Archiv der Kategorie: SY Marlin

Wenn die Sonne im Osten aufgeht

geht der Vollmond in Westen unter

Es ist zwei Uhr in der Nacht, Bernard sitzt im Cockpit und ließt das letzte holländische Buch auf seinem Ipad. Was er danach mit der ganzen freien Zeit anfangen soll, weiß er noch nicht so recht. Vielleicht schlafen. Oder dann doch mal was Deutsches lesen. Die Marlin gleitet währenddessen mit acht Knoten der Karibik entgegen, der Schlag nach Süden hat sich gelohnt, 20 bis 25kn Wind schieben die Marlin im zweiten Reff nach vorn. Mit etwas Glück bleibt das Segelbergen in St. Lucia das letzte Manöver. Nach zwei Wochen auf See tut es gut das Gefühl zu haben zügig voran zu kommen. Ich schlafe bei der Geschwindigkeit zwar nicht mehr so entspannt, da ich von selbst schon alle zwei Stunden aufwache um zu schauen ob denn doch alles ok ist, die Sehnsucht nach acht Stunden Schlaf am Stück ist aber zu groß. Der restlichen Crew geht es nicht ganz anders, auch wenn man das Pfeifen des Windes nicht direkt hört, vermittelt das Rauschen des Wassers am Rumpf doch das Gefühl von hoher Geschwindigkeit. Tagsüber zeige ich der Crew die Spiele, die wir Früher immer bei den Pfadfindern gespielt haben um uns die Zeit beim Wandern zu vertreiben. Funktioniert natürlich auch beim Segeln, wenn die meisten Gespräche dann mal gesprochen wurden und der Plan fürs Abendessen schon steht. Die Vorfreude steigt auf karibischen Sand und kalte Cocktails, bis dahin Begnügen wir uns hier noch mit unsern letzten 5 Tomaten, Kohl, Kartoffeln und Fisch auf den letzten 1000 Meilen. Muss reichen, wird es auch.   @Tasten: Marie @Photo: Jan  

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Advent, Advent, die Sonne brennt

The daily routine

Heute ist Bergfest. Das heißt, wir haben die Hälfte der Strecke geschafft. Achtung: Nicht zu verwechseln mit der Hälfte der Zeit. Die müssten wir schon hinter uns haben-hoffentlich *hust* *hust*. Am Bergfest-Tag darf traditionell ein Bier getrunken werden. Vor allem für die männliche Abteilung der Crew das ultimative Highlight. Wir beiden Mädels bleiben da lieber bei unserer leckeren Tasse Kaffee *lach*. Ich muss ja zugeben, die Vorstellung, dass es jetzt „bergab“ gehen soll, behagt mir noch nicht sonderlich. Denn ich persönlich bin schon voller Vorfreude auf St. Lucia und gespannt, wie sich die restlichen Tage auf See anfühlen werden. Da finde ich das Bild, das es bergab geht irgendwie zu negativ behaftet. Doch Martin erklärt mir, dass ich es mir wie beim Skifahren vorstellen soll: Der Aufstieg ist hart, die Abfahrt das Dessert. Wenn man es so betrachtet, erscheint es gleich viel positiver. Danke Martin! Apropos Dessert, wenn ihr euch fragt über was wir uns die ganze Zeit unterhalten – Dessert. Es ist wahr, immer wieder heiß diskutiert, dann doch kalt serviert. Auch die Verpackungen der Lebensmittel werden sorgfältigst separiert und eingelagert. Außer Holgers giftgrüner Ikea-Plastikschuh, der ist heute nach Brasilien abgedreht. Da scheint wohl die Qualitätskontrolle schiefgelaufen zu sein.
Der fliegende Holländer liegt derweil wie Aladin aus 1000 und eine Nacht im Dinghi auf dem Vorschiff, Esther & Marie liefern sich spannende Kniffelrunden und Martin versucht mit vollem Einsatz die hohen Wellen via Video einzufangen. Das wird bestimmt eine wunderschöne Dokumentation! Gleichzeitig brät sich Holger virtuell Corned-Beef-Frikadellen mit selbst geschabten Spätzle. Bleibt nur noch Jan, der schläft erschöpft in der Hängematte. Wohl verdient, sind die Nächte für ihn doch am härtesten. P.S.: Wir wünschen Euch allen einen schönen 1. Advent.   @Tasten: Marie @Photo: Jan  

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Geburtstagsgrüsse von der MARLIN aus Übersee

Wie geil ist das denn?

Flensburg hat es wieder mal geschafft. Null Grad. Mir frieren die Finger ab. Nathalie lächelt: „Is doch schön hier im Norden.“ Muss ich das verstehen? Ich bekomme einen 1a Geburtstag von meiner Familie geschenkt. Frühstück mit Ständchen, Kerze und Low Carb Kuchen. Mittags mein Wunschgericht von Zauberköchin Capitana: Niederrheinischer Dauerbraten mit Knödel und Rotkohl. Das war jetzt zwar nicht Low Carb, aber man muss ja auch mal über seinen Schatten springen. Ich bin ja manchmal der Meinung, dass ich gut kochen kann. Nathalie kann es besser. Am Abend geht es wohin? Nathalie und ich, wir setzen uns ab. Mein Wunsch: Sauna in der Fördetherme. Das ist definitiv der heißeste Ort um Flensburg zu dieser Jahreszeit. Zwei Aufgüsse von meiner Lieblingssaunameisterin bekommen wir mit und endlich ist mir mal wieder warm. Richtig warm. So war, dass ich sogar schwitze und das bei 2° Aussentemperatur. Aber Hallo! Komme aus der Saua, kommt ein Mail von Übersee aufs Handy. Jetzt wird’s aber feucht um die Augen. Upps. Jan schickt von sich und der MARLIN Crew Burstagsgrüße mitten vom Atlantik. Mit Bild. Siehe oben. Jetzt geht es aber los. Bin ich ein bisschen emotional touched. Die haben die Schranktür aus der Kinderkabine ausgebaut, weil die mit Tafelfolie bezogen ist und habe mir visuelle Glückwünsche über den Äther zukommen lassen. Hehehe. Vielen Dank Jan, Marie, Esther, Martin, Bernhard und Holger! Habt ihr gut gemacht. Hat gesessen. Jetzt bin ich neidisch. Mit den Überraschungen hört es aber nicht auf. Lena und Maya springen auch über ihren Schatten. Ich habe mich am Vorabend geweigert die Beiden ins Bett zu bringen. Bin ja hartgesotten, aber der Ordnungszustand des Kinderzimmers war nicht mehr im Rahmen des Erträglichen. Zweite Überraschung: MayaLena haben ihr Zimmer aufgeräumt. Sogar so sehr, dass man die Schränke aufmachen kann ohne das einem alles was vorher auf dem Boden lag nun als Schwall entgegenkommt. Wie geil ist das denn? Nein, ich lasse nun keine Hoffnung aufkommen, dass sich da was generell geändert hat. Aber für so zwischendurch ist das auch mal ein gelungenes Geschenk. Auch über Social Media prasselt es nur so an Glückwünschen zum 36ten Geburtstag. Vielen Dank an alle die an mich gedacht haben.   @Tasten: Micha @Photo: MARLIN  

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Der Alte wird 54

Wieder ein Jahr überlebt

Würde e-mails beantworten, bloggen, chatten und Familieninterkommunikation bezahlt werden. Ich wäre reich. Während Jan mit seiner Crew über den großen Teich nun im Passat ist, Fische fängt, sich viel vornimmt und dann doch nichts davon schafft (So ist das, wenn man eine Atlantiküberquerung macht! Also kein Vorwurf!), sitze ich im Büro, beschäftige mich damit die Kohle für die MARLIN und mein Leben zusammenzubringen und vor allen Dingen zu behalten… meine Kunden glücklich zu machen. Jeder Kunde ist bei uns König ist das Motto. Für Mitsegler gilt das genauso, wie für LUNATRONIC Kunden. Die Umsetzung führ meist dazu, dass ich im Dunkeln anfange zu arbeiten und im Dunkeln auch wieder aufhöre zu arbeiten. Das Büro einzurichten, so dass ich mich wohl fühle ist gar nicht so einfach gewesen. Jetzt ist es soweit. Die Rechner und das Netzwerk funzen, das Arbeiten macht Spass. Dazugekommen ist Maik, der derzeit erst am Nachmittag kommt und die Basics macht, so das s der Laden auch läuft wenn ich dann ab Januar wieder auf Tour mit der MARLIN bin. Na. Ob das mal alles klappt? An der Fensterscheibe klebt ein Zettel, dass wir noch einen Praktikanten/in suchen und jeden Tag kommt mal eine/r rein. Bis jetzt aber noch nicht der/die richtige. Eile? Ne. Eile habe ich nicht. Alles ist so, dass es auch von unterwegs zu managen ist. Das ist ja eigentlich das, was ich verkaufe. Kommunikation auf Yachten für weltweite Fahrt. Und das macht mir Spaß. Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne auf die Frage nach meinem Alter mit sechsunddreißig antworte. Das war, als ich damals meine Agenturzeit beendet habe und eben im Kopf stehengeblieben bin. Dann kamen etliche Jahre Segelzeit, die ich bis heute nicht im geringsten bereut habe. Höhen und gesundheitliche Tiefen, die mich fast von der Bildfläche geschubst hätten. Eindrucksvoll. Jetzt ist alles anders, das Leben ist noch unvorstellbar viel wertvoller geworden. Ich fühle mich immer noch wie sechsunddreißig. JA! Und jetzt drücke ich mal für mich selbst die Daumen, dass es noch ein paar Jährchen so bleibt und ich noch so einige Meilen segeln kann. Das ist schon meine destination! So schön es auch ist, bei meiner Familie zu sein, so zähle ich schon wieder die Tage bis ich im Flieger sitze um wieder auf mein Schiff zurück zu kommen. Mainly liegt das aber daran, dass ich mir in Flensburg den Arsch abfriere. Zwei Grad. Dauerregen über Tage. Dunkelheit und all die hektischen Menschen um einen herum.   @Tasten: Micha @Photo: Nathalie  

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Passat süß-sauer

Een lekkere Appeltaart

Knapp eine Woche haben wir gewartet auf den Passat, eine Woche eine Mischung aus Amwindkursen und Flaute. Eine Woche das Gefühl nicht richtig voran zu kommen, aber doch zu stolz um mit Johann durch die Flaute zu dieseln. Wir wollen schließlich über den Atlantik segeln und da kommt es auf den ein oder anderen Tag später nicht an. So ist die Meinung zumindest aktuell. Wäre die Flaute am Ende der Passage, sähe das vielleicht ganz anders aus. Neptun hat das ganze natürlich auch noch auf Maries Geburtstag gelegt, was für solch einen Törn doch ein anständiges Geschenk von oben ist. Nachmittags gibt es zur Feier des Tages den besten Apfelkuchen den man in Marlins Ofen backen kann. Und das ganz ohne Rezept und Wage, Marie scheint da ein gutes Händchen zu haben. Abends dann die erste Passatwind-Nacht. Eine dicke Wolkendecke schwebt über uns, kein Mond, keine Sterne nur die Dunkelheit, der Wind und man selbst auf einem der größeren Teiche dieser Erde. Typisch für den Atlantik kommen auch jetzt die Squalls dazu. Am Anfang wurde ich immer schräg angeguckt, warum ich mitten im nirgendwo das Radar angeschaltet habe, wo doch weit und breit kein anderes Schiff zu sehen ist. Mittlerweile hat sich das geändert und so macht jeder der den Atlantik besegelt irgendwann so seine Erfahrungen damit. Eine Erscheinung mit der wir sicherlich noch öfter erleben dürfen.   @Tasten: Jan @Photo: Jan  

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„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“

Die Marlin sucht sich Ihren Weg durch die aufgewühlte See

Vorgestern Vormittag regte sich kaum ein Lüftchen und Gestern? Gestern nahm der Wind wie vorhergesagt zu. Kein Wunder, wenn man in Richtung Zentrum des herannahenden Tiefdruckgebiets fährt. Auf dem Amwindkurs versteht sich. Ich persönlich hatte/habe generell keine Probleme damit, außer das permanente Liegen auf einer Seite ist auf Dauer etwas unbequem. Da sich die Möglichkeiten der auszuführenden Aktivitäten bei diesem Wind, dieser Welle und dem anliegenden Kurs in Grenzen hielten, habe ich viel in der Sonne auf der Luv-Seite gedöst und mir ein wenig das Gesicht verbrannt. Da habe ich wohl nicht aufgepasst. Dafür war das Gefühl der wehenden Haare im Wind und die frische Luft in meiner Lunge eine schöne Abwechslung zur Flaute. Auch zu spüren, wie sich das Boot seinen Weg durch die Wellen sucht ist einfach toll. Naja, momentan stampft es eher durch die unruhige See – das ist Segeln! *lach* Langsam senkt sich die Sonne gen Horizont und der Wind nimmt immer weiter zu. Vor uns liegt eine unruhige, ruppige Nacht, die die versammelte Mannschaft ordentlich fordern wird. Da Martin aufgrund seiner Seekrankheit für die Nachtwache ausfiel, übernahmen Jan und Holger diese. Großen Respekt davor, v.a. vor Jans Leistung! Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man mit so wenig Schlaf auskommen kann. Denn meine Augen vielen ca. alle 30 sec. zu. Was die Müdigkeit betraf, war ich definitiv an meine Grenze gelangt. Nach dieser Nacht waren alle erleichtert, dass der Wind über den Tag langsam aber sicher immer weiter abnahm. Die Anstrengung steckte allen noch in den Knochen. Folglich ruhte sich immer 2/3 der Crew aus oder ging gemäßigten, entspannten Aktivitäten nach, wie z.B. lesen. Zu meiner Freude zeigte sich auch Heute die Sonne am Himmel, sodass ich mich hinten in die Plicht legen konnte und ein kleines Nickerchen möglich war. Das sich keiner aufraffen konnte, viel das Fischen aus. Gegen Abend wurden alle etwas munterer. Auch der Martin sah nicht mehr ganz so bleich um die Nase aus. Jan kochte zur Feier des Tages bei nun fast Flaute den selbst gefangenen Fisch. Es war sehr köstlich – DANKE JAN! Nun ist es spät in der Nacht, genau genommen kurz nach Mitternacht und wer glaubt es kaum, es ist Flaute. Manchmal fühle ich mich hier von dem Wetter echt ein bisschen veräppelt. Erst Flaute, dann viel Wind aus der falschen Richtung, sodass wir auch noch in die falsche Richtung segelten und dann… nein natürlich kein Passatwind sondern mal wieder Flaute. Wir werden noch zu Flautenprofis! Im übrigen kann man mittlerweile problemlos 24h Stunden in kurzer Hose + T-shirt rumlaufen, auch Nachts. Davon habe ich immer geträumt. Echt genial. Update: Da schreibt man gerade über ruhige, unspektakuläre Nachtwachen und promt kommt ein mysteriöser Funkspruch auf Channel 16 rein. Zuerst fühlten wir uns nicht angesprochen, da wir „Merlin“ und nicht „Marlin“ verstanden. Das folgende Funkgespräch verlief dann auch noch etwas merkwürdig. Zum einem konnte das andere, kontaktaufnehmende Schiff nur gebrochen Englisch und wollte, dass Jan auf Spanisch kommuniziert, obwohl er bereits vorher durchgab, aus „Germany“ zu sein. Zweitens sprachen beide Skipper aneinander vorbei und uns wurde nicht klar, was das andere Schiff beabsichtigte. Martin kam dann hinzu und meinte, dass der Skipper darum bat sie abzuschleppen. Auch etwas merkwürdig mitten auf dem Atlantik. Wohin sollten wir es denn bitteschön abschleppen?! Alles in einem hinterließ die ganze Aktion einen bitteren Beigeschmack. Die Tatsache, dass wir das Schiff nicht auf AIS sehen konnten und es sich auch nicht identifizierte, machte das Ganze nicht bes ser. Ich glaube, ich sollte nicht allzu lange darüber nachdenken. Ansonsten kann ich gleich nicht mehr schlafen. Dabei muss ich nach der letzten Nacht definitiv Schlaf nachholen. @Tasten: Marie @Photo:Marie  

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Der Tag der erfüllten Wünsche

Einmal im Leben in den Atlantik springen

Die andauernde Flaute lud die gesamte Crew am Morgen zum Frühschwimmen im 4000m tiefen Ozean ein. Alle genossen die herrliche Abkühlung und das anschließende gemeinsame Frühstück. Man blickte in zufriedene Gesichter. Schließlich war es von jedem hier ein Traum, einmal im Atlantik schwimmen zu gehen. Nach diesem kleinen Highlight verlief der restliche Tag bei schwachen Wind in gewohnten Strukturen, bis plötzlich Martins aufgeregte Stimme übers Deck schallte: „Fisch!“ Auf einmal waren alle hellwach und versammelten sich am Heck. Martin und Holger beendeten das anfängliche Durcheinander, indem sie das Kommando übernahmen. Was zuerst nach einer mageren Beute aussah, entpuppte sich als ein junger Mahi-Mahi. Die beiden Männer machten den Fisch an der Schnur müde und zogen ihn aus dem Wasser. Wir staunten nicht schlecht, als wir blaugrün schimmernden Schuppen zum Vorschein kamen.
Der Mahi-Mahi zeichnet sich durch einen stumpfen Kopf, eine lange blauschwarz leuchtende Rückenflosse und ein farbenfrohes gepunktetes Schuppenkleid aus. Eine echte Schönheit! P.S.: Auch das Fleisch war vorzüglich! Nach diesem aufgeregten Ereignis verlief der restliche Tag ruhig. Einzig der Wind frischte immer weiter auf, sodass wir die Segel refften und alle Vorbereitungen auch im Schiff für eine etwas ungemütlichere Nacht trafen. Wir werden sehen, was auf uns zukommt. @Tasten: Marie @Photo:Skipper Jan  

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SY Marlin 2017-11-26 18:44:51

Lesen, Schlafen, Quatschen

Es ist Flaute. Was ich davon halten soll weiß ich selber noch nicht so genau, aber lieber Flaute als 30kn Wind gegen an. Ne ne, da treibe ich lieber mit laut schlagendem Großsegel ab und zu rückwärts. Hätte ich einen Schwerwettertörn gebucht, wäre ich wahrscheinlich froh über etwas ruppigere und ungemütlichere See. Habe ich aber nicht. Also lieber Flaute.

Es ist schon interessant das Verhalten der MARLIN bei fast Windstille zu beobachten und zu spüren wie sich das Schiff verhält. Jan erklärte mir, dass die Angriffsfläche für das laue Lüftchen am Bug größer ist als am Heck, weswegen wir einige Zeit lang Heck voraus trieben. Immerhin in die richtige Richtung!

Apropos Lüftchen- dieses macht das Rumgetreibe nämlich sehr erträglich. Für mein Empfinden ist es weder zu kalt, noch zu warm. Schließlich habe ich Sommerwetter bestellt und bekomme mit 27 Grad im Schatten auch Sommerwetter. KLASSE!.

Nun werde ich aber auch mal den Stift aus der Hand legen und mir ein Buch schnappen. Schließlich herrschen jetzt die perfekten Bedingungen zum relaxen! Tschöö…

@Tasten: Marie @Photo:Skipper Jan



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Es groovt sich ein!

Die Sonne lacht, die Crew lacht

Nach einer etwas ruppigen Nacht mit bis zu 7 Bft. in Böen verläuft der Tag angenehm ruhig. Schon am frühen Morgen schwächte der Wind auf konstante 4 Bft. ab, sodass die Marlin ruhig dem Sonnenaufgang entgegen schaukelte. Die Sonne entfaltete nach einigen Minuten des Aufgangs eine solche Kraft, dass ich aus dem Bett in die kurze Hose schlüpfen konnte und dann das T-shirt + Hose nach dem Morgensport gegen den Bikini getauscht wurde. So hatte ich mir das vorgestellt! Auch bei den restlichen Crewmitgliedern spürt man deutlich, dass die Entspannung einsetzt. Einer nach dem anderen sucht seit heute morgen immer wieder den erholsamen Schlaf. Der Versuch, einen Fisch zu angeln ist leider fehlgeschlagen. Das Abendessen wird aber trotzdem köstlich werden (Martin kocht!) und immerhin haben wir ja noch ein paar Stunden vor uns, in denen ein Fisch anbeißen kann. Ob und wie das Verarbeiten des Fisches dann klappt ist noch nicht vollständig geklärt, wir werden sehen. Der Holger scheint da recht fit zu sein. Ansonsten fange auch ich an auf meinen Körper zu hören, der mir deutlich signalisiert, dass ich unbedingt anfangen muss etwas die Kontrolle abzugeben. Keine leichte Aufgabe für mich, aber auch das wird noch, da bin ich zuversichtlich. Das Wetter zeigt sich zu meiner Freude wie anfangs beschrieben von seiner besten Seite. Kaum eine Wolke ist am Himmel zu erblicken und endlich kann ich im Bikini auf dem Deck liegen und mich bräunen oder ausruhen. Wie man es sieht ;). Habe ich doch sooo lange auf diesen Moment gewartet. Ich freue mich. Nun bin ich gespannt was der Tag noch so bringt und vor allem wie die nächste Nacht wird. Eine etwas ruhigere Nacht wäre auf jeden Fall nicht verkehrt. @Tasten: Marie @Photo:Skipper Jan  

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”Eins muss euch klar sein, so einen Törn habt ihr definitive nicht gebucht…”

ARC Start

Es ist Sonntag, der 19.11.2017 und um 13 Uhr fiel der Startschuss der diesjährigen ARC 2017 von Las Palmas nach St. Lucia. Alle Crewmitglieder versammelten sich am Frühstückstisch, die allgemeine Anspannung war greifbar. Da war der Satz „Eins muss muss euch klar sein, so einen Törn habt ihr definitiv nicht gebucht…“ aus dem Mund von Micha nicht besonders beruhigend. Im Gegenteil, es verleitete einen dazu zum Skipper zu blicken und Jans Gesichtsausdruck trug auch nicht zur Verbesserung des Wohlbefindens bei. Bei mir verursachte es eher einen inneren Druck, Angst und Frustration. Frust deshalb, da bei mir anscheinend im Jahr 2017 nix nach Plan verlaufen kann oder will. Ich wollte mir in diesem Moment einfach nicht schon wieder den Kopf über eine Umbuchung meines Rückfluges machen müssen. Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt! Nach diesem ersten Schreck, der im übrigen dazu führte, dass ich direkt 3 Tassen starken Kaffee in mich rein kippte (zur Info: normalerweise trinke ich Morgens kein Kaffee, sondern eher Tee) war das Auslaufen aus dem Hafen umso schöner. Schon die begleitende Kapelle auf dem Steg ließ mein Herz vor Vorfreude höher schlagen und als wir Hafenausfahrt passierten, die See sich vor einem erstreckte fühlte ich pure Glücksgefühle. Ich spürte wie meine Vorfreude nochmals anstieg, ein tolles Gefühl! Der Start verlief dann erwartungsgemäß unspektakulär ab. Nur der Jan hatte eine Menge zu tun. Denn das Freihalten bei so vielen Yachten ist nun auch nicht gerade einfach. Beim passieren der Startlinie nahm die Marlin langsam aber sicher Fahrt auf und alle beruhigten sich etwas. Auch das Zubereiten des Abendessens klappte nach einigen kleinen Umständlichkeiten. Positiv zu vermerken ist hier, dass nun alle wissen: der Backofen auf dem Schiff ist halt einfach nicht mit dem von Zuhause vergleichbar ;). Fazit:_Tag 1 der Atlantiküberquerung schließe ich mit gemischten Gefühlen ab, auch wenn sich der Magen und Körper langsam aber sich an das ständige Rollen gewöhnen. Sind halt auch jetzt in der Nacht nicht die angenehmsten Bedingungen. *lach*. @Tasten: Marie @Photo:Skipper Jan  

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Und wech sind sie

ARC Start

Ja. Ich weiß. Eigentlich hätte ich mich auf die Hafenmole setzen sollen und Photos machen sollen. Hätte. Hätte. Hätte aber irgendwie auch wehgetan mein Schiff ohne mich wegsegeln zu sehen. Also hab ich mir das eben erspart. Ich hatte eine super Zeit mit der Crew. Martin, Esther, Skipper: Jan, Bernhard, Holger und Marie. Ein letztes Bild und wech. Jetzt komme ich wieder in Bedrängnis. Is das mein Blog oder der Blog von der MARLIN. Esther und Marie haben angekündigt, dass sie schreiben und fotografieren wollen. Hört sich ja sehr motiviert an. Dann schauen wir mal was da kommt. Gegen 10 Uhr habe ich die MARLIN verlassen – Mit Handgepäck. Drückerchen für die ganze Crew. Küsschen für die MARLIN. War schon schwer für mich. Ob es jemand gemerkt hat? Ich bin dann direkt durchgestartet zum Flughafen. Heute gibt es noch mal Wind um den Kite-Cometa am Himmel stehen zu lassen. Kiten in Deutschland is wohl eher nicht drin. Hab aber schon geschaut. In St. Lucia gibt es einen prima Kite Spot ganz in der Nähe von Rodney Bay. Also. Alles gut. Jetzt muss nur Jahn den Kutter rüberbringen und alles wird wieder warm im Januar. Kurz vor Abfahrt wurde noch mal heiß diskutiert. Die Wetter-Prognose für die kommende Woche ist Westwind auf dem Kurs der ARC. Na ja. Ich hab mal die Capitana angerufen. „Würdest Du losfahren?“ „Nö!“ Danach habe ich die Crew noch mal darüber aufgeklärt, dass sie nicht in dieses Wetter fahren muss und dass es raff wird. Also sportlich. „Das ist definitiv nicht das Wetter, was ihr gebucht habt. Die MARLIN kann das. Ob ihr das könnt, weiß ich nicht. Wollt ihr trotzdem lossegeln?“ Von der ARC Racingleitung gab es überhaupt keinen Kommentar. Na ja. Die letztendliche Entscheidung hat Jan und da muss er eben alleine durch. Gruppenzwang fällt mir dazu ein. Der interessierte Mitleser hat ja bestimmt schon gemerkt, dass ich zur ARC nicht grade die positivste Einstellung habe. Nun gut. Was sie wirklich gut machen in das Tracking der Yachten und die Visualisierung. Schaust Du hier. Mal etwas, was man wirklich loben muss. Is doch schon mal was. Mein Weg führt mich heute durch die Nacht. Die billigen Flüge sind ja meist zu den unmöglichsten Zeiten. Ist ja weitestgehend bekannt. Mir läuft noch das Salzwasser aus der Nase was wohl seinen Weg in meine Nebenhöhlen gefunden hat. Wird mal Zeit, dass ich weniger Wasser beim Kiten schlucke. Ich lerne Sarah aus Dänemark kennen, die auch so viel Wasser schluckt wie ich. Es sind kurze Begegnungen. So wie damals bei Scuba Diving. Man sitzt im gleichen Boot, läßt sich fallen, ist für eine Stunde Buddy, trinkt ein Bier zusammen, tauscht Kontaktdaten aus und sieht sich nie wieder im Leben. Die Erinnerung bleibt. Manchmal sehr intensiv. Komisches Ding. Ich verteile immer brav Visitenkarten. Das hat sich noch als eine der besten Wege erwiesen, um an sympathische Mitsegler zu kommen. Gedankenspiele. Ab und zu schaue ich nach wo mein Schiff ist. Wenn man diesen Schwarm von Schiffen so sieht, denkt man unweigerlich erst einmal an die Möglichkeit von Zusammenstößen. Aber alles gut. Die Schiffe sind weiter voneinander entfernt als man denkt. So. Jetzt mal Los nach Alemania.

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What the fuck we are doing here?

So viel Schiffe

Abends schlender ich über unseren Steg T. Tote Hose. Statt plappernder Crews aller Nationalitäten, die mit Gitarren, Rum und lustigen Zigaretten in den Cockpits sitzen, sind mal wieder alle ausgeflogen auf eine der ARC Parties, Evenst, Sundowners… Unsere Nachbarschiffe sind allesamt 60 Fuß und größer. Da schwimmen etliche Millionen. Tagsüber ähnelt der Steg einem Armeisenhaufen. Es wird ausgerüstet, repariert, gebrieft. Michael, Eigner unseres 60’ Nachbarschiffes spricht mich an: „Wo sind denn ihre ARC Flaggen der letzten Jahre?“ Ich halte ihm die Hand hin. „Ich bin Michael. Kannst Du mich bitte dutzen? Wir sind hier doch alles Segler.“ Die nächsten fünf Minuten erklärt mir Michael, das er ja eigentlich sein Schiff alleine segelt. Das er einen Fabrik mit 1.200 Mitarbeitern besitzt. Die drei Skipper Crew hat er nur pro Forma eingestellt. Auf der ganzen Welt war er schon. Hat aber immer gechartert. Immer Katamarane. Nein. Sein Schiff wird er nicht übe r die Nordroute zurück segeln. Das wird auf einem Frachter zurück gebracht. Er habe gehört, dass die W-E Rückroute doch sehr gefährlich sei. Ausserdem wird er sein Schiff eh verkaufen. Er hat ein dreijähriges Kind (er ist 70), dass ein bisschen mehr Platz braucht… Ja. Dann kauft er sich einen Katamaran… Nach dieser Endlos-Kassette muss ich mich erst einmal setzten. Mir ein Bier nehmen und ganz vorsichtig in mich gehen. Es war so eine flinke Idee an der ARC teilzunehmen. „Das ist doch der richtige Rahmen um es Jan einfacher zu machen seine erste Atlantiküberquerung zu machen. Ausserdem bekommen wir dann die Plätze doch sicherlich einfacher verkauft.“ Ich nickte Nathalie zu, als wir die gemeinsame Entscheidung vor ungefähr einem Jahr getroffen haben. Jetzt liegt die MARLIN mitten drin in dieser einzigartigen Commerz- und Materialschlacht. An den ersten Tagen habe ich noch versucht die anderen Segler auf dem Steg zu grüßen. Verwunderliche Blicke habe ich bekommen. Sonst nichts. Grüßen nicht erwünscht. Die Atmosphäre ist weitestgehend eher unpersönlich. Auf den Parties, nach geraumen Mengen Alkohol kommt man sich schon eher näher. Ich vermisse das Langgfahrtseglerflair, die Tausendfüßler an den Wanten, die Salty Dogs. Ich will zurück in meine Welt. Am Sonntag geht es los für Jan und seine Crew. Ich fliege nach Deutschland. Alle die mit mir im Kontakt stehen, raten mir davon ab. Schweinekalt soll es sein. Regen. Ungemütlich. MARLIN ist das alles egal. Sie will einfach nur dahin, wo sie hingehört. Auf’s Meer. Die Nase nach Westen gerichtet, wieder einmal Neuindien entdecken. Mag sein, das es mehr Aufwand bedeutet Ohne die ARC den Atlantik zu überqueren. Mir hat die ARC Woche hier in Las Palmas gereicht. Das machen ich nicht noch einmal. Wasting time. Wasting Money. Waisting Energy. Um zu diesem Schluß zu kommen, muss man eben auch einmal mitgemacht haben. Genau. Einmal. Der Trost ist unsere tolle Crew, die mit über den Atlantik segelt. Alles Charaktere, denen es sicherlich um „Einmal über den Atlantik“ geht, die sich aber nicht selbst beweihräuchern wollen. Ich gehe noch einmal los, bleibe vor einer 36’ stehen. Ein junges Pärchen sitzt im Cockpit. Die beiden grüßen. Ich bleibe stehen. Wir verquatschen uns. Wohin? Woher? Ich bin Micha. Tom. Heidi. Aus Holland. Auf dem Weg in die Freiheit. Ende zwanzig. „Willst Du nicht an Bord kommen? Wir haben noch ein Bier.“ Ja klar. Es geht um Solarpanels, Wassermacher, SSB und Iridium. Dann über Kinder an Bord. Und um die Welt. Das Meer. Nett sind Tom und Heidi. Na siehste Wnuk. Du altes Lästermaul. Geht doch! Tom und Heidi segeln ohne die ARC nach dem angesagten Tief, dass grade Richtung Kanaren zieht, zu den Kapverden. Vernünftig. Wie? Tief. Genau. Da kommt Wetter Mist aus West. Da schauen wir uns aber morgen noch mal an. Der Jan und ich. Die ARC Leitung hoffentlich auch.

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