Archiv der Kategorie: SY Marlin

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{Time:23:00:00} {Date:20181105} {Position:24°11.6200’N, 019°85.5500’W} {Direction/Speed:189°/ 8,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1015,0/23°C} {TempWater:25,0°}
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…und es werde Licht.

In diesem Post geht es um Mich(a) und Arnold. Seit La Palma steht Arnold der Northern Lights 5KW Generator an Erikas Platz. Vier Schrauben halten ihn an seinem Platz. Aber laufen tut er nicht. Es fehlen noch jede Menge Kabel und Schläuche Nach dem gestrigen Tag und den seglerischen Übungen, traue ich meiner Crew nach zwei Tagen ausreichend, um mir das dreckige ARC 2017 T-Shirt anzuziehen und meinen Job zu beginnen. Einen neuen Generator installieren, wo macht man das am besten? Bei 15-20 Knoten Wind auf offener See und 3 Meter Welle. Ich habe auf La Palma kurz vor unserer Abfahrt noch sechs Meter Kühlwasserschlauch und einen Meter flexiblen Abgasschlauch für Wet Exhaust Systems erstanden. Der Schlauch, den mir Lars noch netterweise in Flensburg gegeben hat, mit dem komme ich nicht um die Ecke. Ich schaue mir mit Iris und Daniel noch den Sonnenaufgang gemeinsam an und verschwinde dann in den Tiefen des Motorraums. Eine kleine Musikbox befreit mich von den Gesprächen über mir, so dass ich mich voll konzentrieren kann auf die Installation. Ich fange mit dem Schnüffelventil zwischen der Wasserpumpe und dem Wärmetauscher an, das bis unter die Decke des Motorraums verlegt werden muss, damit der Generator nicht über den wassergekühlten Auspuff und Syphon Effekt geflutet werden kann. Klar. Eigentlich braucht man ja nur den Seewasserhahn zumachen, dann passiert so etwas nicht. Aber wer denkt daran schon immer? Mit dem Abwasserschlauch habe ich zu kämpfen und haue mir, war klar, das offene Ende einer Schlauchschelle ins Nagelbett. Gestern hatte ich noch Handschuhe in der Hand. Weiter geht es mit den Dieselleitungen nach dem die Blutung sich selbst gestillt hat. Auch immer gut, besonders wegen meinem Krankheitshintergrund. Zwischendurch darf ich immer mal wieder an die Luft und an Deck schaukelt es ordentlich. Im Motorraum vergisst man das glatt, wenn man nicht grade eine Schraube in der Bilge sucht.

Die vorgesehenen Öffnungen für die Diesel-, Kühlwasser- und Starterbatterieleitungen gefallen mir so gar nicht. Also bohre, schneide, säge und feile ich die akribisch an die Stellen des Schallschluckgehäuses, wo die Leitungen vorher in Erika reingingen, so kann ich die alten Leitungen nutzen. Andy schaut ab und an mal von oben durch die Luke und gibt einen Ratinger Sprücheklopper-Kommentar ab. Das meint er ja nicht so, ich fasse das einfach nur zu empfindlich auf, denke ich mir. Es wird Mittag. Es wird Nachmittag. Die Sonne geht unter und wieder einmal sitze ich im Cockpit und ziehe an meiner nikotinfreien E-Zigarette, trinke mir eine kalte Cola. Rund herum um uns Wasser. Der kobaltblaue Atlantico. Dann gebe ich mir einen Stoß. „Weiter Micha!“ Wieder zurück in die Tiefen des Motorraums, mit dem Ziel in Zukunft nur noch Öl- und Filterwechsel zu machen und keine tagelangen Operationen am offenen Herzen von Erika. Nach Sonnenuntergang bin ich soweit, das Diesel-System zu entlüften. Doch Moment. Die Kabel zu den VICTRON’s fehlen ja noch. Ein Stück Landanschlußkabel hat den richtigen Querschnitt, ich finde den freien Anschluss am Verteilerkasten. Dazu muss ich mich auf die Werkbank legen. Na, jetzt wird es aber akrobatisch.

Meine Mitsegler sitzen derweilen im Cockpit und schauen dem Autopiloten beim Steuern zu. Die Lust selbst zu steuern nimmt nach den ersten beiden Tagen meist exponential ab. Das ist vollkommen normal und auch nicht der Rede wert. Das Wetter ist immer noch grau. Ab und an ein Regenschauer. Die Nacht bricht ein. „Willst Du nicht langsam mal duschen gehen?“ Ich grunze irgendwas Unverständliches zu Andy zurück und stecke die Batteriehauptschalter für Arnold ein. Keine Explosion. Na, dass ist doch schon mal gut. Dann runter an das Aggregat. „Arnold. Das ist der Beginn einer hoffentlich großen und langen Freundschaft“, rede ich ihm gut zu. Ich glühe vor. Drücke den Startknopf und Arnold rumpelt für zwei Sekunden und dann gehen die drei Kolben ihren Weg von oben nach unten. „Es funktioniert! Es werde Licht!“

Alle freuen sich. Nicht vorzustellen was los gewesen wäre, wenn nicht. „Dann hätten wir schon mal die Rettungsinsel klar gemacht. Nur die Frage für wen? Für uns oder den Skipper?“, frozzelt Werner, so wie es seine Art ist.

Es dauert zwei Stunden bis ich merke, dass die Auspuffschelle am Vetus Muffler / Wasserstop nicht dicht ist und literweise Wasser sich ihren Weg unter die Hauptmaschine suchen. Das ist weniger ein Problem, als den Muffleranschluss dicht zu bekommen. Was die sich von Vetus immer so ausdenken. Ist schon unglaublich.

Aber genauso unglaublich ist der Northern Light Generator. Schon ohne Schallschutzhaube mit seinen 1.500 rpm kaum hörbar, muss man vorsichtig sein, dass man ihn nicht einfach vergißt, so leise ist er. Im Cockpit hört man ihn garnicht. Im Schiff merkt man eher die niederfrequenten Vibrationen, als ihn zu hören. Die Batterien werden maximal geladen, der Wassermacher läuft. Es ist einfach, wie Landstrom zu haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Es funktioniert. Das Schaltpanel von Arnold wohnt nicht mehr im Salon sondern im Motorraum. Da wo es hingehört. Denn wenn ich den Generator starte, muss ich daneben sitzen um zu hören und zu sehen, dass alles gut ist. Der Skipper schaltet den Generator im Motorraum manuell ein und aus. Es gibt bewußt keine große Elektronik und die kleine Platine der Regelung ist komplett vergossen, bis auf zwei Potis und einen Schiebeschalter. Keep it simple.

Ja. Ich bin glücklich und zufrieden. Eine Entscheidung, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Schlussendlich die richtige Entscheidung. Hoffentlich. Jetzt muss ich erst einmal so ein Vertrauen zu Arnold aufbauen, wie ich es zu Johann habe. Anschalten. Läuft. Das wird bestimmt ein paar Tage dauern. In Sachen Generator bin ich ja nun eher ein gebranntes Kind.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

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Post 041118

{Time:22:00:00} {Date:20181104} {Position:26°24.0600’N, 018°45.6000’W} {Direction/Speed:157°/ 6,0kn} {Place:Atlantic}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1016,0/23°C} {TempWater:25,0°}
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Freunde gewinnen

Die südlichste Kanareninsel El Hierro verschwindet langsam in Blaudunst am Horizont – Der MARLIN Mikrokosmos tut sich auf. Noch sind die Batterien der MARLIN voll. Ordentliche Wind beschleunigen die drei Flügel unseres Windgenerators sogar auf Raumshot Kurs und fast schon vermute ich das Erika heimlich sogar Strom verbraucht anstatt erzeugt hat, als sie noch an Bord war. Ja. So bin ich. Immer auf der Suche nach den Lecks. Unser Wasservorrat schrumpft, meine Mitsegler wollen und sollen duschen. Seit zwei Tagen habe ich schon meine mails nicht mehr gelesen. So ist jeder Törn am Anfang für mich. Zu viele Aufgaben erzeugen Schwund. Ohne Internet sind mir die Hände gebunden. Aber eigentlich auch ganz gut so. Das ist genau, was ich im Moment brauchen kann. Ruhe vor diesem Teufelsnetz. Genau deshalb sind wir ja auch unterwegs.

Wir geniessen den stetigen Rückenwind und mit zum Tagesprogramm kommen ein paar Manöver, die von Nöten sind. Statt der materialbelastenden Halse trainieren wir mit Allemann Q-Wenden mit Running Backstay und gesetzter Fock. Nicht ganz so einfach im engen Cockpit der MARLIN. Auf der kommenden Strecke muss das sitzen. Klappt 1a. Jeder kommt ans Ruder und kann zeigen wieviel Gefühl er hat, die Spur zu halten, was viel besser und gradliniger klappt, als ich skipperisch erwartet habe. Keine Patenthalse, nur die ich selber gefahren habe, als ich beim Start in Las Palmas hinter dem Kreuzfahrtschiff VENTURA das Groß setzten habe lassen und in eine Windverwirbelung gekommen bin. Ohne Bullenstander hat der Bumm des Baumes mir selbst in meiner Seglerseele wehgetan. Nur gut, das so gut wie keine Wind war. Mehr Schreck als alles andere. Jedem am Ruder zeigt MARLIN, wie schön luvgierig sie werden kann, wenn sie erst einmal anfängt, in den Wind zu schiessen. Kann sie ja gut, die mit dem Meer tanzt. Eine kleine Unaufmerksamkeit, eine Frage vom Skipper oder vom Segelkameraden an den Steuernden, eine kleine Böe, reicht schon auf dem Downwindkurs, um sie mit etwas zu viel Segel in den Wind schiessen zu lassen. Alle lernen damit umzugehen und die 30 Tonnen Aluminium wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.

Auf dem Schiff, auf so einem Törn, kommt es recht flott zu Zwischenmenschlichem. Psychologie an Bord nennen wir das heute. Bin ja mal gespannt wann der Sailout ein Schlagwort bei den Skipper-Insidern wird. Meine Besetzungsstrategie ist im Moment ja vier Mitsegler in den schlafkomfort vorteillastigen Achterkabinen und Eignerkabine im Vorschiff. Andy und Werner haben sich schnell zusammengefunden und für eine gemeinsame Zeit in einer der beiden fast schiffsmittigen Achterkabinen, mit den zwei Stockbetten entschieden. Was sich auch auf die Wachen fortführt, was sich auch in der bevorzugten Kommunikation fortführt. So entstehen Segel-Freundschaften. Ich freue mich immer so etwas zu sehen. Werner zeigt ein besonderes Interesse an der Benutzung des Bordrechners, dem Anfragen von Wetternachrichten über Funk, dem Empfang derselben, der Interpretation bis hin zum Wetterrouting mit QTVLM. Ist nicht so oft, dass sich Mitsegler so sehr für diese Techniken interessieren. Werne ist da schon echt eine Ausnahme und zeigt nun den anderen wie man Mails schreibt und per Funk verschickt.

Der Wind frischt auf und wir können quasi schon die Kapverdischen Inseln riechen. Es ist wieder ein wunderschöner Segeltag auf der MARLIN. Das kobaltblaue Wasser des Atlantik gurgelt im Kielwasser der MARLIN und für kurze Momente erinnere ich mich an die Zeit in der ich 2001 zum ersten Mal diese Strecke des Atlantiks mit Nathalie und der IRON LADY für mich erobert habe. Eine wunderschöne Zeit, eine wunderschöne Erinnerung. So schön kann es leider nie wieder werden, wenn man einen Ort zum wiederholten Male anläuft.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
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Blogpost 3.11.18

{Time:22:00:00} {Date:20181103} {Position:28°11.4700’N, 017°55.6500’W} {Direction/Speed:252°/ 8,0kn} {Place:Canary Island}  {Target:Sal, Cabo Verde Islands} {Temp Air/Pressure:1018,2/28°C} {TempWater:25,0°}
{Wind:30kn/NE} {Wave:4m} {Vimeo:} {Photo:20181103} {Title:Die Abfahrer}

Atlantiküberquerung Leg 1 ist gestartet

Bekannter Weise gibt es ja Höhen und Tiefen im Legen eines Micha W. aus D. Die letzten Tage sind eher dämlich, ärgerlich und unwirsch. Auf Hangegenkoje.de, wo zu einem Teil unserer Mitsegler herkommen, hat ein Unbekannter seinen Beurteilungssenf zu einem Törn im Februar 18 abgegeben, bei dem er angeblich in Cuba mitgesegelt ist. Weder ich, weder die MARLIN waren im Februar in Cuba und die Vorkommnisse, die entfernt auf die anprangernden Umstände der Beurteilung verweisen passend am ehesten auf die CREW 44 mit der Andreas auch mitgesegelt ist und der ist grade an Bord und glücklich darüber das er wieder mitsegeln darf. Ich nehme mir solche Anschuldigungen sehr zu Herzen und schlafe eine Nacht so gut wie gar nicht. Wie soll ich jetzt darauf reagieren? Der Verfasser schützt sich in incognito. Andy fragt per Telefon bei der CREW 44 nach. Mitseglerin Tine spricht für den Rest der Crew, dass sie es auf keinen Fall waren, solche unverschämten Anschuldigungen und dann auch noch so feige und incognito, über ihren tollen Skipper Micha ins Netz zu stellen. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um einen Fake Eintrag handelt, der ja ohne jegliche Überprüfung ins Netz gestellt werden kann. Nur der Betreiber Christian kennt die e-mail Adresse mit der der Eintrag veröffentlicht wurde. Der will aber den Eintrag erst selbst verifizieren und nur löschen wenn der Verfasser sich nicht meldet. Mein Anwalt Carsten sagt zu dem Vorfall, dass der Beschuldigte, also ich in dem Fall, die Löschung verlangen kann. Im O-Ton schreibt er: „Grundsätzlich besteht einerseits zwar kein Anspruch auf Löschung einer schlechten Bewertung (Meinungsäußerung), allerdings besteht ein Anspruch auf Löschung unwahrer Tatsachenbehauptungen. Tatsachenbehauptungen sind hier vielfach vorhanden, wie zum Beispiel, dass der Skipper von der Reling gepinkelt und den Mitreisenden den Schnaps weggetrunken hat, außerdem dass das Boot bei Übernahme schmutzig gewesen sei. Soweit diese Tatsachenbehauptungen nicht erweislich wahr sind, zum Beispiel durch Zeugenbeweis, besteht ein Löschungsanspruch. Ein solcher Anspruch kann nicht nur gegen den Verfasser der Nachricht geltend gemacht werden, sondern auch gegen den Portalbetreiber, wenn dieser seine Prüfungspflichten verletzt.“ Soll ich mich jetzt mit Christian vor Gericht streiten? Nathalie rettet die ganze Situation. Sie schreibt einen objektiven Kommentar zu dem Eintrag, durch den sich der Verfasser eigentlich nur selbst denunziert. Danke Nathalie. Jetzt macht es fast keinen Sinn mehr den Eintrag zu löschen Christian.

Auf der MARLIN geht das Leben seinen gewohnten Weg weiter. Hätten wir Werner nicht, dem schon seit ein paar Tagen die Decke auf den Kopf fällt, weil er zuerst auf der MARLIN war als sich alles verschoben hat, wären wir erst morgen losgesegelt zur ersten Leg unserer Atlantiküberquerung East-West 2018. Aber so fahren wir nach Tanken und Abschied am Nachmittag los. Mitten in die Düse zwischen Teneriffa und La Palma, während grade eine Depression aus Madeira des Barometer nach unten sinken lässt. Der Skipper steht alleine am Ruder, denn die Mitsegler haben ja noch keinen Meile selbst gesteuert, schlussendlich, nach gefühlten vier Stunden laufen wir unter Top und Takel nach Süd ab in die tiefeschwarze Nacht hinein. Hauptsache Werner und der Rest der Crew ist glücklich und ich bekomme nicht wieder eine schlechte Bewertung von Mister XYZ ;-) Grins.

Mit dabei ist auch Daniel. Dem gönne ich am meisten die Zeit auf der MARLIN. Der in Portugal geborenen deutschblütige Blogleser war vor ein paar Monaten schon auf der MARLIN, als wir noch in Culatra lagen, um sich Skipper und Schiff vor der Buchung in Augenschein zu nehmen. Wir haben uns auf Anhieb bestens verstanden. Dann gab es Probleme mit seiner Arbeit, er ist unentbehrlicher als er eigentlich will und viele Mails flossen zwischen seinen und meinem Account hinunter bis dann schlussendlich doch die Buchung kam. Jetzt kurbelt Daniel an den Wischen, setzt und refft die Segel der MARLIN und hat vermessen von mir gehofft die schönsten Segelerlebnisse seines Lebens, wenn die MARLIN und ich ihm zeigen, wie die 30 Tonnen besonderes Schiff den Atlantik mit neun Knoten in zwei Teile teilen. Voraus liegt Cabo Verde, unser nächstes Ziel und schon nach der zweiten Nacht wird sich die Glocke über unserem Mikrokosmos schliessen, die Sterne uns den Weg zeigen. Ja. Wir haben Glück. Wir werden guten Wind bekommen für die meiste Zeit des Weges. Gerne hätte ich Markus und Ferdi von der letzten CREW dabei, die so tolle Mitsegler waren und so wenig Wind hatten. Aber so kann es gehen. Das ist halt Segeln.

Ganz in eigener Sache. Für unseren Törn vom 15.12.18-11.1.19 mache ich keine Kompromisse. Neben unzähligen HgK Anfragen habe ich auch vier Anfragen von zahlungswilligen Mitseglern abgesagt, die leider nicht ins Team passen. Vielleicht bist es Du, er mit dabei sein will? Nebst Harald, Lena und Andreas? 60 Fuß MARLIN für nur fünf Leute. Eine Woche Kapverden erleben -Weihnachten und Neujahr auf See? – In Tobago den karibischen Traum erleben. Was willst Du mehr?

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
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Blogpost

{Time:23:00:00}
{Date:20181102}
{Position:28°40.4386’N, 017°45.5875’W}
{Direction/Speed: -°/ -kn}
{Place:La Palma, Canary Island}
{Target:Sal, Cabo Verde Islands}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:22,8°} {Wind:10kn/N}
{Wave:2m}
{Vimeo:}
{Photo:20181102}
{Title:Neue Gäste kommen an Bord}

Alles dreht sich

In der schwelligsten Marina meiner kleinen Weltvorstellung knallen mal wieder die Springleinen an den Rumpf, wenn mitten in der Nacht MARLIN anfängst, sich durch unerforschte Wasserbewegungen, mitten in der Marine, versucht loszureißen. Geht ja nicht, dass die Festmacher reißen oder die Klampen aus dem Deck springen, aber manchmal hört es sich so an.

Iris und Daniel vervollständigen heute meine CREW 48 um die Kapverdischen Inseln anzulaufen und schwupps stehen wir bei Lidel an der Kasse und befördern fünf vollgepackte Wagen an Lebensmittel auf die MARLIN. Hört sich wieder mal nach viele zu viel an, in 10 Tagen werden wir wissen, dass es nicht zu viel war. Iris ist eine echte Berliner Schnauze mit ordentlich Erfahrung was die Segellei betrifft und ergänzt die Crew humorvoll. Die Vorräte wandern Stück für Stück in die dafür vorgesehenen Plätze. Skipper Jan’s Netze unter der Decke der MARLIN sind prallvoll. Viele Hände, schnelles Ende, koche ich noch mal einen heimischen Gulasch für meinen neuen Mitsegler. Besonders Werner hat es eilig loszukommen. Den einwöchigen Verzug durch Arnolds Einzug in den Motorraum findet er nun langsam ausreichend. Ich ehrlich gesagt auch. Und so kann ich noch das fehlende Material, ein paar Schläuche für Arnolds Installation besorgen, werde diese aber erst auf See fertigstellen. Heute auf jeden Fall wäre dazu keine Zeit mehr gewesen. Dann hoffen wir mal, dass alles gut läuft morgen. Sicherheitseinweisung, letzte Besorgungen, Tanken und los.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19

Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

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Arnold zieht ein

{Time:12:00:00}
{Date:20181101}
{Position:28°40.4386’N, 017°45.5875’W}
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{Place:La Palma, Canary Island}
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{Photo:20181101}
{Title:Arnold zieht ein}

Fliegender Wechsel

“Wow!“ Das das alles geklappt hat und Arnold, der neue Generator tatsächlich wie erwartet zeitgerecht eingetroffen ist und per Autokran Erika abwechselt… Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Dank der Hilfe von Werner und Andy steht er nun bereits im Motorraum. Vier Fundament Verschraubungen halten ihn fest. Ich habe mich nicht vermessen. Alles passt einwandfrei. Im Laufe der nächsten Tage werde ich nun die notwendiger Kabel und Schlauchverbindungen machen und los kann es gehen. Aber heute machen wir erst mal einen Tag frei. Andy mietet einen Wagen und los geht es in die La Palma Bergwelt. „Du kommst einfach mal mit und hälst Deinen Mund“, dirigiert mich Andy, bevor ich wieder im Motorraum oder sonst wo verschwinde. Am meisten beeindruckten mich die MAGIC-Teleskope in den baumlosen Bergen. Aber auch der Blick in die Caldera, heute leider wolkenverhangen, hat ihren eigenen, fast wahnsinnigen Reiz. La Palma ist so unterschiedlich wie jede der einzelnen Kanareninseln. Viel zu kurz ist die Zeit hier. In Tazacorte finden wir den Platz, den Werner so gesucht hat. Er verrät uns nicht mit wem er diesen Platz in Verbindung bringt. Nun er wird es schon wissen, der schnelle Feuerwehrmann aus dem echten Norden. Wir essen gut und günstig. Spanisch halt. Kanarisch halt. Was will man da noch sagen. Am Abend erreichen wir wieder die MARLIN und ich verschwinde doch wieder im Motorraum. „Ne Micha. Jetzt nix überstürzen sag ich mir selber. Morgen erst mal verproviantieren und dann kann es weitergehen. Immer mit der Ruhe. Es soll ja eine entspannte Freundschaft mit Arnold werden.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18
CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst.
Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

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Rückwärts Eingeparkt

{Time:12:00:00}
{Date:20181030}
{Position:28°40.4386’N, 017°45.5875’W}
{Direction/Speed: 260°/ 5kn}
{Place:La Palma, Canary Island}
{Target:Sal, Cabo Verde Islands}
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{TempWater:22,8°} {Wind:10kn/N}
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{Photo:20181030hd}
{Title:Rückwärts Eingeparkt}

La La La Palma…

Wir sind Nachts angekommen. Gut so. Denn unser zugewiesener Parkplatz liegt ganz am Ende der skurrilen Marina. Bis vor kurzem war es hier gähnend leer, denn aus irgendeinem Grund steht hier an manchen Tagen, in der Marina bis zu einem Meter Schwell, der Fender platzen und Leinen reissen lässt. Wusste ich nicht so. Ist aber auch Vergangenheit meint Hafenmeister Pedro. „Wir haben jetzt ein Schutztor!“, schreibt er stolz als email. Na ja. Also dann mal rein in die Mausefalle. Das Stahltor senkt sich an an Stahlseilen in die Tiefe und gibt uns mit drei grünen Lichtern den Weg nach innen frei. Es ist Windstille und schon dunkel. Ohne Bugstrahl wie immer ein Abenteuer. Die Marina hat kein Tender was helfen kann. Es geht alles leise ab. Ferdi und Markus haben schon etwas Kroatien Erfahrung. So wie Markus die Leine zu Werfen in zwei Hände aufteilt kann ich mich wohl auf ihn verlassen. „Passt!“, rede ich mit mir selbst…

Das war der letzte Versuch einen Logbucheintrag zu verfassen. Dann ging alles rappzapp… Aus dem Visit von La Palma mit einem schönen Walk würde nichts. Schon saß ich am Flughafen von Teneriffa und in der Condor Maschine nach Flensburg. Das Schönste war aufzuwachen und meine Töchter MayaLena im Arm zu haben. Wochenende mit Sonnenschein, Spaziergang mit Hund im dänischen Wald, gemeinsames Abendessen mit Segelfreunden Heike & Bernd und schon war das Wochenende vorbei. Da stehen wir bei Harald auf seinem Schiff und installieren einen Antennenwald, legen die Kabel durch den Mast und alles dauert, wie sollte es anders sein, viel länger als normal. MARLIN- und LUNATRONIC-Freund Andreas ist dabei, ohne dessen Hilfe alles noch mal viel länger gedauert hätte. Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle. Nach drei Tagen ist alles an seinem Platz, aber noch nicht fertig angeschlossen. Harald hat es noch nicht eilig, hat Verständnis und wenn das Wetter passt, machen wir das fertig.

Den besten Spruch bringt Lars, den ich fast zufällig am Ballastkai treffe. „Na Micha. Haste Dich endgültig von Erika getrennt? Gut. Aber worüber schreibst Du jetzt in Deinem Blog?“ Ich lache. „Welcher Blog Lars?“ Seit dem 24.10 hat unser neuer Provider, den wir wegen dem Datenschutzschlamassel brauchten, PHP Version sowieso abgeschaltet und dieser Blog ist nicht mehr erreichbar. Freund Martin ist im Urlaub, meine Programmierinder Inder vollkommen überlastet. Und ich habe davon wirklich keinerlei Ahnung. 1.200 km in 12 Stunden sitze ich mit Andreas in seinem VW Caddy und wir fahren nach Lemmer in Holland um den neuen Generator abzuholen. Man sieht, ich kann weiter über Generatoren schreiben, die nach meiner Meinung viel zu viel Platz in meinem Leben einnehmen. Wir müssen um drei Uhr morgens losfahren und kommen um vier Uhr nachmittags wieder in Hamburg an, wo der Generator verladen wir in die nächste Maschine nach La Palma… Hergott. Ja Ich bin super gestresst. Ich kann einfach nicht mehr. Und so geht es dann am kommenden Tag weiter. Kunde Bernd steht um zehn auf der Matte im LUNATRONIC Büro und ich nehme mir die Zeit für ihn. Versprochen ist versprochen. Um 18 Uhr weiß er alles über was wir machen und verkaufen. Ein Handschlag. Wir lächeln uns an. Auch er hat es nicht ganz so eilig. Das ist auch gut so.

Ich könnte tonnenweise weiterschreiben, aber ich bin schon längst wieder in La Palma auf der MARLIN. Gestern haben wir Erika aus dem Motorraum entfernt. Platz und sauber gemacht für Arnold. Ich wusste garnicht wie einfach man die Bodenplatte im Cockpit herausnehmen kann. Arnold, so soll er denn heißen der neue. Ist übrigens ein Northern Lights Generator, auf dem meine ganze Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben liegt… Später meer…

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18
CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

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Trocken Fallen Lassen

Zwischen den Inseln der Sehnsucht

Es war der vereinbarte Plan. „Wir segeln mit der IRON LADY zurück nach Europa und werden auf den Kanarischen Inseln wieder Fuß in der normalen Welt fassen.“ In Las Palmas auf Gran Canarias sollte unser Leben nach sieben Jahren Weltumsegelung einen neuen, normalen Anfang, mit Maya und Lena an den Händen, nehmen. Aber alles ist anders gekommen. Größer, Roter, Schiffiger, was die Seefahrt betrifft. Deutscher, als ich es mir jemals vorgestellt habe für meine Töchter. Ausgebremst und Trocken gefallen sind die Träume und Ideale meiner Jugend. Umgesetzt wird, was die Normalität einer deutschen Staatsbürgerschaft erwartet. Die Kanarischen Inseln verheißen mir da immer noch da Gefühl der Wahlheimat. Endlich komme ich dazu, wenn auch nur einen sehr kurz einen Blick auf die Insel La Palma zu erhaschen. Noch nie war es so schwierig meine Inseln im Atlantik zu erreichen. Diesmal habe ich wirklich Federn gelassen und auch mein Gemüt ist bei der tagelangen Dumm-Motorerei trocken gefallen. Nun, wir stehen grade mal eine Handvoll Meilen von La Palma, da geht der versprochene Trade Wind aus Nord wieder in die Knie, lässt uns allein und mit dreieinhalb Knoten dahintreiben. Mit den dynamischen Fotos aus der Yachtzeitung oder der Instagramwelt hat das alles nichts zu tun. „Wollen wir noch eine Nacht herumdümpeln?“ Skipper Wnuk verliert die Geduld, so wie immer wenn 50 Meilen vorm Ziel der Wind ausgeht. Irgendwann einmal wird der Motor ausfallen. Genau 50 Meilen vorm Ziel, vorm Hafen, vorm Trocken Fallen Lassen der Seele, des Gemüts. Dann bekomme ich eins auf den Deckel, wenn ich zwei Tage brauchen werde um irgendwann nur unter Segeln in den Hafen einzulaufen. Geduld. Geduld war noch nie meine Tugend. Der endgültige Abschied von Erika ist nun besiegelt. Die Nachfolgerin ist bestellt und bezahlt. Eins ist sicher: Erika wird sie nimmer heißen. Ich habe ernsthaft über ein Seebegräbnis nachgedacht, so wie auch ich an meinem Ende Ruhe finden werde. Meine Peinigerin kann ich keines guten Gewissens verkaufen, weder verschenken, noch verschrotten. Da werde ich wohl erstens noch drüber nachdenken müssen und zweitens… Mitseglerin Birgit und ich kennen uns schon mehr als dreissig Jahre. Ex von meinem besten Freund Guido, alte Bekannte aus Düsseldorfer Zeiten. Den guten Zeiten, als der Ratinger Hof noch Ratinger Hof war. „Mit Dir zu segeln, ist auf jeden Fall ein Erlebnis!“, meint Birgit und zieht dabei ihren linken Augenbraun hoch und schaut gefährlich nah über die Brille. Meint sie das jetzt ironisch? „Mit Freunden oder guten Bekannten zu segeln meist in die Hose!“, sage ich dazu. Birgit und ich hatten eine sehr gute Zeit zusammen. Wir haben unseren Weg gefunden. Birgit hat Offshore Segeln kennengelernt und wer wissen will ob sie die große Freundschaft zur See gefunden hat, der fragt sie dazu und sie wird das sagen, was sie darüber denkt. Und so ist das auch richtig so.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19 Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Wind hat’s auf 29 Grad N

Schwerwettertraining gefälligst?

Um 14 Uhr gestern hat es, wie mit dem Schlag der Turmuhr, den Wind auf Nord gedreht. Um 16 Uhr hat dann jemand den Schalter für die Windmaschine eingeschaltet und Wnuki wieselt auf den Knien, immer schön eingepickt, über das Deck und klärt noch mal nach. Dinghy war noch nicht sturmsicher vertäut, Running Backstay stb noch nicht gesetzt. Baumniederholer klemmt und viele andere Kleinigkeiten. Von meiner CREW ist nicht viel zu sehen. Eine unsicher daherschauende Birgit sitzt mit Erdmännchenaugen im Pilothaus. MARLIN, noch im zweiten Reff und gereffter Genua, nutzt die Gelegenheit schon mal zu zeigen, dass sie eigentlich ein Wolf im Schafspelz ist. Sie neigt den Mast, zieht den mit Bullenstander gesicherten neun Meter langen Baum, mit dem Ende durchs Wasser und die Logge ist permanent zweistellig vor dem Komma. Nun. Wnuki hat nach dem langen Motoren auch Spass am Run bei 35 Knoten Wind. Aber wie ich dann feststellen muss, bin ich der Einzige der Spaß hat. Es wird schnell dunkel, 100% Bewölkung und Niesel. Meine Crew bisher mit 3 Bft in Kroatien gesegelt, schaut, wie soll man sagen, etwas uncertain? „Hmm. Stimmt. Die haben Angst. Kennen das ja noch nicht.“ Also fahre ich meinen Spaß runter. Mit Ferdi setze ich die Fock statt Genua, das dritte Reff im Groß. MARLIN interessiert das recht wenig. Die rennt weiter mit 9 Knoten. Die Front, mit dem versprochenen Trade Winds dahinter, rennt über uns hinweg. Zumindest ist es unten schon mal soweit, dass ich ein Fried Rice zaubern kann, Markus den Salat dazu. „Wir laufen bei den Wetter Bedingungen Graciosa nicht an“, verkünde ich nach dem Abendessen. „Segeln wir dann durch?“, fragt Birgit vorsichtig. „Ja.“ „Wann sind wir dann da?“ „Am Dienstag vielleicht? Wer weiß das schon.“ Das war Gestern und die Nacht war dementsprechend. Mitsegler, die es sich ion den Leesegeln versuchen bequem zu machen und ansonsten die Decke über den Kopf ziehen, in der Hoffnung das Skippers Worte wahr sind: „Das Schiff kann das ab. Ob ihr das abkönnt, wird sich zeigen. Ihr braucht also keine Angst zu haben“ Die Nacht ist dunkel, der Himmel dicht bewölkt, nur der Sonnenuntergang kurz davor, der hatte es in sich. Lang gezogener Schwell vor groteskem Himmel. Himmlisch schön wieder auf See zu sein. Nach zwei Nächten setzt der Mikrokosmos ein. Das war gestern. Heute reißt der Himmel auf, die ersten Passatwölkchen erscheinen am Himmel und Skippers Welt ist wieder in Ordnung. Unten blau. Oben blau. Dazwischen die MARLIN. So wie es sein soll. La Palma, die grüne Insel liegt an. Am Dienstag irgendwann werden wir unser Endziel erreichen. Ich freue mich. Nicht weil der Törn dann zu Ende ist, sondern weil ich dann bald für ein paar Tage Heimaturlaub habe und meine Familie, vor allen Dingen meine Töchter sehen werde.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Endlich wieder Segeln

Nächtliche Kollision

Es fällt mir im Moment etwas schwer gute Laune zu verbreiten. Der ganze Törn ist wie verhext. Dabei hatte ich mich so sehr auf Porto Santo und die Selvagens gefreut. Buchstäblich in den Eimer gefallen wegen diesem Wirbelsturm Leslie, der nun doch wie ich es mir dachte, zwischen den Azoren und Madeira durchgegangen ist und sich nun beim Landfall auflösen wird. Viel Wind um nichts, aber man kann so ein Ding ja nun nicht einfach ignorieren. Nachdem sich die Wetterdienste alle einigermassen einig waren, haben wir die Leinen in Mohammedia gelöst und sind wirklich sehr schön an der Casablanca Waterfront vorbeigesegelt bei strahlendem Sonnenschein und leichten Winden. Hat mich sehr an Havanna Anfang dieses Jahres erinnert. Das war es dann aber auch mit Wind. Das alte Spiel: Segel rauf und Segel runter. Nachts ist der Wind dann ganz weg und wir motoren an einer anderen Welt in sechs Meilen Entfernung vorbei. Selbst 20 Meter lange Fischerboote fahren hier ohne Licht oder vielleicht noch mit einem weißen Rundumlicht. Geräuschnavigation unter Leichtwind-Segeln. Aus dem Nichts werden wir plötzlich angeleuchtet mit Scheinwerfern. Dann. „KAWUMM. KRATZ. ZONG!“ nehmen wir grade unter Motor, wahrscheinlich eine Fischerboje mit, in der tiefschwarzen Dunkelheit. Am kommenden Tag gibt es für sechs Stunden den langersehnten Nordwind. Endlich segeln. Aber es bleibt nicht lange spassig. Die Welle der MARLIN dreht mit. Der MAX Propellor kann seine Flügel nicht in den Unterwasserfahrtwind stellen. „KLONG. KLONG.“, haut etwas unter Wasser rhythmisch gegen den Rumpf. Na. Mit entspannten Segeln hat das nichts zu tun. Wir suchen uns einen etwas ruhigeren Platz nahe dem Strand von der Stadt Sidi. In Noonsite als der dreckigste Hafen von Marroko beschrieben. Wenn es nicht unbedingt sein muss, tauche ich nicht gerne auf offener See um den Propeller zu klarieren, hier in dem Hafen auch nicht. Markus läßt geräuschvoll den Anker vor der Hafeneinfahrt fallen. Keine Ahnung ob es sich um ein ganzes Netzt handelt oder was auch immer, springe ich mit Ferdi ins Wasser. Ferdi zuerst: „Es ist eine orange Leine, die sich um den Propeller gewickelt hat. Das Malheur ist schnell geklärt. Gott sei gedankt, nicht noch ein neues Problem. Davon habe ich grade echt genug. Passt schon gar nicht mehr auf eine ToDo Liste. Zeitnah bekommen wir Besuch von den Behörden in einem baufälligen Dinghy, mit noch schlimmeren Aussenborder. „Jaja. Wir fahren schon wieder.“ Markus nimmt den Tampen vom Propeller zwischen die Zähne und knurrt die Beamten an. Alles Spaß. Alles gut. Die beiden Jungs sind nett und bitten uns entweder zu fahren oder in den Hafen zu kommen. Auf stundenlanges Einklarieren habe ich jetzt echt kein Bock, zumal ich die Schiffspapiere in Mohammedia habe liegen lassen. „Ruhig Blut.“ Waren nur Farbausdrucke in Folie geschweißt. Originale liegen in Deutschland. Seit dem sind wir Tag und Nacht auf See. Wir haben Kurs auf die Nordspitze von Lanzerote genommen und kämpfen weiter gegen den nicht vorhandenen Westwind an und warten auf Sonntag Mittag. Dann soll endlich Nordwind einsetzte. Da kommt schon die Nachricht von Nathalie: „Ob ich den Starkwind gesehen habe.“ Habe ich was verpasst? Ich sehe 20 Knoten aus NE? Ich geh mal raus. Wir dümpeln grade. Die Lust den Motor anzumachen ist gleich null. Das Geräusch kennen wir jetzt zu Genüge.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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Erikas Todestag

Hebel auf’s Pult

Krass. Erikas Kompression ist nach hinten losgegangen, ins Kurbelwellengehäuse und dort am Simmerring als weißer Qualm rausgekommen. Kolbenringe kaputt. Weiß der Himmel warum. Kann man reparieren, aber irgendwann reicht es dann aber doch. Erika hat ihr Lebensziel erreicht, dass der Trindianische Mechaniker mir 2014 in Chaguramas prognostizierte. „Ich habe noch nie einen Fischer Panda gesehen mit mehr als 2.000 Stunden auf’m Tacho hatte.“ Recht sollte er behalten. Ich habe natürlich ordentlich geweint. So viele gemeinsame Stunden im Motorraum, Hoffnung, Höhen und Tiefen, mit Rene, mit Lena, mit Julian, mit Jan… und erst die tausende von Euros für Ersatzteile. Damit ist jetzt Schluß. Erika ist tot und die Geschichte damit besiegelt. Ja. Es war abzusehen, dass unsere gemeinsame Lebensbahn irgendwie ein Ende hat. Es gibt eine Nachfolgerin. Ich will aber noch nicht zu viel verraten. Sicher ist, sie wird kein neuer Fischer Panda sein. Das Schicksal hat also mal wieder zugeschlagen und ich bin erst einmal froh, dass wir nebst dem Generator auch eine große Lichtmaschine zum Laden der Batterien haben. Auch wenn das nur eine temporäre Lösung sein wird. Die letzte Stunden von Erika hat Ferdi mit mir im Motorraum verbracht und die letzten Wiederbelebungsversuche gemeinsam mit mir durchgeführt. Alle die Erika kannten haben großes Mitgefühl. Am Morgen danach, also heute, ist die Stimmung dann immer noch nicht besser. GFS, ECMWF, die Noaa sind der Meinung das Hurrican Leslie sich den Kanaren zwar nähert, aber dann vor lauter Schreck wieder zurück nach Westen zieht und sich auflöst in ein kleines Tief. Zygrib allerdings sagt, dass Hurricane Leslie uns quasi auf die Pelle rückt un der Kern bis über Lanzarote zieht. Na das sind ja wieder tolle Aussichten. Es dauert eine weitere Stunde, bis ich entscheide, dass wir aufbrechen und Agadir anlaufen um dort auszuklarieren. Also angenehm ist das alles nicht. Heftige Zeiten grade auf der MARLIN.

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Casablanca ist eine Reise wert

In Marokko angekommen

Kein Rumgeheule. Super Crew. 1a. Wir sind angekommen in Mohammedia / Marokko. Nach den üblichen internationalen Einklarierungsvorgängen, Immigration, Customs, Port Police, Marina, haben wir einen Platz, längsseits eines anderen Seglers gefunden, der wohl schon seit einigen Jahren unbewohnt und unbenutzt ist. Der Muezzin verrät deutlich, dass wir in einer anderen Welt angekommen sind. Früh am Morgen laufen wir los. Ich mit Flip Flops. Ein großer Fehler, wie sich herausstellt, denn Birgit, Ferdi und Markus entpuppen sich als die Fußgewandten. „Nö. Lass uns mal laufen.“ Ich, bekannt als eher der Fußfaulist, hinke hinterher. Schnell finden wir uns ein in Mohammedia und nebst dem dreckigen Hafenbereich gibt eine piekfeine Innenstadt mit vielen Palmen, netten Menschen und allem Angenehmen. Unser Ziel heißt Bahnhof. Mit dem Zug geht es nach Casablanca. Casa, das Blanca wird hier gar nicht gebraucht, ist wirklich pittoresk. Durch die Altstadt laufen, was auch sonst, wir, also ich hinterher, Richtung der Hassan II Moschee, dem mit 210m höchsten religiösem Bauwerk der Welt. Direkt am Meer, ist es schon ein wirklich eindrucksvolles Bauwerk. Bisschen schwierig zu fotografieren. Mit den Fotos ist eh eher schwierig in Marokko. Die Einheimischen finden das gar nicht gut. Rick’s Cafe, ein Nachbau, sehen wir von Aussen. Hat grade geschlossen und der Türsteher schaut nur verächtlich auf meine staubigen Bob Marley Flip Flops. Also wieder mal falsche Wahl. Das die Frauen in Marokko sich hinter Tücher verstecken, kann man so nicht sagen und als wir abends beim Careffour unsere Alkoholvorräte etwas aufstocken, wundern wir uns doch sehr, was hier so los ist. Hier tanzt der Bär kurz vor Schluss. Der Abstecher nach Marokko ist ein gelungener Zufall und wie der es so wollte, sollte in 48 Std. Nordwind einsetzen, Leslie sich in Dunst auflösen und wir nah an der Küste Richtung Kanaren unterwegs sein. Für jeden, der auf dem Weg zu den Kanaren vom SW Wind überrascht wird, sollte Marokko eine willkommene Alternative sein. Meine Crew und ich, wir sind glücklich. Zur Marina gehört ein Yachtclub mit Pool und Restaurant. Da werden meine drei Mitsegler heute mal vorbeischauen. Ich derweilen schmuse mit Erika, dem Generator, weil sie nicht mehr anspringen will. Wenn wunderst? Mich nicht.

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MARLIN auf der Flucht

Windlos

Die erste Nachtfahrt mit neuen Mitseglern, verbringe ich dann doch meist als gestiefelter Kater mit Rettungsweste auf dem Salonsofa. Mag man ja für übertrieben halten. Ich finde das relativ normal. Ich teile die Nacht durch drei Einzelwachen für Ferdi, Markus und Birgit, die ich einzeln auf ihre Aufgabe bei Nacht einführe und mich dann wieder in Ruhelage aufs Sofa verabschiede. Alles geht gut in dieser Nacht. Keine besonderen Vorkommnisse. MARLIN segelt brav, einsam und lautlos durch die Nacht. Alles in Butter. Die heutige Nacht werde ich zu jedem Wachwechsel dabei sein und mich ansonsten anderen Aufgaben widmen. Motor Johann brummt sein Lied. Es ist dunkel und der Wind ist komplett eingeschlafen. Wirbelsturm Leslie nimmt nun Kurs genau auf Madeira und dann auf die MARLIN. Ich fühle mich fast schon geehrt. Auch wenn ich immer noch nicht daran glaube dass Leslie es schaffen wird, so habe ich dann doch mit meiner Crew gemeinsam entschieden, dass wir Mohamedia anlaufen. Ein Hafen an der Küste Marokkos, 10 Meilen nördlich von Casablanca. Hier sollten wir uns für den Fall eines Falles sicher vertäuen können. Leslie sollte hier seine Stärke weitestgehend verloren haben. Wie sagt mein 1st Mate Mitsegler Stefan Sturm immer: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Ganz so cool wie das erscheint, bin ich in Wahrheit nicht. Marokkro wollte ich immer schon mal sehen und Casablanca sowieso. Also. Machen wir das beste draus. Ist ja höhere Gewalt. Solange auf der MARLIN alles klar ist und die Stimmung gut, ist auch meine Laune gut. Ich kann mich nicht beschweren. Mitsegler Ferdi hat das Segeln im Blut. Mehr als er bisher weiß. Mach nen wirklich guten Job der ITler aus Wien… Markus eigentlich genauso, der hat aber seinen rechten Daumen mit der Heckklappe unseres Stauraums eingeklemmt und dabei seinen Fingernagel im Kranklenhaus verloren. Dementsprechend ist er eher Einhandsegler im Moment. Birgit gibt alles auf der MARLIN und ist uns wirklich eine große Hilfe. Die Bewegungen des Schiffes machen es ihr aber hin und wieder noch zu schaffen. Nun ja. Wir arbeiten dran. ich bin da guter Dinge, dass sich das noch einspielen wird. Und ich? Der Skipper? Bei mir alles im Lot.

Mitsegeln auf der MARLIN!

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