Archiv der Kategorie: SY Marlin

Bekannt als: Die gemeine Albondiga

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{Title:Bekannt als: Die gemeine Albondiga}

Ein durchweg runder Grund kein Vegetarier zu werden

“Haben sie keine Maske?“ Schuldbewußt schaue ich drein. Der Ton der Apothekerin gefällt mir gar nicht. Überhaupt meint jeder zweite plötzlich den Polizisten zu machen. Der Security Mann im Supermarkt. Die Kassiererin. Der Tankwart. Sobald irgend jemand hinter einer Plexiglasscheibe sitzt ist er verhaltensmaßgebend. Alle haben plötzlich was zu sagen. Kommt mir manchmal jedenfalls so vor. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich. „Sind Sie eigentlich noch in der Ausbildung?“, frage ich die Apothekerin. „Mir hat ihr Ton, in dem sie mit mir gesprochen haben grade, gar nicht gefallen.“ Sie schweigt, ich schweige und drehe mich um. Blöde Kuh, denke ich mir. Egal.

Ich werde heute geimpft. Nach einer Stammzellentransplantation habe ich das Immunsystem eines Neugeborenen. Tag 180 ist sechs Monate und da wird neu geimpft. Dr. Helge läßt das seine diensthabende Schwester machen. Ich lass mich ja lieber vom Doc selber stechen, mit den entsprechenden sarkastischen Kommentaren dabei. Klar habe ich Angst, dass ich auf die Impfstoffe reagiere und tot umfalle. Passiert aber nicht. Gar nichts passiert.

Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich ein Flugticket zur MARLIN habe? Am 4.8. geht es los. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum ich heute noch mal ins Krankenhaus gegangen bin. Blut für den Molekulartest. Vitalwerte und ausführliches Gespräch mit Helge mit eindeutig psychotherapeutischem Hintergrund. Dr. Helge berichtet mir positiv von neuen Medikamenten und den Fortschritten der Leukämiegötter und Druiden. „Also nicht die Flinte ins Korn werfen. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, wenn Du entgegen aller Erwartungen, einen Rückfall bekommen solltest.“ Beim Abschied lege ich ihm meine Hand auf die Schulter. Eigentlich könnte ich ihn auch in den Arm nehmen. Aber das lass ich dann mal besser.

Das war gestern. Heute gestalte ich mein Leben weit spannender. Freund Ulf, der ähnlich wie ich, Jahre seines Lebens in Spanien verbracht hat, und ich haben in Düsseldorf an der Theke gestanden. Die „Tapas“ im Frida waren schlechter den je. Also war Thema, die richtige Zubereitung von spanischem Pulpo und der gemeinen Albondiga. Die Sprache kommt auf Manrike, der vor rund drei Jahrzehnten in Benicarlo mit „Albondigas en Salsa de Almendras“, die Hitliste der zu besuchenden Bars an erster Stelle führte. Es ist Ulf, der mich hier weiter bringt. Ich konnte mich nur an Albondigas bei Manrike erinnern. Sowie den unvergesslichen Geschmack. Den Rest macht Google und schon schleiche ich heute durch den Supermarkt, um die einfachen Zutaten zu erstehen. Gehacktes Schweinefleisch. Da denkt man ja direkt an Tönnes Schlachterei und bekommt ein schlechtes Gewissen. Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Mandeln, Olivenöl, Paniermehl, Wein und Brühe. Ich schütte alles in einen Topf. Deckel drauf und nach zwanzig Minuten ist alles fertig. Na wenn das so einfach wäre. Ne. Google mal selbst wenn Dich die Zubereitung interessiert. Nach einer Stunde liegt die erste Albondiga auf dem Brettchen. Chef testet persönlich. Bisschen frisch gehackte Petersilie drüber und ein Glas Vinho Verde. Da fehlen noch 10ml Branntwein im Sößchen und schon hat das Gericht Platz 1 auf Wnuk’s Hitliste eingenommen. Die spanisch, valenzianische Tortilla ist auf Platz zwei verwiesen. Pulpo de Gallego wird in Deutschland nicht angeboten. Sonst Platz zwei. Das nicht vorhandene Publikum klatscht, Standing Ovations für Chef Micha.

Ach so. Ich bin wieder in Flensburg. Sturmfreie Bude. Nathalie und die Kinder sind immer noch auf Tour. Aber ich bleibe nicht lange. Gleich packe ich meinen Seesack, nehme mein Küchenmesser und morgen früh geht es los zu Stefan auf die ALEXA. Hoffentlich regnet es nicht so viel um Rügen herum.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandGegenKoje. Vielleicht gibt es ja den/die ein oder andere/r unter meinen Lesern, der/die sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen. Es haben sich bereits mehrere Interessenten gemeldet für zwei bis drei Wochen im August. Also nicht verhalten sein. Für August sind noch Plätze frei, im September und Oktober auch. Ran an die Albondigas (Bulletten:).


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Rückflug

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{Title:Rückflug}

Gelandet in Düsseldorf

Mir ist dann doch die Decke auf den Kopf gefallen. Ist aber auch schwer es mir im Moment selbst Recht zu machen. Der Testflug nach Faro und zurück hat mich beflügelt. Mutig habe ich zugeschlagen und mir ein Ticket gekauft zu MARLIN. Am 4. August geht es los. Ich bin nervös wie vorm ersten Mal. Grund genug um jetzt, „Aber Hallo?“, noch mal bei Dr. Helge vorbeizuschauen. Gibt ja noch ein paar Impfungen zu machen und Blut will der auch. Also bin ich schon gestern mit dem Mietwagen die 350 km von Cadiz nach Faro. Als mir am Flughafen kalt war, in die Sonne gelegt und eingeschlafen. Kein Sonnenbrand. Gut. Dann mit Laudair zurück nach Deutschland. Maske, Kopfhörer und schon sitze ich bei Freund Ulf auf der Terrasse. Wie damals. 1983, erste eigene Wohnung mit Iris in Düsseldorf, mit Terasse zu den Bahngleisen und S-Bahn Station Volksgarten, immer wenn ein Zug vorbeifährt Sendepause. Mensch ist das lang her. Ulf wohnt auch direkt an der Bahn. S-Bahnen, Güterzüge. Was für Eisenbahnliebhaber. Es wird spät und ich entscheide mich spontan noch eine Nacht länger zu bleiben. Always on the run, kaum aufgestanden, sitze ich mit Sohn Julian im Frida und frühstücke. Jetzt geht aber alles richtig schnell. Fast zeitgleich kommen von zwei unterschiedlichen Interessenten Anfragen per Mail, die nach Curacao auf die MARLIN kommen wollen. Anne und Heiko. Ich freue mich. Wir verabreden uns zum telefonieren. Morgen. Auch wenn es nicht passen sollte. Erst einmal freut es mich, dass sich überhaupt wieder Mitsegelinteressierte melden. Geht wieder los. Meine ToDo Liste wird lang im Moment. Für Samstag verabrede ich mich zum Segeln mit Stefan. Mit wem bitte? Ja genau. Mit Stefan Hausladen, der die MARLIN so verantwortungsvoll seit Dezember letzten Jahres betreut hat und sicher nach Curacao gebracht hat. Am Samstag nimmt er mich mit auf seinen Haikutter ALEXA, mit Crew und mit Gästen. Geht wieder los. Einmal rund Rügen. Von dem Törn habe ich schon viel gehört und nie gesegelt. Jetzt aber.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Traubensaft

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Im Wein liegt eben doch die Wahrheit

Schon ein paar Tage her. Diego läßt Micha allein zu Haus. Auf der schönen Terrasse von La Rompita, die aussieht, als wenn ich grade mitten in La Havanna in Cuba sitze und den Abend genieße. Dem Haus, dass Diegos Schwester gehört, die in Stockholm eingeschlossen ist vom Virus, das eine so geile Küche hat, dass ich vor Begeisterung, schon wegen der Küche, Wochen hier verbringen könnte. Nun. Ich bin allein und zweisam ist immer besser. Mit meiner konsequenten Alkoholverzichtsabsicht, ist es heute, an diesem schönen Abend, im vermeintlichen La Havanna nicht so weit her. Was also machen zwei, die einsam sind, die Flasche Wein im Kühlschrank, der Skipper, auf der Terrasse mit dem Teller Chorizos, Tomaten, Schinken und Oliven. „Plopp.“ Ist der Korken raus. „Viel zu kalt. Der muss erst mal am Fenster stehen.“ Langsam drehe ich die Flasche und glaube meinen Augen nicht. Das Preisschild auf dem 59,00 € steht, lächelt mich an. Ich sehe ja nicht so gut, versuche es noch mal mit der Lesebrille. Es bleibt bei 59,00 €. Meine Finger kratzen über das Komma. Nee. Es ist echt. Warum stellt Diego so einen Wein in den Kühlschrank. Der gehört in den Weinkeller oder einen Weintemperierschrank. Ich überlege was ich nun mache. Den Korken wieder rein und so tun als wenn nichts gewesen wäre. Den Wein wieder in den Kühlschrank stellen? Ich entscheide mich für die Variante, dass Diego mir den Wein hingestellt hat als Willkommensgeschenk, schenke einen kleinen Probeschluck in das größte Weinglas, dass ich finde, platziere das zum Belüften und temperieren auf den Tisch zu den Tapas. Ich schaue auf den Paseo, der den Rio Piedras, von der Terasse trennt. Im Westen geht langsam die Sonne unter. Kinder spielen unter den Palmen und Jungverliebte ziehen zu zweit auf einem E-Roller ihre Kreise. Lautlos. Das macht die Dinger ja nun doch sympathisch. Der Wein schmeckt hervorragend. Danke Diego.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Doch auf der Flucht?

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{Title:Doch auf der Flucht?}

10 Monate Exil

Es gibt viel Schlimmeres als in Andalusien gestrandet zu sein. Leukämie zum Beispiel. Ich hab die Zeit im Krankenhaus nicht vergessen. Seit dem 16. September 2019 bin ich nun fern meiner Heimat, meines Schiffes. Es werden bestimmt fast 12 Monate vergehen, bis ich endlich mal wieder in meinem eigenen Bett schlafen werde. Ich will mich nicht beschweren.

Zumindest die Kite Situation hier in Spanien hat sich heute geklärt. Ich hab mit dem Finger auf die Karte getippt. Conil. Schöne Lagune zwischen Cadiz und Tarifa, mit dem Auto gut erreichbar. Ich telefoniere mit Fran, dem Leiter der ansässigen Kite Schule: „Von July bis September ist die Lagune für Kiter gesperrt. Ausserdem ist am Wochenende ablandiger Starkwind. Da fahre ich mit meinen Schülern nach nach Los Lances bei Tarifa. Wegen Covid darf ich keinen Einzelunterricht geben. Wenn Du alleine bist: Kein Chance.“ Danke für das Gespräch. Ich rolle mit den Augen, lehne mich zurück und atme tief durch. Zeit um nach Hause, zur MARLIN zu kommen.

Die FlipFlops, mit denen ich vor 10 Monaten in Deutschland im Krankenhaus angekommen bin, sind verloren gegangen. Nun habe ich neue, die ich grade einlaufe. Mit Pflaster geht ja alles. Mensch, da wird sich meine MARLIN aber wundern, wenn ich nicht nur mit einem neuen Immunsystem, sondern auch noch mit neuen FlipFlops nach Hause komme. Während der Mittagshitze in Andalusien, also bis 18 Uhr, sitze ich in dem kleinen Zimmer des BackPacker Hostels, dass meinem Freund Diego gehört. Den Rechner auf dem Schoß mache ich Büro. Diego meint, dass ich hier solange wohnen kann, wie ich will. Nettes Angebot. Wenn das Zimmer noch bitte einen kleinen Balkon mit Meerblick hätte, statt der kläffenden Hunde der Nachbarschaft, ich würde es mir tatsächlich überlegen. Ich bin in Cadiz. Ich wollte immer schon mal nach Cadiz. Seit zwei Tagen erkunde ich die alte, romantische Stadt. Ausser Peniscola habe ich selten eine so schöne spanische Stadt gesehen. Aber das habe ich auch schon von allen anderen Städten gesagt, die ich in Spanien besucht habe. Nen bisschen „Gutschi Gutschi“ hier. Es fehlen die Freaks, die vor der Kathedrale mit der Gitarre sitzen und Joints rauchen. In den Restaurants sitzen mehr die lauten spanischen Grüppchen und mindestens die frisch Verliebten, bald Verheirateten die sich bald ihr Nest bauen und Nachwuchs bekommen. Eine Gruppe gezupfter und geschminkter Teenies zieht kichernd vorbei. Deutsch Touristen fehlen hier komplett. Alles fest in spanischer Hand. Ob das am Virus liegt? Aber es gibt auch keine Souvenirläden. Vielleicht liegt es ja an meinen Schuhen, die mich einfach in die richtigen Gassen tragen.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

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Friends & More

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{Title:Friends & More}

Kiten auf Spanisch

Vor lauter Freude in den Süden fliegen zu können, habe ich glatt vergessen, dass es ja grade Urlaub-High-Season ist. Es ist nicht nur heiß, sondern auch richtig voll an den Stränden. So wie in Tarifa. Was meint. Es gibt eine Kitezone, durch Bojen abgesperrt, die extrem klein ist und überall sind Badegäste. Die Kiter fahren durch die Badezone. Es ist grade mal 14 Konten Wind, eher weniger und Diego drückt mit seinen 17qm Schirm in die Hand. Ich baue ihn auf. Will ja nicht unfreundlich sein. Stehe im Wasser, dass Kite-Monster über mir und weiß nicht, wie ich starten soll, direkt in meiner Startrichtung eine Gruppe von Badegästen im Wasser. Der Wind wird noch weniger und das Thema erledigt sich von alleine. Toller Sport. Nicht? Ich würde wirklich lieber euphorischer schreiben. Die Polizei kommt mit einem Jetski, an Land mit einem Quad und verjagt die letzten untergewichtigen Kids-Kiter, vielleicht grade 10 Jahre alt, die entlang des Strandes in der Badezone kiten. Finde ich jetzt nicht grade falsch. An der Moskito Strand Bar stehen wir uns nun die Beine in den Bauch und trinken Bier. Könnte auch in Tarifa sein oder irgendwo anders auf der Welt. Zumindest klappt es heute mit der Essensverabredung. Fernab der vollen Fußgänger- und Touristenzone und des moskitoverseuchten Strandbouleward, finden sich ein paar spanische Plastiktische mit Plastikstühlen und Papiertischdecken. Authentisch. Es gibt plattenweise Mariscos, Meeresfrüchte und Thunfisch. Bis ich wieder anfange zu frieren ist alles gut. Das Thema erledige ich mit einem Barfuß Spaziergang. Der Boden ist noch warm. Elena, Sergio, PinPin und Diego legen aber auch eine Geschwindigkeit beim Sprechen mit andalusischem Slang vor, dass ich mit offenem Mund am Tisch sitze. Ich komme kaum zu Wort und irgendwann höre ich nicht mehr zu. Spanier sind laut. Andalusier sind noch lauter. Ich bin froh, mir die Decke des Bettes über den Kopf ziehen zu können. Toller Abend, aber eben auch echt anstrengend.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

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Andalusien

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{Title:Andalusien}

Heiß

Meinen ersten Tag in Andalusien verschlafe ich erst einmal. Statt um um vier Uhr nachts mit Blasendrang aufzuwachen, erstarre ich um 9:00 im Anblick der Uhrzeit. Scheint mir gut zu tun. Es folgt Cafe mit Diego, der sich kurze Zeit später Business hübsch anzieht und weg ist. Ich glaube nicht daran, ihn sobald wieder zu sehen. Es sei denn es gibt Kite Wind. Auch ich bin schon wieder auf Windfinder unterwegs. Wenn Tarifa nur nicht immer so voll wäre. Mein weiterer Tag vergeht mit Telefonaten, Angeboten und ToDo Listen. Der Rubel muss ja nun auch noch rollen. Schon schwierig genug in diesen COVID Zeiten. Nachdem bei LUNATRONIC der Status wieder aktuell ist, wende ich mich MARLIN zu. Mit Thomas, telefoniere ich, der eventuell im September nach Curacao kommen will. Dann finde ich endlich mal die Gelassenheit mit Christiane zu telefonieren. Sie ist auch schon mal mit der MARLIN letztes Jahr nach Klein Curacao gesegelt, wohnt in Curacao und hilft mir gerne wenn es notwendig ist. Mir geht es vor allen Dingen um Infos zu der Insel Klein Curacao. „Ja, die Schiffe fahren wieder nach Klein Curacao. Die kleine Insel ist wieder auf.“ Das ist genau die Info, die ich benötige. Denn ab August will ich ja wieder auf’s Schiff und auch wieder Mitsegler gewinnen. Nur in der Marina zu liegen ist ja nun keine besonders reife Frucht, die meine meist deutschen Mitsegler auf HandgegenKoje, abflücken wollen. Nach Klein Curacao segeln zu können und Bonaire zu besuchen, läßt sich ja nun fast schon als Törn anbieten.

Hier in der Gegend um Huelva ist alles fest in spanischen Händen. Man sieht keine nordeuropäischen Touristen. Die Spanier ziehen mit Sonnenschirm, Campingstuhl und Kühltasche, mit Oma, Tochter und Kindern an den Strand. Zulange waren sie eingeschlossen und mit Ausgangssperre versehen. Bei El Portil steige ich am Nachmittag aus dem Auto. Es ist dunstig. Schade. Ich starte trotzdem meine Drohne und kaum bin ich auf fünfzig Meter Höhe, höre ich hinter mir, mitten in den Dünen ein Auto. Die Polizei. Was zum Teufel wollen die den nun. Ich entscheide mich die beiden Beamten zu ignorieren. Und siehe da. Statt der erwarteten Anzeige, Aufklärung oder Schlimmeren retten sie einen kaputten Campingstuhl aus dem trockenen Gestrüpp und wieseln neugierig um mich herum. Ich such das Gespräch und als sie merken, dass ich ihre Sprache spreche, kommen neugierige Frage zu meiner Drohne. „Auch mal fliegen?“ Ne. Es folgt Kopfschütteln. Mit der Konzentration war es dann nun. Ich greife meine Drohne in der Luft ab, anstatt sie auf dem staubigen Sand zu landen. Die netten Polizisten fahren von dannen und verhören den verdächtigen Campingstuhl. Mein Tag ist gelaufen. Ich lande mich selbst auf der Terrasse meines Domizils und geniesse die warme Nachluft.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Wegfliegen

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Ankommen

Das Check-in System blinkt rot. Nervös telefoniert das Personal. Na. Was kommt jetzt? „Sie können einsteigen!“ Egal. Was immer das war. Das Flugzeug ist zu 60% ausgelastet. Ich habe schon den ganzen Morgen meine FFP3 Atemmaske an. Dadrunter bekomme ich echt nur schlecht Luft. Nach dem Aufstehen hat sich Bärbel Zeit genommen mir zwei Yoga Atemübungen beizubringen. Beim Vishnu Mudra hält man sich die Nase zu. Geht nicht mit der Maske. Pranayama schon eher, aber ich weiß nicht, was mein Sitznachbar davon hält. Nicht, das der das Personal ruft. Lassen wir dann auch mal. Also schliesse ich die Augen und hoffe mal, dass es einfach gut geht. Neben mir der Platz ist frei und ich sitze am Gang. Gegenüber ist auch frei. Alles gut Micha. Ich presse den Nasenbügel dichter. Lauda-Air hebt ab und zwei Stunden später steige ich in Faro aus. Der Flughafen ist menschenleer. 20 Leute am Gepäckband. Zwei Leute bei der Autovermietung. Von mir aus könnte es immer so sein. Der brandneue Nissan Straßenflieger hat mir zu viele Knöpfe. Los geht es und binnen 30 Minuten bin ich in Spanien. Eine weitere Stunde vergeht und mein Freund Diego steht vor mir. Beidseitiges Grinsen. Wir fallen uns in die Arme. „Schön das Du lebst. Du machst Sachen“, begrüßt er mich. „Alles gut!“ An der Strandbar „Moskitos“ eine Handvoll von Diegos Kite Freunden. Kein Küsschen. Gar nicht spanisch. Ich gönne mir ein Bier. Man verabredet sich und dann funktioniert doch nichts. Um 23 Uhr finden wir uns auf dem Dorfplatz des kleinen Örtchens El Rompido wieder. 23 Uhr. Genau die richtige Zeit um erst mal ein alkoholfreies Bier und ein riesige Platte Gambas, Tost mit Thunfisch und Muscheln zu bestellen. Ich denke an meine mögliche Histamin Insuffizienz. „Ach was. Das ignorieren wir jetzt mal einfach“, rede ich mit mir selbst. Alles gut. Es geht mir bestens. Was lernen wir daraus. Immer nur Fisch am Meer essen.

Hier in El Romido hat Diego eine Schwester, die ein Haus am Meer hat. Na ja. Am Fluß zu Meer. Das Haus sieht aus wie in Cuba. Überdachte Terrasse. Einstöckig. Gitter vor den Fenstern. Schatten. Kommt das gleiche bei raus. Die Schwester lebt in Stockholm und kann nicht nach Spanien kommen. Einreiseverbot für Schweden. Verständlich. Covid. „Das ist Dein Zimmer.“ Der Deckenventilator surrt leise vor sich hin. Ich falle tot ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier sofort ein.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

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Drei Freunde

{Time:23:00:00}
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Altes Haus

Quasi zum feierlichen Abschluss meines Besuchs des Dorf’s an der Düssel, klingel ich bei Gudrun und Guido. „Mensch, bist Du pünktlich!“ „Dank E-Roller. Die stehen hier ja wie Müll auf der Straße rum. Ich hab verschlafen.“ In der Küche sprechen wir mal wieder über Krankheiten. Das ist das Thema 1, der letzten Tage, sobald ich meine alten Freunde besuche. Schlimm finde ich das. Aber so ist das, wenn man Ü50 ist. UND: Was soll man mich, Micha, auch sonst als allererstes fragen, bei den Erlebnissen der letzten 9 Monate, wenn man mich 9 Monate nicht gesehen hast. „Gut siehste aus. Hast ja sogar Haare“, kommt meist als nächstes. Eine Zeitlang reden wir also auch bei Gudrun und Guido darüber, wen es wo drückt. Gehört eben dazu. Dann Thema Nr. 2: Corona. Dann Thema Nr. 3: Hunger. Passt. Wir wechseln zum Vietnamesen. Da wir es spassig und die Bedienung schüttet die Suppe auf den Gehweg, statt sie auf den Tisch zu stellen. Den Laden merke ich mir. Wir haben Spaß im Florapark und es entsteht ein wunderschönes daypic aus 177 iphone Bildern mit Handystick. Ich war schon wieder zu faul die Backstein EOS mitzunehmen. Vielleicht schaffe ich es ja doch noch mal irgendwann an die GudrunGuido Ahnengalerie im Flur ihrer Wohnung. Auf jeden Fall wünsche ich den Beiden an dieser alles Gute für die kommenden Jahrzehnte. Gegen 22:30 verlasse ich den Ort des Geschehens. Ich bin drüber. Zuviel Inger Tee statt Rotwein, scheint mein Sprach- und Energiezentrum auch nicht mehr zu schaffen. Ich atme tief durch als ich auf der Straße bin, fühle mich nicht mehr E-Roller fahrtüchtig und mache zu Fuß einen großen Bogen um’s Frida an der Bilker Kirche.

Blog Leserin Dorothee von der INVIA, schreibt: „Hallo Michael, was du nach dem “Genuss” der Fischsuppe erlebt hast, entspricht den Symptomen einer Histaminintoleranz. Verdorbener Fisch enthält viel Histamin. Normalerweise baut ein Enzym im Dünndarm das ab. Bei zu großen Mengen oder bei Menschen, deren Dünndarm nicht genug von diesem Enzym bereit hält, kommt es zu vielerlei Symptomen. Übelkeit, Blutdruckabfall, Durchfall, Kopfschmerzen und so weiter und so weiter. Sprich es muss gar nicht an deiner durchgemachten Erkrankung als solcher liegen, was du erlebt hast. Gute Besserung jedenfalls und auf dass du nur noch frische Fischsuppe vorgesetzt bekommst!“ Nun. Danke für die Info Dorothee. Ich habe ja schon überlegt dem Inhaber von „Roberts Bistro!“ einen satten Brief zu schreiben. Entlastung gegen 1.000 Euro MARLIN Soforthilfe oder Einladung zum Ausgleichsessen für acht Personen. Da habe ich heute beim Brunch mit meinem Sohn Lukas erzählt. Worauf der meinte: „Papa, ich bin froh nicht Deinen Nachnamen zu haben!“ Jetzt bin ich sichtlich verunsichert. „Was macht man, wenn man mit Fischsuppe vergiftet wird und im Krankenhaus landet?“ Darüber muss ich wohl noch mal nachdenken.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Take a walk on the Rhein side

{Time:23:00:00}
{Date:20200704}
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Mäh

Ich ziehe heute für die nächsten beiden Tage bei meiner alten Freundin Bärbel ein. Ihre 18qm Meter Besenkammer, Umziehraum und ehemaliges Katzenklo ist jetzt ausgestattet mit einem schönen harten Futonbett. Das beste für meinen Rücken. Wir kennen uns schon so lange, wie ich Guido kenne, mit dem sie fast ebenso lange verheiratet war. „Komm. Wir gehen am Rhein spazieren.“ Am Rheinturm vorbei, geht es am Ufer des Düsseldorfer Flusses, Richtung Hamm. „Bärbel. Nun renn doch nicht so. Wir haben doch keinen Termin. Du bist ja genau so schlimm wie Nathalie.“ Ich sehe mehr Bärbels Schultern. Vorbei am Golf Platz und der Lausward. Hier bin ich jahrzehntelang mit meinen Hunden und Freunden, meinen Freundinnen und Bekanntschaften spazieren gegangen. Meist nach durchzechten Düsseldorfer Altstadtnächten, mit dickem Kopf. Heute habe ich keinen dicken Kopf. Trinke ja keinen Alkohol. Wir ziehen an Shaun dem Schaf vorbei. Der Bauer ist nicht da und am Horizont erschein die Terrasse des Hammer Ruderclubs. Da sitzen wir. Ich friere. Mal wieder. Bärbel und ich haben viel zu erzählen. Von damals, von gestern von heute und sogar von morgen. Wir sind in die Jahre gekommen, verstehen uns immer noch so wie früher. Schön ist es in Düsseldorf. Nicht bei Guido zu übernachten hat auch was. Mal was anderes.


Mitsegeln auf der MARLIN.

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Kunst zur Beruhigung

{Time:23:00:00}
{Date:20200703}
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{Title:Kunst zur Beruhigung}

Raketenstation Hombroich

Nach den gestrigen wilden Ereignissen steht heute Ruhe an. Ein Besuch der Raketenstation Hombroich. Kannte ich noch nicht, obwohl mein Heimatrevier. Ein Ort der Verzauberung. Muss man selbst gesehen haben. Der Himmel passt zum Ambiente. Mir tut die Ferne von Flensburg gut, läßt mich auf andere Gedanken kommen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Kunstautomat

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Was einem nicht so alles auf dem Weg zum Bahnhof begegnet.

Das kann eigentlich nur Flensburg sein. An der Mauer hängt ein eindeutig zweckentfremder Zigarettenautomat aus den 80igern. Superschön bemalt, er läßt mein Auge vor der Installation verweilen. Für vier Euro wird hier Kunst verkauft. „Mist, ich habe keine vier Euro dabei!“ Also wenigstens ein Foto. Später google ich natürlich und siehe da. Die Idee kommt aus Berlin und Kunstautomaten sind viele in Deutschland verteilt. Also Augen auf und immer vier Euro dabei haben. „Kunst statt Kippe“, schon aufgefallen? Wir haben 9.000 Menschen in Deutschland, die an den Folgen von Corona gestorben sind. Mögen es 12.000 zum Jahresende werden, so stehen dem Virus 120.000 Menschen gegenüber, also die 10 fache Menge, die an den Folgen von Zigarettenkonsum sterben werden. Dann doch lieber Kunstautomaten, finde ich.

Zwischenstation Düsseldorf. Nach sechs Stunden Fahrt in einem etwas überfüllten RE und dann IC erreiche ich das Airbnb „Idyllisches Hinterhofzimmer“, meine Bleibe für die Nacht. 16 Jahre Düsseldorf haben anscheinend eben doch nicht gereicht. Zumal ein Handvoll Freunde, zwei Söhne den Aufenthalt sinnvoll machen. Am sinnvollsten ist der Abflug am Montag nach Faro, der nämlich ab Flughafen Düsseldorf geht.

Ein Spaziergang im Hafen, wo sonst?, endet in Roberts Bistro bei einer Bouillabaisse (Fischsuppe). Die Hälfte der Suppe lasse ich zurück gehen, zu salzig, mundet nicht, ich weiß nicht. Irgend etwas ist komisch. Eine halbe Stunde später liege ich im Bett meines Idyllischen Hinterhofzimmers und mein Kreislauf geht so Hopps, dass mir schwarz vor Augen wird und ich am ganzen Körper zittere, so dass ich den Notarzt rufe. Vorher nehme ich mir noch eine Beruhigungspille. Die nehmen mich direkt mit ins Krankenhaus. Na. Da wollte ich heute eigentlich gar nicht mehr hin. Die bärtige Schwester vom Dienst stellt normale Vitalwerte fest. Also Blutdruck, Fieber, Zucker, EKG etc. Dem diensthabenden ukrainischen Assistenzarzt muss ich ein Bluttest aus den Rippen schneiden. „Da musst Du jetzt aber 2-3 Stunden warten.“ Ich darf netterweise im Behandlungszimmer 2 der Ambulanz warten und die Vorräte an Mineralwasser aufbrauchen. Nach 45 Minuten sind die Blutwerte da. Alles im grünen Bereich. „Die Fischsuppe? Der antibiotikaverseuchte Zuchtlachs in der Suppe? Oder hat sich Wnuk einfach übernommen mit dem Tagesplan?“ Das Reise-Reise-Spiel muss ich wohl noch nen bisschen üben. Gut, dass ich nicht schon im Flieger nach Curacao gesessen habe. Dann wäre ich jetzt erst einmal in zweiwöchiger Quarantäne gelandet. Morgen neuer Tag. Kann nur besser werden.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Bruderherz

{Time:22:00:00}
{Date:20200630}
{Position:54°47.4387’N, 009°25.7729’E}
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Brief an meinen Stammzellen-Spender

„Blut ist dicker als Wasser!“, so heißt es doch. Nun, dass versteht sich ja in der Regel unter Geschwistern. Wir sind ja nun auch blutsverwandt. Zu 99% ich von Dir. Das verbindet und ich finde es ist mal wieder an der Zeit für ein paar Zeilen. Leider weiß ich Deinen Namen ja noch nicht und auch dies wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Wie Du an dem Bild siehst, hat Deine Spende mein zweites Leben nun schon 165 Tage verlängert. Das hast Du sehr, sehr gut gemacht!

Ich muss zugeben, dass die Zeit bis heute nicht unbedingt immer einfach war. Die Medikamente, das GvHD, die Nebenwirkungen und vor allen Dingen die Nachwirkungen der Chemo und die unmittelbare Neuropathie. Die parallele Pandemie hat mich natürlich auch in Angst und Schrecken versetzt, zugehörig zur Risikogruppe, keiner konnte mir sagen, was wäre wenn. Inzwischen liegt das alles ein gehöriges Stück hinter mir. Alle zwei Tage nehme ich noch ein leichtes prophylaktisches Antibiotikum. Das war’s. In der letzten Blutprobe konnte molekularbiologisch keine genveränderten Stammzellen nachgewiesen werden. Hurra! wollte ich schreien, da fiel mir auf, dass mein Onkologe mir das ja 2019 schon mal berichtet hatte und ich dann doch wieder mit einer AML daherkam, nur eine neue, schlimmere, die er NUR mit Deiner Spende erfolgreich behandeln konnte. Also klopfe ich dreimal auf Holz, schliesse die Augen und hoffe einfach, dass die Ergebnisse so bleiben. Der größte Schmerz eines Turmorkranken ist die Angst davor, dass die Krankheit zurück kommt. Sticht es im Bauch, kratzt es im Hals, ein Ziehen unter den Rippen, bei jedem Symptom ist diese Angst wieder da. Morgen kann es wieder los gehen. So ist das. Damit zu Leben muss man lernen. Das ist nicht besonders einfach.

Übermorgen werde ich in den Zug steigen und Reisen. Mein Zuhause schwimmt und durch Corona schwimmt es jetzt in Südamerika. Da komme ich im Moment noch nicht hin. Somit versuche ich jetzt erst einmal eine kleine Reise nach Portugal. Dann weiter nach Spanien. Einen Freund besuchen, mit dem ich letztes Jahr noch Segeln und Kiten war. Das Meer sehen und die Seele baumeln lassen. Sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, Energie tanken. Das ist ein großer Schritt nach vorne für mich. Grade habe meine Toilette gepackt und sie ist schon fast wie die eines Gesunden. Jetzt kommt’s: Ja Ich bin gesund. Ich schaue in den Spiegel. Da steht jemand der etwas anders ist. Vielleicht ein paar Jahre schneller gealtert, immer noch ich. Mein Blick ist klar, meine Gedanken geordnet. Ich habe mich lange nicht so gut gefühlt. Dank Dir.

So Blutsbruderherz. Auf dass es Dir mindestens genauso gut geht wie mir. Deine Welt Dir Freunde am Leben gibt und fühl Dich einfach gedrückt.

Bruderherz.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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