Archiv der Kategorie: SY Marlin

Stetig kommen wir unserem Ziel Horta näher

Zwischen dem zwölftem und dem vierzehnten Tag auf See

“Ne. Ich schreibe da nicht ‚Dreizehnter Tag auf See’ Da kann ja werweisswas passieren. Mast fällt runter oder so!“ Uns trennen noch 24h um den Längengrad der Insel Flores / Azoren zu übersegeln. Wir segeln. Immer noch und immer noch relativ schnell für grade mal 11 Knoten Wind. Harald, von der CREW 42 hat geschrieben. Er hat geschrieben, wie seine Zeit auf der MARLIN für ihn war. Für mich sind das wichtige Zeilen, die ich unzensiert für den Bereich Kundenreferenzen auf der marlin-expeditions.com Seite einbinde, wie immer wenn sie für unser zukünftigen Mitsegler informativ geschrieben sind. Bevor Interessenten ihre Zeit auf der MARLIN buchen, weiß ich, wird diese Seite intensiv studiert. Im Original schreibt Harald wie folgt:  

Cuba Familienurlaub CREW 42

Barfuß in der Karibik. Die „Kinder“ fahren nochmal mit in Urlaub. Kinder stimmt ja nicht mehr: Leon ist schon 22 und Henry auch schon 19. In dem Alter ist Urlaub mit den Eltern ja extrem uncool. Es sei denn, das Reiseziel stimmt. Cuba. Und dann noch segeln in der Karibik zu den vorgelagerten Inseln, den Cayos. Wie toll ist das denn. Einmal fragen hat gereicht und beide sind sofort hellauf begeistert. Und was das für ein toller Urlaub war. Mit Skipper segeln kann ja schon mal kritisch sein und andere an Bord muss auch nicht unbedingt klappen. Die jungen Männer machen mit den Älteren Urlaub und sind dann auch noch auf engem Raum unterwegs. Mal schnell aussteigen geht dann ja nicht. Diese Bedenken sind aber auf der Marlin völlig unbegründet. Skipper Micha macht kurze und knappe Briefings und bindet die Junges gleich mit ein. Jeder hat dann so seine Aufgaben. Daraus wird im Verlauf auch eine enge Bindung, die unseren Jungs und auch Micha gut tun. Nicht nur an Bord, sondern auch auf den Partys an Land, wo zu cubanischen Klängen lässig mit den Hintern gewackelt wird. Bei den Cubanern sieht das ja auch gleich extrem elegant aus. An Bord gibt es immer viel zu tun, aber am Strand liegen und im flachen warmen Wasser Seesterne gucken oder mit Kokosnüssen werfen ist auch drin. Den Törn Rhythmus geben wir, die Crew 42, vor. Micha macht da keinen Stress. Er ist da, wenn was zu tun ist oder zieht sich zurück und macht irgendwas. Was das war und was er so alles gemacht hat haben wir erst hinterher im Blog gelesen. Das war schon eine Menge von der wir so gar nichts mitbekommen haben. Er hat uns da in Ruhe unseren entspannten Urlaub leben lassen. Auch cool. Geholfen haben wir dennoch immer gerne, wenn er unsere Hilfe brauchte. Nach ein wenig Einweisung klappte das Segeln immer besser und wenn es erst gegen Mittag losgeht ist das auch nicht schlimm, ist ja Urlaub und irgendwie sehen wir das alle so. Aber das war ja bei weitem nicht das Tollste. Entschuldigung liebe Marlin, ist nicht bös gemeint. Du bist ein super tolles Schiff mit viel Platz und flott am Wind, absolut sicher und schneidig, mit bequemen Kojen …. Ein Boot zum verlieben, was man nie mehr verlassen möchte. Wir können Micha da schon gut verstehen. Das Tollste waren die Ziele, die er uns gezeigt hat: türkisfarbenes warmes Wasser, in dem das Schwimmen im Sonnenauf- oder untergang ein Traum war, schnorcheln und entdecken der Unterwasserwelt, feinster weißer Sandstrand, den man ohne Sonnenbrille kaum ansehen kann. Cuba Lifestyle am Leuchtturm, auf Expedition mit den Insel-Rangern auf der Suche nach Krokodilen und Affen oder beim Sundowner, der sanft geschaukelt und nicht gerührt an der Süllkante am besten schmeckt. Die Trinkkokosnüsse, die man mit wenig Rum verfeinert und die dann nach viel mehr schmecken, waren immer en Highlight. In den bescheidenen Supermärkten mit den leeren Regalen und der ungewohnt mageren Auswahl sieht man die andere Seite von Cuba. Konsum wie in den westlichen Ländern gibt es hier nicht. Alles wird gebraucht und auch die alte ausgemusterte Bordbatterie findet schnell einen neuen Abnehmer und wird noch ein langes Leben fristen. Gefehlt hat trotz der „Armut“ nie etwas. Armut ist ja auch relativ: wenig Konsumgüter aber viel Zeit für sich und andere. Entspannte Lebensart ohne Hektik – Cuba ist reich daran – weniger ist mehr lernt man hier. Und der fangfrischer Fisch vom Kutter frei Boot gegen Rum getauscht ist Gaumenkitzel vom Feinsten. Und wer noch keine Langusten a`la Micha gekostet hat, hat eben noch keine Langusten gegessen. Küchenarbeit wurde geteilt, jeder durfte mal kochen, aber besonders gut waren die Künste des Skippers. Unvergessen bleiben die hübschen Conches, die mühsam gesucht und ertaucht werden müssen, um dann nach harter Arbeit beim Öffnen 24h später in Zitronen-Sud mariniert, im Salat unglaublich zart schmecken. Tage, die wie im Flug, viel zu schnell vergehen. Kaum ist man da, geht´s schon wieder zurück. 2 Wochen sind definitiv zu kurz , um den Lebensrhythmus an Bord einzuatmen und runterzukommen. Ein guter Anfang, aber definitiv zu kurz. Ich persönlich freue mich auf die Atlantikpassage im Winter Ost/West nach Brasilien. Sofern mich der Skipper mitnimmt. Es kommen ja auch nur handverlesene Gäste an Bord. Ist auch gut so. Passt halt nicht immer jeder zu jedem und vorher wissen kann man das auch nicht. Hier hatte alles gepasst. Die Junges schwärmen immer noch und wir sind im allgemeinen Arbeitsalltag im Rückblick noch immer beseelt von einem tollen Urlaub mit maximalem Entspannungs- und Erlebnisfaktor, der noch lange nachhallt. Und wenn wir Sehnsucht haben, helfen die Blogeinträge und Bilder weiter. Danke Micha für einen tollen Urlaub Skippers Anmerkung: Wer jetzt denkt, dass es immer toll war an Bord die ganzen Zeit. Der irrt. Auch mit den Menkers hat es mal geknallt. Klar. Wenn sieben Menschen für 2 Wochen auf ca. 55qm Lebensraum, an denen immer einer wackelt, zusammen leben, dann knallt es eben auch mal. Das gute daran, grade mit den Haralds Familie war die grundlegende menschliche Sympathie und Kompromissbereitschaft, die diesen Törn auch für mich zu einem Vorzeigetörn gemacht hat, wo ich mir dann sage: „Ist ja doch nen toller Job den du da hast und machst Micha.“ Danke an Harald und Familie für diese tolle Zeit. Harald wird im Winter über Weihnachten und Neujahr mit über den Atlantik segeln. Da freue ich mich richtig drauf! Kurze 12 Tage Törns werden wir in der kommenden Zeit allerdings nicht mehr anbieten. Das hat sich als generell als zu kurz gezeigt. Drei Wochen ist schon mindestens notwendig um sich an Schiff und Besatzung gewöhnen zu können. Besser sind vier oder mehr Wochen an Bord insbesondere, wenn in diesem Zeitraum ein Ocean überquert wird, lange oder schwierige Strecke zu segeln sind. Wir erarbeiten derzeit Teilstrecken als Angebot auf unserer Website, die generell aber jederzeit Zu- und Aussteigen ermöglichen sollen. Insbesondere werden wir in Zukunft mehr Wert auf Landausflüge und geführtes Begleitprogramm legen. Wer Interesse daran hat, schaut regelmäßig auf MARLIN-Expeditions.com der Entwicklung unserer Angebote zu. Die Grafik zeigt die derzeitige Planung der MARLIN ab Oktober 2018 beginnend in Faro.Wer die Angebote nicht abwarten will kann sich jederzeit über unser Formular als Mitsegler bewerben.  

Micha hat den Ocean Blues

Zwölfter Tag auf See

Hätte Ralf mal nicht so große Töne gespuckt. Kurzum ist Generator Erika in den Streik getreten und zwar richtig. Letzte Nacht dann olle Welle aus Ost, Wind aus SE und wir fangen an mitten aufm Atlantik aufzukreuzen. Ne. Das muss wirklich nicht sein. MARLIN macht das auch nicht gerne. Ich mach das nicht gerne. CREW 45 macht das nicht gerne. Es ist fast wie im Miami Channel. „Ralf. Weck mich wenn Du nicht mehr weiter weist.“ Ralf weckt mich nicht und reffen tut er auch nicht. So werde ich wach, als das Wasser bereits an den Portlights des Kajütdachs der MARLIN vorbeirauscht und das Schiff sich mit 3 Knoten in den Wellen einstampft. „Eh. Was macht ihr da.“ Zugegeben, ich war wohl nicht grade freundlich zurückhaltend, als ich MARLIN aus ihrer 45° Zwangsjacke, seitwärts driftend, bei 26 Knoten Wind befreie. Hana und Ralf stehen da wie nassgewordene Pudel. Als MARLIN nach Zupfen hier, fieren dort, reffen sowieso, wieder elegant mit acht Knoten durch die Wellen sch neidet, versteht Ralf, dass Wache eben nicht nur Wachen ist. „Weck mich einfach das nächste Mal.“ „Joh.Is gut.“ Die Nacht war dann natürlich gelaufen. 25 Knoten Wind ist ja nicht viel, aber aus der Richtung da wo man hin muss, dass kann echt nerven. Is halte eben nix wo man aufs Knöpfchen drückt und der Autopilot macht das schon, sondern da geht es darum das Schiff zu beschleunigen um sich so selbst den Wind zu machen um durch und über die Wellen zu reiten, die gemein von schräg vorne kommen. Lautes Segeln ist das, wenn die Aluminiumdose auf die Brechern knallt und das ganze Schiff rappelt als wenn es ein paar Meter runter auf die Erde knallt. Wasser ist nicht weich. Wasser ist hart. Wir segeln nach Süden, wir segeln nach Norden, nach Ost und damit zum Ziel segeln wir auch: Ein bisschen. Eigentlich kaum der Rede wert. Aus der Verzweiflung heraus könnte ich beidrehen, was aber auch nichts bringt. Sehnsüchtig warte ich auf die Winddrehung die so langsam kommt wie sie vorhergesagt ist und gefühlt noch ein bisschen langsamer. Zwischendurch sitze ich im Pilothaus, mein Kopf sack t nach vorne und in kurzen Schüben schlafe ich häppchenweise. Meine Crew ist wie eingeteilt bei mir und hilft oder macht die Manöver selbstständig, die gemacht werden müssen, macht alles womit man sie beauftragt, zur vollen Zufriedenheit. Hana hat mir einen echten Kurzhaarschnitt verpasst. Hat ja den Vorteil, dass ich keine grauen Haare bekommen habe in der letzten Nacht. Am Vormittag liegen wir Kurs NE an. Ist ja schon mal was. Die elektronische Windfahne dreht mit. Unser größtes Problem sind derzeit die Portugiesischen Galeeren, kleine segelnde Quallen, die im Wasser mehrere Meter lange, giftige Tentakel haben. Diese verfangen sich im Schaufelrad unserer Logge, die die Fahrt durchs Wasser misst und mit den Daten scheinbaren und echten Wind berechnet, verkleben diese. Der Autopilot unter Windfahnensteuerung findet das nicht grade lustig. Warum auch immer ist mir unklar. Ich muss dann das Bodenbrett in der Vorkabine hochklappen und die gallertartige Masse mit einer alten Zahnbürste und eine Zahnarztnadel aus dem Messgerät rauskratzen, um die Logge wieder funktionstüchtig zu machen. Zweimal pro Tag passiert das in der Regel seit den Bermudas. Klar auch Nachts. Ist meine Aufgabe, denn die Tentakel haben brennende Nesselzellen an ihrer Oberfläche. Am Anfang trage ich noch Handschuhe, so fies sind die Berührungen damit, später berühre ich die Tentakel einfach nicht mehr. Irgendwann holt sich der Körper den Schlaf, den er braucht und weil meine Koje auf Lee liegt, schlafe ich bevorzugt im Salon ein. Als ich wach werde hat der Wind wieder ein paar Grad gedreht und kommt jetzt Halb. Guten Mutes, mit einer Mütze Schlaf ausgerüstet, motiviere ich meine Mitsegler die Genua mit dem Spibaum auszubaumen. Briefing im Pilothaus, Umsetzung an Deck. Alles klappt prima. Genua raus und wir segeln mit fast senkrecht stehendem Mast und neuneinhalb Knoten. Leider Richtung Biskaya. „Hmm. Etwas verschätzt. Sehen wir es als Übung für den Schlag von Horta nach Faro. Was meint ihr?“ Mein breites Grinsen kommt nicht so richtig überzeugend an. Wir bauen alles wieder ab. Dann setzt sich bei mir ein Blues ab. Ocean Blues. Für 20 Minuten schaue ich auf’s Wasser und will einfach nicht mehr. Keine blaues Wasser, kein Horizont, keine Mitsegler, kein Schiff, keine blauen Himmel, keine Segel… Für 20 Minuten verliere ich die Orientierung in meinem Leben. I ch kenne diese Zustände. Passiert einfach mal zwischendurch, meist mit Schlafmangel und Überreizung vermischt, meist wenn der nächste Hafen naht aber doch noch schier unerreichbar weit weg ist. Noch 335sm bis zum Rotwein Anlegeglas auf Horta.  

Moin, Moin von der MARLIN

Zehnter Tag auf See

Ich bin Ralf, Crewmitglied beim MARLIN Segeltörn „Havanna – Horta“. Was braucht ein echter Hamburger Jung für eine angenehme Atlantiküberquerung? Richtig: ein St. Pauli Kopfkissen und ein Astra. Mit der Flasche Astra ist es schwierig auf dem Atlantik. Darum habe ich einen „ORIGINAL ASTRA TOTSCHLÄGER“ dabei. Der sorgt dafür, dass es keine Fliegen an Bord gibt. Zum Tagesablauf: Schlafen, Wache, Essen, Schlafen, Essen, Dösen und dann wieder von vorne. Voll entspannend. Während der Wache schaue ich stundenlang auf das Meer und zu den Wolken. Diese Unendlichkeit ist magisch. Die Gedanken kommen und gehen ohne dass man sagen kann, worüber man nachgedacht hat. Manchmal fallen mir alte Seemannslieder ein, z.B. „Wir lagen vor Madagaskar.“ Nun, wir haben hier nicht die Pest, keiner geht über Bord und damit wir kein faules Wasser bekommen haben wir Erika und Moses. Erika ist unser Generator, sehr sensibel. Man muss sie streicheln und ihr gut zureden, dann s chnurrt sie wie eine Katze. Sie liefert Strom für Moses, unseren Wassermacher. Er ist sehr zuverlässig. Dann ist noch Johann da, unser Yanmar Motor. Gibt man ihm genug Kühlwasser und Diesel ist er zufrieden und tut seinen Dienst. Sehr wichtig ist das Essen. Das können sie alle richtig gut. Was die in der Kombüse zaubern ist der Hammer. Eigentlich wollte ich etwas abnehmen, aber das kann ich bei dem Essen knicken. Da hier keiner mein Dosen-Ravioli mag, hab ich die Backschaft und das Kaffeekochen übernommen. Noch ein paar Worte zur MARLIN und dem Skipper. Die MARLIN ist ein tolles Schiff, sehr sicher, zuverlässig und auch bei wenig Wind sehr schnell. Haben ja gerade den französischen Katamaran AMUSE versägt. Michael ist ein Skipper der klaren Worte, ein Vollprofi, der uns die Sicherheit für diesen Törn gibt. Er weiß immer genau, was getan werden muss. Vor jedem Manöver gibt es ein Briefing, wobei er jedem sagt, was zu tun ist. Steht er am Ruder, kommen seine Komm andos ruhig und präzise. Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber die Pflicht ruft. Ich muss Geschirr spülen und der Skipper ruft nach Kaffee. Vielleicht hat ja jemand Lust auf einen schönen, außergewöhnlichen Segeltörn mit der MARLIN bekommen, dann meldet Euch bei Michael, er wird sich freuen, Euch an Bord begrüßen zu dürfen. Seemannsgrüße Ralf.  

Der Himmel über der MARLIN

Neunter Tag auf See

Wetter is ja nu auf’m Kutter immer gern gesehen. Die Möglichkeiten sind weitläufig bekannt. Die zuverlässigste Methode ist dabei aus’m Fenster zu schauen. Wir treiben da auf See noch ein bisschen mehr Aufwand. Über Kurzwellenradio, PACTOR Modem und Satellit empfangen wir sogenannte GRIB Daten. Das ist ja nu inzwischen auch schon weitläufig bekannt und mit Internet, bevor man lossegelt, für drei Tage schon Recht zuverlässig. Geht also auch übers Smartphone. Leider aber nur im Hafen. Wir machen das eben auch auf See.
Satellitenaufnahme und Meterologische Bodendruckkarten: Da kommen wir dann in den Bereich, wo es zumindest für mich aber erst richtig interessant wird. Ich will nämlich nicht nur das Wetter für drei Tage wissen, wenn ich lossegel, sondern auch die Großwetterlage. Diese ändert sich jeden Tag, nicht drastisch, aber eben konsequent permanent. Daher ist es praktisch den Himmel über sich zu kennen. Bestenfalls aus dem Blickwinkel des GOES Satelliten, der nicht nur das Wolkenbild über der MARLIN sieht, sondern über dem gesamten Nordatlantik. Diese drei Bilder kann man nun mit dem LunaMiniPC jeweils im Paar übereinanderlegen und bekommt so einen perfekten Überblick über das Wetter in den nächsten X-Tagen mit der Berechnung unserer zukünftigen Position und der zu erwartenden Windverhältnisse im 3 Stunden Rhythmus. Die Genauigkeit sinkt dabei ab Tag 4 drastisch ab. Macht aber nix, weil wir ja jeden Tag unsere Berechnung erneuern. So können wir immer mindestens vier T age in die Zukunft blicken und wissen somit ziemlich genau, dass wir erst am Samstag in Horta auftauchen werden und vorher noch ein Front abbekommen. Also wieder Socken und Ölzeug an. Gut das es LUNATRONIC gibt. Da kann man solche Systeme, Beratung, Training und Meer käuflich erwerben.  

Bergfest

Achter Tag auf See

Weg ist der Wind. Azorenhoch. Nicht ganz die Augsburger Puppenkistensee aber fast. Blauer Himmel und Johann schiebt. Schön ist das. Wir waschen Wäsche. Wir waschen uns. Hana rasiert Micha die Haare ab und wir trinken Mittags Rotwein, essen Tortilla und spanisches Huhn. Schön ist das. Der Klassiker. Bergfest. Wir haben die Hälfte der Strecke geschafft oder hinter uns gebracht. Ansonsten ist eigentlich nicht viel zu sagen oder passiert. Man könnte ja so viel machen, aber eigentlich, wenn es nicht grade notwendig ist, kann man es auch lassen und das Buch weiterlesen, dass man angefangen hat. Wenn der Skipper schon Bücher liest, dann hat es was.
Für den Wochenanfang ist dann noch mal ordentlich Wind angesagt. Von Hinten, wie Skipperkollege Jan nett schreibt. Der läuft jeden Tag im Hamsterrad und arbeitet an seiner Normalität, an seinem Master in der Uni. Auch nicht schlecht. Dann werde ich wohl mal die Tour Azoren – Faro selbst segeln. Hätte ich ja auch an Jan abgegeben. Jetzt muss ich allerdings sagen, würde ich die Tour nicht mehr gerne abgeben, denn aus der Chaoscrew hat sich eine Traumschiffcrew entwickelt. Alle machen ihre Aufgaben so gut, dass es wirklich eine Freude ist für sie wie für mich miteinander zu segeln. Ganz ehrlich, verglichen mit meinen anderen sieben Atlantiküberquerungen, wo es immer mindestens einen gab, der eher ein Kompromiss war, so ist der Soul an Bord mit Helen, Hana, Ralf und Stephan eine Freude sondergleichen. Auch wenn Stephan und Ralf in Horta ausgewechselt werden, ich glaube das bleibt so. Meine Körpergefühl ist ebenfalls weiter gutstimmig. Ja. Ich freue mich im Juni nach Flensburg zu kommen, meine Kinder zu nehmen und mit ihnen in den Sommerurlaub zu starten. Wir haben entschieden aus einer schnellen Flugbewegung eine langsame Autobewegung mit vielen Stops zu machen um die MARLIN zu erreichen. Es verspricht, ja ich hoffe, es wird ein ganz normaler Familien-Sommer zu werden. Keep Finger crossed.  

Gegenwind

Siebter Tag auf See

Wir nehmen aber auch alles mit. Die Französische AMUSE taucht immer mal wieder auf. Ein kleines Katz und Maus Spiel. „Skipper. Da ist eine große schwarze Wolke.“ Stephan weckt mich mit einer meiner Lieblingsbegründungen. „Is klar.“ Trotzdem ziehe ich meine Musto Klamotten an, Socken!, Segelstiefel und sehe aus wie ein Monster. Da legt sich die MARLIN auch schon auf die Seite und es fängt an widerlich zu regnen. Ich hatte das ja schon in der Wetterprognose gesehen und schon gestern habe ich die Socken rausgeholt. Nach vier Monaten und 20 Tagen wieder Socken anziehen. Was für ein Gefühl. Es ist wie immer. Auf der Hälfte des Weges über den Teich trifft einen das Azorenhoch. Uns nun erst einmal mit Gegenwind. Die Segel werden kleiner und wir fallen ab. Irgendwann können wir segeln. „Die AMUSE ist wieder hinter uns!“, Ralf steht in der Tür. Ich glaub es ja nicht und schaue mir die Bescherung auf dem Bordrechner an. Klare Sache. Die AMUSE ist 11 Meilen hin ter uns und bewegt sich mit 5,5 Knoten fast auf unserem Kurs. „Nein. Wir segeln.“ Ich frage auf Funk mal nach ob unsere Freunde denn nun Motoren. „Was habt ihr denn für ein Schiff?“ „Eine 460er Outremer“ Mir fehlen die Worte. Den AIS Kurs des Cat’s würde ich eher einer X-Yacht zumuten, als einem Zweirümpfer, so am Wind müssen die französischen Kollegen arbeiten und dabei fast sechs Knoten erreichen. „O.K. Impressive!“ Ich verabschiede mich auf Funk. Na. Ob ich das glauben soll? Wir segeln Richtung SE. MARLIN ist ja nun mit ihrem gemäßigten Langkiel nicht die beste am Wind. Für mich ist das o.k. Ich kann mich noch an die IRON LADY erinnern. Mit der Regenwolke von heute morgen hat sich alles geändert. Statt tropischer Temperaturen hat uns Europa empfangen. 20 Grad Aussentemperatur. Der Skipper holt seine Funktionsunterwäsche für die Nacht und die Socken für den Tag heraus. Na wenigstens die Handschuhe bleiben uns erst einmal erspart. Heute soll es Wind aus Ost haben und Morgen sollen wir einen Tag mit dem Motor durch das Zentrum vom Hoch. Das war quasi zu erwarten und ich bin froh wenn die Bewegung des Hochs von Nord nach Süd prognostiziert ist und nicht mit uns im Kern Richtung Horta. Zum Abend hin haben wir wieder die AMUSE im Kielwasser. Die Segeln wieder etwas höher am Wind als wir und genau die gleiche Geschwindigkeit. Ich rufe nicht wieder an. „Wenn eine Outremer wirklich so hoch am Wind segeln kann, verkaufe ich die MARLIN und schaffe mir so ein Schiff an.“ Wir zupfen an unserer Fock. Hier ein bisschen, da ein bisschen. Langsam folgen uns die Franzosen. Ein Schiff = Segeln. Zwei Schiffe = Regatta. Bei uns gibt es Abendessen und danach fragt mich Helen: „Können wir für die Backschaft weniger schräg?“ Ich habe ein Einsehen. Segeldruck raus, Schräglage weg. Wir laufen immer noch fünf Knoten. Da passieren seltsame Sachen auf dem AIS. Plötzlich wir die AMUSE langsamer. Vier Knoten und der Kurs fällt deutlich ab. „Die haben ihren Motor ausgemacht. Is doch klar.“ Ralf lacht sich scheckig. „Die haben Dich am Funk verarscht. Jetzt machen die sich bettfertig und wollen keinen Krach mehr.“ Ich nicke. Ja. Sehe ich auch so. Morgen ist Bergfest  

Fünf Mimosen auf See

Sechster Tag auf See

Das mit dem Fischen hat auch direkt geklappt. Stephan hatte einen mindestens 22kg Yellowfin an der Angel. So groß, dass ich sogar die Genua mit der Elektrowinsch reingeholt habe und beigedreht habe. Dann war er aber wieder los der Yellowfin …oder das Büschel Seegras. Die Wahrheit werden wir nie erfahren. So spielen wir bei angenehmen Rückenwind Phase 10 im Pilothaus und lassen es uns gutgehen. Frisches MARLIN Wasser aus der Kühlung tut seine Wirkung. Der Abend wird spät und Stephan gewinnt der ersten Preis: Er darf alle Fenster der MARLIN von Innen und Aussen putzen. Herzlichen Glückwunsch Stephan. Schon eine tolle Erfahrung, dass man auch ohne Alkohol so viel und dauerhaft Spaß haben kann. Die Crew ist komplett schlagfertig in allen Lebenslagen. Alle teilen verbal gerne aus und alle können auch gut einstecken. Teils kommt es auch mal zu Missverständnissen, natürlich grade beim Phase 10 spielen. Deshalb haben wir uns umbenannt. Die Fünf Mimosen von der MARLIN. Nein. Alles gut. Wir verstehen uns bestens. Weit besser als geplant!
Nachdem Christian weg war, gab es natürlich ein richtiges Problem mit der Wachaufteilung. Da bin ich ja kreativ. Wir segeln unsere Wachen jetzt nach Farben. Der Skipper ist immer blau! Eigentlich ja sowieso 24/7, auf Wache, möchte aber auch mit jedem mal eine Wache zu zweit schieben. Die CREW wechselt alle drei Tage ihre Farbe. Das ist das Motto und es wird angenommen. Bis jetzt hat’s super geklappt. Heute ist der erste Farbwechsel. Mal schauen wie das klappt. Auf jeden Fall ein Experiment dessen Ausgang für die Zukunft interessant ist und adaptierbar auf andere CREW’s. Ich werde berichten. Wir stecken weit südlich einen Sturmtiefs das von Neufundland direkt über unsere Köpfe nach Osten hinwegbraust. Es brettert der Wind mit 25-28 kn von raumshots aus West und wir sind die Flying Dutchman, fliegen knapp über der Wasseroberfläche in Spitzen mit 10 Knoten. Haben wir es eilig? Ralf sitzt draussen und darf frei entscheiden, ob er mal wieder einen Meter Genaua rausgibt oder dann doch Angst bekommt und wieder refft. Hana kennt das alles noch nicht so genau und geniest einfach den Wind um die Nase. Ihr ist vollkommen unklar wieviel Wind viel Wind ist. Der Vorteil des Segelanfängers. Manchmal beneidenswert. Der Wind wird in den nächsten 12 Stunden ordentlich drehen und am Ende gibt es ordentlich auf die Nase. Westwind. Gegenwind. Es bleibt also spannend. Noch 1.158 nm ToGo!  

MARLINv beat the French Cat

Fünfter Tag auf See

La Caracola. Mir ist die MARLIN viel zu langsam. Kein Wind für uns. Seit 2 Tagen dümpeln wir mit fünf bis sechs Knoten bei Vollzeug in der Atlantikdünung. Ich bekomme schon Druckstellen vom Rumsitzen. Zehn Knoten Wind, manchmal 14 Knoten Wind, schlagende Segel. Oha! Ich bekomme die Krätze. Da freu ich mich fast schon auf das Hoch am Wochenende, dass für einen Tag drehende Headwinds bringen soll. Dann durchs Hoch. Da kann man dann Wäsche waschen. Da erscheint ein Opfer auf dem AIS. Scheint wohl eine Lagoon zu sein. MARLIN zieht unter Vollzeug und elegant mit sieben Knoten an dem Genacker getakelten Zweirümpfer vorbei. Das französisch geflaggte Boot meldet sich per Funk. „You look pretty good with your wings“, kommt aus dem Lautsprecher. Wir unterhalten uns auf Englisch, der Franzose mit britischem Akzent. Da scheint plötzlich der Skipper der Lagoon wach geworden zu sein und ergreift das Mikrofon: „We are a French boat and speak French!“ Hmm. Hallooooo? Ok. Der Nette mit dem britischen Akzent darf auch noch mal. „We will see each other in Horta!“ Nun ja. Welcher Zweirümpfer wird schon gerne von nem Mono überholt? Meine CREW 45 hat Grund zu lachen. Gut das es so ist und nicht anders herum. Mit dem Wind von hinten segeln wir aufrecht. O.K. Manchmal kommt eine größere Welle und wir geigen etwas ein, trotzdem stelle ich mich in die Küche, hacke die gefrorenen Hühnerbeine mit Hammer und Messer spanisch in 2cm lange Teile und mache ein echtes Thai Curry a la O, der Thailändischen Köchin auf der LA CARDINALA, die mir das gezeigt hat. Die Tricks sind gar nicht schwierig, man muss sie eben einfach nur kennen. Green Curry ist eben nicht Green Curry. Das schmeckt auch meine CREW 45. „Oh. Ahh. Puuh. Hot!“, so legen sie los. Dann Schweigen. Dann rennt der erste runter und holt Servietten wegen der Schweißperlen auf der Stirn. „Ist lecker. Aber scharf. Darf ich mal das Wasser?“ Es bleiben nur zwei Löffel über. Die nehme ich. „Is übrigens noch Krautsalat da.“ Für die Nacht gehen wir auf stb Bug. Den Spibaum lassen wir stehen, fahren eine Q-Wende. Schwupps ist meine Koje auf Lee und ich kugel da nicht mehr raus. So war das gedacht. Der Wind schläft mal wieder ein und statt rumzugeigen, haben wir Druck im Segel und Ruhe im Schiff. Also alles gar nicht so schlecht. Nur unser Etmal macht mir Sorgen. Am 24ten werden wir definitiv nicht ankommen. Dumm gelaufen, wo ich am 25.5 meinen Frei-Tag habe. Mist. Kackeverdammtealte. Heute gibt es schon wieder Huhn. Gehackt. Ich hab noch fast frischen Koriander, Kartoffeln. Nun also Masala. Indischer Masala. Hmm. Der Freezer wird leerer. Könnte man mal mit dem Fischen anfangen.  

MARLIN hat Geburtstag! Happy birthday my dear.

Vierter Tag auf See

Den Geburtstag der MARLIN zu bestimmen ist gar nicht so einfach. Leider ist uns das Datum des Stapellaufs unbekannt. Aber schon ein paar Tage lang schaue ich auf das Stundenglas, beziehungsweise unsere elektronische Logge, die seit dem Kauf der MARLIN die Meilen des abgefahrenen Wassers unter dem Kiel misst, unweigerlich dokumentiert. So wussten wir gestern denn um 19:40 LT auf 35°06N und 60°48W, dass unsere schwimmende Dame 50.000 Meilen im Kielwasser hat. Eine historische Zahl. Wir haben the Beauty mit ca. 6.000 Meilen übernommen, somit in vier Jahren 44.000 Meilen gesegelt. Hurrah for our Queen! Hana und Helen haben an den Geburtstag gedacht und eine Flasche Prosecco für den Zeitpunkt der magischen Zahl bereitgestellt. Zugegeben, ich hatte auch daran gedacht, aber es nicht mehr geschafft im Gewusel der Abfahrtsvorbereitungen. So prosten wir fünf uns zu auf den wohl zehnten Geburtstag unseren Schiffes, dass uns zumindest gestern noch mit Volldampf Richtung Horta geb racht hat. In den heutigen Morgenstunden ist dann dem Herrn Wind die Puste ausgegangen und so segeln wir etwas langsamer platt vorm Wind und wackeln mit dem Mast in der Dünung des wundersam blauen, ach so schönen Atlantik. Es ist wie bei den zwei letzten Überquerungen des Nordatlantiks in 2014 und 2016: Nord machen um den Wind zu finden. Nord. Nord. Nord.  

Wings out and take off!

Dritter Tag auf See

Der Weg bis auf 35 Grad N war ein bisschen holprig. Jetzt haben wir die Pool Position erreicht und sind aus der Boxengasse rausgefahren. Genua ist stb ausgebaumt, Groß bb festgesetzt und die Windvorhersage bis Samstag mit uns. Jetzt heißt es Meilen machen, Meilen machen was das Zeug hält. Die bisherigen Etmale waren eher nicht erwähnenswert. Das sollte sich jetzt ändern. Noch 1.576 Meilen. Alle Systeme o.k.

MARLIN Underway

Zweiter Tag auf See

Hat nen bisschen gedauert bis wir den Wind gefunden haben. Jetzt sind wir im Jet Stream. 18 Knoten aus West. Wir shiften mal von BB auf STB Bug. Mal mit Genua etwas schneller und schlechterem VMG, mal platt mit dem Großsegel und einem perfekten VMG. Morgen werden wir mal ausbaumen und nen bisschen Kirmes machen. Die MARLIN Komfort Stufe 3 ist immer einfach vorm Groß wenn Wind da ist. Das steht einfach so schön platt und die MARLIN kann ihre Länge und den schmalen Rumpf und den langen Kiel voll ausspielen. Das Wetter ist gütig mit uns und bisher noch wenig Squalls. Na denn: Lassen wir es einfach mal laufen. Ich mach mal keine Prognosen. Denn die neue CREW 46 liest bestimmt mit und ist neugierig ob wir rechtzeitig in Horta sein werden. Tja. Werden sie wartend auf dem Kai stehen und schon mal suchen wo CREW 45 Platz für ihr Bild findet was es zu malen gibt? Wer weiß das schon? Die Stimmung an Bord könnte nicht besser sein. Wir haben alle unseren Wachen-Rhythmus gefunden. Ich klopfe dreimal auf Holz, dass es weiter so geht. Auch ich finde zu meiner Entspannung, nach den arbeitsreichen und anstrengenden Tagen auf den Bermudas um die MARLIN letztendlich fit zu haben für den Ritt zwischen Wolken und Wasseroberfläche.
Ich habe investiert und zu NAVIONICS auf dem iPad nun iSailor erstanden. Vorteil ist, dass iSailor an das NMEA Netzwerk unseres WLAN Netzwerkes zugreifen kann und das GPS des iPads nicht nutzt. Das ist bei NAVIONICS echt Mist. Ständig ist die Batterie vom iPad leer. iSailor kann entsprechend auch AIS darstellen, was NAVIONICS nicht kann. Die Nachtdarstellung ist wesentlich angenehmer als alle anderen Programme die ich bisher kennengelernt habe und entspricht 1:1 der TRANSAS Navigationssoftware mit der wir schon 2000 unsere erste Weltumsegelung mit der IRON LADY gestartet haben. Die Bedienung der App ist natürlich etwas ungewohnt. Das Setzen und Bearbeiten der Wegpunkte nervig. Module für NMEA Sensoren und Karten kosten. Das Preislevel ist gerecht. Tracking funktioniert anscheinend nur wenn iSailor im Vordergrund läuft. Finde ich jetzt ein bisschen merkwürdig. Die Optik des Bedieneroberfläche ist sehr schön gelöst. Alles in allem hat sich die Investition gelohnt.</p >

Abgefahren. Wie geil ist das denn.

1.800 Meilen zum nächsten Hafen

“Jetzt hast Du gar keine Blutprobe mehr machen lassen.“ Ich war eigentlich froh, dass das ich das Thema Blutwerte aus meinem Kopf verdrängt hatte. Warum mußte mich Helen jetzt daran erinnern, dass es ja sein könnte, dass ich genau jetzt einen plötzlichen Rückfall haben könnte. Auf See? Weit weg von jeglicher Blutkonserven und Flughäfen um ins rettende westliche Hospital zu kommen? Ja, ich mache mir da schon meine Gedanken. „Entspann Dich mal Papa!“, sagt dann Maya immer gerne, wenn ich mich mal wieder wie eigentlich schon tot fühle. Maya ist aber nicht da. Schade eigentlich. Hätte Christian seine Entscheidung das Schiff verlassen zu wollen etwas früher bekannt gegeben, hätte man ja noch zum Beispiel Julian aufs Schiff holen können. Am Ende war es sogar für ihn zu spät dran. Fünf andere Schiffe kreisen vor der Tankstelle, als ich entscheide, dass wir genug Diesel haben. „Für die fehlenden 100 Liter stellen wir uns jetzt nicht in die Schlange!“ Ob das eine gute Entscheidung war? Ob uns vielleicht genau die hundert Liter am Ende irgendwie fehlen? Ne. Micha. Jetzt werde mal nicht paranoid. Eigentlich wollten wir erst am Montag St. George’s verlassen. Kein Wind. Jetzt sind wir alle glücklich losgekommen zu sein. Wir dümpeln mit Vollzeug. Kurs Nord. Auf 35 Grad ist Wind. Na dann. Am Abend werden wir bestimmt ein paar Stunden Motoren, die Batterien können es gebrauchen und wir brauchen ein paar Meilen Nord, um irgendwann einmal anzukommen. “Hana. Mach doch mal nen Foto von mir.“ Unaufgefordert macht ja keiner Fotos von mir. Manchmal beim Kochen. Manchmal, wenn ich selber am Steuer stehe. Dabei fühle ich mich gar nicht so hässlich. Nen bisschen zugenommen hab ich. „Bauch einziehen!“, sagt Hana im richtigen Moment und drückt oft genug ab, so dass ein gutes Foto dabei ist. So. Und jetzt gibt es Pulpo a Gallego. Habe ich gestern für die CREW erstanden. Und Salat, Salat und wieder Salat, bevor der schlecht wird. Ausserdem im Gepäck: 3×5 Yellowfin Thunfischsteaks, die gleiche Menge Hühnerbeine und einen ganzen Beutel voll mit Hühnerbrust. Der Freezer ist voll und deshalb wird auch erst einmal nicht geangelt. Erst ab Überüberübermorgen. Gemüse haben wir nur aus der Kühlkette bekommen. Wird ja alles eingeführt auf den Bermudas. Also ist der Kühlschrank voll mit Grünzeug. Mal schauen wie lang das hält. Ich schaue auf den Horizont und habe Nicolas Jaar ausgegraben, weil den haben wir 2014 mit m einen Kindern auch schon gehört auf dem Weg nach Horta. Wird schon alles gut gehen.