder über die Schulter zu schauen. Er und sein Partner haben es eben drauf. Mit ihren Poliermaschinen, 2.500 Schleifpapier, Pasten und Konservierungsmitteln holen sie den Glanz der AWLGRIP Farbe wieder aus stumpfen Rumpf heraus. Wenn das dann mal immer so bleiben würde. Unsere Farbarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Ein Fläche Antirutsch auf der Badeplattform fehlt noch. Da müssen wir erst noch mal warten bis die Farbe richtig durchgetrocknet ist. Also wechselt Jan heute das marode Abgasrohr der Heizung aus. Den Ersatz fahren wir schon seit Monaten mit uns herum. Wir räumen den Keller, unseren achterlichen Stauraum aus und schmeißen mal wieder Zeug weg. Es ist schon unglaublich was beim Charterbetrieb so alles liegenbleibt. Mit Gästen an Bord bleibt einfach keine Zeit um sich um Wartungsarbeiten zu kümmern. Ist ja auch richtig so. Sie verlangen und bekommen eben unsere komplette Aufmerksamkeit. Murphy ist auch weiterhin dabei. Vor unserer angedachten Marina, dem St Petersburg Central River Yacht Club haben die Russen 2016 eine neue Autobahnbrücke gebaut. Bei der Planung des Törns ist das keinem aufgefallen. Die Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 24m, die MARLIN hat eine Höhe von 27m über der Wasserlinie. Jan und ich messen heute noch mal nach und berechnen sogar, ob wir denn vielleicht mit geneigtem Mast da durch kommen. Aber no way. Wäre auch schon sehr abenteuerlich und im Sinne der Versicherung grob fahrlässig. Also entscheiden wir, dass das wohl keine so tolle Idee ist. Wir setzten alle Hebel in Bewegung um einen Platz in St. Petersburg zu bekommen, aber bisher bekommen wir nur Schulterzucken. Und wir? Wir schauen dumm aus der Wäsche. Na mal schauen, wie wir nun aus dieser Mausefalle wieder herauskommen.  
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Das hatte sich Jan auch anders vorgestellt

Maler und Lackierer als Wahlberuf

Is ja nun anders als geplant gelaufen. So ganz glücklich ist Jan nicht. Dumm gelaufen, auch noch irgendwie seine eigene Schuld. Am nächsten Donnerstag ist er befreit und hat Heimaturlaub. Bis dahin gibt es Schulung beim Alten. Fraktion Schleifen, Spachteln und Lackieren ist angesagt. Ab Morgen Motorkunde, Aufräumen und To Do Liste abarbeiten. Gedacht war in Wasahamn Stockholm Center, stadtnah, tagsüber arbeiten und dann Stockholm erleben. Realisiert ist, auf der Baustelle in der Marina schuften. Murphy ist auch wieder dabei. Gestern grade alles fertig gespritzt und gerollt, da ziehen Wolken auf und es fängt an zu schütten. Gut das wenigstens die Farbe, die ich am Hull gespritzt habe schon soweit trocken war, dass es keine kleinen Krater gegeben hat, die man wieder neu anschleifen und neu sprühen muss. Heute hat Jan grade die Scheuerleiste noch mal gerollt. Ich die Badeplattform, da kommt eine dicke Wolke und schüttet tonnenweise Wasser über unsere Gewerke. Folge: Arbeitsabruch. Jan hat eine Einweisung in Gebrauch des Druckkochtopfes bekommen. Wundert mich, dass dieser nicht explodiert ist. Hätte ja zum heutigen Tag noch prima gepasst. Gegeben hat es eine 1a Kürbissuppe. Kann er jetzt. Inzwischen ist Jan heute weg ohne mich und ich trage mal mein Logbuch nach, halte Mittagsschlaf bis um 17:00. Dann quietscht unsere Wasserpumpe los und die Gardena Wassermachersteuerung will die Membranen der Entsalzungsanlage spülen. Was für ein Wecker.  
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Das hatten wir uns anders vorgestellt

Das hatten wir uns anders vorgestellt

Skipper Freizeit

Der Tag beginnt besser. Mit dem Marinachef Anders einige ich mich darauf, dass er das Antifouling macht und das Aufpolieren. Nicht ganz billig, hoffentlich gut. Jan und ich kümmern uns um das Füllen, Schleifen und Spot Painting. „Du hast Glück. Denn Du bist in der besten Marina von Nordeuropa gelandet.“ Na, was ein Zufall grinse ich Anders an. Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Es ist Off Season, meint das wir eigentlich das einzige Schiff in der Marina sind. Alle anderen sind jetzt unterwegs am Segeln.

Ich lege mich unter die MARLIN und runde die Kratzer mit dem Winkelschleifer, kann dabei noch mal genau sehen ob es strukturelle Probleme, wie Risse etc. gibt. Soweit ist alles gut. Wir bekommen Schlüssel für die Dusche und Toilette und die Sonne taucht am Horizont auf.

Am Abend laufen wir los Richtung Stadt. Nachteil an der besten Marina Nordeuropas ist, dass man ohne Auto echt weit ab vom Schuss ist. Doch wozu gibt es in den Stockholmer Schärengarten ein sehr gut ausgebautes Fährennetz. Zufall: Mit eine uralten Fähre, der S/S Storskär, die Betonung liegt auf uralt, geht es durch die Schären bis mitten in die Stadt. Im Inneren des Schiffes treiben zwei Dampfzylinder das Schiff an wie zur Jahrhundertwende. Der Sound, die Bewegung des Schiffes, überhaupt, alles ist total geil. Wir genießen das gute Wetter. Frei Tag ist heute. Grund ein paar Bier zu trinken. Aber die Preise für zwei Glas Bier versalzen in Schweden wirklich die Suppe.

Spachtel und Schleifen geht gut voran. Morgen werden die Macken der letzten zwei Jahre unter Farbe unsichtbar gemacht. Eine kleine Spritzpistole, ein Anschluss an einer der Tauchflaschen, ein Druckminderer, die richtige MARLIN-Farbe. Alles an Bord. Na denn hoffen wir mal auf weiterhin gutes Wetter.



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Schneller als der Wind

Schneller als der Wind

MARLIN an Land

Per Mail und Telefon haben wir unseren Ankunftsort zur Gaashaga MARINA verlegt. Kaum ist die Hafeneinfahrt zu sehen geht es schneller als gedacht. Wir fahren direkt in die Box den Travellifts. Aber von wegen Travellift. Ein dicker Volvo Bulldozer steht mit einer Art Anhänger bereit. Der Anhänger ist ein 47t Recovery Trailer, der seine langen Ausleger unter den Bauch der MARLIN schiebt, seine Stempel mit den dicken Gummiplatten passen sich exakt der Form des Schiffskörpers an. Anders, der Fahrer hat alles im Griff, hebt die MARLIN an bis der Mast grade steht. „Das macht er aber nicht zum ersten Mal.“ 20 Minuten später steht MARLIN auf dem Marinaplatz und wird abgespritzt.

Die Kratzer von dem finnischen Stein sind zwar nicht lustig und deutlich sichtbar, aber nicht wirklich schlimm. Schwierig ist eher Anders. Er ist eben ein bisschen anders. Wir verhandeln über neues Antifouling und Polieren des Überwasserschiffs. Per mail hatte ich angekündigt, dass wir das selber machen wollen. „Kein Problem!“ schreibt er prompt zurück. Was er nicht schreibt, ist dass er jede Arbeitstunde, die wir am Boot arbeiten, mit 10 Euro berechnen will. Für die Marina. Nur so. Hätte er mir ja nun auch vorher mal schreiben können und nicht erst, wenn wir an Land stehen. Es gibt keine Toiletten, keine Dusche und nachts ist das Gelände abgeschlossen und gesichert wie Fort Knox.

Unsere Crew 29, die beste von allen Crews, die ich bisher hatte, macht MARLIN noch klar. „Das Deck braucht ihr nicht machen. In der Werft wird das eh dreckig. Das macht kein Sinn.“ Es ist ein schwerer Abschied. Alle weinen, liegen sich in den Armen, schwören sich ihre treue Liebe bis zum Tode, überschütten uns noch mal mit Lob, dass wir die besten Skipper aller Zeiten waren und tätscheln noch mal die MARLIN. Dann sind sie weg und wir fallen in ein tiefes Loch. Allein wissen wir im ersten Moment nicht mehr was wir mit uns anfangen sollen. Es ist alles zu viel. Typischer Fall von „After Crew Skipper Burn Out“, die unter Superskippern weit verbreitet ist. Zu schön war die Zeit. Danke noch mal.

Wenigsten gibt es direkt neben der MARLIN ein paar Bäume, ein paar Felsen und als alle von der Werft weg sind, setzten wir uns ins Gras, bauen unseren Schwenkgrill auf und lassen es uns gut gehen. Im nahen Supermarkt gibt es Lebensmittel in großer Auswahl, leider alles zum doppelten Preis, gegenüber Deutschland. Trotzdem: Mein Tag ist das nicht. Ich frage mich wie wir ungeschoren hier wieder wegkommen sollen.



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Getting new friends

Finnisch Saunen in Schweden

Der Tag beginnt mit guten Nachrichten. Platsch! Ich springe ins Wasser, die Schnorchelbrille auf. Wie zu erwarten ist an der Steuerbordseite eine Handbreit Farbe ab am Kiel. Just in case habe ich schon eine Schadensmeldung bei Wehring & Wolfes, unserer Versicherung, gemacht. Prompt kommt ein Mail, dass wir am besten Kranen sollen um den Schaden genauer zu untersuchen. Die Kosten übernimmt die Versicherung ohne Selbstbeteiligung. Das hilft natürlich. Ich schreibe drei Marinas an und finde prompt eine, die uns kurzfristig aus dem Wasser heben wollen. Für unsere Crew 29 ist morgen eh der letzte Tag. Danach wollen wir uns eh eine Woche um MARLIN kümmern. Der nächste Schlag nach St. Petersburg beginnt erst am 29 July. „Passt!“ Danke an Rainer von der Versicherung Wehring & Wolfes für die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Die Sonne ist am Horizont aufgegangen und wir verlegen für den letzten Abend nach Storoen. Jan hat mit dem Finger auf der Karte draufgetippt. „Da ist es bestimmt schön.“ Wieder Platsch! Mit dem Paddelboard fahre ich gegen den Steg des Hauses am Waldesrand und falle vorn über ins Wasser. Hmm. Natürlich in Jeans und Pullover, großkotzig, der Superheld. Ich setzte mich auf den Steg und warte auf Jan der grade versucht mit seinem Bord vom Schiff abzulegen. Das Bord ist aber noch angebunden. Wir sind zwei Helden! Da geht eine Tür am Haus auf. Knusper knusper Knäuschen wer knuspert an meinem Häuschen? Über 20 Meter kommuniziere ich mit dem Besitzer des Häuschens. „Ich bin ins Wasser gefallen.“ Wie ich später erfahre ist es Johann der runter zum Steg kommt. Wir verstehen uns auf Anhieb. Auch Jan hat es inzwischen geschafft sich von der MARLIN zu trennen. „Na. Ins Wasser gefallen?“ Jep. Nur so zum Spaß frage ich Johann ob er eine Sauna hat. Was für eine Frage. Natürlich hat Johann eine Sauna. Ich lade uns prompt ein. „Aber wir sind noch ein paar mehr.“ „Wieviele?“ „Ahm. Sechs.“ „Is ok. Um 9 Uhr?“ „Goal!“ Hinter der Insel erstreckt sich ein See den man mit dem Paddelbord prima erreichen kann. Wir sitzen in der Sonne auf einem anderen Steg und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. „So hatte ich mir das vorgestellt Jan. Das ist Schweden. So schön kann es hier sein.“ Auf dem Rückweg zur MARLIN versucht Jan die Leine zu catchen die er hinter sich herzieht. Platsch. „Ich lache. Na ins Wasser gefallen?“ Alter Schwede. Heute sind wir ja nicht besonders standfest. “Für den letzten Abend haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht für euch. Das kostet aber extra. Ist euch das jedem 15 Euro wert?“ Alle nicken, gespannt auf was kommt. „Mein Freund Johann wohnt dort auf der Insel und heute Abend gehen wir dort gemeinsam saunen. Alle Mann“, prahle ich, als wenn ich Johann schon seit Jahren kennen würde. Alle Mann und Frau sind begeistert und gemeinsam sitzen wir wie die Hühner um neun Uhr in der kleinen gemütlichen Sauna mit echtem Holzofen. Inzwischen sind wir ja schon Profischwitzer. Gut angewärmt, nach 15 Minuten geht die Tür auf und Johann kommt rein, reicht jedem eine große Büchse eiskaltes Bier und schüttet einen Liter Wasser über die heißen Steine. Nach fünf Minuten springen wir in seinen großen Pool vorm Haus. Was für eine Gastfreundschaft! Ein ganz spezieller letzter Abend der sich da zufällig ergeben hat. Das Bier zeigt seine Wirkung nach 20 Minuten. „In Finnland saunt man so. Finnische Sauna nennen wir das.“ An viel mehr kann ich mich nur verschwommen erinnern. Nächstes Mal werde ich kein Bier mehr in der Sauna trinken.  
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Schärengärten

Hinterher weißt Du immer mehr

“Was machst Du mit meinem Schiff?“ Ich schaue Jan mit großen Augen an. MARLIN rumpelt mit dem Kiel über felsigen Grund. Irgendwann musste es ja nun mal passieren. Irgendwann passiert es jedem mal in den Schärengärten. So wie in den Bermudas. Die Steine unter Wasser, die weder in der Karte offensichtlich verzeichnet sind, weder noch sichtbar sind halten die MARLIN fest. Mit eigener Motorkraft kommen wir da nicht mehr raus. Inzwischen befinden wir uns in Furusund vor Anker. Der Tag ist berechtigt sein Ende zu finden. Ich bin still. Ganz still. Ungewohnt still. Aus den letzten Vorräten zauber ich meinen Gästen ein Lamm-Stew. Beim Kochen kann ich mich am ehesten entspannen. Ein Glas Argentinscher Malbec Rotwein hilft beim Verdauen dieses Tages. „Alles ein bisschen viel was?“ führe ich ein Selbstgespräch, sitzend auf der Rettungsinsel am Heck der MARLIN. „Gut gemacht alte Dame.“ Schon als ich zum ersten Mal auf diesem Schiff war und die Entscheidung getroffen habe die nächsten Jahre diesem Schiff zu vertrauen, wusste ich, dass MARLIN das richtige Schiff ist um durch Dick und Dünn zu gehen. Wir stecken fest und das nicht im Mud sondern auf einem Felsen. Kein Vor und kein Zurück ist mehr drin. Es rumpelt mit jeder Welle, mit jedem Versuch aus der brenzligen Situation frei zu kommen. Aluminium gegen Stein. Stein gewinnt. Baum raus. Segel hoch um genügend Schräglage zu haben. Negativ. Ein vorbeifahrendes Motorboot bietet seine Hilfe an. Das Ergebnis ist leider nur, dass wir weiter auf die Steine kommen. Die Situation ist zum Haare ausreißen. Wir haben gut 30° Schräglage. „Stabile Seitenlage. Na prima.“ Ich frage mich wie wir jemals wieder von den Steinen runter kommen sollen. „Lass das Dinghy zu Wasser und hol Dir das Handlot.“ Jan sitzt im Beiboot und lotet leewärts die Wassertiefe. Vor und unter uns 1,5 Meter. Eine Bootslänge dahinter wird es wieder tiefer. Ich sehe ein innerliches Licht am Horizont. Das sollte noch so grade eben gehen. Unser Propeller ist bereits halb aus dem Wasser, als ein finnisches SAR Schiff um die Ecke biegt. Wir haben so ziemlich genau einen dicken Felsen unter uns, den es zu überwinden gilt. Na mal gut, dass wir kein Schiff aus Kunststoff sind. Die SAR Leute kommen rüber. Das übliche. „Habt ihr Wassereinbruch? Wieviel Leute sind an Bord? Gibt es Verletzte? Wenn wir euch runter ziehen sind wir nicht für Schäden verantwortlich.“ Das die Jungs das nicht zum ersten Mal machen merkt man sofort. Das sie die Felsen anscheinend kennen, merkt man auch sofort. Mit einen Jetski versuchen sie über das Spifall den Mast weiter zu neigen um den Tiefgang zu vermindern. Negativ. Außer dem Rumpeln, dass mir in der Seele weh tut, tut sich gar nichts. Wir übergeben eine unserer hundert Meter Polypropylen Landleinen zum Hauptschiff. Die Leine ist wie eine langes Gummi. Wieder rumpelt es ordentlich, dann rutsch der Kiel der MARLIN auf der anderen Seite des Felsen wieder in tiefes Wasser. „Schwein gehabt MARLIN. Verdammtes Schwein gehabt.“ Der SAR Retter kommt im Trockentauchanzug an und fragt ob er tauchen soll um Schäden auszuschließen. „Gerne!“ Nach ein paar Malen kommt er hoch. „Ihr habt ein paar Schrammen am Kiel ganz vorne. Ruder und Propeller ohne Grundberührung. Sieht nach einem Paint Job aus.“ Geld wollen sie nicht, aber die zwei Flaschen Wein aus unserer Bilge erzeugen ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Tauchers. „Danke. Seid vorsichtig. Die Schären haben es in sich und nicht alle Karten stimmen.“ Hab ich schon mal gehört. Happaranda sollte nicht sein. Zwei Gäste, Stefanie und Heike wollten mitsegeln, aber das waren mir nicht genug für diesen Törn. Stattdessen schieben Jan und ich einen Heimaturlaub ein. Haben wir uns auch verdient. Nach dem heutigen Tag sowieso. Übermorgen werden wir Stockholm erreichen und kümmern uns dann mal um ein paar Tage um unser Schiff. Hat MARLIN sich ja nun auch verdient. Zwischenzeitlich gibt es zumindest schon mal die zeitlichen Eckdaten des MARLIN Törnplans. Ab Oktober werden wir die Ostsee verlassen und durch den Englischen Kanal segeln. Mit der Zeitschrift YACHT steht ein Schwerwettertörn im Oktober durch die Biskaya auf dem Plan. Weiter soll es Richtung Kanaren gehen. Erstmalig stehen die Chancen gut das Du mit der ARC Ralley im November auf der MARLIN über den Atlantik segeln kannst. Interesse? Dann schaust Du hier. Auch die Pläne für die Karibik von Januar bis Mai stehen zumindest zeitlich schon mal fest. Bei der Planung hat auch Cuba wieder seinen Platz gefunden. Wen wundert es.  
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Und Tschüss Tallin…

Stürmische Abfahrt.

“Sag mal Jan. Was ist denn eigentlich dieses rote Ampellicht am Hafenausgang.“ „Weiß nicht.“ „Na. Vielleicht wegen den Kreuzfahrern. Damit man dann nicht rausfährt, wenn die Manöver machen.“ Wir haben es plötzlich eilig Tallin zu verlassen. Es bläst seit unserer Ankunft im Hafen mit bis zu 30 Knoten. Ein sicheres Zeichen, dass es ungemütlich ist draußen. Die Prognose sagt 25 Knoten an. Und! In 24 Stunden soll der Wind drehen auf West. Das hieße 150sm Aufkreuzen gegenan. „Wir haben damit kein Problem. Easy.“, meint Mitsegler Martin. Unser Job ist es, es besser zu wissen. „Nö. Das brauchen wir nicht. Das braucht ihr nicht. Morgen Mittag um 12 Uhr legen wir ab.“ Frei-Tag Nacht auf Samstag erobern Jan und ich die Stadt. Nachts natürlich. Unsere Crew lädt uns zum Essen ein, damit wir entsprechend gestärkt sind. Danke nochmal. Wir treiben durch die Talliner Altstadt und finden DIE Cocktailbar. Der Barkeeper ist nett. Es gibt viele Leute, lange weibliche Beine und einen Barkeeper der uns unsere Wünsche von den Augen abliest. Erste Wahl das Butterfly. Irgendwann stehen alle auf und gehen in den nächsten angesagten Tanzschuppen. Venus heißt der Schuppen. Popowackeln ist angesagt. Neben der Bar tanzen Professionelle Tänzerinnen aus Emporen. Ne, nicht unbekleidet. Brav im Body. Später gibt es Gesang und Show. Gar nicht mal schlecht der Specht. Alles für acht Euronen Eintritt. Jan grinst. Ich drücke ihm ein Bier in die Hand. Der Morgen endet im Pilothaus. Draußen bläst es munter weiter aus Ost. „Segelwind Jan. Lass uns mal ne Mütze Schlaf holen.“ Punkt 12 Uhr legen wir ab. „Leinen los!“ Nur die Bugleine bleibt dran bis MARLIN sich in die Ausgangsposition in Windrichtung des kleinen Hafenbeckens positioniert hat. Denn mal los. „Die Ampel ist immer noch rot.“ „Aber was auf dem Schild steht kann doch kein Mensch lesen! Viel zu klein geschrieben.“ Ich drücke den Gashebel runter und lese noch im Vorbeifahren was von Pleasure Boat Rules. „Na mal gut dass wir ja ein Commercial Boat sind.“ Auf dem folgenden Kümo, vertäut an der Tankstelle, winkt einer aufgeregt mit zwei Armen. Ich schau besser mal weg. „Das fühlt sich sehr chilenisch an. Kaum hat’s Segelwind, schließen die den Hafen.“ Wir sind alleine auf weiter Flur. Im dritten Reff geht es flott auf Kurs nach Marieham – Aaland. Der Wind ist mit uns. Viel Wind. Sehr viel Wind. Die Nadel steht fast auf vierzig Knoten. Der Großbaum zieht immer mal wieder durchs Wasser. Wir haben so viel Schräglage, dass der Schwanenhals der Bordtoilette unter die Wasserlinie kommt und die Toilette fast überlaufen will. Na so was. Ich schließe das Eingangs-Ventil. „Toilette teilweise geschlossen. Ihr müsst eine Flasche Wasser zum Spülen mitnehmen.“ Allen geht es gut. Keiner ist seekrank und MARLIN rennt mit über 10 Knoten nach Westen. Alles gut. Inzwischen ist es Nacht. Also was so Nacht ist. Dunkel war es gar nicht. Jan und ich teilen uns die Wache. Unsere Newbies dürfen sich aussuchen wann sie assentieren wollen. Der Wind lässt immer mehr nach. Aus 10 Knoten Fahrt werden knapp fünf bis sechs. Draußen bekommen wir Besuch von den Schären. Kleine Mücken fahren auf der Badeplattform mit. Mir ist es egal. Die Tür zum Cockpit ist eh zu und drinnen läuft die Heizung. Von Sommer keine Spur. Grade mal 13 Grad ist es draußen. Immerhin regnet es nicht. Noch 50 Meilen bis Mariehamn. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Zwei fehlen noch. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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Tallin – Traumstadt?

Hart am Wind. Klar zur Wende.

Die Sonne geht hier um 3:30 auf. Kein Wunder dass ich um vier Uhr dreißig aufgestanden bin. „Micha! Aufstehen!“ Es ist 23:00, ich habe mich für ein Stündchen aufs Ohr gehauen. Zu lang war mein Tag und gleich ist Partytime angesagt. Das geht natürlich nur in halbwegs aufgeladenen Zustand. Wenn Seeleute im Hafen sind… Mal nicht das es morgen einen dicken Kopf gibt. Das Segeln war echt anstrengend heute. Anstrengend, weil schräg. Aufkreuzen halt. Für die Newbies eine neue Erfahrung, für mich und Jan anstrengend, weil bei so viel Schräglage immer viel kaputt gehen kann. In Tallin angekommen fahren wir in die Stadtmarina. Die hat zwar einen Steg für große Schiffe, der aber belegt ist. Also landen wir bei 25 Knoten Wind an der Hafenmauer. Die Hafencapitänin steht aufgeregt winkend auf der anderen Seite der Pier. „Da könnt ihr nicht anlegen.“ Doch. Können wir. Nachdem sich rausstellt, dass die Marina uns sonst keinen Platz anbieten kann, bleibt die MARLIN genau da liegen. Hab ich mir doch gleich gedacht. Der Vorteil der Marina ist lediglich, dass wir mitten im Stadtzentrum liegen, was für die Crew natürlich toll ist um in den nächsten zwei Tagen die Stadt zu erkunden. Es ist Starkwind angesagt. Regen. Kalt und ungemütlich. Hafentage. Aber nun zu Annett, die auch was zum heutigen Tag geschrieben hat. Der Donnerstag begann sportlich, Caroline und Reinhold joggten durch den herrlichen Kiefernwald und entdeckten einen herrlichen feinsandigen Ostseestrand. Die 2 Frauen hatten Appetit auf frische Brötchen und fuhren mit dem Fahrrad durch den duftenden Wald zum 4,5 km entfernten Einkaufsladen. Mit frisch gebackenen Croissants schmeckte das Frühstück, welches die Männer in der Zwischenzeit vorbereitet hatten, umso besser. Annett nahm noch einmal ein kurzes erfrischendes Bad in der 13 °C warmen Ostsee. Gut gestärkt hieß es dann für die Crew 29 „Leinen los!“. Das Ablegemanöver klappte schon ganz gut. Durch Jan und Michael und die Crew 29 ging es in Windeseile hinaus aus der schönen Bucht von Lohusalu. Wir segeln gegen den Wind gen Tallin. Nach Anleitung der „Chefs“ steuerten Caroline, Reinhold und Martin das Boot gegen den Wind. Viele Kreuzfahrtschiffe, Fähren und Frachtschiffe kreuzten unseren Weg. Tallin war schon von weitem zu sehen, so dass die Spannung auf eine neue Stadt steigt. Keiner von uns war bisher hier. Nach dem leckeren Abendessen, welches wir wie immer gemeinsam zubereiteten, geht es zum ersten kleinen Stadtrundgang. Eine interessante Altstadt mit vielen Kneipen, schönen Frauen… morgen erleben wir mehr. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Zwei fehlen noch. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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Estland erreicht

Büro, Sauna, Restaurant

“Was hast Du bezahlt?“ „350 Euro. Ne Quatsch. 35 Euro! Alles gut“ An der Pier steht einer, der winkt. Wir dürfen da anlegen, wo Platz für große Schiffe ist. Da ist das Büro. „Daneben ist die Saune. Daneben ist das Restaurant.“ Dann ist ja alles klar denke ich mir. Und jetzt könnte ich ja weiter und weiter schreiben. Aber Caroline drängelt sich an den Rechner. „Micha. Ich will heute Logbuchbericht schreiben.“ „Ok. Hier hast Du die Tastatur.“ Caro schreibt: Nach unserem 18-stündigen Segeltörn vom Dienstag, lässt uns Micha ausschlafen und weckt uns deshalb erst gegen 09:00 Uhr sanft mit dem brummenden Generatorengeräusch. Nach dem Frühstück beschließen wir, erst einmal die Insel vor unserer Nase zu erkunden. Die Abenteuerlust ist geweckt und so stechen wir mit unserem Dinghy unauffällig in See. Micha ist zaghafter und folgt mit dem Stand-Up-Paddle. Zu unserer Überraschung präsentiert sich die Insel als kleines Paradies mit malerischem Steg, dazugehörigem Fischerboot, kleinem Haus mit einladender Sauna im Fass und mehreren dicken Wollschafen, die vertraut Jan anblicken. Später werde ich in meinem Tagebuch den Namen der Insel ergänzen „Osmussaal“ und vermerke noch nebenbei die vielen Wacholdersträucher. Ob da die Esten wohl ihren eigenen Gin brauen – wir werden es heute nicht mehr erfahren, denn die Sehnsucht nach Segelsetzen und aufs Meer gleiten überwiegt. Viele Handgriffe sind bereits vertraut und so übernimmt Crew 29 langsam das Kommando. Micha darf also entspannt seine Gedanken schweifen lassen und Jan sich eine Stunde aufs Ohr legen. Wir haben gelernt – zufriedene Skipper sind Balsam für die Mannschaftsseele. Glücklich lassen wir uns an Deck von der Sonne kitzeln. Tallinn wir kommen. Doch dann kam Zeus ins Spiel… die gnädigen Winde schlugen um in laue Flauten. Also hieß es Planänderung – wir legen einen lauschigen Zwischenstopp in Lohusalu ein – ein idyllischer Hafen mit Office, Restaurant und Sauna. Doch erst einmal Kochen. Wieder hat unser Gourmet Micha die faszinierende Idee – Schweinefilet im Speckmantel mit Porree-Gemüse, Kartoffeln und Weißwein-Pilzsauce. Dazu gab es einen leichten Rosewein – Tim Mälzer wäre begeistert – sicher wird er demnächst hier anheuern. Naja noch ist ein Platz für den nächsten Törn frei. Wir sind erst einmal glücklich und zufrieden und werden jetzt den estnischen Sonnenuntergang und dann die Sauna genießen. Bis morgen dann. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Zwei fehlen noch. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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Sounds like we have a plan

Offshore Sailing

“Hey Hey. Schau mal, da ist Ostwind am Wochenende. Ein Tief soll sich ziemlich stabil über Bornholm einnisten in den nächsten Tagen. Jan, da können wir mal schnell rübersegeln nach Estonia. Wollte ich immer schon mal hin.“ Jan nickt kritisch. „Da müssen wir aber unsere Crew noch nen bisschen hinführen, damit die denken, dass es ihre eigene Idee ist.“ „Jep. Das kriege ich hin.“
Der erste Tag auf See gestern, außerhalb der Schären, war mit hoher Dünung gesegnet und wenig Wind. Aufzug fahren mit schlagenden Segeln. Regen. Da hat es geheißen: „So. Jetzt bekommt ihr Seebeine.“ Hat nicht so direkt geklappt. Unsere Crew will nicht mehr nach unten gehen und ist auch etwas blass. „Morgen geht es euch besser.“ Die Einfahrt der Schäre Storoen ist so eng, dass es für uns zu gefährlich bei 20 Knoten Westwind sind. „ Da kommen wir nicht mehr raus.“ Über das Heck nehmen wir eine Mouring auf. Es regnet in Strömen. Ich kupple in den Rückwärtsgang ein und wir ziehen die Mouring auf’s offene Meer. „Hmm. Die Mourings scheinen hier nicht für 30t Schiffe ausgelegt zu sein.“ Also vertrauen wir mal wieder besser unserem ROCNA auf dem felsigen Untergrund. Die Kette rappelt verdächtig. Ich sehe uns schon die Nacht auf See verbringen, dann harkt der Anker sich irgendwo ein und die MARLIN steht für die Nacht. „Eins A.“ Einen Anleger will heute keiner, zumal die Crew eigenständig auf die glorreiche Idee gekommen ist der Stadt Tallin in Estonia einen Besuch abzustatten. „140 Meilen. Da könnten wir eigentlich heute Abend noch losfahren. Aber ich mache euch einen besseren Vorschlag. Jan und ich stehen morgen früh um 3 Uhr auf und segeln los. Ihr bleibt einfach liegen bis ihr ausgeschlafen seid.“ Mann und Frau nicken. Ich werde vom Spüldienst freigestellt und sage mal wieder: „Gute Nacht.“ Wir wachen auf ohne Wecker. „15 Knoten Wind.“ Meint Jan aus der Koje unter mir um 2:30. „Ja dann. Mal los.“ Kaum auf See geht die Sonne auf. Auch Reinhold, Martin und Caro erscheinen an Deck. Eine halbe Stunde später bin ich alleine im Cockpit. Alle weg. Alle wieder schlafen gegangen. Ein dickes Honigkuchengrinsen setzt sich in meinem Gesicht fest. MARLIN rennt los und das Land verschwindet am Horizont. Mit dem Land das Internet und ich bin was? Einfach nur glücklich endlich wieder mal für einen längeren Schlag auf See zu sein. Das Umherfahren in den Schären ist zwar schön, aber ganz ehrlich? Nicht mein Ding. Schlimm genug dass die Ostsee so klein ist und man ständig am Rande der Badewanne wieder ankommt. Ich habe Sehnsucht, tiefe Sehnsucht nach meinem Atlantik, nach meiner Südsee und vor allen Dingen zum indischen Ocean. Ob ich da wohl jemals wieder auf eigenem Kiel hinkomme? Fragezeichen schwirren durch meinen Kopf und ersatzweise schaue ich dem anhaltenden nordischen Sonnenaufgang zu. Nolde malt mal wieder persönlich mit Aquarellstiften und lässt die Farben mit einem nassen Maderhaarpinsel am Himmel verlaufen. Schön macht er das.
Zwischenzeitlich haben wir schon einen Strich auf die Karte gesegelt und fast Finnland erreicht, hätten Jan und ich nicht mal wieder eine saubere Q-Wende hingelegt. Wir sind uns mal wieder einig. Halsen sind einfach zu anstrengend mit der MARLIN, vor allen Dingen ohne E-Winsch, die Zwecks Fitness eh ausgeschaltet sind. Nach meinem Kite Unfall im März letzten Jahres hat es ja nun einige Zeit gedauert, unterbrochen von vielen Medikamenten, bis meine Schulter wieder zusammengewachsen ist. Inzwischen ist sie ohne Operation wieder soweit dass ich sie zu 80% belasten und quasi fast normal bewegen kann. Mein Physiotherapeut Daniel hat ganze Wunder geleistet. „Micha. Geh Segeln! Das ist die beste Medizin. Du wirst selber merken wie weit Du gehen kannst“, waren seine Worte bevor ich Flensburg verlassen habe. Recht hat er gehabt. Nächsten Monat werde ich noch mal eine Röntgenaufnahme beim BG Arzt machen. Das ganze war ja nun ein Arbeitsunfall und wurde vorbildlich von den BG Ärzten behandelt. Mit ein Grund, warum das deutsche Sicherheitszeugnis eben nicht schlecht ist. Tallin liegt an und mitten in der Nacht werden wir irgendwann ankommen. Ein fremder Hafen. Mal wieder. Eine neue Stadt. Wir sind alle sehr neugierig was dort auf uns zukommen wird. Die Stadt soll sehr schön sein, meint Mitsegler Martin. Bis zum Wochenende soll dann der Ostwind kommen, der uns vielleicht mit der Crew 29 sogar noch nach Aaland bringen könnte, bevor es zurück nach Stockholm geht. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894

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Into the wild

Das Patagonien der Nordhalbkugel

“Ankern oder Hafen?“ Ganz schlüssig ist die Crew sich nicht. Also helfen wir nach. „Dann ankern wir. Hier!“ und ich zeige mit dem Finger auf die Karte. Drei Stunden mussten wir motoren. Abwechselnd fahren unsere Newbies Achten ins Kielwasser und üben Aufstoppen (Bremsen) unter Motor. Unter Genua und einem fünfer Wind aus West können wir fast bis nach Sandhamn segeln. Annet, die am meisten Angst hatte, steht andauernd am Steuer und läßt sich auch nicht wegschubsen. „Aha! Alles gut Annet?“ „Ja.“ Annett strahlt. Das Segelfieber hat zugeschlagen. In Sandhamn steht schon einer auf dem Steg und will die Leinen annehmen und uns einweisen. „Kennst Du den?“, fragt die Crew. „Nein“, schüttle ich den Kopf. Ich gebe ihm ein Zeichen mit der Hand, dass wir nicht anlegen wollen. Wir fahren weiter. Denn die Stelle auf der Karte, auf der mein Finger gelandet ist, ist genau eine halbe Meile Luftlinie von Sandhamn weg. Uns bleibt die Sicht auf Sandhamm versperrt, als Jan vorsichtig in die kleine Bucht reinfährt. Auf den Luvseite fällt der ROCNA auf sechs Meter Tiefe. Das Dinghy ist schnell im Wasser und ich paddle mit einer der langen Landleinen zum leewertigen Ufer. Ein beindicker Baum in etwa sechs Meter Höhe dient als Poller, den Palstek mache ich so, dass wir ihn vom Dinghy aus lösen können, wenn wir hier schnell weg müssten, ohne erneutes Klettern. Patagonienstyle. Gelernt ist gelernt. Euphorie bricht aus. Der Plan mit Frikadellen, Kartoffeln und Gemüse wird über Bord geschmissen. Jan holt den Schwenkgrill aus dem Keller, einen Sack Grillkohle haben wir vorausschauend im Supermarkt erstanden und sechs gute Steaks landen auf dem Rost über dem Feuer, das die Jungs schon mal am Ufer machen. Schnell entwickelt sich Partystimmung, und Hochgefühl. Und die Zeit geht nicht rum. Es ist Mittsommernacht. Um 22 Uhr erst geht die Sonne unter. Richtig dunkel wird es nicht. Um drei geht die Sonne wieder auf.
Es gibt keine Wanderwege, keine Zeichen. Der Weg durch das Dickicht um die MARLIN im Abendlicht in einem guten Winkel vor die Linse zu bekommen ist schon sportlich. Ich trage einen Hut. Was es hier ohne Ende geben soll sind Zecken. Nicht ganz ohne diese Biester. Dafür gibt es keine Bären und außer mal ner Blindschleiche auch keine Amazonasschlangen. Zurück am Feuer ist die Stimmung, wie war es anders zu erwarten, ausgelassen. Alles stehen um die Feuerstelle und feiern den Sonn-Tag Abend, ihren ersten Ankerplatz. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Der Platz hier ist so schön, dass er kaum zu toppen ist. Und das am zweiten Abend. Also erwartet bitte keine Steigerung in den nächsten zehn Tagen. Das werden wir wahrscheinlich nicht hinbekommen“, verkünde ich wissend. Jan nickt und lacht. Martin und Annett machen sich nackig, rutschen die glatten Felsen in das 13 Grad warme Wasser der Ostsee und schwimmen zur MARLIN zurück. Ich staune schon etwas. „Mal schnell hinterher Jan. Komm. Wir haben keine Badeleiter drin. Die erfrieren uns noch.“ Der sprinted grade noch mal mit einem Eimer Wasser zum Feuer, damit sich das nicht selbstständig macht. Ende gut alles gut. Als ich mich verabschiede giggelt Caro noch im Pilothaus mit Annet um die Wette, Jan mosert, weil ich die Musik mit ins Bett nehme und Rheinhold erzählt mit Martin. „Gute Nacht.“ Meine Zeit ist der Morgengrauen. Wenn noch alle schlafen habe ich die Ruhe und die Zeit Fotos zu sichten, zu bearbeiten und diesen Blog zu schreiben. Das geht nur dann ohne Unterbrechungen und Bootslebeneinfluß. Auch für LUNATRONIC arbeite ich nebenbei, ohne dass einer was merkt. Es gibt dauerhaft Internet an Bord. Für die Crew inzwischen so normal wie das unbeschränkte heiße Wasser, dass aus der Dusche kommt und die Heizung, die die MARLIN nachts nicht auskühlen lässt. Ich teste einen neuen Router, der die LunaWLNnet mit zwei 4G Slots erweitert. In dem einen steckt eine Vodafone Karte aus Deutschland, in dem anderen eine Datenkarte von Telenor, dem ansässigen Telefonanbieter. Die Schären sind, wie war es anders in Schweden zu erwarten, komplett mit 4G Mobilfunk abgedeckt. 10GB kosten zwanzig Euronen. Da kann man nix sagen. Gegenüber der bisherigen Lösung mit einem LTE-Modemstick wird der neue Router fest installiert. Die LunaWLANnet wird einfach auf der Rückseite eingesteckt. Verliert er den Kontakt zum WLAN, schaltet er sich automatisch um auf Mobilfunk. Na. Das klappt noch nicht ganz zu meiner Zufriedenheit. Nur eine Sache der Zeit. Mit der Mobilfunk-Antenne an Deck haben wir Internet sobald wir Land am Horizont sehen. Ich werde aber demnächst noch eine zweite Antenne auf die Saling setzen. Cool nicht? „Wer’s braucht“, wird so mancher denken. „Ich brauch’s.“ Bin halt nen Tekki und meine Kunden auch. Dem Kind habe ich auch schon einen neuen Namen gegeben: Luna4G-WLANmax. Käuflich demnächst zu erwerben hier. “Warst Du denn schon mal hier? Kennst Du diese Bucht schon?“ fragt mich Martin. „Das ging alles so schnell und schlüssig.“ „Nein Martin. Wir waren noch nicht hier und werden wahrscheinlich auch nie wieder hierherkommen. Das nächste Mal werden wir mit dem Finger auf eine andere Bucht zeigen.“ Ganz verrate ich Martin nicht, was wir machen um unsere Plätze zu finden. Unter der Software OpenCPN gibt es ein Plugin mit einem Google Earth Satelliten Fenster. Der wirkliche Unterschied hier in den schwedischen Schären zu den Buchten im wilden Patagonien ist, dass hier auf fast jeder Insel ein Haus steht. In Patagonien findet man verlassene Verschläge der Fischer. Über das Satellitenfenster kann man die Häuser auf den Schären schnell sehen und die Auswahl des Ankerplatzes zumindest etwas vereinfachen, wenn man die Einsamkeit sucht. Also doch gut Internet in den Schären zu haben. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894

Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

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Eine Handvoll Segelanfänger an Bord genommen

Wir zeigen wie es geht

Für Jan und mich ist beginnt die CREW 29. Annett, Martin, Caroline und Rheinhold sind dabei. Für die neue Crew ist alles sehr aufregend, denn die Erfahrung auf Segelbooten ist gering. „Na dann. Fangen wir mal ganz von vorne an“, stehe ich im Salon und verteile das beste Lächeln was ich nach dem anstrengenden Frei-Tag mit Jan zustande bekomme. Gemeinsam plündern wir den nächsten Supermarkt und traditionell gibt es am ersten Abend Skippers Green Curry. Heute mit Lachs. Annett wackelt es schon im Hafen zu viel. „Annett. Keine Sorge. Ab morgen wirst Du lächelnd Deine Zeit genießen. Versprochen.“ Anfänger sind mir als Mitsegler inzwischen fast lieber als die alten Hasen. Die kann man wenigstens noch beeindrucken mit ein bisschen Seemannsgarn und Segellatein, Ziele und Erfolge sind einfacher zu vergeben und zu erreichen, ihre Zeit auf der MARLIN ist gespickt mit Erfolgserlebnissen. Die Ostsee ist für Segelanfänger definitiv das beste Revier. Für Jan ist es wichtig zu lernen auf die verschiedenen Bedürfnisse der Anfänger einzugehen. Eine tolle Möglichkeit Praxis zu lernen, die ihm bei seiner SSS Ausbildung nicht beigebracht wird. Auch Jan kommt bekommt neue Ziele von mir. Ich habe mir vorgenommen ihm mein Koch-Reportiuer beizubringen. Das Zweitwichtigste am Segeln auf der MARLIN. Jan fährt inzwischen alle An- und Ableger sicher und flott. Er brieft seine Crew gründlich vor jedem Manöver. Auch heue geht es flott mit Eindampfen in die Achterspring vom Steg weg. Doch irgendwie will MARLIN nicht so recht. Als wir schon andersrum in die Vorspring eindampfen wollen, erscheint unter dem dicken Bauch der MARLIN eine Plastiktüte, die sich um den Propeller gewickelt hatte. „Deshalb hat das mit der Achterspring nicht funktioniert“, rufe ich. „Machs noch mal Jan!“ Beim zweiten Versuch sind wir schnell weg. Um uns herum Hafenkino. Ich höre: „Die haben kein Bugstrahlruder. Bei dem Schiff. Mann o Mann.“ Columbus hatte auch kein Bugstrahlruder. Die Rheinschiffer auch nicht. Da brauchen wir auch keins. Für uns steht heute erst einmal ein gemütlicher Schlag unter Motor und Segeln nach Sandhamn an. Die königliche Marina wollen wir uns mal etwas genauer anschauen. Überhaupt sind keine großen Schläge geplant. Wir wollen mit unserer Crew den Stockholmer Schärengarten erkunden. Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894  
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