Archiv der Kategorie: SY Marlin

Lazy day at Little Curacao

{Time:22:00:00}
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{Title:Lazy day at Little Curacao}

Siebenschläfer

Papa und Tochter verschlafen heute. Um den lazy day zu vervollständigen chillen wir noch bis Mittag in der Vorkabine und lamentieren über das Leben. Fast sechs Monate haben wir uns nicht gesehen, da dürfen wir das. Die Sonne steht schon hoch am Himmel als Thomas von der LASAVO herübergeschwommen kommt. „Micha. Sollen wir tauchen gehen?“ Die Sicherheitsbeauftragte Maya Wnuk schaut missbilligend. Na. Ob das mal gut geht. Es formt sich eine Diskussion an über Markierungsbojen, Begleitboote und Rettungspläne. Irgendwann schreite ich ein. „Thomas, ich komme in 30 Minuten rüber.“ Meine Tauchflaschen befinden sich grade zur Reparatur. Die Kopfdichtungen unter den Ventilen haben beide geleckt. Das Klima in der Vorpiek, wo die beiden wohnen und auf ihren Einsatz warten, scheint nicht optimal zu sein. Ist ja oft so. Die Kites und SUB’s mögen das Klima an Bord auch nicht besonders. Die Kleber lösen sich auf. Besonders im Hecklocker im sogenannten Keller, weil dort
Benzindämpfe mit Feuchtigkeit und Hitze zusammen der sichere Tod der Wasserspielzeuge bedeuten. Leider ist das nicht jedem Skipper aus technischem Verstand ersichtlich. Muss ich wohl mal wieder nen Hinweis-Aufkleber drucken. Den Slingshot und den North Rebell Kite hat es erwischt. Reif für die Klapsmühle. Sie reisen in einer Woche mit nach Deutschland um nach Reparatur einen neuen Besitzer zu finden. Das SUB 2 wird seine letzten Tage auf der MARLIN erleben, um dann als Kinderspielzeug in Cuba anzulanden. SUB 1 hat es schon in Antigua erwischt. SUB 3 in OVP lebt gut belüftet in der Stb Achterkabine mit den neuen Kites. Es ist und bleibt eine Materialschlacht wenn sich Eigentum in Fremdnutzung befindet. Ich habe da echt keinen Bock mehr drauf, derjenige zu sein, der immer brav alles bezahlt.

Meine neue Tauchtarierweste finde ich nach langem Suchen im Schuhschrank wieder. Hat mir ein Mitsegler mitgebracht. Leider komplett falsch zusammengebaut. Die Anleitung zum Zusammenbau liegt wahrscheinlich in einem Stapel Papiere auf einem Schreibtisch in Deutschland. Ich versuche mich mit klarem Menschenverstand und es endet darin, dass Thomas mir seine zweite Tauchweste und Automat leiht. Gut das ich ordentlich abgenommen habe, beim täglichen Kitetraining der letzten Wochen, denn die Weste in Größe L passt so grade eben. Thomas leitet den Tauchgang. So wie von mir erwartet ist der agile Mensch auch unter Wasser. Ich tauche in aller Ruhe hinter ihm her. Ein wirklich schönes Riff, für die heutige Zeit gut erhalten, offenbart sich mir. Weichkorallen, Aquariumfischbestand, Kofferfische und klares Wasser machen den Tauchgang zu einem wunderschönen Erlebnis. Zurück an der LASAVO winke ich Abschied. Ich habe noch eine eine halbvolle Flasche, tauche weiter zur MARLIN und
bereinige den Rumpf von Seepocken. Das Antifouling, grade mal ein halbes Jahr alt. Grauenhaft. Den Wasserpass habe ich schon schnorchelnd gereinigt.

Nicht genug Aktivitäten packe ich mir Fenja und Maya, die energiegeladen auf der MARLIN verharrt haben. „Komm wir fahren zum Strand. Nehmt die GO Pro mit.“ Jeder hat sein Spielzeug. Ich meinen Kite. Die Insel ist wieder menschenleer und in unserem Besitz. Meine Kitefähigkeiten sind von der Sicherheitsbeauftragten Maya Wnuk als absolut sicher eingestuft worden. Thomas und Sara tummeln sich auch am Strand. Ein richtig schöner Samstag Nachmittag, der schöner nicht sein könnte.

Der Versuch auf den LASAVO einen langen Phase 10 Abend einzuleiten endet um neun Uhr. „Papa. Können wir nach Hause fahren? Wir sind so müde.“ Seeluft und Daueradrenalin fordern ihren Preis. Gute Nacht. Auch ich falle in tot die Koje.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies
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Ablandige Abenteuer

{Time:22:00:00}
{Date:20190705}
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{Title:Ablandige Abenteuer}

Nike & Ich

Na? Noch kein Abenteuer geplant für Ende August? Hier kommen fast jeden Tag Anfragen per e-mail rein um auf der MARLIN mitzusegeln. Die neue Webseite läuft so langsam an. Auch im englischsprachigen Raum. Ein netter Mitsegler aus China. Gruppen aus der Schweiz und natürlich deutsche Mitsegler halten mich busy. Was leider noch fehlt sind zwei Mitsegler für den Trip den Nike Steiger und ich vom 25.8.-8.9.19 von Curacao zu den Roques machen. Woran liegt das wohl? Ich hatte mir wesentlich mehr Interesse gewünscht und vorgestellt. Nike, recht bekannt durch die Cooperation mit der YACHT und ihrem YouTube Blog. Das Ziel: Die Aves und Roques. Das Paradies schlechthin. Das Schiff. Die MARLIN. Eine Perle – Ohne Diskussion. Na. Wo klemmt es denn? Am Preis? Am Zeitraum, weil da ist es in Deutschland ja vielleicht auch grade schön? Oder am woran? Komisch. Mit dabei ist Manuela. Nun. Ich werde sicherlich mit den beiden attraktiven, sympathischen jungen Damen auch alleine Spass habe
n. Aber gerne hätte ich ja schon noch ein zwei andere Mitsegler dabei.

Maya zeigt nicht nur Interesse, sondern auch angeborenes Geschick im Umgang mit der MARLIN und mir. Sie nennt sich selbst einen „Schisser“, was meint, dass sie eher ein übervorsichtiger Mensch ist. Das wirkt sich grundlegend aus: Seit dem Nachmittag bläst es wie wild auf Klein Curacao. 25 Knoten konstant, in Böen deutlich über 30 Knoten. Die Mouring ist nicht das Problem, aber der ablandige Wind. Geht irgendetwas in Richtung Wassersport schief, wird man sofort aufs offene Meer abgetrieben. Ich habe das Dinghy Beiboot deshalb schon mal mit 30 PS Aussenborder bestückt, anstatt 3PS Seekuh. Wenn mal was passiert will ich schnell dasein. Ich muss schon einen Moment nachdenken, als Maya ein Paddelbord aufblasen will, um mit Fenja an den 50 Meter entfernten Strand gegen den Wind zu paddeln. O.K. Ich schaue mir den Maya Kraftakt vom Deck aus an. Sie muss selber ihre Grenzen kennenlernen. Gegen den Wind im Knien anzupaddeln mit Fenja auf dem vorderen Teil des SUB’s ist s
chon eine kräftezehrende Aufgabe. Sie schafft es.

Am Morgen ist die SY LASAVO mit Tomas und Tochter Sara angekommen. Sara, gleich alt wie Maya und Fenja, ist ein bisschen schüchtern. Kommt uns so vor, liegt aber wahrscheinlich eher am Jetlag und daran, dass sie eher spanisch mit Ihrer Mutter aufwächst, als deutschsprachig mit ihrem Vater. Am Abend laden wir zu einem riesigen Topf Nudeln und Phase 10 auf der MARLIN ein. Maya und ich unterhalten uns mit Sara ein bisschen auf spanisch und schon lockert sich die Situation.

Als die Pauschal Touristen um drei Uhr die Insel verlassen, die Sonne nicht mehr im Zenit brennt, packe ich meinen Kitekram zusammen. Ich bin der einzige Kiter. Thomas kommt zur Sicherheit mit an den Strand. Es bläst deutlich mit über 24 Knoten und Sicherheitsexpertin Maya hat zur Bedingung gemacht, dass das MARLIN Beiboot fahrbereit am Strand liegt um mich wieder einzusammeln, wenn ich ein Problem habe. Mit dem 12er Kite bin ich in den Böen fast schon etwas überpowert. Mein Respekt vor dem ablandigen Wind ist so groß, dass ich ungeahnt Höhe laufe und in Riesenschritten von Minute zu Minute sicherer und erfolgreicher kite. Maya und Fenja stehen auf dem Vordeck und applaudieren wenn ich an der MARLIN Richtung Südspitze der kleinen Insel vorbei rase. Nach einer Stunde bin ich mit Adrenalin aufgepumpt. Wie ich später sehe ist der Wind weiter aufgefrischt auf 30 Knoten und hat mich in den Böen ordentlich raus auf’s Meer gedrückt, so dass ich aufgebe und zum Ausgang
spunkt zurück kite. Alles gut. Aber für heute reicht es mit Adrenalin. Der Schirm ist trocken und schnell eingepackt. Maya zeigt mir stolz die Photos die sie mit der Canon gemacht hat. „Ist ja schon ne tolle Camera. Doch nen bisschen was anderes als nen iPhone.“ „Ja Maya. Passt nur nicht mal so eben in die Tasche der Jeans.“ Am Abend unterstützt mich die Sicherheitsbeauftragte Maya, beim Hochziehen des Dinghys, damit ich nicht ins Wasser falle. „Und heute Nacht nicht alleine an Deck rumlaufen!“ werde ich noch ermahnt.


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Serena

{Time:22:00:00}
{Date:20190704}
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{Title:Serena}

Die Zeit vergeht wie im Flug

Es läuft nicht immer alles glatt zwischen mir und Maya. Muss meine Tochter sein… Wir finden aber innerhalb kurzer Zeit unser Einvernehmen und unsere Zuneigung wieder. So wie es in einer funktionierenden Beziehung sein sollte. Schon wundersam. Ist wohl eingebaut von Mutter Natur.

Wir besuchen Serena. Wer Serena nicht kennt, googelt einfach nach Serena Art Factory Curacao. Serena und ich ist auch eine Art von eingebauter Freundschaft über Jahre schon. Serena ist ein Berliner Unikat und nun schon seit fast zwei Jahrzehnten auf der Insel verwurzelt. Wir sind quasi mit zwei Schiffen 2001 zum ersten Mal auf Curacao angekommen. Uns verbinden viele kleine Sachen und immer wenn ich auf der Insel bin, sehen wir uns natürlich. Diesmal sehen wir uns direkt zu sechst. Na so was. Big Family. Am kommenden Freitag dürfen Maya und Fenja einen Chichi-Workshop mit Serena machen. Na. Das wird ja ein Super Abschluss der Reise werden.

Heute Morgen dann, stehe ich noch vor Sonnenaufgang auf, um die MARLIN fertig zu machen für die Überfahrt. Für ein paar Tage ist der Besuch von Klein Curacao angesagt. Maya ausdrücklicher Wunsch und ich widerspreche dem Wunsch auf keinen Fall, denn ein besseres Kite Revier gibt es hier auf Curacao nicht. Wind soll am Samstag ordentlich sein. Wir verproviantieren uns mit dem notwendigsten Lebensmitteln, tanken das Dinghy voll und los geht es. Fenja bekommt ein Anti Seekrankheitspflaster hinters Ohr und schläft die etwa vierstündige Überfahrt gegen Wind und Welle. An der Küste von Curacao geht es unter Motor. „Wann setzt Du denn die Segel?“ „Jetzt.“ Der Motor verstummt. MARLIN legt sich bequem auf die Seite und scheinbar segeln wir in die falsche Richtung. Mit Der Kurs auf der Karte gegen die 1,5-2 Knoten Strömung siehst nach Zickzack aus. So ist das halt. Dafür segeln wir. „Schön wenn die MARLIN segelt und der Motor aus ist“, schmunzelt Maya und macht
es sich gemütlich im Pilothaus. Wir halten Händchen…

Nach vier Schlägen nehmen wir eine Mouring vor Klein Curacao auf. Die Insel ist grade bevölkert von 100 Touristen, die hier jeden Tag mit zwei großen Katamaranen und einem Ausflugsschiff angekarrt werden. Um drei sind die dann wieder weg und die Insel gehört uns. Maya und Fenja springen mutig ins Wasser und sehn ihre erste Schildkröte, die direkt vor ihnen ihre Wege zieht. Ich beschäftige mich mit Aufklarieren und Dinghy etc. Da tönt schon das Horn der Marmaid, die ihre Gäste zur Abfahrt ruft. Zu dritt entern wir die Insel, besuchen den Leuchtturm und die Wracks auf den Ostseite der Insel. Serena hat Maya und Fenja mehrere ChiChi’s mitgegeben, deren Besuch auf Klein Curacao, sie per Instagram dokumentieren sollen… Wir bleiben über Nacht. Ich verweigere meinen Dienst in der Kombüse. „Kocht ihr mal!“ Es gibt leckere Asianudelsuppen und wir spielen Phase 10. Maya gewinnt. Na. Das war doch ein erfolgreicher Tag.


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The seven most important things to do at Curacao

{Time:22:00:00}
{Date:20190702}
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{Title:The seven most important things to do at Curacao}

Urlaub zu Hause

“In Deutschland heißt es so schön: „Wir machen Urlaub in Balkonien!“ Nun. Ich hab nix dagegen Urlaub zu machen. Gut für Fenja, Mayas beste Freundin zu sein, denn Mayas zu Hause auch die MARLIN ist und diese liegt grade in Curacao. Es gibt sieben Dinge die man einfach machen muss in Curacao. Eine davon ist der Besuch der Kokomo Bucht, mit der legendären Schaukel, die im kristallklaren, karibisch warmen Wasser steht. Während ich am Strand, unter dem Schatten meiner Schirmmütze ein Nickerchen halte, kommen meine beiden Exklusivgäste nicht mehr aus dem Wasser raus. Ein noch viel tiefgebräunter netter Mitarbeiter der Strandbewirtschaftung weckt mich nett. „Die Liegestühle kosten 5 $US. Oder wollen sie lieber in Gulden bezahlen?“ „Papa, warum liegst Du denn auf dem Sand und nicht auf dem Liegestuhl?“, meint Maya 20 Minuten später. „Ach, der ist so schön warm.“ Wie auch immer. Es sind Kleinigkeiten die manchmal stören, aber eigentlich ist Curacao durchweg der Hit.

Die Teenies halten mich ordentlich auf Trab. Gestern durfte ich dann auch mal eine Stunde Kiten mit dem neuen 12er. Der ist lila/grau. Na. Eigentlich nicht meine Farbe. War aber ein günstiges Vorjahresmodell. Ich schaue eh nicht mehr so viel zum Kite. Fliegen tut der prima. Alles gut. Gute Entscheidung. Ich habe eine neue Kite Level erreicht. Ich bringe den Kite jetzt trocken wieder an Land. „Na. Dass müssen wir doch feiern“, meint Thomas. Wer ist Thomas? Thomas ist Hans im Glück. Einer der das richtige Händchen hat Dinge richtig zu machen. Deshalb hat er einen riesigen Lagoon Katamaran, der grade mal zwei Jahre alt ist, auf dem er alleine wohnt. Morgen kommt seine Tochter Sara, die auch 14 Jahre alt ist und schon haben wir eine Interessengemeinschaft, denn auch er will am Donnerstag nach Klein Curacao. Na. So viele positive Zufälle in Reihe. Wenn das mal keine Glückssträhne wird. Wenn die drei Teenies sich dann auch noch gut verstehen, wird das ganze dann wohl ein Traumurlaub. Wir enden am Tresen der Chill Bar in der Mambo Bucht. Mehr einer der seven most important things to do für die Erwachsenen, was die Teenies nicht stört. Die geniessen die coole location im Wasser. Alles gut.

Morgen: Verproviantieren und Törnvorbereitung.


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Attraktive Gäste an Bord der MARLIN

{Time:22:00:00}
{Date:20190701}
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{Title:Attraktive Gäste an Bord der MARLIN}

“Meer als Glücklich“, kann Skipper Micha nicht sein

Tochter Maya kommt mit Freundin Fenja an Bord. Die beiden 14jährigen Teenies reisen mutig „Alleine“ mit Begleitservice der KLM. Easy für mich. Eine Mitarbeiterin der KLM überprüft meinen Ausweis und übergibt mir die Beiden. Der meiste Aufwand der ganzen Aktion waren die umfangreichen Papiere, die auszufüllen waren. Der Jetlag sitzt natürlich. Vor lauter Aufregung haben die Beiden kaum geschlafen. Ich auch eher wenig.

Es ist Wochenende und wir besuchen erst einmal eine Reihe von Beaches mit dem Auto. Ich Dussel habe einen günstigen Mietwagen geschossen OHNE Klimaanlage. Nach dem ersten Schock muss ich zugeben ist das gar nicht so schlimm in einem rollenden Kühlschrank über die Insel zu düsen. Früher hatten wir auch keine Klimaanlage und alles war gut. Fenster auf und solange wir nicht im Stau stehen geht doch alles.

Am Abend stelle ich mich in die Küche und bruzel, versuche meine „Girls“ wach zu halten, verliere haushoch beim Uno spielen. Trotzdem stehen sie am nächsten Morgen früh auf und verschwinden für lange Zeit zusammen im Bad. Kichernd vertreiben sie sich dort die Zeit mit Sachen von denen ich keine Ahnung habe. Frühstück ist Girls-Aufgabe. Zweiter Tag: Shopping in Willemstad. Ich bekomme ein Dushi T-Shirt. Eigentlich wollten wir zu den Behörden heute. Na ja. Es gibt Sachen, die man verschieben kann.

Auf dem Plan steht ein Klein Curacao Besuch mit der MARLIN. Das Wetter ist gnädig mit Fenja, denn der Gegenankurs über 8 Meilen hat es in sich. Weiß Maya, weiß ich, Fenja aber nicht. Am Donnerstag soll der Wind schwächer werden und das ist unsere Möglichkeit überzusetzen. Ansonsten fügen wir uns alle prima zusammen. Ich bin sooo… happy.


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Auf Curaçao gelandet

{Time:22:00:00}
{Date:20190623}
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{Title:Auf Curaçao gelandet}

Gibt es ein Leben ohne Kite Boarding?

Dushi is a common word in Papiamentu (die Sprache der Einheimischen auf Curacao). The word has variety of meanings; Calling someone ‚dushi‘ means even ‚sweetheart‘ or ‚babe‘ or even ‚sexy‘. Yo can also use it for tasty food and to describe the good things in life.

Jep. Ich bin nun nicht nur physisch sondern auch mental angekommen. So angekommen, dass mir die Ruhe zum Blog schreiben fehlt. Ein Termin jagt den anderen. Ich habe mir aber auch gut viel vorgenommen. Ich geniesse das Leben in tiefen Zügen und atme die frische Luft Curaçaos ein. Meine argentinischen Freunde von der LA NENA, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, verlassen Curaçao Richtung Cartagena / Kolumbien. Ich muss an die Reise vor fast 20 Jahren denken, die ich mit Nathalie gemacht habe. Das war auf jeden Fall eine wilde Segelerfahrung. Nein. Mit der MARLIN will ich da jetzt grade nicht hinsegeln. Cartagena ist der schlimmste Hafen an den ich mich erinnern kann. Innerhalb von zwei Wochen waren Ankerkette und Bootsrumpf voll mit Seepocken, so dass wir kurze Zeit später in die Werft mussten. Danke. Brauche ich jetzt mit 60 Fuß schon mal gar nicht. Kolumbien interessiert mich da schon eher, eine Rundreise, vielleicht im September, bevor mich mein Weg mit der MARLIN wieder nach Cuba verschlagen wird. Aber das ist noch weit weg.

Mein Freund Nix bringt mich mit der lokalen Kite Gemeinde zusammen. In der Sint Jooris Bay ist eine Rennstrecke. Der Wind kommt über Land und ist böig mit Windlöchern. Auf jeden Fall ne Challenge, wenn man die stetigen Winde von den Roques gewöhnt ist. Vor zwei Jahren war ich schon mal hier. Wenn man auf Curacao wohnt, ist Klein Curaçao ein wunderschöner Kite Spot. Aber da fährt man ja nicht mal eben in der Woche hin. Auf jeden Fall lande ich in der Kite What’s App Gruppe und mein unlangweiliges Leben wird noch unlangweiliger.

Curaçao. In ein paar Tagen kommt Tochter Maya. Darauf freue ich mich am meisten. Sie kommt mit Freundin Fenja. Beide 14 Jahre alt. So weit zum Thema „unlangweiliges Leben“.


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Curacao erreicht

{Time:22:00:00}
{Date:20190617}
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{Title:Curacao erreicht}

Tango tanzen ist einfacher als Kite Boarding

Es ist wie ein Lebensabschnitt. Es ist wie nach Hause kommen. RatterRatterRatter…. Der Anker fällt in die Lagune von Spanish Waters. Wieder Dinghy ins Wasser, Segelsack zu, Leinen klarieren. Es ist auch für Mitsegler Diego nach ein paar Tagen schon Routine. Der Spanier, der der Zwillingsbruder von meinem alten spanischen Freund Agustin sein könnte, hat eine Entscheidung gefällt. „In 12 Monaten komme ich hier auf eigenem Kiel hin! Oder besser gesagt. Auf 2 Kielen.“ Die Fahrt mit der MARLIN hat dem 40 Jahre jungen Andalusier aus Sevilla so gut gefallen, dass er sich einen Katamaran kaufen will. Geld hat er anscheinend genug. Schön für ihn.

Seit Cayo de Aqua bin ich nicht mehr zum Schreiben des Blogs gekommen. Auch wenn Diego sehr marines Blut hat und hoch motiviert ist, so haben die paar Tage auf der MARLIN noch nicht dazu gereicht, dass ich mich einfach schlafen legen kann. Die knapp 140 Meilen nach Curaçao unterbrechen wir mit einem Besuch von Klein Curaçao. Wir kommen am Mittag an und kaum haben wir die Mouring Leine aufgenommen geht es auch schon an den traumhaften Türkisen Strand. Nicht ohne zwei Kites! Oha! Ich habe ordentlich Respekt vor diesem Platz. 2013 ist Johann hier gekitet. Hat sehr schön ausgesehen. Ist auch ein genialer Kite Platz. Allerdings: 90° Ablandiger Wind mit 20-25 Knoten Wind. Wenn da was schief geht dann ist man schnell alleine auf dem Meer und kommt nicht mehr an Land zurück sondern treibt schnell Richtung Kolumbien. Es gibt auch keine anderen Kiter oder Schule oder sonst was. Also: Nix für Wnuk.

Das sieht Diego anders. „Komm. Du kannst das.“ Ich muss an Lottes Worte denken. „Wenn keiner da ist um Dich zu retten, wirst Du automatisch Höhe laufen. Schon alleine weil Du Schiss hast.“ Kaum auf dem Wasser ist es genau so. Ich scheiß mir in die Hose, lehn mich zurück, kannte das Bord an und schwupps bin ich am Strand. Geht doch. Vor allen Dingen nach rechts. Komisch. Warum nach links nicht so? Diego nimmt mich in den Arm. „Super. Du bist jetzt Pro!“ Die nächste zwei Stunden benutze ich Muskeln, von deren Existenz ich bisher noch nichts wusste. Ab 16 Uhr verlassen die Ausflugsschiffe die Insel und wir haben das Island komplett für uns alleine. So was von Geil. CREW 57 Nike Steiger wird hier übrigens auch vorbeikommen. Gegen den Wind. Damit es nicht langweilig wird.

Mit der LunaWLANnet und der App Wifi Map Pro habe ich innerhalb von Minuten ein Internetzugang. Nach zwei Wochen ohne Internet ist das wie Weihnachten. Ich schalte erst einmal alle Updates frei für die kommende Nacht. Lass mal rödeln. Weiter geht es in Pirates Nest. Diego will mich zum Wein einladen. An der Theke sitzen und ein einen Heben. Das ist genau, was ich heute dringend benötige. Morgen einklarieren, Telefonkarte und Ankommen in meiner neuen Wahlheimat für die Hurrican Season 2019.


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Remote Kite & Sail

{Time:22:00:00}
{Date:20190614}
{Position:11°53.6100’N, 066°44.2800’W}
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{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Crasky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:28°}
{Wind:12-14kn/E}
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{Vimeo:}
{Photo:20190614}
{Title:Remote Kite & Sail}

Eingepackt und zugenäht

Es geht weiter nach Westen. Unser erster Stop ist Cayo Crasky. Ein langer, schier endloser weißer Sandstrand ist im ersten Programm zu sehen. Titel: Fernweh. Im zweitem Programm kommen Lemming & Mikel und reichen mir eine Schale mit Poison Crue, ein Tablet mit frischen Ostras und eine Kiste mit 5kg rosa Meersalz aus der Lagune der Insel. Im dritten Programm zeigt mein Mitsegler Diego was man aus 14 Knoten Wind rausholen kann, wenn man es kann. Diego kann es. Ich kann es fotografieren. Ich werde nie den Anspruch haben sein Kite Level zu erreichen. Es ist wunderbar anzusehen. Für mein Level reicht der Wind nicht. Müsste ich auch mal eben 20kg abnehmen und 5 Jahre jeden Tag ins Folterstudio gehen. Auch nicht mein Ding. Also werde ich das nächste Mal in Cayo Crasky kiten mit mehr Wind.

{Photo:20190614a}

Wir haben eingekauft. Huhn. Was für eine Fehlentscheidung. Lemming bringt uns frischen Pulpo, zwei Schnapper. Morgen verlegen wir nach Cayo de Agua. Da war ich auch noch nie.


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Der Versuch einer Verabschiedung

{Time:22:00:00}
{Date:20190611}
{Position:11°57.4550’N, 066°38.9020’W}
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{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Franzisky} 
{Target:Curacao}
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{TempWater:28°}
{Wind:15-18kn/E}
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{Photo:20190611}
{Title:Der Versuch einer Verabschiedung}

Wind weg. Kiter weg.

Stimmt gar nicht. am Morgen sehe ich Victor auf dem Meer tanzen. Anfängerstatus, so wie ich. Victor ist deutsch, seine Frau Brasilianerin, zwei Kinder zwei und vier. Ja. Das Leben an Bord kenne ich oder kann es mir zumindest vorstellen. Victor bekommt grade einen Anschiss, weil er sich soeben die Schulter verkratzt hat bei einem Sturz. Amanda findet das nicht so gut. Was macht Victor? Weiter Kiten. Alle verrückt hier. Muss nen Virus sein oder so was. Ich mach heute mal auf Büro und Putzen, Waschen und Co. als Diergo an der Bordwand klebt. Auch Kiter, Spanier aus Tarifa, der es aber richtig kann. Wir haben uns am Beach kennengelernt und ich hab seiner venezolanischen Romanze zwei Visitenkarten in die Hand gedrückt. Hatte da so ein Gefühl. „Kann ich bei Dir mitsegeln? Nach Curacao und auf dem Weg die Kitespots abklappern?“ GUT. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. „Klar. Kommt an Bord und wir quatschen.“ Ich mache ihm einen guten Preis, wie die Inder in Malay
sia. Beim ersten Kunden nach Ladenöffnung verdient man nichts und dann ist die Zeit danach erfolgreich. Hatte ich ja eigentlich schon mit Calle probiert. Hat da aber nicht so ganz funktioniert. Diergo kommt mit, sagt er. Na dann, schauen wir mal ob er morgen früh auch wirklich auftaucht ;-)

{Photo:20190611a}

Ansonsten versuche ich mich zu verabschieden. Ich will noch mal für ein zwei Tage nach Saky Saky und dann über Crasky Richtung Westen. Auf den Aves muss ich die Lage mit den Behörden checken für den Trip mit Nike. Ausserdem ist dort ein supergeiler Kitespot hinter dem Leuchtturm mit einer 2m tiefen Einfahrt. Na. Bei 2,1 Meter Tiefgang könnte das ein Problem werden da wieder rauszukommen. Da werden wir dann mal das Handlot nehmen. So gesehen bin ich gar nicht so unglücklich Diergo dabeizuhaben. Alles nen bisschen aufregend alleine. Im Frühjahr hat mir mein Doc Pelle in Flensburg ja noch eine Anstaltspackung blutdrucksenkende Pillen mitgegeben. „Die musst Du leider für den Rest Deines Lebens nehmen.“ Die habe ich aber direkt auf dem Schiff absetzen können. Seit dem ich auf der MARLIN bin ist mein Blutdruck bestens. Ich habe jetzt ein Messgerät. Also: Bei zu hohem Blutdruck rate ich: Segeln gehen. Hilft besser als Pillen.

Delfin und Agustina klopfen als nächste an. Die Argentinier kommen rein, setzten sich hin. „Hast Du heisses Wasser?“ Erst mal wird Mate getrunken. Das dauert. Das ist sozial und auch für den Blutdruck gut. Aus der Verabschiedung wird ein gemeinsamer Plan und als Victor anklopft will der zumindest erst einmal morgen auch mit nach Saky Saky. „Da fällt man nicht in die Korallen beim Kiten.“ Als nächstes versuche ich mich von Lotte zu verabschieden und noch ein paar Fotos zu machen. Da geht es hoch her. Fünf gutgewachsenen junge Kerle um die 20 helfen Lottes die Kiteschule zu renovieren, die ehemals mal auf einer Insel stand. Hab ich ja schon geschrieben. Instagram: palafitokiteschool. Wir machen schnell noch ein leicht geschummeltes Foto, denn ich bin etwas in die Knie gegangen. In fünf Jahren sagen wir dann: „Schau mal, wie jung und schön wir damals waren.“ Lotte ist mein Jahrgang. Aus der Verabschiedung wird wieder nichts. „Ach da komme ich dann morgen
auch nach Saky Saky. Ich komme mit dem Kite.“ Als letztes falle ich auf der THALASSA ein. Wie könnte es anders sein. „Ach. Dann kommen wir auch nach Saky Saky.“ Marie Alexandra und Juan grinsen über beide Backen. Irgendwie habe ich das Gefühl das das schwierig wird mit der Abreise.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

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Kiters Paradise

{Time:22:00:00}
{Date:20190610}
{Position:11°57.4550’N, 066°38.9020’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Franzisky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:30°C}
{TempWater:28°}
{Wind:25-30kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190610}
{Title:Kiters Paradise}

Was geht – Was nicht geht

Ich verstehe bis heute nicht, warum die Reaktion auf mein „Kite & Sail“ Törnangebot auf so abgrundtiefes Desinteresse bei der Zielgruppe stößt. Nun. Wenn man die Ratschläge des auswärtigen Amts für Venezuela liest, würde ich vielleicht auch nicht hierherfahren wollen und ein ungutes Gefühl hatte ich ja auch. So haben die wenigen Touristen und die kleine Familie der Fahrtensegler das Paradies weitestgehend für sich alleine. Marie Alexandra übt sich im Fliegen des Kites. Obwohl partnerschaftliche Unterrichtsstunden ja nun doch meist in unproduktivem „Komm ich zeig Dir, wie das geht!“ enden. Eine neutrale Kite Schule oder Lehrer empfiehlt sich immer in Bezug auf die Beziehungspflege.

So himmelhoch jauchzend wie vor zwei Tagen ist heute überhaupt nicht mein Tag. Lotte meint mir einen 10er Cabrinha in die Hand zu drücken zu müßen und eines ihrer Bords. Genau in dem Moment spielt sich das ganze wieder am Cayo Franzisky ab. Nicht grade der einfachste Platz. Böig ohne Ende. Und ich kenn den vorgeschriebenen Weg durch die Korallen nicht. Da ganze endet darin, dass ich bei auffrischenden 30 Knoten Wind eher das Gefühl habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Kite in der Hand zu halten. Der Kite wird zum Monster bei dem Wind, für mich unkontrollierbar und entwickelt sagenhafte Kräfte wenn er Speed aufnimmt. Dreimal hebelt es mich hoch aus dem Wasser und ich fühle mich nach 2016 zurückversetzt. Ich ziehe vor, den Spielplatz ins tiefere Wasser zu verlegen und schon kommen Juan und Delfin mit dem Dinghy an und retten mich aus der Situation. Lotte, sonst die Ruhe selbst, die erfahrenste Kite Lehrerin der Roques, gibt mir einen Einlauf, zum ersten Mal sp
richt sie mit mir Englisch, der sich gewaschen hat. Sumasumarum: Ich mache alles falsch. Sie dreht sich um, packt ihre Sachen ein und verläßt sauer den Platz. Uppsi.

Ich habe einfach pure Angst. Bei 30 Knoten ist das keine Spielerei mehr. Delfin kommt zurück. Mit Juan zusammen war im Aquarium. Delfin ist gestürzt und durch die Korallenköpfe gezogen worden. Oha. Der Arme. Nix was genäht werden muss, aber ordentliche tiefe Abschürfungen am Hintern, Hüfte und Oberkörper. Wenn Nathalie da wäre wüßte ich schon was kommen würde: „Zwei Wochen kein Seewasserkontakt und am besten das Schiff nicht verlassen, wegen Infektionsgefahr.“ Also: Zwei Wochen kein Kiten. Delfin ist kein Anfänger, da frage ich mich ob das sein muss. Ihm ist genau das passiert, wovor ich pure Angst habe. Ich nehm mir das Dinghy, ziehe auf der MARLIN 10ml Fucidine Salbe für Delfin in eine leere Spritze auf und packe Desinfektionsspray von einer meiner alten Crews ein. Das beste, was es gibt um gegen das Korallengift vorzugehen, das die Korallen in der Wunde hinterlassen. Das Gift läßt die Verletzungen schlecht verheilen und macht sie empfindlich sich zu e
ntzünden. Dann greife ich in mein Depot und nehme mein 5mm Neoprenganzkörperkondom mit.

In welchen Krieg ziehst Du denn, veräppeln mich die Kiter am Strand. Mit Helm und Neo habe ich mich für meine Nachmittagsabenteuer gerüstet. Delfin hat mir den Rest gegeben. Ich packe mir meinen alten 11er North Rebell. „Nur nicht aufgeben“, geht mir durch den Kopf. Ich starte sitzend vom Strand. Der gute, alte Rebell zieht mich brav auf’s Tabla und in die richtige Richtung. Ich mach das was Lotte gesagt hat. Kein De-Power entstpannt zurücklehnen und kite entspannt in die richtige Richtung und wieder zurück komme ich fast an dem Punkt an wo ich gestartet bin. Vor den Korallen fürchte ich mich nicht, in meiner zweiten Haut. Für zwei Stunden reicht die Konzentration, dann kommt Lottes Retriever Orco angeschwommen. „Na? Willst Du mich abholen?“ Ich lande de Kite am Strand, wo Lotte vor Sonnenuntergang mit den ihren Hunden Orco und Arena spazieren geht. „Geht doch! Willst Du mit spazieren gehen? Um den Salzsee?“ Ich nicke. Lotte ist so deutsch. Die Flaming
os stehen einbeinig im Wasser. Das Salz glitzert rosa. Another day in paradise.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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My first downwinder

{Time:18:00:00}
{Date:20190608}
{Position:11°56.0900’N, 066°37.7760’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Saky Saky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:18-22kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190608}
{Title:My first downwinder}

Wochenendkitefun

Das Nervende an diesem wunderschönen Sport ist das Aufstehen und das Zubettgehen mit dem Wetterbericht im Rücken. Ist morgen genug Wind? Oder zu viel Wind, aus der falschen Richtung? Mit Gewittern? Passt meine Ausrüstung? Auf dem LUNATRONIC Bordrechner läuft der Windmesser als Windgraph durchgehend mit und zeichnet jede Böe auf. Ein unglaublich praktisches Instrument, eben nicht nur für’s Segeln, sondern auch für Kiten. Man sieht die Entwicklung des Windes als Kurve.

“Tio. Vamos. Esta el viento mas de 16 nudos!“ Schon ganz praktisch wenn man auf den Roques Spanisch spricht. Die Nadel des Windgraph zeichnet deutlich in Richtung der 20 Knoten Hilfslinie. Ich hatte schon die Vorpiek ausgeräumt, um an die Tauchflaschen zu kommen. MARLIN brauch dringend Liebe von unten und eine neue Zinkanode am Propellor. Wegen Kite Wind breche ich die Aktion ab. Ein Kite Downwinder von Cayo Sardenia zurück nach Saky Saky steht auf dem Programm und die „Großen“ nehmen mich „Anfänger“mit. Kann ich da Nein sagen? Nö. Bin natürlich stolz wie Hulle mit den Großen spielen zu dürfen. Ich hab mächtig Respekt vor den vielleicht 2 Meilen. Die Mädels fahren mit dem Dinghy zurück und sind meine Versicherung, wenn mein Kite nicht mehr am Himmel steht.

{Photo:20190608a}

Der Schirm steht über mir, ich legen mich noch mal rücklings aufs Wasser, lasse mich ein paar Meter ziehen, atme tief ein und hopp’s auf’s Bord. Die Party geht los. Ich bin allein. Es müssen etwa 50 km/h sein, mit dem ich am Wind schifte, bis ich plötzlich nach zwanzig Minuten über das Bord fliege. Die hintere Fußschlaufe hat sich gelöst. Das Problem bekomme ich alleine gelöst. Zwischen den Türkisen Korallenpatches und hellblauen Sandflächen geht es in rasender Geschwindigkeit weiter. Ich habe noch nie so etwas Schönes erlebt. Nur Fliegen ist schöner? Nein. Ich fliege doch. Der Reiz über die Korallenbänke abzuheben, nur mit eine Kante des Bords, mit einer kleinen Finne, ist verdammt groß. Dort wo es braun ist kommen die Korallen bei Niedrigwasser bis an die Wasserkante. 10cm Wassertiefe. Sich hier auf die Fresse zu legen, mit oder ohne Neopren, endet mit vielen Schnitten und Abschürfungen und definitiv im Hospital.

Irgendwann nach einer Stunde taucht Juan neben mir auf. Wir fliegen zusammen an der MARLIN, der THALASSA und an LA NENA vorbei. Angekommen auf Saky Saky. Landebahn. Auch hier ist das Wasser flach. Ich verliere die Konzentration, komme von der geplanten Richtung ab, keine Zeit mehr zu wenden und schon schleift das Board mit mir oben drauf 20m übers Riff. Juan hatte mich vorher gebrieft. Kommst Du auf’s Riff, lehne Dich extrem nach hinten. Halte die Kante vom Bord hoch. Downwind. Nicht ankanten. Und drüber. Geht mir alles blitzartig durch den Kopf. Alles klappt. Es kratzt und schabt unterm Board. Nur 10 Sekunden. Aber ein Schreck jagt durch meinen Körper, dass ich den Kite hinter den Korallen sofort lande, die Sicherung ziehe und durch das knietiefe Wasser zum Strand wate. „Danke. Genug Abenteuer für heute!“

Alle grinsen am Strand. Nun. Ist mir egal. Eine venezolanischen Schönheit drückt mir eine Wasserflasche in die Hand und lächelt mich an. Ich bin Carla… Mein Herz tut nen Knall. Ich schreib mir inzwischen die Namen der netten Latinas auf, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Ich bin Micha.

Es ist Wochenende und die Kite Lehrer der Kite Schule Play geben keinen Unterricht, sondern zeigen in ihrer Freizeit, was sie selber draufhaben. Mit Familie und Kindern sind sie am Strand. Ein 12er GTX CORE Kite wird gar nicht mehr gelandet sondern immer nur weitergegeben. Einzelvorstellungen sozusagen. Immer direkt hinterm Strand. Die jungen Mütter sind elegant, die Kite Lehrer eher wagehalsig. Ab und an gehen die Kunststücke in die Hose und sie landen im seichten Wasser. Unsereins hätte schon gebrochene Gliedmaßen. Es ist so, wie sie eben Salsa tanzen können, die Bewegung im Blut haben, so fliegen sie durch die Luft. Stundenlang sitze ich am Strand und schaue den Artisten zu. Es ist eine andere Welt. Das was die Venezolaner schon vor 20 Jahren auf den Islas Testigos ausgestrahlt haben, dieses kühle, leicht abgehobene, lächelnde Lebensglück, das empfinde und geniesse ich hier wieder.


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Himmel und Erde ganz nah beieinander

{Time:18:00:00}
{Date:20190606}
{Position:11°56.0900’N, 066°37.7760’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Los Roques Venezuela, Cayo Saky Saky} 
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:29°C}
{TempWater:28°}
{Wind:18-22kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190606}
{Title:Himmel und Erde ganz nah beieinander}

LUNATRONIC. Immer die Nase weit vorn

Mein Freund „El Tio“, so nennen sie alle Juan Carlos, den Catalanischen Segler, der seit zwanzig Jahren hier auf seinem Schiff lebt, steht klatschend an Land, nimmt meinen Kite an und mich in den Arm. „Du hast es geschafft.“ Juan ist sehr überschwänglich und spontan. „Ja. Den Tag kreuzen wir aber richtig rot an im Kalender.“ Alle freuen sich mit mir zusammen. Ich habe selbständig meinen Startpunkt mit dem Kite wieder erreicht. War auch gar nicht so schwierig. Das Thema mit Höhe laufen mit dem Kite ist damit erreicht und ich bin jetzt ein Independienter Kite Sufer. Lotte hat ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mich wie eine Lehrerin das eben so macht, indiziert hat. „Micha. Fahr nach Saky Saky. Denk an Deine Haltung. Dort wird Dich keiner mit dem Dinghy retten. Das Wasser ist zu flach und ein Kilometer land seicht, knietief. Und leg Dich in das Trapez, grade und mit dem Po fast ins Wasser. Hast Du mich verstanden.“ „Is klar Lotte. Schlägst Du mich
wenn ich das nicht schaffe?“ Lotte grinst. „Ja.“

Thalia von marinetraffic.com schreibt. „Done. Die MARLIN Position ist nun auch unabhängig von den AIS Landstationen.“ Alle 15 Minuten senden wir über unseren lunatronic.net Bordrechner unsere Position über Satellit und PACTOR an das marinetraffic.net Netz. Hier kann man die AIS Positionen der Schiffe sehen, aber im Normalfall nur in Landnähe bis 20 Meilen. Offshore und in Staaten wie Cuba oder Venezuela funktioniert das nicht. Bei uns auf der MARLIN und allen zukünftigen und bestehende lunatronic.net Kunden mit BoardPC schon. Also auch mitten auf dem Atlantik, Pazifik, in Patagonien etc. Ich habe ja kein Internet. Aber einfach mal testen. Die MARLIN MMSI bei marinetraffic.com suchen: 211606420. DAnn sich unsere heutige Position als SAT Image anzeigen lassen. Lohnt sich abzuspeichern. Der lunatronic.net Bordrechner ist für diese Funktion bereits vorbereitet. Bei Interesse PM an mich: [email protected]

Kaum habe ich meinen morgendlichen Green Tea geleert, hebe ich den Anker und fahre die zwei Meilen nach Saky Saky. Kartenmaterial nicht vorhanden. Aber mein Freund Juan von der Thalassa hat mich mit Drohnenaufnahmen versorgt. Die Einfahrt in die winzige Lagune, durch Sandbänke von allen Seiten geschützt, ist grade mal 4 Meter tief und eine Bootslänge breit. Die Insel nach Westen, eine Sandbank mit einem Unterstand aus Treibholz. Die Insel selbst 100 Meter lang, 50 Meter breit. Der Anker fällt auf 10 Meter. Ich bin alleine. Nur der Wind pfeift durchs Rigg, der Windgenerator rauscht. Seeschwalben begrüßen mich und machen es sich auf dem Dinghy gemütlich. Das Paradies. Ein echter Wnuk Ankerplatz. Wochen könnte ich hierbleiben. Der Wind pfeift mit 20 Knoten, konstant und mit wenig Böen aus Osten. Hinter Saky Saky eine Meile flaches Wasser mit Sandgrund. Roberto und Felipe von der Kite Schule aus Gran Roque tauchen mit einem Gast auf. Es ist Off-Season. Roberto ist sup
ernett. „Du kannst keine Höhe laufen? Gegen Mittag kannst Du das. Grinst er. Hier ist der beste Platz um das zu lernen.“ Ein paar Tips. Er hilft mir beim Starten des Kites. 15 Minuten später ziehe ich meine Bahnen und wie es endet habe ich ja schon geschrieben. Ein fantastischer Tag. Am Mittag hole ich mir mein kleineres Kite Bord. Das 160er Door Board bekommt einen Museumsplatz an der Decke über meiner Koje. Das brauche ich jetzt nicht mehr. Mit dem kleineren 142er Airush Bord klappt alles noch viel besser. Am Abend wechsel ich den 15er Schirm gegen den den alten 11er Rebell und auch das geht prima bei 18 Knoten Wind. Für heute reicht es. Ich bin insgesamt wohl fünf Stunden auf dem Wasser. Heute Nacht werde ich prima schlafen. Ich bin glücklich.


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