Archiv der Kategorie: SY Marlin

Die Luft is aus

{Time:22:49:00}
{Date:20200814}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:32°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200814}
{Title:Die Luft is aus}

Kite Pause

Nicht mein Tag. Als erstes meldet sich Anne Cathrin, die für morgen ein Flugticket hat um auf die MARLIN zukommen, mit der Nachricht, dass es zu Hause wichtiges gibt, so dass sie nicht kommen kann. Ich hab ja gerne und für alles Verständnis. Aber ein guter Tagesanfang ist das natürlich nicht. Ich fang jetzt in Corona Zeiten auch nicht mit Stornobedingungen an. Das hätte nur Streit und Unmut gegeben. Aber der Schaden ist natürlich schon sehr einseitig auf meiner Seite. Ich hatte anderen Interessenten abgesagt und jetzt bekomme ich natürlich bis morgen keine neue Gäste. Mir fehlt eh jeder Cent. Der Tag ist natürlich gegessen. Ich setze mich ins Auto und fahre zum Kiteplatz. Die Fahne flattert genauso mutlos wie ich im Wind. Viel zu wenig Wind. Wo normalerweise zehn Kiter ihr Unwesen treiben, ist jetzt tote Hose. Also auch nicht grade motivierend.

Die Temperaturen in der MARLIN sind bei diesem Wetter extrem hoch. Ich raffe mich auf. Fange an zu putzen und aufzuräumen. Den richtigen Dreh finde ich aber heute nicht mehr. Gut dass ich so viele Kinder habe. Ich rufe Lena an, ich rufe Julian an. Bei Beiden ist es noch wärmer als bei mir. Hmm. Da kann ich mein Leid auch nicht klagen. Am Nachmittag sinkt die Sonne endlich. Ich erneuere die Aufhängung des Dinghys. Ziehe die SUP’s schon mal aus der Vorpieck. „Neue Baustelle!“, fluche ich, als ich mich dort umschaue. Rost, Korrosion, Leinen auf dem Boden. Liebe ist anders.

Größtes Trauma ist die immerwährende Angst vor meiner Krankheit. Mindestens einmal am Tag sitze ich irgendwo, schaue in die Leere und schiebe Panik. Die Frage: „Was ist wenn?“ Ich über lege mir es zur eigenen Aufgabe zu machen, mir jeden Morgen nach dem Frühstück einen Block Papier zu nehmen und 100 Mal zu schreiben. „Es geht mir gut. Ich brauche keine Angst zu haben.“ Da klingelt das Telefon. „Ich stehe am Gate. Läßt Du mich rein?“ Nick steht dort und winkt mich einem Sixpack eiskalten Bier. „Du bist die Rettung meines verfranzten Tages Nick.“ Die Sonne geht unter. Wir sitzen auf dem Vordeck. Bis Mitternacht halten wir Smalltalk im Cockpit.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Ritsch Ratsch Click

{Time:22:49:00}
{Date:20200813}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:31°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200813}
{Title:Ritsch Ratsch Click}

Fertig ist der fahrbare Kühlschrank

Erst einmal muss ich mich bei all meinen Crews deutlich entschuldigen. Keiner hat das iPad kaputt gemacht. Nach Skipper Stefans Hinweis, habe ich mich von Google eines Besseren belehren lassen und festgestellt, dass der Bildschirm eingebrannt ist. Zu viel Sonne. Zu lange das gleiche Bild. Irgendwann passiert das wohl einfach. Auf der sinnigen Website kaputt.de gibt es Ersatz und Heiko darf das neue Display mitbringen und das iPad reparieren. So. Wind. Also nix wie zum Kite Spot und Hopp auf’s Brett. Session 1 ist unfassbar gut, weil genug Wind. Ich habe Spass über die Wellen zu hüpfen. Dann ist der Wind plötzlich weg, so dass der Kite vom Himmel fällt. Saint Joris Bay, wie man sie eben kennt. Session 2 hätte ich dann auch sein lassen könne. Aber egal. Trotzdem ein geiler Tag. Auf dem Rückweg im Supermarkt eingekehrt und wieder mal am Kreisverkehr an der kolumbianischen Autoschrauberwerkstatt vorbei. Da halte ich jetzt mal an. „Könnt ihr euch die Klimaanlage mal anschauen?“ Können sie. Unter der Abdeckung des Kühlers ist der faule Zahn. Der Ventilator der Klimaanlage ist defekt. Kühlmittel muss auch aufgefüllt werden. Wir einigen uns auf einen Preis und ich gehe einfach mal davon aus, dass es Tommy, dem Besitzer des Wagens, recht ist, wenn ich das jetzt mal machen lasse. 40 Minuten später sitze ich grinsend in meinem fahrbaren Kühlschrank. Ist das jetzt besser? Na ja. Manchmal schon. Ist hier ja keine Hitzewelle, wie in Deutschland. Das ist hier immer so heiß. Am Schiff schaffe ich heute gar nichts. Muss auch mal sein. Donnerstag. Ist ja auch fast schon Wochenende.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

I want to be lazy!

{Time:20:00:00}
{Date:20200811}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:31°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200811}
{Title:I want to be lazy!}

Crewgestressed

Nachdem das Thema mit der Stromversorgung und Umschaltung erfolgreich gelöst ist, widme ich meiner Prioritätenliste zu. Was ist zu tun, damit ich wieder segeln gehen kann. Ganz oben steht: Gesund bleiben! Hmm. Das klappt ja eigentlich ganz gut. Ich habe bisher keine Anzeichen von COVID19. Nen bisschen Sorgen hab ich mir ja nun schon gemacht. Nur gut zu wissen, dass ja alle meine Mitflieger auch einen Test machen mussten. Und das Personal des Fliegers? Ach komm Micha. Hör auf zu klugscheissern. Wird schon alles gut sein.

“Den Reißverschluss des Großsegel Lazybags musst Du erneuern. Der ist hinüber“, waren Stefans Worte. Nun. Ich hab auch schon versucht einen Segelmacher zu organisieren. Stefan hat den Lazybag nach bestem Gewissen mit Leinen eingewickelt. Der Segelmacher winkt ab. „Frühestens in einer Woche kann ich mir das anschauen kommen.“ Dann wickle ich den Lazybag mal wieder aus Stefans Leinen aus und schaue mit den Schlitten des Reißverschlusses an. Bewaffnet mit Silikonspray. Hmm. Jede Menge Sand. Ich schiebe den Slider zurück und vorwärts. Der schließt nicht. Der Reißverschluss geht immer wieder auf. Jede Menge Silikonspray hilft auch nicht. Schon hole ich den Hochdruckreiniger aus dem Keller um den Sand rauszubekommen. Dazu öffne ich den Reißverschluss bis zum Ende. Punktum halte ich den Slider in der Hand und sehe das Malheur. Der ist verbogen. Wo rohe Kräfte sinnlos walten. Mit der Spitzzange kann ich das Aluteil wieder in die gewünschte Form bringen. Reißverschluss wieder einfädeln. Läuft wie geschmiert. Das war jetzt einfach. Zu einfach.

Hätte ich doch den Erfolg als Anlass genommen um Kiten zu gehen. Statt dessen nehme ich mir das MARLIN iPad. An der oberen rechten Ecke fehlt ein Stück der Plastikschale, die es in der Deckenhalterung halten soll. Ist wohl mal runter gefallen. Der Apfel erscheint, iPad lebt und das Display ist defekt. Darf ich jetzt schlechte Laune bekommen? Oder muss ich mir sagen, dass ich ja dafür das Krankenhaus überlebt habe. Ja. Was denn nun Skipper? OK. Ich bekomme trotzdem schlechte Laune. Nachdem dann auch noch der Bordrechner nicht mehr angeht, der gestern noch einwandfrei lief, mache ich die Klappe vom Navigationstisch zu und beschließe Christiane zu besuchen. Dort bin ich heute eingeladen. Scheiß Elektronik.

Bei Christiane ist es entspannt. Sie hat ein Faible für Tiere. Waren es vier riesige Papageien? Ich habe ja enormen Respekt vor den Schnäbeln. Dazu kommen noch unzählige Hunde. Christianes überdachte Terrasse ist nicht von schlechten Eltern. Denn sie kann über ganz Curacao blicken. Das Haus liegt an einem hohen Hang. Seit 2006 ist sie schon hier. „Da kannten die in Deutschland Curacao ja noch gar nicht.“ Christiane erzählt gerne und viel mehr als ich. Aber das passt schon. Sie hat sich per Whats App Fernwartung, das ganze Jahr immer superlieb um mich gekümmert, als ich so allein, Löcher in die Decke des Patientenzimmers auf der Stefan Morsch Station geschaut habe. Wenn jemand hilfsbereit ist, dann ist es Christiane, die auch jeden auf der Insel kennt und fast alles weiß. So wie das auf Curacao eben ist.

Am Abend komme ich glücklich auf der MARLIN. Joelle, die gute Fee vom Segelmacher aus Grenada hat sich gemeldet. Sie schickt mir zwei neue Reißverschlussschlitten. Na. geht doch. Der Lazybag wird demnächst nur noch unter Skippers Aufsicht geschlossen. Wieder was dazugelernt. Wieder ne neue Regel. Ich bestelle heute keinen neuen Bordrechner. Der geht bestimmt morgen wieder von alleine. Und das iPad. Nun ja. Da muss ich mal jemanden mit einer Haftpflichtversicherung finden. Das wird schon. Wo gehobelt wird, fallen eben auch Späne.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Fliegenschreck

{Time:20:00:00}
{Date:20200809}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:31°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200809}
{Title:Fliegenschreck}

Wie ein Uhrwerk

Gibt es Schlimmeres als kleine, nervende Fliegen auf dem Schiff? „NEIN!“ Kennt ihr das? Erst setzt sich eine auf die Hand. Du zuckst. Dann fliegt sie auf die Schulter. Du zuckst und starst weiter auf den Bildschirm, willst grade was wichtiges Schreiben. Da kommt sie angeflogen und will sich auf Dein Gesicht setzen. Jetzt reicht’s. Du nimmst die Fliegenklatsche und verfolgst die Fliege durch gesamte Schiff. Vier mal daneben geschlagen, dann der finale Erfolg. Tot. Kaum sitzt Du wieder am Rechner, kommt die Schwester der Fliege und das Spiel geht wieder von vorne los. Diese Mistviecher sind mir schon seit 2000 auf den Kapverdischen Inseln auf den Fersen. Was haben wir schon alles ausprobiert? Alles. Mit Wasser gefüllte Condome aufgehangen. Insektenspray. Da fragt man sich wieso es so lange gedauert hat, bis ich die makabere Lösung gefunden habe. Hier in Curacao. Wo wohl? Beim Supermarkt. Für drei Euro. Prinzip ist ja bekannt. So ein Klebeband, wo die Viecher sich drauf setzen und nicht mehr wegkommen. In diesem Fall aber bedruckt mit Fliegenpiktogrammen, die die Fliegen quasi in Herden anziehen. Kaum hat eine neue Fliege das Schiff beflogen findet sie auf kurz oder lang die besagte Kückenrolle mit dem Klebstoff und setzt sich drauf, ohne wieder wegfliegen zu können. Das Ultimative Fahrtenseglertool.

Ich funktioniere wie ein Uhrwerk. Stück für Stück, für Stück, erobere ich mein Schiff zurück. Ich versuche eine gewisse Kontinuität in mein Leben an Bord zu bekommen. Frühstück. Sonnenaufgang bis maximal Mittag: Bürostunde und Blog zur Entspannung. Blick auf die Winddaten: Kiten? Ja / Nein. Der Motorraum benötigt am meisten Liebe im Moment. Unzählige kleine Defekte sind zu reparieren. Korrosion an allen Ecken und Enden. Und Putzen. Motorenraum Putzen. Salon putzen. Kühlschrank putzen. Immer noch kein Kite Wind?


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Insideout

{Time:20:00:00}
{Date:20200810}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:31°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200810}
{Title:Insideout}

Skippers Heiligtum

In Deutschland ist es heißer als in Curacao. Dabei ist es mir schon heiß genug. Mein Tag verbringe ich im Motorenraum. Nach anderthalb Jahren stelle ich die Installation des Generators fertig. In Ermangelung eines Starkstromumschalters habe ich einfach die Landstromsteckdose abgeklemmt und den Generatorstrom darüber ins System eingeleitet. Nachteil, wir konnten keinen Landstrom mehr anschliessen. Macht ja nix. Meist liegen wir ja eh vor Anker. Dann kam der Schalter an Bord, aber auch immer Crew, die meine Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch genommen hat, dass der Schalter seinen Platz nicht gefunden hat. Nun ist es soweit. Seit heute gibt es den Schalter zum Umstellen von Landstrom auf Generatorstrom. Funktioniert auch nach dem zweiten Anlauf. Erst habe ich mich nen bisschen doof angestellt.

Beim Zusammenbasteln der Halterung brauchte ich Bohrer, der in den Steckbox nicht mehr vorhanden ist. 3,5mm. Hmm. Aber da gibt es ja eine Kiste mit Ersatzbohrern. Ein ganzes Sortiment. Ohne erst in den Laden gehen zu müssen, der ggf. 50 Meilen weg, auf der nächsten Insel ist, die grade die Grenzen wegen COVID zu haben. Wer weiß das schon heutzutage. Ich also in die STB Achterkabine, die Kites weggeräumt und die Box gesucht und gefunden. Ganz unten, unter zig anderen Boxen mit gesammelten Einzelteilen. Als ich die Klappe aufmache, muss ich laut lachen. Da liegt ein handschriftlicher Zettel drin. Ich glaube von Jan, wo drauf steht: „Heiligtum des Skipper’s“ Er hat nicht ganz Unrecht der Verfasser dieses Zettels. Wahrscheinlich habe ich mal unwirsch gesagt „FINGER WEG! Das sind meine Notfallersatzbohrer!“


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Das Beiboot schwimmt wieder

{Time:20:00:00}
{Date:20200807}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200807}
{Title:Das Beiboot schwimmt wieder}

Step by Step

“Wie geht es heute?“ Nun. Mein Mittagsschlaf bremst mich etwas aus. Gegen 12 Uhr schließt Blume Wnuk ihre Knospe und brauch zwei Stunden um sich zu erholen. Das ist seit dem letzten Krankenhausaufenthalt so. Ob sich das noch mal verflüchtigt? Ich glaube eher weniger. Das wird sich halten. Vielleicht auch eine dieser Alterserscheinungen. Robi, der Marinamanager steht auf dem Steg und ruft mich. Keineswegs laut genug um mich zu wecken. Die Achterleine stb verläuft kreuzend mit der des 90 Fuß Catana Megakatamarans, der neben mir liegt. Das das nicht gut gehen kann hab ich schon auf Fotos in Deutschland gesehen. Aber da bin ich wohl der einzige. Weder Robi hat es gesehen und der Skipper der Catana auch nicht. Robi setzt eine neue Klampe auf den Steg, damit die Festmacherleinen getrennt sind. Mein Festmacher ist hinüber. Der doppelt so dicke Festmacher der Catana deutlich gestresst. Ich hab es dem Skipper gesagt, aber der hat nur gelächelt. Nun. Ist ja auch nicht sein Schiff. Ich frage mich wo ich neue Squareline herbekomme. Die benutzt in der Karibik keiner. Muss Heiko wohl mitbringen. Muss ich mal lieb fragen.

Das Dinghy. Maya Lena. Heute im Mittelpunkt meines Tatendrangs. Das Loch findet sich schnell. Dazu muss man wissen, dass die Aussenhülle aus UV beständigem PCV keine Luft enthält. In der Hülle verstecken sich zwei Schläuche, wie bei einem Fahrrad. Am Bug gibt es eine Reihe von Ösen unter einer Lasche, wo die Hülle zusammengeschnürt wird, wie bei einem Schuh. An den Ösen ist der Innenschlauch an zwei Stellen so weit durchgescheuert, dass die Luft herauskommt. Ich repariere also erst einmal mit zwei der größten Flicken, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Ein großes Stück Gummimatte unter den Ösen schützt jetzt den Innenschlauch. Ob es hält, die Luft hält, weiß ich in ein paar Tagen. Die Scheuerkante hab ich erst mal abgemacht und aufgerollt. Der Klebemann Spezialist ist ausgeflogen nach Holland. Einen anderen gibt es nicht. Den Klebstoff bekomme ich ggf. aus Miami. Da kümmere ich mich am Montag drum. Zumindest kann die MARLIN schon mal wieder auslaufen. Denn ohne Beiboot kommen wir sonst nur schwimmend an Land. Hatte ich irgendetwas anderes erwartet? Nicht wirklich.

Zweimal fahre ich heute zum JSB KiteSpot. Keine Kites am Himmel. Ich messe den Wind. 12 Knoten. Beim zweiten Mal messe ich schon nicht mehr. Das Wasser ist spiegelglatt. Der Windfinder sagt 20 Knoten. Das ist ja wohl Unsinn. So einfach ist es hier ja nun auch nicht mit dem Wind. Da muss ich für die Zukunft mal tiefer in die Wetter-Kristallkugel schauen. Die Lösung ist Windy. Dort kann man ich quasi Echtzeit die Wetterstationen abfangen. Also Hato Airport. Und siehe da. Dort sind wirklich nur gemessenen 12 Knoten verzeichnet. Morgen scheint es wirklich guten Wind zu geben.

“Alles bleibt gut!“ Das Motto steht. Am Abend ziehe ich durch den Supermarkt. Einkaufen fürs Wochenende. Billig war die Karibik ja noch nie. Günstig war gestern. Teuer ist heute. Die Preise haben ordentlich angezogen. Durchweg kann man sagen. Alles kostet das Doppelte von dem, was man aus Deutschland gewohnt ist. Fehler Nr. 2 in meinem Leben ist, dass ich nie geglaubt habe, dass ich durch meine Gesundheit eingeschränkt bin, mein Einkommen zu erwirtschaften. Getoppt wird das nun durch die Pandemie. Wie ich das nun hinbekomme, muss ich wohl mal ordentlich drüber nachdenken.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Outlook late 2020

{Time:23:56:00}
{Date:20200806}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200806}
{Title:Outlook late 2020}

Zwischen den Träumen

“Wie geht es mir heute?“ Es geht mir hervorragend. In meiner Koje schwebt über mir mein erstes Kite Board, ein Helm und Sonnenschein. Diese Nacht verbringe ich nun wirklich im eigenen Bett. Die Klimaanlage, ein Hella Auto-Lüfter, rauscht sein Lied und sanfte Träume begleiten mich durch die Nacht unter einem Bettlaken. Nein. Frieren tue ich nicht. Ganz im Gegenteil.

Der Tag teilt sich nach Prioritäten. Auf den Vollzug eine Prepaid SIM Karte zu kaufen, gibt mir der nette Security Mann ein Nummernzettel. B22. „Rufe ich gleich auf! Wenn Du an der Reihe bist.“ Ich will eine Chippie SIM Karte, weil die auch auf Klein Curacao funktioniert, dass ich möglichst bald anlaufen will. Mit mir warten 25 andere vorm Office, unter einem Zelt gegen die Sonne, eigens für diesen Zweck aufgestellt. Und Ruhe bewahren. Nein. Wir sind nicht mehr in Deutschland. Ich warte also geduldig eine Stunde und fünfundfünfzig Minuten um dran zu kommen. Der Kauf der SIM Karte dauert 5 Minuten. Ich brauche noch nicht einmal einen Ausweis. Die deutsche SIM Karte kommt in mein Zweithandy ohne Datennutzung, nur für eingehende Anrufe und SMS. Auslandsroutine. Die Kommunikation ist also schon mal gesichert.

Ich fahre zu Tommy. Statt der Limosine mit AirCon tauscht er mir das Gefährt in einen Pickup mit AirCon, die aber nicht besonders gut funktioniert. Mir soll es recht sein. AirCon macht eh nur Erkältung. Der Pickup hat genug Platz für das ganze Kite Gerödel, vor allen Dingen die Boards. Um 14 Uhr bin ich auch schon verabredet. Wind gibt es fast immer und jeden Tag gleich stark aus der gleichen Richtung. Das ist das Positive an der Karibik. Mal abgesehen von 28 Grad Wassertemperatur. Am Spot Saint Joris Bay angekommen, hat sich nicht viel geändert. Tagsüber unterrichten die Kite Schulen, am Nachmittag füllt sich der Spot mit Locals. Ich treffe Nix wieder und meinen Kite Buddy Kimberly, mit der ich die ganzen letzten 12 Monate immer wieder intensiven Kontakt über WA hatte. Die Umarmung fällt lang und intensiv aus. Berührt mich. Muss mich mal umdrehen, bevor ich anfange zu heulen. Schön ist es Freunde zu haben auf meiner Insel. Ich pumpe meinen 15er auf, starte und fahre los, als wenn ich gestern noch hier auf dem Wasser gewesen wäre. Ich hatte ja echt Angst, dass ich es verlernt haben könnte, weil ich in Deutschland so erfolglose Kite-Versuche hinter mich gebracht habe. Aber. Alles gut. Nach einer Stunde geht mir die Puste aus, ich merke wie die Konzentration schwindet. Für heute reicht es. Das gibt schon genug Muskelkater.

“Alles bleibt gut!“, ist das Motto der ersten Wochen hier. Morgen will ich mehr an der MARLIN schaffen. Oder vielleicht doch ein bisschen Kiten am Mittag? Mal sehen was der Wind sagt.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Nach einem Jahr zurück auf der MARLIN. Hurra!

{Time:05:56:00}
{Date:20200805}
{Position:12°04.3385’N, 068°50.5863’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Curacao}
{Target:British Virgin Islands}
{Temp Air/Pressure:24°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200805}
{Title:Nach einem Jahr zurück auf der MARLIN. Hurra!}

Die erste Nacht im eigenen Bett

“Wie fühle ich mich?“ Es geht mir hervorragend. Der Temperaturschock war schon gewaltig. Aber gut! Christiane und Tommy holen mich vom Flughafen ab. Es ist eben doch schön vom Flughafen abgeholt zu werden. Mache ich auch immer mit meinen Mitseglern, wenn ich ein Auto habe. Tommy ist mein neuer privater Autoverleiher. Er lächelt mich an. Christiane lächelt mich an. „Jetzt nimm mal die Maske ab, damit man Dich in den Arm nehmen kann. Wir tragen hier keine Masken auf Curacao.“ Ich schaue verdutzt. „Wir haben hier kein Corona. Innerhalb von 24h nAch dem Ausbruch in den Niederlanden haben wir die Grenzen dicht gemacht. Jetzt kommen ab August nur noch Fremde rein mit Test.“ Das ist der beste Ort für mich. Die Quarantäne Insel. Meinem jungen Immunsystem gefällt das mehr, als die ganze Diskussion in Europa, um die zweite Welle im Herbst, und die steigenden Infektionszahlen. Das ganze hat aber auch negative Seiten. Touristen gibt es auch keine. Für eine Karibikinsel, die vom Tourismus lebt, geht das auf Dauer ja nicht.

Auf MARLIN angekommen lächelt mich diese mit einem einseitigen Grinsen an. Das Dinghy MayaLena hat’s erwischt. Skipper Stefan hatte schon mitgeteilt, dass er alle drei Tage Luft nachpumpen musste. Wohl in Jamaika hat das Dinghy ein Loch abbekommen. Ein Nagel an einem Steg. Irgendwas. Ist ja auch egal. Leider ist durch die fehlende Luft, die schwarze Scheuerkante abgegangen. Nun muss nicht nur das Dinghy geflickt werden, auch die Scheuerkante neu verklebt werden. Mal sehen was die Neuseeländer von NAIAD dazu sagen. Bestimmt braucht man einen speziellen UV-Resitant Kleber und aus dem kleinen Problem wird ein großes Problem. Ansonsten ist es ja schon nach deutscher Zeit 3 Uhr morgens als ich ankomme und ich mach mir mein Bettchen im Pilothaus. Das so lange verschlossene Schiff ist der reinste Brutkasten, so ist es aufgehitzt. Neben mir liegt heute die grüne Presidentin. Eine Flasche grünes dominikanisches Pilsener Bier. Es schmeckt gruselig. Aber ich werde mich schon wieder daran gewöhnen.

“Alles bleibt gut!“ Heute morgen koche ich mir einen Tee. Dazu eine Dose Sardinen mit Chili in Öl. Muss man mögen. Ich kann das. Ich bin um vier Uhr aufgewacht. Ein Running Backstay klappert am Mast. Die Decksverbindung ist gerissen. So wird es jetzt erst mal weitergehen. Ich mach mal eine Liste auf dem iPhone. Ein EXTRA ToDo-Liste. Eine Liste, um die MARLIN so weit fit zu bekommen, dass man zumindest die Marina wieder verlassen kann und vor Anker liegen kann oder für eine Woche nach Klein Curacao segeln kann. Das bekommen wir hin. Vor allen Dingen wenn mir meine Crew hilft, die ich in ein paar Tagen vom Flughafen abhole. Anne Cathrin und Heiko. Damit die auch ankommen, muss ich denen jetzt mal ne Crewbestätigung schreiben.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Amsterdam erreicht

{Time:08:45:00}
{Date:20200804}
{Position:52°18.6007’N, 004°45.9117’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Amsterdam}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:24°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200804}
{Title:Amsterdam erreicht}

Skipper Micha Underway

“Wie fühle ich mich?“ Schwindelig. Es gibt diese Liegen auf dem Amsterdamer Flughafen, auf denen man so wunderschön einschlafen kann, seinen Flug verpassen kann. Ein bisschen versteckt. Der KLM Mitarbeiter in Hamburg war schwierig. „Warum haben sie kein Rückreiseticket? Die Kitetasche wiegt 38kg. Das ist zu viel…“ Lauter schwierig zu lösende Fragen. Er muss nachfragen bei seinem Teamleiter. Der nickt. Plötzlich geht es. Ich muss noch nicht einmal für mein Sportgepäck bezahlen. Ich hatte mit mindestens 100 Euro gerechnet. Geht doch. Der Seesack muss auch noch mit. Wenigstens wiegt er nicht noch mein Handgepäck mit den ganzen Lithium Batterien. Dann der Sicherheitscheck. Bomben und Drogentest. Überall wichtige Menschen in Uniformen, Hunde und Maschinengewehre. Man fühlt sich ja doch etwas, wie im Krieg oder im SFI-Film, Blade Runner 1982, Harrison Ford. Ich will doch einfach nur in freiwillige MARLIN Quarantäne. Seit 10 Monaten. Jetzt sitze ich in Amsterdam. 9 Stunden Flug trennen mich noch von der Insel Curacao, von der ich anscheinend nicht wegkomme. Magisch wie ein Magnet zieht mich und meine MARLIN diese kleine Insel in der karibischen See immer wieder an. Geplant war alles anders. Komisch. Am meisten freue ich mich darauf, auf dem SUP zu stehen und durch die Lagune von Spanish Waters zu paddeln. Immer wieder ein Part in meinen Träumen.

Meine kleine Familie, MayaLena und Nathalie fahren mich mit dem alten Volvo zum Flughafen. Fischplatte bei La Sepia, dem begnadeten Portugiesischen Restaurant an der Schanze. Wir übernachten im Holiday Inn. Wieder SFI-Film. Ich habe wenig Sinn für den Ausblick aus dem 13ten Stock, bis zur Philharmonie. Der Mond ist dick und rund. Vollmond über Hamburg. Aus der Wand der Dusche kommt heißes Wasser. Das werde ich in den nächsten Wochen nicht mehr brauchen. Auf Curacao brennt die Sonne mit über 30°. Frieren werde ich bestimmt nicht. Unruhig, schlafe ich neben meiner Lebensretterin ein. Unsere Hände berühren sich. Wieder SFI-Film. Contact. Jodie Foster 1987. Meine Gedächtnis funktioniert in der Vergangenheit weit besser als in der Gegenwart. Wann geht mein Flug nach Curacao? Ach so. Klar. Ist verspätet. 10:50 Terminal G4. Die große Narbe auf dem linken Handrücken, vom Zugang während meiner Intensivstation Zeit zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Darunter pulsiert das gesunde Blut meines Spenders. SFI-Film. Skipper Micha 2020.

“Alles bleibt gut!“ Nathalie kennt mich. Mir sitzt die Angst in den Knochen. Ich muss an Dr. Helge denken: „Deine Behandlung war, wie die eines Unfallverletzten mit dutzenden von Brüchen. Polytrauma. Das versteht keiner. Das braucht Zeit. Du musst wieder Vertrauen zu Deinem Körper finden.“ Morgen sind meine Lebensretter über 8.000 km weit weg. Vertrauen finden. Einfacher gesagt als getan. Schisser Wnuk. Die Challenge ist, MARLIN finanziell und physisch über den Teich zu bringen. Hört das denn nie auf? Ich bin nicht eingeschlafen. Jetzt mal die Maske auf und zum Terminal G.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Grüße vom Schmierfinken

{Time:22:00:00}
{Date:20200731}
{Position:52°34.3700’N, 013°22.2391’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:16°C}
{TempWater:19°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200731}
{Title:Grüße vom Schmierfinken}

Sommergeschichten

Ich hab ja immer gedacht, dass ich alles richtig gemacht habe in meinem Leben. Baum gepflanzt, Haus in Spanien gebaut, vier Kinder sind ausreichend. Boot gekauft und um die Welt gesegelt. Kleines Boot verkauft und Schiff als Arbeitsgrundlage und soziale Absicherung fürs Alter gekauft. Grade mal fünfzig Jahre alt, ist plötzlich alles anders. Ich bekomme Leukämie und die Welt steckt in einer dicken Pandemie. Grade wieder unter den Lebenden, will keiner mehr segeln gehen, weil Reisen vom Aussenminister als generell unerwünscht deklariert wird und der Wert meiner schwimmenden Sozialversicherung rutscht unter ins Bodenlose, denn wohin will der potenzielle Käufer denn Segeln? Alle Grenzen sind zu. Sicher. Das ganze wird irgendwann wieder normal werden, davon bin auch ich überzeugt. Aber wann?

Die jungen wilden Künstler in Flensburg sind mindestens genauso verzweifelt wie ich. Mit Spraydosen und Lackstiften ziehen sie durch die Nacht und beschmieren Fassaden, Bahnsteige, Toiletten, Häuserwände. Was für eine Befriedigung müssen sie empfinden, bei ihre wilden Schmiererei? Einfach nur ärgerlich. Auf verlassenen Industriegeländen Kunstwerke zu hinterlassen mag ja noch Sinn machen. Aber einfach nur Hauswände und Eingänge zu taggen, wie anspruchslos ist das denn? Mich ärgert es. Ich denke mal viele andere auch.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See
Endlich wieder Segelurlaub!

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Zu Besuch bei Wassermacher Jo

{Time:22:00:00}
{Date:20200729}
{Position:52°34.3700’N, 013°22.2391’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Flensburg}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:16°C}
{TempWater:19°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200729}
{Title:Zu Besuch bei Wassermacher Jo}

Einfach laufen lassen

Manchmal gibt es logistische Probleme und manchmal ist es besser einen Umweg zu machen, um das Ziel zu erreichen. So kommt es, dass Maya und ich uns treiben lassen. „Papa? Wohin willst Du morgen?“ „Nach Glückstadt. Willst Du mitkommen?“ Kurs 180° liegt an. Nathalie hat grade 5.000 km mit der Schleuder in der Bretagne hinter sich gebracht, da wir der Volvo wohl noch die 100 km hin und wieder zurück schaffen. Maya schläft ein.

Jo macht aus Salzwasser Süßwasser. Wassermachen. Das nimmt er sehr genau. Er hat eigene Pumpenköpfe und Fittinge aus Cromox Legierung realisiert, deutsche Industrienormen bei der Konstruktion seiner Produkte angewandt. Wir von LUNATRONIC vertreiben seine Wassermacher. „Das beste Produkt was Du mir verkauft hast ist der Aquatec Wassermacher. Der läuft immer ohne Probleme“, ist der Kommentar meines Schweizer Kunden Markus, auf seiner SY KISU. Da stehe ich nun neben Wassermacher Jo in seiner Werkstatt. Wollte ich ja immer schon mal. Alles ist ordentlich. Die Regale ausgerichtet. Motoren stehen auf der Werkbank. Es riecht quasi nach Perfektion. Wassermacher Jo ist auch Fahrtensegler, hat ordentlich Meilen auf dem Buckel. Das hilft. Neugierig schaue ich mich um. Jo und und ich fachsimpeln. „Maya. Kannst Du ein Foto machen für den Blog. Aber nicht die Füße abschneiden.“ Maya lacht. „Hab ich schon mal gemacht.“ Jo will wieder segeln gehen, deshalb wird sein Sohn Michael Aquatec in Kürze übernehmen. An der Qualität seiner Produkte wird sich wohl nichts ändern. Wir packen einen Wassermacher in die Schleuder. „Bleib gesund. Geh Segeln“, verabschiede ich mich von Jo.

Maya legt bei der Autofahrt ihren Kopf auf meine Schulter. Der Volvo rumpelt ein bisschen bis die Nadel die 100km Marke erreicht hat. Kurs Nord liegt an und es ist kalt. Grade mal 16 Grad sagt das Aussenthermometer. Ich hole noch einen Kite Travelbag ab. Ich habe festgestellt, dass Deutschland für mich keine Kite Option ist. Also schleppe ich nächste Woche ein Bord und zwei Kites mit auf die MARLIN. Alles andere habe ich verkauft. Zu Hause angekommen, schraube ich die Finnen vom Board ab, damit die nicht abbrechen. Alles passt. 23kg. 157cm. Alles im Rahmen und Rollen hat die Tasche auch. Ich überlege, was ich mit meinem restlichen Gepäck mache. Eine lange Hose, ein Sweatshirt, ein Paar Socken für den nächsten Deutschlandaufenthalt. Zehn Unterhosen, zehn MARLIN T-Shirts, Badehose.

Die Reise nach Curacao ist behaftet mit Erinnerungen. Letztes Mal musste ich dringend danach ins Krankenhaus. Diesmal will ich das nicht wiederholen. Mein Zelt neben dem Maltester Krankenhaus aufzuschlagen ist auch keine Lösung. 10 Monate MARLIN Entzug sind wahrlich genug. Ich nehme allen Mut zusammen und wähle die Telefonnummer von Dr. Helge. „Ich bin grade auf dem Weg zur Onko Konferenz. Aber mach Dir keine Sorgen. Die Molekulare Untersuchung war unauffällig. Du bist gesund und kannst in den Urlaub fahren.“ Ich atme tief durch. Na dann. Jetzt brauche ich noch einen negativen PCR Test und los geht es am Dienstag.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Leben unter Segeln – Das etwas andere Konzept.
Sportlicher Segeltörn mitten durch die Karibische See.

Die Angebote bei HandGegenKoje

JOIN THE CREW

Zu Besuch bei Skipper Jan

{Time:22:00:00}
{Date:20200726}
{Position:52°34.3700’N, 013°22.2391’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Berlin}
{Target:Flensburg}
{Temp Air/Pressure:21°C}
{TempWater:19°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200726}
{Title:Zu Besuch bei Skipper Jan}

Passage Planung

Meine Zeit auf der ALEXA ist vorbei. Schön war die Woche. Dank noch mal an Stefan und seine Crew. Allein ein Plätzchen zu finden auf der ALEXA, um etwas Zeit für mich selbst, meinen Blog und meine LUNATRONIC Jobs zu finden, war natürlich schwierig. Da stockte auch mein Blog. Gemeinschaft wird auf der ALEXA groß geschrieben. Das beginnt am Morgen um sieben Uhr und endet nicht vor Sonnenuntergang. Am Samstag ging es dann mit Mitsegler Jörg in Richtung Berlin. Spontanbesuch bei Skipper Jan, der dort in einer netten WG wohnt. „Das Sofa ist Deins!“ Nun. Jan und ich haben mehr auszutauschen, als das am Telefon zu besprechen Sinn macht. Freundschaft eben. Da sieht man sich auch gerne. Zumal ich ja nun auch eine zeitlang erst mal weg sein werde.

Geschlafen habe ich in den letzten Tagen eher unruhig. Denn der angekündigte Hurricane Gonzalo nimmt tatsächlich genau Kurs Curacao auf. Das war ja nun so gar nicht geplant. Statistisch gesehen besucht Curacao alle 125 Jahre ein Wirbelsturm. Muss das genau 2020 sein? Michas Dauerpechsträhne? Doch ich bleibe ruhig. Aus dem Wirbelsturm wird, wie ich erwarte, ein tropischer Wirbelsturm mit 35 Knoten und binnen kurzer Zeit ein Tropical Wave mit Regen und 25 Knoten Wind. Am Mittag kommet eine WA Nachricht von Manager Robert aus der Marina in Curacao: „Alles gut. Es ist windstill.“ Vorsichtshalber haben seine Mitarbeiter noch eine Leine verstärkt. Ich habe das Gefühl, dass es Zeit wird, dass ich nach 10 Monaten wieder auf Schiff komme.

In Berlin angekommen lande ich quasi sofort auf eine Open Air Party. Jans Mitbewohner und Freunde treffen sich rund um eine Gulaschkanone im öffentlichen Park. Dort gibt es ein wirklich erwähnenswertes veganes Chilli con Carne (con lentejas). Ich bin der einzige mit grauen Haaren. Hatte ich nicht anders erwartet. Jan stellt mich vor. „Das ist der Typ mit dem ich segel.“ Ein paar Gesichter kenne ich. Gerrit und Mirko waren sogar schon mal auf der MARLIN. Na denn. „Ich bleibe noch bis Dienstag morgen. Sollen wir am Montag Abend zusammen essen? Ich koche.“ Es ist dunkel als Jan und ich mit den WG Fahrrädern durch die warme Berliner Nacht nach Hause düsen. Schön hier an der Elbe!

Erst die Arbeit. Durch Corona haben wir mindestens 8 Monate kein Einkommen mit der MARLIN erwirtschaften können. Nur Ausgaben. Zu guter Letzt ist MARLIN in Curacao. Ab Mitte Oktober ist geplant, das Business wieder zu starten. Ab Curacao soll es in neue Gefilde gehen. MARLIN soll die BVI’s, British Virgin Islands, mit Mitseglern erobern. Das Fahrtgebiet Nördlicher Teil (Leeward Islands) der Antillen soll dann bis Mai 2021 unsere Heimat sein. Jan und ich legen die Segelwochen fest und planen den begehrten Weihnachts- und Neujahrstörn. Ab Sint Maarten soll es nach St. Kitts und Nevis über die Insel Saba gehen. Insgesamt werden wir entspanntere Zwei Wochen Törns mit mehr Landaufenthalt, Kultur und Menschen anbieten – mit weniger Segelstress.

Heute erkläre ich Jan die Drohne. Die habe ich für die MARLIN angeschafft, um Bilder und Filme zu machen, von den genialen Spots, die wir erobern. Da ist es natürlich wichtig, dass Jan, der sehr gut mit der SLR fotografiert, die Funktion kennt und die Drohne später auf MARLIN auch benutzen kann, respektive die Drohne nicht direkt versenkt. So muss sich Jan die DJI Video Tutorials anschauen, bekommt das Manual verpasst und schon geht es nach ein paar Flugübungen, in seinem WG Zimmer (Es regnet draussen grade), auch zum Sonnenuntergang noch mal in die Outdoor Reality. Auf einem ehemaligen Mauerstreifen in Wedding ist genug Platz und ausreichend wenig Publikum. Jan hat sichtlich Spaß an der fliegenden Actionkamera. Mögen sich die beiden anziehend lieben, damit wir lange was von der Drohe und von Jan haben.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Anne und Heiko sind schon dabei. Derzeit sichtbar bei HandGegenKoje. Vielleicht gibt es ja den/die ein oder andere/r unter meinen Lesern, der/die sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen. Also nicht verhalten sein. Ab September und Oktober sind Plätze frei.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

JOIN THE CREW