Archiv der Kategorie: SY Marlin

Ein Tag voller Hiobsbotschaften

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{Title:Ein Tag voller Hiobsbotschaften}

SPOII

Erst mal zu gestern. Da gibt es mal wieder kein Foto. Mich(a) hat es ja gepackt, mit SPO (Sankt Peter Ording) und es gibt an Johann’s Geburtstag wieder Wind. 15 Knoten sagt der Windfinder. Das reicht so grade eben. Ich also wieder über die Landstraße los an die Westküste. Heute mit 6,5mm Tauchneo. Da wird mir wenigstens nix kalt. Ich such mir einen Platz am Strand Richtung Hundestrand und versuche es erst mal mit dem 12er. Kite selber starten geht easy. Machen wir in der Karibik ja nun oft. Der 12er ist zu klein. Zu wenig Wind für Micha. Dafür hab ich die Waffe mit und schwupps steht der 15er am Himmel. Ich in die Fluten. Alles klappt schon viel besser heute mit den Wellen. Aber das mit dem Höhe laufen in den Wellen, dass muß mir Johann mal erklären. Dank dem langen SPO Strand kann man die Leinen aufwickeln und am Strand zu Fuß Höhe laufen. Anfängersport. Zurück zum Hundestrand. Nächster Versuch. Nach drei Stunden bin ich fertig mit der Welt. Breit grinsend tauch ich wieder in Flensburg auf. Grade rechtzeitig zum Abendessen bei Nathalie. Mit den Kids. „Hast Spaß gehabt. Sieht man!“

Heute geht es früh los. Lars hat einen Termin in Gelting. Auf dem Bild schon betäubt. Nach langem Hin- und Her haben wir in einer Familienentscheidung entschieden, dass Lars kastriert wird. Für alle Beteiligten besser. Hoffen wir. Lange Geschichte, die ich jetzt auch nicht breittreten will. Die Tierarztpraxis in Gelting kostet nur die Hälfte, zum schicken Gegenstück in Flensburg. Lars wird schlafen gelegt. Am Nachmittag darf ich ihn wieder abholen. Die kompetente Tierärztin macht das regelmäßig. Kaum sitze ich im Auto, kommen dann die schlechten Nachrichten. Die Swiss Air hat die Flüge der JanCrew zum 6.6. storniert, dazu aber auch direkt die alternativen Möglichkeiten zum 13. und 20. und 27ten. Ich fühle mich an den Pranger gestellt. Sämtlich Versuche die MARLIN rechtzeitig vor der offiziellen Hurricane Season zu erreichen und zu den Azoren zu schicken sind in die Hose gegangen. Tausende von Euros in Form von stornierten Flugtickets sind nun wieder einzufordern. Ein erheblicher Aufwand. Da hilft es auch nicht besonders, dass die DomRep offiziell verkündet am 1.7.20 die Flughäfen, wie Punta Cana wieder zu öffnen. Ich bin am Boden zerstört. Ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll. Sollte ein Hurricane kommen, ist MARLIN nicht dagegen versichert. So langsam entwickelt sich das Ganze zu einem russischen Roulett.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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{end}

Very Old Friends

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SPO

Der erste Versuch SPO (Sankt Peter Ording) für mich zu entdecken, mit Familie ist jämmerlich in einer Corona Polizeikontrolle am letzten Donnerstag gescheitert. Heute ist keine Tagestouristenverbot, aber Kitewindansage in SPO. Also stehe ich mit VOF (Very Old Friend) Johann aus HH im Kontakt und wir verabreden uns. Johann schickt mir eine Position. Keine Strandgebühr, keine Parkgebühr, keine Windböen, nicht überfüllt wegen geschlossener Dänischer Grenze. Hört sich super an und so starte ich durch. Anderthalb Stunden Landstraße mit jeder Menge Traktoren und Milch LKW’s lassen keine Langeweile aufkommen. Der Himmel ist blau und das Land ist flach. Wie schön war das hier als der Mensch noch keine Windmühlen erfunden hat? So schön. Mit den Schafen, den Kühen und den schnatternden Wildgänsen.

Als Johann und ich, wir uns sehen, nach zwei Jahren oder drei Jahren, machen wir erst mal was Verbotenes, sehr Verbotenes. Wir nehmen uns in den Arm und drücken uns! Mit Genuß. Allein dafür hat sich die Reise gelohnt. Prophylaktisch, wie es so bei Männern über 50 ist, tauschen wir erst einmal die aktuellen Wehwehchen aus, um dann zum Strand zu laufen. Johann steht auf dem Surfbrett seit dem er quasi laufen kann. Ich wirklich sicher zum letzten Mal vor fast einem Jahr im pipiwarmen Flachwasser Klein Curacao’s. Johann stürzt sich in die Wogen, ich folge ihm schüchtern, nebst dann doch 50 anderen Kitern und schau mir mal an wo das Wasser den wie tief ist. Dauert alles. Hinter der Sandbank mit flachem Wasser brechen sich die anrollenden „Ein Meter Wellen aus West“. Mir ist vollkommen unklar, wo ich sicher starten soll und als ich es dann in den Wellen versuche, ernte ich vor allen Dingen ein paar Schlucke Salzwasser. Dann stehe ich auf dem Board, kante an und eins, zwei drei Wellen, falle ich vornüber. Hmm. This is not the Caribbean. Das mit den Wellen ist definitiv eine Challenge. Muss man wohl üben. Beim zweiten Versuch kommen ein paar Meter mehr zustande, eine elegante Popohalse und zurück zum Strand durch die brechenden Wellen ins Flachwasser. O.K. So geht das. Ich rette meinen Kite, ich rette mich, ich rette mein Board. Und wieder durch die Brandung ins tiefe Wasser. Ich bekomme Spaß an der Art und Weise wie hier gekitet wird. Zumindest keine Böen. Is was ganz Neues für mich. Der Wind frischt auf, bis ich vor Kälte zitternd den Kite lande und meine sieben Sachen packe. Bisschen dünn mein Neo. Johann grinst. Ihn zieht es noch mal raus. Mich zum Auto in warme Klamotten. Ganz ehrlich. So richtig warm wird mir heute nicht mehr.

“Hast Du Spaß gehabt“, fragt Nathalie. „Hast Du Johann gegrüßt?“ „Du siehst glücklich aus. Endlich!“ Ja. ich bin glücklich und total fertig. Heute Nacht werde ich ganz bestimmt, ganz tief und fest schlafen.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Mein Leben – Dein Leben

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Auf der Suche nach der Seerose

Der Roikier See liegt hinter dem Glückshundewald. Nur zu Fuß zu erreichen und es gibt auch nur eine Stelle an dem man die Sicht auf den alten Klostersee geniessen kann und bis dahin ist es eine gute Stunde zu Fuß. Ja. So war das. Mein Leben. Zwei pubertierende Töchter, die sich die Hände vor die Gesichter halten, wenn man sie fotografieren will und einen hormongestörten Hund, der an jeden Baum und Strauch pinkeln muss. Nathalie im Stechschritt und ich versuche Schritt zu halten. Quatsch. Es war wunderschön durch den Glückswald zu laufen. Vielleicht ist es einfach nur trivial, was so alles in meinem Kopf passiert. Film ab. Das Grün der Buchen ist einfach unglaublich zu dieser Jahreszeit. Immer wieder sehe ich den Wald aus der Sicht der Krankenhaus Zelle, atme ihn ein, tief ein, damit ihn mir keiner wieder wegnimmt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Kleinteile

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Skipper Stefan zerlegt das Schiff

Ob es wirklich mal warm wird in Flensburg? Ich kann es kaum glauben. Mein heutiger Versuch kiten zu gehen ist gescheitert. Der Spot Schausende ist schon von der Parkplatzsituation mehr als verstopft. Die drei oder vier, den Kitern zugewiesenen Parkplätzen stehen ungefähr 70 Kiter gegenüber. Es weht und jeder will auf’s Wasser. Also stelle ich mich mit auf den Seitenstreifen zwischen die Vans und Caravans, schulter meinen Kitekram und laufe über das Gelände der Marina zum Strand. Der Himmel ist voller Kites, an der Wiese der Stadt Glücksburg, die den Kitern zugewiesen wurde, kein Platz um seinen Kite auszublasen. No way. Wildes Getummel. Ich lasse mich etwas abseits ins Gras fallen, um dem Treiben zuzuschauen. Schausende ist böig und die Wolken hängen tief und bringen noch mehr böigen Wind. Landende und startende Kites haben sichtlich Probleme. Backstallen nennt man das. Der Kite steht im Zenit, ein Windloch, der Kite fällt herunter, die nächste Böe erwischt ihn mit Wucht und fliegt unkontrollierbar in die Powerzone. Solange der Kiter im Wasser steht, kann nicht viel passieren. Beim Start an Land wird es gefährlich. Die ganze Situation gefällt mir nicht. Nach einer halben Stunde steht ein junges Mädchen im Wasser und der Starthelfer am Strand. Alles sieht gut aus, geht aber ordentlich schief. Kaum ist der Kite auf dem Weg nach oben ergreift eine Böe den Kite mit dem Mädchen im Wasser und schleudert sie in einem meterhohen Bogen an Land. Der Kite schleift sie weiter, sie löst den Sicherheitsverschluss und bleibt bewegungslos liegen. Ihre Freunde eilen ihr zu.

“Micha. Haben wir vielleicht einen neuen Dreiwegehahn für den Wassermacher an Bord?“ Skipper Stefan weiß, dass ich ein Ersatzteilfreak bin und alle Ersatzteile gleich doppelt kaufe und unters Kopfkissen lege. Heute muss ich ihn leider enttäuschen. Also Plan „B“. „Schick mir mal nen Foto von der Rückseite. Vielleicht kannst Du den Hahn demontieren und mit Vaseline wieder gängig machen?“ Das Foto von oben schickt mir Stefan mit dem Subjekt: „Problem gelöst.“ Na. Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Denn die Versorgung mit Ersatzteilen ist genauso schwierig, wie die Versorgung mit JanCrew. Der hat schon eine ganze Kiste für die MARLIN in Berlin.

Am Kiteplatz spitzt sich die Lage zu. Es erscheint ein Rettungswagen an der Pferdekoppel. Bis zum Kiteplatz geht der Weg aber nicht. Notarzt und Sanitäter untersuchen das Mädchen. Mir wird jetzt irgendwie unwohl. Das ist nicht mein Tag und auch nicht der Ort an dem ich heute Kiten will. Ich erinnere mich an meinen eigenen, baugleichen Kiteunfall 2016 mit gebrochener Schulter, an Nike im letzten Jahr und an Pablo vor einer Woche und entscheide mich ein Weichei zu sein. Kitebag schultern, Board untern Arm. Danke. Da geh ich lieber ein Eis in Glücksburg essen. Mein Bedarf an Krankenhaus ist eh ausreichend gedeckt. Kaum am Auto angekommen kreist auch schon der Rettungshubschrauber über meinem Kopf, um das junge Mädchen abzuholen. Am Montag wird mir Nathalie aus dem Krankenhaus verraten, dass es hoffentlich nur ein blaues Auge ist.

Der Tag endet damit, dass mir am Abend plötzlich kotzübel ist. Vom Eis von Janny’s oder von den selbstgebackenen Keksen von Lena oder von den Erlebnissen des Nachmittags? Mir ist so schlecht, dass ich die Kloschüssel umarmen muss. Danach geht es besser. Viel besser. Ich schlafe ein. Morgen ist ein besserer Tag.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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New Friends

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Da wohnen, wo Skipper Micha gerne sein würde.

Das ist Skipper Stefan und Sven. Sven ist zu Gast auf der MARLIN. Sven brauchte kein Flugzeug. Sven ist eh schon in der DomRep. Gut haben es die Beiden. Voller Neid schaue ich mir das Foto an. „Ich nicke Sven zu. „Herzlich willkommen auf der MARLIN!“ Ob er es merkt? Wahrscheinlich nicht. Das Foto ist auch schon ein paar Tage alt. Stefan & Sven verstehen sich auf Anhieb verdammt gut, schreibt Sven. Tja. Die Regierung der DomRep hat einen Vier Stufen Plan zur Rückkehr in die Normalität veröffentlicht. Mitte July soll wieder alles normal sein und auch die Flughäfen wieder voll in Betrieb sein. „Machse Nix!“ JanCrew buchen mal wieder einen Flug. Diesmal für den 6. Juni. Ob der Flug stattfindet? Ansonsten um eine Woche verschieben. Es ist einfach grausam. Verhältnisse wie im Krieg.

Ein treuer Leser, Burkhard, bedankt sich statt Spende mit Vertrauen. Er braucht für sein neues Traumschiff Rat und Tat und bestellt das dann nicht bei Internet, sondern bei Lunatronic. „Ich lese Deinen Blog seit Jahren, da war es doch klar, wem ich vertraue.“ Sein Vertrauen wird mich busy halten in der kommenden Woche. Ich rufe Leser Achim zurück, der mir per email geschrieben hat und auch hier einigen wir uns zum Thema: Das wollte ich schon immer mal bei Lunatronic bestellen. Ich lehne mich zurück. Doch eine gute Idee, meinen Blog sturköpfig weiter zu schreiben. Gestern hatte ich darüber anders gedacht. Die Vatertagsbilder, die auf dem Frühstückstisch für mich lagen, darf ich nicht im Blog veröffentlichen. Also eigentlich gar nichts mehr, was MayaLena betrifft. „Papa. Das ist der MARLIN Blog. Damit haben wir nichts zu tun.“ „Ich sehe das anders. Das ist der MICHA Blog und ihr seid Teil meines Lebens.“ Eine Diskussion sparen wir uns. Eine Entscheidung, die ich respektieren werde. Aber ungern. Versteht sich.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Da leben, wo andere Urlaub machen II

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{Title:Da leben, wo andere Urlaub machen II}

Gemalt

“Polizeikontrolle!“ „Nein. Als Tagestouristen ist für Sie St. Peter Ording heute leider gespeert!“ Ich weiß nicht was dieser nette Polizist dem Auto vor uns geraten hat. „Fahren sie besser nach Westerheversand. Sie werden sehen.“ Er hatte Recht. Westerheversand war es zwar gut besucht, tausendmal weniger Touristen als in St. Peter Ording. In dem Strand Sektor wo wir waren, war es eher einsam. Ich hatte mir St. Peter Ording gewünscht zum Vatertag, wo ich doch noch nie dort war. Weder zum Kiten, noch einfach zu Besuch. Kann ich dann ja noch mal an einem der nächsten Tage machen, bis endlich wieder die dänische Grenze aufmacht. Westerheversand hat uns alle glücklich gemacht. MayaLenaNathalie und der Micha, alle sind voll auf ihre Kosten gekommen. Von der Wattwanderung, der Autofahrt über die Dörfer und einfach Seele baumeln lassen. Jetzt schauen die Kinder Germany’s Next Topmodel (kurz: GNTM), was mir grade nicht so wichtig ist. Ich mache Nudelsalat für Samstag. Da gibt es Kite Wind.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Da leben, wo andere Urlaub machen

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Sonne, Strand und Heiterkeit

Dass unser Aussenminister Maas etwas fern der Realität, gerne den Finger erhebt, ist mitunter hinlänglich bekannt geworden. Vor kurzer Zeit noch sollten 80 Millionen Deutsche im kurzen deutschen Sommer am besten zu Hause bleiben, dann im eigenen Land Urlaub machen und nun, endlich, spricht er wieder von Grenzöffnungen. Wir hier im echten Norden bekommen jetzt schon „Wind“ von dem was uns bevorsteht. Es sind die Kite- und Windsurfer, die es normalerweise jetzt beginnend mit Temperaturen und Windtagen aufs Wasser zieht. Die Landesreisebeschränkungen sind aufgehoben. Eine Caravanschlange bildet sich von HH Richtung der schönen Nord- und Ostseestrände, vor allen Dingen wenn gute Windbedingungen angesagt sind. Was auf der A7 dann vorbeizieht Richtung Dänemark stoppt allerdings, denn die Dänische Grenze ist zu für den Tourismus. Also werden vor allen Dingen die Parkplätze voll und die Anwohner in Langballig, Wackerballig, Holnis und Schausende und der hundert ande
ren Spots genervt. Kann man ja auch verstehen. Der Kitesport ist famous und ich muss zugeben, dass ich aus Venezuela und Curacao doch sehr verwöhnt bin, wenn wir mit der MARLIN an einsame Plätze segeln und ganze Inseln für uns alleine zum Kiten haben. Der Peak wird Pfingsten sein, wenn hier die Urlaubssaison definitiv losgeht und alle die normalerweise nach Spanien fliegen, jetzt innerhalb Deutschlands ihren Urlaub machen. 15 Tausend Carola Infizierte von 80 Millionen Deutschen. Es hätte ja auch anders kommen können…

MARLIN

Janscrews Flüge wurden storniert, weil die Grenzen der DomRep jetzt bis zum 1. Juni weiter zu bleiben. Stefan an Bord der MARLIN ist das relativ schnurz. Er hat Sven, einen deutschen Wahl Dominikaner kennengelernt, sich dick angefreundet und fasst deutlich Fuß in Las Salinas, wo die MARLIN liegt, die dort inzwischen auch jeder kennt. Mir war klar, dass das irgendwann passiert. Gut so. Ich finde Stefan hat das verdient. Lang genug haart er jetzt schon der Dinge, die da kommen. Neue Flugtermine sind nun für den 6. Juni im Visir. Jan und ich sind uns einig, der letzte Termin um MARLIN noch auf den Weg zu den Azoren zu schicken. Ansonsten bleibt MARLIN in der Karibik und segelt in der Hurrikanefreien Süden.

Mit meiner Gesundheit steht es bestens. Gestern Blutbild und die Capitana und Dr. Helge sind sich einig, dass es besser nicht sein könnte. Ich bekomme Reiseerlaubnis und wenn es wieder Flüge gibt, darf ich auf mein Schiff, die MARLIN, wo immer es denn dann auch sein wird. Ich muss dann nur im Sommer irgendwann einmal komplett neu geimpft werden.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Erster Tropical Storm ARTHUR

{Time:19:00:00}
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T-Helfer-Zellen

Der erste Tropicals Storm taucht an der Südküste von Florida auf. Interessiert mich vom ersten Moment an eher wenig. Bisschen früh vielleicht. Die Hurrikane Saison beginnt offiziell am 1. Juni. Bis dahin sollte man seinen Arsch und vor allen Dingen sein Schiff Richtung Europa wegbewegt haben. Wenn Arthur in zwei Wochen verschwunden ist Richtung Nordosten, wäre der richtige Zeitpunkt letztmalig für 2020 den Weg zu den Azoren sicher anzutreten. Danach wird es ein abenteuerlicher Törn. Nun. Jan hat einen großen Vorteil. Er hat die MARLIN. Und die MARLIN ist schnell. Sie kann kann vor einem Hurricane auch weg und davonsegeln. Zumindest jetzt noch und in den nächsten zwei Wochen. Problem: Jan sitzt in Berlin in seiner WG. Ob sein Flug und der seiner Crew stattfindet mit der Fluggesellschaft Edelweiß, wer weiß das schon. Die Edelweiß Auszeichnung gibt es doch beim Militär? Oder? Aber das würde zu weit führen. Wir warten was passiert. Plan B: Kommt keine Crew in die DomRep, aber ein Hurricane nimmt seine Flugrichtung auf Richtung Südküste Domep auf wird Stefan seine sieben Sachen packen und den Kutter nach Süden segeln müssen. Innerhalb 36 Stunden ist er aus der Gefahrenzone raus und Stefan weiß das. Ziel ist dann derzeit Bonaire. Da muss ich mal mein Netzwerk aktivieren nächste Woche. Curacao erlaubt im Moment noch keine Quarantäne auf dem eigenen Schiff. Auch das wird sich bestimmt kurzfristig ändern. Das Ende vom Lied. Die MARLIN wird noch ein weiteres Jahr in der Karibik bleiben.

MICHA

Es hängt alles sehr miteinander zusammen. Nach einer allogenen Transplantation, versterben 40-50% der Patienten im ersten Jahr an der Behandlung oder den Folgen. Ich lebe noch. Hundertzwanzig Tage heute. Schon mal nicht schlecht. Vor 40 Tagen habe ich aufgehört immunsupprimierende Medikamente zu nehmen. Seit 2 Wochen nehme ich gar keine Medikamente mehr, die im Zusammenhang mit meiner Transplantation stehen. Dafür bekomme ich GvHD. Meine Spenderimmunsystem ist aktiv geworden und bekämpft Eindringlinge. Der erste Eindringling bin ich selbst. Es bekämpft mich, seinen Host. Es fällt im Moment relativ wenig auf. In der letzte Woche deutlicher. Hautjucken Schulter, Brust, Hals. Was macht man dagegen? Nicht kratzen! Magen- Darmschleimhaut Irritationen. Also Krämpfe, Unwohlsein, Übelkeit, Seekrankheit, 180 Schleifpapier im Mund, Appetitlosigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit, fehlende Kondition. Das alles nervt mich im Moment. Dafür habe ich keine Erkältung mehr, keine Bronchitis, keine Infektionnen. Ein gutes Zeichen.

Die Zeichen, schlechte und Gute stehen für ein funktionierendes Immunsystem. Nächste Woche steht Dr. Helge auf dem Plan. Aderlass und dann schauen die sich im Labor neben den ganzen anderen Werten, ich war schon fünf Wochen nicht mehr bei der Nachkontrolle, die T-Helfer-Zellen an. Die geben Auskunft über die Potenz des Immunsystems. Wie beim AIDS Test. Ohne GvHd Erscheinungen hätte ich wahrscheinlich viele Infektionen. So nervend diese also sind, so sind sie jetzt aktuell ein gutes Zeichen. Ein potentes Immunsystem frisst nämlich Leukämiezellen. Das Ganze hat auch einen Namen bekommen: Wenn Zellen des Fremdspenders die Körperzellen des Patienten angreifen, wie das bei der GvHD der Fall ist, muss das nicht nur von Nachteil sein; denn letztlich richten sich die Spenderzellen dann auch gegen Leukämie- oder Tumorzellen, die noch in meinem Körper verblieben sind. Dieser wünschenswerte Effekt wird von Medizinern nicht GvHD, sondern Graft versus Leukemia oder kurz GvL genannt. Meine Chance.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Everything All Right

{Time:21:59:00}
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Reise nach Oldenburg

Es geht früh los aus Flensburg. Mein Ziel ist Dr. Christian, mein Wunschneurologe, wie letztens schon geschrieben. Ob der Volvo durchhält? Nun ja, bin ja im ADAC. Das alle vier Räder gleichzeitig abfallen, ist ja eher unwahrscheinlich. Komische Laufgeräusche macht er ja nun schon seit längerem. Ich finde die Klinik, meinen Dr. Christian und er kann helfen. Mit dem Ultraschall verfolgt er den Nerv vom Finger bis in den Oberarm und findet das Problem. „Sieht aus, als wenn das jemand auf dem Gartenschlauch steht“, meine ich. Er erklärt mir den ambulanten Eingriff. Als Risikopatient darf ich aber zwei Tage auf Station kommen. „Kein Problem“, erwidere ich. Solange es nicht die SM Station ist. Ob es wieder so wird, wie vorher verspricht er mir nicht. „Aber es wird dann nicht mehr schlechter. Dazwischen ist alles möglich.“ Eine ehrliche Antwort.

Daumen hoch an dieser Stelle, für alle die gespendet haben für den Erhalt dieser Seite. Vielen Dank für alle Kommentare die mit den Spenden gekommen sind. Die Kosten für den letzten Hackangriff sind gedeckt und die Hosting Kosten für die nächsten 12 Monate auch. Auch bin ich wieder mehr motiviert zu schreiben – Wenn nur etwas mehr Abenteuerliches in meinem Leben passieren würde.

Seit ein paar Tagen habe ich den Hahn zugedreht. Keine News und Zeitungsseiten mehr. Keine Tagesschau. Stop mit der 24h Corona Berieselung. Mir geht es schlagartig besser. Ich war schon sehr depressiv in den letzten Tagen. Dazu rumort mein Verdauungstrakt. Was das den nun soll. Muss das sein?

MARLIN

Stefan geht es kein bisschen besser als mir. Mit den offenen Häfen und vielleicht den Touristen ist ja schön und gut. Aber wie soll er mit seiner ALEKSA denn die Hygienevorschriften erfüllen? 10 Gäste an Bord? Wie soll das gehen? Für die MARLIN und mich ist es kein bisschen anders. Das wir als Eigner mit unseren Schiffen wieder Gewinne erzielen werden, steht in den Sternen geschrieben. Wenn es nicht die Behörden sind, die Vorschriften machen, sind es die Gäste, die nach der Einhaltung der Hygieneregeln fragen werden. Ganz schöne Sackgasse. Na ja. Erst einmal ist Stefan noch auf dem falschen Schiff, ich auf gar keinem Schiff. Punkt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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MARLIN Drohnenshot

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Notizen ganz aus dem hohen Norden

Auf Marinetraffic postet ein Unbekannter, einen Drohnenaufnahme von meiner MARLIN vor Anker in Las Salinas. Ich sehe deutlich, wie sie im Lee der schützenden Landzunge, an der Ankerkette zieht. Aber nix zu machen. Skipper Stefan hat sie ordentlich verankert und auf 5 Meter Wassertiefe wartet sie auf die Dinge die da kommen. Auf Bewegung. Auf Jan mit Crew. Auf mich. Auf die Freiheit. Auf neue Abenteuer. Schönes Foto. Danke lieber Unbekannter. Stefan, meint sie gehört zu haben, die Drohne. „Das Dinghy ist hochgezogen, also war ich alleine an Bord“, sagt er am Telefon.

Viel Neues passiert sonst in der DomRep genauso wenig, wie hier in Deutschland. Alle warten. Auf ein Ende. Auf den Anfang der Normalität. Mit dem Wissen, dass es nicht mehr so werden wird, wie es vorher mal war. Die Lockerungen betreffen mich, Nathalie, unsere Familie, wenig. Die Zurückgezogenheit in meiner kleinen Wohnung lähmt mich eher. Es ist schwer, sich selbst zu motivieren. Mit Lars rausgehen. Essen kochen. Supermarkt. Büro. Hier ein Schnack, dort ein Schnack über immer das gleiche Thema. Alles wird dann besser wenn. Wann ist wenn? Was ist für Dich wenn? Eigentlich geht es uns doch gar nicht schlecht. Vor allen Dingen mir. Ich lebe. Was will ich mehr?

Umdrehen. Von der linken Schulter auf die rechte. Mittags brauche ich meinen Schlaf. Eine Stunde, manchmal zwei. Bilder ziehen im Halbschlaf an mir vorbei. Mein rechter Arm meldet sich, die halbtaube Hand. Kribbeln, Stechen, Taubheit. Auch hier habe ich Glück gehabt. Kubitaltunnelsyndrom nennt sich das, was ich da habe auf schlau. Ich habe zwei Ärzte gefunden, für die das die endoskopisch OP Alltag ist, die mir eventuell helfen kann. Corona hat meinem ersten Termin in Dresden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dr. Martin empfiehlt mir Dr. Heinen in Oldenburg. Ich warte auf einen Vorstellungstermin und gestern bekomme ich endlich den ersehnten Anruf aus dem Klinikum. Ich darf nächste Woche kommen. Hoffnung für meinen Arm und damit für mein Gemüt. Die Verletzung aus meiner Zeit im Koma knabbert sehr an meiner Wohlfühlsituation.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Pusteblume

{Time:14:41:00}
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Pusten – Wünschen – Wahr

So einfach war das doch früher

Nur das mit dem Verraten, was man sich gewünscht hat, war immer schon verboten. Sonst geht der Wunsch nicht in Erfüllung. Nun. Ich verrate nicht was ich mir gewünscht habe. Nene, dass mache ich nicht. Ich hab auch nur einmal gepustet, weil hundert Wünsche gehen auch nicht in Erfüllung. Den ganzen Nachmittag über die Löwenzahnwiese robben und reich werden. So einfach ist das im Leben dann nun auch wieder nicht. Es müssen auch Wünsche sein die möglich sind. Die Pusteblume kann nicht zaubern. Die Zeit der Pusteblume ist ja nun auch nicht lang. Jetzt mal sofort aus dem Bürosessel ab in die Freiheit. Dürfen wir ja auch.

Hier in Flensburg scheint einfach wieder die Sonne. Nachteil meiner kleinen Wohnung im Burghof. Die ist Parterre, hat keinen Garten und keinen Balkon. Zum Arbeiten, wenn ich eh die ganze Zeit auf den Bildschirm schaue, ist das o.k. Bei Regen auch. Ernsthaft. Am liebsten würde ich wieder auf meiner MARLIN wohnen und vor Anker liegen. Muss auch garnicht in der Karibik sein. Vielleicht eh besser nicht. Da sind meine Wünsche hin und hergerissen. Im Sommer in Flensburg mit meinem schwimmenden Haus. Wunderschöne Vorstellung. So nah an der Familie. Im Winter dann doch lieber da, wo es warm ist. Im Winter ist es aber auch an der Algarve oder den Azoren nicht richtig gemütlich, wenn auch nicht ganz so schlimm wie in Flensburg. In der Karibik dann schon wieder drückend heiß. Tja. Hin und Hergerissen. Nen Weichei bin ich geworden. Immer friere ich.

“Hallo Michael, ich bin froh, dass du wieder online bist. Dein Blog hat mir sehr gefehlt in den letzten Wochen. Du hast Recht, das müsste uns allen eigentlich auch finanziell etwas wert sein! Deshalb möchte ich dir gerne 50 Euro überweisen. Wie kann ich das machen? Du hast sicher Paypal oder? Liebe Grüsse und gute Gesundheit aus der Quarantäne in Griechenland, Elsbeth.“

Fünfzehn dieser netten Mails würden reichen um die Kosten zu decken, die es mich gekostet hat den letzten Hack zu eliminieren – ohne meine Arbeitszeit. Noch mal fünf dieser netten Mails würden reichen um für ein Jahr die Betriebskosten des MARLIN Blogs für ein Jahr zu decken – ohne meine Arbeitszeit. Also doch eigentlich ne Sache für nen guten Zweck. Deshalb habe ich ein Spendenkonto eingerichtet. Ich freue mich über jede Spende, die hilft diesen Blog am Leben zu halten und meine Motivation zu erhöhen diesen Blog mit Text und Bild zu füttern. Wer spenden will, kann dies via PayPal an [email protected]


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Im Moment sind wir komplett.

CREW 65 Atlantik Crossing DomRep – Azoren 23.05.2020 – 31.07.2020. Warteliste.

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Die Förde lebt

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Ansegeln

Die Marinas in Schleswig Holstein haben wieder geöffnet. Es wird fleissig gekrant. Ich habe auch ein Segelschiff. Aber das ist viele Meilen weg von hier. Ich setzte mich auf mein Motorrad und fahre zur Holnis, zur bekannten Schwiegermuttertonne, dem Ende der Flensburger Förde, dem Anfang der Aussenförde. Schon auf dem Weg sehe ich endlich wieder weiße Segel auf der Förde. Eine Handvoll nur. Am Ende der Holnis setze ich mich auf den Strand und schaue voller Sehnsucht einem Segler bei der Wende zu. Ich bin fast alleine. Eine junge Familie mit Kind genießt die Nachmittagssonne. Ein Privileg, dass nicht mehr lange sein wird. Ich bin mir fast sicher, dass Schleswig Holstein auch zu touristischen Zwecken bald wieder besucht werden darf. Richtig so. Is ja auch schön hier. „Aber was, wenn die ganzen Spanienurlauber dann hierher kommen?“, machen sich Stimmen breit. „Ja. Dann wird es wohl voll.“

Ich war noch nie am Surfstrand an der Holnis. Also halte ich da noch mal an der Surf- und Kite Schule. Keiner da, außer einem Mitarbeiter, der mir mit Abstand ein Flensburger Bier verkauft. Wieder sitze ich am Strand und lasse den Blick nun in die Aussenförde schweifen, als Eva und Pelle am Strand entlang kommen. Mein Hausarzt und Freund mit Frau. „Ich glaub’s ja nicht. Was macht ihr denn hier?“ Nicht das wir verabredet wären. Reiner Zufall. Gestern Abend allerdings haben wir uns auch schon gesehen und gemeinsam mit Nathalie ein paar Gläser Wein in deren Garten getrunken. Find ich jetzt irgendwie verwunderlich. Ich speicher das mal ab unter „Besonders schöne Zufälle“. Das sollte doch irgendwie sein. Oder?

Weiter gehts und ich schaue wieder nach Osten. Ob MARLIN und ich irgendwann wieder hier vor Anker liegen werden? Eine besonders schöne Vorstellung. Irgendwie ein Teil meiner Genesung. Das mit dem Bier war keine gute Idee. Genauso wenig wie gestern mit dem Wein. Ich meine irgendwie, dass der Genuss von alkoholischen Getränken doch zum Normalwerden gehört, aber mein Verdauungssystem ist da ganz anderer Meinung und läßt sich auch nicht so einfach von dem Gegenteil überzeugen. Es bestraft mich mit Unwohlsein im Bauchbereich. Also wohl besser doch wieder Ingwertee und Bionade am Strand. Auf jeden Fall entscheide ich mich, dass der Surfstrand an der Holnis noch mal besucht werden muss, bei Ostwind und mit Kite. Damit es nicht zu Unregelmäßigkeiten in meinem Leben kommt, rufe ich vorher Pelle an und frage ihn, ob er nicht mitkommen will. Der kitet nämlich auch. Vielleicht finde ich mit der Zeit ja doch noch Freunde in Flensburg.

Nächste Woche geht auf die SV NIRVANA, denn die kommt wieder da hin, wo sie hin gehört. Ins Wasser. Hört sich schlimm an, ist aber ne prima Sache. Helena und Martin haben unsere Bücher gelesen, ein Schiff gekauft und das braucht diverse Verbesserungen, bevor es dann richtig los gehen soll. Das ist genau mein Job und da weiß ich was wovon ich rede. Umsonst soll es auch nicht sein, denn guter Rat ist teuer. Na. So teuer ist aber mein Rat nun auch nicht. Es folgen dem Rat ja auch Taten. So soll es sein. Seit dem es mich erwischt hat im letzten Herbst, war ich ja nun doch nicht so einsatzfähig und erfolgreich, muss ich zugeben. Ohne meine rechte Hand Tobias in Kiel hätte ich alt ausgesehen. Jetzt geht es langsam wieder los, auch Dank der Lockerungen. Ich freu mich auf den Termin.

“Hallo Michael, ich bin froh, dass du wieder online bist. Dein Blog hat mir sehr gefehlt in den letzten Wochen. Du hast Recht, das müsste uns allen eigentlich auch finanziell etwas wert sein! Deshalb möchte ich dir gerne 50 Euro überweisen. Wie kann ich das machen? Du hast sicher Paypal oder? Liebe Grüsse und gute Gesundheit aus der Quarantäne in Griechenland, Elsbeth.“

Fünfzehn dieser netten Mails würden reichen um die Kosten zu decken, die es mich gekostet hat den letzten Hack zu eliminieren – ohne meine Arbeitszeit. Noch mal fünf dieser netten Mails würden reichen um für ein Jahr die Betriebskosten des MARLIN Blogs für ein Jahr zu decken – ohne meine Arbeitszeit. Also doch eigentlich ne Sache für nen guten Zweck. Deshalb habe ich ein Spendenkonto eingerichtet. Ich freue mich über jede Spende, die hilft diesen Blog am Leben zu halten und meine Motivation zu erhöhen diesen Blog mit Text und Bild zu füttern. Wer spenden will, kann dies via PayPal an [email protected] tun.

MARLIN

Die Condor meldet sich und storniert Jan’s Flug am 20 ten Mai in die DomRep. Nun. Hatte ich mir ja schon so gedacht und eine neue Reservierung mit der Swiss gemacht. Die Condor schickt mir einen Gutschein stattdessen. Nun. Schon mal ein Ansatz. Das ich dem Geld hinterherlaufen muss, war mir ja schon vorher klar. Ich entscheide mich drüber zu schlafen und für Morgen dann einen Brief aufzusetzen, in dem ich um Rückzahlung auf meine Kreditkartenkonto bitte. Einschreiben mit Rückschein und Verweis auf meinen Anwalt. Mal schauen was passiert.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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