Monatsarchive: Januar 2019

TF10 Trimaran: Die Rennyacht der Zukunft – 36 Fuß Onedesign-Foiler aus Holland

TF10 Trimaran

Foiler mögen vom normalen Segler noch weit entfernt sein. Aber der TF10 Trimaran rückt ziemlich nahe ran. Die Zielgruppe definiert sich nicht durch Können sondern das nötige Kleingeld – wie üblich. Weiterlesen

America’s Cup: Carolijn Brouwer steuert Dutchsail-Cupper – 2020 in Scheveningen

Honda: Upgrade für Außenbordmotoren

Ab Saisonstart 2019 werden alle Modelle dieser Leistungsklasse von dem hubraumstarken 3,6-Liter-Aggregat des BF250 (250 PS) angetrieben. Der 60-Grad-V6-Motor mit obenliegender Nockenwelle, 24 Ventilen und elektronischer Kraftstoffeinspritzung überträgt die Agilität des Spitzenmodells von Honda nun auch auf kleinere Motoren.

Der größere Hubraum sorgt in allen Drehzahlbereichen für ein höheres Drehmoment und mehr Laufruhe. Mit der großen Schubkraft, welche die Motoren aus dem Stand heraus entwickeln, gelangen Boote schneller in die Gleitphase und den effizienten Reisemodus. Das macht sich nicht nur in einem reduzierten Kraftstoffverbrauch bemerkbar, sondern erhöht auch die Reichweite pro Tankfüllung.

Die komplett überarbeiteten Außenborder warten mit einem neuen Design, einer verbesserten elektronischen Schaltung, neu gestalteten Bedienelementen, einer optimierten Luftführung, einem optimierten Korrosionsschutz sowie Verbesserungen für Wartungsroutinen auf. So wurde beispielsweise die Position des Hochdruck-Kraftstofffilters so verändert, dass er leicht zugänglich ist und sich in kürzester Zeit austauschen lässt. Auch die elektronische Wassererkennung im Kraftstoff wurde überarbeitet.

Neues, progressives V-Design

Optisch sticht auf den ersten Blick das neue, elegant-schlanke V-Design des Motorgehäuses ins Auge. Es greift Gestaltungselemente aus der 2017 vorgestellten Konzeptskizze für Honda-Außenbordmotoren auf, erfüllt aber in erster Linie funktionelle Aspekte. Dazu zählen neben einer verbesserten Aerodynamik insbesondere die Optimierung der Luftzufuhr sowie die Verbesserung von Verschluss, Dichtung und Stoßabsorption der Motorabdeckung.

Neue Drive by wire-Schaltung (Honda iST®)

Die neuen Motoren können wahlweise mechanisch oder elektronisch geschaltet werden. Dafür hat Honda seine intelligente Motorsteuerung iST® (Intelligent Shift & Throttle System) weiterentwickelt. Die Modelle sind jetzt optional mit einer Wegfahrsperre ausgestattet, die ein einfaches Starten und Stoppen des Motors per Knopfdruck ermöglicht. Die Zündung wird über einen drahtlosen Transponder aktiviert oder deaktiviert. Geht dieser verloren, kann man die Zündung nicht mehr ein- oder ausschalten. Der Betriebszustand bleibt erhalten bis die Stromzufuhr über den Hauptschalter oder über einen Ersatztransponder verändert wird.

Die neue Schaltung ermöglicht die gleichzeitige Drosselklappen-Steuerung von bis zu vier Motoren und zwei Steuerständen. Schalten und Gasgeben erfolgt mühelos über die neu entwickelte Schaltbox. Die Gaseinstellung kann bei jeder Geschwindigkeit feinjustiert werden. Das erleichtert insbesondere das An- und Ablegen sowie die präzise Steuerung beim Trolling. Ab Doppelmotorisierung kann ein Einhebelmodus aktiviert werden.

Über einen Schalter können alle Motoren gleichzeitig getrimmt werden. Individuelle Trimmschalter ermöglichen die Feinabstimmung der Trimmung jedes einzelnen Motors. Alle DBW-Motoren verfügen für die Schaltung über zwei CAN-Bus- Systeme, das NMEA 2000®-Netzwerk und das Honda-eigene Netzwerk.

Das neue System ist besonders ausfallsicher, da sich die Systeme gegenseitig vergleichen. Im Unterschied zu den Schaltsystemen von Mitbewerbern verfügt das Honda-System über drei Schalt- und Fernbedienungs-Sensoren für die Plausibilitätskontrolle. Meldet nur einer der Sensoren eine Fehlfunktion, arbeitet der Motor, anders als bei Systemen, die nur zwei Sensoren haben, weiter.

Neue Fernbedienungs-Elemente

Sowohl für mechanisch als auch elektronisch gesteuerte Motoren stehen diverse Fernbedienungs- und Steuerungselemente zur Top- oder seitlichen Montage zur Auswahl. Bedienelemente und Anzeige-Instrumente wie Drosselhebel, Schalter und Multifunktionsdisplay wurden neu gestaltet.

Getrenntes Ansaugluft- und Kühlluftsystem – verbesserte Luftzufuhr

Ansaug- und Kühlluft sind bei den neuen Motormodellen getrennt. Die Ansaugluft gelangt über zwei große seitliche Luftöffnungen an der oberen Motorabdeckung ins Innere. Die Zufuhr der Kühlungsluft wurde an die Frontseite des Motors verlegt. Die Umgebungsluft ist dort trockener, weil weniger Sprühnebel angesaugt wird. Unter der Motorhaube werden die beiden Luftströme separat voneinander in einem indirekten Luftkreislauf geführt. Staub und Wasser werden dabei automatisch abgeschieden.

Verbesserter Korrosionsschutz – längere Haltbarkeit

Um die Haltbarkeit verschiedener Triebwerksteile weiter zu verbessern und den Wartungsaufwand zu verringern, setzt Honda bei den neuen Motoren erstmals eine hoch korrosionsbeständige Zink-Nickel-Beschichtung ein. Bauteile wie Ölwanne, Thermostat-Abdeckung, obere Montage-Abdeckung und Propellerwellenhalter werden zudem künftig aus einem neuen Aluminiummaterial gefertigt, das nahezu keine Korrosion mehr ansetzt und die Standzeiten dieser Bauteile erheblich verlängert. Ergänzend wurde die Zahl der Opferanoden im Motorblock erhöht.

Verbesserte Handhabung

Im Zuge des Redesigns der Motoren wurde auch die Motorabdeckung überarbeitet. Sie wird nun an drei Punkten verriegelt, lässt sich zu Wartungszwecken leicht abnehmen und durch eingelassene Griffmulden bequem tragen. Die Hauben-Dichtung wurde komplett neu gestaltet und versiegelt das Motorgehäuse nun noch zuverlässiger gegen Wasser und Staub.

Sieben Meter Welle zum Schluss-Spurt

Positive boot-Bilanz

boot Düsseldorf Impressionen 2019 NGü_NGU_7991

Veranstalter und Aussteller zeigen sich zufrieden mit der boot, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierte. Rund 250.000 Besucher habe man gezählt

boot: Wassersportwirtschaft wächst zum 6. mal in Folge

Die größte Wassersportmesse der Welt geht mit einem erneuten Besucherrekord zu Ende.

 

 

Neun Tage Feierstimmung liegen hinter Ausstellern und Veranstaltern der boot Düsseldorf 2019. Gute Geschäfte, hervorragende Kontakte zu Wassersportfans und Fachbesuchern aus der ganzen Welt kennzeichneten die Messe, die am Sonntag zu Ende ging, und Messechef Werner Matthias Dornscheidt resümiert: „Ich habe ja schon viele Veranstaltungen hier in Düsseldorf erlebt. Aber diese boot war einzigartig. Großartige Stimmung in den Hallen, gut gelaunte Menschen in Urlaubsstimmung an den Ständen und hoch zufriedene Aussteller. Damit haben wir eindeutig unser Ziel erreicht: Diese magische Jubiläums boot wird allen in bester Erinnerung bleiben.“

Mit fast 2.000 Ausstellern aus 73 Ländern auf 220.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche setzte die boot 2019 eine neue Bestmarke. Fast 250.000 Wassersportler (boot 2018: 247.000 Besucher) reisten aus über 100 Ländern nach Düsseldorf. Damit bewies die boot eindeutig ihre Nummer 1-Position in der Welt. Neben den Besuchern aus Deutschland lagen die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Schweiz und Italien an der Spitze der Herkunftsländer. „Die Aussteller berichten uns von super Geschäften und vielen neuen Kontakten in die ganze Welt. Die boot ist eindeutig eine Business-Plattform allererster Güte. Auch das vielfältige Angebot an internationalen Reisedestinationen in der Travel World lockte die Besucher“, erläutert boot Director Petros Michelidakis.

„Die Branche blickt voller Optimismus auf die kommende Wassersportsaison“, freut sich Experte Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft BVWW. Sowohl bei Motorbooten als auch bei Segelyachten gehe der Trend zu größeren Booten über 12 Metern Länge und kleinen Flitzern. Sehr gefragt seien auch Mehrrumpfboote, ein Trend, den die boot in der Halle 15 sehr gut darstellte. Tracht ergänzt: „Ich rechne damit, dass die boot 2019 der Impulsgeber und Motor für alle Bereiche des Wassersports sein wird. Unsere Mitgliedsunternehmen waren von der hohen Internationalität und Qualität der Besucher begeistert.“

Der Spagat zwischen Branchentreff mit B2B-Besuchern auf der einen und Trendsport-Event für das Publikum auf der anderen Seite gelingt der boot spielend. So nutzen Entscheidungsträger großer Charterunternehmen die Messe, um sich ein umfassendes Bild vom Markt zu machen, direkt mit den Herstellern in Kontakt zu treten und vergleichen zu können. Und dies vermehrt, denn das Chartern wird bei den Freunden der boot immer beliebter und ist in der Branche ein echter Trend. Mit 1.500 Segelyachten und Motorbooten an den Ständen der Aussteller war das Angebot für Charterfreunde riesig. So konnten potenzielle Charterer direkt auf der Messe ihr Urlaubsboot besichtigen und eine individuelle Wahl treffen.

Tauch- und Trendsport auf der boot Düsseldorf konnte ein weiteres Mal zulegen und war der Publikumsmagnet. 100.000 Surffans sahen sich die sensationellen Wellenritte auf „THE WAVE“ an. Viele Anbieter von Boards berichten von der wiederentdeckten Freude der Besucher am Surfsport. Stand-Up-Paddling, Windsurfen, Wellenreiten oder Wakeboarden begeisterten und die Wettkämpfe auf „THE WAVE“ oder im „Flatwaterpool“ machten den Menschen Lust auf Meer!

Auch die Crew der ADAC Sportschifffahrt freut sich über die erneut stark gestiegene Nachfrage und die durchweg positive Stimmung bei den Besuchern und Ausstellern. Das von der ADAC-Mannschaft präsentierte Leistungsangebot erfreute sich stets über große Nachfrage und Zuspruch. Neben den langjährig etablierten Serviceangeboten wie Bootsregistrierung oder dem Yachtcharter Vergleichs- und Buchungsportal begeisterte der Club die Messebesucher mit dem neuen ADAC Skipper-Portal. Der Online-Lotse bietet Skippern mehr als 2800 detaillierten Hafenbeschreibungen mit Informationen zum Ansteuern und für den Landgang zahlreiche Revier- und Sachinformationen, Seekarten und neuerdings eine Routenplanung für Binnengewässer.

Vom 18. bis 26. Januar 2020 läutet die boot das nächste Jahrzehnt ein und wird im kommenden Dezember ihren berühmten Schiffskran „Big Willi“ feiern: Der stärkste Messekollege wird 40 Jahre alt.

Brutales Finale beim Golden Globe Race: „Zeit anzukommen“

Matmut im Sturm: <p>
	In bewegter See: Blick aus dem Niedergang auf der Rustler 36 &quot;Matmut&quot; von Jean-Luc Van Den Heede. Der 73-J&auml;hrige h&auml;lt den Rekord f&uuml;r die schnellste Weltumsegelung gegen den Wind</p>

Stürme auf der Biskaya setzen Jean-Luc Van Den Heede und Mark Slats kurz vor dem Ende der Nonstop-Weltumsegelung zu. Van Den Heede soll am Dienstag im Ziel sein

Törnbericht Griechenland: der Saronische Golf zwischen Athen und dem Peleponnes

Das Nahziel vor den Toren Athens lockt mit einer Reihe von Highlights

Das aufgepeitschte Meer knallt gegen die breite Hafenmole von Ägina, weiß schäumende Wasserfontänen spritzen meterhoch durch die Luft und der Himmel ist strahlend blau bis zum Horizont. Völlig unbeeindruckt fährt die Inselfähre „Poseidon Hellas“ ihr Anlegemanöver, auf der überschwemmten Pier spiegelt sich die frühe Morgensonne. Hastig und mit nassen Füßen suchen die zusteigenden Passagiere Zuflucht in der geöffneten Bugklappe, dann ist der blaue Riese wieder weg.

Bläst in der Sommersaison der Meltemi, ist Starkwind im Revier keine Seltenheit.

Im Hafenbecken auf der geschützten Luvseite der Pier kämpfen die Crews der Yachten mit Ankergeschirr, Festmacherleinen und Fendern. Ein englischer Fahrtensegler beschimpft eine italienische Chartercrew, die beim Anlegemanöver auf seinen Bug gedrückt wird. Wir sind mittendrin mit unserer FORTUNA REDUX, einer Bavaria Cruiser 40. Wir überlegen und dann entscheide ich: „Kommt, lasst uns ablegen.“ Ob das eine gute Entscheidung ist? „Auf jeden Fall“, findet Crewmitglied Andreas aus Hamburg, „mit kleiner Genua können wir vor dem Wind die Wellen bis nach Poros abreiten.“

Hin und wieder bläst Starkwind im Revier.

Ohne Hafenmeister und ohne Muringleinen müssen sich die Crews in Ägina selbst helfen.

Im Schutz des Hafenbeckens machen wir das Schiff seefest, dann werfen wir die Leinen los. Hinter der schmalen Hafenausfahrt ist das Meer ein einziger, weißer Schaumkronenteppich. Wellen brechen sich an der Bordwand, Gischt spritzt bis ins Cockpit. Vorhergesagt waren 30 Knoten Wind, doch jetzt zeigt der Windmesser in Spitzen immer wieder bis zu 46, Windstärke neun, Sturm.

Wer jetzt gegen den Wind unterwegs ist, braucht eine starke Maschine.

Den Saronischen Golf entspannt in der Nebensaison erkunden

Das war so nicht geplant. Eigentlich wollten wir in der Nebensaison auf einer Segelreise im Saronischen Golf sommerliche Gefühle aufkommen lassen. Wir, das sind drei männlichen Segler und Conny, eine Frau ohne Segelerfahrung. Wir wollen Ägina und Poros erkunden und auch die Halbinsel Methana, das postkartenschöne Hydra und Spétses, dazu die Buchten und Orte des Peloponnes. Der Törn ist ein Klassiker im Land der Götter, die Häfen in der Hauptsaison nicht selten hoffnungslos überfüllt. Was neben der Nähe zu Athen auch daran liegt, dass das Revier, ähnlich wie die Ionischen Inseln auf der anderen Seite des Peloponnes, als familientauglich gilt. Das meint zumindest der Basisleiter des Charterunternehmens in Athen: „Wenn in den Sommermonaten in der offenen Ägäis der kräftige Meltemi-Wind sein Unwesen treibt, ist es rund um die Saronischen Inseln meistens noch wunderschön ruhig und geschützt.“

Die Entfernungen zwischen den Zielen sind kurz, die Abwechslung groß – Karte: Webapp Navionics

Von Ägina nach Poros

An Bord der FORTUNA REDUX zerrt der Wind am Rigg und bringt das ganze Schiff zum Vibrieren. Mitsegler Stefan bleibt gelassen und trägt weiterhin nur T-Shirt, Neuling Conny zieht an ihrer Zigarette und träumt unbekümmert vor sich hin. „Immer wieder erstaunlich, wie entspannt das Segeln vor dem Wind ist“, sinniert Andreas, „kein Stampfen und Scheppern, einfach herrlich!“ Die 14 Seemeilen bis hinter die Abdeckung der Insel Poros sind knapp zwei Stunden später abgesegelt.

Entspannte und freundliche Griechen machen jeden Landgang zum Erlebnis.

Bis zur Inselhauptstadt geht es durch ein drei Seemeilen langes, von der Insel und dem Festland des Peloponnes gebildetes, seenartiges Gewässer. Ringsherum befinden sich Bade- und Ankerbuchten, rundum geschützt, „wie ein tiefer Traum“, so schrieb der amerikanische Schriftsteller Henry Miller im Jahr 1940 in seinem enthusiastischen Griechenland-Reisebericht „Der Koloss von Maroussi“. „Das Schiff wird in eine Enge gequetscht, die keinen Ausweg zu haben scheint.“

Egal ob Henry Miller oder Mitseglerin Conny: Poros fasziniert.

Die Liegeplätze auf der Südseite einer den Hafen bildenden Halbinsel sind geschützt wie ein Fuchsbau. Mit dem Heck binden wir das Schiff an der mit Wohnhäusern, Restaurants und Geschäften bebauten Promenade fest, der Bug zeigt auf das hier nur noch 200 Meter entfernte Festlandufer. „Unfassbar schön“, findet Conny, die schon jetzt und trotz des Sturms vom Reisen unter Segeln begeistert ist.

Nicht nur die idyllische und geschützte Lage macht Poros zu einem Highlight der Reise.

Die weiß gekalkten Häuser des Ortes türmen sich den Berghang hinauf, über der verwinkelten Altstadt thront der alte Glockenturm und eine riesige, blau-weiß gestreifte Landesflagge. Von hier aus ist der Blick über den Ort und die große Bucht Limin Poros am schönsten. Der Hafen ist trotz Nebensaison ziemlich voll, doch wegen des Sturms hat heute kaum jemand seinen sicheren Liegeplatz verlassen. In der Abenddämmerung macht der Hafenmeister seine Runde, er öffnet Wasseranschlüsse und kassiert die Stromgebühr. „Das Hafengeld aber müsst Ihr beim Hafenamt bezahlen“, sagt er.

Mit ausreichend Strom- und Wasseranschlüssen ist Poros ein gut ausgestatteter Stadthafen.

Einfach, lecker, preiswert: griechische Tavernen

In den vielen Restaurants des Ortes ist nicht mehr viel los, nur die Taverna Oasis ist überfüllt, ihre Gäste sind fast alle Segler. Wir bestellen erst Retsina, griechischen Salat und gegrillten Oktopus, dann Lammkotelett und gebackene Dorade. „Hier gibt’s ja richtig gutes Essen“, staunt Andreas über die Taverne in der ersten Reihe, die wir später auch in unserem Reiseführer finden: „Beliebtes Traditionslokal mit verfeinerter griechischer Küche, gehobenes Preisniveau, der Service stimmt.“

In den griechischen Tavernen kommt neben Fisch auch viel frisches Fleisch auf den Teller.

Die Hafengebühren sind ein Anreiz

Das Hafenamt von Poros liegt im ersten Stock eines alten Gebäudes, der Eingang ist versteckt in einer Gasse in der zweiten Reihe. Es gibt viele Räume mit schmucklosen Arbeitsplätzen und zahlreichen Beamten in Uniform. „Ships papers, please“, viel mehr wird nicht geredet. Akribisch werden die Schiffsdaten aus den Papieren auf ein Formular übertragen, dann wird die Länge von 11,99 Meter einmal mit dem Faktor 0,07 multipliziert, ein zweites Mal mit dem Faktor 0,08, anschließend werden die Summen addiert. Mit dumpfen Schlägen werden die drei Durchschriften mit zwei verschiedenen Stempeln versehen und signiert, dann muss bezahlt werden: 2,80 Euro.

Im Mittelmeer einmalig: Liegeplätze zum Schnäppchenpreis

Die Liegeplätze auf den Inselhäfen sind preiswerter als Strom und Wasser.

Das Klischee der billigen Liegeplätze in griechischen Häfen stimmt also wirklich, in allen anderen Häfen wird für die FORTUNA REDUX exakt der gleiche Betrag berechnet. „Segelyachten werden genauso behandelt und berechnet wie der einheimische Fischer mit seinem einfachen Boot“, wird der Basisleiter der Charterfirma das später erklären.

„So kann das ja nix werden mit dem griechischen Staatshaushalt“, scherzt Stefan und spricht aus, was die meisten darüber denken. Doch man könnte das Thema in Anbetracht der vielen gesichtslosen Marinas mit ihren maßlos überhöhten Liegegebühren in anderen Mittelmeerländern auch als geschicktes Marketing betrachten. Denn für viele Crews sind die gemütliche Atmosphäre und die günstigen Preise in den kommunal organisierten Häfen ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Reise nach Griechenland.

An den Promenaden der Stadthäfen wird immer mit dem eigenen Anker römisch-katholisch festgemacht.

Von Poros nach Hydra

„Dann holen wir mal den Blister raus“, freut sich Andreas, nachdem die Enge von Poros passiert ist. Die Wetterstörung ist vorbei, bis zum Ende der Reise wird das Revier seinen Erwartungen für die Nebensaison gerecht: sommerliche Temperaturen, leichte Winde und ein warmes Meer. Stefan zerrt am Fall das rot-gelbe Tuch den Mast hoch, der Rest der Crew justiert Schot und Trimmtalje, der Motor verstummt. Mit drei Knoten dümpelt die Bavaria am Westzipfel des Peloponnes zwischen zwei unbewohnten Inseln hindurch. Dahinter wird das Meer wieder 200 Meter tief und dunkelblau, vereinzelt kommt mal ein Fährschiff und mal ein Segler in Sicht.

Leichtwindsegel müssen auf Charteryachten immer als kostenpflichtiges Extra gebucht werden.

Hydra

Hydra – von weitem ist die Insel nicht viel mehr als ein karger braun-grauer Felsen, die grünen Pinienwälder von einst sind dem Schiffbau des 19. Jahrhunderts und einigen Feuern zum Opfer gefallen. Trotzdem ist Hydra weltberühmt – durch einen Hollywoodklassiker von 1959, in dem die junge Sophia Loren eine Schwammtaucherin spielte. Kurz darauf kamen die Schönen und Reichen ¬– Schauspieler, Maler, Musiker und Industrielle. Doch die Bewohner von Hydra haben damals wie heute den Verlockungen finanzkräftiger Investoren widerstanden. Sie haben erst die Inselhauptstadt unter Denkmalschutz, dann die ganze Insel unter Naturschutz gestellt. Satellitenschüsseln sind auf Hydra ebenso verboten wie Plastikstühle, Tennisplätze oder Swimmingpools, auch Bettenburgen gibt es bis heute keine.

Hydra ist der Besuchermagnet des Reviers

Entspanntes Festmachen ist auf Hydra fast nur in der Nebensaison möglich.

Dafür gibt es aber Massen von Tagestouristen, die höchsten Immobilienpreise ganz Griechenlands und einen chronisch überfüllten Inselhafen. Der jedoch ist ein Juwel. Wie in einem Amphitheater umschließen die hübsch herausgeputzten alten Häuser das Hafenbecken, die breite Promenade ist von stilvollen Cafés und Restaurants gesäumt und ein großer Teil des Hafens gehört immer noch den vielen bunten Fischerbooten der Einheimischen. Hydra ist die einzige bewohnte Insel der Ägäis, auf der Autos tabu sind, noch immer wird vom Koffer bis zur Zementmischmaschine alles nur mit Eseln und Mulis transportiert, die Tiere gehören zum Ortsbild wie die weißen Häuser mit den blauen Kuppeldächern zu Griechenland. Der Charme der Insel zieht noch immer Intellektuelle, Künstler und reiche Unternehmer aus aller Welt an. Jetzt in der Nebensaison finden wir problemlos einen freien Liegeplatz und machen in der milden Nachmittagssonne direkt an der Promenade fest.

Auch der fehlende Motorenlärm trägt zur entspannten Atmosphäre von Hydra bei.

Spétses

Wer bereits in den ersten Tagen Plätze wie Poros und Hydra besucht hat, der hat ein Problem: Nach diesen postkartenschönen Orten sind die Erwartungen so hoch, dass Enttäuschungen vorprogrammiert sind. Wir versuchen es mit Spétses und drehen in der Hafenbucht Ormos Baltizas unschlüssig ein paar Runden. Die modernen Häuser, die zersiedelte Ortschaft, die Werftanlagen und die schlechten Anlegemöglichkeiten entlang der flach auslaufenden Ufer sorgen für Ernüchterung. Dabei hatte der Basisleiter den Ort als Must-do-Location empfohlen und auch das Hafenhandbuch schreibt: „Sehr hübsche Gassen mit wohlhabend wirkenden Kapitänshäusern und schöne Plätze mit Mosaiksteinen.“

Die Anlegemöglichkeiten in Spétses sind unübersichtlich, das Ambiente ursprünglich.

Portochéli

„Wir können ja weitersegeln“, schlägt Stefan vor, „gegenüber am Peloponnes liegt in einer tief eingeschnittenen Bucht der Küstenort Portochéli.“ Die Sonne steht bereits tief, noch einmal ziehen wir die Segel hoch und setzen Kurs auf das nur vier Seemeilen entfernte, neue Ziel. Andreas reicht aus dem Niedergang Gin Tonic und Oliven hoch, leise gurgelt das Schiff dem Sonnenuntergang entgegen, „das ist einfach großartig“, freut sich Conny und erhebt ihr Glas.

Sonnenuntergänge bringen unvergessliche Momente

Für einen Drink zum Sonnenuntergang finden sich auch an Land traumhafte Plätze.

Doch Portochéli ist auch nicht besser. Die riesige Hafen- und Ankerbucht ist ein Zentrum des Massentourismus, das jetzt in der Nebensaison etwas traurig und ausgestorben daliegt. Früh am nächsten Morgen schmeißen wir daher die Leinen wieder los, zum Frühstücken geht es in eine der hübschen kleinen Buchten entlang der fjordartigen Zufahrt des Ortes. „Hier hätten wir viel idyllischer die Nacht verbringen können“, sagt Andreas und verabschiedet sich mit einem Kopfsprung vom Bugkorb in das klare und warme Mittelmeer.

Die Badebuchten des Reviers sind zahlreich und die Wassertemperatur ist bis spät im Jahr warm.

Ermioni am Peleponnes

Die letzten Ziele der einwöchigen und nur etwa 130 Seemeilen langen Reise sind nicht so groß und spektakulär wie Poros oder Hydra, doch sie sind idyllisch, sehens- und liebenswert. Ermioni, ein ruhiger Ort auf einer Landzunge am Peloponnes, hat gleich zwei Uferpromenaden. Auf der ruhigen Südseite gibt es eine neue Kaianlage, wer hier festmacht, kann vom Cockpit aus den Sonnenuntergang beobachten. Und dann in einer der Tavernen essen gehen oder einen Spaziergang durch den auf der Landzunge gelegenen parkähnlichen Pinienwald machen.

Selbst die vermeintlich einfachen Ziele wie Ermioni bieten Urlaubsromantik pur.

Perdika auf Ägina

Auch der Fischerort Perdika auf der Insel Ägina ist ein idealer Halt, im Scheitel der hübschen Hafenbucht gibt es sogar einen Sandstrand zum Baden. Das winzige Dorf hat sich seinen einheimischen Charme erhalten, auch wenn die erste Reihe komplett mit Tavernen und Bars bestückt ist. Hier wird, wie in allen anderen besuchten Häfen auch, römisch-katholisch festgemacht: mit dem eigenen Anker im Hafenbecken und dem Heck oder Bug zur Pier. Ein Manöver, das viele Urlaubssegler abschreckt, in Wirklichkeit aber nicht viel aufwändiger ist als das Festmachen mit Muringleinen. Tipp: Muss das Manöver bei viel Seitenwind zügig gefahren werden, steckt die elektrische Winsch nicht schnell genug Kette. Besser gelingt es dann, wenn man die Bremse öffnet und die Kette frei rausrauschen lässt.

Fast immer findet sich direkt neben der Anlegestelle eine urige Taverne.

Athen

Die Kalamaki Marina ist das Zentrum der griechischen Charterindustrie, in der Saison tauschen hier jede Woche Hunderte von Seglern die Boote. Für die meisten ist Athen nur Start- und Endpunkt einer Segelreise, die Marina und das unmittelbare Umfeld haben wenig zu bieten. Doch im Umkreis von zehn Kilometern liegt reichlich Sehenswertes: das Altstadtviertel Athens, die Akropolis, selbst Piräus mit seinen guten Fischrestaurants und seinem bunten Nachtleben ist einen Besuch wert, ebenso das schicke Glyfada, der nobelste Vorort der Stadt, mit seinen Strandclubs, Designerläden und den herrschaftlichen Residenzen.

Der Abschied von den Topzielen des Reviers wie hier von Hydra fällt schwer.

Fazit: Griechenland macht süchtig.

Doch schon bei der Ansteuerung der Metropole, als die vielen Frachter, Fähren und Marineschiffe unseren Kurs kreuzen und das riesige, unendliche Häusermeer voraus liegt, kommt Wehmut auf. Nach den zauberhaft schönen und friedlichen Inselorten, dem sauberen Meer und der frischen Luft, den abwechslungsreichen Stunden unter Segeln und den ruhigen Badestopps in einsamen Ankerbuchten. Niemand möchte in das lärmende und so häufig unter einer Dunstglocke liegende Athen zurückkehren. Schon gar nicht Conny, die voll mit dem Segelvirus infiziert ist: „Am liebsten würde ich einfach wieder umkehren und den Törn noch mal von vorne beginnen.“

Der Saronische Golf vor den Toren von Athen gehört mit zu den Top-Destinationen Griechenlands.

Weitere Infos zum Revier

Anreise

Viele Airlines bieten Direktflüge nach Athen an, zum Beispiel Lufthansa, Swiss, Austrian, Air France, KLM oder Aegean. Je nach Zeitraum und Vorausbuchung variieren die Ticketpreise zwischen 200 und 400 Euro für Hin- und Rückflug. Das Taxi zur Kalamaki Marina benötigt etwa 40 Minuten und kostet ca. 40 Euro. Die öffentliche Buslinie X96 fährt vom Terminal direkt bis zum Marinaeingang.

Charterbasis

Die Kalamaki Marina in Athen ist die größte Basis von Charteryachten in Griechenland, hier betreiben viele namenhaften Anbieter einen Stützpunkt, die Auswahl an Schiffen ist riesig. Eine Bavaria Cruiser 40 kostet je nach Baujahr und Saison zwischen etwa 1.800 und 3.600 Euro/Woche, inklusive Schlauchboot. Ein Außenborder kostet um die 80 Euro/Woche, die Endreinigung etwa 100 Euro, ein Spinnaker oder Blister meist um die 150 Euro. Auf den Stützpunkten in Griechenland wird meist Englisch gesprochen. Charteranfragen an eine der bekannten Charteragenturen wie argos-yachtcharter.de, scansail.de, charterwelt.de, charterangebote.de, klaro.com, master-yachting.de, nautic-tours.de, trend-sailing.de, yachtcharter-dagen.de.

Wetter

Im Saronischen Golf kommt es zu sehr unterschiedlichen Winden. Bis südlich von Aegina kann der Meltemi (Juli bis September) aus Nordost auftreten, weiter südlich auf dem Weg nach Poros treten am Nachmittag häufig thermische südliche Winde auf. Das Seegebiet nördlich von Hydra ist durch Ostwinde geprägt, weiter im Westen ist der Wind ruhiger und kommt aus unterschiedlichen Richtungen. Bei Spétses dreht er dann mehr auf Südost. Durchziehende Tiefdruckgebiete können in der Nebensaison für starke Nord- oder Südwinde sorgen. Die Tageshöchsttemperatur steigt im Juli und August häufig auf bis zu 35 Grad an, zwischen April und Oktober sinkt sie nur selten auf unter 20 Grad.

Navigation

In diesem Revier gibt es keine Gezeiten und keine Tidenströmungen. Im Sommer kann jedoch eine Dunstglocke die Sicht auf bis zu eine Meile verringern. Nebel gibt es nur selten und wenn, dann nur in den frühen Morgenstunden. Gefährliche Felsen oder Flachwasserstellen kommen so gut wie gar nicht vor. Die wichtigen Inseln, Küstenabschnitte und Hafeneinfahrten sind alle gut befeuert.

Liegeplätze

Außer in Athen gibt es so gut wie keine Yachthäfen im Revier, dafür aber in kurzen Abständen viele Stadthäfen. Hier sind die Liegegebühren extrem niedrig. Überall muss mit dem eigenen Anker im Hafenbecken römisch-katholisch festgemacht werden. Es gibt zahlreiche Ankerplätze in Badebuchten, die auch gut für die Nacht sind.

Literatur

Rod Heikell, West Aegean (Saronic), englisch, Verlag Imray.
Gerd Radspieler, Griechenland 1, Delius Klasing Verlag.
Seekarten: Griechische Sportbootkarten GRPC 1 und 2 (Maßstab 1:117.624). Imray Chart G 14, Saronic and Argolic Gulf mit Plänen (1:190.000).
Für Landausflüge mit vielen Detailinformationen: Hans-Peter Siebenhaar, „Peloponnes”, Michael Müller Verlag.

Fünf Ziele auf der Route im Detail

Hydra

In der Hochsaison liegen die Yachten in dem kleinen Hafen in zweiter und dritter Reihe, die Anker kreuz und quer übereinander in dem gut haltenden Schlickgrund. Tausende Tagestouristen stürmen ab morgens den Ort, in der schmalen Hafeneinfahrt kommt es zu Staus der unzähligen ein- und auslaufenden Schiffe. Und die Preise in den Tavernen und Bars der ersten Reihe sind rekordverdächtig. Dennoch: Hydra muss man gesehen haben. Wer hier eine Chance auf einen Liegeplatz haben möchte, sollte bis 14 Uhr eingelaufen sein oder in der Nebensaison kommen. Das Trinkwasser kommt vom Festland und ist deutlich teurer als das Liegegeld. Den besten Sundowner mit spektakulärem Blick auf die im Westen untergehende Sonne gibt es in der Hydranetta Bar, an der Steilküste nur etwa 200 Meter westlich der Hafenmole gelegen.

Poros

Die Ansteuerung ist vermutlich eine der attraktivsten in ganz Griechenland. Doch dann beginnt der Kampf um einen Liegeplatz in erster Reihe, Poros ist chronisch überfüllt, die Insel ist auch das Ausflugsziel der Athener und unzähliger Tagesgäste. Vorsicht beim Befahren des schmalen Kanals zwischen Festland und Insel, auf den ausgedehnten und nicht betonnten Schlickbänken im Süden fahren sich jeden Sommer viele fest. Hier kommt es auch zu Strömungen von bis zu 1,5 Knoten, die Strömungsrichtung folgt normalerweise dem Wind. Durch den regen Schiffsverkehr gibt es viel Schwell am Liegeplatz, unbedingt ausreichend Abstand zur Pier halten und das Schiff gut abfendern. Auch die zum Teil laute Musik aus den vielen Bars scheint hier kaum jemanden zu stören, viele bleiben in dem postkartenschönen Ort länger als geplant.

Ankerbuchten bei Portocheli

Den Ort selbst muss man nicht zwingend gesehen haben, doch die riesige Hafenbucht ist ein wahres „hurricane hole“, die Anker- und Hafenliegeplätze sind rundum geschützt. Das Touristen- und Wassersportzentrum bietet eine gute Versorgung, es ist aber auch von den nahen Ankerplätzen der Umgebung zu erreichen: Unmittelbar an der Rückseite des Ortes liegt eine hübsche und tiefe Einbuchtung mit bewaldeten Ufern und kleinen Steganlagen im flachen Scheitel. Nur 500 Meter südwestlich liegt in unbebauter Natur hinter einer winzigen Insel ein weiterer Ankerplatz. Zwei weitere, Kiln Bay und Light Structure Cove, liegen etwas weiter westlich. Auf der Ostseite der Zufahrt nach Portocheli liegen weitere einsame Ankerplätze.

Perdika

Der kleine und charmante Fischerhafen bietet an einer Pier und einem kleinen Schwimmsteg Platz für Yachten, zusätzlich kann in der Hafenbucht auch geankert werden. Ringsherum bieten die vielen Tavernen schattige Plätze, allesamt mit wunderschönem Blick über Bucht und Hafen. Tipp: Vor dem Einlaufen oder nach dem Ablegen auf der kleinen, unmittelbar vor der Hafenbucht gelegenen Insel Nisis Moni einen Anker- und Badestopp einlegen oder vom Hafen aus mit dem Pendelboot übersetzen.

Ermioni

Der Ort liegt auf einer Landzunge und bietet sowohl im Norden als auch im Süden Anlegemöglichkeiten. Auf dem Weg zum Haupthafen im Norden unbedingt Abstand von der versunkenen, antiken Hafenmole halten. Am besten geschützt liegt man im Inneren des kleinen Hafenbeckens, hier ist auch das Zentrum des Ortes, der zum Glück noch nicht fest in Touristenhand ist. Auf der Südseite der Landzunge liegt man nur bei ruhigem Wetter oder bei Nordwind sicher. Das Ufer fällt steil ab und man muss viel Kette stecken. Dann aber ist es hier sehr idyllisch, man kann im Cockpit den Sonnenuntergang genießen und das überschaubare Treiben auf der kleinen Promenade beobachten.

Das könnte dich auch interessieren

boot Charter-Seminar

Seminar für alle Charter-Segler und solche, die es werden wollen mit umfangreichen Infos, Tipps und Tricks. Mit Charter-Experte Michael Amme, Weltumsegler Sönke Roever und anderen Topp-Referenten auf der boot Düsseldorf.

Der Beitrag Törnbericht Griechenland: der Saronische Golf zwischen Athen und dem Peleponnes erschien zuerst auf Blauwasser.de.

boot Düsseldorf 2019: 250.000 Besucher

Neun Tage Feierstimmung liegen hinter Ausstellern und Veranstaltern der boot Düsseldorf 2019. Gute Geschäfte, hervorragende Kontakte zu Wassersportfans und Fachbesuchern aus der ganzen Welt kennzeichneten die Messe, die am Sonntag zu Ende ging, und Messechef Werner Matthias Dornscheidt resümiert: „Ich habe ja schon viele Veranstaltungen hier in Düsseldorf erlebt. Aber diese boot war einzigartig. Großartige Stimmung in den Hallen, gut gelaunte Menschen in Urlaubsstimmung an den Ständen und hoch zufriedene Aussteller. Damit haben wir eindeutig unser Ziel erreicht: Diese magische Jubiläums boot wird allen in bester Erinnerung bleiben.“

Mit fast 2.000 Ausstellern aus 73 Ländern auf 220.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche setzte die boot 2019 eine neue Bestmarke. Fast 250.000 Wassersportler (boot 2018: 247.000 Besucher) reisten aus über 100 Ländern nach Düsseldorf. Damit bewies die boot eindeutig ihre Nummer 1-Position in der Welt. Neben den Besuchern aus Deutschland lagen die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Schweiz und Italien an der Spitze der Herkunftsländer. „Die Aussteller berichten uns von super Geschäften und vielen neuen Kontakten in die ganze Welt. Die boot ist eindeutig eine Business-Plattform allererster Güte. Auch das vielfältige Angebot an internationalen Reisedestinationen in der Travel World lockte die Besucher“, erläutert boot Director Petros Michelidakis.

„Die Branche blickt voller Optimismus auf die kommende Wassersportsaison“, freut sich Experte Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft BVWW. Sowohl bei Motorbooten als auch bei Segelyachten gehe der Trend zu größeren Booten über 12 Metern Länge und kleinen Flitzern. Sehr gefragt seien auch Mehrrumpfboote, ein Trend, den die boot in der Halle 15 sehr gut darstellte. Tracht ergänzt: „Ich rechne damit, dass die boot 2019 der Impulsgeber und Motor für alle Bereiche des Wassersports sein wird. Unsere Mitgliedsunternehmen waren von der hohen Internationalität und Qualität der Besucher begeistert.“

Der Spagat zwischen Branchentreff mit B2B-Besuchern auf der einen und Trendsport-Event für das Publikum auf der anderen Seite gelingt der boot spielend. So nutzen Entscheidungsträger großer Charterunternehmen die Messe, um sich ein umfassendes Bild vom Markt zu machen, direkt mit den Herstellern in Kontakt zu treten und vergleichen zu können. Und dies vermehrt, denn das Chartern wird bei den Freunden der boot immer beliebter und ist in der Branche ein echter Trend. Mit 1.500 Segelyachten und Motorbooten an den Ständen der Aussteller war das Angebot für Charterfreunde riesig. So konnten potenzielle Charterer direkt auf der Messe ihr Urlaubsboot besichtigen und eine individuelle Wahl treffen.

Tauch- und Trendsport auf der boot Düsseldorf konnte ein weiteres Mal zulegen und war der Publikumsmagnet. 100.000 Surffans sahen sich die sensationellen Wellenritte auf „THE WAVE“ an. Viele Anbieter von Boards berichten von der wiederentdeckten Freude der Besucher am Surfsport. Stand-Up-Paddling, Windsurfen, Wellenreiten oder Wakeboarden begeisterten und die Wettkämpfe auf „THE WAVE“ oder im „Flatwaterpool“ machten den Menschen Lust auf Meer!

Bestes Tauchklima und tolle Stimmung herrschte auch im Dive Center und der gesamten Tauchhalle vom ersten Tag an. Michelidakis: „Für die Tauch-Community ist die boot das Event des Jahres. Hier werden Tauchreisen und –gänge geplant, Tauchpartner gefunden und neuestes Equipment getestet.“

Vom 18. bis 26. Januar 2020 läutet die boot das nächste Jahrzehnt ein und wird im kommenden Dezember ihren berühmten Schiffskran „Big Willi“ feiern: Der stärkste Messekollege wird 40 Jahre alt.

FROG: Revolution des Karabiners

Die italienische Innovationsschmiede von Kong hat sich einen besonderen Clou ausgedacht: ein Karabiner mit automatischem Verschluss, der an bestimmten Verankerungspunkten verwendet werden kann. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Polytechnikinstitut in Mailand entwickelt.

(Bild: KONG )

Das Einhängen geht ungewöhnlich schnell und sonst schwer erreichbare Fixpunkte sind dank der Frontalöffnung leichter zu erreichen als mit traditionellen Karabinern. Der Karabiner schließt automatisch bei Kontakt mit dem Ankerpunkt, FROG Cable ist auch für den Einsatz mit Stahlseilen geeignet. Zu bekommen ist der neue Karabiner im Fachhandel bei allen Vertriebspartnern der Robert Lindemann KG.
Händlernachweis unter: www.lindemann-kg.de

Namensvetterin: Präsidentin des DSV tauft neue SWISS MONAS

Wenn man eines in der journalistischen Ausbildung lernt, dann ist das sicherlich, sich nicht zu Wortspielen mit Namen hinreißen zu lassen – sei es auch manchmal noch so verlockend. Kreieren die MONAS Klassenvereinigung, die Nationale Klasse im Deutschen Seglerverband ist, und die DSV-Präsidentin Mona Küppers aber ein solches im Zusammenhang mit einer Bootstaufe, darf dieses Wortspiel natürlich mal so richtig ausgekostet werden, zumal es sogar gleich ein dreifaches ist. Also los: Am zweiten boot-Samstag wurde die sechste SWISS MONAS gewissermaßen zu Monas Mona’s. Oder so ähnlich. Die DSV-Präsidentin Mona Küppers taufte die MONAS GER 505 – mit Taufsekt aus den MONAS Weinbergen – auf den Namen “Mona’s”.

Die MONAS ist ein offenes Kielboot, das von Helmut Stöberl konstruiert und 1975 erstmals vorgestellt wurde. Alle Bedien- und Trimmeinrichtungen sind auf eine Person zugeschnitten und ermöglichen leichtes und sicheres Segeln. Nachdem mangels Nachfrage lange Zeit keine neuen MONAS auf den Markt kamen, erwarb die Klassenvereinigung 2012 sowohl die Konstruktions- und Nutzungsrechte als auch das Patent und die Markenrechte der MONAS, um diese zu sichern. Noch im selben Jahr startete Kurt Helbling, Bootbau Jona, mit der Überarbeitung der MONAS-Formen und dem Baubeginn einer Serie SWISS-MONAS. Die MONAS GER 500 war die erste MONAS, die als SWISS MONAS in der Schweiz gebaut wurde.

Technische Daten

Länge üa: 7,00 m
Breite üa: 1,91 m
Tiefgang: 1,10 m
Gewicht segelfertig: 640 kg
Segelfläche am Wind: 23,2 qm
Großsegel ca.: 14,2 qm
Lattenfock ca.: 9,0 qm
Rollfock ca.: 7,0 qm
www.monas-klassenvereinigung.de

 

Moai

Mo., 21.Jan.19, Chile/Osterinsel/Hanga Roa, Tag 1695, 15.744 sm von HH

Moai satt
Moai satt

Endlich Moai. Den ganzen Tag Moai. Moai satt. Die berühmten Stein-Statuen der Osterinsel. Moai in Reihe, Moai am Hang, Moai mit dem Gesicht im Dreck. Kleine Moai, große Moai.
Um zu den Moai zu gelangen, mieten wir uns ein Auto für 60 EUR. Nicht ganz preiswert, aber mit einer organisierten Tour, die einen über die Insel hetzt, wollen wir nicht fahren. Es gibt praktisch nur eine Straße auf der relativ kleinen Osterinsel (27 Kilometer in der längsten Ausdehnung). Wer abends mehr als 80 Kilometer auf der Uhr hat, macht etwas falsch.

Rano Raraku

Wir steuern direkt den Höhepunkt der Insel an: den Krater Rano Raraku. Dieser Krater ist die Geburtsstätte der Moai. Schon bei der Anfahrt sieht man die Statuen im Hang stehen. Die Faszination dieses Ortes springt sofort auf uns über. Die Anzahl der fertigen und halbfertigen Moai ist überwältigend. 397 Moai sind hier registriert. Und zweifellos sind noch weitere verschüttet.

Der Krater Rano Raraku wo die Moais entstanden

Der Ort gleicht einer Geisterstadt in der Arbeiter eines Tages alles stehen und liegen gelassen haben und nie zurück kehrten. Sogar ihre Arbeitswerkzeuge, einfache Keile aus härterem Gestein, fand man neben den halbfertigen Moai einfach fallen gelassen, so als sollte Morgen die Arbeit weiter gehen. Aber am nächsten Tag kehrte niemand in den Steinbruch zurück. Von ungefähr 250 Jahren hörte von einem Tag auf den anderen die exzessive Produktion der Moai einfach auf …

Im Hintergrund sieht man die eckigen Nischen aus denen die Moai heraus geschlagen wurden

Die Moai wurden auf dem Rücken liegend aus dem weichen Tuffgestein gemeißelt. Liegend erhielt er seine Gesichtszüge, die Details des Torsos und seine Arme. Lediglich die Einzelheiten der Augen fehlten. Die bekam ein Moai erst an seinem Bestimmungsort eingemeißelt.

Hier zwei unfertige Kameraden
Dieser ist noch mit dem Rückrat mit dem Stein verbunden – der größte Moai von allen 22 Meter lang

Am Ende schlug man den Rücken keilförmig aus der Felswand heraus und ließ den Moai mit einem System von Seilen und Rollen den Abhang hinunter gleiten. Dort wurde er in vorher ausgehobene Gruben gestellt, damit der Rücken fertig bearbeitet werden konnte.
Die Moai im Hang sind weder restauriert, noch wurden sie hier von Archäologen aufgestellt. Sie stehen so, wie die Steinmetze sie zurück gelassen haben. Nachdem der Steinbruch verlassen wurde, rutschen Erdreich und das Geröll der Meißel-Arbeit ab und begruben die weiter unten stehenden Moai. Die Köpfe, die heute zu sehen sind, haben alle einen Körper. Thor Heyerdal grub einen der Moai aus, um diese Theorie zu beweisen.

Sie sind zum Teil wirklich riesig. Die andere Hälfte ist im Erdreich begraben
Beeindruckende Moai

Die offensichtliche Besessenheit immer mehr und immer größere Moais zu bauen, führte zu einem Moai-Stau am Kraterhang. An Steinen und Baumeistern mangelte es nicht. Die Verknappung von Holz auf der Insel machte es zunehmend schwieriger, die Moai aus dem Steinbruch abzutransportieren.

Vom Fuß des Kraters traten die Moai ihren Weg über die Insel auf sogenannten ‚Moai-Straßen‘ an. Sie wurden zu ihrem Ahu gebracht. Einem Steinpodest auf dem die Moai aufgerichtet wurden. Ob sie auf einer Art Schlitten liegend oder auf Rollen stehend transportiert wurden, darüber herrscht unter Wissenschaftlern Uneinigkeit. Alles ist möglich. Sämtliche Theorien konnten mit den Mitteln, die den Insulanern damals zur Verfügung standen, erfolgreich nachgestellt werden.
Der Transport war für den frisch geborenen Moai lebensgefährlich. Stein-Leichen pflastern die Straßen. Über die weite Ebene verstreut, liegen alle hundert Meter zerbrochene Moai. Ein zerbrochener Moai war wertlos, da er sein Mana (Kraft, Energie, Spiritualität) ausgehaucht hatte. Er wurde achtlos liegen gelassen und man wandte sich dem nächten Koloss zum Transport zu. Die Arbeit von ein, zwei Jahren war dahin.

Gefallener und zerbrochener Gigant

Angesichts dieser unglaublichen Ressourcen-Verschwendung scheint es nicht verwunderlich, dass diese Kultur unter gegangen ist. Als 1722 die Osterinseln von Europäern entdeckt wurde, schien die Moai-Welt noch in Ordnung. Aber bereits 50 Jahre später, als Thomas Cook die Osterinsel besuchte, berichtete er von umgestoßenen Statuen. Weitere 60 Jahre später stand kein einziger Moai mehr auf seinem Ahu und es ist ein körperlich schlechter Zustand der Insulaner überliefert.

Tongariki

Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich Tongariki. Wenn man mit dem Auto um die Ecke biegt, macht einen der Anblick sprachlos. Mit heruntergeklappter Kinnlade betreten wir das Gelände.

Tongariki ist unglaublich – der größte Moai ist fast 10 Meter hoch

Fünfzehn Moai stehen auf ihrem Ahu. Wie auf allen Ahu waren auch hier die Moai umgekippt worden. Dabei hat man sorgfältig darauf geachtet, dass die Moai mit dem Gesicht im Dreck landen. Warum? Es ist nicht überliefert. Uns erscheint die Theorie am wahrscheinlichsten, dass die Rapa Nui merkten, dass sich trotz des besessenen Baus von Moais ihre Lage kontinuierlich verschlechterte. Dabei sollten die Moai doch ‚Mana‘ auf ihre Erbauer abgeben. Als man merkte, dass dies nicht funktionierte, gab man die Moai auf und wandte sich dem Vogelmann-Kult zu. Vielleicht war es aber auch ganz anders. Vielleicht gab es Stammes-Fehden, die zum Umsturz der Moai führten. In den 90er Jahren konnten in Tongariki – mit Hilfe eines gesponserten Krans einer japanischen Baufirma – alle 15 Moai wieder aufgerichtet werden. Und bieten heute diesen spektakulären Anblick.

15 Moai in Tongariki
15 Moai in Tongariki
Auf allen Ahu schauen die Moai nicht aufs Meer sondern senden ihr Mana in Richtung Land
Auf allen Ahu schauen die Moai nicht aufs Meer sondern senden ihr Mana in Richtung Land

Die fünfzehn Moai in Tongariki stammen aus unterschiedlichen Perioden, wahrscheinlich mehrere Jahrhunderte. Die Gestalt ist ähnlich. Nur in Größe und bei den Details finden sich Variationen.

Der Pikierte
Der Pikierte
Der Saure
Der Saure
Der Skeptische
Der Skeptische
Der Moderne
Der Moderne