Monat: Dezember 2018

Neue Navigations-App: Navico C-MAP Embark

Navico, einer der größten Hersteller von Schiffselektronik, gab den Start von C-MAP Embark bekannt, einer neuen nautischen Navigations-App bekannt. C-MAP Embark basiert auf Kartendaten von offiziellen hydrographischen Büros. Diese Daten werden kontinuierlich aktualisiert und aus Tausenden von Datenquellen ergänzt, um Lücken in Küsten- und Binnengewässern zu schließen. Die Karten werden monatlich aktualisiert und arbeiten plattformübergreifend, sodass Nutzer immer die aktuellsten Karten auf Ihrem Smartphone, Tablett oder PC haben. Die Karten sind so gestaltet, dass sie alle Informationen enthalten, die für eine sichere Navigation erforderlich sind, aber dennoch eine saubere und klare, benutzerfreundliche Ansicht bieten.

Die Karten passen die Farben und den Kontrast je nach Licht automatisch an, so dass sie immer gut abzulesen sind. Individuelle Konfigurationsmöglichkeiten erlauben die Anpassung an eigene Vorstellungen. Für Angler wurde ein Konturmodus entwickelt, der eine hochauflösende Sicht auf die Unterwassertopografie bietet und den Benutzern so hilft, die besten Angelplätze zu finden. Ein 3D-Modus erlaubt das zielgenaue Folgen einer Route z.B. entlang von Tiefenlinien o.ä. Die App bietet zudem hilfreiche Tipps und Informationen über lokale Yachthäfen, Häfen, Strände, Geschäfte und vieles mehr. Für Nutzer des Premium-Paketes besteht die Möglichkeit, Offline-Karten und Wetterberichte herunter zu laden. Embark ist sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop PCs verfügbar. So können Routen Zuhause geplant, und an Bord auf dem Mobilgerät abgerufen werden! C-MAP Embark bietet eine kostenlose zweiwöchige Testversion an und steht bei Google-Play und im App-Store zum Download bereit.
www.c-map.com

Tag 14 =>Osterinsel – Held an Bord

Sa., 22.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1665, 14.800 sm von HH
Nach drei Stunden Dümpelei werden wir dann doch tätig. Der Blister (das bunte Leichtwindsegel) wird hergeholt. Das Setzen gelingt problemlos. Wir haben einen Bergeschlauch, eine dünnen Hülle aus Tuch, in dem der Blister steckt. Dieser Schlauch wird mit einem Fall (das sind die Bänder die im Mast bist nach oben führen) bis in die Mastspitze gezogen. Anschließend wird mit einer Leine der Schlauch zusammen gerafft und das Segel entfaltet sich. Wir nehmen Fahrt auf, das Segel verrichtet seinen Dienst. Soweit so gut.
Die Freude währt nicht lange. Natürlich kommt nach kurzer Zeit wieder Wind auf. Der Blister muss zurück in seinen Schlauch. Kein Problem. Das klappt als ob wir Profis wären. Dann zieht Achim an dem Fall, um den 15 Meter langen Schlauch wieder an Deck zu holen. Er zieht und zieht. Nichts. Das Fall ist verklemmt. Uns ist klar, dass der Schlauch nicht am Mast hängen bleiben kann. Die 50 cm dicke Wurst schlackert ungesichert hin und her und würde sich aufreiben. Dann käme der Blister aus seinem Gefängnis und brächte uns bei viel Wind in arge Schwierigkeiten.
Es gibt nur einen Weg das verklemmte Fall zu lösen: wir brauchen jemanden, der in den Mast klettert. Alle Augen auf Achim. Etwas blass um die Nase holt er sein Klettergeschirr. An dem befestigen wir ein weiteres Fall, so dass ich ihn von unten sichern kann, falls er abrutschen sollte. Das verhindert einen Einschlag auf Deck. Diese Methode wenden wir immer an, wenn Achim in den Mast klettern muss. Nur dass wir sonst ruhig im Hafen liegen, ohne Schiffsbewegung. Nicht verhindern kann die Sicherung, dass Achim, sollte er den Halt verlieren, in der Dünung hin und her pendeln wurde. Ohne Verletzungen bekäme er kaum den Mast wieder zu fassen. Die Beschleunigungen in sechstzehn Meter Höhe sind enorm.
„Gut stramm halten“, gibt Achim mir auf den Weg, „du darfst nicht die Spannung verlieren.“ Ich nicke nervös. Dann erklimmt er auch schon die ersten Maststufen. Ich halte das Fall auf Spannung. Plötzlich ist Schluss, ich merke, dass er nicht weiter klettert. Ein Blick nach oben. Achim hängt in sechs Meter Höhe an der ersten Saling. In inniger Umarmung klammert den Mast. „Ich brauche eine Pause“, ruft er mir zu, „es schaukelt ganz ordentlich.“ Du lieber Himmel. Und er muss noch zehn Meter höher. Mir zittern die Knie. Wie mag Achim das erst ergehen? Dann merke ich, dass er weiter klettert. Wenn sich Atanga ganz besonders schlimm auf die Seite legt, ist oben Pause. Ich sehe wieder die Umarmung. Was Achim sonst routiniert wie ein Affe erledigt, dauert heute ewig. Ich konzentriere mich auf mein Fall. Vom Ziehen tun mir hier unten schon die Hände weh. Ich mag nicht dran denken, wie es seinen Händen geht.
Oben angekommen ist das Problem recht schnell gelöst. Der Schäkel hat sich unglücklich hinter einer Rolle verklemmt. So stark verkeilt als wäre er mit einem Hammer dort hinein getrieben worden. Die Lösung heißt Schäkel öffnen und den Schlauch auf Deck fallen lassen. Achim hat zum Öffnen seinen Letherman dabei. Das ist pures Glück. Darüber nachgedacht hat er nicht. Er hätte dann tatsächlich ein zweites Mal klettern müssen :mrgreen: Mit zittrigen Gummihänden öffnet er den Schäkel. Dort oben hat der Mast Ausschläge von drei Metern zu jeder Seite. Und das bei nur 10 Grad Krängung. Einige der Wellen drücken uns durchaus noch kräftiger auf die Seite. Dazu kommen die Fliehkräfte, die ich schon an Deck spüre und zeitweise aus der Bahn geworfen werde. Da soll man wohl Gummiarme haben.
Ich trete zur Seite. Der Bergeschlauch kommt runter. Schnell hole ich die Hälfte an Deck, die ins Wasser gefallen ist. Dann kommt Achim runter. „Ich habe Wackelbeine“, grinst er mich an. Das Grinsen fällt noch etwas schief aus. :-) Wir umarmen und beglückwünschen uns. Tausend Steine fallen mir vom Herzen. Wir tanzen, jubeln und freuen uns. Ein paar Blessuren vom fest klammern an Oberarmen, Schienbeinen und Handgelenken sind nicht der Rede wert. Später in der Nacht lese ich im Logbuch, dass er unter die Beschreibung des Geschehens ‚Horror‘ geschrieben hat.
Das Segel kann nichts dafür, trotzdem steht Morgen bei Ebay Kleinanzeigen: Blister zu verkaufen.
Essen: Abendessen: Würstchen (so eine Art Hot Dog Wurst aus Bahía) mit dem Kartoffelsalat und Krautsalat (auch mal schön nicht kochen zu müssen) Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Die verbliebenen Würstchen vom Vorabend in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln angebraten. Spiegelei drauf. Fertig. Dazu Cole Slaw (amerikanischer Krautsalat mit Mayo/Joghurt und Möhren – meine Kohlköpfe, die als Langzeitgemüse gedacht waren, neigen zum Gammeln und müssen verarbeitet werden). Ein Rest vom Milchreis zum Nachtisch.
Meilen: Tagesmeilen 80 , Rest 925 sm auf direktem Weg

Irgendwas ist immer!

{Time:15:00:00}
{Date:20181222}
{Position:15°24.5400’N, 030°09.2800’W}
{Direction/Speed:265°/ 6kn}
{Place:Atlantico} 
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1014/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:10kn/NE}
{Wave:1,5m}
{Vimeo:}
{Photo:20181222}
{Title:Irgendwas ist immer!}

Kleine Mastbesteigung auf See

Gestern habe ich noch erzählt: „Richtig gemein ist es dem ungeliebten Marinanachbarn ein paar Schrauben auf Deck zu werfen und dann am direkt daneben gelegenen Cafe einen Drink zu bestellen und zuzuschauen wie er anfängt, nervös zu suchen wo die Schrauben hergekommen sind.“

“Sag mal Micha. Ich hab da unter dem Dinghy eine Schraube liegen gesehen.“ Ich frage mich grade ob Andy mich jetzt auf den Arm nehmen will. „Hol mal bitte.“ Er drückt mir eine 316er 8×30 Maschinenschraube mit Sprengring in die Hand. „Hmm.“ Er macht keinen Witz. Ich brauche bestimmt zwei Minuten um zu wissen wo die herkommt. „Die kommt vom Signalhorn. Das war eh schon locker.“ Ich überlege kurz ob man da jetzt mal eben hochgeht. Der Wind schläft grade ein. Besser jetzt als später. Gerd zieht mich im Bootsmannstuhl hoch und schnell ist die Schraube wieder an ihrem Platz. Irgendwas ist immer.

Wir werden langsam. Erst am Heiligen Abend soll frischer Wind kommen. Ich denke mal für den Rest der Überquerung. Na denn. Ich habe ein Kilo Squid aus dem Freezer zum Auftauen in die Spüle gestellt. Meine Gedanken kreisen darum, wie ich diese am besten zu einer neuen kulinarischen Komposition mit Bordmitteln verwandeln kann. Die graue Wolkendecke hat sich wie bestellt bei 30° verzogen. Das Satellitenbild und die GRIB Vorhersage zeigen derzeit keine Wolken auf unserem weitern Weg. Die Sonne knallt und meine Mitsegler finden sich mit Sonnencreme im Cockpit zusammen zum allgemeinen Klön. Auch die Bluetooth Verbindung zum Autoradio findet sich schnell. Prima, dass ich meine Eignerkabine habe und hinter der Tür meine eigene kleine Welt habe. So ein bisschen Privacy hat es schon in sich. Gut für mich. Gut für die Crew.

Mitsegeln auf der MARLIN!

Tag 13 =>Osterinsel – Wunderbar

Fr., 21.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1664, 14.720 sm von HH
Die letzten 24 Stunden läuft es ganz prima. Halber Wind, Stärke vier, angenehme Schiffsbewegung. Eine Art Genuss-Segeln. Mittags kommt dann der Einbruch. 10 Knoten, 8 Knoten, dann nur noch 5 Knoten Wind. Wir treiben mehr als dass wir segeln. Immerhin in die richtige Richtung. Da wir kaum noch Fahrt machen, spielt die Dünung mit uns Ping Pong. Der fehlende Druck in den Segeln lässt das Groß hilflos hin und her schlagen. Mit einem Knall beutelt sich das Tuch zur windzugewandten Seite aus und kommt mit einem neuen Knall zurück. Das ist nervig und hält aufs Material. Das Groß-Segel bergen wir und lassen uns von der Genua ziehen. Dieser schwache Wind ist eindeutig Blister Wind. „Jetzt bloß nicht hektisch werden“, stoppen wir aufkeimenden Aktionismus. Wir sitzen das erst mal aus. Die letzten Tage haben gezeigt, dass sich ein Segelmanöver kaum lohnt. Zu schnell ändern sich die Windstärken. Mal sehen, wenn es so bleibt, können wir am späten Nachmittag noch immer tätig werden.
Wetter: Es ist weiterhin kalt. Das Wasser hat seinen vorläufigen Tiefpunkt mit 20 Grad erreicht. Die Sonne scheint nur am Nachmittag. Einen glühenden Sonnenaufgang gab es bislang noch gar nicht. Die Vormittage sind garstig grau mit tief hängenden Wolken. Regen hatten wir bislang noch keinen. Das ist ja auch was. Essen: Abendessen: Gebratene Kasseler-Koteletts (zweite Hälfte aus dem Packet) mit Kartoffelsalat (Hamburger Art mit Ei, Gewürzgurke und Apfel) und Krautsalat (ein Kohlkopp musste weg) Frühstück: Ganz frisches Brot mit hartgekochtem Ei und Tomate Mittag: Milchreis mit Zimt und Zucker
Meilen: Tagesmeilen 109 , Rest 1.007 sm auf direktem Weg

Start zur Atlantiküberquerung

{Time:12:00:00}
{Date:20181220}
{Position:15°10.9400’N, 023°45.3500’W}
{Direction/Speed:270°/ 8kn}
{Place:Tarafal, Cabo Verde Islands}
{Target:Union Islands}
{Temp Air/Pressure:1015/28°C}
{TempWater:23,0°}
{Wind:20kn/NE}
{Wave:0m}
{Vimeo:}
{Photo:20181220}
{Title:Start zur Atlantiküberquerung}

Tiefenentspannung erreicht

MARLIN ist wieder frei. Der Anker gelichtet, CREW 50 vollständig, die Wassertanks sicherheitshalber voll, die Batterien ebenso und am Generator ist der letzte Einlauf-Intervall zu Ende. Ventile eingestellt – Er hat jetzt seinen vorschriftsmäßigen Dienst aufgenommen. 15.000 Stunden bis zur ersten Überholung in einer Werkstatt sind geplant. Na da sind wir ja mal gespannt. Das sind rund 15 Jahre. Da werde ich wohl kaum noch mit der MARLIN segeln.

Der Mast der MARLIN wackelt gemütlich bei raumschoten Passatwind und südlich von uns passieren wir die Insel Fogo. Die Stimmung ist vollendet. Ein beständiges Segel-Glücksgefühl hat sich breitgemacht. Der Beginn einer lang erwarteten Seereise ist eingetreten. MARLIN und ich geben sich alle Mühe den Törn ruhig und angenehm zu beginnen. Das Groß im zweiten Reff läuft das Schiff wie auf Schienen, teilt den Atlantik in Nord auf der Steuerbord und Süd auf der Backbordseite. An Deck steht eine große Portion Yellowfin Thunfisch zum Auftauen. Etwas Wahoo habe ich gestern in Tarrafal auf dem Markt noch erstanden. Die Crew hat am Morgen die letzten Escudos noch in Süßigkeiten investiert. Na, dann habe ich ja wieder eine Challenge. „Finger weg vom Süßigkeitenschrank.“

Bei Lunatronic habe ich einfach Betriebsferien angeschlagen. Ziel: Entspanntes Segel auch für mich und keine täglichen kleinen und großen Probleme per e-mail. Eike hat uns zum Jahresende verlassen und Mitte Januar komme ich nach Deutschland um zu entscheiden wie es weitergeht. MARLIN wird dann in Trinidad an Land stehen. Braucht sie auch dringend. Das Unterwasserschiff, aber auch das sogenannte Toppainting benötigen dringend Pflege. So ein Schiff kann nicht nur fahren, es braucht ab und an eben auch mal Liebe und Zuneigung. Ab dem 16. Februar soll es schon wieder durch die Antillen nach Norden bis nach Martinique gehen. Jan lernt schon fleissig französisch nehme ich an. Denn der Passageplan ist seiner. Zwei Plätze sind auf diesem Törn noch frei. Wer dem deutschen Winter also entfliehen will, hat hier die Chance auf der MARLIN einzuchecken und die Antillen mit Jan oder mir kennen zu lernen. Wer genau Skipper sein wird, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden, denn die Buchungen für die Antillen sind eher zurückhaltend. Hatten wir uns ja etwas anders vorgestellt. (Micha kratzt sich am Kopf und runzelt die Stirn) Anderen Anbietern geht es zwar auch nicht anders, was mir nun auch grade nicht so hilft. Mit knapp 1.450 Euro für 12 Tage auf der MARLIN finde ich eher zu günstig, als zu teuer. Nun gut. Kann man nix dran ändern im Moment und will ich auch nicht während der nächsten zwei Wochen. Die gehören meinen Gästen.

Im Cockpit der MARLIN geht es entspannt zu. Harald repariert die Dusche der Badeplattform, die immer gerne tropft. Ich glaube auch nicht, dass sie jemals wirklich damit aufhören wird, das ist eher so ein allgemeines Problem an den Duschen der Badeplattformen auf allen Schiffen. So. Es wird Zeit. Ich werde mich mal um das Abendessen kümmern. Malschauen was reif ist und was gekocht werden muss. Der Wind heute Nacht wird etwas frischer werden…

Mitsegeln auf der MARLIN!

Notfackel ohne Pyrotechnik: ODEO Distress Flare

Die ODEO Distress Flare soll die pyrotechnischen Notfackeln an Bord ersetzen und somit in zweifacherweise für mehr Sicherheit sorgen. Zum einen sollen Unfälle mit der Pyrotechnik vermieden werden und zum anderen kann die ODEA Flare im Notfall länger im Einsatz sein, da die Akkuleistung die Brenndauer einer üblichen Fackel übertrifft. Der Hersteller spricht von mindestens acht Stunden bei voller Leistung. Die Energie liefern vier Lithiumbatterien. Außerdem kann die ODEO frei erworben werden, und im Fluggepäck mitgenommen werden.
www.odeoflare.com

Tag 12 =>Osterinsel – Halbzeit

Do., 20.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1663, 14.611 sm von HH
Die Hälfte der Strecke liegt jetzt im Kielwasser. Ob es wirklich Halbzeit oder nur Halbstrecke ist, wird sich zeigen. Leider haben wir bereits vor unserer Abreise ein langgezogenes Flautengebiet zwischen uns und der Osterinsel gesehen. Über hunderte Meilen erstreckt es sich als schmales Band von Südamerika weit in den Pazifik hinein. Ein lokales, dauerhaftes Hochdruckgebiet sorgt für Windarmut in dieser Region. In vier, fünf Tagen erreichen wir dieses Gebiet. Das wird spannend.
Der wechselhafte Wind hat sich etwas normalisiert. Die Sprünge sind nicht mehr ganz so heftig und es überwiegt seit zwölf Stunden ein konstanter Wind mit vier Windstärken. Der Wind kommt etwas vorlicher als halber Wind, so dass wir seit heute Morgen flott unterwegs sind. Daumen drücken, dass dies so bleibt.
Die Stimmung an Bord ist durchgängig gut bis sehr gut. Abgesehen von heute Vormittag. Da war der Skipper etwas unleidlich. Ein Spleiß, den er in unsere Ankertrosse arbeiten wollte, ging nicht wie gewünscht von der Hand. Da wird die Crew schon mal ungerecht angemeckert. Nur weil ich mit der Kamera vor seiner Nase gefuchtelt habe, um den schleppenden Fortschritt der Arbeit festzuhalten. Mir wurde gedroht, dass ich auf Pitcairn ausgesetzt werde. Unverschämtheit.
Die Ankertrosse brauchen wir als Kettenverlängerung, um vor der Osterinsel sicher ankern zu können. Die Ankerplätze sind 20 Meter tief, da reichen unsere 50 Meter Kette nicht aus. Der Spleiß ist trotz Grummelei dann noch was geworden, so dass es jetzt los gehen kann. Von mir aus könnten wir schon da sein. So toll ist das Rumgeschippere hier draußen dann auch wieder nicht.
Essen: Abendessen: Bohneneintopf von dreierlei Bohne mit Möhren (frisch) und Speck (getrocknete Black Eye Peas, kleine weiße Bohnen und schwarze Bohnen gemischt, über Nacht eingeweicht). Der Speck ist aus Südtirol, ein Mitbring aus Deutschland und extra für diese Fahrt aufbewahrt. Frühstück: Brot mit Käse, Salami und einer Art Mortadella Mittag: Der Rest vom Bohneneintopf und zum Nachtisch eine halbe Wassermelone.
Meilen: Tagesmeilen 106 , Rest 1.115 sm auf direktem Weg

LSC zieht sich aus Segelbundesliga zurück

„Wir haben lange mit uns gerungen. Aber letztlich hat die Vorstandschaft mit sehr großer Mehrheit den Ausstieg beschlossen.“ Der LSC musste in diesem Jahr erkennen, dass das Format der Bundesliga nur bedingt für den Verein geeignet ist. Der Lindauer Segler-Club war in der Saison 2018 aus der Ersten Segel-Bundesliga abgestiegen und wäre 2019 in der Zweiten Liga startberechtigt. „Wir sind in diesem Jahr in der Ersten Liga leider bei nahezu jedem Event Letzter geworden“, so Bay.

„Ob wir uns im kommenden Jahr in der Zweiten Liga halten können, wäre fraglich. Es ist für uns ein Akt der sportlichen Fairness, frühzeitig auf den Start zu verzichten und dem nachrückenden Verein beizeiten die Gelegenheit zur Saisonvorbereitung zu geben“, heißt es in dem Vereinsstatement. Der LSC hatte in den vergangenen Jahren stark vom Erfolg der Mannschaft um Veit Hemmeter und Fabian Gielen profitiert. Doch die Spitzen-Ligamannschaft wechselte zum Start der vergangenen Saison zum Bayerischen YC, legte dort eine starke Saison hin und wurde Vize-Meister. Für den LSC erfolgte nach dem Weggang von Hemmeter und Gielen der Abstieg.

„Unser Fehler der vergangenen Jahre war sicher, dass Hemmeter und Gielen immer in Bestbesetzung angetreten sind und der Verein keine zweite Mannschaft aufgebaut hat“, so Bay.

Die Mitglieder des traditionsbewussten Clubs konnten sich nur zum Teil mit dem neuen Format der Segelbundesliga identifizieren. „Wir prüfen jetzt, ob wir mit neuen, jungen Seglern in der Junioren Segelliga von unten her eine frische Mannschaft aufbauen. Wir sehen uns durchaus als sportlichen und wettbewerbsorientierten Verein; wir müssen aber zuerst die Basis und nicht den Spitzensport stärken“, sagt Bay. „Wir setzen deshalb auf unser Projekt ‚Schiffswerfte‘, in dem wir ein Segel- und Ausbildungszentrum auf der Lindauer Insel planen. Erst wenn diese Früchte reif sind, können wir wieder ein erneutes Engagement in höheren Ligen planen.“

Für den LSC ist es indes nicht der erste Rückzug aus der Bundesliga. Bereits in 2014, ein Jahr nach dem Start des neuen Formats, hatte das Team vom Bodensee seine Mannschaft zurückgezogen. Mit dem Einstieg von Veit Hemmeter und seiner Mannschaft gelang aber schon 2015 ein starkes Comeback. Die Mannschaft wurde nach dem Wiedereinstieg auf Anhieb Zweitliga-Meister, setzte den Höhenflug in der ersten Liga fort. 2016 segelte der LSC auf Platz vier der Ersten Liga, qualifizierte sich für die Champions League und wurde dort schließlich Zwölfter. Nach einer durchwachsenen Saison 2017 mit Platz neun in der Bundesliga folgt der Ausstieg der erfahrenen Ligasegler und damit der Anfang vom nun offiziell erklärten Ende.