Monatsarchive: Dezember 2018

Eine kleine Weihnachtsgeschichte (Link)

Vor lauter „Weihnachtsstress“ (Segeln, Ankern, Baden)  hatte ich fast vergessen, dass ich eine kleine Weihnachtsgeschichte für das #floatmagazin geschrieben hatte. Hier geht es zum Text.

Bug an Bug nach Hobart: „Comanche“ übernimmt das Kommando

Rolex Sydney Hobart Race 2018

Das 74. Rolex Sydney Hobart Race ist gestartet. An der Spitze des Feldes liefern sich die 100-Füßer packende Positionskämpfe

Heiligabend an Bord

Das war mal ein nettes Fest. Mein erstes Weihnachten an
Bord. 
Großbaum statt Tannenbaum.  Segeln, Ankern, Grillen, Angeln, Schwimmen, Feiern. Ein toller
Tag mit tollen Menschen an der türkischen Küste.

 

Servicewüste Deutschland

FREMDFIRMEN TAGESPAUSCHALE GETARNT ALS FALLE

Servicewüste GER

Tag 17 =>Osterinsel – Ein Tag auf See

Mo., 25.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1668, 15.024 sm von HH
Was machen wir eigentlich den ganzen Tag? Wir bewegen uns im Bermuda-Dreieck ‚Cockpit-Salon-Koje‘. Mit recht wenig Auslauf. Drei Schritte in die Pantry, acht Schritte nach hinten und fünf Stufen nach oben. Ein Ausflug nach achtern zum Gemüsenetz oder zur Angelkontrolle ist schon eine kleine Sensation im trägen Tagesablauf.
Frühstück gibt es recht spät, so um 9.00 Uhr, sobald Achim aus der Koje gekrabbelt kommt. Das ist der geselligste Teil des Tages. Wir erzählen uns unsere Erlebnisse der Nacht. Ein Großereignis, wie ein Fischerboot auf dem AIS wird zum Tagesbrüller. Oder wir schmücken die Mast-Kletter-Aktion makaber aus: „Kennst du die Geschichte von der Frau, die mit ihrem toten Mann im Mast hunderte von Meilen segeln musste, weil er oben einen Herzanfall bekommen hat. Er hatte sich oben gesichert und sie ihn nicht wieder runter bekommen. “ Echte Schenkelklopfer-Geschichten.
Nach dem Frühstück schleppen wir uns in den Salon. „Endlich mal eine Pause“, läutet Achim jeden (das kann auch nerven…) Tag eine Lese-Runde auf dem Sofa ein. Ich hau mich auf die andere Couch und lese ebenfalls. Oder ich bereite schon mal etwas fürs Abendessen vor: Kohl schnippeln, Pellkartoffel kochen und solche Dinge. Je nachdem wie ruppig es gerade ist. Und dann ist ja auch zum Glück schon Mittagessen-Zeit, so um 13:00 Uhr. Reste aufwärmen vom Vortag geht flink von der Hand.
Der anschließende Abwasch ist lästig, hält er uns doch auf, sofort mit vollem Bauch erneut aufs Sofa zu sinken. Den Abwasch erledigen wir zu zweit. Logistisch ist das leichter zu handhaben. Wir haben nur ein Abwaschbecken, da können einem schon mal die Hände ausgehen. Und der Platz.
Den Nachmittag verbringen wir lesend oder schlafend. Geschlafen wird natürlich nacheinander. Sonst wären unsere Nachtwachen ja total absurd. Alle zwanzig Minuten einen Rundblick und schnell zum Buch zurück. Und beide hoffen wir, dass der andere nicht auf die Idee kommt, irgendwelche Segelmanöver zur Geschwindigkeits-Verbesserung vorschlägt. Viel zu viel Stress, da muss man ja aufstehen.
Abendessen gibt es um 18:00 Uhr, da ich zwei Stunden später bereits ins Bett gehe (endlich mal liegen). Somit sind die Tagesmahlzeiten recht eng beieinander und die Wartezeit bis zum Frühstück (da knurrt mir der Magen, wen der Skipper schon mal bis 9:30 Uhr durchpennt) recht lang. Aber besser geht es nicht. Es folgt der zweite Abwasch des Tages.
Nach dem Abendessen wird es noch mal gesellig. Wir sitzen ohne Sundowner zum Sundowner im Cockpit. Viel Neues weiß Achim nicht zu berichten. Macht nichts, dann gibt es eben alte Stories. Aber Moment mal, die Geschichte, dass Achim damals den Nachbarn mit „Guten Tag, Herr Grasselschwein“, begrüßt hat und nachdem der diese Beleidigung gepetzt hat, samt seines Dreirades in den Keller gesperrt wurde, die kenne ich doch schon. Hat der Mann nicht einen unbekannten Schwank aus seiner Jugend drauf? Nein, hat er nicht. Es folgen erwartungsgemäß die Geschichte mit dem erschossenem Spatzen, der ein Stieglitz war…. Da gehe ich doch lieber schnell ins Bett, bevor noch mehr alte Kamellen auf den Tisch kommen: „Gute Nacht“, ein ereignisreicher Tag ist zu Ende.
Essen: Abendessen: Eine Art Hühner-Frikassee mit grünem Spargel, Erbsen und selbst eingekochtem Hähnchen. Dazu wird Reis gereicht. Wir sind jetzt beim Dosengemüse angekommen. Ich habe noch zwei Kohlköpfe (bitte nicht schon wieder), Kürbis und eine Salatgurke. Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln. Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Leider ist der Spargel sehr zerfallen, daher gibt es den Rest vom Heiligabend mit Hilfe von Sahne und einem Stampfer als Spargel-Erbsen-Cremesuppe mit Reiseinlage. Als Nachtisch gibt es Grapefruit-Apfel-Obstsalat.
Meilen: Tagesmeilen 76 , Rest 711 sm auf direktem Weg

Ein Boot an der Kette, 85 weitere in den Startblöcken

Rolex Sydney Hobart Race 2018: <p>
	Das 74. Rolex Sydney Hobart Race startet am Zwieten Weihnachtstag</p>

Kurz vor Beginn des 74. Rolex Sydney Hobart Race sorgt eine fehlende Versicherung für Ärger. Der Start des Klassikers ist live zu sehen

Weihnachtsbaum – Weihnachtsmann und die drei Elfen

{Time:16:00:00}
{Date:20181224}
{Position:14°13.7300’N, 034°33.0300’W}
{Direction/Speed:265°/ 7,5kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181224}
{Title:Weihnachtsbaum – Weihnachtsmann und die drei Elfen}

Heilig Abend auf der MARLIN

Nein. Wir haben nicht angehalten. Wir haben gewichtelt und um es kurz zu machen: Es gab Kartoffelsalat und Brühwürstchen aussem Glas von Lidel aus La Palma. Also schwer romantische Weihnachten. Ich hatte mir Weihnachtsdeko gewünscht und nen Weihnachtsbaum, der ich dann selber geworden bin. Wir haben gewichtelt und alle haben was bekommen. Harald hat die vermeintlich letzten Geschenke für mich in seiner Tasche gefunden. Low Carb ist anders! Bunt war es und lustig. MARLIN hat dazu mit dem Mast gewackelt.

Wie das so ist beim Atlantiksegeln, geht es unweigerlich vorwärts. Um bei den Achtzigern zu bleiben, die vorzugsweise laut im Cockpit gehört werden: „Es geht voran und Thomas D. hat ebenso wie wir. Rückenwind!“ Alle sind bester Laune. Noch nix Schlimmes passiert und ich klopfe drei Mal auf den Kirschholztisch, damit das auch so bleibt.

Die Versorgungslage mit frischem Gemüse ist: Wir haben eine Liste gemacht und verteilen die Zucchini, sechs Mohrrüben, 58 Tomaten, 2,5 Kürbisse… Alles gut. Wir haben noch über 12kg Spagetti und 6kg Thunfisch an Bord.

Einen lang ersehnten Fisch-Fang, einen Marlin behalte ich mir bis 200 Meilen vor dem Ziel vor. Ich habe einen monströsen Köder gekauft und noch hundert Meter Stahlleine im Schapp für dieses Vorhaben. Da die Marlins, die auf diesen Köder beissen, weit größer sind als 25kg und 1,2m, möchte ich diesen Fang nicht jetzt schon haben, weil ich ihn definitiv nicht gekühlt bis an Land bringen könnte. Unweigerlich würde ich den Fisch für ein Foto fangen. Ne. Das mache ich nicht. Wenn das Vorhaben klappt, das weit mehr Erfolgsaussichten hat, als Lotto zu spielen, dann bringen wir den Fisch als Gastgeschenk mit nach Union Island. Wovon träumt Skipper Micha ansonsten? Vom Kiten. Jeder hat seine Welt.

Auf der Logo steht grade 55.555 Meilen die dieses Schiff zum größten Teil mit mir gesegelt ist. Danke MARLIN. Hast Du gut gemacht.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Tag 16 =>Osterinsel – Frohe Weihnachten

So., Heiligabend 2018, Süd-Pazifik, Tag 1667, 14.948 sm von HH
Der erhoffte Wind zum Abend ist ausgeblieben. Wir sind nur noch getrieben und dann auch noch in die falsche Richtung. Noch 119 Tage grinst uns der Plotter ins Gesicht. So geht das nicht. Das Großsegel haben wir entnervt runter geholt. Baum und Segel schlagen hemmungslos in der Dünung. Das Vorsegel fällt in sich zusammen. Solange das Fall im Mast verklemmt ist, können wir den Blister nicht benutzen. Achim müsste versuchen es aus seiner Klemme zu befreien, aber noch ist zu viel Dünung, so dass er auf keinen Fall in den Mast steigen wird. Um überhaupt vorwärts zu kommen, baumen wir die Genua aus. Das haut hin, obwohl der Wind mit etwas vorlicher als halb nicht optimal für ein ausgebaumtes Segel ist. Wir kommen voran, langsam zwar, aber wir kommen voran. Die letzten 24 Stunden schaffen wir einen Schnitt von 2,5 Knoten. Das ist Schrittgeschwindigkeit.
Da ich früh ins Bett muss (die Sinnlosigkeit unserer Nachtwachen ist durchaus Diskussionsstoff an Bord. Warum machen wir das? Hier ist niemand…! ) gibt es Bescherung schon am Nachmittag. Bei einem Stück Kuchen und ‚Last Christmas‘ aus allen Rohren. Man stelle sich vor, die Seeschwalben, die uns begleiten, hören als erstes menschliches Geräusch ‚Last Christmas‘. Alle Hasser dieses Liedes mögen schon mal den Tierschutz benachrichtigen. Mir egal. Das ist Tradition und gehört genau so. Achim fügt sich augenrollend in sein Schicksal: „ich kann ja nicht weg…!“ Die Geschenke fallen praktisch aus: Ein T-Shirt für den Herrn und ich bekomme einen kleinen Mini-Lautsprecher-Würfel (damit ich beim Putzen an Deck auch Musik habe…pfffft).
Wir wünschen Euch da draußen ein wunderschönes Weihnachtsfest mit leckerem Essen, lieben Menschen und guten Getränken. Und ich überlege mir jetzt ein halbwegs anständiges Weihnachtsessen. Ahoi.
Essen: Abendessen: Noch einmal Chop Suey mit Rind – das hat für zwei Tage gereicht. Das Rindfleisch koche ich übrigens wie folgt ein: Fleisch in Gulaschwürfel schneiden, scharf anbraten und nur mit Salz und Pfeffer würzen. Den Bratensatz lösche ich ab und fülle ihn zum Fleisch in die Gläser. So kann ich das neutrale Rindfleisch für alle möglichen Gerichte verwenden. Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Achim hat sich ein paar Tortillas rein und ich gönne mir eine Schüssel Müsli. Kaffee: Zur Feier des Tages gibt es selbstgebackenes Apfelbrot. Das ist ein Kuchen mit Äpfeln, Rosinen, Zimt und Lebkuchengewürz. Sehr weihnachtlich. (wer mich kennt, keine Angst, es handelt sich um eine Backmischung. Ich habe es nicht riskiert selber Kuchen zu backen.
Meilen: Tagesmeilen 59 , Rest 785 sm auf direktem Weg

Schlafen – Kochen – Essen

{Time:12:00:00}
{Date:20181221}
{Position:15°16.5292’N, 027°39.6806’W}
{Direction/Speed:280°/ 8kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:3m}
{Vimeo:}
{Photo:20181221}
{Title:Schlafen – Kochen – Essen}

Weiter in dieser Reihenfolge

Jeden Tag machen wir ein kleines Segelmanöver. Der Wind geht heute wie erwartet auf 10 Knoten zurück, wir reffen aus ins Vollzeug. Nicht das wir dadurch sehr viel schneller werden. Acht Knoten ist eben MARLIN’s Lieblingsgeschwindigkeit bei Leichtwind. Solange der Wind nicht noch weniger wird mag es mir recht sein. Ich zeige Harald wie man Tortilla kocht. „Ist doch wie Bratkartoffeln machen“, meint er. Eben nicht. Ich spucke in die Pfanne. „Igitt. Was machst Du da?“ „Das ist der Trick, warum meine Tortilla so gut schmeckt.“ (Spaß) Wir hören das Känguru Manifest, hat Nathalie mir zum Geburtstag, für die Überquerung geschenkt und geschickt. Wir lachen viel. Andreas kennt es schon. Ich nicht. Ich schnibbel mir noch schnell einen Salat. „Wie lang mag es noch gehen, dass wir Papaya, Salat und frische Tomaten essen?“ „Wann fangen wir einen Fisch?“ „Im Kühlschrank ist doch kein Platz.“ Bis Heilig Abend soll der Wind so bleiben, dann soll es mehr werden. Vielleicht 20 Knoten, vielleicht sogar mehr. Wer weiß das schon. MARLIN gleitet majestätisch über die Wellen und ich falle noch mal in die Koje. Irgendwie noch fertig von der letzten Wache von Vier bis Acht. Als ich wieder aufwache, schlafen alle. Nun. Zeit um wieder ans Essen zu denken. Ich hole Thunfisch aus der Tiefkühlung und schaue mir die Fotos an, die ich am Vormittag geschossen habe, als die Herren Nackedei sich gegenseitig Eimerweise salziges Atlantikwasser über den Kopf geschüttet haben. Auch ich rieche gut. „Vielleicht mal nen neues T-Shirt?“ „Wieso, dass habe ich doch erst seit vier Tagen an?“, grinse ich Lena an.

{Photo:20181221a}

Das Wetter könnte etwas besser sein. Statt blauem Himmel ist es grau, ja fast regnerisch. „Ne kleine Störung oder was?“ Gerd ermittelt das erste Etmal. 190 Meilen. „Na. Das ist doch gar nicht mal so schlecht“, murmel ich mir ins T-Shirt. Wir sitzen beim Pilothaus-Crewmeeting zusammen. Da sprechen wir über das, was ist, was wird, was sein könnte und vor allen Dingen über was es am Abend zu essen gibt. Heute Abend koche ich. Ich koche eben gerne und kunterbunt. Lena ist Vegetarierer, ich Low Carb und Milchalergiker, Harald, Andy und Gerd essen alles und gerne. Also koche ich kunterbunt. Es gibt für jeden etwas und man stellt sich sein Essen selbst zusammen.


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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…frischen Fisch fischt Fischer’s Lena

{Time:12:00:00}
{Date:20181223}
{Position:14°58.5400’N, 032°12.0900’W}
{Direction/Speed:265°/ 6kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1023/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:1,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20181223}
{Title:…frischen Fisch fischt Fischer’s Lena}

Rückwärt’szählen

“Hör mal Lena, warum fehlt eigentlich mit jedem abgesegeltem Tag eine Nagellackierung an einem Deiner Finger?“ „Das ist für jeden Tag, den wir auf See verbracht haben. …“ Lena erklärt mir noch warum und wieso die Farbe der Fingernägel, warum und an welchem Ort… Ich lächle Lena an. Ich muss zugeben, ich bin schon wieder ganz woanders. Ich habe einen kleinen Riss in der Genua entdeckt. Ob der so bleibt? Muss ich beobachten. Andy schaut immer noch nicht ganz glücklich wegen der Seebeine. Muss ich da noch was tun? Was ist mit dem Salat im Kühlschrank und warum stinkt eigentlich der Grauwassertank, wenn sich meine Gäste die Zähne putzen. Irgendwas ist immer. 124 Meilen Etmal. Ist ja jetzt nicht grade hitverdächtig. „Aber das hattest Du ja so prognostiziert für Heilig Abend. Flaute.“, lächelt mich Lena an.

Wir baumen die Genaua für die Nacht aus. Das Segel schlägt empfindlich in den flauen Phasen, des grade mal 8 Knoten starken Windes von hinten. Eigentlich würde ich gerne den Genacker nehmen. Aber den bekomme ich noch viel weniger stabil für die Nacht. Das Groß ist platt wie eine Wand gegen das schmerzliche Schlagen gesetzt. „Gott. Verdammt. Gib mir doch einfach zwei Knoten mehr Wind, dann hört MARLIN auf, immer schneller in den Wind zu fahren als er eigentlich ist und die Segel fangen an back zu stehen, zu knallen.“ Bei der Rigkontrolle, sehe ich, dass die Reffhaken verbogen sind. Eintrag in die ToDo-Liste. Von der Känguru Chronik her kenne ich eine neue wichtige Liste, die ich unbedingt anfangen muss. Die Not-ToDo-Liste. Das wird mein Vorsatz für 2019. Ich werde weniger machen, dass dafür aber richtiger.

“Eins, zwei, drei, vier, fünf… Sind wir schon fünf Tage unterwegs Lena?“, meine Gedanken sind zehn mal schneller als das, was ich grade tue. „Ja. Genau.!“ „ Und was macht der fliegende Fisch zwischen Deinen Händen? Du magst doch gar keinen Fisch und auch kein Fleisch…!“ „Den hast Du doch hierher gelegt. Der ist heute Nacht in den Salon geflogen.“ Ja. Ich wollte die Situation nachstellen, als ich gestern das Deck wegen de Fischgeruch in meiner Kabine, nach fliegenden Fischen abgesucht habe, dann festgestellt habe, dass in der Nacht ein fliegender Fisch direkt neben meinem Kopf gelandet war.

Es war wie immer und etwas schwieriger. Fünf starke Charaktere in einem Boot haben etwas Zeit gebraucht, zueinander zu finden. Heute ist diese Prozess abgeschlossen. Mit den sicherheitstechnischen Anweisungen, mit denen ich mich immer unbeliebt mache, bin ich durch. Wir holen die Phase 10 Karten aus dem Schrank und widmen uns den Sachen, die wirklich wichtig sind. Weihnachten, Bergfest, Sylvester, Ankommen. Sind ja alles Ausnahmen vom Alkoholverbot während des Segelns.

Ich habe den Grund des Gestanks des Grauwassertanks gefunden: RTFM (Read the fucking manual) Es gibt zwei Hähne um die Brühe direkt ins Meer zu leiten ohne Zwischentank. Einfacher geht es nicht. Ist das jetzt ein Eintrag in die ToDo oder Not-ToDo Liste?


Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 52 Martinique – Antigua 02.03.2019 – 14.03.2019
CREW 53 Antigua – Martinique 23.03.2019 – 04.04.2019
CREW 54 Martinique – Grenada 06.04.2019 – 18.04.2019
CREW 55 Grenada – Antigua 27.04.2019 – 09.05.2019
CREW 56 Antigua – Bermudas 11.05.2019 – 23.05.2019
CREW 57 Bermudas – Azoren 01.06.2019 – 20.06.2019

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Weihnachten an Bord

Von der „Lunatix“-Crew: Weihnachtsgrüße aus Down Under!

Rolex Sydney Hobart Race 2018

Noch zwei Tage sind es bis zum Start des Rolex Sydney Hobart Race. Familie Böhnert und ihre „Lunatix“-Crew feiern schon Heiligabend