Monatsarchive: April 2019

Mal eben den Ankerkasten restaurieren

Vor ein paar Tagen hatte ich bei Instagram ein Foto von einer sehr schlimm verrosteten Stelle auf Morgenstern gepostet.

Zu dem Foto hatte ich folgendes geschrieben:
„Sieht nach einer Planänderung aus. 2 Jahre bin ich in alle möglichen und unmöglichen Ecken gekrochen und war jedes mal positiv überrascht, wie gut der Stahl selbst ungeschützt die Jahrzehnte überstanden hat.
Aber ich hatte irgendwie damit gerechnet, dass ich eines Tages so etwas finden würde. Die Stelle liegt im Ankerkasten, nur noch 20cm über der Wasserlinie. Viel zu riskant, dort weiter Rost zu klopfen, während Morgenstern im Wasser liegt…“

Am Tag darauf habe ich die rostige Stelle im Ankerkasten nochmal ganz genau ausgemessen und festgestellt, dass der Bereich doch ein paar Zentimeter höher liegt, als zunächst im Schockzustand vermutet. Die aktuell sichtbare tiefste Stelle im Ankerkasten liegt 27cm oberhalb der Wasserlinie. Dort befindet sich ein Boden aus Beton und die Entwässerungsleitung. Was unter dem Boden ist, weiß ich noch nicht, aber vermutlich wird es zunächst PU-Schaum sein und darunter viel Rost.
Ich habe den Bereich am Wochenende noch mit einem kleinen Magneten von außen bis weit unter die Wasserlinie abgetastet und konnte nirgends eine gravierende Abschwächung spüren. Man spürt jedoch sehr deutlich wo das Schott und die Stringer entlang laufen.
Zur Erklärung: Eisenoxid, also Rost, wie er bei uns auf den Stahlbooten entsteht, ist im Gegensatz zu Stahl nicht magnetisch. Dieser Rost verliert zwar durch restliche enthaltene Stahlpartikel im Gefüge nicht zu 100% seine magnetischen Eigenschaften, aber ein Magnet hält an Stellen, die stark verrostet sind, kaum noch.
Diese Eigenschaft kann man sich zunutze machen und von außen mit einem kleinen Magneten abtasten. Das ist natürlich keine Absolutmessung, aber gibt zumindest einen Anhaltspunkt, genauso wie leichtes abklopfen mit einer Münze oder ähnlichem.
Nach diesen Überprüfungen sieht es nun doch nicht so schlecht aus, wie zunächst gedacht. Zumindest brauchen wir mit Morgenstern jetzt nicht panikartig nach Holland zum nächsten Lift fahren, was ein ziemlicher Aufwand wäre, da zunächst die Masten gelegt werden müssten. Hinter dem Ankerkasten haben wir noch dazu ein Kollisionsschott, welches Sicherheit bietet.

Wieso es dort überhaupt angefangen hat zu rosten und langsam aber stetig die Isolierung unterwandert hat, ist schnell erklärt:
An einer Stelle im Ankerkasten wurde, wie schon an anderer Stelle im Schiff, die Isolierung an einem Stringer bis runter auf den Stahl schlampig weggeschlagen und darüber die Lattung für die Innenverkleidung gesetzt. Das wurde seinerzeit unmittelbar nach der Fertigstellung des Kaskos gemacht. Die Werft hat bis zu diesem Zeitpunkt erstklassig gearbeitet und einen Schichtaufbau geliefert, der ansonsten für die Ewigkeit wäre. Der Stahl wird durch einen Anstrich geschützt, der Anstrich von einer 1mm dicken PU-Beschichtung und darauf liegt der geschlossenzellige 2K PU-Schaum, welcher flächig und lückenlos eingesprüht wurde. Besser kann man es auch heute kaum machen. Nur nützt die beste Isolierung und Dampfsperre halt nichts, wenn da anschließend einer mit einem Beitel hingeht und alles bis aufs Blech runterschlägt und nicht wieder auffüllt, frei nach dem Motto: „Wenn die Verkleidung drauf ist, siehts ja keiner.“
Ich frage mich, ob so jemand eigentlich ein schlechtes Gewissen hat, bei dem Pfusch, den er da seinerzeit vermutlich heimlich fabriziert hat, bei Schiffen, die in den 70ern mit das Hochwertigste waren, was man für Geld bekommen konnte. Eine Suncoast 42 hatte 1975 in der Version wie wir sie haben einen Grundpreis von 160.000 DM, ohne Sonderwünsche, was inflationsbereinigt und umgemünzt auf heutige Verhältnisse etwa 210.000 € entspricht. Was man heute auf dem Gebrauchtmarkt also für kleines Geld bekommen kann, war damals wirklich „schweineteuer“. Diese Schiffe haben mit Sonderwünschen nicht selten für über 200.000 DM die Werft verlassen. Und dann geht da einer in der Bauphase hin und dengelt die Isolierung weg, dass nur so die Fetzen fliegen. Fällt mir immer noch schwer, das in meinen Kopf zu bekommen…

Jetzt ist es glücklicherweise so, dass der COR-TEN Stahl so beständig gegen Verwitterung ist, dass er unter normalen Umständen eine Oxidschicht ausbildet und nicht in die Tiefe rostet. Dazu muss er nur immer mal wieder abtrocknen können. An den fehlerhaften Stellen, die wir bisher gefunden haben, konnte er das und so ist selbst ungeschützter Stahl auch nach 44 Jahren, bis auf eine hauchdünne Oxidschicht, praktisch unbeschädigt.
Im Ankerkasten ist das Millieu allerdings ein völlig anderes. Es ist fast ständig feucht und die Ankerkette schleppt immer wieder Salzwasser ins Schiff. Da macht auch COR-TEN irgendwann die Hufe hoch.

Nun ja, damit müssen wir jetzt klarkommen und werden es auch. Mal eben den Ankerkasten restaurieren ist allerdings jetzt gerade nicht möglich, denn wir haben noch zu viele andere offene Baustellen, als dass wir ein weiteres Großprojekt angehen können. Die Bugkabine ist noch voll mit den Teilen aus dem Mittelteil des Schiffs. Die neue Ankerkette muss also noch eine Weile warten.
Jetzt muss erst mal der Raum an Steuerbord fertig werden. Dort konnte ich im Winter wegen der niedrigen Temperaturen nicht weiterarbeiten. Jetzt ist es aber außen und unter Wasser wieder so warm, dass der Taupunkt auf dem Stahl nur noch selten unterschritten wird und ich wieder mit Farbe und PU arbeiten kann.
Die neue Lattung habe ich am Wochenende bereits fertig eingebaut, OHNE die neue Isolierung bis runter aufs Blech zu beschädigen. Nachträglich wird dort auch noch zusätzlicher 2K PU-Schaum aufgebracht, bevor wieder verkleidet wird.

P.S.: Donnerstag Abend könnt ihr übrigens schon mal Popcorn einplanen, dann wird das längste Sonnensegler-Videoupdate aller Zeiten auf die Welt losgelassen. Den Link poste ich rechtzeitig hier auf Sonnensegler.net.
Die Sache mit dem Seelenverkäufer vom 1. April bei Facebook war natürlich ein Aprilscherz und wir sind Morgenstern nicht untreu geworden. ;-)

Südamerika: Die Reise der „Vera“ geht weiter

Die "Vera" vor Skontorp Cove

Britta und Michael berichten wieder von ihrer Entdeckertour. Diesmal: Cuverville Island, Skontorp Cove und Lautoro Island

Neue Marina für Santorin?

2017 af, Griechenland, #A35

Das griechische Wirtschaftsministerium und die lokalen Behörden stellen Plan für neuen Hafen an der Ostküste vor

Holland: Irres Projekt, um die Schiffahrt in gängig zu machen – Förderband für Yachten

Es sieht aus wie ein Aprilscherz, aber den Holländern ist es wirklich zuzutrauen. Sie planen schon länger, den Apeldoornkanal wieder schiffbar zu machen – mit einem Förderband für Yachten. Weiterlesen

Ocean Race: Mirpuri will zwei Boote starten lassen – Wer hinter der Stiftung steckt

Mindestens ein Team will die Mirpuri Foundation beim The Ocean Race 2021 erneut ins Rennen schicken. Wer und was steckt eigentlich hinter der portugiesischen Stiftung? Weiterlesen

Trofeo Princesa Sofia: Nacra17 sensationell – Die unglaubliche Geschichte von Paul Kohlhoff

Paul Kohlhoff und Alicia Stuhlemmer

Paul Kohlhoff und Alicia Stuhlemmer sind sensationell in den ersten Tag der Trofeo Princesa Sofia Regatta gestartet. Besonders für den 23-jährigen Kieler ist es ein erstaunliches Comeback nach schwerer Krankheit. Weiterlesen

Unterwegs mit der neuen Swan 65

BesBoot Nautor's SWAN65 Segeln Details Barcelona 2019 KAn_KA_20190322_1436: <p>
	Dynamischer Auftritt: Swan 65&nbsp;</p>

Nautors jüngster Wurf war der Star der boot Düsseldorf. Danach ging es tagelang auf der Straße ans Mittelmeer zu den ersten Testfahrten

Elektro-Furler für große Code Zeros und Gennaker

Ausrüstung Eelektro Furler NEXe Profurl Pr_NEXe_photo1

Der mobile E-Antrieb lässt sich per Schnellkupplung mit dem Anti-Torsionsstag verbinden und wickelt das Segel per Knopfdruck ein

Cantiere del Pardo Week

Nur eine Stunde von Venedig und 10 Minuten von Triest
entfernt, ist Portopiccolo als eine der schönsten Städte der Welt bekannt.
Händler, Journalisten, Kunden und Fans der Marken haben hier die Gelegenheit,
sich umfassend über die Yachten zu informieren und nach Anmeldung Probefahrten
zu unternehmen. Einer der Höhepunkte des Events wird am Freitag den 17. Mai die
Weltpremiere der Grand Soleil 80 sein. Die Woche endet mit dem Grand Soleil Cup
am Samstag, am Samstag den 18. und Sonntag, den 19. Mai mit Regatten an zwei
Tagen, die allen Grand Soleil-Enthusiasten gewidmet sind.

Seit über 45 Jahren ist Cantiere del Pardo eines der
renommiertesten und leistungsfähigsten Unternehmen im Luxusyachtbau. Mehr als
4500 Boote wurden bisher gebaut. “Made in Italy” bedeutet hier: Herz
und Leidenschaft verschmelzen mit Stil und Technik.

Die Geschichte von Cantiere del Pardo beginnt 1973 in der
Nähe von Bologna. Am Anfang hatte das Unternehmen das Ziel qualitativ
hochwertige Rennboote mit einem eleganten und innovativen Design zu bauen.
Schon bald galten die eleganten Yachten der Werft quasi als die Maseratis auf
dem Wasser. In den letzten Jahren hat die Werft begonnen, neuen Trends und
Anforderungen eines neuen Bootsmarktes zu folgen.

So wurde z.B. im Jahre 2016 mit der Pardo 43 eine elegante
Motoryacht präsentiert. Mit großem Erfolg: Schon bald folgte eine Pardo 50, der
Prototyp der neuen 38er steht zudem kurz vor der Fertigstellung. Heute verfügt
Cantiere del Pardo über drei Marken: Grand Soleil Yachts für Segelboote bis 18
Meter, Grand Soleil Custom für individuelle Segelyachten von 18 bis 24 Metern,
sowie Pardo Yachts als rassige und luxuriöse Motoryachten und Luxustender.

Das Projekt “Custom Line” von Cantiere del Pardo
wurde entworfen und gefördert, um den Besitzern von Grand Soleil ein Gefühl der
Kontinuität zu vermitteln, und zwar nicht nur, weil sie nach größeren Booten
suchen, als die, die bis dahin von der Werft produziert werden, die sowohl für
das Langstreckensegeln als auch für den Wettbewerb auf internationalen
Rennstrecken für Maxi und Mini-Maxi besser geeignet sind.

Die ersten beiden produzierten Modelle sind die GS 68 und
die GS 80 jeweils in zwei Versionen, Flush Deck und Raised Saloon. Diese
Projekte markieren auch den Eintritt von Cantiere del Pardo in einen neuen
Markt für Maxi Yachten, der bisher auf große internationale Schiffbauer
beschränkt war.

In beiden Projekten sind die Eigner in Planung und Umsetzung
des Projektes, beginnend mit den ersten Phasen der Projektdefinition und dem
Typ der zu bauenden Yacht, über die Diskussion über die Art der Takelage und
Deckausrüstung bis hin zur Auswahl der verschiedenen Details, die Teil der
Inneneinrichtung und des Einrichtungszubehörs sein werden, von Beginn an voll
beteiligt.

Treffen mit dem Eigentümer und seinen Vertretern finden während des gesamten Produktionszyklus des Bootes statt. Die “Custom Line” neben der Produktionshalle in Fano wird von den Marketing-, Handels- und Managementteams aus dem Hauptsitz von Cantiere del Pardo in Forlì unterstützt, die mit über vierzig Jahren Erfahrung und mehr als viertausend gebauten Booten das gesamte bisher erworbene Know-how an diese neue Marke weitergeben werden, was sie zu einer der wichtigsten Werften Italiens gemacht hat. Die neue Struktur in Fano garantiert die Produktion von drei bis vier Booten zwischen 68′ und 80′ Fuß. Ein engagierter Projektmanager, der als Koordinator und Ansprechpartner zwischen Kunde und Werft fungiert, wird jedes Projekt begleiten.

Technische Daten Grand Soleil 80

L.ü.A.: 25,95 m
Rumpflänge: 23,99 m
LWL: 21,95 m
Bmax.: 6,49 m
Tiefgang: 4.50/3.00 m
Verdrängung: 32.950 kg
Kiel: 12.050 kg
Motorleistung: 260 PS
Kraftstofftank: 1500 lt.
Wassertank: 1500 lt.
Areal: 1365 m²

Kontakt:

Diamond Yachts / Yachtzentrum Baltic Bay / Börn 17/ 24235 Laboe

Tel.: +49 (0)4343 42270 / E-Mail: [email protected]  / www.diamond-yachts.de

Verbolzt und geteert

Kat-Jungstars starten stark

Am Morgen des 1. April ging es zäh voran bei der Traditionsveranstaltung auf Mallorca, die in diesem Jahr bereits zum 50. Mal ausgetragen wird. „AP“ hing schlaff am Fahnenmast und zeigte Startverschiebung für alle Bahnen an. Im Laufe des Tages setzte sich aber doch noch eine leichte Brise in der Bucht vor Palma de Mallorca durch, so dass die Klassen auf die Bahn geschickt werden konnten. Für die Nacra17 und 49erFX ging es sogar dreimal um den Kurs.

Nacra17
Bereits in der intensiven Vorbereitung
haben Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer in Trainingswettfahrten mit 40
Crews auf der Bahn ihr Geschwindigkeitspotenzial bewiesen. Und das
setzten sie jetzt auch zum Start in die Regatta um. Ein dritter Platz
zum Auftakt und zwei folgende Siege bringt sie in eine komfortable
Situation für die folgenden Tagen. Als Gesamtführende hatten sie an
diesem Tag die gesamte Weltelite im Griff.

470er Männer
Gemischte Bilanzen weisen die
deutschen 470er-Männer auf. Jeweils eine Top-Ten und eine mittlere
Platzierung stehen zu Buche. Das bringt Malte Winkel/Matti Cipra vorerst
auf Platz 17 und die nationalen Trainingspartner Simon Diesch/Philipp
Autenrieth auf den 21. Platz.

470er Frauen
Die deutschen 470er-Frauen konnten
zum Mallorca-Auftakt noch nicht an die Gala-Vorstellung vom Miami
Worldcup anknüpfen. Als Beste stehen Frederike Loewe/Anna Markfort auf
Rang elf. Zunächst hatten die jungen Hamburger Schwestern Luise und
Helena Wanser stark begonnen, konnten Rang zehn im ersten Rennen aber
nicht in der zweiten Wettfahrt fortsetzen. Als zweitbeste deutsche
Mannschaft sind sie aktuell 18.

49erFX
Mit einer Frühstart-Disqualifikation
setzten sich Victoria Jurczok/Anika Lorenz gleich zum Anfang unter
Druck. Dem UFD ließen sie zwei solide Ergebnisse folgen, sind aktuell
19. Deutlich besser erwischten es Tina Lutz/Susann Beucke. Mit den
Rängen 15, 6, 3 sind die Europameisterinnen von 2017 im Weltklassefeld
auf Rang sieben.

Finn
Das angekündigte Herantasten an die
Weltspitze setzten Phillip Kasüske und Max Kohlhoff in die Tat um.
Einträchtig hintereinander segelten sie in beiden Rennen über die
Ziellinie – mit jeweils einem Punkt Vorsprung für Kasüske. Für den
Berliner reicht es damit aktuell zu Platz sieben, Kohlhoff rangiert auf
Platz 13.

Laser Standard
Im großen Laser-Feld muss man auf
der Ergebnisliste schon weit nach unten scrollen, um eine deutsche
Flagge zu entdecken. Der elfte Rang in seiner Gruppe reicht Philipp Buhl
in der Gesamtabrechnung nur zu Platz 31.

Laser Radial
Zwei Rennen, zweimal Top-Ten: Für
Svenja Weger läuft es gut an bei den Laser-Frauen. Die Wahl-Kielerinnen
findet sich nach dem ersten Tag auf Platz fünf wieder.
Trainingspartnerin Pauline Liebig muss da mehr kämpfen. Sie liegt
aktuell auf dem 38. Platz.

Die Surfer und 49er-Segler mussten am ersten Tag an Land bleiben.

Piratenschatz gefunden

{Time:12:00:00}
{Date:20190401}
{Position:17°00.9510’N, 061°46.4812’W}
{Direction/Speed:-°/ -kn}
{Place:Antigua}
{Target:Guadeloupe}
{Temp Air/Pressure:26°C}
{TempWater:26°}
{Wind:15kn/E}
{Wave:0,0m}
{Vimeo:}
{Photo:20190401}
{Title:Piratenschatz gefunden}

Von der Pech- zur Glückssträhne

“Ich habe eine Monster-Conch gefunden. Groß wie ein Fußball. Komm schnell.“ Calle sieht gut aus, so auf der MARLIN. „Sollen wir heute Schnorcheln gehen?“, fragt er mich im Pilothaus sitzend, während ich mich unten im Salon mich mit dem Thema „Zwischenmenschliche Kommunikation“ über What’s App beschäftige. „Ich komm gleich. Hol schon mal die großen Flossen aus dem Keller.“ „Wo sind die?“ „Im Regal Backbord unten.“

Keine 15 Minuten später sind wir mit dem Dinghy nahe der kleinen Insel Bake Island und lassen uns ins etwas trübe Wasser fallen. Calle fällt fast dem Monsterrochen auf den Kopf, der seine Kreise unter uns zieht. Links von uns eine große Seegrasfläche. Hier finde ich eine kleine, aber schon essbare Conch Schnecke. Fische zum speeren gibt s keine. Da sind die Locals wahrscheinlich schon sehr gründlich beim Abfischen.

“Hast Du die spanische Kanone gesehen, die dort auf nicht mal fünf Meter Wassertiefe liegt?“ „Eh Calle. Wie geil ist das denn. Hast Du ein Glück. Ich tauche auch runter und entdecke direkt darunter, komplett bis fast zur Unkenntlichkeit mit Korallen bewachsen, eine kleine Truhe wie man sie sonst nur im Film sieht. So mit Beschlägen aus Stahl und einem Vorhängeschloss. Mit dem kleinen Dinghyanker können wir die Truhe heben und an Bord des Dinghys bekommen. Schnell fahren wir zur MARLIN und bedecken die Truhe mit Flossen und Neoprenanzügen, damit uns keiner sieht. „Stell Dir vor die erwischen uns. Die Truhe ist Eigentum vom Staat Antigua!“ „Ach Calle. Du bist einfach zu gut und zu deutsch erzogen. Das ist unsere Truhe. Ruhig jetzt!“ Mit dem kleinen Kran für den Aussenborder heben wir die Truhe auf die Badeplattform. Ich hole schnell den Winkelschleifer aus dem Motorraum und das Schloß ist in zwei Minuten abgeflext. Mit der Brechstange machen wir vorsichtig den Deckel auf. Darunter. Goldmünzen. Wahnsinn. „Teilen?“ Calle schaut mich an. „Ich bin kein Teiler!“, antworte ich und schlage ihm auf die Schulter. „Alles gut. Wir teilen.“ Wir behalten die Münzen und der Rest der Truhe versinkt auf 7 Meter unter der Badeplattform. Was die ca. 250 Münzen wert sind, werden wir wohl erst später erfahren. Erst einmal finden die Münzen doppelt und dreifach verpackt ihren illegalen Weg in die Tiefen der Bilge. Das wir jetzt nie wieder arbeiten müssen ist unwahrscheinlich, aber vielleicht findet sich ein Liebhaber und die MARLIN kann endlich ein paar neue Segel bekommen.

Aber es sind noch nicht genug Wunder heute geschehen. Morgen werden wir illegal auslaufen nach Guadeloupe. Die Immigration will uns, als vor allen Dingen mich nicht auslaufen lassen. Am liebsten würden sie mich ins Gefängnis stecken bis Marco Rast wieder auftaucht. Tot oder lebendig. Ich sehe mich schon bei Wasser und Brot, endlich mein Zielgewicht von 75kg erreichen. Ich habe allerdings Glück und die Polizei sieht es als ausreichendes Lebenszeichen von Marco Rast an, dass er sich per email einmal bei dem deutschen Honorarkonsul Torsten Stenzel gemeldet hat. Seit dem ist er wieder von der Bildfläche verschwunden. Torsten, auch Segler, verbringt seinen Samstag damit alle Hotels mit Hilfe der Polizei anzurufen und über die Insel zu fahren um Marco Rast zu finden. Keine Spur.

Torsten glaubt mir und setzt heute alle Hebel in Bewegung, so dass der Immigration Supervisor mir den Ausreisestempel geben muss. Eine Stunde vor Büroschluß des Customs- und Immigrationbüros in English Harbour knallt die Beamtin des Ausreisestempel in meinen und Calles Pass. Danke an Torsten. Ohne ihn wäre wirklich nur der illegale Weg geblieben und die Rückkehr nach Antigua für meine restliche Lebenszeit wohl nicht mehr ohne Zittern abgegangen. So eine Geschichte wie mit Marco Rast ist mir noch nie passiert und ich hoffe für ihn, dass er weder Skipper Jan, noch mir oder Konsul Torsten über den Weg läuft. Ich würde für nichts garantieren. Meine zukünftigen Mitsegler bekommen ihre Ausweise erst wieder zurück wenn sie ausklariert sind. Ob das gesetzlich korrekt oder unkorrekt ist, sei mir mal egal. So etwas passiert mir nicht noch einmal.

Die Conch findet ihren Weg in den Druckkochtopf. Mit etwas Gewürzen und Gemüse gar gekocht, einer Dose Kokosnussmilch abgeschmeckt, verfeinert sie uns den Abend. Frankreich, wir kommen. Mit Clearance aus Antigua und einem Sack voll Gold.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 54 Martinique – Grenada. Noch zwei Plätze frei!
CREW 55 Grenada – Antigua. Noch zwei Plätz frei!
CREW 56 Kite & Sail Expedition Grenadines.
CREW 57 Kite & Sail Expedition Los Roques.
CREW 58 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies.

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