Archiv der Kategorie: SY Marlin

Stürmische Überfahrt

MARLIN im Salzmantel

Wir stehen etwa 50 Meilen nördlich Las Palmas. Hinter uns liegen 48h, gespickt mit stürmischen Winden um die 35 in Böen bis zu 50 Knoten, 6 Meter hoher See und ordentlich Respekt. Der Atlantik hat mal wieder ordentlich gezeigt was Naturgewalten sind. Die kleine rote MARLIN wurde zum Modellbauboot, zum Spielball der Naturgewalten und die sieben Menschen in ihr, zu kleinen Playmobilfiguren. Zwei Mitsegler habe ich erfolgreich mit Scopolaminpflastern gegen das schwere Wetter vorbereitet. Zu Essen gab es nur noch warme Suppen aus Dosen und im Cockpit wollte keiner mehr sitzen, weil die Brecher regelmäßig gegen den Rumpf knallten und sich über das Deck und ins Cockpit ergossen. Alles von hinten. Alles gut. MARLIN hat das alles easy weggesteckt. Keine bekannten Schäden. So hatte die Crew das sich sicherlich nicht vorgestellt. Ein ungeplantes Schwerwettertraining das sicherlich beim ein oder anderen eine bleibende Erfahrung sein wird. Wenn 30 Tonnen Aluminium so von den Brechern auf die Seite gelegt werden, dass der Borddrucker aus seiner seefesten Halterung in hohem Bogen durch den Salon fliegt und die Skipper auf dem Vorschiff kriechen statt laufen. Aber es verschweißt auch als gemeinsames Erlebnis, dass man gemeinsam gemeistert hat. Jan ist froh das er mich dabeihatte, ich bin froh dass Jan dabei war. Vielleicht hatten wir das einfach im Urin, wie man so sagt. Nicht das es segeltechnisch ein Problem gewesen wäre. Mehr die Verantwortung für fünf Gäste, die mit der Situation definitiv überfordert sind und eigentlich nur eins wollen: Das es so bald wie möglich vorbei ist mit dem Geschaukel. Und dann kommt die Situation auf, dass ja auch der Skipper irgendwann mal schlafen muss. Auf diesem Törn haben Jan und ich uns einfach abgewechselt. Die Verantwortung einfach mal ausgetauscht gegen entspanntes Vertrauen, dass der andere das schon macht, dass man sich auf seinen Body verlassen kann. Super. Echt super. Danke Jan. Solche Berichte wie dieser führen unweigerlich dazu, dass ich Kunden verliere. Ist so. Wenn ich so offen und ehrlich über waghalsige Situationen berichte, kommt ein paar Tage später eine Stornierung. „Ach. Wir wollen dann doch lieber nicht mitsegeln.“ Also schneide ich mir mit solch einer ehrlichen Berichterstattung definitiv ins eigene Fleisch. Ich kann es nicht sein lassen. Bin halt so. Wnuk halt. „Wenn Du so schreibst will doch keiner mehr mitsegeln bei uns“, meinte Frank Wolf schon 2009 zu mir als ich seinen 49er Jogurtbecher von Malle über den Teich in die Karibik gesegelt bin. Und ehrlich, würde Jan schreiben, ich würde vielleicht ähnlich denken und kommentieren. Ich selber nehm es mir raus. Eigentlich auch ungerecht. Vielleicht deshalb auch trenne ich den Blog von der MARLIN-Expeditions Seite. Da ist alles schön und toll. Press the Button. Kauf mich. Der Link zum Blog, den muss man schon echt suchen. Klar ist das Absicht. Nun gut. Es ist jetzt vorbei mit den großen Wellen, dem schweren Wetter. Was jetzt kommt ist wirklich Wind von der richtigen Seite, meist raumschots und gemäßigt. Ungelogen. Alles Anfängertauglich. Und wenn nicht, dann gewollt, wie z.B. der Törn CREW 40. Da fehlen mir noch vier Segler, die Lust haben sportlich zu segeln, sich am Steuer alle 30 Minuten abzuwechseln.  

Atlantiküberquerung mit der MARLIN im Rahmen der ARC

Zwei Plätze sind kurzfristig frei geworden. Für Last Minute Bucher haben wir den Preis runtergesetzt. Du bist dabei. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

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In inniger Umarmung und tiefer Liebe

Mastkontrolle vor dem nächsten großen Schlag

Wnuk im Masttop. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Wnuk wieder auf Fahrt. Am Morgen um 8:00 habe ich mit der aufgehenden Sonne den Anker gelichtet. Jan hat den Bug der MARLIN durch die Einfahrt der Faro Lagune Richtung Kanaren gedreht und die Crew, bestehend aus Karin, Björn, Martin, Martin und Martin haben die Segel gehisst. Ich, dass siebte Rad am Wagen habe meinen Skipperenergiebeutel in Tarifa wieder aufgetankt, schaue nach vorne am Bug stehend ins Blau. Viel Blau. Wir verlassen Culatra, wo ich doch eigentlich so gerne fahrtenseglerisch ein paar Wochen hier geblieben wäre und nicht nur einen einzigen Tag und eine einzige Nacht, in der der ROCNA mal wieder verläßlich uns MARLIN am Platz gehalten hat, währen eine Handvoll anderer Schiffe um uns herum wie neu ausgewürfelt an neuen Ankerplätzen und trocken liegen. War doch gar nicht so viel Wind, denke ich mir. Na so was. Na so was! Da fliegen wir schon durch die Nacht mit funkelnden Sternen über uns, das Heckwasser gurgelt, die Crew bekommt Seebeine, die Meilen purzeln auf dem GPS. Es ist mal wieder unmöglich schön, unglaublich romantisch, so wie gestern, als ich den Mast der MARLIN ganz weit oben, himmelhoch jauchzend fest, innig und in tiefer Liebe umarmt habe. Den Blick über Culatra schweifend habe ich das stehende Gut der MARLIN überprüft, nichts gefunden was wirklich zu bemängeln sei. MARLIN hat mir das GO! gegeben. Ich ihr mein Vertrauen. „Segel mich. Jetzt! Fest!“ Es hat ganz schön gewummst bei der diesjährigen Biskayaüberquerung. Das ich da in den Masttop gegangen bin hatte schon seinen Grund gehabt. Sicher, das nichts ist, war ich mir nicht. Doch alles gut. Johann dagegen hat Schnupfen, es tropft an der Kühlwasserpumpe. Korrosion. Wir ignorieren das jetzt mal, die Wettervorhersage für die nächsten Tage sieht kein Stück nach Leichtwind und Motorstunden aus. Ganz i m Gegenteil: Windig wird es aus Nord. Endlich mal wieder Wind von hinten. Dazu steht drei bis vier Meter Welle von der Seite, typisch für das Seegebiet. Die Zeit ist vorangeschritten. Aus Madeira nichts geworden. Am Donnerstag um 12 Uhr wollen wir im Hafen von Las Palmas sein, den Geruch des Marktes, der Früchte und der Gewürze kann ich bis hierher riechen. Dort warten hunderte von Schiffen, machen sich klar für die ARC, bei dem die MARLIN nun auch dabei sein soll. Jan darf sie fahren, ich werde MARLIN im Januar ab Saint Lucia übernehmen. Bis kurz vor dem Start werde ich dabei sein. Hat auch seinen Grund. Denn eigentlich wollte ich doch mit meiner Familie nach der Weltumsegelung 2007 Las Palmerianer werden. Zu viele Gründe gab es, die dagegen sprachen. Ich bin gespannt wie es diesmal wird.  

Atlantiküberquerung mit der MARLIN im Rahmen der ARC

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Lag der schon die ganze Zeit da?

Winddrift

Es ist schon Mitternacht, der Vollmond steht hoch am Himmel und wir sitzen im Pilothouse und unterhalten uns über dies und das während der Wind mit 20-25 kn bläst und die MARLIN an der Ankerkette hin und her pendelt. Zwischen uns und dem Fischereihafen liegt schon seit unserer Ankunft das ‘Weihnachtschiff’, das wir so getauft hatten, weil man durch das Kajütenfenster schon eine Lichterkette ausmachen konnte. “Der lag doch vorhin viel weiter hinten!” Das Schiff, das unser Interesse geweckt hatte, lag jetzt zwischen uns und dem Weihnachtsschiff, und während wir uns noch wunderten, driftete es weiter mit dem Wind, den Anker hinter sich herziehend. Das Wasser in der Lagune sei sehr flach und das Schiff würde an der nächsten Sandbank hängen bleiben, meinten unsere beiden Skipper relativ entspannt. Das änderte sich jedoch, als sich abzeichnete, dass das treibende Schiff auf ein weiteres Schiff treffen könnte. Unser Horn und eine starke Mag-Light taten ihr Bestes, die Besatzung, die offenbar noch schlief, auf das bevorstehende Malheur aufmerksam zu machen. Ein weiteres Schiff schloss sich dem Hupkonzert an und kurz darauf wurde auch die Besatzung des potentiellen Ziels nervös und hupte kräftig mit. Zwischen die beiden Schiffe passte inzwischen nur noch gerade mal ein Fender. Warum reagierte niemand auf dem Schiff? Krank? Verletzt? Unsere Skipper machten das Beiboot klar um nachzusehen. Notfalls wollten sie das Dingi als grossen Fender zwischen die beiden Schiffe steuern. Dazu kam es aber nicht mehr, die Besatzung war inzwischen aus den Kojen gekrochen und konnte sich selbst um ihr treibendes Schiff kümmern. Ziemlich durchnässt kamen unsere Skipper, Micha und Jan, kopfschüttelnd wieder zurück an Bord. Die Amerikaner mit ihrem gecharterten Schiff hatten die Brisanz der Situation wohl immer noch nicht begriffen. Martin

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Reisende soll man nicht aufhalten

Angekommen im Abendland

In Spanien leben die Menschen zusammen auf den Strassen. In Deutschland leben die Menschen in Wohnungen. Ein nicht zu unterschätzender Lebensqualitätsindikator. Zuhause. So lässt sich mein Gefühl hier definieren und endlich mal seit Monaten friere ich nicht ständig und laufe in kurzer Hose und ohne Skiunterwäsche herum. Wenn die Sonne den Weg zum Wasser, zum Horizont geht, stellen die Spanier ihre Plastikstühle vor die Haustüre, einen Beistelltisch, Freunde kommen, es wird gelacht, getrunken, gespielt. Mein Freund Agustin hat eine kleine Wohnung mit Meerblick direkt an der Strandpromenade gemietet…Hat er gut gemacht. Auch wir sitzen bis spät in die Nacht auf der Straße feiern, dass wir leben und uns schon fast dreißig Jahre kennen. Schön Freunde zu haben, die nicht verloren gehen. Zwischenzeitlich sind Agustin und ich in Tarifa angekommen. Wir finden eine einfache Unterkunft, der eine Kite Schule angegliedert ist. Anabel schmeißt den Laden und das macht sie sehr gut. Tarifa ist ja nun mal der windigste, was ich jetzt erst erfahre, der böigste Surfspot Europas. Ablandig und fast ohne Stehwasser. Juliaan, begnadeter Kiter, meint: „Wenn Du es hier gebacken bekommst, passt das auf der ganzen Welt.“ Ok. Ich schaue unwissend. Ich bin weiterhin der Anfänger. Basti, heißt mein Kitelehrer für die nächsten Tage. Er drückt mit den 7er Kite in die Hand und ich soll mal zeigen was ich kann oder eben auch nicht. Das ganze bei 30-35 Knoten Wind. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Klappt alles ganz gut. Ich schlucke ordentlich Wasser beim Bodydraggen. Plötzlich ist der Wind weg. Quasi, wie beim Segeln. Morgen geht es weiter. Jan ist mit CREW 35 unterwegs von La Coruna nach Lissabon, wo ich mit etwas Glück wieder auf die MARLIN aufspringen kann. Ich höre nur großes Lob von Martin über Jan. Also ist wohl alles gut. Aber ein bisschen vermissen würden sie mich schon. Ich vermute mal in der Küche. Ich habe dann schon mal gegoogelt, wo ich auf Gran Canaria Kiten kann. So ganz untätig bin ich hier in Tarifa nicht. Per Videokonferenz bin ich mit Maik im Office in Flensburg verbunden, der den Laden dort mit Ana zusammen alleine schmeißen muss. Gut das es Internet gibt. Hier vor Ort knüpfe ich Kontakt, verteile Visitenkarten um meine Kite-Surf-Sail Expedition vom 3.2.-15.2.18 an den Mann zu bringen. Hier geht es an die einsamsten und schönsten Orte in der südlichen Karibik, die nur mit uns zu erreichen sind. Vier Plätze sind derzeit noch frei.  
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Bootsflucht

Old friends. Spontanreise.

Pontevedra. Dort wohnt Agustin. Mein alter galizischer Freund, den ich vor 30 Jahren auf einer romantischen Rundreise durch Spanien zum tiefgehenden Freund gewonnen habe. Alle Jahre wieder haben wir uns irgendwie gesehen. Oft in Benicarlo in Spanien, wo ich lange Jahre ein Haus hatte. Ab Brasilien ist er mit mir und der IRON LADY nach Uruguay gesegelt. In Galizien habe ich ihn mit verschiedenen Hunden, Wasserspielzeugen und Lebensabschnittsfrauen besucht. Sogar meiner verstorbenen Mutter Anneliese hat er schöne Augen gemacht. Eine richtige Fern- und Selten- aber Tiefbeziehung, die immer wieder auftaucht. „Wo bist Du?“ Ich rufe Agustin an, vermute ihn ein paar Buchten weiter in Pontevedra und die Chance ihn dort oder in Vigo zu sehen ist groß. „Ich wohne jetzt in Málaga in Andalusien. Galizien im Winter ist mir zu kalt.“ Wirklich wundern tut es mich nicht. „Wie weit weg ist Tarifa von Málaga?“ „Anderthalb Stunden mit dem Auto.“ Ich muss weg von der MARLIN. Das ist absolut sicher. Fünf neue Gäste sind an Bord. Da sind zwei Skipper einfach zu viel. Die Wettervorhersage ist easy. „Jan. Kann ich für ein paar Tage abhauen nach Tarifa?“ Jan nickt. Ein Blick auf den Windfinder zeigt perfekten Wind für Tarifa. Zehn Minuten später habe ich ein One Way Ticket gebucht und packe meinen Kite Schirm unter den Arm. „Agustin. Ich bin heute Abend bei Dir.“ Meine Crew besteche ich, indem ich heute noch mal koche. Am Vormittag waren wir zusammen einkaufen. Ich habe zwei Seeteufel auf dem Markt erstanden. Martin sagt, ich soll Wein kaufen. Kann ich. Spanien ist meine eigentliche Heimat, wenn nur meine Töchter und die Mutter meiner Töchter nicht in Flensburg leben würden… Ich flirte auf Spanisch mit den Marktfrauen und mit vollen Tüten fährt die Crew zurück zum Boot. Es ist wunderschön endlich wieder Spanisch sprechen zu können. Ich passe nicht mehr ins Taxi. Gut so. Beine vertreten, durch La Coruña schlendern ist angesagt. Die letzten drei Wochen haben mich deutlich gefordert, in vielerlei Hinsicht. La Coruña, ein meiner spanischen Lieblingsstädte besticht mit kristallblauem Himmel, Sonne, Pulpo gallego und einem Glas Rotem. Ich lebe auf. Zwischenzeitlich sitze ich im Flieger. Ich habe Pech gehabt. Am letzten Freitag den 13ten ist mein geliebtes MacBook Air abgekackt. Keine Reaktion mehr. Noch nicht einmal auf den OS Installations-USB-Stick reagiert das BIOS. Nun. Dann ist das ein Fall für die MAC-Klinik und ich muss meinem Geschenk für „13 Monate Nichtraucher sein“ vorgreifen und mir ein neues MacBook Pro schon nach „2 Monaten Nichtraucher sein“ bestellen. So kann es gehen. Jan bringt das gute Teil in Zeitungspapier eingepackt mit. Es dauert ein bisschen, bis wir uns anfreunden. Jetzt bin ich ganz begeistert. Ich kann noch mehr bloggen, noch mehr schreiben, noch mehr Bilder machen. Noch mehr: Leben. Zum Thema Leben habe ich ja nun eine vollkommen neue Einstellung. Einem Freund schreibe ich: „Estaba cerca del fin de mi vida. Para mi cada dia vale diez veces mas que una monda de oro puro.“ Es rattert in meinem Schädel.  
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Die Belohnung. Skippers delight.

Sailing a la carte.

Irgendwann dreht sich das Blatt dann doch. Aus mörderischen Wellen, die über das Deck waschen, wird die langgezogene Atlantikdünung, die die MARLIN sanft in die Höhe hebt und wieder absinken lässt. Aus depressiven dunklen Wolkenformationen am Himmel, wird der mit dem Aquarellpinsel gemalte Abendhimmel mit dem zentralen Punkt unserer Begierde, der untergehenden Sonne. Statt wild gewordener bretonischer Fischer, die einen verfolgen, tauchen zum Licht und Szenerie passend rechts und links der MARLIN je ein Delfin auf und wünschen uns eine gute Reise. Aus dem Röhren des Motors seit den frühen Morgenstunden wird ein SO Wind mit 7 Knoten, den die MARLIN geisterhaft unter Vollzeug in 6 Knoten Fahrt verwandelt. Das Kielwasser gurgelt leise und endlich steht am Himmel die Sichel des Neumonds, eine neue Zeit ankündigend. La Coruna liegt voraus. Spanien. Noch 150 Meilen zu segeln oder wie auch immer. Es ist der Moment. Dieser wunderschöne Moment nach all dem Trubel, um das Schiff bis hierher zu bekommen, der wunderschöne Moment, wenn der Motor verstummt und der Maxprop Faltpropeller sich mit dreimaligem Klacken zum Feierabend verabschiedet. Die See kann so süß sein, die See kann so brutal und hinterhältig sein, dass es mir kalt den Rücken runterläuft und gleichermassen die Beine schlackern lässt. Die See kann so unvermeidlich fantastisch Atlantikblau sein, ein Farbe, die es nur hier am Süden der Biskaya, am Kap Finstere gibt. Wohl dem, der dieses Blau in seinem Leben schon mal gesehen hat und es nie wieder in seinem Leben vergessen wird. Schon ist es dunkel um uns herum. Mit jedem Zentimeter weissen Segeltuches, dass wir zur Verfügung haben, versuchen wir das Licht einzufangen, es gelingt uns mit der federleichten Brise Wind. Jetzt kann MARLIN zeigen wofür dieser lange Mast in ihr drin steckt. Nur auf diesem am Wind Kurs saugt sie sich an den Wind fest und macht Fahrt durch den eigenen Fahrtwind. Das macht sie so zauberhaft schön, dass ich nie genug davon bekommen kann, jedes Mal zu merken wenn das Gewicht des Schiffes und die Beschleunigung mich leicht in das Sitzpolster drückt. Das Leben kann so schön sein.  
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Die Bretonen greifen an.

Gegen den Wind durch die Biskaya

“Jaaaannnn!” Das ist mir in meiner gesamten Segellaufbahn noch nicht passiert. Ich versuche grade einen Logbucheintrag hinzubekommen als ich das wummernde Maschinengeräusch des Fischers höre. Dazu kommt kurz danach seine Hupe. “Der hält von Achteraus direkt auf uns zu. Ich glaube es nicht.” Ich reagiere wie in Zeitlupe, nehme den Zündschlüssel, Gang rein und jetzt mein erstes Manöver des letzten Augenblicks. Die Notwende mit Vollgas bringt uns sofort beigedreht zum Stehen und in Sicherheit. Eine Bootslänge, nun querab, zieht das Stahlkoloss mit seiner dicken Schlepptrosse an uns vorbei. “Ich glaube es nicht. Der wollte uns tatsächlich unterbügeln. Das hat der komplett mit Absicht gemacht. Der wußte dass wir nicht damit rechnen, wenn er erst einmal hinter uns ist.” Bevor ich runter gegangen bin ums das Logbuch zu holen war der Fischer weit hinter uns. Da kommt doch keiner auf die Idee, dass der den Kurs wechselt und uns von hinten mit Vollgas aufholt um uns unterzubügeln. “Das war knapp. Sehr knapp. Ob der das witzig findet? Langeweile. Deutschenhass?” Jan ist genauso sprachlos wie ich. Das Schwerwettertraining mit der YACHT hat heute sein Ende gefunden, denn der letzte Teilnehmer, der eigentlich mit an Bord sein wollte, Thomas, ist heute morgen von Bord gegangen. Thomas war unser Reiseplan zu unsicher, das Büro wartet auf ihn am Montag. Jan und ich sind somit alleine und bringen die MARLIN zusammen nach La Coruna. Was geblieben ist, sind hinter der Hafenausfahrt 25 Knoten Wind, in Böen um die 30 und die dazugehörige See mit bis zu sechs Metern hohen Wellen von gestern. In La Coruna warten fünf Mitsegler. Wir sind zu spät. Na dann mal los. MARLIN macht das. Ob wir das machen. Na ja. Schräg halt. “Ich würde gerne etwas trinken, was die Leute hier in der Bretagne trinken, wenn sie ausgehen”, grinst Jan den bauchigen, sympathischen Barkeeper an. “Ja. Wir trinken hier Petit Punch.” Ich verdrehe die Augen. Das kann übel enden, denke ich mir. Schon stehen drei Petit Punch vor uns. Die drei Jungs von der Combo, die ich Hafenbüro haben proben gehört, gehen auf ihre Plätze und rocken ab, dass es richtig Spass macht ganz vorne in dem kleinen Plastikpavillion zu stehen. Das letzte Konzert, der letzte Abend der Rum Bar. “Wir machen jetzt zu über den Winter”, verrät mir der Barkeeper. Was für ein Zufall, dass genau an unserem letzten Abend in Pornichet, in einer der ansässigen Kneipen die Post abgeht. Dementsprechend verläuft unser heutiger Segeltag ziemlich schräg in vielerlei Hinsicht. Jan hat gewisse Probleme, die ihn in die Horizontale bringen. Ich fahre die MARLIN allein. Am Wind. War klar. Gegen die Welle von gestern. Der Bug knallt scheppern in die anrollende See. Drittes Reff im Groß, Fock bringen uns ordentlich vorwärts und noch können wir Kurs Coruna anliegen. Wird sich aber am Abend ändern. Wind wird einschlafen und auf SW drehen. Ja. Ist halt so. Dann müssen wir Süd segeln und an der Küste nach Westen motoren. Ja. Is halt so. MARLIN scheppert wieder mit dem Bug in das nächste Wellental. In der Süllkante stehend kommt soviel Wasser über, dass es mir oben in die Segelstiefel reinläuft. Hatte ich auch noch nie. An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.  
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Schwerwettertraining mit der YACHT. Friends going sailing.

Das sind Michael und Jan.

Jan ist nicht meine Alter, könnte mein Sohn sein und ist aber mein Freund. Lucky me – Würde ich mal so sagen. Jans Ankunft war ein bisschen schwierig. Wieder mal so ein Atlantiktief. Ich mit einem Mietwagen unterwegs versuche am richtigen Ort in Loraine zu sein, wenn Jan vom Himmel fällt. Das sind mal locker 150 km mit dem Mietwagen gewesen. Dunkle Nacht. Viel Regen. Zweimal geblitzt worden. Kaum habe ich meinen Ricard und Cafe Midi an der Flughafenbar getrunken, blitzt es am Himmel und die Durchsage aus den Lautsprechern der übersichtlichen Flughafenhalle fällt statt Jan auf meinen Tisch. Der Ryanair Flug erhält wegen des starken Windes keine Landeerlaubnis und wir nach Rennes weiterfliegen. Wieder sitze ich im Auto. 150 km nach Rennes. Hatte ich mir anders vorgestellt. Ich puste das mitgebrachte Fallkissen auf. Jan fällt hinein und darf zur Belohnung die 100 km nach Portiche selber fahren. What a day? Vom YACHT Schwerwetterteam ist nur noch Thomas übriggeblieben. Alle anderen hatten andere Pläne als die restlichen 340 sm nach La Coruna mit Micha & Jan als Skipper zu segeln. Ob sie was verpassen? Man wird sehen. Morgen gibt es das einzige Wetterfenster, dass Jan und ich so sehen. 33 Knoten wahrer Wind aus West. Na ja. Also wenn ich jetzt nicht grade in La Coruna 5 Gäste hätte sitzen, die und heißblutig erwarten, ich würde die Abfahrt verschieben. Aber so ist das. Wir werden morgen früh mal über die Hafenmauer schauen und wenn da keine brechenden Grundseen bis zum Horizont sind, machen wir mal Schwerwettertraining gegenan. Thomas ist dabei. Ich bin stolz auf Thomas. Wir verbringen den Tag damit MARLIN für den Schlag vorzubereiten. Marinarechnung bezahlen. Mietauto wegbringen. Ein letztes Abendessen in der waagerechten. In den nächsten 24 Stunden wird man wahrscheinlich nichts von uns hören und sehen. Sechs Meter Welle ist angesagt. Das könnte zu unserem Problem werden. Nicht der Wind. Hmm. Grübel. Skippers delight ist das heute nicht grade. An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.  
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Schwerwettertraining mit der YACHT. MARLIN definiert Bewegung neu.

Das ist Kristina.

Kristina ist nicht mein Alter. Kristina kann keine Knoten, weil sie nicht, wie alle anderen, mit Knoten fotografiert werden will. Kristina fotografiert hier auf der MARLIN jeden Pups von vorne und von oben und von hinten. Kristina ist Volontärin bei der YACHT und segelt diese wundersame Segelreise mit der MARLIN mit. Wie mit jedem anderen Crewmitglied, sind auch Kristina und ich uns näher gekommen. Nicht zu nah bitte. Denn zwei die gerne durch die maritime Linse schauen und dazu auch noch schreiben, können auch schnell aneinanderstoßen. Kristina gibt gerne Wiederworte und fragt berufsbeding natürlich gerne immer wieder nach. Ich habe Kristina lieb gewonnen, ihre Art passt zu ihr, fühle fast schon Zuneigung. Tolle Seglerin, tolle Kameradin. Respekt. Aber, ich muss zugeben, ich durchschaue die YACHT-Volontärin auch nicht und ich habe berufsbedingt schon mal auch Respekt vor dem was sie von der MARLIN in Bild und Text irgendwann veröffentlichen wird. Die Situation erinnert mich etwas an das Interview aus dem Jahre 2000, als die Redakteurin Christiane Sommer von brandeins auf der IRON LADY war. Den Artikel kann man sich unter Presse anschauen. Also behandle ich Kristina mit gebürtigem Respekt. „Ist sie jetzt nett zu mir aus Sympathie? Oder nur weil sie etwas aus mir herausbringen will, was ich ihr unter Umständen nicht preisgeben würde und will das dann verwenden um… „Stop! Wnuk!“, beende ich das Selbstgespräch an diesem Punkt. „Sie hat Dir nichts getan und macht nur professionell und gewissenhaft ihren Job. Außerdem segelt sie gerne und mit Dir, Deiner Crew und der MARLIN allemal.“ Kommt es aus meinem Hinterkopf. MARLIN tuckert zwischenzeitlich gemütlich an der Bretangne vorbei Richtung Nantes, das ja weiter im Land liegt und jetzt haben wir uns auf die Marina Pornichet geeinigt. Also eigentlich hat mir Co-Skipper Bernhard diese so raffiniert ans Herz gelegt, dass ich nachher meinte sie selbst ausgesucht zu haben. Ja. Das kann der Bernhard. Wir haben wilde Zeiten hinter uns gebracht. Wie zu erwarten war die Abfahrt von Ile d’Ouessant höchst dramatisch. Morgens um drei ging es aus den Federn und um vier drehte sich der Bug der MARLIN wieder auf Kurs um die Westküste. Wind war keiner, dafür stockdustere Nacht, eine nervöse Crew und ein nervöser Skipper. Zu Recht. Die Wellen der Wirbelsturms standen noch wie am Tage zuvor, knallten gegen die Küste und reflektierten zurück. Eine Meile Sicherheitsabstand half auch nicht viel. Die Natur fing an Ping Pong Ball mit der MARLIN zu spielen. Skipperfehler. Wir sind ohne Stützsegel ausgelaufen. So schlimm hatte ich mir die Situation nicht vorgestellt. Die alte Welle steht mit gut 4-6 Metern und fast senkrechten Wellenflanken. Die Schiffsbewegungen sind heftigste, sogar die sonst so ruhige MARLIN fängt an sich wild aufzuschaukeln. Zwei meiner Mitsegler fangen an die Fische zu füttern und ich? Ich lege mich auch mal besser eine halbe Stunde in die Waagerechte. Kurze Zeit später falle ich vom Sofa als ein brachialer Kawensmann MARLIN auf die Seite legt und alles nicht niet- und nagelfestes durch die scheinbare Schwerelosigkeit innerhalb MARLINs fliegt. „OhHa!“ Ich stürze raus, zähle durch. „Puh!“ Alle noch da. Da kommt die Botschaft, die ich schon kenne. „Piiiiiiieeeeepp!“ Johann ist überhitzt. „Motor aus!“ brülle ich durch die finstere Nacht. Johanns Gerödel erstirbt und jetzt wird MARLIN erst recht zum Spielball. „Klar machen zum Setzen des Großsegels!“ Jetzt mal nicht den Joystick loslassen Micha, sonst gibt das eine Verkettung von unglücklichen Problemen, die nicht zu einem guten Ende führen. Ich meine zu merken, wie die Mannschaft die Führung als Sicherheit bewertet. „Nicht nachdenken. Machen.“ Meter für Meter, die Schaukelbewegungen des Schiffes ausnutzend, findet das Großsegel seinen Weg bis zur zweiten Saling. „Mensch, wird es denn heute nie hell?“ Ich weiß wie sich meine Crew fühlt. Scheiße. Die Genua, als Vortriebssegel, reicht nicht aus um MARLIN in die richtige Richtung zu bringen. Kein Wind. Neue Kaventsmänner spülen von der Seite über das Deck und rauschen die Süllkante runter bis übers Heck. MARLIN treibt in der aufkommenden Strömung mit einem Knoten Kurs Süd. Na. Wenigstens etwas. Wir halten uns frei von der Küste. In der heftigen Welle von vorhin ist der Kühlwassereinfluss in der Mitte des Kiels mit Luft in Berührung gekommen, die Wassersäule ist schlagartig unterbrochen, die Maschine bekommt ordentlich Luft und der Impeller kann nicht mehr fördern. Kennen wir ja schon. Aber! Es hat keiner gemerkt. Auch ich nicht. Jetzt ist der Motor so heiß, dass im Motorraum Ölqualm steht, der mir den Atem nimmt. Die 100er Abgasrohre sind unantastbar heiß. „Komm Schatzi. Du funktionierst noch. BIIIIITTE!“ Die Frage ist, ob der Impeller noch soweit o.k. ist, dass er Wasser fördern kann. Über unsere Süßwasserpumpe und eine gewisse Ventilkombination drücke ich Süßwasser in das leere Kühlsystem des Motors. „Komm Schatzi. Du funktionierst. BIIIIITTE! Ich mach es auch nie wieder Johann.“ Es gluckert im Wassersammler des Auspuffsystems. Jetzt. „Motor an!“ Ja. Ich schreie. Tue ich nicht gerne aber sonst hört mich keiner. Johann startet. Ich spiele mit dem Zulaufventil. Auf. Zu. Im Wasserfilter sehe ich wie zögerlich Wasser angesaugt wird. Dann kräftig. Dann hört es wieder auf. Die Brauchwasserpumpe läuft die ganze Zeit mit und kühlt Johann mit Süßwasser, damit es jetzt nicht einen Kolbenfresser gibt und wir manövrierunfähig auf die offene Biskaya getrieben werden. „Schöne Story wird das. Supertoll“, schimpfe ich mit mir selbst. Da kommt ein dicker Wasserstrahl in den Filter und es geht los. Johann läuft wieder. Alles gut. Ich strecke meinen Kopf aus dem Zugang zum Motorraum. „Alles gut. Weiterfahren.“ Am Himmel wird es langsam heller. Es fängt an zu regnen, Segelwind setzt langsam ein und der Schwell nimmt langsam ab. MARLIN nimmt Kurs auf Richtung Nantes. Ja. Wir mussten Ile d’Ouessant zu dem Zeitpunkt bei Stillwasser verlassen. Sonst wäre es noch viel schlimmer geworden. Und darüber ob an diesem spooky place das beim Auslaufen Großsegel geholfen hätte, ich wage es zu bezweifeln. Eine Freakwave im Segel, die den Mast auf die Wasseroberfläche drückt, ist vielleicht noch viel schlimmer. Fünf Leuchttürme zieren Ile d’Ouessant, hunderte von Wracks liegen um die Insel herum verteilt. Wir sind nicht dabei. Gut so. An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. 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Schwerwettertraining mit der YACHT. Und eingeweht.

Das ist Bernhard.

In das Feld bei der Frage nach: „Bist Du schon mal über den Atlantik gesegelt?“ antwortet er: 3x Ost-West, 2x West-Ost. Das liest sich natürlich gut für mich und Bernhard habe ich heute zum Co-Skipper nominiert. Erfahrung vor Scheinen. Aber die hat Bernhard sowieso. Bernhard ist Arzt, Tierarzt. Noch so ein positiver Punkt. Bernhard kann also nicht nur nähen, sondern ist auch noch klug. Professor und Geschäftsführer. Wenn Bernhard redet, hört man gerne zu und Bernhard hat Witz und Charme. Wie alle anderen meiner Crew ein sehr angenehmer Mitsegler. Bernhard segelt nicht nur gerne sondern auch viel. Er interessiert sich sehr dafür bei der nächsten West-Ost-Atlantiküberquerung im Mai 2018 dabei zu sein. „Von mir aus gerne. Bernhard. Da bist Du dabei.“ “Ihr seid die beste Crew von allen, die ich bisher je hatte“, schnulze ich beim morgendlichen Briefing. Und das stimmt sogar. „Ich hatte noch nie eine Crew gehabt, bei der der Autopilot so wenig gelaufen ist wie bei euch.“ Eigentlich nur ich selbst schalte diesen an. Nicht meine Crew. Doch trotzdem – Hurricane Sturmtief Ophelia hat uns voll im Griff. Unser morgendlicher Versuch die Insel zu verlassen und nach Brest zu verlegen endete damit, dass wir im Süden von Ile d’Ouessant wieder umgedreht sind. Eigentlich ist Ophelia erst für heute Nacht angesagt unsere Breite im Abstand von einigen hundert Meilen zu passieren und uns 40 Knoten Wind und 6 Meter Welle zu bescheren, südlich der Insel frischt es aber am Morgen schon so kräftig bis auf 35 Knoten Wind in Böen auf, dass ich den Schlag absage, mit der Angst im Nacken, dass Ophelia doch schon jetzt zuschlägt und näher ist als ich denke. SAEFTY FIRST. Zurück in die schützende Bucht, an die sichere Franz-Mouring. Innerlich koche ich. Ich finde nichts schlimmer als umdrehen zu müssen. Auf die Frage ob dies meine Crew bemerkt: „Nein. Das merkt man Dir nicht an.“ „Aufgeben gehört eben auch zum Schwerwettertraining.“ Also werden wir eben warten, bis der ehemals Hurricane, nun Tropical Storm vorbeigezogen ist und wir Dienstag auf seiner Rückseite Richtung Höhe Nantes durchkommen. Der Zielhafen zum vereinbarten Termin rückt immer weiter weg. Für Donnerstag hat sich ein neues Tiefdruckgebiet mit erheblichem Ausmaß angekündigt, dass nicht über Irland nach Norden ziehen soll, sondern seinen Weg durch den englischen Kanal nehmen will. Die Isobaren setzen so weit südlich, dass ab Nantes Westwinde in Sturmstärke angesagt sind. Ich denke nach. Leise mit mir selbst. Hörbar mit meiner Crew. Ich muss zugeben, dass es mir trotz ausgiebigen Trainings im Solent und im englischen Kanal, nicht gelungen ist, dass meine Crew die MARLIN nachts alleine segeln können. Zu viele Risikofaktoren mit der Aussicht auf Schäden oder Unfälle. Bei Tageslicht schaffen sie das schon, wenn ich dabei bin, aber nachts besteht keine Chance und wie sagt Jan dann: „Irgendwann muss der Skipper dann ja auch mal schlafen.“ Genau da harkt unser Schwerwettertraining. Die permanenten Starkwinde, immer von vorne benötigen einen zweiten Mann, einen zweiten Skipper, um die notwendigen Übernachttörns nach La Coruna zu schaffen. Das schaffe ich definitiv nicht alleine. War etwas anders geplant. Nicht so heftig. Nicht mit Ophelia, nicht mit dem kommenden Sturmtief. „Wnuk. Da hast Du Dich etwas überschätzt“, spreche ich mit mir selbst und erwidere mir selbst: „Hätte ja auch gutgehen können.“ Folge dessen wähle ich Jans Nummer. Die Skipper reden miteinander . Ich versuche mein bestes um bis Donnerstag mit meiner Crew nach Nantes zu kommen. Jan versucht dann dorthin zu kommen und gemeinsam werden wir mit oder ohne Crew den Schlag nach La Coruna zu schaffen. An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.  
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Schwerwettertraining mit der YACHT.

Das segelt Axel doch mit links.

Das ist Axel. Dem Ingenieur ist nichts zu schwör, fällt mir zu Axel ein, wenn ich so mit ihm auf der MARLIN segele. Auf jedem Fall gehen an Axel keine Unstimmigkeiten unkommentiert vorbei. Ob es die Differenzen in unseren elektronischen Kartensystemen oder der Lösung von technischen Problemen ist. Offen frage ich Axel nach seiner Lebensphilosophie und er antwortet mir auf den Punkt gebracht: „Ich bin und lebe Ingenieur und Verfahrenstechnik.“ Das ist eine ehrliche Aussage und als Skipper Micha lernt man, dass man seine Mitsegler & Mitmenschen am besten einfach so nimmt und belässt wie sie sind. Am Ruder ist Axel der Boss. Unserer MARLIN lässt er nichts durchgehen, legt einen graden Strich mit maximaler Geschwindigkeit auf den Plott. „Mensch Axel. Du steuerst ja fast so genau wie der Autopilot. Und das lässig mit links!“ Weiter geht es voll Stoff gegen den Wind. Muss ja mal gesagt werden. Wir haben und werden kein Rückenwind auf diesem Törn haben und da komme ich zur Definition Schwerwetter. Schwerwetter bekommt man heute in der Regel nicht mehr ungewollt. Die Wetterprognosen sind so genau, dass die Schlechtwetterphasen mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit prognostiziert werden. Ist Schwerwetter somit Vergangenheit? Nein. Die Genauigkeit der Prognosen nimmt im Quadrat zur Reisezeit nach dem dritten Tag ab. Daran ändert auch Meeno Schrader nichts. Schwerwetter ist nach meiner Definition somit nur möglich, wenn man zu einer Trans Ozean Passage startet, wo die geplante Reisezeit zum nächsten Hafen weit mehr als drei Tage und wohlmöglich in einem Tiefdruck frequentierten Seeraum befindet. Wie zum Beispiel der Nordatlantik Passagen: Bahamas – Bermudas, Bermudas – Azoren und Azoren – Europa. Bei Schwerwetter wird die tatsächliche Taktik auf jeden Fall sein, den Starkwind raumschots abzuwettern. Auf unserem jetzigen Schwerwettertörn machen wir eher aus frischen Winden zwischen 20-30 Knoten, Starkwinde durch das Gegenanaufkreuzen durch Addition mit unserem Fahrtwind. 35-40 Knoten sind mit der MARLIN weitestgehend kein Problem. Das Problem ist eher der Faktor Mensch, der in der Schüssel drin sitzt und durch Gravitation umhergeschleudert wird, mit entsprechender Seekrankheitsanfälligkeit. Und das ist, was uns derzeit bevorsteht auf dem Weg nach La Coruña… Wir sind unterwegs nach Falmouth und werden uns die Nacht um die Ohren schlagen. Zum Sonnenaufgang werden wir Falmouth erreichen. Auf marinetraffic.om kann man uns verfolgen. Suchst Du nach MMSI 211606420, findest Du die MARLIN auf der Echtzeitkarte. In der Biskaya selber wird das nicht mehr funktionieren, aber im Küstenbereich. An dieser Stelle muss jetzt mal ein bisschen Werbung sein. Die Atlantiküberquerung mit der ARC vom 12.11.2017 – 16.12.2017, Las Palmas nach St. Lucia hat noch zwei freie Plätze. Leider sind zwei Mitsegler, aus dem einst vollgebuchten Trip aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Das ist Deine Chance. Wenn Du Zeit und Lust hast und den Mehrwert der MARLIN erkennst, meldest Du Dich am besten über das Kontaktformular.  
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