Archiv der Kategorie: SY Marlin

Friends & More

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{Date:20200709}
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{Title:Friends & More}

Kiten auf Spanisch

Vor lauter Freude in den Süden fliegen zu können, habe ich glatt vergessen, dass es ja grade Urlaub-High-Season ist. Es ist nicht nur heiß, sondern auch richtig voll an den Stränden. So wie in Tarifa. Was meint. Es gibt eine Kitezone, durch Bojen abgesperrt, die extrem klein ist und überall sind Badegäste. Die Kiter fahren durch die Badezone. Es ist grade mal 14 Konten Wind, eher weniger und Diego drückt mit seinen 17qm Schirm in die Hand. Ich baue ihn auf. Will ja nicht unfreundlich sein. Stehe im Wasser, dass Kite-Monster über mir und weiß nicht, wie ich starten soll, direkt in meiner Startrichtung eine Gruppe von Badegästen im Wasser. Der Wind wird noch weniger und das Thema erledigt sich von alleine. Toller Sport. Nicht? Ich würde wirklich lieber euphorischer schreiben. Die Polizei kommt mit einem Jetski, an Land mit einem Quad und verjagt die letzten untergewichtigen Kids-Kiter, vielleicht grade 10 Jahre alt, die entlang des Strandes in der Badezone kiten. Finde ich jetzt nicht grade falsch. An der Moskito Strand Bar stehen wir uns nun die Beine in den Bauch und trinken Bier. Könnte auch in Tarifa sein oder irgendwo anders auf der Welt. Zumindest klappt es heute mit der Essensverabredung. Fernab der vollen Fußgänger- und Touristenzone und des moskitoverseuchten Strandbouleward, finden sich ein paar spanische Plastiktische mit Plastikstühlen und Papiertischdecken. Authentisch. Es gibt plattenweise Mariscos, Meeresfrüchte und Thunfisch. Bis ich wieder anfange zu frieren ist alles gut. Das Thema erledige ich mit einem Barfuß Spaziergang. Der Boden ist noch warm. Elena, Sergio, PinPin und Diego legen aber auch eine Geschwindigkeit beim Sprechen mit andalusischem Slang vor, dass ich mit offenem Mund am Tisch sitze. Ich komme kaum zu Wort und irgendwann höre ich nicht mehr zu. Spanier sind laut. Andalusier sind noch lauter. Ich bin froh, mir die Decke des Bettes über den Kopf ziehen zu können. Toller Abend, aber eben auch echt anstrengend.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Andalusien

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{Date:20200707}
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Heiß

Meinen ersten Tag in Andalusien verschlafe ich erst einmal. Statt um um vier Uhr nachts mit Blasendrang aufzuwachen, erstarre ich um 9:00 im Anblick der Uhrzeit. Scheint mir gut zu tun. Es folgt Cafe mit Diego, der sich kurze Zeit später Business hübsch anzieht und weg ist. Ich glaube nicht daran, ihn sobald wieder zu sehen. Es sei denn es gibt Kite Wind. Auch ich bin schon wieder auf Windfinder unterwegs. Wenn Tarifa nur nicht immer so voll wäre. Mein weiterer Tag vergeht mit Telefonaten, Angeboten und ToDo Listen. Der Rubel muss ja nun auch noch rollen. Schon schwierig genug in diesen COVID Zeiten. Nachdem bei LUNATRONIC der Status wieder aktuell ist, wende ich mich MARLIN zu. Mit Thomas, telefoniere ich, der eventuell im September nach Curacao kommen will. Dann finde ich endlich mal die Gelassenheit mit Christiane zu telefonieren. Sie ist auch schon mal mit der MARLIN letztes Jahr nach Klein Curacao gesegelt, wohnt in Curacao und hilft mir gerne wenn es notwendig ist. Mir geht es vor allen Dingen um Infos zu der Insel Klein Curacao. „Ja, die Schiffe fahren wieder nach Klein Curacao. Die kleine Insel ist wieder auf.“ Das ist genau die Info, die ich benötige. Denn ab August will ich ja wieder auf’s Schiff und auch wieder Mitsegler gewinnen. Nur in der Marina zu liegen ist ja nun keine besonders reife Frucht, die meine meist deutschen Mitsegler auf HandgegenKoje, abflücken wollen. Nach Klein Curacao segeln zu können und Bonaire zu besuchen, läßt sich ja nun fast schon als Törn anbieten.

Hier in der Gegend um Huelva ist alles fest in spanischen Händen. Man sieht keine nordeuropäischen Touristen. Die Spanier ziehen mit Sonnenschirm, Campingstuhl und Kühltasche, mit Oma, Tochter und Kindern an den Strand. Zulange waren sie eingeschlossen und mit Ausgangssperre versehen. Bei El Portil steige ich am Nachmittag aus dem Auto. Es ist dunstig. Schade. Ich starte trotzdem meine Drohne und kaum bin ich auf fünfzig Meter Höhe, höre ich hinter mir, mitten in den Dünen ein Auto. Die Polizei. Was zum Teufel wollen die den nun. Ich entscheide mich die beiden Beamten zu ignorieren. Und siehe da. Statt der erwarteten Anzeige, Aufklärung oder Schlimmeren retten sie einen kaputten Campingstuhl aus dem trockenen Gestrüpp und wieseln neugierig um mich herum. Ich such das Gespräch und als sie merken, dass ich ihre Sprache spreche, kommen neugierige Frage zu meiner Drohne. „Auch mal fliegen?“ Ne. Es folgt Kopfschütteln. Mit der Konzentration war es dann nun. Ich greife meine Drohne in der Luft ab, anstatt sie auf dem staubigen Sand zu landen. Die netten Polizisten fahren von dannen und verhören den verdächtigen Campingstuhl. Mein Tag ist gelaufen. Ich lande mich selbst auf der Terrasse meines Domizils und geniesse die warme Nachluft.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Wegfliegen

{Time:22:00:00}
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{Title:Wegfliegen}

Ankommen

Das Check-in System blinkt rot. Nervös telefoniert das Personal. Na. Was kommt jetzt? „Sie können einsteigen!“ Egal. Was immer das war. Das Flugzeug ist zu 60% ausgelastet. Ich habe schon den ganzen Morgen meine FFP3 Atemmaske an. Dadrunter bekomme ich echt nur schlecht Luft. Nach dem Aufstehen hat sich Bärbel Zeit genommen mir zwei Yoga Atemübungen beizubringen. Beim Vishnu Mudra hält man sich die Nase zu. Geht nicht mit der Maske. Pranayama schon eher, aber ich weiß nicht, was mein Sitznachbar davon hält. Nicht, das der das Personal ruft. Lassen wir dann auch mal. Also schliesse ich die Augen und hoffe mal, dass es einfach gut geht. Neben mir der Platz ist frei und ich sitze am Gang. Gegenüber ist auch frei. Alles gut Micha. Ich presse den Nasenbügel dichter. Lauda-Air hebt ab und zwei Stunden später steige ich in Faro aus. Der Flughafen ist menschenleer. 20 Leute am Gepäckband. Zwei Leute bei der Autovermietung. Von mir aus könnte es immer so sein. Der brandneue Nissan Straßenflieger hat mir zu viele Knöpfe. Los geht es und binnen 30 Minuten bin ich in Spanien. Eine weitere Stunde vergeht und mein Freund Diego steht vor mir. Beidseitiges Grinsen. Wir fallen uns in die Arme. „Schön das Du lebst. Du machst Sachen“, begrüßt er mich. „Alles gut!“ An der Strandbar „Moskitos“ eine Handvoll von Diegos Kite Freunden. Kein Küsschen. Gar nicht spanisch. Ich gönne mir ein Bier. Man verabredet sich und dann funktioniert doch nichts. Um 23 Uhr finden wir uns auf dem Dorfplatz des kleinen Örtchens El Rompido wieder. 23 Uhr. Genau die richtige Zeit um erst mal ein alkoholfreies Bier und ein riesige Platte Gambas, Tost mit Thunfisch und Muscheln zu bestellen. Ich denke an meine mögliche Histamin Insuffizienz. „Ach was. Das ignorieren wir jetzt mal einfach“, rede ich mit mir selbst. Alles gut. Es geht mir bestens. Was lernen wir daraus. Immer nur Fisch am Meer essen.

Hier in El Romido hat Diego eine Schwester, die ein Haus am Meer hat. Na ja. Am Fluß zu Meer. Das Haus sieht aus wie in Cuba. Überdachte Terrasse. Einstöckig. Gitter vor den Fenstern. Schatten. Kommt das gleiche bei raus. Die Schwester lebt in Stockholm und kann nicht nach Spanien kommen. Einreiseverbot für Schweden. Verständlich. Covid. „Das ist Dein Zimmer.“ Der Deckenventilator surrt leise vor sich hin. Ich falle tot ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier sofort ein.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Drei Freunde

{Time:23:00:00}
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{Title:Drei Freunde}

Altes Haus

Quasi zum feierlichen Abschluss meines Besuchs des Dorf’s an der Düssel, klingel ich bei Gudrun und Guido. „Mensch, bist Du pünktlich!“ „Dank E-Roller. Die stehen hier ja wie Müll auf der Straße rum. Ich hab verschlafen.“ In der Küche sprechen wir mal wieder über Krankheiten. Das ist das Thema 1, der letzten Tage, sobald ich meine alten Freunde besuche. Schlimm finde ich das. Aber so ist das, wenn man Ü50 ist. UND: Was soll man mich, Micha, auch sonst als allererstes fragen, bei den Erlebnissen der letzten 9 Monate, wenn man mich 9 Monate nicht gesehen hast. „Gut siehste aus. Hast ja sogar Haare“, kommt meist als nächstes. Eine Zeitlang reden wir also auch bei Gudrun und Guido darüber, wen es wo drückt. Gehört eben dazu. Dann Thema Nr. 2: Corona. Dann Thema Nr. 3: Hunger. Passt. Wir wechseln zum Vietnamesen. Da wir es spassig und die Bedienung schüttet die Suppe auf den Gehweg, statt sie auf den Tisch zu stellen. Den Laden merke ich mir. Wir haben Spaß im Florapark und es entsteht ein wunderschönes daypic aus 177 iphone Bildern mit Handystick. Ich war schon wieder zu faul die Backstein EOS mitzunehmen. Vielleicht schaffe ich es ja doch noch mal irgendwann an die GudrunGuido Ahnengalerie im Flur ihrer Wohnung. Auf jeden Fall wünsche ich den Beiden an dieser alles Gute für die kommenden Jahrzehnte. Gegen 22:30 verlasse ich den Ort des Geschehens. Ich bin drüber. Zuviel Inger Tee statt Rotwein, scheint mein Sprach- und Energiezentrum auch nicht mehr zu schaffen. Ich atme tief durch als ich auf der Straße bin, fühle mich nicht mehr E-Roller fahrtüchtig und mache zu Fuß einen großen Bogen um’s Frida an der Bilker Kirche.

Blog Leserin Dorothee von der INVIA, schreibt: „Hallo Michael, was du nach dem “Genuss” der Fischsuppe erlebt hast, entspricht den Symptomen einer Histaminintoleranz. Verdorbener Fisch enthält viel Histamin. Normalerweise baut ein Enzym im Dünndarm das ab. Bei zu großen Mengen oder bei Menschen, deren Dünndarm nicht genug von diesem Enzym bereit hält, kommt es zu vielerlei Symptomen. Übelkeit, Blutdruckabfall, Durchfall, Kopfschmerzen und so weiter und so weiter. Sprich es muss gar nicht an deiner durchgemachten Erkrankung als solcher liegen, was du erlebt hast. Gute Besserung jedenfalls und auf dass du nur noch frische Fischsuppe vorgesetzt bekommst!“ Nun. Danke für die Info Dorothee. Ich habe ja schon überlegt dem Inhaber von „Roberts Bistro!“ einen satten Brief zu schreiben. Entlastung gegen 1.000 Euro MARLIN Soforthilfe oder Einladung zum Ausgleichsessen für acht Personen. Da habe ich heute beim Brunch mit meinem Sohn Lukas erzählt. Worauf der meinte: „Papa, ich bin froh nicht Deinen Nachnamen zu haben!“ Jetzt bin ich sichtlich verunsichert. „Was macht man, wenn man mit Fischsuppe vergiftet wird und im Krankenhaus landet?“ Darüber muss ich wohl noch mal nachdenken.

Es gibt den ersten Versuch von mir ab August nicht alleine in Curacao auf der MARLIN zu sein. Derzeit sichtbar bei HandgegenKoje. Vielleicht gibt es ja jemanden unter meinen Lesern der sich zutraut mit dem alten Wnuk eine Zeit X vor Ort zu verbringen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Take a walk on the Rhein side

{Time:23:00:00}
{Date:20200704}
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{Title:Take a walk on the Rhein side}

Mäh

Ich ziehe heute für die nächsten beiden Tage bei meiner alten Freundin Bärbel ein. Ihre 18qm Meter Besenkammer, Umziehraum und ehemaliges Katzenklo ist jetzt ausgestattet mit einem schönen harten Futonbett. Das beste für meinen Rücken. Wir kennen uns schon so lange, wie ich Guido kenne, mit dem sie fast ebenso lange verheiratet war. „Komm. Wir gehen am Rhein spazieren.“ Am Rheinturm vorbei, geht es am Ufer des Düsseldorfer Flusses, Richtung Hamm. „Bärbel. Nun renn doch nicht so. Wir haben doch keinen Termin. Du bist ja genau so schlimm wie Nathalie.“ Ich sehe mehr Bärbels Schultern. Vorbei am Golf Platz und der Lausward. Hier bin ich jahrzehntelang mit meinen Hunden und Freunden, meinen Freundinnen und Bekanntschaften spazieren gegangen. Meist nach durchzechten Düsseldorfer Altstadtnächten, mit dickem Kopf. Heute habe ich keinen dicken Kopf. Trinke ja keinen Alkohol. Wir ziehen an Shaun dem Schaf vorbei. Der Bauer ist nicht da und am Horizont erschein die Terrasse des Hammer Ruderclubs. Da sitzen wir. Ich friere. Mal wieder. Bärbel und ich haben viel zu erzählen. Von damals, von gestern von heute und sogar von morgen. Wir sind in die Jahre gekommen, verstehen uns immer noch so wie früher. Schön ist es in Düsseldorf. Nicht bei Guido zu übernachten hat auch was. Mal was anderes.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Kunst zur Beruhigung

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{Title:Kunst zur Beruhigung}

Raketenstation Hombroich

Nach den gestrigen wilden Ereignissen steht heute Ruhe an. Ein Besuch der Raketenstation Hombroich. Kannte ich noch nicht, obwohl mein Heimatrevier. Ein Ort der Verzauberung. Muss man selbst gesehen haben. Der Himmel passt zum Ambiente. Mir tut die Ferne von Flensburg gut, läßt mich auf andere Gedanken kommen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

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Kunstautomat

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Was einem nicht so alles auf dem Weg zum Bahnhof begegnet.

Das kann eigentlich nur Flensburg sein. An der Mauer hängt ein eindeutig zweckentfremder Zigarettenautomat aus den 80igern. Superschön bemalt, er läßt mein Auge vor der Installation verweilen. Für vier Euro wird hier Kunst verkauft. „Mist, ich habe keine vier Euro dabei!“ Also wenigstens ein Foto. Später google ich natürlich und siehe da. Die Idee kommt aus Berlin und Kunstautomaten sind viele in Deutschland verteilt. Also Augen auf und immer vier Euro dabei haben. „Kunst statt Kippe“, schon aufgefallen? Wir haben 9.000 Menschen in Deutschland, die an den Folgen von Corona gestorben sind. Mögen es 12.000 zum Jahresende werden, so stehen dem Virus 120.000 Menschen gegenüber, also die 10 fache Menge, die an den Folgen von Zigarettenkonsum sterben werden. Dann doch lieber Kunstautomaten, finde ich.

Zwischenstation Düsseldorf. Nach sechs Stunden Fahrt in einem etwas überfüllten RE und dann IC erreiche ich das Airbnb „Idyllisches Hinterhofzimmer“, meine Bleibe für die Nacht. 16 Jahre Düsseldorf haben anscheinend eben doch nicht gereicht. Zumal ein Handvoll Freunde, zwei Söhne den Aufenthalt sinnvoll machen. Am sinnvollsten ist der Abflug am Montag nach Faro, der nämlich ab Flughafen Düsseldorf geht.

Ein Spaziergang im Hafen, wo sonst?, endet in Roberts Bistro bei einer Bouillabaisse (Fischsuppe). Die Hälfte der Suppe lasse ich zurück gehen, zu salzig, mundet nicht, ich weiß nicht. Irgend etwas ist komisch. Eine halbe Stunde später liege ich im Bett meines Idyllischen Hinterhofzimmers und mein Kreislauf geht so Hopps, dass mir schwarz vor Augen wird und ich am ganzen Körper zittere, so dass ich den Notarzt rufe. Vorher nehme ich mir noch eine Beruhigungspille. Die nehmen mich direkt mit ins Krankenhaus. Na. Da wollte ich heute eigentlich gar nicht mehr hin. Die bärtige Schwester vom Dienst stellt normale Vitalwerte fest. Also Blutdruck, Fieber, Zucker, EKG etc. Dem diensthabenden ukrainischen Assistenzarzt muss ich ein Bluttest aus den Rippen schneiden. „Da musst Du jetzt aber 2-3 Stunden warten.“ Ich darf netterweise im Behandlungszimmer 2 der Ambulanz warten und die Vorräte an Mineralwasser aufbrauchen. Nach 45 Minuten sind die Blutwerte da. Alles im grünen Bereich. „Die Fischsuppe? Der antibiotikaverseuchte Zuchtlachs in der Suppe? Oder hat sich Wnuk einfach übernommen mit dem Tagesplan?“ Das Reise-Reise-Spiel muss ich wohl noch nen bisschen üben. Gut, dass ich nicht schon im Flieger nach Curacao gesessen habe. Dann wäre ich jetzt erst einmal in zweiwöchiger Quarantäne gelandet. Morgen neuer Tag. Kann nur besser werden.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Bruderherz

{Time:22:00:00}
{Date:20200630}
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{Title:Bruderherz}

Brief an meinen Stammzellen-Spender

„Blut ist dicker als Wasser!“, so heißt es doch. Nun, dass versteht sich ja in der Regel unter Geschwistern. Wir sind ja nun auch blutsverwandt. Zu 99% ich von Dir. Das verbindet und ich finde es ist mal wieder an der Zeit für ein paar Zeilen. Leider weiß ich Deinen Namen ja noch nicht und auch dies wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Wie Du an dem Bild siehst, hat Deine Spende mein zweites Leben nun schon 165 Tage verlängert. Das hast Du sehr, sehr gut gemacht!

Ich muss zugeben, dass die Zeit bis heute nicht unbedingt immer einfach war. Die Medikamente, das GvHD, die Nebenwirkungen und vor allen Dingen die Nachwirkungen der Chemo und die unmittelbare Neuropathie. Die parallele Pandemie hat mich natürlich auch in Angst und Schrecken versetzt, zugehörig zur Risikogruppe, keiner konnte mir sagen, was wäre wenn. Inzwischen liegt das alles ein gehöriges Stück hinter mir. Alle zwei Tage nehme ich noch ein leichtes prophylaktisches Antibiotikum. Das war’s. In der letzten Blutprobe konnte molekularbiologisch keine genveränderten Stammzellen nachgewiesen werden. Hurra! wollte ich schreien, da fiel mir auf, dass mein Onkologe mir das ja 2019 schon mal berichtet hatte und ich dann doch wieder mit einer AML daherkam, nur eine neue, schlimmere, die er NUR mit Deiner Spende erfolgreich behandeln konnte. Also klopfe ich dreimal auf Holz, schliesse die Augen und hoffe einfach, dass die Ergebnisse so bleiben. Der größte Schmerz eines Turmorkranken ist die Angst davor, dass die Krankheit zurück kommt. Sticht es im Bauch, kratzt es im Hals, ein Ziehen unter den Rippen, bei jedem Symptom ist diese Angst wieder da. Morgen kann es wieder los gehen. So ist das. Damit zu Leben muss man lernen. Das ist nicht besonders einfach.

Übermorgen werde ich in den Zug steigen und Reisen. Mein Zuhause schwimmt und durch Corona schwimmt es jetzt in Südamerika. Da komme ich im Moment noch nicht hin. Somit versuche ich jetzt erst einmal eine kleine Reise nach Portugal. Dann weiter nach Spanien. Einen Freund besuchen, mit dem ich letztes Jahr noch Segeln und Kiten war. Das Meer sehen und die Seele baumeln lassen. Sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, Energie tanken. Das ist ein großer Schritt nach vorne für mich. Grade habe meine Toilette gepackt und sie ist schon fast wie die eines Gesunden. Jetzt kommt’s: Ja Ich bin gesund. Ich schaue in den Spiegel. Da steht jemand der etwas anders ist. Vielleicht ein paar Jahre schneller gealtert, immer noch ich. Mein Blick ist klar, meine Gedanken geordnet. Ich habe mich lange nicht so gut gefühlt. Dank Dir.

So Blutsbruderherz. Auf dass es Dir mindestens genauso gut geht wie mir. Deine Welt Dir Freunde am Leben gibt und fühl Dich einfach gedrückt.

Bruderherz.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Am grünen Leuchtturm rechts abbiegen

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{Date:20200628}
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{Title:Am grünen Leuchtturm rechts abbiegen}

So ein schöner Leuchtturm

Ja. Ich mag Leuchttürme. Vielleicht liebe ich sie auch. So schöne Leuchttürme, wie an der Schleimündung, gibt es eher selten. Hier vorbeizufahren ist doch wie ein kleiner Höhepunkt. Schleswig Holstein hat überhaupt schöne Leuchttürme. Ich nutze den heutigen Sommertag um mit meiner BMW F650 durch die ländliche Landschaft von Angeln zu brausen. Meine rechte Hand spielt schon wieder weit besser mit, als noch vor einem Monat, vor der OP in Oldenburg. Es sind kleine Schritte nach vorne. Wird wohl noch dauern. Als ich fast einem voraus fahrenden Auto hinten drauf fahre, weil ich für einen Moment zu lange auf die Förde blicke, merke ich: Es reicht für heute. Im letzten Moment kann ich ausweichen. Wie vor 38 Jahren in der Fahrschule gelernt. Das Glück scheint mir wieder hold zu sein. Aber ich sollte es besser nicht herausfordern.

Im Kopf dreht sich viel um das Konzept, wie ich MARLIN wieder auf den richtigen Kurs bekomme. Meint finanziell. Seit Corona sind die Einnahmen komplett weggebrochen. Nathalie stoppt mich in wilden Plänen. „Mach mal halb lang. Bis November bleibt das rote Rennpferd im Stall. Dann ist die Hurricane Season vorbei, die Pandemie vielleicht auch, die Grenzen der Antilleninseln wieder auf und Gäste können wieder zum Schiff fliegen. Dann hat sich auch Deine Transplantation weiter gesetzt und Du bist in allem wieder viel sicherer.“ Recht hat sie. Der Leuchtturm zeigt den richtigen Weg. Am grünen Leuchtturm rechts abbiegen.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.

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Abschied von der MERLIN

{Time:22:00:00}
{Date:20200626}
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{Place:Großenbrode}
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{Title:Abschied von der MERLIN}

Bahnfahren

Spaß am Reisen zu haben, während der Corona Zeit fällt uns allen schwer. Ich habe das Gefühl, mich besonders schwer zu tun. Die Segel-Reise mit der MERLIN und Martin beende ich in Großenbrode. Am letzten Tag kommt seine geliebte Claudia aus der Schweiz hinzu. Der Kühlschrank ist noch voll und für diesen Abend habe ich noch Blätterteig, um eine Spinatquiche zu zaubern. Ich habe noch nie eine Spinatquiche gemacht. Ich könnte das Internet befragen. Einfacher ist Nathalie anzurufen. Die gemeine Spinatquiche gehört in Flensburg zum regelmäßigen Menü. Nur Nathalie ist nicht zu erreichen. Na dann. „Maya. Hast Du das Rezept für die Spinatquiche im Kopf?“ „Klar Papa. Also Du nimmst den Teig und…“ 45 Minuten später steht die Spinatquiche auf dem Drehtisch im Cockpit der SY MERLIN. Claudia, Martin und Micha dinieren das letzte Mal. Wir kennen uns schon aus 2017 und sind immer wieder zusammen gekommen. Es gibt viel zu erzählen. Irgend geht die Sonne unter, der Wein ist leer. Schöner Abend. Danke euch!

Von Lübeck sehe ich nur den Bahnhof. Mir reicht es grade aber auch mit dem „Reise – Reise“ Spiel. Ich ziehe meinen Mundschutz auf, fühle mich natürlich unwohl mit den ganzen anderen Reisenden und verstecke mich, wie alle anderen, hinter meinem Smart Phone. Nathalie und die Kids fahren morgen in die Bretagne. Ich wollte nicht mit. Lars geht ins Hundehotel und ich habe die Bude für mich. Step 2 beginnt. Eigentlich würde ich natürlich gerne direkt zur MARLIN fliegen, was auch ab dem ersten July möglich sein sollte. Ich entscheide mich aber erst einmal Huelva in Spanien anzupeilen. Dazu muss ich nach Faro fliegen. Fliegen. Corona. Klar was man so in seinem Kopf hat. Mein Kite Freund Diego hat mich eingeladen. Die Gegend um Huelva ist sein Hosentaschen-Revier. Am Ende siegt die Unvernunft und ich buche meinen Flug. Ich kann ja nun nicht ewig zu Hause sitzen und warten. Warten? Wodrauf? Nun. In der Nähe des Krankenhauses und meines Onkologenfreundes Dr. Helge, der mich so oft schon aus dem Dreck gezogen hat, habe ich ja irgendwie das Gefühl, dass mir nichts passieren kann. Hilfe ist in der Nähe. Der Flug geht ab Düsseldorf. So habe ich die Möglichkeit meine Söhne und alte Freunde dort zu sehen. Das Reise – Reise Spiel beginnt wieder. Ich übe für Curacao. Endziel. Mein Schiff. Die MARLIN. Mein Zuhause.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Wir müssen die MARLIN jetzt erst mal irgendwie erreichen. Dann wird die MARLIN ein weiteres Jahr in der südlichen Karibik bleiben. So bald es wieder vernünftige Flüge gibt, werden wir auch wieder Mitsegeln anbieten.

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MARLIN Safe in Curacao angelegt

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{Date:20200624}
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{Photo:20200624}
{Title:MARLIN Safe in Curacao angelegt}

Crew & Skipper wohlauf

Schlußendlich hat nach 6 Monaten MARLIN Odyssee, meiner Krankheit, Heute um 10:00 alles sein Ende gefunden an zwei Vorleinen und zwei Heckleinen, sicher in der Secu Boca Marina in Curacao. Neben dem 90 Fuß Catamaran ORION sieht MARLIN richtig klein aus. Nun ist MARLIN safe vor der schon begonnenen Hurricane Season, Stefan und Sven fliegen mit der nächsten KLM Maschine übermorgen nach Amsterdam und weiter nach Frankfurt. So der Plan. Wann und wie ich, auf mein schwimmendes ZuHause komme wird sich auch zeitnah finden. Erst einmal habe ich einen Termin Mitte nächsten Monats zur Impfung. Mein neues Immunsystem ist nämlich jungfräulich und muss wie bei einem Baby gegen die schlimmsten Erkrankungen geimpft werden.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Wir müssen die MARLIN jetzt erst mal irgendwie erreichen. Dann wird die MARLIN ein weiteres Jahr in der südlichen Karibik bleiben. So bald es wieder vernünftige Flüge gibt, werden wir auch wieder Mitsegeln anbieten.

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Geiler Segeltag

{Time:22:00:00}
{Date:20200622}
{Position:54°21.2233’N, 011°03.7560’E}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Fehmarn}
{Target:Curacao}
{Temp Air/Pressure:15°C}
{TempWater:-°}
{Wind:VAR}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{YouTube:}
{Photo:20200622}
{Title:Geiler Segeltag}

Heißer Feger

Sonne, Westwind, blauer Himmel. Was kann es Schöneres geben um die Segel zu setzen? Mit jeder Meile, mit der Stefan mit MARLIN aus der Hurricane Zone Richtung Curacao nach Süden rutscht, geht es mir schlagartig besser. Mehr als die Hälfte hat er schon geschafft. Kann man auch in marinetraffic.com mitverfolgen. Hier die MMSI der MARLIN: 211606420. Wir senden die AIS Position auch Offshore über Kurzwelle und Pactor. Deshalb kann man die MARLIN im Gegensatz zu anderen Schiffen auch ausserhalb der Landstationenempfangsreichweite sehen. Das Akku von unserem Iridium GO! ist aufgeplatzt. Tja. Gut das Stefan alternativ Kurzwelle und Pactor an Bord hat. Sag ich ja immer. LUNATRONIC.

Martin steht am Steuer und grinst. Er ist sichtlich stolz auf seinen Trimaran Grashüpfer. Heute mit frischen 16 Knoten Wind aus Achtern. Wir diskutieren über den besten Kurs, Segelstellung, Schnelligkeit und eben worüber man so diskutiert, wenn sich zwei Skipper mit eigenen, schnellen Schiffen treffen und gemeinsam segeln. Ich darf alles ausprobieren und habe natürlich zu allem meinen Senf abzugeben. Martin weiß es schweizerisch besser. Es bleibt objektiv und sachlich. „Warum segelt Dein Grashüpfer jetzt nicht mit 12 Knoten, sondern nur mit 9?“ Doofe Frage. Muss aber mal gestellt werden. Ich schlage die Antwort selber vor: „Überladen!“ Martin nickt. „Aussenborder, Fahrräder, Krimskrams in den Schwimmern. Das Boot vollgepackt mit Technik und eben ein Fahrtenschiff.“ MERLIN ist einen Tick schneller als MARLIN. 36 Fuß Multihull gegen 60 Fuß Alumono. Kann man irgendwie nicht vergleichen. Am Wind wird MERLIN laut und die Kufen tauchen in die Wellen ein. Jetzt bleiben die Sachen ich Schiff nicht mehr an ihrem Platz, wenn nicht angebunden. Die Bewegungen werden abgehackt. Festhalten ist angesagt und zum ersten Mal benutze ich die Lifeline beim Steuern. Was wäre wenn Martins Grashüpfer 60 Fuß groß wäre? Hmm. Dann wäre der Zug für MARLIN wohl abgefahren. Komfort? Würde mich ja schon mal reizen so ein Rapido 60 zu segeln. CEO bei Wirecard und 2 Millarden sind drin. Einfach so. Ich habe was falsch gemacht in meinem Leben. Was? Oder auch nix.

Am Abend erreichen wir Fehmarn. Die Kiter tanzen vor dem Gold Spot und wir tauchen under der Brücke durch, suchen uns einen Ankerplatz für die Nacht. In Großenbrode werden wir fündig. Ich verführe Martin heute mit einem Thai Curry, wirklich nur ein ganz klein bisschen scharf. Das Blut sammelt sich im Magen und um 22:00 verabschiedet sich mein Skipper in die Vorkoje. Tja. Viel frische Luft, frühes Aufstehen. Ich habe gut Reden. Ich habe Mittagsschlaf gemacht, während Martin gesegelt ist. Morgen Segelpause, Putzen und entspannen? Ich bin gespannt.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Wir müssen die MARLIN jetzt erst mal irgendwie erreichen. Dann wird die MARLIN ein weiteres Jahr in der südlichen Karibik bleiben. So bald es wieder vernünftige Flüge gibt, werden wir auch wieder Mitsegeln anbieten.

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