Monatsarchive: Januar 2019

Wer wird Sieger beim Golden Globe Race?

Das Boot für Paare: Saare 38.2 aus Estland

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Die Werft hat ein Derivat der 38er gebaut, das sich vornehmlich an Paare richtet, die Platz und einfache Bedienung wünschen. Der Test im PDF-Download

Speziell: Premieren-Vorstellung Speedlounger 8500

Speedlounger 8500 auf der boot 2019: <p>
	Messepremiere Speedlounger 8500 auf der boot 2019</p>

Der Alu-Daysailer Speedlounger 8500 aus den Niederlanden ist die wohl außergewöhnlichste Neuvorstellung der Bootsmesse. Der Rundgang bei YACHT tv

10.000 US-Dollar Preisgeld für eSailing-Weltmeisterschaft

eSailing World Championships: <p>
	Die eSailing World Championships 2018: Die Finalisten konzentrieren sich auf die Herausforderungen</p>

eSportarten boomen. Der digitale Wettstreit fasziniert auch als Segel-Disziplin Millionen Fans weltweit. Erstmals gibt es 2019 eine Deutsche Meisterschaft

US Küstenwache: Voller Einsatz während Shutdown – auch ohne Bezahlung

Der Shutdown trifft die Mitarbeiter der US-Küstenwache besonders hart. 45.000 Beschäftigte retten jeden Tag Leben und werden derzeit nicht dafür entlohnt. Einige Familien stehen kurz vor der Pleite…  Weiterlesen

Ultim Trimarane: Banque Populaire macht doch weiter – Neuer 100 Fuß Tri für Armel Le Cleac’h

Banque Populaire

Nach dem Totalverlust von Banque Populaire bei der Route du Rhum war mit Spannung erwartet worden, ob der Sponsor sein Programm einstellt. Das Gegenteil ist der Fall. Weiterlesen

Reise Reise…

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{Date:20190120}
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Wieder mal: Richtungswechsel

Es war einmal meine Stadt: Düsseldorf. Sie wird es nie wieder werden. Auch nicht Deutschland. Ich laufe über die Königsallee. Komisches Feeling hier zu sein.

In Flensburg reden Nathalie und ich meist über die Kinder, ihre Arbeit, meine Arbeit und überhaupt der Alltag und die Bewältigung dieses Alltags. Eine Einladung zum achten Autorentreffen des Delius Klasing Verlages liegt auf dem virtuellen Internettisch und wir sind eingeladen. Stimmt. Wir haben ja mal zwei Bücher geschrieben über 10 Jahre 24/7/356/10. Mächtig viel Zeit ist das und zwei Kinder voller Energie sind daraus entstanden. „Wollt ihr nicht noch einmal lossegeln? Als Familie?“ grinsen Nadja Kneissler und unsere Lektorin Birgit Radebold uns an und es funkelt merkwürdig in den Augen. „Noch ein Buch?“ „Ich schon“, grinse ich. „Nathalie wohl weniger“, ich blicke in Nathalies Augen – Ich kenne ihre Gedanken. Wir müssen nicht reden. Wir entschuldigen uns wegen Schule, Arbeit, Verantwortung und natürlich von Geld. Es sind Ausreden. Natürlich wissen wir das es gehen würde. Wer sonst? Es geht alles was man wirklich will. „Wenn Maya ihr Abitur gemacht hat, kann Tochter & Vater den logischen Weg von Bernard Moitessier mit der MARLIN verfolgen. Wenn sie es will…“, Nadias Augen leuchten auf. Natürlich ist das jährliche Autorentreffen auch eine Motivationsveranstaltung. Die Zeit schreitet voran und leider haben wir viel zu wenig Zeit mit allen zu reden. Es ist ein bisschen wie ein Familientreffen. Der alte und der neue Erdmann sind da, nebst Astrid und Cati. Mareike Guhr und natürlich Sönke Roever, viele andere. Mit Meno Schrader fachsimpel ich zum Abschluss des Abends über Wettermodelle. Das war es auch schon. Da zieht mich Nathalie am Ärmel. „Komm. Wir gehen. Ich bin müde.“ Ich schlafe bei meinem Freund Guido. „Der Schlüssel zur Wohnungstür liegt auf dem Reifen des Autos. Fahrerseite. Sei nicht so laut wenn Du kommst.“ Also ziehe ich mir meine Dockers Stiefel aus, als ich Guidos Wohnung enter.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019

JOIN THE CREW:
www.marlin-expeditions.com

America’s Cup: Holländer eröffen Basis in Scheveningen – Cupper-Regatta an der Küste?

American Magic

Die Meldung der Niederländer beim 36. America’s Cup 2021 könnte die spektakulären 75 Fuß Kraken-Foiler auch deutschen Fans nahe bringen. Kommt eine Vorregatta nach Scheveningen? Weiterlesen

Weltpremiere: J/99 – Sportboot mit Offshorepotenzial

Mit der J/99 stellt die US-amerikanische Werft J-Boats ein neues offshoretaugliches Sportboot für kleine Crews vor. Bo Teichmann vom deutschen Händler Mittelmann’s Werft erwartet, dass das neue Modell nach IRC und ORC gleichermaßen erfolgreich segeln wird. Der erste Testschlag auf dem Solent habe gezeigt, dass das neue Boot extrem steif geworden sein. Die Yacht richtet sich jedoch nicht nur an reine Regattasegler, sondern auch an Kunden, die einfach gern schnell segeln und/oder sich über eine große Reichweite freuen. Der Innenausbau bietet vier Personen Platz, die zum Beispiel mit leichtem Gepäck einen Wochenendtörn unternehmen möchten. Auch für Segler, die von Daysailern kommen und Boote mit Platz für eine Nacht suchen, könnte das Boot interessant sein.

Der Bug der J/99 mit Bugspriet
Die J/99 kommt entweder mit langem Bugspriet oder mit kurzem in Verbindung mit Spibaum

Gesteuert wird die J/99 mit der Pinne, entweder mit einfachem Ruder oder mit einer Doppelruderanlage. Direkt unter der Pinne kann die Rettungsinsel festgelascht werden. Das Boot ist nach CE-Kategorie A für den Hochseeeinsatz zertifiziert. Das breite Cockpit mit offenem Spiegel ist im Sinne des Segelns mit kleiner Crew so angelegt, dass die Schotwinschen auch vom Rudergänger gut erreichbar sind.

Cockpit der J/99 mit Blick nach achtern
Breites und offenes Cockpit für viel Bewegungsfreiheit

Die Großschot verfügt über eine Talje zum Feintrimm und läuft auf einem Traveller am Boden. Vom vorderen Cockpit aus können die 3-D-Holepunkte mit zwei Leinen auf Reachkursen fein eingestellt werden.

J/99 mit zwei Bugsprietoptionen

Für raume Kurse können Kunden zwischen einem langen Bugspriet für asymmetrische Vorsegel und einem kurzen Bugspriet in Kombination mit Spibaum für symmetrische Vorsegel wählen. Vermessungstechnisch kommen der lange Bugspriet und der Spibaum auf das Gleiche raus.

3-D-Holepunkt auf der J/99
Die 3-D-Holepunkte können auf Reachkursen mit zwei Leinen getrimmt werden

Eine Besonderheit ist das Mastprofil, das J-Boats zum ersten Mal auf der J/112 eingesetzt hat. Anders als sonst ist die Schiene für die Mastrutscher nicht aufgeschraubt oder genietet, sondern Teil des Profils. Dadurch ist das Profil bei gleicher Breite etwas länger und steifer, so dass die Wandstärke etwas reduziert werden konnte. Der Mast der J/99 ist somit nur noch 20 Prozent schwerer als ein vergleichbarer Kohlefasermast, weshalb die Werft auf diese Option gleich komplett verzichtet. Die Schiene erlaubt sowohl den Einsatz von Rutschern als auch ein Tauvorliek.

Mastprofil der J/99
Das Mastprofil der J/99 erzeugt einen steifen, gut trimmbaren Mast

Unter Deck kommt die J/99 mit einem reduzierten, funktionalen Ausbau daher. Das Vorschiff dient als Segellast und nimmt das Bord-WC samt Tank auf. Im Salon gibt es Sitzplätze für 4-6 Personen. Die Bänke können als zusätzliche Kojen dienen, aber die zwei Achterkabinen weisen an sich mit zwei vollwertigen Doppelkojen schon Platz genug auf. Optional können mithilfe der Rückenlehnen noch zwei Lotsenkojen eingerichtet werden, die dann auch als Seekojen dienen.

Salon der J/99
Unter Deck ist die J/99 reduziert und funktional ausgebaut

Im Salon gibt es im Sinne des Leichtbaus Textiltaschen als Staufächer, in den Achterkabinen gibt es je einen halbhohen Schrank mit Ablage darauf. Die Pantry erlaubt keine großen Kochshows, bietet aber mit Stauraum, Spüle, Kühlbox und zweiflammigem Kocher alles, was man an Bord braucht, um beispielsweise Heißgetränke zuzubereiten oder Speisen aufzuwärmen.

Pantry der J/99
Die Pantry der J/99 bietet alles, was ein offshoretaugliches Sportboot braucht

Alles in allem hat J-Boats mit der J/99 ein offshoretaugliches Sportboot entwickelt, auf dessen Segelleistungen man gespannt sein kann. Mit den Optionen hinsichtlich des Kiels, des Bugspriets und der Ruderanlage zielt dieses Modell nicht auf die Etablierung einer neuen Einheitsklasse, sondern auf den Regattabetrieb nach IRC und ORC sowie auf Segler mit Spaß am Speed.

Rumpf der J/99 von der Seite
Für die J/99 stehen zwei Kieloptionen zur Verfügung

Hauptabmessungen J/99

Rumpflänge: 9,94 m
Breite: 3,40 m
Tiefgang: 2 m (optional 2,10 m)
Großsegel: ca. 33 qm
Fock: ca. 27 qm
Gennaker: ca. 100 qm
Bugspriet lang: ca. 1,30 m
Bugspriet kurz: ca. 0,30 m

Mehr über die J/99: J-Boats

Händer in Deutschland: Mittelmann’s Werft

Ursachen für Wassereinbruch

Wassereinbuch kann die unterschiedlichsten Formen haben. Einige spektakuläre und weniger spektakuläre, immer aber lehrreiche Fälle aus der Praxis haben wir zusammengetragen.

Fall 1: Springbrunnen im Salon

Stefan Nagel schildert, wie er mit seiner Crew bei einem Wassereinbruch noch einmal mit dem Schrecken davonkam: „Auf unserem Törn im Revier der Kanarischen Inseln waren wir morgens von der Marina San Sebastian auf La Gomera zur Marina San Miguel auf Teneriffa aufgebrochen. Als wir die SW-Spitze von Teneriffa passiert hatten, frischte der Wind auf bis zu sechs Beaufort aus Nordost. Wir entschieden uns, die Segel zu bergen und unter Maschine die noch fehlenden fünf bis sechs Seemeilen gegen den Wind zurückzulegen. Bei einer Wellenhöhe von zwei bis drei Metern stampfte die Yacht gegen die Welle. Um 14.45 Uhr meldete ein Crewmitglied, das zufällig unter Deck gegangen war, starken Wassereinbruch im Vorschiff mit bereits schwimmenden Bodenbrettern. Sofort wurden alle Borddurchlässe geprüft und dabei festgestellt, dass die Logge, die sich in der Bilge im Bereich vor der Maststütze befand, Ursache für den Wassereinbruch war. Hier war eine Fontäne erkennbar, die sofort per Hand von einem Crewmitglied abgedichtet werden konnte. Der zylinderförmige Geber der Logge war aus der Rumpfbohrung herausgebrochen und trieb an einem Kabel befestigt im Bilgenwasser. Ein Crewmitglied führte den Geber wieder in das Leck ein, worauf hin weiterer Wassereinbruch gestoppt wurde. Der Geber wurde anschließend mit Händen und Füßen gehalten, während die anderen Crewmitglieder mit Hilfe aller verfügbaren mechanischen und elektrischen Lenzpumpen sowie drei Pützen den Wasserstand im Salon zu verringern versuchten. Wir entschieden uns, als Ausweichhafen die Marina del Sur/Las Galletas auf Teneriffa anzusteuern, da die Distanz deutlich kürzer als zum Zielhafen war. Um 15.20 Uhr konnten wir in Las Galletas festmachen. Es wurde eine Leckwache für die Nacht eingeteilt, da die Logge zwar dicht war, aber nicht ausreichend gesichert werden konnte, um in Ruhe zu schlafen. Der Wasserstand im Salon war deutlich gesunken, die Lenzarbeiten dauerten jedoch bis zum frühen Morgen des nächsten Tages an, bis die Yacht wieder halbwegs trocken war.“

Die Art von Loggegeber, die auf dem Boot eingebaut war, kannte der Skipper zu der Zeit noch nicht. Es war ein Loggeeinsatz, zu dem eigentlich drei Sicherungsmuttern gehören, von denen eine fehlte. Stefan Nagels Lehre für die Zukunft: „Ich werde mir die Borddurchbrüche zukünftig so lange anschauen, bis ich das Funktionsprinzip verstanden habe und so beurteilen kann, ob alles seine Richtigkeit hat.“

Ein weiterer Aspekt wird an diesem Beispiel deutlich: Die Lenzarbeiten dauerten im Hafen noch so lange, weil das Wasser mittlerweile in alle möglichen Schapps und Ecken hineingelaufen war. Moderne Boote haben in der Regel eine flache Bilge und kaum einen Lenzbrunnen. Bei Krängung läuft dann das Wasser überall hin – zum Beispiel auch bevorzugt in die Navi-Ecke zu den elektronischen Bauteilen – nur nicht dorthin, wo die Pumpen sitzen. Bootseigner und Charterfirmen sollten also unbedingt über Pumpen mit langen Schläuchen nachdenken, um die Pumpleistung dorthin zu bringen, wo das Wasser wirklich ist. Über die vielleicht falsche Positionierung denkt man bei der Inspektion von Bilge und Pumpen im Hafen im Normalfall nicht nach.

Fall 2: Kollision mit einem Container

Über diese Unfallart hat sich jeder Segler schon einmal Gedanken gemacht, niemand möchte diese Situation je erleben: In der Elbmündung kollidierte eine 39-Fuß-Yacht mit einem treibenden Container. Der Container streifte an der Bordwand vorbei und richtete beträchtlichen Schaden an.

Glücklicherweise hatte das Eignerpaar, das gerade zu einem Langzeittörn in nordische Gewässer aufgebrochen war, mit leistungsstarken Pumpen vorgesorgt. Standardlenzpumpen, wie sie in Serienyachten normalerweise eingebaut sind, werden erfahrungsgemäß schon mittleren Wassereinbrüchen nicht Herr. Mit diesem Wissen im Hinterkopf hatten die Eigner deutlich leistungsfähigere Pumpen eingebaut, die sie in die Lage versetzten, das Boot noch so lange in schwimmfähigen Zustand zu halten, bis die Seenotretter mit einer noch stärkeren Pumpe vor Ort waren. Unter ständigem Pumpen konnte das Boot auf diesem Wege zu den nächst erreichbaren Krangurten einer Werft gebracht werden.

Weiter draußen und auf sich allein gestellt hätten die vorsorglich montierten Extra-Pumpen dem Ehepaar auf jeden Fall Zeit verschafft, auf Lecksuche zu gehen und Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Doch selbst diese Aufgabe kann für eine Zweiercrew ambitioniert sein. Für mehr Sicherheit kann es helfen, sich mit einem Wassereinbruch zumindest mental auseinandergesetzt und die nötigen Schritte trainiert zu haben.

Die poröse Dichtung einer Motorraumabdeckung im Cockpit ließ Wasser in dieses Boot

Fall 3: Hilfe aus der Luft

Eine spannende Geschichte, die in mehrfacher Hinsicht lehrreich ist, berichtet Helmut Kolb: „Im Sommer 2011 segelten wir in der Dänischen Südsee in der Nähe von Brandsö. Der Wind weht aus West, ungefähr mit Stärke sechs. Wir fuhren mit gerefften Segeln so um die acht Knoten. Ich war gerade auf dem Weg zum Kartentisch, um unsere Position zu checken, als es fürchterlich rumste. Wir waren mit voller Fahrt auf einen Stein gefahren. Nach dem ersten Schrecken brachten wir unsere Pumpe in Stellung. Wir haben eine flexible Elektropumpe, die wir jederzeit dorthin bringen können, wo das Wasser ist. Da wir „nur“ gegen den Felsen gefahren waren, kamen wir auch leicht wieder frei. Schon bald merkten wir aber, dass unsere Pumpe zwar gegen den Wassereinbruch half, der Wasserspiegel dennoch langsam weiter stieg. Wir entschlossen uns daher, das Boot mit langsamer Fahrt auf den Sand vor der Insel zu bugsieren, um es vor dem Untergang zu bewahren. Um an die Lecksuche zu gehen, mussten wir die Bodenbretter teilweise abschrauben. Dabei ärgerte ich mich, dass dort verschiedene Schraubenarten (Kreuz und Schlitz) verwendet wurden. So etwas kostet in dem Moment nervenaufreibende Zeit. Bei einigen Bodenbrettern war die Mastverkleidung im Weg, die wir kurzerhand mit einem Beil zerschlugen, das wir das erste Mal in der Saison an Bord hatten. Ich kann nicht mehr die genaue zeitliche Reihenfolge der Ereignisse schildern. Irgendwann während der etwas hektischen Betriebsamkeit drückte ich auch auf die SOS-Taste und löste so einen DSC-Alarm aus. Daraufhin meldete sich sofort Lyngby Radio. Zuerst wollte man uns abbergen lassen. Wir schätzten die Situation allerdings so ein, es mit zusätzlicher Pumpleistung aus eigener Kraft unter den nächsten Kran schaffen zu können. Nur etwa 20 Minuten nach unserem ersten Funkkontakt mit Lyngby Radio kreiste dann der rettende SAR Hubschrauber über uns. Als erstes winschten sie einen Mann zu uns an Bord – gefolgt von einer Pumpe mit 4-Takt Motor und einem Kanister mit fünf Litern Treibstoff. Die Abwinde des Hubschraubers waren wirklich heftig und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, unser Segel vorher noch sorgfältiger festgezurrt zu haben. Der abgeseilte Retter installierte die Pumpe, erklärte uns die Bedienung und verschwand wieder nach oben. Man empfahl uns, nach Assens zu laufen. Nachdem wir wieder von dem Sand heruntermanövriert waren, brauchten wir noch etwa eine Stunde bis Assens – bange 60 Minuten, da wir nicht ganz sicher sein konnten, ob unsere Situation wirklich stabil war. Immerhin waren die Seenotretter über unser Pläne informiert und warteten auf Standby.“

Fall 4: Aus dem Kuriositätenkabinett

Etwas ungläubig begutachtet der Eigner den Schaden an seinem Katamaran auf Sizilien. Eine Fähre hatte so starken Schwell verursacht, dass sich die Mooringleine löste und der Kat an der Pier landete. Dass derartige Schäden nicht nur in den Mooring-Marinas des Mittelmeers passieren können, belegt ein Fall aus dem Jahr 2003: Damals hatte ein Seenotrettungskreuzer während einer Probefahrt Chaos im Kieler Sportboothafen ausgelöst. Mehr als 80 Yachten wurden dabei zum Teil schwer beschädigt.

Fall 5: Improvisationstalent

Ein weiterer Fall aus dem Kuriositätenkabinett und gleichzeitig ein Beispiel für gut angewendete Improvisationskunst ist folgendes Ereignis: Unweit der griechischen Insel Simi lief eine Hunter Legend 450 auf einen Felsen, dessen Spitze abbrach und im Bug stecken blieb. Statt zu versuchen, den Stein wieder herauszubekommen, und so die volle Wirkung des großen Lochs erst richtig zu entfalten, entschied man sich, das Loch inklusive Stein unter Wasser zuzulaminieren. Auf diese Weise schaffte es die Crew, das Boot mit eigener Kraft zur nächstgelegenen Werft zu bringen und vor dem Untergang zu retten.


Als Ergänzung zu diesen Fällen haben wir die Spezialisten des Versicherungvermittlers Pantaenius gefragt, mit welcher Art von Unfallhergängen sie häufig konfrontiert werden. Herausgekommen ist dabei die Liste der „Häufigsten Ursachen von Wassereinbruch“ – verbunden mit wertvollen Vorbeuge- und Rettungstipps.

Saubere Bilge

Eine saubere Bilge kann lebensrettend sein. Egal woher das Wasser kommt – es muss auf jeden Fall auf dem schnellsten Weg außenbords befördert werden. Siebe, die oft an Pumpen bzw. Pumpenschläuchen angebracht sind, setzen sich gerne mit Haaren und Brotkrumen zu und können so innerhalb kürzester Zeit die Pumpleistung auf Null herabsetzen. Tägliche Bilgenkontrolle und Säuberung sollte zur Klar-Schiff-Routine gehören. Die kleinen praktischen Handstaubsauger können dafür sehr hilfreich sein. Früher mehr als heute wurden auch gerne Konserven in der Bilge gestaut, deren Etiketten sich ablösten und die Pumpen verklebten. Abgesehen davon, dass man nun nicht mehr wusste, ob in der jeweiligen Dose Ravioli oder Pichelsteiner Eintopf zu finden war, wurden sie auch noch zu einem Sicherheitsrisiko. Die Gegenmaßnahme besteht darin, die Etiketten schon vorher zu lösen und den Doseninhalt mit wasserfestem Stift auf der Dose zu dokumentieren.

Grundberührung

Nicht alle Grundberührungen verlaufen so außergewöhnlich wie der Fall mit dem einlaminierten Felsen oder der Rettung aus der Luft. Oft ist es ja die Kielunterseite, die bei einem Segelboot Kontakt mit dem nächstgelegenen Land aufnimmt. Sofort nach der Grundberührung ist eine sorgfältige Bilgenkontrolle notwendig. Wenn Wassereinbruch festzustellen ist, muss das Loch zunächst mit einem Körperteil abgedichtet werden. Auch wenn unmittelbar nach der Grundberührung noch kein Wassereinbruch festzustellen ist, sollte die Bilge in den nächsten Stunden und Tagen häufiger als sonst inspiziert werden

Schäden an der Maschinenanlage

Geplatzte Abgasschläuche, gelöste Schellen und durchgerostete Rohre können bei laufender Maschine das Boot voll Wasser pumpen. Vorbeugend hilft regelmäßige Wartung. In der Situation heißt es „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“. Hat man erst mal die Ursache entdeckt, hilft es auf jeden Fall, die Maschine auszustellen und sich auf die ursprüngliche Antriebsart zu besinnen.

Es gibt Seeventile, die vom Salzwasser allmählich zerfressen werden und dann ohne Warnung zerbröseln können

Gelöste Anker, die an den Rumpf schlagen

Bei modernen elektrischen oder hydraulischen Ankerwinden werden die Anker häufig nur bis auf Deckshöhe gehievt und dort nicht gesichert. Wenn das Boot im Seegang arbeitet, können sie sich leicht lösen. Daher sollten die Anker in Fahrt immer zusätzlich durch Bolzen und/oder Stropps gesichert werden.

Minderwertiges Material

Um Kosten zu sparen, werden verstärkt Messing- anstelle von Bronzeeinsätzen oder -rohren verwendet. Die haben eine deutlich geringere Lebensdauer. Dadurch sind schon einige Serienschiffe gesunken. Früher hielten Seeventile bei regelmäßiger Kontrolle ein Schiffsleben lang. Heute werden die Borddurchlässe häufig schon nach fünf Jahren ausgewechselt.

Zu geringe Süllhöhe/Brückendeck

Die Absperrung zwischen Cockpit und Niedergang zum Salon soll laut Sportbootrichtlinie mindestens 30 Zentimeter betragen. Auf diese Art schützt sie das Bootsinnere vor Wassereinbruch bei einer von achtern einsteigenden Welle. Inzwischen gibt es Boote, die einen durchgehenden Wasserzufluss vom offenen Heck direkt in den Salon haben. Bei diesen Konstruktionen muss die Seetüchtigkeit ernsthaft in Frage gestellt werden. Aber auch bei vorhandenen Brückendecks dringt bisweilen Wasser in das Bootsinnere, weil zusätzliche Löcher etwa für Lautsprecher oder als Belüftung unterhalb der Süllhöhe eingebaut wurden. Leckagen, bei denen von oben Wasser einbricht, sind häufig ein Grund für Schäden an Elektrik/Elektronik.

Leckagen bei Mastbruch

Eine Kettenreaktion ist das Schlagen von Mastteilen gegen den Rumpf mit der Folge von Wassereinbruch. Hiergegen hilft nur die schnelle Trennung von Mast und Rumpf. Glücklich sind diejenigen, die wirkungsvolle Wantenschneider an Bord haben. Ob die wirklich helfen, sollte rechtzeitig an vergleichbarem Drahtabfall ausprobiert werden.

Wassereinbruch im Hafen

Bei schweren Unwetter kann ein Boot volllaufen, wenn es unter Bäumen liegt. Die abfallenden Blätter verstopfen die Cockpitlenzer und sintflutartiger Regen steigt über das Cockpit in den Salon ein. Undichte Motorraumabdeckungen mit porösen Dichtgummis im Cockpit bieten ein weiteres Einfallstor für Wasser. Zuletzt der Klassiker: Bei längerer Abwesenheit von Bord sollten alle Seeventile geschlossen sein, damit bei abspringenden, defekten Schläuchen kein Wasser ins Bootsinnere dringen kann.

Neue MOBOS-App: Erhöhte Sicherheit nicht nur für Einhandsegler

Fällt ein Segler über Bord, muss die Rettung auch bei schönem Wetter schnell gehen. Mit der neuen MOBOS-App wird nicht nur ein Alarm an Bord ausgelöst. Dieser wird auch unmittelbar auf ein oder mehrere Handys weitergeleitet. Auf dem Telefon des Notfallkontakts an Land erscheint dann eine SMS mit den genauen Positionsdaten vom Boot und denen des MOB. Hilfe kann direkt eingeleitet werden, eine zeitaufwändige Suche wird allen erspart.

Die Notfallnummern werden einfach vorab im MOBOS-Empfänger eingegeben. Die dazugehörige App kann kostenlos auf den entsprechenden Handys installiert werden.

Die neue MOBOS-App ist nicht nur für die Angehörigen von Einhandseglern attraktiv. Auch eine Crew an Bord kann so schneller Unterstützung von außen erfahren. Außerdem bietet die App dem Skipper auch die Möglichkeit, das Display des MOBOS-Empfängers auf dem Handy mit sich zu führen, das sich leichter verstauen lässt als ein Tablet. Ein Gewinn bei engen Cockpits.
www.seareq.de

Verleihung des “ocean tribute”-Awards auf der boot Düsseldorf

Wenn die boot zur Verleihung des „ocean tribute“ Award ruft, sind auch die prominenten Meeresschützer an Bord. Stammgast ist natürlich die britische Meeresaktivistin Emily Penn, auch Pierre-Yves Cousteau, Sohn des Tauchpioniers Jacques-Yves und ebenfalls Taucher und ein Anwalt des Meeres, zeigt Flagge, die britische Segel-Legende Sir Robin Knox-Johnston ist dabei und natürlich als Ehrengast Fürst Albert II. Mit seiner Stiftung Partner der boot und der Deutschen Meeresstiftung bei der Verleihung des „ocean tribute“ Award. Der monegassische Fürst krönte am Montagabend die blue motion night der boot.

Zu Beginn der Veranstaltung unterzeichneten der Vizepräsident der Fürst Albert II. Stiftung, S.E. Bernard Fautrier, Messechef Werner M. Dornscheidt, der Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, Frank Schweikert, und der Vertreter der Fürst Albert II. Stiftung in Deutschland, Dr. Bernd Kunth, den neuen Kooperationsvertrag zur Fortführung des „ocean tribute“ Award in den kommenden drei Jahren.

Anschließend wurden die Preise an die Gewinner des Awards für Projekte, die sich den Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben haben, verliehen. Ausgezeichnet wurde jeweils ein Unternehmen in den Kategorien Gesellschaft, Industrie und Wissenschaft für ihre bahnbrechenden Ideen und deren Umsetzung.

S.E. Fautrier zeichnete den Gewinner in der Kategorie Gesellschaft aus. Beeindruckt hat die Jury die drei Ocean Award Nominierten in der Kategorie Gesellschaft: Sie waren begeistert vom Engagement der Melanesian Coral Sea Foundation, der Malizia Ocean Challenge und der Sky Ocean Rescue. Gewonnen in dieser Kategorie hat die Malizia Ocean Challenge. Gegründet von Pierre Casiraghi und Boris Herrmann, ist sie integraler Bestandteil der Malizia Sailing Campaign. Beide sind große Botschafter ihres Sports, aber ihr Engagement geht noch weiter. Die gemeinsame Kampagne unter der Flagge des Yacht Club de Monaco widmet sich der Herausforderung und veranlasst das bestmögliche für die Natur. Das Team sammelt Daten über den Zustand der Ozeane und wertet sie in enger Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und dem IFM Geomar in Kiel aus. Im Mittelpunkt stehen Daten, die Antworten auf Fragen zur Absorption von CO2 durch den Ozean geben. Um auch in Zukunft die Meere zu erhalten, nimmt die Malizia Ocean Challenge junge Menschen aus aller Welt mit an Bord. Die Leiterin dieser Initiative Birte Lorenzen, erklärt der Generation der Acht- bis Dreizehnjährigen Themen des Meeres- und Klimaschutzes. Als erfahrene Lehrerin teilt und tauscht Birte ihr Wissen mit Kollegen und Partnern aus. Am besten lässt sich die Malizia Ocean Challenge mit dem Satz „Segeln umfasst Gesellschaft und Wissenschaft zugunsten der Umwelt“ erklären. „Das soziale Engagement von Birte, Boris und Pierre ist vorbildlich!” beschrieb Fautrier das besondere Engagement der passionierten Segler.

boot Messepräsident Robert Marx stellte die Preisträger in der Kategorie Industrie vor: „Wie Sie sich vorstellen können, hatten wir fantastische Bewerber in der Kategorie Industrie des Ocean Awards. Unsere Nominierten sind die Umwelterfinder von Neptu Therm, der Abwasserzauberer von enteron und die Next Wave – Lonely Whale Kampagne. Gewonnen hat Neptu Therm.“

Sein Erfinder, Richard Meier, dachte die so genannten Neptunbälle/bzw. Seegrasbälle nach, die er beim Kitesurfen in Spanien in großen Mengen an den Mittelmeerstränden vorfand. Während alle anderen diese seltsamen Algenabfallprodukte eher ärgerlich fanden, lösten sie im klugen Kopf des Karlsruher Architekten und Erfinders einen bahnbrechenden Denkprozess aus. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Idee von Neptu Therm geboren. Heute setzen Meiers Frau Monika und Sohn Michael seine Arbeit erfolgreich fort. Die Grundidee ist so einfach wie genial: Neptu Therm verwandelt die natürlichen Neptunbälle aus abgestorbenen Algenblättern in ein wertvolles Dämm-Material, das sehr begehrt, völlig natürlich und energieeffizient ist. Das rein biologische und schwerbrennbare Produkt wird zunehmend im Hochbau eingesetzt. Der mit dem „Blauen Engel“ zertifizierte Dämmstoff steht den traditionellen Industrieprodukten in nichts nach. Er ist vollständig abbaubar und kann wiederverwendet werden, z.B. in Gemüsepflastern als Pflanzensubstrat. Marx: „NeptuTherm ist einfach ein wunderbares Geschenk vom Meer an die Menschheit. Kein Wunder, dass dieses Unternehmen bereits mehrere Preise unter anderem den Industry Award, den GreenTec Award und den Innoventa Innovationspreis gewonnen hat.“ Anschließend überreichte er Monika und Michael Meier gemeinsam mit Messechef Werner M. Dornscheidt den Preis in der Kategorie Industrie.

Beeindruckend zeigten die drei Nominierten in der Kategorie Wissenschaft des Ocean Award, dass sie großartige Ideen haben, die Öffentlichkeit zum Schutz der Meere einzubeziehen. Mit großer Kreativität und Zielstrebigkeit entwickelten die drei besten Kandidaten Alnitak, The Ocean Race und gardening coral reefs ihre Projekte. „Ihre Arbeit ist wegweisend“ erklärte der Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, Frank Schweikert, die Entscheidung der Jury. Der Gewinner ist „The Ocean Race“. Das Team, das früher als Volvo Ocean Race bekannt war, hat neue Maßstäbe gesetzt, was das weltweite Bewusstsein für das dramatische Ausmaß der Verschmutzung der Ozeane mit Plastikmüll betrifft und realistische Maßnahmen dagegen ergriffen. Während der 13. Ausgabe des einzigartigen Segelabenteuers haben sieben Teams Daten über Mikrokunststoffe, Wassertemperaturen, CO2-Gehalte und mehr in den entlegensten Regionen gesammelt. Die Daten wurden von internationalen Wissenschaftlern ausgewertet und weiterverarbeitet. In einer eindrucksvollen Kampagne arbeitet The Ocean Race mit der UN-Initiative #CleanSeas zusammen. Andere aktive Kampagnenmitglieder sind: 11th Hour Racing, die Mirpuri Foundation, Volvo, AkzoNobel, Stena Recycling, Bluewater und die Ocean Family Foundation. Die nachhaltige Initiative erreichte mehr als 100.000 Schulkinder und mehr als 10 Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Über 400.000 Besucher haben von den Informationsangeboten an den Hotspots in den Zwischenhäfen profitiert. Er überreichte den Vertretern des Ocean Race, Dougal Christie und Anne-Cécile Turner, den Award mit den Worten: „Das ist eine perfekte Symbiose zwischen Wassersport und Wissenschaft.“
Nach den Preisverleihungen gab es während der boot „blue motion night“ 2019 in der Halle 6 noch lange, angeregte Gespräche der Gäste über die interessanten und engagierten Projekte, die in diesem Jahr mit dem „ocean tribute“ Award ausgezeichnet wurden. Sponsoren der Nacht sind Messegastronom Stockheim, Veuve Cliquot Champagner sowie Hublot Uhren. Sponsor des „ocean tribute“ Award ist die Firma Seabob, Tauchscooter.