Monatsarchive: April 2019

Die Bagger rücken an vorm Yachthafen Lippe

Allures 45.9: robuste Alu-Yacht auf dem Prüfstand

Allures 45.9

Wer lange Schläge plant und sorglos ablegen will, ist bei Allures Yachting richtig. Das bewährte Konzept ist vielseitiger geworden. Der Test im PDF-Download

Istvan Kopar – alias Pinochio

DIE LETZTE FINTE – UNTERHALB DER GÜRTELLINIE

Istvan – Pinocchio

Unsere Pläne 2019/2020

Sa., 27.Apr.19, Franz.Polyn./Gambier/Insel Mangareva/Rikitea, Tag 1791, 17.385 sm von HH

Eigentlich wollten wir bereits heute weiter. Aber schlechtes Wetter verzögert die Abfahrt. Dabei ist es eher das schlechte Wetter am Endziel als hier vor Ort. Auf den Toamotus bläst es laut Wetterkarte mit 23 Knoten Durchschnittswind. Zuviel für die heiklen Passeinfahrten in die Atolle. Heftige Strömung entstehen an den schmalen Durchgängen zum Atoll und machen eine Einfahrt (unter Umständen) unmöglich.

Ab 1. Mai ist offiziell die Zyklon-Saison beendet, dann kann man sich überall gefahrlos hinbewegen. Leider ist die Saison kurz und schon ab November sucht man sich besser einen zyklonsicheren Ankerplatz. Den findet man üblicherweise in Neuseeland oder Australien.
Wer dann noch eine zweite Südsee-Saison dranhängen möchte, muss sich aus Süd-Westen zurück quälen. Oder er verlässt sich auf einen der Plätze, der als Zyklon-Hole angepriesen wird. Das ist nichts für unsere Nerven. Viele dieser Löcher haben sich, sowohl in der Karibik als auch im Pazifik, als Falle erwiesen.

im Moment erscheinen uns sechs Monate Südsee definitiv als zu kurz. Also, was tun? Einige Segler fahren zurück auf die Marquesas ganz im Osten, die als zyklonsicher gelten. Wir haben uns die Australinseln und die Gambierinseln als Alternative überlegt. Gegen den Uhrzeigersinn würden wir eine Runde über die Tuamotus bis nach Tahiti segeln und dann ab November in den Süden stechen.
Die Atolle Austral und Gambier gelten als relativ sicher. Alle Jubeljahre gibt es einen Zyklon, der soweit südlich reicht. Wir halten das Risiko für kalkulierbar. Das Ganze hat nur einen Haken: kaum eine Crew macht das! :shock:
Warum nicht, ist uns noch nicht ganz klar. Der Wind soll in den Austral-Inseln unbeständig sein. Der Wind soll dort kräftig sein. Und die Temperaturen sollen im Süden deutlich kühler sein. Wobei Letzteres für mich eher als großer Vorteil erscheint. Am Ende der Runde (ca. 2.700 sm = 5.000 Kilometer) würden wir dann wieder hier in Rikitea landen.

Wenn sich andeutet, dass sich der kräftige Wind aus den Tuamotus verzieht, brechen wir auf. Auf unserem Weg sammeln wir weitere Berichte über unsere Idee. Und schauen uns an, ob die einsame Südsee für uns das Richtige ist und wir tatsächlich eine zweite Saison bleiben wollen.

geplante Route 2019/2020

geplante Route 2019/2020

Dehler 30 One Design: So entsteht die Einheitsklasse, Teil 1

Dehler 30 od – Rumpfrenderings: <p>
	Dehler 30 od &ndash; die neue Hochsee-Einheitsklasse</p>

Dehler bringt ab 2020 eine neue Hochsee-Einheitsklasse heraus. Noch gibt es das Boot nur im Rechner. Wir begleiten die Entwicklung von Beginn an

Die Weltmeere werden stürmischer

Laser Schlammschlacht: Neuer Name, altes Boot – Eskalation im Patent-Streit

ILCA-Dinghy

Der Streit zwischen der Laser-Klassenvereinigung ILCA und der größten Werft LaserPerformance spitzt sich immer weiter zu. Immer neue Vorwürfe stehen im Raum. Nun soll das Boot einen neuen Namen haben. Weiterlesen

Legende mit neuem Leben: „Energy Observer“ auf Kurs Zukunft

Energy Observer: <p>
	Trio f&uuml;r die Zukunft: Im Vordergrund die Kuppel der begleitenden Energy-Observer-Ausstellung an den Magellan-Terrassen in der Hamburger HafenCity, rechts dahinter der franz&ouml;sische Wasserstoff-Katamaran und dahinter die Elbphilarmonie</p>

1994 gewann Sir Peter Blakes Team Enza auf ihm die Jules Verne Trophy, jetzt wirbt der Wasserstoff-Katamaran als „Energy Observer“ für erneuerbare Energien

Grünes Grenada

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{Date:20190426}
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{Title:Grünes Grenada}

Wehmütiger Urlaub

Urlaub habe ich wirklich „nur“, wenn ich alleine bin auf dem Boot und mir eine Auszeit nehmen kann. Ich bremse die letzten Tage von Calles Segelzeit auf der MARLIN. Wir fahren von Prickley Bay noch in die Hog Bay. Kein Kitespot. Nun. Grenada ist eben keine Kite Insel. Dafür aber wunderschön grün. Grün heißt in der Karibik allerdings auch Regen. Calle & Ich spielen das Fenster auf und Fenster zu Spiel. Am Tag und in der Nacht mindestens einmal. Uffa! Dann reiße ich die Notleine, wir gehen Anker auf und verlegen auf die andere Seite der Insel. Vor der Hauptstadt St. George liegt die Anchorage Grand Anse. Hier fällt der Anker wieder. Das Wasser ist türkis. An ruhigen Tagen kann man auf den koralligen Grund sehen und bei der Ankerkontrolle hat dieser schon zwei Kofferfische, die ihn bewachen. Dann ist ja alles gut und mit dem großen Spachtel machen ich gut fünfzig Seepocken vom frischen Antifouling ab. Geht zu den Nachbarn. Haha! Ja. Da muss man in der Karibik immer dran bleiben.

Für tägliche Logbuchberichte fehlt mir die Zeit und die Ruhe. Ganz oben stehen zwei Sachen die ich unbedingt machen muss. Das Lazybag, die riesige Tasche, in der das Großsegel wohnt, muss eigentlich neu. Vier Atlantiküberquerungen haben ordentlich am Material gezehrt. Wie das immer so ist, fehlt grade das Kleingeld. In Spice Island gibt es einen französichen Segelmacher. Der ist gut. Calle hilft mir das Großsegel von seinem Schneckengehäuse zu trennen. Gestern ging es dann zum Segelmacher. Mit zwei neuen acht Meter Langen Fiber-Latten, neuem Reißverschluss, diversen Patches aus PVC gegen Schamfilen kommen wir auf fast 1.000 Euro. Ich muss schlucken. Aber ein neues Großsegel, um dessen Schutz vor der Sonne es geht, kostet ein vielfaches. Don Dinero steht neben mir und grinst. Ich trete wieder mal zwei Schritte zurück.

Außenborder Anneliese steht als nächster Punkt auf meiner Liste. Vorgestern schon habe ich alle anderen Boote in der Anchorage mit beherzten Schlägen auf die Bolzen der Aufhängevorrichtung des 30PS Mercury, wissen lassen, dass ich Anneliese nicht versenken werde. Am Ende gewinne ich. Ich bereite die gebrochenen Stellen des Steuerarms für den Schweisser vor. Der schweißt das nur, wenn da kein bisschen mehr vom Kleber dran ist, mit dem ich versucht habe den Bruch des Aludruckgussteils zu kleben. Zweimal. Zweimal ohne Erfolg. Gestern dann hat der Schweisser die beiden Teile wieder miteinander verbunden. „Hast Du gut vorbereitet!“, lobt er mich. „Alles blank, ohne Farbe. Willst Du das selber schweißen?“ Ich grinse. „Ne Danke. Die Zeiten sind vorbei.“ Ich denke an meine gute alte IRON LADY. Gestern Abend ist dann alles wieder zusammengebaut. 4 Stunden Ausbau, 3 Stunden Zusammenbau. Zweimal mit dem Bus durch die Bullenhitze nach Spice Island fahren und wieder zurück. 100 Euro das Schweissen. Als nächstes steht an den Aussenborder mit Graffiti zu verschönern, damit die Langfinger ihn unattraktiv finden.

Calle und ich umarmen uns kurz und schnell, männlich halt und unsere Wege trennen sich. Tolle Zeit war das Calle. Mit allen Höhen und Tiefen. Selten so einen angenehmen Gast an Bord der MARLIN gehabt. Aber jetzt ist auch mal Zeit für neue Abenteuer, für Dich und für mich. Am Samstag kommen Mitsegler Henry und Falko an. Na. Dann habe ich von den geplanten 10 Skipper Urlaubstagen genau noch einen. Da kommt zwar das Lazybag wieder zurück und ich muss mindestens 4 Stunden mit LUNATRONIC telefonieren, gefühlt 200 Mails beantworten und noch neue Texte für den Passageplan schreiben. Na. Da wird mir ja gar nicht langweilig werden.

Heute Abend kommen Hagen, Inga und deren drei wilde Bootskinder von der SY SALMON zum Spagetti Essen. Romina & Martin von der der SY FLOW sind auch dabei. Mensch. Richtiges Fahrtenseglermeeting. Ich freu mich!

Ich spring jetzt erst mal über die Ankerkette ins Wasser und besuche die beiden Kofferfische.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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www.marlin-expeditions.com

Klima-Krise: Stärkere Stürme, höhere Wellen – Auf See wird es immer ungemütlicher

Robert Redford im Sturm

In den vergangenen drei Jahrzehnten ist es auf den Weltmeeren stürmischer geworden. eine neue Studie bestätigt die Befürchtungen, dass es auf dem Wasser extremer wird. Weiterlesen

Trends im Innenausbau: Komfortabler, heller, wandelbarer

Galten Yachten in der Vergangenheit als besonders begehrenswert, wenn sie schlank und rank aussahen, verkaufen sie sich heutzutage besonders gut, wenn sie schnell segeln, unkompliziert zu handhaben sind und ein geräumiges, mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgestattetes Innenleben präsentieren. Möglich wird die gewünschte Kombination aus Leistungsstärke und Komfort durch moderne Bootsbaumaterialien und ausgetüftelte Rumpf- und Interieur-Designs.

1. Rümpfe wachsen

Das Interieur bestimmt die Rumpfform

Eine moderne Fahrtenyacht wird von innen nach außen designt. Leicht zu erkennen am hohen Freibord, am breiten Heck, am voluminösen Vorschiff, an der mächtigen Sprayhood und an den beiden kapitalen Steuerrädern, die das Cockpit dominieren. Bei gleicher Länge wirkt ein aktueller Riss deutlich größer als sein Vorgänger-Pendant. Und ist es auch. Durch das „Aufblasen“ der Bootshülle nach oben und in die Breite wird Stehhöhe generiert, die von vorn bis achtern durchläuft, und ganz nebenbei noch jede Menge Platz für Kabinen und Nasszellen geschaffen. Dabei helfen Design-Tricks wie ein steil aufragender Steven und ein breites Achterschiff mit ausladenden Kimmkanten. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass die Wasserlinie länger wird und damit die Performance steigen kann. Ähnliches gilt für die Kimmkanten. Sie sorgen dafür, dass mehr Platz ins Achterschiff kommt, andererseits geben sie Stabilität, die notwendig ist, weil das Unterwasserschiff flacher angelegt ist als bei Yachtrissen früherer Jahre.

Insbesondere die Rumpfform hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Waren früher schlanke Rümpfe das Ideal, werden Schiffe heute immer breiter

Aber ein Muss sind exzellente Segeleigenschaften offenbar nicht. Händler berichten, dass immer weniger probegesegelt wird. Wenn überhaupt, fallen die Ausfahrten kurz aus. Meist bleibt das Schiff sogar am Steg liegen. Die Kaufentscheidung fällt unter Deck nach einem kurzen Check von Rigg und Cockpit und einem langen Rundgang durch die Räume. Wer sich im dargebotenen Ambiente wohlfühlt und merkt, dass der vorhandene Komfort seinen Erwartungen entspricht, fragt nicht nach Höchstgeschwindigkeiten oder Wendewinkel. Dasselbe gilt für jene, die Kompromisse eingehen müssen. Wie die jüngere Vergangenheit zeigt, gibt es immer mehr Paare und Familien, bei denen nur ein Teil leidenschaftlich gerne segelt, während der andere die Yacht eher als wohnlich-stylisches Feriendomizil wahrnimmt. Der Aufgabe, für beide Parteien eine zufriedenstellende Lösung zu finden, haben sich die Konstrukteure genähert, indem sie Segelschiffen mehr Volumen verpassten. Glücklicherweise haben die Leistungen darunter nicht gelitten, denn mithilfe neuer Materialien, Techniken und effektiverem Design segeln Fahrtenyachten heute schneller und unkomplizierter als noch vor wenigen Jahren, obwohl sie nicht mehr so schnittig aussehen.

Die Entwicklung hin zu voluminösen Yachten begann in den 1980ern und hat noch lange kein Ende gefunden. Immer ausgefallenere Ideen generieren noch mehr Kabinen und / oder Komfort an und unter Deck. Eine besonders platzschaffende Rumpfform hat sich jüngst Bénéteau einfallen lassen. Ihre neuen Oceanis-Modelle 51.1 und 46.1 zeigen oberhalb des Wasserpasses einen auffälligen Knick, der von vorn bis achtern durchläuft und mit dem nichts anderes bezweckt ist, als Wohnraum zu schaffen, ohne das Unterwasserschiff breiter als notwendig zu machen. Es soll schmal bleiben, damit gute Leichtwindeigenschaften entstehen.

Neu ist auch, dass kurze, aber sehr breite Rumpfformen, wie man sie von französischen Offshore-Racern kennt, fürs Fahrtensegeln genutzt werden. Bestes Beispiel dafür die kleine, bis in den letzten Winkel durchdachte Sarch 7. Von außen sieht sie aus wie eine spacige Rennziege, dabei ist sie rundum familientauglich.

In jedem Fall gilt: Die dunkle Höhle, in die man sich zurückzog, um mit Familie oder Freunden bei Petroleumlicht Skat zu kloppen, findet man schon lange nicht mehr. Licht, Luft und Platz sind gefragt – je mehr davon, desto besser.

2. Räume bekommen mehr Licht

Weil die Stehhöhe unter Deck eine gewichtige Rolle spielt, sind die Seitenwände selbst kleiner Yachten heute so hoch, dass man im Sitzen nicht mehr aus den Salonfenstern hinausschauen kann. Um aber trotzdem das Geschehen im Hafen und auf dem Wasser beobachten zu können, werden Fenster in den Rumpf eingebaut. Und weil alle Seitenfenster zusammengenommen (für das aktuelle Lebensgefühl) noch nicht genug Tageslicht unter Deck bringen, gibt es zusätzlich Skylights und durchsichtige Schiebeluks. Helligkeit ist Trumpf. Und optische Leichtigkeit. Letztere holt man sich mit hellen Hölzern an Bord, mit mediterranen Decken- und Polster-Farben wie Weiß, Beige und Grau in allen Schattierungen. Und mit einem schnörkellosen Möbeldesign, das man sich in allererster Linie von den italienischen Designern abgeschaut hat.

3. Flexibilität ist gefragt

Außerdem verkaufen sich Yachten besonders gut, wenn sowohl ihre Räume als auch ihre Möbel wandelbar sind. Weil die Basis-Rümpfe und Einrichtungen dann gleichbleiben und sich nur Ausrüstungs- und Ausstattungspakete ändern, kann insgesamt preisgünstiger produziert werden. Dabei gelingt es den Werften, ihren Serienschiffen ein gewisses Maß an Individualität mitzugeben, denn der Eigner kann aus einer Fülle unterschiedlicher und untereinander kombinierbarer Innenlayouts wählen. Das funktioniert mithilfe versetzbarer Wände und integrierter Möbelsockel bzw. -module, die nur darauf warten, eine von vielen möglichen Funktionen zu übernehmen. Bei der Oceanis 35, die 2014 auf den Markt kam, trifft beides zu. Sie ist besonders lichtdurchflutet und ihr Interieur ist extrem flexibel, denn die Rückwand der Vorschiffskabine kann mit wenigen Handgriffen herausgenommen werden. Übrig bleiben ein starker Rahmen, der dem Vorschiff die erforderliche Stabilität verleihen soll und ein großer Raum mit Loft-Charakter.

Raumaufteilung

Ein hohes Maß an Flexibilität hilft Werften, Yachten zu verkaufen, die eine breite Käuferschicht ansprechen. Für den Charterbetrieb werden sie zu reinen Bettenburgen, bei denen es einzig darum geht, so viele Kabinen wie möglich unterzubringen. Ob der Salon dann noch groß genug bleibt, um allen Mitreisenden Sitzplätze zu bieten, ist nicht ganz so wichtig.

Bei Interieurs, die für das typische Segler-Paar oder Familien-Crews gedacht sind, liegen die Schwerpunkte auf luxuriöser Ausstattung und Wohnkomfort, wie man ihn von zu Hause kennt. Anstatt eine dritte oder vierte Doppelkabine einzurichten, gibt es eine begehbare Backskiste zum Stauen von Koffern, Kites und Getränkekisten, alternativ eine Werkstatt oder ein Büro, wo sonst die obligatorischen Doppelstockbetten stehen. Auch der Salon ist großzügiger gestaltet, mit zwei frei stehenden Lesesesseln und einer gemütlichen Sitz-Gruppe samt Fernseher, der per Knopfdruck aus der Rückenlehne des Sofas nach oben fährt.

Einer besonderen Herausforderung gegenüber sehen sich Innenarchitekten, wenn es um die Gestaltung kleiner Innenräume geht. Erfreulicherweise denken viele Designer heutzutage quer und wagen gänzlich Neues. Statt den Tisch mittig zu positionieren, rücken sie ihn an die Wand. Und warum soll eine Pantrybox unbedingt quadratisch sein, wo ein schmales Rechteck doch viel weniger Platz wegnimmt?

Flexibilität: Das gleiche Boot, aber mit verschiedenen Versionen für das Interieur. Der Kunde kann beispielsweise entscheiden, ob er mehr Kabinen oder mehr Nasszellen haben möchte

Was es bedeutet, rundum innovativ zu sein, zeigt der Spanier Axel de la Hidalga eindrucksvoll. Auf seiner Sarch 7 hat er alles untergebracht, was das Fahrtensegler-Herz begehrt. Zwei vollwertige Doppelkojen, einen Esstisch, der gleichzeitig als Navitisch fungiert, weil er aufklappbar ist, eine Längspantry mit Kocher und Spüle und eine separate Nasszelle. Alles auf einem nur sieben Meter langen Schiff, das auch noch gut segelt.

Weil sich Yachten ohne Toilette nicht mehr verkaufen, sind Entwickler bemüht, selbst auf kleinstem Raum irgendwo eine Toilette unterzubringen. Auf Daysailern mit sehr flachen und kurzen Kabinen und kleinen Kajütkreuzern findet man das Porta Potti meist versteckt unter der Salonbank oder achtern unter der Hundekoje, manchmal auch in einem Schapp mittig zwischen den Dreieckskojen. Es steht auf einer verschiebbaren Platte und kann bei Bedarf hervorgezogen werden. Auch fest eingebaute Seewasser-WCs werden in Salonbänke eingesetzt und dann mit einem Deckel geschickt getarnt. Sobald die Kabine groß genug ist, erhält sie eine eigene Nasszelle oder es wird dafür gesorgt, dass mobile Wände oder Türen den Nutzer vor unliebsamen Blicken schützen.

Überhaupt spielen Toilettenräume zentrale Rollen bei der Interieur-Gestaltung. Auf den meisten größeren Yachten verfügt inzwischen jede Doppelkabine über eine eigene Nasszelle, das verlangt die Kundschaft. Erstaunlicherweise finden sich immer noch Lösungen, auf die bislang niemand gekommen ist und die sich einfach und effektiv umsetzen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die brandneue Sun Odyssey 410. Sie zeigt einen Bug-Ausbau, bei dem die Nasszelle neben der Kabine liegt und spitz in den Steven ausläuft. Durch diesen Zuschnitt behält der Schlafraum seine rechteckige Form und wird nur etwas schräg gestellt.

Im Vergleich zu Charterschiffen verfügen Yachten im Eigner-Ausbau über Nasszellen, die ausgesprochen großzügig dimensioniert sind. Bei vielen handelt es sich eher um luxuriös ausgestattete Badezimmer, die fast so komfortabel sind, wie man es von zu Hause gewohnt ist. Sie haben separate, durch Trennwände geschützte Duschbereiche, manche sind sogar mit einem Stuhl ausgestattet. Dank versetzbarer Wände und entsprechender Layout-Modifikationen liegt es beim Eigner, zu bestimmen, ob er lieber ein besonders großes Bad haben möchte oder ein normal geschnittenes, dafür aber einen größeren Schrank in der Achterkabine.

Im sogenannten En-Suite-Layout, in dem entweder das komplette Achterschiff oder der gesamte Bugbereich für den Eigner separiert ist, sind getrennte Nasszellen derzeit en vogue. In einem Raum befinden sich WC und Waschbecken, im anderen ist die Dusche untergebracht.

Mobiliar aus GFK

Mit Baukasten-Systemen, die auf Holz-Möbel setzen, lassen sich besonders einfach und effektiv wandelbare Interieure erstellen. Es geht aber auch anders. Beispielsweise, indem komplett auf GFK gesetzt wird. Hier ist alles aus GFK oder GFK-Sandwich erstellt – Rumpf, Deck, Inventar. Genau wie die das Holz-Inventar ist auch das GFK-Mobiliar flexibel und vielseitig nutzbar. Gearbeitet wird mit Sockeln, in die genormte Pantryblöcke hineinpassen – wahlweise auch Kühlboxen oder Portas Pottis. Derartige Interieurs findet man vor allem auf kleineren Fahrtenyachten und auf Cruiser-Racern. Staumöglichkeiten für Kleidung findet man in abnehmbaren Schränken aus Stoff oder Netzgewebe, Lebensmittel verschwinden in den Bettkästen. Meist gibt es noch einen mobilen Tisch, der sich sowohl im Salon als auch im Cockpit aufbauen lässt. Komfort bringen abnehmbare Rückenlehnen und Kojen in XXL.

Module aus GFK können einfach und kostensparend produziert werden. Aufwendige Holzarbeiten in einer Tischlerei entfallen © Silke Springer

Ein großer Vorteil, den diese stringente GFK-Bauweise mit sich bringt, liegt darin, dass sich Innenräume freier gestalten lassen als herkömmliche, denn die Möbel selbst geben dem Rumpf Stabilität, weil sie Teil des Konstruktionsplans sind und anlaminiert werden.

Wandelbare Möbel

Nicht nur variable Einrichtungspläne, auch wandelbare Möbel helfen, Schiffsräume optimal zu nutzen. Außerdem sorgen sie für Wow-Effekte, beispielsweise, wenn sich ein behaglicher Sessel, einmal kurz auf den Kopf gedreht, in Sekundenschnelle in einen Navitisch verwandeln lässt. Oder eine dreiteilige Salonbank mit nur wenigen Handgriffen zu einer Navigations-Ecke mit bequemem Zweiersofa mutiert. Möglich wird das, weil sich der Tisch auf einer Schiene hin- und herfahren lässt. Noch eindrucksvoller ist die Metamorphose, die sich auf der Azuree 33 abspielt, wenn man den Mittelteil der Salonbank hochhebt und der darunter liegende Navitisch aufploppt. Sogar Türblätter können verblüffen, indem sie mal als Kabinentür, mal als Schranktür dienen.

Wandelbar sollen Möbel auch in Bezug auf Mehrfach-Nutzung sein. Die Geschirrschränke sind so bemessen, dass Standard-Kühlschränke hineinpassen. Hängeschränke werden passend für gängige Espressomaschinen zugeschnitten, Pantry-Arbeitsflächen und -Fronten prophylaktisch auf den Einbau von Mikrowellen vorbereitet. Der Eigner entscheidet mit seiner Bestellung, welche Funktion der Schrank übernehmen soll und ob er eine Kaffeemaschine und eine Mikrowelle an Bord haben will.

4. Module

Mehrfachnutzung bedeutet aber auch, dass ein und dasselbe Möbel passend für unterschiedliche Schiffstypen oder Räume konstruiert ist. Viele Schränken, Betten und sogar ganze Pantryblöcke haben inzwischen standardisierte Maße und Formen. Ähnliches gilt für die Kabinen, denn Kojen sollen in möglichst viele Kabinen hineinpassen, egal, ob das Yachtmodell 35 oder 45 Fuß groß ist. In jedem Fall kann eine Werft, die mit standardisierten Modulen arbeitet, einen Großteil ihrer Möbel vorproduzieren. Später brauchen die bereits fertigen oder halbfertigen Teile, die nach dem Baukasten-System ineinandergreifen, nur noch entsprechend dem bestellten Layout in die Rumpfschale eingesetzt zu werden. Diese Modulbauweise eröffnet eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten und spart Zeit und Geld.

Auch bei der eigentlichen Möbelfertigung und beim späteren Einbau kann Zeit und Material gespart werden – indem Kleiderschränke keine Lüftungsschlitze mehr bekommen, durch offene Kanten, die eigentlich versiegelt sein müssten, damit sie nicht aufquellen, durch eckige Schapps, die idealerweise rund geformt wären, um sich dem Schiffskörper besser anzupassen. Stattdessen werden die Kästen stumpf auf den Rumpf gesetzt, mit Lücken zwischen Laminat und Holz.

In der Großserie wird die Inneneinrichtung in Modulen gefertigt, die für alle Typen verwendet werden können © Silke Springer

Da kantige Möbel aber gerade modern sind, treffen Salon-Einrichtungen mit geraden Hängeschränken den Zeitgeschmack. Eine Modeerscheinung, die sowohl Werften als auch Kunden entgegenkommt. Die großen Werften wollen günstige Preise aufrufen, ihre Käufer wollen möglichst viel Schiff. Zwischen den Extremen, eine Einrichtung möglichst schnell „zusammenzuschustern“ oder sie bis in die letzte Ecke hinein sorgfältig aufzubauen und anzupassen, liegt natürlich die ganze Bandbreite an Qualitätsunterschieden. Um festzustellen, in welche Kategorie die ausgeguckte Traumyacht fällt, hilft ein Blick auf und hinter die Fassaden. Wenn die Maserung von einer Schranktür nicht mit der des Schrankkörpers übereinstimmt, wenn der Hängeschrank nicht genutzt werden kann, weil beim Öffnen lose Kabel herausquellen, wenn sich beim Hochheben der Salonpolster ein Stauraum öffnet, der nur flüchtig überpinselt ist und so rau, dass man sich die Finger verletzt, dürfte klar sein: Hier wurde sowohl an Zeit als auch an Material gespart.

Bleibt das Auge aber an fein abgerundeten, sorgsam eingefassten Möbelkanten hängen und wandert die Hand automatisch von einem makellos geschliffenen Handlauf zum nächsten, wird man beim Öffnen des Salonschapps sicher ordentlich verlegte Kabelkanäle antreffen.

Mit dem Online-Navigationssystem kostenlos Routen planen

Die ADAC Sportschifffahrt bietet im ADAC Skipper-Portal das äußerst hilfreiche Online-Navigationssystem an, mit dem Skipper kostenlos Routen in ganz Europa planen können und detaillierte Törnausarbeitungen mit Informationen zu Brücken, Schleusen, Häfen und weiteren Points of Interest (POI) erhalten.

Dabei liefern Schnittstellen zu Elwis sowie Schiffsbewegungsdaten (AIS) sicherheitsrelevante Informationen nahezu in Echtzeit.

 

Was bietet die Routenplanung im Detail:
  • Auswahl von Start- und Zielpunkt direkt in der Karte oder über die Suchfunktion
  • Brücken und deren Höhen mit Warnmeldung, wenn die Brückenhöhe für das Boot nicht ausreicht
  • Schleusen, bei Annäherung mit relevanten Infos zur Schleuse (Abmessungen, Telefon)
  • Häfen, bei Annäherung mit relevanten Infos zu den Häfen & Marinas (Name, Telefon)
  • Speed Limit, permanenter Abgleich der erlaubten Geschwindigkeit
  • Gewässer Informationen und  Kilometerangabe (Name des Gewässers, Streckenposition)
  • Absolut Nord Ausrichtung, bei Wendung des Bootes richtet sich die Karte aus, das bedeutet Ansicht immer von unten nach oben
  • Speicherung und Datenexport von Routen möglich

Mit Anklicken der ADAC Häfen in der Routenplanung ist der direkte Zugriff auf die Hafenbeschreibungen im ADAC Skipper-Portal möglich.

Viel Spaß beim Ausprobieren!