Archiv der Kategorie: SY Marlin

Neue Mitsegler an Bord

{Time:22:22:00}
{Date:20190522}
{Position:18°04.1161’N, 063°05.6828’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Saint Martin / Sin Maarten}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:10-15kn/E}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190522}
{Title:Neue Mitsegler an Bord}

Windzauber

Nach fünf Wochen besten Kite Konditionen tritt nun, als ich keine Gäste mehr an Bord und Zeit für meine eigenen Interessen habe, eine No Wind Phase ein. Ich habe fast schon das Gefühl das ich ein Garant für Flauten bin. Trotzdem zieht es mich aufs Wasser der Lagune. Da ich alleine bin und sowieso grade die Off Season beginnt, brauche ich Hilfe von Piere von der lokalen Kite Schule. Ich habe Kite Fun für zwei Stunden auf der Lagune. Alles gut. Mit dem neuen Kite habe ich viel Spass und viel Erfolg. Ich fahre gleitend schnell in die richtige Richtung und komme fast sogar an der Stelle an, wo ich losgedonnert bin. Es wird Zeit so langsam mal an einer vernünftigen, eleganten Wende zu arbeiten. Wenn da nicht immer Windlöcher wären, die meinen Kite einfach vom Himmel fallen lassen… Shit happens. Ich schiele auf Los Roques. Da ist Wind. Warum bin ich hier? Doch darüber brauche ich seit gestern nicht mehr nachdenken. Ich habe ein neues Problem. Ich habe 2.845 neue Mitsegler in Form eines Bienenvolkes, dass sich unter den Solarpanels eingenistet hat um Hand gegen Koje mitzusegeln. Kenne ich ja schon. Ob das an dem roten Boot liegt? Die nützlichen Tierchen sind nicht aggressiv. Nun. Ich halte aber auch respektvoll Abstand.

Der Anruf mit der Pest Control, alias Rudolf ist zwar nett. „Mach viel Licht an heute Nacht und laute Musik mit viel Bass. Das mögen die Bienen nicht! Morgen früh um 10 Uhr sind sie weg. Die sind nur auf der Durchreise. Wenn wir rauskommen kostet das 180 Euro.“ Upsi, denke ich mir, spiele viel und laut ACDC, nehme das Bimini ab. Doch auch laute Musik, LED Strahler, Regen und Wind… Das Bienenvolk fühlt sich pudelwohl auf der MARLIN. Geht ja den meisten Gästen so. MARLIN ist halt ein beliebter Ausflugsdampfer. Um 10 Uhr sind die Bienen immer noch da. Und nun?


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Keiner ist wie Rene

{Time:22:22:00}
{Date:20190519}
{Position:18°04.1161’N, 063°05.6828’W}
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{Title:Keiner ist wie Rene}

Ankommen in Saint Martin

Rene & Marion nehmen sich den Samstag Zeit um mir und Akeem die Insel zu zeigen. Es geht kreuz und quer über die Insel. Ich bin einfach nur glücklich, dass mein Freund Rene in meiner Nähe ist. Der Tag vergeht im Flug und ich bekomme einen Eindruck von dieser Touristeninsel. Nun. Mit 40qkm ist sie nicht besonders groß. Es gibt diverse Stellen wo man anhalten kann und sich ein erfrischendes Getränk gönnen kann. Prost Rene. Dabei fliegen die Touristenbomber der KLM zum Anfassen nah direkt über einem auf die Landebahn. Wer Curacao kennt, der kann sich auch vorstellen wie Sint Maarten aussieht. Schon sehr holländisch das Ganze.

Eigentlich hatte ich schon geplant in die Lagune zu verlegen. Aber da taucht in meiner Hurrican App „Andreas“ auf. Der erste tropische Sturm mit Namen. Gegen Schäden durch Stürme bin ich nicht versichert. Einmal drin in der Lagune kommt man so schnell nicht mehr heraus. Das kenne ich schon aus Südafrika. Damals waren es knappe drei Jahre, die die IRON LADY in Knysna gelegen hat. Das muss nicht noch mal sein und wenn Andreas nicht zu den Bermudas zieht, so wie geplant, dann hab ich ein Problem. Also bleibe ich in der Marigot Bay. Auf türkisen Sand ankern ist ja auch prima. Akeem verläßt am Sonntag das Schiff und fliegt nach Antiqua. Kaum ist er weg kommt sentimentales über WA. Er wird die Zeit mit mir nie vergessen, er ist unendlich dankbar für den Schlag und er vermisst am meisten meine Küche. Dabei hab ich einfach in den Topf gespuckt, so wie ich das immer tue.


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Alte Freunde

{Time:16:22:00}
{Date:20190517}
{Position:18°04.1161’N, 063°05.6828’W}
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{Title:Alte Freunde}

Ankommen in Saint Martin

Die Insel ist zweigeteilt. Die holländische Seite und die französische Seite. Eine Grenze gibt es nicht. Viel mehr weiß ich eigentlich noch nicht. Die Marigot Bay ist groß mit super Ankergrund und kristallklarem Wasser. Schildkröten schwimmen um die MARLIN herum. Ein sicheres Zeichen, dass das Wasser hier sauber ist. Ich fahre zur Marina. Hätte mein Freund Rene ein Telefon, so hätte er mich zu Island Waterworld geschickt. Da steht auch ein Einklarierungscomputer. Das kostet dort 5 Euro. In dem Marina Office zahle ich 30 Euro. Hmm. Hinterher weißt Du eben immer mehr. Saint Martin, so wie die Franzosen die Insel nennen ist nicht besonders groß. Vielleicht grade 9×9 Meilen ist die Insel groß. Bei den Holländern heißt die Insel Sint Maarten. Sint Maarten ist ein autonomes Land innerhalb des Königreiches der Niederlande. Mehr weiß ich auch noch nicht. Akeen und ich säubern das Schiff von der Salzkruste und machen den großen Aussenborder drauf. Tankstelle. Ein kurze Runde in die Lagune. Dort ist es traurig. Hunderte von Wracks liegen verstreut in der Lagune und den Mangroven und an Land. Hurrican Irma war der stärkste seit Menschengedenken mit 297 km/h. Upsi. Kein Wunder dass die Lagune so aussieht. Seit Irma ist es schwierig und teuer in Deutschland eine Schiffsversicherung zu bekommen. Mit Hurricanschutz schon mal gar nicht. Die Dinger kommen aber erst später im Jahr.

“Ist Micha da?“, fragt Rene Akeen. Schon steht Rene von der MIRA an Bord und wir können uns nach fünf Jahren? endlich wieder mal in den Arm nehmen. Tiefe Freundschaft rostet nicht. Für Stunden sitzen wir mit einem eiskalten Six Pack Caribe Beer im Cockpit und erzählen und erzählen. Rene ist der Grund warum ich hierher gesegelt bin. Heute klappt alles nach Plan. Wurde ja auch mal Zeit.


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Akeen und ich

{Time:16:22:00}
{Date:20190515}
{Position:17°37.5880’N, 062°39.2979’W}
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{Place:Atlantik}
{Target:Sint Maartn}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
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{Wave:2,0m}
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{Photo:20190515}
{Title:Akeen und ich}

Underway to Saint Martin

Akeen habe ich auf Antigua kennengelernt. Schon vor fünf Wochen. Hauptsächlich ist Akeen cool. Dreissig Jahre alt und arbeitet neben dem Cool sein auf einem Kümo. Mit Akeen kann man prima schweigen und limen. Ich frage Akeen ob er mitsegeln will nach Saint Maarten. Akeen denkt nach, spricht mit seinem Chef und der stellt ihn von der Arbeit frei. Allein schon wegen der Erfahrung. Ich sehe es als Entwicklungshilfe und ich bin nicht so alleine auf der Überfahrt. Ich lasse mich von meinem Gefühl leiten.

Wir treffen uns an der Tankstelle. Komisch. Ich merke das der Schlüssel vom Dinghy weg ist. Hmm. „Komm Akeen. Wir gehen erst mal ausklarieren.“ Alles problemlos. Zurück am Dock besorge ich mir einen Lift zur MARLIN, um den Ersatzschlüssel zu holen. Aber im Vorhängeschloss der Türe der MARLIN steckt der abgebrochene Schlüssel, den ich an Land verloren habe. Da hilft mir auch der Ersatzschlüssel nicht. Mit dem hydraulischen Bolzenschneider ist das Schloß schnell auf. Aber komisch ist das ja schon. Ich entscheide das mal als gegeben hinzunehmen. Karibik halt. Man muss aufpassen wie sonst was. Akeen hat damit nix zu tun.

Heute morgen noch vor Sonnenaufgang heben wir den Anker. Sicherheitseinweisung hat Akeen schon hinter sich. Die Nacht war ruhig. Das Aufregendste ist es das Großsegel zu setzen. Danach ist MARLIN auf Kurs und segelt einfach mit Trade Wind nach Sint Maarten. Blauer Himmel. Dank Akeen kann ich mich nochmal hinlegen bis Akeen aufschreit. Ich falle quasi in meine Rettungsweste und an Deck. Akeen hat die Angel entdeck und einen ausgewachsenen Barrakuda am Haken. Igitt, denke ich mir und mir fällt ein Stein vom Herzen, als Akeen vorschlägt ihn wieder frei zu lassen.

Zweimal bimmelt das VHF. Mann over Bord. Position: Fünf Meilen von Antigua Richtung Süd. Da können wir nicht mehr helfen. Nix zu machen. Ich erkläre Akeen den Umstand und seit dem sehe ich Akeen nicht mehr ohne Rettungsweste.

Der Wind schwächelt und wir werden wohl die ganze Nacht brauchen um in die Marigot Bay einzulaufen. Egal. Uns geht es gut, schön wäre ein Wahoo, statt einem Barrakuda an der Angel zu haben.


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Martin gibt Gas

{Time:20:22:00}
{Date:20190511}
{Position:17°00.7852’N, 061°46.6525’W}
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{Place:Antigua} 
{Target:Sint Maarten}
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{TempWater:28°}
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{Wave:0,0m}
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{Photo:20190511}
{Title:Martin gibt Gas}

Es lohnt sich ein Glas Rotwein zu nehmen und den Film anzuschauen

Vielleicht bin ich es ja nur selber, der sein eigenes Schiff sieht. Für andere mag es zu lang sein. Mitsegler Martin hat seine Impressionen der Atlantiküberquerung 2017 mit Skipper Jan und teils mir mit seiner GoPro gefilmt. Nun schickt er mir gestern den YouTube Link. Ich bin gerührt. Martin hat seine eigene Art, sein Material zu schneiden. Schon flüssig anzusehen. Was für ein Aufwand. Ich wäre davon komplett überlastet. Wieviel Zeit in diesen ersten Teil eingeflossen sein muss. Ein tiefes ehrliches DANKESCHÖN an Martin.

Ich bin nach fünf Wochen mit Gästen zum ersten Mal wieder alleine auf meinem Zuhause. Upsi. Die Zwillinge sind im Flieger. Alles kein Problem bei der Immigration. Von Honorarkonsul Torsten erfahre ich komischerweise genau heute, das Jan’s leidiger Mitsegler Marco Rast heute am Flughafen von der Polizei aufgegriffen worden ist, als er ausgereist ist. Nun. Sind ja erst mal gute Nachrichten, dass er lebt und ich keinen weiteren Ärger mehr mit ihm habe. Trotzdem sowas von einem Ars… Aber darüber ärgere ich mich jetzt nicht mehr. Keine Lust drauf. Die Zeit mit den Zwillingen war so super, da kann mich das gar nicht mehr tangieren und ausserdem hat sich Jan schon genug über Marco geärgert.

Wie immer falle ich nach vielen Gästen über eine lange Zeit sofort in eine leicht depressive Phase. Die 24h Verantwortung fällt von mir ab. Der Anker kann da bleiben wo er liegt und morgen früh werden wir nicht weiter segeln. Mein Schiff ist ja nun auch mein Zuhause und das für mich alleine zu haben ist auch mal wieder schön. Ich kann röpsen und pupsen ohne Kommentare. Unordnung machen und mich endlich all den aufgetürmten Reparaturen kümmern. Erst mal lasse ich den Tag, Tag sein. Schaue mir einen Tatort über das Internet an und köpfe eine gute Flasche Roten. Jep. Hab ich mir verdient. Prost Henry, Prost Falco. Wassermacher, Generator und Waschmaschine singen ihr Lied. Dreckige Wäsche waschen…

Nun aber wie versprochen hier der Link zu Martins Video.


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{end}

Husch, Husch ins Körbchen

{Time:22:22:00}
{Date:20190509}
{Position:14°26.3620’N, 060°53.1343’W}
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{Place:Martinique}
{Target:Antigua}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:15kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190509}
{Title:Husch, Husch ins Körbchen}

Oh Weia

Kaum naht die Abreise meiner beiden lieben Mitsegler, will auch der Wind abreisen. Is klar. Könnte ja auch sein, dass ich auch mal nen bisschen Spass haben will und mir ein paar Tage Kiten gönnen will in Antigua. Na Danke. Stimmt mich jetzt nicht grade happy. Anyway. Wir motoren grade an der Westküste von Guadeloupe vorbei. Die Nacht haben wir mit Leichtwindsegeln verbracht. Für Henry und Falko zum Törn-Abschluß noch ihr erster richtiger Nachttörn. „Ist das das Kreuz des Südens?“ „Genau!“ „Dann kann man also in die Richtung segeln, wenn mann nach Süden will.“ „Zum Beispiel“ Wir spielen das Spielchen: Segel rein und Segel raus, Motor an und Motor aus. Nettes Spielchen. Ich sitze im Pilothaus und nerve, weil mein Ladekabel mitten durch den Niedergang geht. Na. die Batterie ist gleich wieder voll. Ich werden an meinem Lieblingsplatz auch mal ne Steckdose installieren und noch 10 USB Buchsen High Power damit jeder Mitsegler zwei hat. Merkt man die Ironie?

Motorzeit ist auch Computerzeit, denn wenn wir schon mal nicht bei 20 Grad schräg liegen… OMG, ich habe so eine lange Liste von Sachen die sich aufgestaut haben. Aber das ist mir egal. Wir werden einfach weitersegeln und heute am frühen Abend ankommen. Einklarieren, Aufräumen und Putzen und wenn keine Wind ist, dann bin ich auch schon ganz schnell wieder weg aus Antigua und segel nach Sint Maarten. Dort catche ich Rene und Marion, meine Freunde von der MIRA. Erinnerst Du Dich? Ja genau der. Wir haben uns wohl einiges zu erzählen. Soviele Freunde habe ich ja nicht mehr. Da muss man schon ein bisschen weiter segeln.

Meine persönliche Entwicklung ist eindeutig. Da ich von Tag zu Tag gesünder werde, meint mein Freund und Doc Harald, sehe ich frohen Mutes in die Zukunft. Die ist auf dem Schiff und nicht in irgendeinem schönen Büro, hinter einem wunderschönen 4K Bildschirm, damit ich am Ende des Jahres auch brav alles Ersparte dem Finanzamt überweisen kann. Bin ich jetzt egoistisch? Bisschen schon. Zu Recht auch schon. Wenn einer weiß wie man auf’m Kahn überlebt, dann bin wohl ich das.


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Martinique erreicht

{Time:22:22:00}
{Date:20190506}
{Position:14°26.3620’N, 060°53.1343’W}
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{Target:Antigua}
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{Photo:20190506}
{Title:Martinique erreicht}

Off Day

Die Grenadinen liegen schon weit zurück. MARLIN’s Rocna Anker liegt vor der Saint Anne. Meine Mitsegler Falko und Henry schauen sich die Insel per Auto an und ich nutze die Zeit um mein Befinden etwas zu zentrieren. Die vergangenen Tagen waren segelorientiert. Aufstehen, Frühstücken, Anker rauf und schräg los, Ankommen und Abendessen kochen. Für viel mehr gab es eigentlich wenig Zeit. MARLIN macht das. Macht das gut. Mal abgesehen davon, dass unser AIS ausgefallen ist und der Windmesser anscheinend verklemmt. „Normal“, denke ich mir und nehme mir das MACBOOK um endlich, ungestört diesen Blog zu verfassen. Das hat jetzt endlich mal Priorität.

Meine Erinnerungen an Martinique sind nicht die besten. Ich kenne vor allen Dingen das Polizeirevier. Wir schnallen dem Red Dinghy wieder den begehrten und inzwischen reparierten 30PS Aussenborder um und los geht die Reise. Geparkt wird nur in Sichtweite zum abendlichen Pastis und am videoüberwachten Dinghysteg. Kette am Dinghy. Kette am Aussenborder. Den will ich diesmal nicht verlieren.

Irgendwie schaffe ich es noch, nebenbei die MARLIN Internetseite zu aktualisieren. Die Wnuksche Idee mit den Kite Trips hat sich wieder einmal als Flop herausgestellt. „Kiter wollen kiten und nicht segeln,“ meint Jürgen von KiteWorldWide.com, schreibt trotzdem einen Newsletter zu unserem Kite & Sail Angebot. Reaktion: Null. „Micha – Du befindest Dich da grade in einer Sackkasse!“, rede ich mit mir selbst. Also lassen wir das mal und aus dem wunderschönen Törn wird nun wieder eine attraktive MARLIN Expeditions Segelreise. Am 1.6.19 soll es losgehen ab Sint Maarten über die Roques nach Curacao. Roques? Ja. Das ist Part von Venezuela. In den vergangenen Jahren habe ich das Inselparadies bereits vier Mal besucht. Die Roques sind sicher. Nun. Das werden wir dann mal herausfinden, wie das mit der derzeitigen Situation ist. Aktuelle Informationen gibt es keine im Internet. Nun. Einen Mitsegler habe ich bereits dabei. John aus den US freut sich den Ast ab mitsegeln zu dürfen. Ein kanadisches Pärchen kann sich noch nicht so ganz entscheiden. Hinsegeln und schauen, denke ich mir mal so aus meiner langjährigen Erfahrung. Na. Lust mitzusegeln? Noch sind Plätze frei.

Zweites Mitsegel Highlight findet im August statt. Segelfreundin Nike Steiger kommt am 25.08.19 an Bord der MARLIN und skippert den Törn Curacao – Los Roques – Curacao. Ich bin auch dabei, werde mich um die Küche kümmern und Backhand sein. Wer mal mit Nike segeln will – Das ist DIE Gelegenheit.

Zwischen den Törns bleibt MARLIN in Curacao und ein ganz wichtiger Gast kommt aus Deutschland angeflogen. Meine Tochter Maya mit Ihrer Freundin Fenja kommen zu Besuch. Da kann man nicht mitsegeln. Das macht Papa exclusiv. Versteht sich von alleine.

Im deutschen Winter geht es dann wieder einmal nach Norden. Cuba steht auf dem Plan. Noch nicht veröffentlicht und erst halb geplant, reihen sich schon die Anfrage zu dem beliebten MARLIN Reiseziel. Na. Da werde ich noch ein paar Stunden am PC verbringen bis das sichtbar ist. Wer sich einen Platz vorab sichern will, meldet sich jetzt.

So. Jetzt habe ich alles Wichtige ausgeplaudert. Die Sonne steht nicht mehr im Zenit und es ist Zeit MARLIN ein bisschen Aufmerksamkeit zuzugestehen. Morgen geht es wieder weiter. Über Guadeloupe nach Antigua. Ob die mich diesmal wieder rauslassen? Ich werde mal Torsten, den deutschen Honorarkonsul anrufen, ob er die Situation dort checken kann. Der verlorengegangene Mitsegler Marco Rast ist wohl immer noch nicht aufgetaucht und auch nicht offiziell ausgereist. Oha! Nachtigall, ick hör dir trapsen…


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Henry ist nun auch ein Kiter

{Time:22:22:00}
{Date:20190501}
{Position:12°34.9040’N, 061°26.3257’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Fregatte Island / Union Island}
{Target:Tobago Keys}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:20-25kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190501}
{Title:Henry ist nun auch ein Kiter}

Wohin der Wind bläst

Vor ein paar Jahren hat Henry schon mal einen Kite Kurs auf Amrum gemacht. Is klar, dass er an den schönsten Kite Plätzen der Grenadienen nicht einfach so vorbeifahren will. Nun bin ich kein Kite Lehrer und greife gerne auf die Dienste vom Jeremy’s JT Pro Center zurück. Das sind Profis, so wie ich Profi beim Mitsegeln bin. Wenn man jeden Tag etwas macht, wird man einfach Profi. Ich laufe mit Henry zur Kite Schule und beim Preis schluckt Henry deutlich. Refresh Kurs 260 USD, 2,5h, all invclusive. Ich kenne die Kosten von der Schule, dem Material, den Lehrern, den ganzen Reparaturen und den sechs Dinghys. Ab heute, dem ersten Mai endet nicht nur die Lobstersaison, sondern beginnt auch offiziell die Hurrican Season in der Karibik zumindest für die Charterboote. Damit endet der Strom der Kunden auch für die Kite Schule. Bis November. Eigentlich dumm, denn der beste Wind ist von jetzt bis Juni. Henry nickt. „Ich mache das!“ Damit bin ich aus der Verantwortung raus.

Kite Lehrer Sandy zögert nicht lange und fährt mit Henry direkt nach Freggate Island und wir mit der MARLIN hinterher. Die Ankerkette rasselt. 30 Meter Kette. Rocna hält. Wir ins Dinghy. Henry ist schon am Horizont. Kite Lehrer Sandy sitzt im Dinghy, verbunden mit Funk am Helm. Henry im Wasser mit dem Kite. Es dauert nicht lange und schon steht Henry auf dem Brett, das die Welt bedeuten kann. Henry ist nun definitiv ein Kiter. Well done JT Pro Center. Thx.

Während Henry noch das Wasser mit dem Kite Board umpflügt, fahren Falko und ich zur MARLIN zurück. Bei der Ankunft hat Falko bemerkt, dass die Hauswasserpumpe nicht mehr ausgeht, aber kein Wasser abgibt. Ich habe dann erst einmal die Pumpe ausgeschaltet. Jetzt schaue ich nach und ein Kunstoff Fitting an der automatischen Spülung des Wassermachers ist glatt abgerissen. Das Süßwasser sprudelt in die Bilge. Es ist so unglaublich heiß im Motorraum. Ich weiß, dass ich ein Ersatzfitting habe. Aber wo nur? Irgendwann finde ich es und der Schaden ist schnell behoben. Das Abpumpen das Wassers verschiebe ich auf morgen.

Auch ich darf am Nachmittag noch mal auf’s Wasser. Falko hat mir einen neuen Kite aus Deutschland mitgebracht. An den muss ich mich erst einmal gewöhnen. Einen gesunden Grundrespekt habe ich ja eh immer. Der Erfolg, dass ich besser Höhe laufen kann mit dem neuen Liquid Force 15 ist merkbar, aber nicht umreißend. Ich schiebe das mal auf fehlende Übung. Ich komme nicht dort wieder aus dem Wasser, wo ich gestartet bin. Hilft nix. Muss ich weiter üben, üben üben… Henry ist superhappy. Ich etwas designiert. Am Abend spielen wir Phase 10 und Falko gewinnt. Meine Mitsegler sind glücklich. Happy MARLIN.


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Zwillingssegeln

{Time:22:22:00}
{Date:20190429}
{Position:12°12.4173’N, 061°29.4084’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Tyrell Bay / Carriacou / Grenada}
{Target:Union Island}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:28°}
{Wind:0-10kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190429}
{Title:Zwillingssegeln}

Es geht wieder nach Norden

Das Glas grüner Tee startet meinen Tag. Das Glas Rotwein begleitet mich in den Schlaf. Nach so einem Tag wie heute habe ich das besondere Gefühl mir beides verdient zu haben. Henry und Falko sehen aus wie aus dem gleichen Ei. So ist das auch. Eineiige Zwillingssegler aus dem Großraum Berlin auf der MARLIN. Sie kennen mich schon viel besser, als ich sie kenne. Von hier, von meinem Blog. Nach Ankommen und dem üblichen Krimskrams, wie Sicherheit etc. stehen wir heute morgen in der Fischhalle und erstehen 11 Pfund Yellowfin. „So günstig bekommen wir den nie wieder!“, meint Falko. „ Das ist der Kilopreis in Deutschland.“ Ich überlege noch kurz ob sich der Fisch bis Bequia hält. Sollte klappen. „Dann gibt es viel frischen Tunfisch in den nächsten Tagen.“ Die beiden lächeln mich glücklich an.

Am Sonntag Nachmittag sind wir durch und ich bringe meine Zwillinge an Land. Noch mal einen Blick in die schönste Stadt der Karibik. Mit dem wieder funktionierenden 30 PS Aussenborder alles kein Problem. Auf der Rückfahrt zu MARLIN falle ich fast vom Dinghy und muss direkt eine Wendemanöver einleiten. Da liegt die MR CURLEY. Ich glaub es ja nicht. Ich hänge mich an die Bordwand. Auf der andern Seite schaut mich Kathy an. „Nein. Nein ich kenne Dich nicht.“ Ich ziehe meine Cap aus. Ich ziehe meine Sonnenbrille aus. „Nein. Ich kenne Dich nicht.“ „Kathy. Wir hatten eine wunderschöne gemeinsame Zeit auf Chagos Ostern 2006. Das sind doch grade mal 13 Jahre.“ Langsam erinnert sich Kathy. Oha. „Ich habe auch nur wegen dem Schiff gehalten. Ich hätte Dich auf der Strasse auch nicht wiedererkannt.“ MR. CURLEY, ein massiver 63 Fuß Aluminium Mono und hat mich sicherlich schon vor 13 Jahren in der Auswahl des IRON LADY Nachfolgers beeinflußt. Ein einmaliges und wunderschönes Schiff.

Falko und Henry sind einfache Mitsegler für mich. Beide haben ein eigenes Schiff und bringen einfach schon mal 90% der Grundkenntnisse mit, die auf der MARLIN notwendig sind. Und so geht es recht flott noch mal in den Supermarkt und schon sind wir zu dritt on the road again. Auf den Spuren von Jan, also seinem Track auf dem Bordrechner, segeln wir in die Tyrell Bay. MARLIN hat Spass legt sich 20° auf die Backbordbacke und macht das was sie am besten kann: Sie segelt am Wind. Schnell. Komfortabel. Sie macht das weitestgehend alleine. Alles was notwendig ist, um diesen Prozess sicher zu machen, mache ich. Henry und Falko gewöhnen sich schnell an die schräge Lage. Es ist dunkel als wir ankommen. Wir ankern weit draussen. Ich stelle mich in die Küche. Was gibt es wohl zum Abendessen. Yellowfin.

Vor unserer Abfahrt, kommt Richard von der MR CURLEY noch vorbei. Als ich mit Kathy gesprochen habe, war er in einem Telefonat mit seinem neunzigjährigen Vater vertieft. Er steht schon auf der Badeplattform: „Darf ich an Bord kommen?“ Wenn einer was von Aluschiffen weiß, dann ist es Richard. Wohlwollend erfasst er die MARLIN mit ein paar Blicken. Das Problem mit den Relingsstützen habe ich auch und wie folgt gelöst in Thailand…“ Richard hat sich ausser seinen immensen Augenbraunen kein Stück verändert. „Da hast Du Dir ja Deinen Traum verwirklicht, denn Du vor 13 Jahren schon hattest. Der Meister klopft mir wohlwollend auf die Schulter. Wir schnacken über Chagos, die Welt, die Karibik, den Wind und die Elektrolyse. Das könnte lange so weitergehen. Henry und Falko lösen die unterschiedlichen Interessenlage, indem sie lächelnd im Cockpit erscheinen mit Rettungswesten und Sonnencreme im Gesicht. So sind sie, die Berliner. Richard ist keiner, den man in den Arm nimmt und ist genauso schnell wieder weg, wie er gekommen ist. „Dann lass uns mal den Anker heben.“ Vormachen, Nachmachen, Selbermachen. Die Lernfolge auf der MARLIN. Henry und Falko sind in der Vormachphase.


Mitsegeln auf der MARLIN!

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Grünes Grenada

{Time:07:23:00}
{Date:20190426}
{Position:12°02.4715’N, 061°45.3784’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:St. George / Grenada}
{Target:Grenadienen}
{Temp Air/Pressure:28,3°C}
{TempWater:29°}
{Wind:0-10kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190426}
{Title:Grünes Grenada}

Wehmütiger Urlaub

Urlaub habe ich wirklich „nur“, wenn ich alleine bin auf dem Boot und mir eine Auszeit nehmen kann. Ich bremse die letzten Tage von Calles Segelzeit auf der MARLIN. Wir fahren von Prickley Bay noch in die Hog Bay. Kein Kitespot. Nun. Grenada ist eben keine Kite Insel. Dafür aber wunderschön grün. Grün heißt in der Karibik allerdings auch Regen. Calle & Ich spielen das Fenster auf und Fenster zu Spiel. Am Tag und in der Nacht mindestens einmal. Uffa! Dann reiße ich die Notleine, wir gehen Anker auf und verlegen auf die andere Seite der Insel. Vor der Hauptstadt St. George liegt die Anchorage Grand Anse. Hier fällt der Anker wieder. Das Wasser ist türkis. An ruhigen Tagen kann man auf den koralligen Grund sehen und bei der Ankerkontrolle hat dieser schon zwei Kofferfische, die ihn bewachen. Dann ist ja alles gut und mit dem großen Spachtel machen ich gut fünfzig Seepocken vom frischen Antifouling ab. Geht zu den Nachbarn. Haha! Ja. Da muss man in der Karibik immer dran bleiben.

Für tägliche Logbuchberichte fehlt mir die Zeit und die Ruhe. Ganz oben stehen zwei Sachen die ich unbedingt machen muss. Das Lazybag, die riesige Tasche, in der das Großsegel wohnt, muss eigentlich neu. Vier Atlantiküberquerungen haben ordentlich am Material gezehrt. Wie das immer so ist, fehlt grade das Kleingeld. In Spice Island gibt es einen französichen Segelmacher. Der ist gut. Calle hilft mir das Großsegel von seinem Schneckengehäuse zu trennen. Gestern ging es dann zum Segelmacher. Mit zwei neuen acht Meter Langen Fiber-Latten, neuem Reißverschluss, diversen Patches aus PVC gegen Schamfilen kommen wir auf fast 1.000 Euro. Ich muss schlucken. Aber ein neues Großsegel, um dessen Schutz vor der Sonne es geht, kostet ein vielfaches. Don Dinero steht neben mir und grinst. Ich trete wieder mal zwei Schritte zurück.

Außenborder Anneliese steht als nächster Punkt auf meiner Liste. Vorgestern schon habe ich alle anderen Boote in der Anchorage mit beherzten Schlägen auf die Bolzen der Aufhängevorrichtung des 30PS Mercury, wissen lassen, dass ich Anneliese nicht versenken werde. Am Ende gewinne ich. Ich bereite die gebrochenen Stellen des Steuerarms für den Schweisser vor. Der schweißt das nur, wenn da kein bisschen mehr vom Kleber dran ist, mit dem ich versucht habe den Bruch des Aludruckgussteils zu kleben. Zweimal. Zweimal ohne Erfolg. Gestern dann hat der Schweisser die beiden Teile wieder miteinander verbunden. „Hast Du gut vorbereitet!“, lobt er mich. „Alles blank, ohne Farbe. Willst Du das selber schweißen?“ Ich grinse. „Ne Danke. Die Zeiten sind vorbei.“ Ich denke an meine gute alte IRON LADY. Gestern Abend ist dann alles wieder zusammengebaut. 4 Stunden Ausbau, 3 Stunden Zusammenbau. Zweimal mit dem Bus durch die Bullenhitze nach Spice Island fahren und wieder zurück. 100 Euro das Schweissen. Als nächstes steht an den Aussenborder mit Graffiti zu verschönern, damit die Langfinger ihn unattraktiv finden.

Calle und ich umarmen uns kurz und schnell, männlich halt und unsere Wege trennen sich. Tolle Zeit war das Calle. Mit allen Höhen und Tiefen. Selten so einen angenehmen Gast an Bord der MARLIN gehabt. Aber jetzt ist auch mal Zeit für neue Abenteuer, für Dich und für mich. Am Samstag kommen Mitsegler Henry und Falko an. Na. Dann habe ich von den geplanten 10 Skipper Urlaubstagen genau noch einen. Da kommt zwar das Lazybag wieder zurück und ich muss mindestens 4 Stunden mit LUNATRONIC telefonieren, gefühlt 200 Mails beantworten und noch neue Texte für den Passageplan schreiben. Na. Da wird mir ja gar nicht langweilig werden.

Heute Abend kommen Hagen, Inga und deren drei wilde Bootskinder von der SY SALMON zum Spagetti Essen. Romina & Martin von der der SY FLOW sind auch dabei. Mensch. Richtiges Fahrtenseglermeeting. Ich freu mich!

Ich spring jetzt erst mal über die Ankerkette ins Wasser und besuche die beiden Kofferfische.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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Das U-Boot RED PEARL alias MARLIN taucht wieder auf

{Time:16:42:00}
{Date:20190420}
{Position:12°00.0538’N, 061°45.7024’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Prickley Bay / Grenada}
{Target:Grenadienen}
{Temp Air/Pressure:30,6°C}
{TempWater:29°}
{Wind:0-20kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190420}
{Title:Das U-Boot RED PEARL alias MARLIN taucht wieder auf}

Was in der Zwischenzeit passierte

Wir hatten eine tolle Zeit. Aber das hatte ich schon oft gedacht und dann gab es eine Bewertung bei handgegenkoje.de handgegenkoje.de, die mir die Fußnägel aufgerollt hat. Andreas Klein und Lena Sönnichsen haben mein Skipper-Leben verändert. Nun. Das war bestimmt ein Grund, der mich mental so unter Strom gehalten hat, dass ich etwas konstatiert gegenüber der Tastatur meines MacBooks war. Also fange ich den Absatz wohl besser noch mal von Neuem an – OHNE den alten Anfang zu überschreiben…

Ich hatte eine tolle Zeit mit meinen Mitseglern Olivia, Urs und Calle auf der MARLIN. Urs, der zumindest an der Oberfläche so tiefen-entspannt daherkommt, dass er alles im Sack hat, als eingefleischter patriotischer Schweizer; hat es sicherlich geschafft, ob gewollt oder ungewollt mag nun mal an zweiter Stelle stehen, ein Seemann zu werden. Ein Seemann muss nicht alles können an Bord eines Schiffes, sonder infiziert worden sein, mit den Planken die die Welt bedeuten. Nun haben wir keine Planken mehr an Deck, sondern solides Aluminium, die Auswirkungen allerdings sind die gleichen. Das er sein erstes Segelabenteuer direkt mit dem bekannten und berüchtigtem Skipper Wnuk hat, hat ihn dann wohl auch mit den richtigen Wassern gewaschen. Die Auswirkungen sind lebenslängliches Seefieber, was Urs noch nicht weiß, aber in den kommenden Jahren immer mehr zu spüren bekommt. Die Anwesenheit von Blume Olivia hat unser dreimännriges Leben an Bord verändert. Plötzlich sitzen die Herren der Schöpfung in T-Shirt am Frühstückstisch, die derben Sprüche über das andere Geschlecht fallen komplett anders aus. Nach einer kurzen Karenz Zeit entfaltet sich die Blume Olivia zur vollen Pracht und bestimmt den restlichen Verlauf der Reise nach dem Motto: Ich bin Profireisende! Ich will möglichst viel in den sieben Tagen an Bord erleben und mitnehmen. Urs nenn seine Bekannte liebevoll eine „Sympathische Schweizer Bergziege, die nicht stillsitzen kann.“ Und so gestaltet sich unser Weg. Zuerst einmal müssen grundlegende Bedürfnisse befriedigt werden. Nein, nicht was man so landläufig denkt. Es geht wirklich um aller vier Bedürfnisse. Tauchen und Kiten auf Union Island. Der Weg dorthin verschlingt eine kleine Ewigkeit. Ein wunderschöner Segeltag an allem vorbei was ich normalerweise besuche. Mayreau und Tobago Keys lassen wir links liegen. Bei Fregatte Island fällt der Anker. Calle muss schnell noch vor dem Abendessen einen Russenstart mit seinem Kite machen. Ich sichere ihn und lasse nicht los. Dafür habe ich ein paar Kratzer am Popo und Calle ist glücklich. Am nächsten Morgen gehen Blume Olivia und Urs auf Tauchstation. Micha und Calle hängen in den vier Leinen, die ebenfalls die Welt bedeuten, unter ihren Kites. Meine persönliche Erfahrung: Geil. Am nächsten Morgen der Muskelkater meines Lebens. Ich bin auf dem besten Weg mein Ziel zu erreichen, wieder an den Strand zu kommen, an dem ich bei ablandigem Wind gestartet bin. Alle vier treffen sich zum Sonnenuntergang auf der RED PEARL alias MARLIN. Das Abendessen ist der Hit. Alle tot vom Sport fallen um wie die Fliegen…

Man könnte Tage an diesem wunderschönen Platz verweilen, mein Calle, denkt Micha und vielleicht auch Urs. Aber es kommt anders. Wir verlegen an eine Mouring direkt hinter Happy Island in der Clifton Bay. Calle geht wieder aufs Brett, ich ins Dorf. Als die Sonne dem Horizont entgegenstrebt, vermute ich einen Sundowner auf Happy Island. Ich schrecke aus der Koje auf. Keiner zu Hause. Die farbigen Profi-Kiter machen ihre Kunststückchen am Happy Island. Die Menge grölt und jubelt. Urs war es doch so wichtig dabei zu sein. Hautnah. Blümchen und Ursli aber kommen erst später zurück vom Schnorcheln, haben dem Kite-Treiben aus der Schildkrötenperspektive zugeschaut. Versteh einer die Schweizer. Waren ihnen die Drinks zu teuer? Calle kommt auch irgendwann zurück. Ein Leinenunfall hat ihm einen Riesenknoten beschert. Er hat jetzt neue Freunde, die ihm beim Entknoten geholfen haben. Ich schmeisse die Spanish Makrel in den Ofen, ein paar Gewürze und Gemüse. Schon ist die Stimmung wieder da wo sie hin soll. Küchenchef Michael fällt tot um. Zuviel Kochwein?

Schnell sind wir da wo wir hinwollen. Schnell klarieren wir am nächsten Tag aus. Schnell segeln wir in die Tobago Keys. Schnell springt meine Crew ins Wasser und schnell gibt es eine Kleinigkeit zu essen aus Michas Küche. Wassersport macht eben hungrig. Das Lobsteressen gehört dazu und das der Skipper von der Bordkasse frei ist; mir ist es lästig das erklären zu müssen. Mir ist das unangenehm. Das ist einfach so. Faktum: Calle kommt nicht mit, Blume Olivia und Urs haben mit mir einen tollen Abend. Herzlichen Dank noch mal an dieser Stelle für die Einladung und Anerkennung meiner Dienste und Fähigkeiten als Skipper. War ein bisschen schwierig für alle. Heute. Zuviel schnell.

MARLIN reitet Olivia und CREW 54 sicher in die Prickley Bay. Als wir ankommen haben die Behörden schon zu. Nun gut. Dann bleibt meine CREW eben noch eine Nacht länger. No worries. Wir haben noch Hühnchen. Ich schmeisse den Druckkochtopf an und es gibt ein Sterne Abendessen dass mich selbst erstaunt. Normalerweise kocht Nathalie das Hühnchen in Kokosnussmilch.

Und um wieder den Faden vom Anfang aufzunehmen. Ich bewerte jetzt mal meine CREW 54, anstatt andersherum plötzlich an die Wand gestellt zu werden, zum Abschuß, so wie es Lena und Andreas von CREW 50 gemacht haben. Blume Olivia war mir zu schnell. Auch ein Profi-Reisender sollte sich Zeit nehmen. Die gleiche Reise hätte man auch in drei Wochen viel entspannter für alle erleben können. Es gab Höhen und Tiefen und alle haben das beste daraus gemacht. Es gab immer eine offene Kommunikation. Die CREW 54 gehört zu meiner Premium Crewerinnerung. Vier Menschen, die allesamt in einer Orientierungsphase sind, auf 40 Quadratmeter einzupferchen, ist ein Experiment. Das Experiment ist zu 95% gelungen. Saefty, Segeln, Essen und trinken war immer erste Sahne. Hey. Es war eine schöne Zeit mit euch. Gerne wieder. Fünf Sterne für meine Gäste. Punkt.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
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Mitseglerin Olivia an Bord genommen

{Time:23:00:00}
{Date:20190413}
{Position:13°00.1349’N, 061°14.6672’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Port Elizabeth / Bequia}
{Target:Grenadienen}
{Temp Air/Pressure:28°C}
{TempWater:29°}
{Wind:0-20kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190413}
{Title:Mitseglerin Olivia an Bord genommen}

Wir erreichen meinen Lieblingshafen… Port Elizabeth auf Bequia.

Olivia bringt ordentlich Regen mit aus der Schweiz. „Ich bin eine Regenmacherin“, entschuldigt sich die GLOBETROTTER Managerin und lächelt herzhaft. Olivia hat ein breites schweizerisches Lächeln. Hinter dem Lächeln steht ein solider Charakter. Ihre Mimik und der schweizerische Akzent verwirren mich, so ähnlich ist dieser, wie von meiner Segelfreundin Claudia aus der Schweiz. Olivia bekommt eine 25 Minuten Individualsicherheitseinweisung, eine Rettungsweste, die ihr viel zu groß ist. „Du musst mal ein bisschen mehr essen Olivia.“ Raus geht es auf’s Meer. „Jungs. Sollen wir das Großsegel mit der Hand oder der Elektrowinsch setzten?“ „Mit der der Elektrowinsch“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Ich grinse. Von links ein schwarzer Squall und Wind bis 30 Knoten. Da legt sich die MARLIN auf die Seite. Den Kurs in den Böen per Hand zu halten ist schon ein bisschen kraftaufwendig. Urs macht das prima. Ich geh runter um Logbuch zu schreiben. Als ich wieder hoch komme ist steuert der Autopilot. So ein bisschen vermisse ich die Segelaffinität meiner Crew. Ich übernehme das Steuer und Olivia will steuern. Gut. „Ich zeige Dir das.“ Nach ein paar Schlenkern hat Olivia die MARLIN im Griff. Gut macht sie das und lächelt dabei. „Schau einfach dort auf die Bergspitze, wie beim Fahrradfahren. Einfach dahin schauen, wo Du hin willst. Dann klappt das.“ Es sind nur acht Meilen nach Port Elizabeth. Für den Anfang reicht das.

Wir stehen bei den Customs und füllen Papiere aus. Urs hilft mir und schreibt. 160 USD sagt der Beamte und Urs schluckt. „Bezahlst Du das?“ „Das sind Kosten der Bordkasse“, antworte ich ruhig. Der Eintritt ins Paradies ist eben nicht kostenlos. Es ist wie immer. Don Dinero segelt mit. Nach Fertigstellung aller Papiere verkünde ich Wochenende. „Der Skipper hat jetzt frei. Ihr arbeitet ja auch nicht Samstags und Sonntags…“ Im nächsten Supermarket erstehe ich zwei Hairoun Bier. Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Crew mich in die nächste Bar einladen wird.

Bequia hat den schönsten Baywalk, ein schmaler Fußpfad, direkt am Wasser, die ganze Bucht entlang. Hier gibt es unzählige kleine Geschäfte, Restaurants, Cafes und nette Menschen. Hier wird gegrüßt. Olivia und ich finden drei weiße Holzsessel vor einem Haus, dass wohl grade nicht benutzt wird. Der richtige Platz, um unter den ausladenden Bäumen und säumenden Palmen, auf die Bucht von Port Elizabeth zu schauen. Ein bisschen wie der Blick von meiner Leuchtturmterasse in Cuba. Der Platz ist gepflegt. Ein riesiger rostiger Anker liegt vor uns. Pittoresk ist es hier. Olivia und Micha unterhalten sich oberflächig und im Endeffekt geht es um die Frage, wo die Reise Leben eigentlich so hin geht. Es bleibt bei einem Small Talk. Nun. Olivia ist leider nur für knapp eine Woche dazugestoßen. Zu wenig um mein Leben unter Segeln zu verstehen. Ist vielleicht auch nicht ihre Challenge. Irgendwann tauchen Calle und Urs mit einer großen Pizza auf. Ich mag keine Pizza.

Das Bier, die frische Seeluft – Mich zieht es in die Horizontale. Ich wache auf, weil die Wasserpumpe nicht aufhört zu pumpen. Skippers delight. Der Brausenkopf am Heck ist gegen die Bordwand geschlagen und undicht geworden. Standardproblem. Morgen ist Sonntag. Wir essen an Bord. Olivia kocht. Es gibt Reis mit Gemüse und Ei. Hat sie wirklich mit Liebe gemacht. Schmeckt man. Danke Olivia. Es regnet wieder.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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