Monatsarchive: Dezember 2019

Vor dem WM-Krimi am Sonntag: zwei Skiff-Medaillen möglich

Weltmeisterschaft 49er, 49erFX, Nacra 17: <p>
	Als Gesamt-Vierte vor den beiden letzten Rennen der Hauptrunde und dem Medaillenfinale am Sonntag wahrten Tina Lutz und Sanni Beucke ihre Medaillenchancen bei der 49erFX-Weltmeisterschaft vor Auckland</p>

Am Samstag mussten die deutschen Skiff-Crews vor Auckland Rückschläge einstecken. Doch die Medaillenchancen sind vor dem Finale gewahrt, die Angriffslust groß

Ein modisches Hinterteil

200.000 Dollar Preisgeld und zwei deutsche Segler im Finale

SSL Finale 2019: <p>
	Der Brite Lorenzo Chiavarini und sein deutscher Vorschoter Kilian Weise qualifizierten sich als starke Dritte f&uuml;r die Finalrunden, in denen es am Samstag vor Nassau um insgesamt 200.000 US-Dollar Preisgeld geht</p>

Vor Nassau konnten sich mit Diego Negri/Frithjof Kleen und Lorenzo Chiavarini/Kilian Weise auch zwei deutsche Segler fürs Finale der Top Ten qualifizieren

„Hugo Boss“: Thomsons neue Waffe

Hugo Boss: <p>
	Hugo Boss</p>

Der Open 60 „Hugo Boss“ ist das radikalste Boot seiner Klasse und soll Alex Thomson endlich den Sieg bei der Vendée Globe bringen. Das Porträt im PDF-Download

Nikolaus: Was der Schutzpatron der Segler mit Stiefeln und Geschenken zu tun hat

Alle Jahre wieder füllt der Nikolaus am 6. Dezember die Stiefel mit kleinen Aufmerksamkeiten. Dabei hat er eigentlich genug auf See zu tun. Warum er von den Seefahrern verehrt wird. Weiterlesen

Frauen stürmen Männerdomäne

Und mehr als ein Dutzend weiblicher Teilnehmer will das Männerfeld aufmischen, wenn um 14 Uhr vor der Brücke des LYC (Roeckstr. 54, 23568 Lübeck) der Startschuss fällt.

Die Eisarschgilde, selbsternanntes Körperteil des Lübecker YC, ist glücklich, dass der Vorstoß einer Änderung der Ausschreibung beim Verein Gefallen gefunden hat. „Unser Antrag wurde von der Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit angenommen“, berichtet Chef-Organisator Jan Stemmler. Seine Crew hatte die Entscheidung des Vereins aber auch schon etwas vorweggenommen, als die Frauen vorbehaltlich des LYC-Votums eingeladen wurden. Und damit hatte die Eisarschgilde offenbar den Zeitgeist getroffen. 13 Seglerinnen stehen in der Meldeliste und sorgen damit auch für eine gesteigerte Anziehungskraft bei den Männern. Denn mit nunmehr über 90 Meldungen übertrifft die 51. Auflage des Eisarsch deutlich die Zahlen der vergangenen Jahre.

Ein großes Feld wird zum Eisarsch erwartet. Foto: segel-bilder.de

Die Organisatoren freuen sich über den frischen Schwung in der Traditionsveranstaltung. Und Charly Brüser, Gründungsmitglied der Eisarschgilde, hat auch gleich einen eigenen Frauen-Pokal gestiftet – ein schmucker Lübeck-Leuchter, der in keinem maritim angehauchten Haushalt fehlen sollte.

Der Showdown zwischen den arrivierten Männern, immerhin sechs ehemalige Eisarsch-Sieger haben gemeldet, und den Herausforderinnen dürfte spannend werden. Mit 90 Booten entscheidet schon die Positionierung an der proppenvollen Startlinie über die Chancen, und der Wind dürfte alle Gewichtsvorteile der Frauen davonpusten. Bei Böen weit über 20 Knoten werden sich einige Teilnehmer/innen wohl auch auf kalt-nasse Erlebnisse einstellen. Immerhin sind keine Eisschollen auf der Wakenitz zu erwarten.

2008 noch in Verkleidung, jetzt ganz offiziell: Heike Gercken segelt als einzige Frau zum zweiten Mal den Eisarsch. Foto: privat

Eine Frau im Feld wird sogar als Eisarsch-Wiederholungstäterin an den Start gehen. Heike Gercken hatte sich 2008 inkognito ins Männerfeld gemischt. Die Neustädterin nutzte zur 40. Auflage den Aufruf der Veranstalter, im Nikolauskostüm zu segeln. Damals fiel das Eisarsch-Datum auf den 6. Dezember. Und mit roter Kapuze, Brille und tiefergelegter Stimme kam Heike Gercken an die Startlinie, obwohl sie ihren Namen gar nicht verändert hatte, aus der Heike, aber ein Heiko in der Meldeliste wurde. „Auf dem Wasser war es dann allerdings etwas unbequem – gerade in den Manövern mit den ganzen Segelklamotten und dem Kostüm“, berichtet sie von ihrem Coup. Denn Heike Gercken trug nicht nur den roten Mantel, sondern darunter auch ein Engelskostüm. Und mit dem Zieldurchgang verwandelte sie sich in ebenjenen, um zu zeigen, dass auch Frauen sehr wohl segeln können.

„Damals war es tatsächlich noch etwas anders als Frau im Segelsport. Von einigen Männern wurde man schon komisch angesehen“, berichtet die Pionierin des Eisarsch-Frauensegelns. Dabei hat Heike Gercken eine lange Segel- und Wassersportvita aufzuweisen. Nachdem sie in der Jugend als Kanutin begonnen hatte und dort auch in der Nationalmannschaft paddelte, kam sie später zum Surfen und wurde als Mitglied des Windsurfing Club Travemünde sogar zweimal Weltmeisterin im Kursrennen. In ihrer Zeit an der Uni Bremen stieg sie schließlich auf das Segeln um, war Mitglied der Segelgemeinschaft der Universität Bremen, segelte erfolgreich Yachten auch bei internationalen Meisterschaften sowie diverse Jollen. Acht Jahre war sie zudem Jugendwartin im Neustädter Seglerverein. „Jungs und Mädchen gemeinsam im Boot und auf dem Wasser war für mich Alltag. Daher freue ich mich, dass auch beim Eisarsch jetzt endlich zusammenfindet, was ganz natürlich zusammengehört. Alle können miteinander einvernehmlich segeln, ohne Ausgrenzung oder Vorurteile.“

Vor elf Jahren segelte Heike Gercken im Mittelfeld. Das strebt sie auch jetzt an, aber sie glaubt auch, dass einige Konkurrentinnen ganz vorn mitmischen können: „Für mich zählt eher das Dabeisein. Aber ich weiß, dass einige richtig gute Frauen dabei sind.“

Alle Augen auf Auckland: Zwei Skiff-Teams auf Medaillenkurs

Weltmeisterschaft 49er, 49erFX und Nacra 17: <p>
	Mit vollem Einsatz weiter WM-Spitzenreiter: Erik Heil und Thomas Pl&ouml;&szlig;el agieren vor Auckland in bestechender Form</p>

Deutschlands 49er- und FX-Akteure segeln auf der Erfolgswelle: Heil/Plößel halten die Überflieger Burling/Tuke weiter in Schach, Lutz/Beucke auf Platz drei

Whiskys für Segler: Essenzen der See. Jetzt verschenken!

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Manch Malt oder Scotch ist untrennbar mit Seen, Meer und Segelsport verbunden und eignet sich daher als Geschenk für Segler. Eine Auswahl mit Bestellmöglichkeit

49er Worlds Finals: Heil/Plößel übernehmen klare Führung – Lutz/Beucke Dritte

Erik Heil und Thomas Plößel bestätigen am ersten Goldfleet-Tag der 49er WM ihre herausragende Form. Auch Tina Lutz und Susann Beucke lassen sich von der härteren Final-Konkurrenz nicht beeindrucken. Weiterlesen

Zum Nikolaus den Sieg verschenkt

Hullucine ARC Start 2019: <p>
	Die &quot;Hallucine&quot; beim Start der ARC vor Las Palmas di Gran Canaria&nbsp;</p>

Die ersten ARC-Yachten haben den Atlantik überquert. Schnellstes Schiff war der 78-Fuß-Performance-Kat „Allegra“, die Line Honours holte sich aber ein anderer

Schnellsegler-Worlds: Frühes Aus für zwei deutsche Duos – Nacras holen Oympia-Quali

Ein kleinen Moment wirkt sich aus. Tim Fischer (24) und Fabian Graf (23) erleben die ganze Dramatik des Segelsports wie auch Victoria Jurczok und Anika Lorenz. Aber es gibt auch viel Grund zur Vorfreude. Weiterlesen

Neues SVNRW-Präsidium

Einziger Tagesordnungspunkte waren die Nachwahl von Mitgliedern des Präsidiums für die Positionen Finanzen, Breitensport und Ausbildung. Von den insgesamt 1354 möglichen Stimmen aller Vereine waren 720 Stimmen gültig registriert und durch Delegierte vertreten, so dass für eine einfache Mehrheit 361 Stimmen benötigt wurden.

Aufgrund mangelnder Kommunikation gab es im Vorfeld
des Seglertages viel Unruhe in den Vereinen, denn alle Vizepräsidenten waren in
den letzten Wochen zurückgetreten.

Präsident Manfred Lenz erklärte den anwesenden Mitgliedsvereinen
die Umstände der entstandenen Situation. Unregelmäßigkeiten in Abrechnungen und
nicht autorisierte Freigaben von Vereinsgeldern gehörten ebenso dazu wie die
Tatsache, dass ein Mitglied des Präsidiums von Gerichtsvollziehern und der
Justiz gesucht wurde. Da er sich persönlich mit Angriffen und Vorwürfen
konfrontiert sah, erklärte Lenz, sein Amt beim nächsten offiziellen Seglertag im
März 2020 zur Verfügung zu stellen. Er werde sich dem Vertrauensvotum der
Mitglieder-Versammlung stellen, so Lenz.

Ohne weitere Diskussion wurden die neuen Mitglieder des Präsidiums gewählt. Mit großer Mehrheit wählten die Delegierten Jens Mühlmeister vom Düsseldorfer Yachtclub/Unterbacher See für den Geschäftsbereich Finanzen. Der Geschäftsbereich Breitensport, Fahrtensegeln, spez. Segeldisziplinen und Umwelt wird zukünftig von Eveline Kleine verantwortet. Bei der Wahl zum Vizepräsidenten Ausbildung gab es eine Kampfabstimmung zwischen dem kommissarisch eingesetzten Rolf Kantelhardt und dem ehemaligen Vizepräsidenten Breitensport Ulrich Haase, der die Wahl deutlich für sich entscheiden konnte. Der Jugendsegelausschuss hat – da sowohl der Jugendobmann als auch der stellvertretende Jugendobmann zurückgetreten waren – Sven Otte kommissarisch berufen. Otte ist somit gesetztes Mitglied des Präsidiums und laut Satzung auch zusätzlich als Vizepräsident verantwortlich für den Geschäftsbereich Leistungssport. Im Januar findet die nächste ordentliche Landesseglerjugend-Versammlung statt, bei der dann die Wahl eines neuen Jugendobmanns für NRW ansteht.

Text Ulrich Küppers