Monatsarchive: April 2019

Opti-Ostern: Fünfte Plätze in Slowenien und den Niederlanden

Fünfte Plätze waren über Ostern die
Standardplatzierungen für die deutschen Top-Segler bei den großen
Optiregatten. Sowohl in Slowenien als auch in den Niederlanden gab es
jeweils eine Top-Ten-Platzierung für die GER-Flotte.

Die Sailing Point Easter Regatta in
Slowenien hat sich zu einer echten Alternative zur großen
Garadasee-Regatta entwickelt. 450 Jüngstensegler gingen vor der
Kulisse des Badeortes Portoroz und des historischen Ortes Piran an
den Start. Sieben Wettfahrten gelangen in den fünf Startergruppen.
Als bester Deutscher präsentierte sich einmal mehr Mic Mohr, der mit
einem zweiten Rang und drei Siegen sehr stark in die Serie gestartet
war. In der finalen Goldgruppe kassierte er allerdings eine
Disqualifikation und einen 15. und einen 7. Platz. Damit rutschte er
aus der Top-Position noch auf Platz fünf ab, war aber noch bester
Deutscher. Der Sieg ging an Lisa Vucetti aus Italien.

203 Opti der Leistungsgruppe gingen bei
der Magic Marine Easter Regatta auf dem Brassemermeer an den Start.
Und hier konnten sogar zwölf Wettfahrten gesegelt werden. Theodor
von Bülow legte eine beständig gute Vorrunde und ein durchwachsenes
Finale hin. Damit hielt er sich aber top im internationalen Feld und
landete schließlich auf Rang fünf. Der Sieg blieb in den
Niederlanden bei Zeb van Dorst.

Gewinner des Golden Globe Race 2018 prämiert

Unglück: Oceanis kracht vor Sardinien auf Felsen und kentert durch – Skipper ertrunken

An der Ostküste von Sardinien hat eine Tragödie einen Segler das Leben gekostet. Frau und Hund wurden gerettet. Bilder zeigen, wie der Franzose im Sturm den gesperrten Hafen anlaufen wollte. Weiterlesen

Genua World Cup: Den Seglern ist der Weltcup egal – Deutsche Flotte unter “ferner liefen”

Fischer/Graf, 49er

Es funktioniert einfach nicht. Wie viele Präsidenten haben sich schon für das höchste Amt im Segel-Universum wählen lassen mit dem Versprechen das Dauer-Problem Weltcup lösen zu können. Weiterlesen

Siegerehrung des Golden Globe Race und große Pläne für 2022

GGR2018 Tapio Lehtinen 2019 PR_3713701061751: <p>
	Als einziger noch unterwegs: Tapio Lehtinen steht gut 2100 Seemeilen vor dem Ziel in Les Sables d&#39;Olonne&nbsp;</p>

Am 22. April 1969 beendete Robin Knox-Johnston das Golden Globe Race. 50 Jahre danach wurden die Skipper des Revivals geehrt. Außerdem: Wer 2022 dabei sein will

Seenot: DGzRS Einsätze über Ostern – Handy hilft nicht nach Elektronik-Ausfall

Seenotretter und eine Hubschrauber-Besatzung der Deutschen Marine haben einen Alleinsegler abgeborgen. Ohne Funkkontakt konnte er kaum gefunden werden. DGzRS weist auf Sicherheits-App hin. Weiterlesen

Croatia Cup 2019

Der Croatia Cup richtet sich an Segler, die es gerne etwas lockerer angehen lassen. Wie immer startet die Regatta Ende Mai in Punat auf der Insel Krk und markiert den Saisonstart für alle Urlaubssegler, die sich mit Boot, Segeln und Mannschaft vertraut machen wollen, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kommt.

Die internationale Regatta findet am 24. und 25. Mai statt und verbindet geselliges Beisammensein mit entspanntem Segeln in der Open- und Yardstick-Klasse.

Das Regattabüro in der Marina Punat öffnet am Freitag, 24.5., um 18.00 Uhr.

Weitere Informationen zum 35. Croatia Cup sind auf der Webseite des Segelklubs Punat zu finden.

Abenteuer Afrika: Unterwegs auf dem Gambia River, Teil II

Aracanga auf dem Gambia River: <p>
	Sonnenuntergangsstimmung auf dem Gambia River</p>

Krokodile, Flusspferde, Schimpansen, Paviane: Friederike und Martin Finkbeiner sind mit ihrer „Aracanga“ weiter auf spannender Flussfahrt. Ihr aktueller Bericht

SSL Gold Cup: Buhl, Schümann, Kleen für Deutschland – Gescheiterter Coutts-Cayard-Coup

SSL47

Es gab einige Versuche, die Segelsport-Weltliga zu etablieren. Paul Cayard propagierte sie vor 12 Jahren mit einem alten Bekannten. Nun könnte es wirklich klappen. Deutschland steckt mittendrin. Die Stimmen. Weiterlesen

Mit Sympathiebonus in die Kampagne

Endlich wieder ein Auftritt auf der
großen Segel-Bühne unter deutscher Flagge! Schon diese Ankündigung
löst bei den deutschen Segelfans große Begeisterung aus. Das
Offshore Team Germany (OTG) startet jedenfalls mit einem großen
Sympathie-Schub in seine Kampagne für eine Teilnahme am „The Ocean
Race“ 2021/22. Mit einem riesigen Vorsprung wurde das OTG im März
zu den Seglern des Monats gewählt.

Team-Manager Jens Kuphal und
Team-Kapitän Robert Stanjek haben das OTG-Projekt bereits vor über
zwei Jahren auf die Schiene gesetzt. Mit der Kampagne des Mini 6.50
„Lilienthal“ landete der neue deutsche Rennstall erste Erfolge.
Mit Skipper Jörg Riechers segelte OTG beim Mini-Transat 2017 auf
Platz zwei.

Jetzt hat das Offshore Team Germany die
nächste Stufe gezündet. Neben dem Mini-Projekt, das nun durch
Skipper Morten Bogacki besetzt ist, nimmt auch der Imoca60 Gestalt
an. Die Ex-„Acciona“ wurde bereits vor zwei Jahren vom OTG
gekauft, hat in den vergangenen Monaten einen kompletten Rumpf-Refit
in Portugal durchlaufen und wird nun in England frisch ausgerüstet –
vom Kiel bis zum Rigg.

Im März hat das Team den Weg in die
Öffentlichkeit gewagt und die Pläne für die kommenden Monate
veröffentlicht. Im Mai soll der Imoca60 ins Wasser, im Juni vor der
Kieler Woche getauft werden. Das Welcome Race zur Kieler Woche ist
dann die erste Regatta, das Fastnet Race im August der erste
Härtetest. Danach sollen dann auch die Foils entwickelt werden,
damit die Mannschaft unter Skipper Robert Stanjek die konkrete
Vorbereitung für „The Ocean Race“ starten kann.

Bei den Usern von Sail24 lösen die
Hoffnungen auf eine erneute Teilnahme am Welt-Etappenrennen offenbar
große Sympathien aus. Mit über 76 Prozent der Stimmen wurde das OTG
zu den Seglern des Monats gewählt und setzte sich damit gegen die
beiden weiteren Kandidaten durch.

Florian Gruber stand für seine Siege
beim Snowkite-Worldcup zur Auswahl. Er hatte zum Finale in der
Schweiz die Sieger-Trophäen für zwei Disziplinen-Worldcups und den
Gesamt-Worldcup überreicht bekommt. Frithjof Kleen – ehemals mit
Robert Stanjek Starboot-Weltmeister – ist bei den Starbooten einer
der begehrtesten Vorschoter. Beim Bacardi-Cup vor Miami, eine der
wichtigsten Regatten in dieser hochkarätig besetzten Klasse, segelte
er mit Olympiasieger Mateusz Kusznierewicz (Polen) auf Platz zwei.

Die Ergebnisse:

  • Offshore Team Germany (Kampagne für „The Ocean Race“): 76,92 %
  • Florian Gruber (Snowkite Worldcup-Gold): 14,69 %
  • Frithjof Kleen (Bacardi-Cup, Platz 2): 8,39 %

Hayling Island, UK: Am Gründonnerstag auf Levje II. Oder: Wie man in England sein Boot lagert.

Mit England verbinden die meisten Menschen schlechtes Essen, schlechtes Wetter, ein teures Pfund und den Brexit. Alles Bad News also. Weil ich mit 16 zum ersten Mal auf der Insel war und damals von allen genannten Punkten das gerade Gegenteil dort erlebte, mochte ich das Land. Ich war beeindruckt von der Freundlichkeit der Menschen auf der Insel, die ich so nicht kannte, und von der Gastfamilie, bei der ich damals untergekommen war und die sich mühte, mir nur die besten Seiten dieses Landes zu zeigen. Man kann einem Land nicht gleichgültig gegenüber sein, wenn man bei der ersten Begegnung derart  eingeführt wurde. Als ich im Spätsommer die Bretagne erreicht hatte, waren die Liegeplätze dort rar, ich beschloss, für Levje in Südengland einen Winterliegeplatz zu suchen, sie dortzulassen und nachzuholen, was ich all die Jahre im Kopf gehabt hatte. Dieses England, das ich so mochte, einfach richtig kennenzulernen.

Ich habe nie das Ende meiner Reise vom vergangenen Sommer erzählt. Nach Alderney (siehe den vorvorigen Post!) segelte ich über den Ärmelkanal zur Isle of Wight. Und dort begann ich meine Suche nach einem Liegeplatz, wo ich Levje den Winter über lassen könnte. Südengland bietet vor allem teure Liegeplätze an. Aber weil Schnickschnack nicht mein Ding ist, suchte ich nach einer einfachen Lösung. Und fand sie auf einer Insel, auf Hayling Island, wo der 73jährige Barry und der 80jährige Dave einen kleinen Boatyard betreiben: Wilsons Boatyard.

Ich hatte mir verschiedene Liegeplätze vorher angesehen. Aber am besten gefiel mir Wilsons. Ein kleiner Marinabetrieb an einem Gezeitenfluß, ein sauber aufgekiestes Areal, und statt der üblichen Gestelle mit Balken abgestützte Boote, so, wie man eben seit der Antike Boote mit Holzstützen aufstellt. 

Die Sache hatte nur einen Haken: Die Werft liegt an einem Gezeitenfluss. Bei Flut ähnelt er mehr einem See. Bei Ebbe ist er nur ein Rinnsal, das keine 30 Zentimeter breit ist. Sean, der Vorarbeiter, der mir die Werft zeigte, sagte, ich könne mit Levjes zwei Meter Tiefgang nur bei Springtide den Gezeitenfluss heraufbringen, eben einmal im Monat und nur dann, wenn Sonne Mond und Erde in einer Linie stünden und das Wasser am meisten anheben.

Die letzten 100 Meter vor der Werft: Die Gasse, durch die mein Weg führte, bei Springtide…

… und dieselbe Gasse sechs Stunden später: Die Boote liegen im Schlamm –
„mudberth“, Schlammliegeplatz, nennt man in England diese Art, sein Boot übers Jahr zu bringen.
Alles lief gut. Im September ließ ich Levje auf Hayling Island bei Dave und Berry und Sean zurück. Irgendwie war diesen Winter viel los, ich hatte es anders als in den Vorjahren nicht geschafft, einfach mal nach meinem Boot zu sehen. Sah nur die Stürme auf den Wetterseiten, die in beeindruckender Häufigkeit im Winter entlang der englischen Südküste ziehen.

Die letzten Tage vor Ostern hielt ichs nicht mehr aus. Bekloppt vor Sorge über mein Schiff, das womöglich unbeachtet am Land liegt. Beim Aufwachen stellte ich mir vor, wie mit jedem Regen Wasser ins Schiff oder gar auf meine Koje auf Levje trillt. Oder die Stürme die Persenning zerfetzt hatten wie in Sizilien.

Als ich ankam, lag die Persenning tatsächlich lose. Ein Sturm hatte alle Zeisinge zerrissen, die Plane lag sauber aufgetucht auf dem Baum. Unter Deck mochte die Batterie nicht so recht, aber das gab sich.

Vor allem anderen gefiel mir Hayling Island, eine kleine Insel östlich der Isle of Wight, die sich 16.000 Menschen mit einer Menge Wattvögel und Schlickwürmer teilen. Die Insel ist nur über eine Brücke erreichbar. Und eine von drei nebeneinanderliegenden Marscheninseln, die sich nordöstlich an die Isle of Wight anschließen: Portney Island. Hayling. Thorney. Alle drei sind als Inseln heute fast vergessen – jedenfalls macht keine von ihnen viel Aufhebens darum, dass sie einmal Inseln waren. Portney Island ist über drei Brücken erreichbar und von einer 200.000-Einwohner-Stadt bedeckt, die besser bekannt ist unter dem Namen Portsmouth. Hayling und Thorney sind wie Portney ein Fußball-Feld vom Festland entfernt und mit einer Brücke verbunden. Im Grunde genommen ist Hayling nichts anderes als ein Vor-Vorort von Portsmouth, mit dem es früher auch durch eine direkte Fähre verbunden war. Und damit auf den ersten Blick halt eben eine dieser Kleinstädte an der südenglischen Küste, von denen manche eine mondäne Vergangenheit haben, die längst verflossen ist, seit die Menschen eben nicht mehr im eigenen Land Urlaub machen.

Hayling ist, wenn man Mittelmeer-Inseln kennt, auf den ersten Blick nichts Besonderes. Auf den zweiten Blick schon. Man muss die Insel mögen, wenn man England mag. Die Parklandschaft auf der Insel mit den Eichen am Ufer. Der Fasan, der aus dem Gebüsch am anderen Ufer ruft. Die Freundlichkeit der Menschen, die eigentlich keine Inselbewohner mehr sind, und die mich genauso erstaunt wie vor 42 Jahren. 

Vom Flughafen Gatwick ist man per Bahn und Bus in eineinhalb Stunden auf Hayling Island. Die Sonne schien, als ich ankam. Es war wärmer als daheim, der Löwenzahn blühte eine Woche, bevor er daheim ausschlug. Auf Daves und Barrys Boatyard brummte und


summte es vor Bootseignern, die ihr Boot für den Ostertörn vorbereiteten. Nur Dave, der 80jährige, der vor einigen Jahren das Skifahren ausprobiert und in Chamonix seine Leidenschaft dafür entdeckte hatte, wo er im Pflug (!) mit 80 (!!) letztes Jahr die Hänge


hinunterwirbelte, war traurig, weil ihn seine Schulter nicht recht ließ. Der 73jährige Barry werkelte an seinem Boot. Ich lernte Sandy kennen, der mir voller Stolz seine Dehler 34 zeigte, nicht ohne hervorzuheben, sie wäre ein direkter Nachfahre der DB I (unter Kennern: Jenes Bootes, dem Willi Dehler seinen Ruf als Werftbauer schneller Boote verdankte). Es ist ein nettes Völkchen, das da auf Hayling Island schleift und schmirgelt und spachtelt. Und sich in nichts an diesem Gründonnerstag vom Treiben in einer x-beliebigen Werft in Italien oder Griechenland unterscheidet.

Und das mit dem schlechten Essen, dem schlechten Wetter, dem teuren Pfund und dem Brexit? Das vergessen wir mal alles grob. Es wird höchste Zeit, Segeln zu gehen. Und die Vorurteile dahin zu verbannen, wo sie hingehören. Am besten ganz zuunterst in die Backskiste.

Das Eingangsbild dieses Posts, nur bei Ebbe. Brav sitzen die Schiffe im Schlamm wie Dromedare, die auf ihre Herren warten.



Fünfmal GER in den Top-Ten beim Lake Garda Meeting

Osterzeit ist Opti-Zeit. Die größten
Regatten der Welt in der Jüngstenklasse sind traditionell über die
Ostertage terminiert. In Slowenien, den Niederlanden und am Gardasee
gehen riesige Felder an den Start. Die größte Flotte gab es erneut
am Gardasee: 937 Optis segelten in der Leistungsgruppe, und drei
deutsche Segler kamen in die Top-Ten.

Der Italiener Marco Gradoni erwies sich
in dem Riesenfeld, das in sechs Gruppen segelte, als eine Klasse für
sich. Sechsmal in den acht Wettfahrten kreuzte der Weltmeister die
Linie als Sieger und ließ damit keinen Zweifel an seinem Gesamtsieg.
Doch auf den Plätzen fünf, sechs und zehn platzierten sich auch die
Deutschen stark. Allen voran der junge Leon Jost. Das Talent vom
Württembergischen YC ist der Aufsteiger des Winters, war bei allen
großen Regatten im Mittelmeer zuletzt in einer Topposition zu finden
und platzierte sich nun auf Rang fünf als bester Deutscher. Dicht
gefolgt von Caspar Ilgenstein und auf Rang zehn Carl Krause.

Bei den Cadettis mit den 90 Startern lief es noch besser für die deutsche Mannschaft. Amelie Röpke musste sich nur von einem Segler geschlagen geben. Und der Name an der Spitze war ein besonders prominenter. Erik Scheidt, Sohn von Segel-Superstar Robert Scheidt, setzte sich gegen die Flotte der jungen Segler durch – mit fünf Siegen in den acht Wettfahrten.

Ergebnisse