Monatsarchive: Dezember 2019

Wahl zum Segler des Jahres: Monatssieger November 2019

Alle Infos zur Publikumswahl zum/zur Segler/in des Jahres

Die Amateure haben es den Profis bei der Wahl zum Segler des Monats November gezeigt. Aufgestellt zur Wahl waren die Teilnehmer an den Atlantik-Rennen. Und Morten Bogacki, Drittplatzierter des Mini Transat, setzte sich überlegen gegen die Teilnehmer des Transat Jacques Vabre durch – nicht nur wegen des Erfolges, sondern auch wegen der außergewöhnlichen Geschichte seines Rennens.

Morten Bogacki segelte ein starkes Mini Transat und wurde dafür zum Segler des Monats Novemver gewählt. Foto: Breschi/Mini Transat

Die Endphase eines Rennens scheint ganz nach dem Geschmack von Morten Bogacki zu sein. Erst spät startete der Arzt aus Kiel seine Kampagne für das Mini Transat 2019, dann segelte er aber souverän die nötigen Meilen für die Qualifikation auf den Regatten und dem Langstreckentörn ein. Die Vorbereitung zwischen den Arbeitsblöcken in der Klinik war dennoch knapp bemessen. Aber zum Start in Frankreich war der ehemalige 505er-Juniorenweltmeister hoffnungsfroh, gut vorbereitet in das Rennen starten zu können.

Dann aber machte ihm auf der ersten Etappe von Frankreich nach Gran Canaria die Technik einen Strich durch die Rechnung. In guter Position liegend setzte der Autopilot aus, auch die Ersatz-Steueranlage wollte nicht arbeiten. Nur mit viel Willen und fünf Tagen fast ohne Schlaf erreichte Bogacki den Etappenort. Dort brachte er den Mini „Lilienthal“ des Offshore Team Germany wieder in Fahrt, startete in die zweite Etappe und lieferte nach einigen Sonnenschüssen und leichten Problemen zum Auftakt der Atlantiküberquerung nach Le Marin/Martinique in der Endphase eine Meisterleistung ab. In der schwächer werdenden Passatbrise fand der einzige Deutsche im Feld den besten Kurs, schob sich an vielen Konkurrenten noch vorbei und kletterte nicht nur in der Etappen-, sondern auch der Gesamtwertung noch auf Platz drei.

Mit seinem Erfolg sprang Morten Bogacki noch in die Auswahlliste zur Wahl des Segler des Jahres. Fotos: Beeck (4), Böhnert (1), Dachet (1), Diemer (1), Live Sail Die (1), Morel (1), Müller-Genrich (1), Yilmaz (1), Breschi (1)

Dieses Glanzstück an Seemannschaft, Regatta-Strategie und
Willen brachte Morten Bogacki auch die Sympathien der Segelgemeinde auf
Sail24.com ein. Bei der Wahl zum Segler des Monats November, bei der die
weiteren deutschen Atlantik-Segler Boris Hermann, Jörg Riechers sowie die
Brüder Arnt und Sönke Bruhns aufgestellt waren, konnten zunächst nur die
Hamburger Brüder mithalten. Dann aber setzte sich Morten Bogacki deutlich ab,
gewann die Wahl zum Segler des Monats November und rückte sogar noch in die
Wahl zum Segler des Jahres 2019 auf.

Die Ergebnisse:

  • Morten Bogacki: 70,92 %
  • Arnt und Sönke Bruhns: 25,82 %
  • Jörg Riechers: 1,96 %
  • Boris Herrmann: 1,30 %
Die Wahl zum Segler des Jahres wird ausgerichtet vom SVG-Verlag in Kooperation mit dem Deutschen Segler-Verband und der boot Düsseldorf sowie unterstützt von Wempe, Garmin und Pantaenius.

Zeitvertreib in Papeete

So.,22.Dez.19, Franz.Polyn./Tahiti/Papeete, Tag 2030, 19.044 sm von HH

Jeden Morgen lädt Achim das Wetter runter. Jeden Morgen die gleiche Nachricht: kein guter Wind in Sicht. Früher hat man den Boten schlechter Nachrichten geköpft – auf Atanga geht es moderner zu. Der Gatte „darf“ mich begleiten: zu allen Ausstellungen, Kunstmärkten und Vorführungen, die Papeete in der Vorweihnachtszeit zu bieten hat. :mrgreen:

Die örtlichen Tanzschulen präsentieren einen ‚Massentanz‘ auf einer nahegelegenen Bühne. Der Eintritt ist für alle frei und letztes Jahr haben achthundert Kinder daran teilgenommen. Jede Tanzschule hat ihr eigenes Outfit und wird von anderen Lehrer trainiert, aber die eingeübten Tänze sind synchron und jedes Kind trägt einen Blumenkranz. Süß steigt der Duft der Blüten die Tribünen hoch. Es riecht wie in einem Blumenladen.

800 Kinder beim der Tanzschulen-Präsentation

Warten auf den Auftritt

Blumenduft wabbert auf die Tribüne

Die großen Mädchen ohne Vortänzer und im Gleichtakt

Die Tanzlehrerin macht vor, was die Kleinsten nachmachen sollen

Hübsch. Bunt. Zuckersüß.Die Lippen der Jüngsten sind blutrot geschminkt. Oh weia, Lolita lässt grüßen. Kess ahmen sie den sexy Hüftschwung der Erwachsenen nach. Je schneller der Popo wackelt, desto mehr Applaus ernten sie. Auf uns wirkt es etwas befremdlich, aber hier hat man kein Problem damit. Damit die Kleinsten nicht aus dem Takt geraten, steht eine Tanzlehrerin vor der Gruppe und zeigt die gewünschte Choreographie. Die Teenager können es natürlich alleine. Sehr beeindruckend, wenn Hunderte Blumen-Mädchen sich im Takt bewegen. Jungs gibt es erheblich weniger, sind aber auch noch vorhanden. Ihr Beitrag zum Tanz besteht aus schnellem Schlackern mit den Knien und ist etwas fad.

Die Kleinen noch etwas unsynchron

Keine Nachwuchs-Probleme bei den Mädchen

Das Spektakel wurde im Tahiti-TV übertragen und im Maria-Office hören wir, dass die Tanzschulen nicht unter Nachwuchs-Problemen leiden.

Die Kunsthandwerks-Märkte sind über die ganze Stadt verteilt und schwierig ausfindig zu machen. Es gibt wohl überall Plakate, allerdings ohne anständige Ortsangabe. Aber ich finde sie alle – zu Achims ‚großer‘ Freude.
Auf der platten Wiese gibt es Kunsthandwerk für den Mittelstand. Bezahlbaren Kram präsentiert in einer Zeltstadt. Wirklich hübsch gemacht und gleich nebenan ein paar Fressbuden und Stände mit Alltagsartikeln, wie Bürostühlen, Matratzen und Kinderspielzeug für die Pazifisten-Familie. Kinder rennen in den Gängen, es wird gelacht und gescherzt.

Genähtes und Gewebtes

für bezahlbare Preise

Das ideale Geschenk, um in DE die Spielegruppe aufzumischen

Der Baum für den Mittelstand

Schicker geht es beim Elite-Markt für die Oberschicht zu. Die Kunden sind überwiegend Europäer, die gelangweilt die Auslagen beäugen. Die Kunst in der edlen ‚Versammlungs-Halle‘ mitten in Papeete ähnelt der vom Markt auf der Wiese, nur teurer. Schmuck beginnt erst ab über tausend Dollar und geschnitzte Messergriffe sind ab fünfhundert Dollar zu haben.

Der Baum der Oberschicht

Edler Markt in der Versammlungshalle

Zur Abwechslung spazieren wir dann noch zum Friedhof. Der liegt terrassenförmig in einer schmalen Schlucht mit Blick auf den Industriehafen. Es dauert eine Weile, bis wir es merken: auf Tahiti wird früh gestorben. Einmal misstrauisch geworden, achten wir genau auf das Alter der Verstorbenen. Kaum jemand, der die Sechzig erreicht. Viele sind grade mal dreißig oder vierzig Jahre alt geworden.
Die Länderstatistik über Französisch Polynesien behauptet ein Durchschnittsalter von Ende siebzig. Dieser Friedhof bestätigt das nicht. Auf den kleinen Atollen ist uns so eine kurze Lebenserwartung nicht aufgefallen. Kommen Schwerkranke nach Tahiti und werden hier begraben, wenn ihnen nicht geholfen werden kann? Oder sind die Atomversuche auf Mururoa Schuld? Es finden sich viele Berichte über eine erhöhte Rate an Leukämie- und Schilddrüsen-Krebs-Erkrankungen. Obwohl hierbei viel vertuscht wird. Noch immer ist Frankreich Französisch Polynesien fast die Hälfte an versprochenen Ausgleichszahlungen für die Atombombenversuche schuldig. Für uns sprechen die Gräber eine deutliche Sprache, wir sind überzeugt, dass der Friedhof im Dunkeln leuchtet.

Schmaler Friedhof mit jungen Toten

Leichter durch die Funkprüfung mit SRC-Lernsoftware

Lernsoftware Seefunk SRC AFr 2019: <p>
	&Uuml;bung am Funksimulator auf dem eigenen PC</p>

In der Prüfung ist sicheres Bedienen des Funkgeräts gefragt. Routine dafür soll Training mit Lernsoftware bringen. Alles über Programme jetzt im PDF-Download

Wahl zum/zur Segler/in des Jahres: Vorstellung der Monatssieger – Oktober 2019: Jesse Lindstädt/Lisa Rausch

Nach den Wahlen zu den Seglern/innen des Monats in den vergangenen zwölf Monaten steht nun die Wahl zum/r Segler/in des Jahres an. In täglicher Folge werden bis zum 23. Dezember die Anwärter vorgestellt. Ab dem 24. Dezember beginnt die Publikumswahl. Heute: Sieger Oktober 2019. Weiterlesen

Wahl zum Segler des Jahres: Monatssieger Oktober 2019

Alle Infos zur Publikumswahl zum/zur Segler/in des Jahres

Bei der Wahl zum/zur Segler/in des Monats Oktober haben sich die jugendlichen Kat-Segler bestens in Szene gesetzt. Jesse Lindstädt/Lisa Rausch segelten vor Marseille zum Vize-Weltmeistertitel der Nacra 15 und setzten sich nun bei der Publikumswahl von Sail24.com gegen die Meister der Bundesliga vom VSaW Berlin, Transatlantiksegler Morten Bogacki und Melges32-Weltmeister Christian Schwörer durch.

Jesse Lindstädt/Lisa Rausch wurden von den Usern von Sail24.com zu den überlegenen Siegern bei der Abstimmung zum Segler der Monats Oktober gewählt. Foto: Laurens Morel

Lindstädt/Rausch hatten sich im Oktober mit ihrem Auftritt bei der Weltmeisterschaft der Nacra15 selbst überrascht. Auf eine Platzierung im Vorderfeld hatten sie gehofft, an eine Medaille allenfalls zu träumen gewagt. Dass sie am Ende bis zum letzten Tag sogar um den Titel mitsegelten, übertraf alle Erwartungen. Schließlich mussten sie sich nur den Kindern von Kat-Legende Mitch Booth (Australien) geschlagen geben und krönten ihre noch kurze Zusammenarbeit mit dem Vize-WM-Titel. Jetzt steht für das Duo erst einmal die Schule auf dem Plan, denn im kommenden Frühjahr wartet noch die Abi-Prüfung auf die beiden 18 und 17 Jahre alten Nachwuchstalente.

Die Wahl zum Segler des Jahres wird ausgerichtet vom SVG-Verlag in Kooperation mit dem Deutschen Segler-Verband und der boot Düsseldorf sowie unterstützt von Wempe, Garmin und Pantaenius.

Doch vor der Reifeprüfung durften Jesse Lindstädt und Lisa
Rausch einen weiteren Erfolg für sich verbuchen. Bei der Wahl zum Segler des
Monats Oktober setzten sie sich souverän gegen die erfahrenen Akteure durch.
Mit 57,22 Prozent der Stimmen rangierten sie klar vor dem VSaW Berlin (33,71
Prozent), der vor Flensburg in diesem Jahr erstmals in seiner Clubgeschichte
die Segel-Bundesliga gewonnen hatte. Die Berliner feierten den Liga-Titel
überschwänglich in Flensburg, in ihrem Club und schließlich bei der Messe Boot
& Fun in Berlin. Doch bei der Publikumsabstimmung konnte die Jugend ihre
Fangemeinde besser mobilisieren. Nachdem sich die Kat-Segler und die
Liga-Akteure lange Zeit einen enges Duell um die Publikumsgunst geliefert
hatte, setzte sich im Schlussspurt der Monatswahl die Jugend klar ab.

In diesem Duell konnte Morten Bogacki, der auf der ersten
Etappe des Mini-Transats von La Rochelle nach Gran Canaria mit einer wahren
Energieleistung auf sich aufmerksam gemacht hatte, nicht mithalten. Die
Hochachtung der Hochsee-Szene ist dem Kieler zwar sicher, bei der Abstimmung
auf Sail24.com reichte es indes nur zu Rang drei (8,51 Prozent).

Abgeschlagen auf Rang vier rangierte schließlich die
internationale Mannschaft um den deutschen Skipper Christian Schwörer, die sich
in Spanien zu den neuen Weltmeistern in der professionell aufgestellten Melges
32 gekürt hatte.

Weihnachtsstress

Weihnachtsstress? Was war das nochmal? Am Tag vor dem vierten Advent ist das Wetter in der Türkei  immer noch prächtig. Und außer ein paar Fischern und Tauchern ist niemand auf dem Meer.
Einfach herrlich!  

Detlef Jens – der Goose Macher

BLATTMACHER + LIVEABOARD – LEBENSLANG

Detlef Jens – Goose

DGzRS: Unbemanntes Flugobjekt

Am Ende des vor drei Jahren gestarteten Forschungsprojektes LARUS (lat. Möwe) steht nun ein automatisches Starrflügelflugzeug, das bereits rund 660 Seemeilen (etwa 1.220 Kilometer) sicher über See zurückgelegt hat. Eine weiterentwickelte Version könnte künftig auch unter erschwerten Einsatzbedingungen Kommunikation und Datenaustausch bei der Koordinierung von Such- und Rettungsmaßnahmen durch die Seenotleitung Bremen der DGzRS verbessern – und damit Menschenleben retten.

Auf See wird die Rettung an sich auch künftig durch Menschen in Seenotrettungskreuzern und Hubschraubern erfolgen. Unbemannte Luftfahrtsysteme können aber – sofern sie automatisiert fliegen – zusätzliche Kommunikationskapazitäten schaffen und aktuelle Lagebilder liefern“, unterstreicht DGzRS-Geschäftsführer Kapt. Udo Helge Fox die Bedeutung der Forschung.

DGzRS-Wissenschafter Thomas Luebcke (l.) und LARUS-Projektkoordinator Prof. Dr.-Ing. Christian Wietfeld (TU Dortmund, r.) mit dem LARUS-Projektteam nach der Abschlusspraesentation der beiden Flugsystem-Demonstratoren und den mobilen Bodenstationen im Hintergrund. © Die Seenotretter – DGzRS

Vor der vorpommerschen Küste zwischen Rügen und Usedom hat LARUS erstmals in den deutschen Seegebieten, also im Zuständigkeitsbereich der DGzRS, ein unbemanntes Luftfahrtsystem in ein Szenario zur Suche und Rettung von Menschen in Seenot integriert (SAR = Search and Rescue). „Es galt, einen Dummy in der Ostsee aufzuspüren. Der LARUS-Demonstrator hat das Objekt schnell gefunden, die Daten an den Seenotrettungskreuzer „Berthold Beitz“ sowie die Seenotleitung Bremen übertragen und die Seenotretter sicher zu dem ,Schiffbrüchigen‘ geführt“, berichtet DGzRS-Wissenschaftler und Projektleiter Thomas Lübcke.

Im Rahmen des LARUS-Projekts wurde ein vom Bremer Unternehmen Hanseatic Aviation Solutions entwickeltes, unbemanntes Starrflügelflugzeug mit 3,6 Metern Spannweite und einem Gewicht von 25 Kilogramm für die Anforderungen im Seenotrettungsdienst weiterentwickelt und durch verschiedenste Kommunikations- und Sensorik-Komponenten erweitert. „Mit dem LARUS-Demonstrator haben wir verschiedene optische und sensorische Nutzlastkomponenten ebenso wie neuartige Konzepte für eine zuverlässige Funkvernetzung erprobt. Alle Komponenten senden Live-Informationen zum Boden, von wo aus der sichere Flugbetrieb ständig überwacht werden kann. Es geht darum, die Seenotretter mit sehr leistungsfähiger Technik für Einsätze unter besonders schwierigen Bedingungen zu unterstützen“, sagt der Koordinator des Forschungsverbundes Prof. Dr.-Ing. Christian Wietfeld, Leiter des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze an der Technischen Universität Dortmund.

Echtzeit-Lagebild des LARUS-Systems während einer Sektorensuche, welches auf die Brücke des Seenotrettungskreuzers “Berthold Beitz” / Station Greifswalder Oie der DGzRS übertragen wurde. © Die Seenotretter – DGzRS

Das LARUS-System verfügt über einen eigens modifizierten Transponder für das in der Schifffahrt übliche Automatische Identifikationssystem (AIS). Damit kann es Ortungssender lokalisieren, wie sie in modernen Rettungswesten zum Einsatz kommen. Die AIS-Signale sind meist nur in kleinem Radius um die im Wasser befindliche Person zu empfangen. Das LARUS-System kann sie aus der Luft aufspüren und die Daten an Rettungseinheiten weiterleiten, die noch nicht vor Ort sind. Insgesamt ist das System in der Abschlussphase des Projektes rund 660 Seemeilen geflogen. Einen großen Teil dieser Strecke legte es außerhalb der Sichtweite der Bodenstation in Höhen von bis zu 2.500 Fuß (rund 760 Meter), also bis zur Obergrenze des unkontrollierten Luftraums, zurück.

Das LARUS-System war für Sichtbarkeitstests auch gemeinsam mit einem Such- und Rettungshubschrauber des Typs Sea King aus dem Marinefliegergeschwader 5 der Deutschen Marine in der Luft. Es ist bis zu 140 km/h schnell und bei Windstärken bis sieben Beaufort (mehr als 60 km/h Windgeschwindigkeit) gestartet, geflogen und wieder gelandet. Die Bundesnetzagentur hat LARUS zudem die erste deutsche Frequenz für einen automatischen Starrflügler im SAR-Dienst (SAR Fixed Wing Aircraft) zugeteilt. Fliegerisch hat das System alle Erwartungen der Projektleitung erfüllt.

Finn Gold Cup: Kiwi-Fahrrad-Grinder als Weltmeister – Deutscher Olympia-Quali-Rückschlag

Die Bilder vom Finn-Dinghy-Gold-Cup 2019 in Melbourne führen deutlich vor Augen, wie sehr man die stärksten aller Segel-Athleten nach 2020 vermissen wird. Vorletzte WM als Olympia-Klasse. Weiterlesen

Wahl zum/zur Segler/in des Jahres: Vorstellung der Monatssieger – September 2019: Frieder Billerbeck/Julius Raithel

Nach den Wahlen zu den Seglern/innen des Monats in den vergangenen zwölf Monaten steht nun die Wahl zum/r Segler/in des Jahres an. In täglicher Folge werden bis zum 23. Dezember die Anwärter vorgestellt. Ab dem 24. Dezember beginnt die Publikumswahl. Heute: Sieger September 2019. Weiterlesen

Wahl zum Segler des Jahres: Monatssieger September 2019

Alle Infos zur Publikumswahl zum/zur Segler/in des Jahres

Bei der Wahl zum Segler des Monats September haben die erfolgreichen Jollensegler die Offshore-Akteure weit in ihrem Kielwasser zurückgelassen. Souverän setzte sich die Europameister Frieder Billerbeck/Julius Raithel gegen die Konkurrenz bei der Publikumswahl auf Sail24.com durch.

Nach dem Erfolg bei der EM der Piraten standen Frieder Billerbeck und Julius Raithel auch bei der Wahl zu den Seglern des Monats ganz oben in der Gunst der User von Sail24. Foto: Sedat Yilmaz

Billerbeck/Raithel führten bei der Europameisterschaft in
der Türkei eine breite deutsche Flotte an der Spitze der Wertung an.
Schließlich war das Podium der EM ganz in Schwarz-Rot-Gold gehüllt – mit dem
Team von der Elbe ganz oben auf dem Podest. Auch auf der Wahl zu den Seglern
des Monats konnten sie sich mit diesem Erfolg durchsetzen. Eine überwältigende
Mehrheit von fast 85 Prozent gab ihre Stimme den Piraten.

Damit folgte Frieder Billerbeck seinem Bruder Max, der als Contender-Weltmeister im Juli die Abstimmung zum Segler des Monats gewonnen hatte.

Die Wahl zum Segler des Jahres wird ausgerichtet vom SVG-Verlag in Kooperation mit dem Deutschen Segler-Verband und der boot Düsseldorf sowie unterstützt von Wempe, Garmin und Pantaenius.

Hinter den erfolgreichen Piraten reihten sich die Brüder
Jörn und Bodo Borowski (Rostock) bei der Wahl ein. Sie hatten ihr Revival in
der FD-Klasse mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft auf
dem Plattensee in Ungarn gekrönt. Auch in der Sail24-Wahl landeten sie damit
auf dem zweiten Platz mit 14 Prozent der Stimmen.

Abgeschlagen waren die Seesegler. Bei der Kultregatta
Silverrudder in Dänemark gab es gleich zwei deutsche Sieger in den
verschiedenen Klassen bei der Solo-Umrundung der Insel Fünen. Hans Genthe und
Mathias Müller von Blumencron gewannen in ihren Gruppen. Bei der Abstimmung
wurden diese Leistungen aber deutlich weniger honoriert als die Jollenerfolge.

Ankündigung: Neuer Film von Mitsegler Martin

{Time:19:00:00}
{Date:20191219}
{Position:54°47.4405’N, 009°25.7622’E}
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{Title:Ankündigung: Neuer Film von Mitsegler Martin}

Steh auf Männchen!

“Eh. Stehaufmännchen. Geht es Dir gut? Gut siehst Du aus.“ Die kleine Schwester Katrin und stemmt sich die Hände in die Taille, damit sie etwas größer und bedrohlicher aussieht. Katrin lacht immer wenn ich sie sehe. Ob sie auch immer lacht wenn sie mich nicht sieht? Katrin von der Station I3. Hier auf der Stefan Morsch Station ist Katrin nicht. Ich sitze an meinem 1mx1m Tisch. Gestern war nicht mein Tag. Zur Begrüßung bekomme ich ein Mail aus Havana, dass MARLIN nicht mit CREW 60 auslaufen darf, weil uns die Genehmigung fehlt. Man hat unsere Internetseite gefunden und ich dürfte die entsprechenden Cubatörns nicht anbieten. Hmm. Das hat mich dann doch nach vier Jahren, vier Besuchen, echt vom Hocker gehauen. Entsprechen vergeht der ganze Tag mit Diskussionen, Schriftwechsel über What’s App und wieder Diskussionen. Ich fühle mich als wenn mir die Hände zusammen gebunden sind in meiner Zelle in der Stefan Morsch Station, meiner Krankheit und der Aussichtslosigkeit hier kurzfristig rauszukommen. Irgendwann sacke ich zusammen und das Stehaufmännchen fällt um.

Neuer Tag, neues Glück. Die Nacht war voller Träume, Existenzängste, Angst vor meiner Krankheit. Stehaufmännchen steht wieder auf, schüttelt den Kopf, springt unter die Dusche. Beim Tee an meinem Tischchen stolpere ich über Barabaras Mail: „Ich finde, Du bist ein ziemlich cooler Typ. Und Du hast das aufrichtende Moment eines Kielbootes. Ein Kielboot kentert nicht.“ Auch Nathalie und alle Freunde über e-mail und Whats App sagen nichts andere. Stehaufmännchen. Also schwinge ich mich auf den Hometrainer-Fahrrad in der Ecke meines Zimmer und fahre die ersten 10 Km bis ich nass geschwitzt bin. Ich fühle eine deutliche physische Verbesserung. Ich nehme mir die Ruhe Martins Film Part 2 über die Atlantiküberquerung mit der MARLIN und Jan als Skipper anzusehen. Sehr schön Martin, sehr schön. Ich werde ihn am Wochenende verlinken, wenn Du ihn online gestellt hast.

Am Nachmittag ziehe ich mir meinen Mundschutz und einen Kittel an. Plastikhäubchen brauch ich nicht. Ich habe ja keine Haare. Ich laufe durch ein selten benutztes Treppenhaus auf die Straße. Und weg. „Ich komme nie wieder!“ Soweit die Illusion, wahr ist, dass Nathalie mich in den Volvo einpackt und wir fahren nach Glücksburg an den Strand. Zu dieser Jahreszeit ist da keiner, der Himmel ist blau. Ich atme tief die frische Luft der Förde ein, blicke aufs Wasser. Auf der anderen Seite Dänemark, rechts geht es zur Ostsee, zu den Erbseninseln, nach Stockholm und Helsinki. Für die MARLIN Tagesschläge. Für mich, im Moment, unerreichbar.

Ansichtssache. Alles Ansichtssache. Einfach alles Ansichtssache. Mal angenommen ich habe habe das Zimmer 2 der Stefan Morsch Station bekommen, um in aller Ruhe, fast ungestört, meinen Blog zu schreiben, mit Tobias und Ragnar LUNATRONIC vorwärts zu bringen und mit Stefan, Jan und Rene, nicht zu vergessen unseren tollen Mitseglern, MARLIN Richtung Europa zu steuern ohne finanziell ruiniert zu sein. Sehen wir das doch mal positiv. In dem keimfreien Raum, bekomme ich keine Grippe, keine Entzündung, sobald ich die Klingel drücke, kommen sympathische vermummte Schwestern, von den ich nur die Augen und die Stimmen kenne, die mir meine Wünsche quasi von den Augen ablesen. Zweimal am Tag kommt die Putzfrau. Ich bekomme jeden Tag sterile Handtücher und Bettwäsche und darf mein Bett selber beziehen. Auserwählte Diätspeisen sorgen dafür, dass ich konsequent abnehme. Seit gestern mit vielen Telefonaten, e-mail, Glauben und Zuversicht habe ich sogar 10Mbit Internet, um das mich alle beneiden. Am Morgen werde ich noch vor Sonnenaufgang mit einer Nadel in den Arm gepickt, damit ich am Abend dann wieder einen halben Liter Blut durch einen neuen Venenzugang bekomme. Alles ein bisschen mit Ironie betrachtet, geht es mir nicht schlecht. Ich glaube, dass ich in einem anderen Krankenhaus schon längst tot wäre, im Ausland sowieso. Steh auf Männchen! Es war ein guter Tag. Ich danke euch allen hier im Krankenhaus die helfen das es nicht so ist.


Mitsegeln auf der MARLIN!

Atlantiküberquerung West – Ost 2020. Sichere Dir Deinen Platz.

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