Archiv der Kategorie: SY Marlin

Und wieder schön

Die A7 ist mein Zu Hause

Laboe – Flensburg und Retoure. Das war jetzt für einige Tage mein Alltag. Damit ist jetzt aber auch Schluss. Ganz schön gerädert bin ich. Silke hat die Polster im Griff und just in time fertig gestellt. Als ich die 12 guten Teile abgeholt habe, hat sie eine Nacht ohne Schlaf hinter sich. Toller Einsatz Silke. Ist ja nicht grade üblich so ein toller Service. Overtime will sie nicht, Nathalie und ich zahlen trotzdem Overtime. Das wäre ja nun zu viel des Guten. Kaum sind die 12 Polster wieder im Auto, da liegt schon die reparierte Genua, wieder auf die A7. Auf dem Weg noch nach Life Guard Accociation in Schleswig. Dort hat Kerstin zwar keine Nachtschicht gemacht, aber Samstags schnell noch unsere Westen servicen ist ja nun auch nicht grade normal. Und das ohne das man dann das Gefühl hat , dass man jetzt eine gefühlte Unendlichkeit dankbar sein muss. Das ist ja so eine weit verbreitete norddeutsche Charaktereigenart mit der Nathalie und ich unsere Rheinländischen Problemchen haben. Eine Weste hat den Test tatsächlich nicht überstanden und zwar eine schicke Spinlock Weste, die ich eigentlich sehr gerne trage. Das war die Nathalie / Jan Weste und im Ernstfall hätte die 0 statt 275 Newton Auftrieb gehabt. BluBlub weg waren se… Das nach nur drei Jahren. Kerstin erklärt mir woran das liegt. Lagerung, Feuchtigkeit aber auch schlechte Konstruktion. Schick ist nicht immer gleich auch gut. Die Notwendigkeit die Rettungswesten regelmäßig prüfen zu lassen wird sehr deutlich. Die Reste der Spinlock landen im Müll, eine neue Secumar Bolero 275 kommt mit auf die MARLIN für den Herrn Co-Skipper Jan. Es ist schon fast unglaublich dass bei der Herstellung von Rettungsmitteln so geschlunzt wird. Ich werde meine Spinlock vor jeden großen Törn mal schön aufpusten. Einen kleinen Kompressor haben wir ja jetzt seit ein paar Tagen an Bord. Dazu später, warum und wieso. Bei der Westenkontrolle ist aufgefallen, dass irgendwann mal eine Weste mit AIS Sender abhanden gekommen ist. Nicht grade ein tolles Gefühl, in Zukunft den Bestand der Westen und AIS Sender kontrollieren zu müssen. Nun. Schwarze Schafe gibt es immer. Fast zeitgleich mit der Crew in Laboe ankommend, schafft diese bereitwillig alles auf die MARLIN. Jan legt die Polster ein. Passt alles. Super. Macht was her. Jan hat grade für die neue Crew gekocht, ich esse noch einen Teller mit, da heißt es für mich auch schon wieder A7. Wieder Schleswig. Gebraucht habe ich ein Aluklapprad erworben und das ist so cool, Jan hat noch einen Platz im Keller der MARLIN gefunden, dass wir noch das Schwesterherz erwerben, was auch zum Verkauf stand. Nun denn. Mitten in der Nacht muss ich das noch abholen. Jetzt können zwei Gäste sich an Land per Fahrrad auf Exkursion begeben. Ist ja manchmal ganz praktisch.
Es ist dunkel als ich wieder zu Hause in Flensburg bin. Nathalie treffe ich kurz auf der Straße, die Kinder haben Besuch und schauen einen Film. Ich zieh mich aus und lege mich ins Bett. Mir reicht es. p>Und uns MARLIN? Heute geht es in den NOK. Schaust Du hier.  
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Die Wolken ziehen am Himmel

Und ich renne hinterher

Anderthalb Jahre nach meinem Kite Unfall in Cuba, mit schmerzkreischenden Folgen in Cuba, nehme ich den Rat von Freund Johann wahr und buche einen Kite Kurs in Laboe. Also wieder ist Wasser. Ich mach mir in die Hose. Mein Kitelehrer sieht’s und nimmt sich die Zeit mir die Angst zu nehmen. Das mach Ilja sehr gut. In einer kleinen Gruppe verbringe ich vier Stunden im Wasser unterhalb des Marine-Ehrenmal Laboe. Mein 6,5mm dicker Neopren Anzug hält mich warm. Hehe. Ja ich habe Spaß in den Backen. Mehr im als über Wasser. Aber darum geht es ja heute auch gar nicht. Mit leuchtenden Augen geht es zurück auf die MARLIN. Dort stehen schon Gunter und Cornelia, wollen sich die MARLIN anschauen. Gestern waren schon Ralf und Martin da. Allesamt sympathische Segler mit eigenen Booten, kommen um die MARLIN zu sehen und gehen mit dem Handschlag, dass sie beim Schlag X mit dabei sind. Der Übersee Törnkalender füllt sich rascher als gedacht und die erste Buchung für den schönsten, der schönsten Legs mit der MARLIN, CREW 44 ist im Kasten. Oha! Dann wird es jetzt aber ordentlich ernst. Ich verbringe die Tage ansonsten mehr auf der A7 als an Bord. Eine lange ToDo Liste steht im Zenit über mir. Holm Segel repariert unsere Genua, Frau Holm von Lifeguard Schleswig macht eine Nachtschicht für uns und bei Silkes Polsterei geht das Licht in der Werkstatt auch nicht aus und Skipper Micha ist on the Run. Samstag kommt Jan’s neue Crew, dann muss alles fertig sein. Im Zuge der steigenden Professionalität nehme ich Kistenweise Elektronikmaterial, Schuhe Klamotten, Dies und Das von der MARLIN mit nach Hause. Ich ziehe quasi aus. Irgendwie ein komisches Gefühl. Einen kleinen Schrank mit ein paar warmen Sachen, Socken und Unterhosen behalte ich, damit ich demnächst mit Handgepäck an- und abreisen kann. Macht die Fliegerei ja nun immer entspannter. Jetzt aber mal ins Bett. Reicht. Morgen wieder unterwegs, brauche ich jetzt ne Mütze Schlaf. Vergessen: Ich habe entschieden das der Schlag in den Norden über St. Marten und BVI’s auf das nächste Jahr verschoben wird. Strände voller Unrat und kaputte Siedlungen brauchen wir nicht auf unserem Törnplan. Ab St. Lucia geht es nun nach Süd Richtung Grenada von da aus auf die Roques und weiter nach Bon Air und Curacao. Rekarnativ gibt es ab Curacao einen neuen großartigen Schlag für sportlich ambitionierte Segler, den ich schon mal 2016 sehr erfolgreich mit Crew gesegelt bin. CUBA 1000. Tausend Meilen mit der MARLIN. Nachzulesen im Blog ab hier. Und uns MARLIN? Die liegt im Hafen von Laboe. Jan hat alles im Griff. Jan hat Stress. Jou Ja. So ist das. Denn mal tau.  
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Irma mochte ich noch nie

Und dann noch der Holzkopp aus Stralsund

Da sitze ich zu Hause, fast nen halben Quadratmeter Bildschirm vor mir und ne 400MBit Leitung zu Außenwelt, die Sonne scheint alle drei Tage mal zwischen den Regenwolken durch… Ich geh jetzt erst mal ne Runde mit dem Hund raus, bevor ich weiterschreibe… Soll ja mal helfen… Hat geholfen. Nun ja. So Landratte geworden, wie Johann meint, bin ich ich dann eben doch nicht. War wieder am Meer. Hab wieder auf den Horizont geschaut. Etwas neidisch die Segel ziehen verfolgt. Hmm. Gestern war Freitag und Freitag is ja bekanntlich eh nicht mein Tag. Die schlechten Nachrichten vom Freitag kommen dann eben heute am Samstag rein. Hiobsbotschaft Nr. 1. Irma macht Landfall in Cuba. Nun. Mit dem südlichen beiden Quadranten, die sind weit weniger gefährlich als der nördliche Teil. Die Cubaner nehmen das auch eher mit Fassung und machen nicht so nen Medienzauber daraus wie die westlichen so genannten Zivilisationen. Hinter sich lässt Irma St. Maarten ziemlich zerstört zurück. Das ist oder war eines meiner Ziele mit der MARLIN im Januar 2018. Ob ich da jetzt noch hin will mit der MARLIN? Da muss ich jetzt mal scharf drüber nachdenken, wenn die Spätfolgen klarer sind. Oder dann doch lieber nach der ARC durch die Grenadinen nach Curacao und nochmal hoch nach Cuba um dort meinen Passageplan wieder ab dem 3. März einzuhalten? Wird sich finden. Hiobsbotschaft Nr. 2. Einer meiner Gäste auf der Atlantiküberquerung von Las Palmas nach St. Lucia hatte einen kleinen Schlaganfall. Glück im Unglück und mit Hoffnung reparabel durch eine Reha. Wieder so ein Einschlag. Mensch, Mensch, Mensch. Ralph. Du machst Sachen. Ich und alle die davon wissen, drücken sich die Daumen krumm, dass das alles wieder gut wird mit Dir. Kommste halt nächstes Jahr mit rüber. Hiobsbotschaft Nr. 3. Mein bester Segelfreund, Rene von der MIRA soll sich zum Zeitpunkt von Irmas Besuch in St. Maarten schon wieder direkt im Auge dort befunden haben, haben die Blauwasserbuschtrommeln mir mitgeteilt. Ich hab ihm erst mal ein bitterböses e-mail Gerieben. Alter Holzkopp. Hat sich doch dort schon vor zwei Jahren mit Wirbelsturm Gonzales angelegt und ein Jahr repariert. Haaaaaallllllloooo. Rene. Jetzt melde Dich mal und schreib das Du die MIRA rechtzeitig eingegraben hast oder so. Also. Mit diesem Sturm. Echte Scheiße. Und Nathalie meint, dass der sich ja nun wochenlang noch auf das Wetter im Nordatlantik auswirken kann. Hmm. Na ja. Kann man drüber wetterphilosophieren. Kann allerdings wirklich sein. Kann sein, dass wir also zum Schwerwettertörn im Oktober wirklich schweres Wetter bekommen. Meine Idee zu den Veranstaltungen im neuen LUNATRONIC / MARLIN Eventzentrum finden direkt Anklang. Ohne überhaupt einen Termin und Kosten benannt zu haben, kommen die ersten Anmeldungen. Na, dann machen wir mal weiter. Tischplatten sind schon bestellt. Fehlt nur noch ein Mietvertrag und die Schlüssel. Dann geht es los. Dann kommen auch Bilder. Versprochen. Und uns MARLIN? Die segelt hart am Wind grade Richtung Fehmarn. Jan hat alles im Griff.  
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Über das Leben eines Internetstars

Das Wetter in mir.

Erst mal das Wichtigste vom Tag. MARLIN segelt sicher und zielstrebig nach Süden. Muss auch sein. Nächste Woche Donnerstag soll sie in Kiel sein und in Laboe einlaufen. Derzeit hat Jan drei Andrease an Bord und Peter. Ich habe die nette Männercrew in Stockholm noch selber kennen gelernt. Guten Wind haben se grade. Also denn man tau Jan.
In Kiel wird die MARLIN nicht nur aufgetankt und neu verproviantiert. Auch Gas, Benzin, Öl, Rettungswesten, Ersatzteile. Unsere Segelmacherei Holm in Schleswig hat genau einen Tag Zeit die Genua zu fixen und in Lindewitt hat Polsterei Silke Peterson genau 36 Std. Zeit die Polster der MARLIN neu zu beziehen. Na. Ob das mal alles so klappt. Aber wird schon. Ein Fenster klappt auf: „Hallo Michael, seit ich vor gut 1 ½ Jahren Euer 1. Buch „Meer als ein Traum“ gelesen habe, verfolge ich auch Euren BLOG. Nicht täglich, oft aber stöbere ich lange im Archiv herum und lese und lese…. Wir (meine Frau und ich) werden Ende 2018 los ziehen. Gibraltar, Madeira, Kanaren, evtl. Kapverden, Karibik. Ende 2018, also noch etwas Zeit. Bevors irgendwann evtl. nach den St. Blas Inseln durch den Panama Kanal geht will ich unbedingt auch nach Kuba. Eine Ecke also, die Du gut kennst. Eine Frage: Besteht mal die Möglichkeit, sich mit Dir drüber zu unterhalten und ein paar Tipps einzuholen? Ich wohne zwar bei Zürich, das ist nicht grade um die Ecke. Und unser Schiff liegt noch im französischem Mittelmeer, auch nicht Dein Revier. Aber evtl. bist Du ja auch mal irgendwo auf einer Bootsmesse oder so? Bin sicher Du kannst uns ne Menge wertvollen Input geben! Wir kennen uns nicht persönlich, ich hab auch bisher nichts von Dir gekauft. Würde es daher auch absolut OK finden wenn Du das quasi als „Törnberatung“ oder sonstige Dienstleistung verrechnest. Oder oder.“ Stefan ist nun kein Einzelfall. Ist ja auch gut so. So um die 20.000 Bücher haben wir insgesamt vielleicht verkauft. Wenn sich nun 500 Leser davon im Laufe der Zeit so melden, hab ich nen Problem. Ich finde Stefan total nett. Auch seine Message über Facebook. Und im ersten Moment habe ich nicht wenig Lust meine AirPods ein zusetzten und seine Nummer zu wählen. Ich bin für Stefan wichtig. Meine Erfahrung und Meinung zählt und das ist ihm sogar Geld wert. Ist doch eigentlich ganz cool. Da muss ich jetzt mal ein bisschen ausholen, was grade passiert. Zufälliger Weise wird in unserem Wohnhaus grade das Ladenlokal in Parterre frei. Mit Bernd und Heike, meinen Vermietern bin ich schon mal von Curacao nach Cuba gesegelt. Besser gesagt in 2016. Beim Billard bieten mir die beiden das Ladenlokal zur Miete an. Irgendwie passt mir der Gedanke und ich schlage ein. “Micha wird Landratte“, meint Freund Johann nur grinsend. Nun. Mein Arbeitstisch für das MARLIN und LUNATRONIC steht im Schlafzimmer. Pakete türmen sich, das Telefon schellt. Irgendwie wird es zu eng. Zumindest wenn ich da bin. Das soll sich jetzt ändern. Für den Job gibt es bald ein Büro mit drei Arbeitsplätzen. Mit Kunden wie zum Beispiel Stefan, mit Leuten, die uns gerne mal kennenlernen wollen, kann man sich bald an einen runden Tisch setzen oder in Ruhe telefonieren. Ich werde versuchsweise mal Wochenendseminare zum Thema SSB-Funken, PACTOR und Kommunikation auf See anbieten. In dem hinteren großen Raum wird ein Atelier entstehen, wo Maya und Lena sich mit Farben und Papier kreativ austoben können, eine Besucherschlafcouch kann Gäste beherbergen. Ein Beamer lädt zum chillen ein. Partyraum. Multifunktionsraum. Danke Bernd. Danke Heike. So ganz klar ist es mir eigentlich noch nicht, wo der Weg hingeht. Ein bisschen Recht hat Johann schon. Ist das jetzt negativ? Ich schaue auf die MARLIN, die sich langsam über den Moitor bewegt. Ich freu mich, dass Jan Spaß am Segeln mit Gästen hat. Aber ich freu mich schon selbst auf das Schwerwettertraining, dass ich selber segeln werde.  
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Catch & Lift Rescue System

Catch & Lift Rescue System

Wie bekomme ich Paul wieder an Bord?

Auf der MARLIN heißt es immer mal wieder in den ersten Tagen der neuen Crew. „Mann über Bord.“ Bei uns fällt der Backbord Rettungsring, lieb Paul genannt, ins Wasser. Wer grade am Steuer steht, ist dabei vollkommen egal. Auch ob diese Übung unter Motor, Segel, im Hafen oder bei 25 Knoten passiert. Egal. Gut, dass es meist eine Übung ist. Meistens klappt die Übung auch. Selten beim ersten Mal und noch viel seltener so wie gelernt. Aus diesem Grund haben wir die MARLIN mit AIS Sendern in den Rettungswesten ausgestattet. Die Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Steuermänner und -frauen die MOB Taste am GPS drücken. Stell Dir das vor: Du gehst über Bord. Egal warum. Keiner drückt die MOB Taste. Keiner merkt es. Du schwimmst im besten Fall mit aufgeblasener Weste im Kielwasser der MARLIN und die segelt mit 10 Knoten von Dir weg unter Autopilot. Du schreist wie am Spieß. Wie lange wird es dauern, bis Dein Verlust bemerkt wird? Zu zweit auf unserem alten Schiff der IRON LADY war das Gesetz: „Wer über Bord geht ist tot.“ Das war ohne AIS Sender, das war 2001. Wer heute bei uns mitsegelt braucht davor keine Angst haben. Nicht auf der MARLIN.

Ein Schritt weiter geht die Übung meist nicht. Aber in Realität das heutzutage viel größere Problem ist, also mit AIS Sendern, die einen höllenlauten Alarm an Bord auslösen, dass der Über Bord Gegangene im durchschnittlichen Fall um die 90kg wiegt und 1,80cm groß ist. Im besten Fall, mit richtiger Anweisung des Skippers, schwimmt Paul dann getragen von seiner Rettungsweste im Kielwasser der MARLIN. Das AIS an Bord zeigt Pauls Position. Aber wie bekommen wir ihn wieder an Bord? An der Rettungsweste gibt es eine Schlaufe für die Luftrettung. Daran soll Paul nun an Bord gezogen werden. Im schlechtesten Fall ist Paul bewusstlos. Wie das geht zeigt das Video des Catch & Lift Rescue System’s.

Wir haben das System an Bord genommen für die Sicherheit unserer Gäste. Denn nichts ist schlimmer als die Vorstellung, das bei einer unserer Reisen ein Unfall passiert, dessen Folgen dazu führen, dass einer unserer Mitsegler verloren geht oder beim Versuch ihn an Bord zu bekommen verletzt wird. Klar, dass jeder der sich für das System interessiert, dieses über mich oder besser über LUNATRONIC auch für sein eigenes Schiff erwerben kann. Als Mitsegler solltest Du die Sicherheitsausrüstungen der Schiffe vergleichen, auf denen Du mitsegeln willst. Das hier angepriesene Catch & Lift System ist nicht automatisch an Bord eines jeden Schiffes und auch nicht in den Berufsgenossenschafts-Sicherheitsausrüstung-Voraussetzungen automatisch enthalten. Der vernünftige Skipper und Mitsegler fragt nach.


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Sauna- Segellandschaft im Stockholmer Schärengarten

Lesertip

Krister schreibt. Wer ist Krister? Er hat vor Jahren mal als Kunde in Flensburg längsseits der MARLIN gelegen, ich habe ihm die LunaWLANnet eingerichtet. Es war ein kurzer Besuch des schwedischen Seglers, an den ich mich nur noch wenig erinnern kann. Zu viele andere Kunden, Mitsegler, Menschen die mir die Hand drücken und tief in die Augen schauen. Messen. Länder. Marinas. Häfen. Ankerplätze. Mein Leben ist vielfältig und durch meinen Blog, unsere Bücher, unser teils öffentliches Leben kennen mehr Menschen mich und meine Familie, meine Abenteuer und mein Schicksal, dass wir, vor allen Dingen unsere Kinder, manchmal ihre Ruhe haben wollen. Krister schreibt über das Kontaktfomular des MARLIN-Blogs. „Wir verfolgen deinen Blog fast täglich und haben festgestellt, dass du auch ein “Saunasegler”, wie viele Segler in Scandinavien geworden bist… Norrviken 59.16.45 N 18.43.72 E. Ein holzbefeuertes Saunafloss, das Holz müsst ihr selbst hacken (Holz und Werkzeug vorhanden)“ Er schreibt noch mehr. Aber diese Bucht liegt quasi auf unserem Weg. Also. Dann mal dahin. Oder was? Krister hat nicht zu viel versprochen. Sogar einen wunderschönen Spätsommertag hat er uns mitgeschickt. Es gibt einen Steg mit Bojen, der für die MARLIN etwas klein ist. Wir ankern eh lieber. Mit dem Dinghy geht es ins Dreamland. Eine kleiner Wald mit Schaukel und Abenteuerspielplatz. Holzhacken. Sägen. Tische zum Grillen. Mückenfrei, warum auch immer. Und eben die kleine schwimmende Sauna mit Holzofen. Nathalie liegt im Gras, Micha stolpert mit dem Weitwinkel durch’s Gestrüpp, MARLIN wackelt begeistert vor Anker mit der Mastspitze, MayaLena dürfen ihr eigenes Feuer machen und genießen die kindliche pyromanische Ader. Alles ist gut. Sehr gut. Bis in den Abend hinein, wo die Eltern endlich mal wieder einen Tatort sehen dürfen und weinselig ins Bett fallen. Dieser Skandinavien-Urlaub ist der volle Erfolg. Städte, Einsamkeit, geiles Segeln und ständig Abwechslung. Zugegeben, wir haben darüber nachgedacht das nächstes Jahr zu wiederholen. Aber die Regel gilt: Am besten nicht nochmal dahin fahren wo man schon mal war. „Und was ist mit Cuba Michael“, geht mir jetzt durch den Kopf? „Nächstes Jahr mit Gästen auf der MARLIN. Willst Du das wirklich?“ Ja. Ich will. Grade noch ist ein Mail von meinem Freund Roylan gekommen. Es ist alles beim alten. Ich soll mir keine Sorgen machen. Na dann. Mit Maya und Lena an Bord hat sich einiges verändert. Ich habe zwei Mitseglerinnen, die sich wohl fühlen, wenn sie beim Segeln nicht nur im Pilothaus sitzen und die Eltern durch ihre fröhliche Anwesenheit erfreuen. Sondern sie helfen aktiv. Dinghy ins Wasser lassen, den großen Motor rauf- und runterkranen. Dinghy fahren. Und so setzen Maya und Micha mal eben rüber auf die andere Seite des Kanals, finden einen Supermarkt und stocken auf um noch einen Abend zu saunen und zu grillen, bevor es wieder in das Getümmel der Großstadt geht. Stockholm Sight Seeing liegt an. Ich muss mit den Kindern ins Tivoli, ich will endlich mal ins Vasa Museum. Am Donnerstag soll es eh regnen. Auch das Ende unseres Urlaubs naht und neue Mitsegler reisen am Samstag Mittag an. Jan soll die MARLIN nach Kiel segeln. Na. Sieht sportlich aus. Deshalb kommen sie ja auch angereist. Dreimal Andreas und einmal Peter wollen Segelspaß haben. Sollen sie bekommen.  
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Müller betont Urlaub

Überführungs-Mitternachtstörn

Noch vor ein paar Wochen ist es des Nachts nicht dunkel geworden, hier auf der Ostsee. Das sieht zwischenzeitlich anders aus. Die Nächte sind pechschwarz und kalt. Für Nathalie Müller beginnt heute die dritte und letzte Woche des diesjährigen Sommerurlaubs. Müller sitzt mit Wnuk im Pilothaus. Ich habe die Türen geschlossen, überlasse der MARLIN alleine das Segeln. Ein Vierer-Nordwind schiebt uns zackig durch die Nacht Richtung West, bevor ab morgen eine stabile Süd und Westwindgroßwetterlage beginnen wird. Das Wetterfenster nutzen wir. MARLIN hat es wie immer eilig wenn Wind da ist. Acht bis Neuen Knoten stehen auf dem Tacho. Also kommen wir mitten in der Nacht in Sandhamn an, kurz bevor der Wind einschlafen wird. Mit meiner Lieblingscrew kein Problem. Meine Mädels haben das im Griff. Heute morgen standen sie im Schlafanzug an Deck, jeder mit einem Fender bewaffnet. Ein Bild für die Götter. Beim Abendessen waren sie immer noch im Schlafanzug. Maya und Lena haben definitiv eine andere Auffassung von Segeln. „Brauchst Du uns noch?“ „Ne. Alles gut!“ Mal schauen ob sie nachher aus der Koje kommen. Nathalie zieht ein Resümee unseres Urlaubs. Ja. Örö. Das war schön. Eigentlich zu kurz. Petersburg. Auch schön. Auch zu kurz. Helsinki. Eigentlich alles zu kurz. Aber da ist ja noch eine Woche in den Schärengärten. Und Stockholm. Das hört sich so verlockend an. Ist es auch. Verlockend und schön. Wir werden es genießen. Inzwischen sitze ich allein im Pilothaus. Nachtwache. Die genieße ich für mich alleine zu haben. Für mich wohl der letzte Schlag für dieses Jahr in der Ostsee. Von Stockholm aus wird Jan die MARLIN mit 3 x Andreas und einmal Peter nach Kiel bringen. Ich mache das Backoffice in Flensburg. Zwischendurch Klappe des Macbook’s zu, lasse meinen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen und starre durch die großen Fenster in die Dunkelheit da draußen. Ne. Ich geh nicht raus in die Kälte. Kommt gar nicht in die Tüte. „Is there anybody out there?“ Noch 35 Meilen bis zur Ansteuerungstonne. Ich genieße jede Meile. Ist ja auch mein Urlaub. So. Klappe zu.  
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Keep it simple

Der Sauna Staat

Draußen bläst es heute mit mehr als 25 Knoten. Aus West. Also. Hafentag. Ich hab ja eh zu tun. Der Draht der Motorsteuerung ist natürlich, Fummel Fummel, an der Handschaltung am Steuerrad gebrochen, direkt hinter dem gepressten Terminal. Erst mal bestelle ich zwei neue. Für Gas und Schaltung und noch zwei als Ersatz. Alles nach Stockholm. So. Dann drehe ich das gesamte Ding und baue das gesunde Ende in die Schaltung. Am kaputte Ende kürze ich die Hülse um zehn Zentimeter und verbinde das Terminal mit dem Schubdraht. Eine Seilklemme wird ihren Dienst wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre tun. Muss sie aber nur bis Stockholm. Aufräumen. Test. Fertig. Meine Mädels laufen um die Insel Örö und um vier Uhr treffen wir uns, wie alle anderen Segler wieder in der Sauna. Da ist alles voll. Da sitzen die Finnen und schauen mich ein bisschen komisch an. „Du bist kein Finne. Nicht? Ah. Hmm. Du bist von dem roten Schiff.“ Das war es dann auch mit der Kommunikation. Mir wird es zu heiß. Mein Kreislauf fängt an zu rasen und ich muss in die Ostsee springen. Dann ist mir wieder kalt. Also wieder in die Sauna und da sitzen sie immer noch und trinken ihr Saunabier. Machen die Finnen noch was anderes als in der Sauna zu sitzen? Nebenbei organisiere ich die Crews unserer nächsten Törns durch. Für die Atlantiküberquerung haben wir jetzt einen patenten, supernetten Schweizer, Martin, einen ebenso netten Trierer, Ralph, im Achterschiff. Beide mein Alter. Im Vorschiff Marie und Esther, beide grade mit dem Abitur fertig. Jetzt fehlen uns noch ein oder zwei Mitsegler für die ARC, dann sind wir komplett. Auf dem Zubringertörn von La Coruna nach Las Palmas, einer der schönsten Törns im Atlantik sind auch noch zwei Plätze frei. Also. Dann mal ran. Ab Samstag nächster Woche steht MARLIN ab Stockholm an der Startlinie. Ausgebucht bis La Coruna. Na. Da können wir uns nicht beschweren.  
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Eine der zwei tollsten Segeltöchter der Welt

[email protected]Örö.fi

“Sag mal Juha. Was ist denn Dein Special where to go, auf dem Weg durch die Schären von Helsinki nach Stockholm?“ Mein neuer Freund Juha steht vor der 20 Meter Finnischen millionenschweren Motoryacht deren Captain er beruflich ist; sieht mich an. „Örö. Da wird es Dir gefallen. Deinen Kindern. Deiner Frau. Nettes Restaurant. Warte ich zeig es Dir mal.“ Juha zückt sein altes iPhone und zeigt mir in Navionics die Umriss von Örö. Juha ist schon ein paar Tage her. Gerne hätte ich Juha ein bisschen näher kennengelernt. Aber wie das so ist: Zeit ist eine andere Dimension für mich geworden. Damit gehe ich nicht mehr so leichtfertig um. Geht auch gar nicht. Wir müssen Mitte der nächsten Woche in Stockholm sein. Am Montag kommt meine kleine Lena aufs Gymnasium. Ne. Das geht eigentlich gar nicht. Ich will nicht das meine Lena groß und erwachsen wird. Auf dem Steg wo auch Juha in Helsinki gelegen hat, habe ich Nathalie gebeten mir die Wolle vom Kopf zu rasieren. Auf meinem Kopf ist das reinste Gewächshaus, viele Haare, dicke Haare und dunkle Haare, aber lockige Haare und Unmengen von Wirbeln. Ich habe in kürzester Zeit wie Max und Moritz / Der Struwwelpeter von Wilhelm Busch ausgesehen. Also. „Nathalie. Stell mal 8mm ein und dann runter mit der Wolle.“ Die Wolle schwimmt langsam an der glatten Oberfläche leewärts durch das Hafenbecken von Helsinki. Hier, wo mich Holger vor gut zwanzig Jahren und ein bisschen meer mit dem Segelvirus angefixt hat. Kurzhaarig schaue ich heute Morgen in den Spiegel. MARLIN motort. Meine Frauen an Bord. Es regnet. Rechts Schären. Links Schären. Ich muss an Patagonien denken. Ich klemme mich hinter die Klappe des Laptops. Mails, Termine, Rechnungen, Absprachen, Organisation. Ein Eimer voll mit Arbeit ist die MARLIN geworden. Eine Firma. Ein Geschäft. 50 Meilen motoren wir innerhalb der Schären nach Westen. Es regnet, deshalb ist es auch egal. Wir müssen Strecke machen, es ist uns egal dass kein Wind ist. Freundschaftsbänder. Ich installiere VNC, damit man die doppelte Navigation vom Bordrechner auch oben auf dem iPad hat. Scheiß Dosen Software. Immer dieses Rumgefummel. Am frühen Abend laufen wir in Örö ein. Schon von weitem versprüht diese Insel eine ungemeine Gelassenheit. Fast schuldig machend ruft sie einem zu: „Warum bist Du erst um die ganze Welt gesegelt ohne mich zu kennen?“ Eindeutig eine weibliche Insel. Auch bis vor ein paar Jahren noch militärisches Speergebiet, jetzt Naturschutzgebiet und Teil des Archipelago National Park. Wir legen an, ich mache einen Aufstopper und nix geht mehr. Die Motorsteuerung ist gebrochen. Schalten geht noch, aber Gas geben ist nix mehr. Hab ich schon zig mal geträumt von, dass eine Motorsteuerung als Ersatz an Bord sein sollte. Hätte. Hätte. Jetzt kann ich mir was einfallen lassen. Wahrscheinlich muss ich Lena trainieren, dass sie im Motorraum die richtige Drehzahl an der Diesel-Injektorpumpe einstellt. Irgendwie wird es schon gehen. Aber wir vertagen das Thema erst mal auf morgen. Die Sauna ist wichtiger und die Sauna von Örö ist so ziemlich die genialste Sauna, die mir jeh untergekommen ist. Einfach schön gestaltet, mit einem Fenster, mit Blick auf die Schären, mit eigenem Steg mitten in die Ostsee. Sogar unsere Kinder kommen heute mit in die Sauna und sind begeistert. Fortschritte. Echte Fortschritte und dazu noch warme Fortschritte.  
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Try walking in my shoes

Blende 16 bei 135mm

Meine Töchter fangen an sich für Fotografie zu interessieren. „Papa. Nimmst Du die große Kamera mit? Erklärst Du mir wie das geht, dass hinter der Blume alles unscharf ist?“ Mache ich natürlich gerne und finde es gut wenn sie es von sich aus wissen wollen und ich mich nicht aufdrängen muss, mit so ner blöden Besserwisserei. So erkläre ich eben nur das Wichtigste ohne Langeweile zu verströmen. Zeitautomatik bei Blendenvorwahl und die Wirkung. Wir machen zusammen eine Serie von Fotos, dann ziehen Maya und Lena alleine mit der 6D los. „Von Hundert Fotos die ihr macht ist vielleicht ein gutes dabei.“ Sie schaffen vier. Das beste Foto ist der Schuh. Lenas Schuh. Die Kamera überlebt es. Puh! Wir liegen auf Jussarö an einem alten Verladepier für Eisenerz. 260m tief haben sich hier schwedische Bergleute 1860 in die Tiefe gebuddelt und gesprengt um an das Eisen ranzukommen. Jussarö war bis 2005 militärisches Sperrgebiet. Jetzt gibt es hier eine für uns zu kleine Marina, viele Trockenklos, ein Cafe und einen Grillplatz. Letzteres nutzen wir nun schon am zweiten Abend, so schön finden wir es hier, dass wir sogar den perfekten Segelwind aus Nord verstreichen lassen und uns dem schlechten Westwind für morgen stellen. Die Finnen sind schon out of Season. Kaum noch Segelboote sind hier und in der Nacht wird es empfindlich kalt. Die Heizung der MARLIN springt nach Sonnenuntergang schnell an und am Morgen sind die Alurahmen der Fenster klatschnass. Hmm. Zeit aus der Ostsee wegzukommen, denke ich mir. Aber auf der anderen Seite, habe wir fast jeden Tag wunderbaren blauen Himmel und perfektes Segelwetter. Mit dem Blick nach Stockholm erwartet uns dort noch ein warmer Spätsommer mit bis zu 25 Grad. Wir sitzen mit Decken über den Beinen im Pilothaus. Es ist Ruhe eingekehrt. Überhaupt. Für mich könnte es so weitergehen. Nicht drei Wochen, nicht drei Monate, drei Jahre, dass wäre die richtige Zeitspanne. Morgen geht es erstmal 40 Meilen weiter. Nächstes Ziel wird die Insel finnische Insel Örö sein. Gute Nacht.  
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Elektronikschrott und Kabelbrand

Segeln Richtung Aaland

Es ist ruhig auf der MARLIN. MayaLena sitzen mit uns im Pilothaus und knüpfen Freundschaftsbänder. Es ist ein richtiger Wahn ausgebrochen. Nathalie hat ihre Segelhose an und segelt die MARLIN Richtung Åland. Wir sind faul und Segeln nur mit dem Großsegel bei Halbwind. Acht Knoten Durchschnitt, wenig Lage. Ein bisschen wie am Ankerplatz. Ich erhole mich von gestern. Wie von gestern? Der Elektronik Murphey war zu Besuch. Am Morgen glänzt das Macbook mit einem stehenden Fortschrittsbalken. Letztes Backup vom 14.8.17 Mist. Kann ich grade gar nicht gebrauchen. Wiederherstellung des Backups schlägt fehl. Es dauert Stunden bis ich das Ding wieder zum Laufen bekomme. Genau gesagt bis tief in die Nacht. Nebenbei das Lunatronic und MARLIN Tagesgeschäft. Gut das wir noch einen MacMini Bordrechner haben. Alle wichtigen Daten liegen eh außerhalb auf einer Dropbox. Seit ein paar Wochen schon teste und optimiere ich einen neuen 4G Router. So genau weiß ich noch nicht wo der hin soll. Also steht er im Schapp mit der Elektronikverteilung. Dumm von mir. Das 12V Powerkabel schubbert immer wieder an der Rückwand des Schapps. Heute gibt es einen Kurzschluss des Kabels an einer Knickstelle. Bis die 10A Sicherung durch ist, ist das Kabel schon komplett verschmort. „Komischer Gestank hier.“ Ich stehe verdutzt vorm Schapp und finde die Schweinerei. „Das hätte auch in die Hose gehen können!“ Da muss ich wohl noch mal nen bisschen feiner absichern. Zu guter Letzt raucht dann heute noch unser 3G Hauptrouter ab. Nun. Der brennt nicht durch. Er versagt einfach nur den Dienst. Strom dran. Keine Reaktion. „Den habe ich für viel Geld vor fünf Jahren in Peru gekauft.“ Das Gehäuse ist gelblich angelaufen. „Nun ja. Dann war er ja fast noch neu“, meint Nathalie ironisch. „Komm. Mach ein letzte Foto von ihm und mir, bevor er in den Müll geht.“ In den nächsten zwei Stunden nimmt Router II den Thron von Router I ein und die Machtverhältnisse im WLAN Nebel der MARLIN sind endgültig geklärt. Jetzt ist alles sicher und sauber installiert. Der neue Router bekommt einen Namen. Alexander der Große. Alex hat zwei Slots für SIM Karten. Die eine ist von Vodafone Deutschland. Ständig leer und teuer, weil 4GB kosten immer gleich 30 Tacken. Schlimm so was. Im anderen Slot ist jetzt eine schwedische SIM Karte von Telnor drin. Die macht mehr Spaß. 30GB für 20 Tacken. Kann man aber nur aufladen, wenn man in Schweden ist – Oder Freunde in Schweden hat, die das für einen machen. Funktioniert in ganz Europa. Es sei denn der Provider kommt irgendwie dahinter und schaltet einen ab. Na. Das testen wir doch gerne aus. Routerkönig Alex macht das gut. Mit einer Außenantenne haben wir hier in den Schären immer Internet a la Carte. Schluss mit der Internetfreien Zone. Die wird immer kleiner. Letzte Nacht habe geträumt, dass ein Netz von Drohnenroutern die Passage der diesjähigen ARC auf ihrem Weg über den Atlantik mit Internet versorgt. Wir haben Helsinki gestern Nachmittag schon verlassen und sind genau zwei Meilen weit bis zur Insel Vallisaari gekommen. Hier war das Zentrum der finnischen oder besser gesagt der schwedischen Militärischen Abwehr und die kleine Insel ein riesiges Lager für Sprengstoff in allen Formen. Heutzutage darf man die Insel besichtigen. Feuer machen und Abweichen von den Wegen ist bei Strafe verboten. Irgendwie gruselig. Rund zwei Stunden brauchen wir für den Weg. Tagesziel ist die Insel Jussaroe. Wieder nach dem Prinzip Finger drauf haben Nathalie und ich ohne uns abzusprechen die kleine Insel ausgewählt. Mag sich nicht so schwierig anhören, bei den tausenden von Inseln, die es allerdings hier gibt, ist das aber schon was besonderes.  
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Wir in Finnland

Was geht und was nicht geht

Wenn einer mal wieder ein schönes Foto von mir macht, dann ist das Nathalie oder Sohn Julian. Is halt so. Das nehme ich doch glatt zum Anlass für ein bisschen Narzissmus. Doch bevor ich damit anfange erst einmal ein Hoch auf MARLIN, meine Crew, Nathalie und die Kinder. Freundin Sabine hat mal geschrieben, dass wir ja eine absolute Vorzeigefamilie wären. „Hähä? What’s that?“ geht es mir direkt durch den Kopf. Wir? Warum grade wir? Ich schunkel mit der MARLIN durch die Weltgeschichte, Nathalie arbeitet sich durch das Krankenhaus, wir sehen uns definitiv zu wenig und nach zwanzig Jahren, nun, ist man nicht mehr ganz so verliebt wie nach drei Wochen. Is doch klar. Oder Sabinchen? Vielleicht war es gut, dass wir eben doch nie vor den Traualtar getreten sind, so wie viele andere unserer Freunde, die sich dann später getrennt haben. Was uns als Familie wohl am meisten zusammenhält sind unsere Töchter und die gemeinsame Zeit unter Segeln. Schweißt eben doch zusammen.
Und da sind wir. Angekommen in den finnischen Schären. Die Großstadthektik der russischen Saint Petersburg Metropole liegt bereits 147 Meilen hinter uns, die wir größtenteils im Schneckentempo gen West gesegelt sind. Wir mussten in Europa wieder einklarieren, was definitiv einfacher war als in Russland. Aber wir brauchen ja nun auch kein Visa. Der Wind war grade gut, also sind wir einfach weiter gesegelt Richtung West und haben uns eine kleine Schäreninsel gesucht. Bestens, skandinavisch ausgerüstet. Toilette, Verhaltensregeln auf Finnisch, also nicht für uns, ein Grillplatz, Birken-Grillholz, zwei Äxte, Handsäge und Halterung. Wie hieß das noch? Sandoen. Merken. Gut. Nicht bewohnt. Lena gibt alles und sägt die Baumstämme in ellenlange Stücke. Gar nicht so einfach für die 20kg heranwachsende Dame. Kaum haben wir unsere Grillgut verzehrt, schlagen drei gutgenährte Finnen auf, die ihr Zelt neben dem Grillplatz, aufgebaut haben. Mehr mit Händen als verbal, freunden wir uns an und erfahren die wichtigsten Sachen. Es gibt Fisch und den fängt man mit Wurm auf 20m Tiefe. O.K. „Der arme Wurm!“, meint Vegetarierin Lena direkt. Den Namen des Fisches habe ich nicht verstanden. Sah aber aus wie junger Dorsch, den die Finnen in Mehl und Sanlz gewendet haben. Ein kleine Plastikglas findet seinen Weg an meine Seite. „Cognac?“, nickt der Finne mir zu. Ich nicke zurück. Das Spiel wiederholt sich ein paar Mal. Dann fahren meine Kinder das Dinghy zur MARLIN zurück und Papa geht heute früh schlafen. Nun. Schlafen soll ja gesund sein. Das war Gestern. Heute sind wir schon wieder zwanzig Meilen weiter westlich. Mir ist etwas mulmig beim Intercostalfahren. Das meint innerhalb der Schären. Immer noch habe ich das Rumpeln der MARLIN auf den Steinen in Aaland im Hinterkopf. Also stehe ich die ganze Zeit in Hab Acht Stellung im Pilothaus, am Steuerstand, vergleiche verschiedene Kartensysteme mit den Anzeigen des Echolots. Aber alles ist gut. Alles korrekt. Vor allen Dingen, wenn man sich an die vorgegebenen Wege hält die als gestrichelte Linien in den Karten verzeichnet sind, kann eigentlich nichts passieren. Man fährt meist von einer Kardinaltonne zur nächsten. Maya kennt das alles schon. Lena kontrolliert mich auch die ganze Zeit. „Papa. Du fährst nicht genau auf der Linie.“ Also alles im Lot. Na ja. Haben wir ja auch schon mal gemacht. Der Anker fällt in der geschützen Bucht von Granskaer. Landgang. Hier stehen viele Häuser, die ja in privatem Besitz sind. Das finnische Gesetzt sagt, man darf überall anlanden. Aber komisch ist das schon wenn immer wieder plötzlich nackte Finnen aus dem Unterholz kommen. Also eigentlich kommen sie eben nur grade aus ihrer Sauna. Wir entscheiden uns die Wege zu den Fähranlegern als öffentlich einzustufen. Das geht auch gut. Beim Spazierengehen nur nicht stehenbleiben, dass nutzen die Mücken direkt aus um über einen herzufallen. Grade zum Sonnenuntergang. Kennen wir schon in den Tropen. Da ist aber der Sonnenuntergang nicht so lang wie hier. Kratz, Kratz… Nathalie und ich sitzen beim obligatorischen reimportierten Rotwein, als ein Ankerlicht auf uns zukommt. „Der will aber nah ankern. Ist doch gar kein Platz hier neben uns.“ „Bsstbsst“ macht es auch noch das andere Segelboot. „Schau mal. Sogar kleine Positionslichter neben dem Ankerlicht.“ „Das ist eine Drohne. So. Jetzt reicht es aber. Man weiß ja nie wer die fliegt und wer einem jetzt ins Cockpit schaut.“ Ich denke, ich werde mal wieder eine Gummifletsche bauen. Das macht doch bestimmt Spaß. Drohnen schießen. Wir gehen ins Bett. Das mit dem Narzissmus verschiebe ich auf morgen.  
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