Monatsarchive: Januar 2019

270 Seecontainer gefährden die Nordsee

Lebenstraum: „Olympia, America’s Cup, Feuerwehrmann“

Parade in Auckland für das Emirates Team New Zealand

Wenn das kein Leben für den Sport ist: America’s-Cup-Gewinner Joe Sullivan steigt in den Bob ein, während die Kiwis ihre Verteidigung vorbereiten

Message from the Barrel

In eigene Sache: R.I.P – Opti-Mutter, “Helga-Cup”-Siegerin, Frau des Käptn’s

In den vergangenen Wochen ist etwas ruhig geworden auf unserer Seite. Sorry dafür, aber an den Feiertagen war tiefes Durchatmen angesagt. Überraschend ist meine Mutter verstorben. Weiterlesen

Tag 24 =>Osterinsel – Prost Neujahr

Di., 01.Jan.19, Süd-Pazifik, Tag 1675, 15.747 sm von HH
Das war wohl das leiseste, trockenste und einsamste Silvester an das ich mich erinnern kann. Keine Böller, keine Raketen, kein Sekt um Mitternacht und Achim hat mit unter Androhung von Strafe verboten, ihn um Mitternacht zu wecken. lso sitze ich allein im Cockpit und proste mir selber mit Wasser zu: „Happy New Year, altes Haus. Same procedure as last year?“ Kurz überlege ich, ob ich einen Limetten-Schnitz in mein Wasser geben soll. Nein, ohne Papier-Schirmchen ist das auch nur der halbe Spaß. Also setze ich mir ein lustiges Hütchen und eine rote Pappnase auf und schaue mir den Sternenhimmel an. Auch schön. Friedlich. Und garantiert keinen dicken Kopp Morgen früh.
Die letzte Nacht und der Vormittag sind sensationell. Als ob Engel segeln gehen. Keine Böen, fünf Windstären, Passat-Wolken-Schäfchen am Himmel. Halleluja! In meiner Schicht dann, um 7:07 Uhr, die Erlösung: Laaaaand in Sicht! Mein Herz macht einen Hüpfer. Huch, das hätte ich nicht gedacht, dass es mich so berührt, aber es ist einfach schön, Land zu sehen. Achim verpennt den Big Moment. Das tut mir wirklich leid für ihn.
Um 15:00 Uhr fällt der Anker. Auf 20 Meter. Alle Ankerplätze sind so tief auf der Osterinsel. Dazu kommt ein legendärer Schwell, der viele Segler davon abhält hierher zu kommen. Heute ist es jedoch sehr ruhig, wie uns das Zoll- und Immigration-Team erzählt, was zu uns an Bord kommt. Trotz Feiertag sind sie zwei Stunden nach unserer Ankunft zur Stelle. Ein formloser Akt. Es werden keine Vorräte kontrolliert und keine Gebühren erhoben. Wir dürfen 30 Tage bleiben. Für mich wird ein Traum wahr. Wir liegen, aus meiner Sicht, vor einer der abgefahrensten Inseln der Welt. Dass wir fast 24 Tage gebraucht haben, macht sie natürlich noch wertvoller. So wunderbar! Besser kann das neue Jahr nicht beginnen. Ich wünsche Euch allen so ein wunderbares Jahr 2019!
Essen: Abendessen: Gemüsepfanne mit Kartoffeln, Zwiebeln, grünen Bohnen und Speck und etwas Frischkäse Frühstück: Brot mit Käse und Mortadella Mittag; Schnelle Pfanne: Ein paar Bratkartoffeln, etwas Kohl plus Würstchen. Schmeckt überraschend gut.
Meilen: Tagesmeilen 100 – Rest auf direktem Weg: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

Bootswrack von 16-jähriger Weltumseglerin gefunden

Susanne Huber-Curphey: Einmal um die Welt ist nicht genug

Tracker Huber-Curphey: <p>
	Die Position von Susanne Huber-Curpheys &quot;Nehaj&quot; am 1. Januar 2019</p>

Die deutsche Einhandseglerin auf Rundum-Törn will weitersegeln: anstatt nach Norden zurück, gen Osten in die Südsee – ganz wie Bernard Moitessier vor 50 Jahren

Klassischer Bootsbau trifft auf handgemachte Musik

Jazz in der Werft 2019: <p>
	Jazz in der Werft 2019</p>

Stefan Züst lädt zu Jazz und Rock am Samstag, den 12. Januar in seine Bootsbauerei am Schweizer Bodenseeufer ein. Szenegrößen spielen bei freiem Eintritt

Happy New Year from the middle of the ocean

{Time:14:40:00}
{Date:20190101}
{Position:13°03.0461’N, 057°53.9260’W}
{Direction/Speed:280°/ 8kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1013/28°C}
{TempWater:26,0°}
{Wind:16kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20190101}
{Title:Happy New Year from the middle of the ocean}

Durch die Mitte

Ich glaube, es war mein erstes Sylvester wirklich während einer Passage auf See. Jeder bekommt eine abgelaufene Fallschirmrakete in die Hand gedrückt. Training on the job. Auf dem AIS ist kein anderes Schiff zu sehen und Punkt 00:00 Bordzeit, die noch Kapverdenzeit ist, gehen fünf Sylvestergrüße in den Himmel über der MARLIN. Hatte ich mir ehrlich etwas imposanter vorgestellt, so für den Notfall. Ich glaube ein AIS Notsender ist da wirklich wirkungsvoller, wenn ein Frachtschiff an der Rettungsinsel vorbeifährt. Mit einer Flasche Champagner rutschen wir ins neue Jahr auf der anderen Seite des Atlantiks.

Der Passatwind ist uns wirklich sehr treu diesmal. So habe ich das noch nie erlebt. Seit der Abfahrt von Mindelo haben wir fast permanent 20-28 kn Wind aus NE mit Passatbewölkung und werden quasi über den Atlantik gebeamt. Jetzt stehen wir fast genau 90 Meilen vor Barbados und 200 Meilen vor unserem Landfall auf Union Islands. Es ist heiß geworden. 28° zeigt das Aussenthermometer. Stimmung an Bord: Sehr entspannt. Keiner sagt es, aber irgendwie wollen alle ankommen. Land sehen, riechen, fühlen, erreichen, begehen… Mir hat der Alkohol gestern nicht gut getan. Nicht mehr meine Droge. Brauche ich nicht mehr wirklich. Womit wir beim Thema wären. Was nehme ich mir vor für das neue Jahr. Macht man doch so. Oder? Was machst Du? Aufhören zu rauchen? Abnehmen? Weniger Zeit am Smartphone? Oder das Gegenteil. Mehr Leben. Mehr Liebe. Mehr Segeln. Mehr Zeit für meine Kinder? Noch mehr Kiten? Ich mache eine Not-ToDo Erinnerungsliste in meiner Cloud. Das ist mein persönlicher Vorsatz.

Ich wünsche allen Lesern, Mitseglern ob nur virtuell oder real allen Verwandten und Bekannten, allen Freunden, meiner Familie, meinen Lieben, ein wunderschönes frohes neues Jahr und vor allen Dingen Gesundheit, Glück und Gelassenheit. Hoffen wir das es ein Jahr der positiven Veränderungen wird. Für MARLIN hoffe ich auf gute Winde und nette Mitsegler in 2019, wenig Schäden. Wird schon werden. Bin da bester Dinge.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

Silvesterparty in Kaş

So muss Silvester sein. Mit der Dilly-Dally ging es am letzten Tag des Jahres noch mal zusammen mit meinem Kumpel und Ex-Kollegen Georg aufs Meer. Wenn auch nur für
einen kleinen Trip von der Marina um die Halbinsel zum Stadthafen – mit kleinem Ankerstopp unter lykischen Felsengräbern. In Kaş wurden wir dann schon von @SailingABSea und goneforadrive.com in
Empfang genommen. Tolles Essen bei Smiley und dann ab auf die Party mit Livemusik, lauter netten Leuten und vielen Getränken.

boot Düsseldorf – VBS und ADAC beraten rund um den Gebrauchtbootkauf

Endlich bietet jemand das Traumboot an? Auch wenn es schwerfällt: Jetzt ist Geduld gefragt. Zeit ist wichtig bei einem Besichtigungstermin. Gerade größere und ältere Boote haben viele mögliche Schwachstellen. Wenn ein Verkäufer die nötige Ruhe zu einer eingehenden Prüfung nicht aufbringt, ist es besser, abzubrechen und sich um ein anderes Angebot zu kümmern. Doch wenn einer ausführlichen Besichtigung nichts im Wege steht, hilft die Checkliste des Verbandes des Sportboot-und Schiffbau-Sachverständigen (VBS)

Allgemein gilt

  1. Wenn der Wassersport im Vordergrund steht und nicht die Restaurierung – die auch Spaß machen kann –, ist es im Zweifelsfall besser, das etwas teurere, oder das etwas kleinere, aber in besserem Zustand befindliche Boot zu kaufen. Viele „Projekte“ werden nie beendet und verfallen.
  2. Niemals das ganze Budget in den Kaufpreis investieren, sondern immer einen guten Teil für Ersatzteile und Reparaturen zurückhalten.

Wer bei der Prüfung auf Nummer sicher gehen will, beauftragt einen Gutachter. Er hat einen neutralen Blick und im Zweifelsfall mehr Erfahrung. Die Kosten richten sich nach der Größe des Bootes und dem Umfang des Auftrags. Qualifizierte Sachverständige stellen einen Tagessatz von etwa 1000 Euro in Rechnung, zuzüglich Fahrtkosten. Auf der Homepage des Verbandes des Sportboot-und Schiffbau-Sachverständigen (VBS) sind Sachverständige gelistet.

 

Einen besonderen Service bieten die ADAC Sportschifffahrt und der VBS auf der boot in Düsseldorf vom 19. bis zum 27. Januar an: Auf den Messeständen stehen erfahrene Sachverständige für eine kostenlose Kaufberatung während der Messe zur Verfügung – vom kleinen Boot bis zur Megayacht. ADAC-Mitglieder erhalten gegen Vorlage ihrer Mitgliedskarte beim VBS ein kleines Präsent. Deren Messestände befinden sich in Halle 9, Stand A17 und in Halle 7a, Stand G28.

 

Checkliste für Bootsbesichtigung

An Deck

  • Ist irgendwo Dichtmasse zu sehen? Auffällig viel oder an einem ungewöhnlichen Ort? Speziell rund um die Fenster? Das könnte auf ein Leck hinweisen.
  • Wie sieht das Gelcoat rund um Bugkorb, Heckkorb, Relingstützen und Klampen aus? Segelboote an den Püttingen kontrollieren. Haarrisse können einfach Folge der Alterung sein, aber auch auf Überlastungen des Laminats hindeuten.
  • Auf Segelbooten: In welchem Zustand sind Blöcke, Rutscher, Hebelklemmen und Winschen?

Rigg

  • Wann wurde das laufende Gut zum letzten Mal erneuert? Die Lebensdauer hängt stark von der Belastung ab.
  • Wann wurde das stehende Gut zum letzten Mal erneuert? Die Faustregel lautet, dass es alle 15 Jahre ersetzt werden sollte.
  • Wie sieht der Mast selbst aus? Besonders Alumasten auf Korrosion prüfen.

Rumpf

  • Ist das Laminat irgendwo ausgebessert worden? Warum und von wem?
  • Sind noch irgendwo Haarrisse im Gelcoat zu sehen, die auf ihre Ursache hin überprüft werden müssen?
  • Wann wurde der Rumpf zum letzten Mal poliert bzw. lackiert und von wem?
  • Ist das Gelcoat bereits ausgekreidet? Dann kann man es so lassen, schleifen und polieren oder lackieren lassen.
  • Auf Segelbooten: Sind Risse, Dichtmasse oder Spachtelstellen am Kiel oder der Rumpf-Kiel-Verbindung zu erkennen? Das könnte auf eine Grundberührung hindeuten. Auch Ruder und Skeg prüfen.

Unter Deck

  • Ist die Bilge trocken oder gibt es Hinweise, dass dort Wasser steht oder stand? Dunkle Stellen an den Bodenbrettern oder korrodierte Schlauchschellen können Anzeichen sein.
  • Gibt es Risse oder Brüche an den Verbindungen zwischen Spanten und Bodenwrangen und Außenhaut? Sie könnten auf Grundberührungen hinweisen.
  • In welchem Zustand ist die Elektroinstallation?
  • Wurde Elektronik nachgerüstet? Von wem?
  • Wie sieht die Motorbilge aus?
  • Ist die Motorwartung dokumentiert? Von einem Fachbetrieb oder vom Eigner?
  • Sind die Seeventile gängig? Wie alt sind die Schläuche und Schlauchschellen?
  • Gibt es feuchte Stellen hinter Schränken oder unter Kojen? Schimmel? Stockflecken?

 

Die ADAC Sportschifffahrt informiert zu allen Fragen rund um den Gebrauchtbootkauf und -verkauf:

Tag 23 =>Osterinsel – Endspurt

Mo., Silvester 2018, Süd-Pazifik, Tag 1674, 15.647 sm von HH
Den Abend und die Nacht haben wir nervigen Wind. Boenfelder mit 25 Knoten Wind für eine Stunde, gefolgt von drei Stunden Flaute, gefolgt von einem neuen Boenfeld. Seit dem Morgen läuft es flüssiger. Wir haben dauerhaft 18 Knoten, Windstärke 5. Gespannt schauen wir auf die Ankunftszeit. Werden wir Morgen im Hellen ankommen? Oder müssen wir uns noch eine Nacht mit angezogener Geschwindigkeit hier draußen die Zeit vertreiben? in jedem Fall hat sich die Frage erübrigt, was wir Silvester machen.
Die viertausend Kilometer, die wir uns weiter Süd-westlich befinden, machen sich in den Tagesstunden deutlich bemerkbar. Es wird erst um 21:00 Uhr dunkel, was uns eine gute Reserve bei der morgigen Ankunft gäbe. Gemäß Längengrad-Überschreitung hätten wir die Uhr um mindestens zwei Stunden zurück stellen müssen. Das haben wir allerdings nicht gemacht, da wir vermuten, dass auf der Osterinsel die Zeiten an Chile Mutterland angepasst wurden. Leider haben wir versäumt, dies vor der Anreise zu prüfen.
Die letzten zwei Nächte waren von Schlafmangel geprägt, da wir in den Schwachwind-Phasen heftig in der Dünung rollen. Es wird nun Zeit, dass wir ankommen. Die ersten Nerven fangen an blank zu liegen. Eine klappernde Flasche oder rutschendes Geschirr in der Spüle wird zum Staatsakt. Schuld hat nicht das System, sondern das jeweils andere Crew Mitglied.
Essen: Abendessen: Ich hab keine rechte Lust zu kochen, daher Türkische Woche: Humus (Kichererbsen-Püree, ich hatte extra welche beim Veggie-Curry drüber gekocht), Joghurt-Ricotta-Mix mit Kreuzkümmel und Koriander, Krautsalat (jaaa  … das war aber dann auch schon der letzte Kohl) mit Ingwer und Tortillas, die wir als Fladenbrot-Ersatz dazu essen. Frühstück: Brot mit Käse und Mortadella Mittag: Türkische Reste und als Seelentröster und weil es wenig Schokolade an Bord gibt: Schokoladenpudding (aus dem besten Kakao der Welt gekocht – Eigenwerbung Ecuadors für seine Kakao-Produktion). Der wird noch warm direkt aus dem Topf gelöffelt. Die frischen Vorräte sind aufgebraucht. Vier Äpfel, ein Kilo Zwiebeln und ein paar Kartoffeln ist alles, was wir noch haben.
Meilen: Tagesmeilen 110 , Rest 99 sm, Stand 16:00 Uhr Bordzeit – es sieht so aus, als ob wir Morgen schaffen können. Wir nehmen auf jeden Fall keine Geschwindigkeit raus.