Monatsarchive: Dezember 2018

Rio, Rigg und Ruinen

Nikes Vlog II #27: <p>
	Nikes Vlog II #27</p>

Während „Karl“ noch im Rio Dulce auf ein neues Rigg wartet, erkunden Nike und Mathieu die Ruinenstätte Tikal

Tag 19 =>Osterinsel – Wasser Camping

Do., 27.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1670, 15.222 sm von HH
Im Grunde genommen ist so ein Langstreckentörn wie Campen in einem Zweimannzelt auf einer vom Regen durchgeweichten Wiese während eines Festivals: alles etwas primitiv und schmuddelig. Unseren Abwasch erledigen wir in einer Mikromenge Wasser (ein bis anderthalb Liter). Mehr können wir in unser flaches Abwaschbecken bei Schräglage nicht füllen. Eine echte Fehlkonstruktion auf dem Kahn. Mit so einer kleinen Menge Wasser kann man nicht vernünftig spülen. Stärkehaltige Speisereste, wie Kartoffeln, bleiben unweigerlich an den Tellern haften. Das trocknen wir mit dem Geschirrhandtuch einfach weg. Nach drei Tagen ist das Handtuch steif und nach fünf fängt es an zu müffeln. Ein Quell der Freude sind auch die Anti-Rutschmatten mit denen die Ablageflächen in der Pantry gepflastert sind. An den Farbflecken kann man die Speisefolge der letzten Tage erkennen. Einen Abklatsch-Test würde ich auf den Dingern nicht machen wollen.
Im Salon liegt dick der Staub. Auf den Laptop Deckel steht Sau geschrieben. Im Cockpit wehen Brotkrümel in die Löcher der Gräting. Dort liegen sie in guter Gesellschaft mit Paprikakernen, verlorenen Reiskörnern und verschütteter Milch. Aus dem Waschbecken Haare fischen, das Cockpit von der Salzschicht befreien und die Pantry halbwegs in Ordnung halten, das liegt grade noch drin. Vor ein paar Tagen habe ich im Salon den Fußboden mit einem Handfeger gefegt. Das ist anstrengender als ein Marathon-Lauf, obwohl es schon echt schaukelfrei war. Der Rest muss bis zur Ankunft so schmuddelig bleiben.
Auch bei dem Mahlzeiten verrohen die Sitten. Mit Messer und Gabel essen, ist die meiste Zeit unmöglich. Eine Hand hält den Teller (wir nehmen meistens Schüsseln, da flutschen die Eier nicht so leicht runter, wenn man mal eine halbe Sekunde nicht aufpasst), die andere Hand hält die Gabel. Brocken, die zu groß für den Mund sind, werden durchgebissen und der überschüssige Rest in die Schüssel zurück fallen lassen. Achim leckt schon mal einen Teller ab. „Du willst doch nicht so viel Sauce im Abwaschwasser haben“, guckt er mich unschuldig an.
Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Klopapier. Das sammeln wir in einem kleinen Eimer im Bad. Das Papier aus der Plastiktüte entleere ich dann außen Bords. Natürlich zur windabgewandten Seite. Das hat trotzdem seine Tücken. Man kann den Beutel nicht einfach über die Reling hängen und glauben, dass der brisante Inhalt in die Fluten gleitet. Wie kleine, weiße Drachen fliegt das Papier in die Höhe, gerät in Windwirbel neben dem Schiff und wird geschickt aufs Deck zurück geleitet. Selbst wenn ich mich ganz tief über die Fußreling beuge, gibt es diese Wind-Strudel. Da gilt es, den Kopf flach zu halten. Eine Tätigkeit, die Achim komplett verweigert. Wer einmal gebrauchtes Klopapier von Deck gesammelt hat, der weiß wie Langstrecke schmecken kann. :mrgreen:
Wind und Wellen: In einem konstanten Süd-Ost-Passat von 12 bis 14 Knoten ziehen wir seit über 24 Stunden unsere Bahn. Squalls und Flautengebiete sind verschwunden. Perfektes Segelwetter, möchte ich sagen. Eine Dünung von zwei Meter hebt uns an, um uns im nächsten Wellental sanft wieder abzusetzen. Bei jeder zehnten Woge harmoniert das Zusammenspiel von Welle und Schiff nicht perfekt, dann werden wir garstig auf die Seite gedrückt. Wir haben trotzdem nichts auszustehen. Dazu das blaue Meer mit einem Blau so blau.
Essen: Abendessen: Spaghetti Bolognese Frühstück: Brot mit Salami, Käse und Mortadella Mittag: Bratnudeln mit Ei. Unsere Orangen entpuppen sich als reine Saftorangen. Aus ihrem Saft plus dem einiger Limetten koche ich mit etwas Ingwer einen Sirup. Der kommt als Topping auf Apfelstücke mit Joghurt. Schleck!
Meilen: Tagesmeilen 101 , Rest 515 sm auf direktem Weg. Noch fünf Tage, sagt die realistische Prognose. Vielleicht sechs.

„Wild Oats XI“ siegt im Weihnachtsklassiker

Rolex Sydney Hobart Race 2018

Das „Wild Oats XI“-Team ist in Down Under nach drei enttäuschenden Jahren wieder obenauf: Der Stolz der Oatley-Familie siegte im Wettkampf der Super-Maxis

“Wild Oats XI” zurück an der Spitze

In einem spannenden Finale des 628 Seemeilen langen Rennens von Sydney an der australischen Ostküste in das tasmanische Hobart konnte der weiße Supermaxi die leichten Winde im Finale nutzen und sich an der lange führenden „Comanche“ (USA) vorbeischieben.

Kurz vor dem Sonnenaufgang am 28. Dezember und rund 45 Seemeilen vom Ziel entfernt hatte die „Wild Oats XI“ mit der Titelverteidigerin „Comanche“ gleichgezogen. Danach ging es in das Mündungsdelta des Derwent River, und hier spielte die Rekordsiegerin mit Skipper Mark Richards ihre ganze Erfahrung aus. Richards hatte schon vor dem Start angesichts der Wettervorhersage ein gutes Gefühl, und das sollte sich im Finale bewahrheiten. Die „Wild Oats“ war unter diesen Bedingungen nicht mehr zu halten, hatte schnell fünf Seemeilen zwischen sich und die nächsten Verfolger gelegt. Und diesen Vorsprung ließ sich das Team von Mark Richards auch nicht mehr nehmen.

Die aktuelle Crew mit einer Erfahrung von über 270 Teilnahmen am Sydney Hobart knüpfte damit an die lange Erfolgsserie der Oatley-Familie an. Von 2005 bis 2014 hatte die 100-Fuß-Yacht acht Siege nach gesegelter Zeit für die Eigner eingefahren, dabei zweimal einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Und auch zweimal durfte die „Wild Oats XI“ das Double aus Sieg nach gesegelter und berechneter Zeit feiern.

Danach gab es aber eine Durststrecke von zwei Renn-Aufgaben und einer Bestrafung im vergangenen Jahr, die trotz Platz eins im Ziel den Sieg und den neuen Streckenrekord kostete. Den sicherte sich 2017 die „Comanche“. Nun konnte sich die große Siegerin revanchieren. Nachdem die „Comanche“ lange das Feld angeführt hatte, gehörte das Finale der „Wild Oats XI“. Für die Titelverteidigerin ging es in einem engen Duell mit der „Black Jack“ lediglich um den zweiten Platz.

Immerhin bleibt der „Comanche“ der Streckenrekord, denn mit einer Siegerzeit von über 1 Tag und 19 Stunden war die 74. Auflage rund zehn Stunden langsamer als die vergangene Auflage.

Kleine Rollertour durch Kaş

Wahrscheinlich habe ich es schon einmal erwähnt: Kaş ist für mich der schönste Ort in der Türkei, meine Wahlheimat für die nächsten Monate. Nicht nur das
Segelrevier ist absolut perfekt, die Marina ein Traum, die Menschen so unglaublich freundlich. Auch der Ort ist einfach nur schön – selbst im Winter. Eine kleine Rollertour durch die Altstadt von
Kaş

HSC verlässt das TW-Team

Zur 130. Travemünder Woche (19. bis 28. Juli 2019) verteilt sich die Verantwortung der Wettfahrtleitungen auf zwei starke Schultern. Der Lübecker YC und der NRV Hamburg werden mit ihren Teams dafür Sorge tragen, dass die Segelwettbewerbe als Kern der Segel- und Festivalwoche den hohen Ansprüchen der Traditionsveranstaltung gerecht werden. Unterstützung bekommt die Travemünder Woche zudem von der Hansestadt Lübeck in ihrer Rolle als Mitveranstalter.

Die Zahl der für die Regatten verantwortlichen Vereine reduziert sich für 2019 von drei auf zwei. Hintergrund ist der Ausstieg des Hamburger SC als Mitveranstalter. Der HSC gehörte seit 90 Jahren zum Veranstalterkreis der Travemünder Woche. Damit verkörperten der NRV und der HSC den Ursprung der Segel-Großveranstaltung, die 1889 durch den Wettbewerb der Hamburger Kaufleute Hermann Wentzel und Hermann Dröge vor Travemünde entstanden ist.

In einem Vorstandsbeschluss im Herbst hat sich der HSC aber von seiner Rolle als Mitveranstalter bei verschiedenen Großveranstaltungen, darunter auch der Kieler Woche, zurückgezogen. „Wir bedanken uns, dass der HSC der Travemünder Woche über so viele Jahrzehnte als Mitveranstalter zur Seite stand, und bedauern es sehr, dass der HSC sich nun nicht mehr in der Lage sieht, diese Segelsportwoche aus Kostengründen weiter mitzutragen“, sagt Frank Schärffe, der Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH.

In jedem Jahr schultern rund 300 Ehrenamtler die Aufgaben der zehn Tage an Land und auf dem Wasser, um für die Segler ein perfektes Feld zu bereiten. Die Helfer sind zu einer richtigen TW-Familie zusammengewachsen, die gern ihren Urlaub einbringen, um bei dem Event dabei zu sein. Neben den veranstaltenden Vereinen LYC und NRV gehören viele Helfer aus anderen Clubs dazu. „Wir freuen uns über jeden Helfer, der uns in welcher Funktion auch immer unterstützt – sei es als Wettfahrtleiter, Startschiffcrew, Sicherungsbootfahrer oder in den vielen Aufgaben an Land“, sagt Frank Schärffe. Unabhängig von der offiziellen Rolle des HSC bleibt das intensive Verhältnis zwischen den Vereinen bestehen – auch über die Travemünder Woche hinaus. Denn in verschiedenen Trainingsgruppen und Zusammenstellungen von Segelteams gibt es Kooperationen.

Für die 130. Travemünder Woche haben die veranstaltenden Clubs LYC und NRV ein starkes Programm mit Meisterschaften auf der Seebahn, in leistungsstarken internationalen Klassen sowie im Jugend-Bereich und in der Segelbundesliga zu stemmen. Das genaue Programm und das frisch gedruckte Veranstaltungsplakat werden traditionell zum Empfang der Travemünder Woche am 20. Januar (17 Uhr) zur boot in Düsseldorf präsentiert.

Unter Deck der First 27

Zum Selbstverständnis einer Seascape / First 27 gehört nicht nur, dass die Yacht schnell segeln kann und regattatauglich ausgerüstet ist, sondern auch, dass die Crew auf ihr übernachten und an regattafreien Wochenenden oder während der Sommerferien mit ihr auf Törn gehen kann – allein, mit Freunden oder der Familie.

Den Mittelpunkt des Salons bildet der Schwert- beziehungsweise Kielkasten. Zu beiden Seiten des Kiel­kastens sind Sitzbänke aufgestellt, die im Salon eine Länge von zwei Metern erreichen und unter dem Cockpitboden nochmals (ohne Polsterauflage) zwei Meter weiterlaufen. Dieser Platz ist ideal zum Stauen von Kleidung, Schrubbern, sonstigen Sachen. Unter der Niedergangstreppe findet man nicht, wie sonst üblich, den Zugang zum Motor, sondern eine Kühlbox.

Weiter vorn verschließt eine Falttür den Weg ins Vorschiff. Einmal kurz in den Knick gestupst, faltet sich die Tür zusammen und gibt den Durchgang frei. Auf der Steuerbordseite kommt man an einer separaten Nasszelle vorbei. An Backbord sieht man einen kleinen Segelstauraum. Eine zweite Falttür, welche die vordere Dreieckskoje vom Rest des Aufbaus separiert, kann vor die Nasszelle geschwungen werden. Tatsächlich ist diese Kabine mit einer richtigen Seewassertoilette ausgestattet.

Bewegungsfreiheit, zum Ankleiden beispielsweise, gewährleistet der kleine Flur und eine vernünftig dimensionierte Decksluke. Wird sie geöffnet, kann man im Durchgang aufrecht stehen. Ansonsten ist keine Stehhöhe vorhanden. Nirgendwo. Maximal 1,45 Meter werden erreicht. In einer nur siebeneinhalb Meter langen Yacht, die schnell und konkurrenzfähig Rennen absolvieren soll, darf man eben keine Stehhöhe erwarten. Die Distanz von 1,05 Metern zwischen Bank und Decke garantiert immerhin komfortables Sitzen.

Gekocht wird entweder auf einem mobilen Gaskocher, für den es eine Gurt-Aufhängung gibt, die von der Decke baumelt, oder an einem extra Pantry-Block mit Spüle und Spirituskocher, der anstelle des Segelstauraums aufgebaut wird.

Wichtig zu wissen ist, dass sehr viele Teile, vor allem diejenigen, die seitens der Klassenvorschriften nicht erforderlich sind, ausgebaut und weggeräumt werden können. Und zwar im Nu. Die Türblätter werden ausgehängt, der faltbare Tisch abgeschraubt, die Crewtaschen, in denen die Mannschaft ihre persönlichen Sachen lagert, einfach aus ihren Halterungen genommen. Stauraum unter Deck ist eher Mangelware, denn große Teile der Kojensockel dienen als luftdichte Auftriebskörper.

SV Carina – Erika Neumann GER

VANUATU – NEUSEELAND – 1150 MEILEN GEGEN DEN WIND

08. Nov 2018 14:00
Der Motor läuft, der Anker ist gelichtet. David, Mathilde, Chris und Jennifer winken ‚far well‘. Vor mir liegt die letzte aber auch unangenehmste und schwierigste Etappe dieses Jahres – die Überfahrt von Vanuatu nach Neuseeland. Eine Etappe gegen den Wind in einer sehr instabilen Wetterzone. Es geht auf die mittleren Breiten zu und damit leider heraus aus der Passatwindzone.

Nur sehr ungern verlasse ich Port Resolution auf der Insel Tanna. Zu schön war es hier, am Fuße des Vulkans, bei den freundlichen Bewohnern der so ursprünglich pazifischen Dörfer. Aber es ist Zeit weiter zu ziehen. Die Wirbelsturmsaison naht mit Siebenmeilenstiefeln.
Bei 4 Bft aus Ost und strahlendem Sonnenschein segelt die Carina heraus aus der Bucht und entlang der Ostküste Richtung Süden.
Die Strahlen der nun tief stehenden Sonne brechen sich an den Wolken und scheinen über die Bergrücken herabzufliessen wie unzählige Wasserfälle. Die Sonne geht hinter den Bergen unter und es sieht aus als würde dort ein gigantisches Feuer brennen. Es wird eine ruhige Nacht auf See und noch lange sehe ich den Vulkan leuchten.

DISCOLOURED WATERS
Ich segle nun schon den zweiten Tag hart am Wind bei 4 Bft und 2 m Welle und es ist bedeutend angenehmer als erwartet. Ich sitze im Cockpit in der Sonne und blicke aufs Meer, wie jeden Tag, da plötzlich erreicht ein leichter Geruch von Schwefelsäure meine Nase. Wo kommt das her? Schnüffelnd laufe ich übers und ins Schiff. Nichts! Es muss vom Meer kommen. Das Meer sieht seltsam aus. Mitten im tiefblauen Meer sehe ich große hellgrüne Flecken. ‚Discolored waters‘! Gelesen hab ich das in den Seekarten schon öfter aber bis heute noch nie gesehen. Es ist irgendwie unheimlich. Wie sowas sein kann? Nachdem ich immer noch über aktives vulkanisches Gebirge segle, stelle ich mir vor dass da tief unter mir wohl etwas brodelt das das Wasser so hellgrün verfärbt. Und das macht das ganze noch viel Unheimlicher. Nur gut dass es hier 3000 m tief ist und ich bin froh als nach einigen Meilen das Meer wieder gleichförmig dunkelblau ist.

400 Seemeilen von 1100 liegen bereits hinter mir und obwohl ich noch immer hart am Wind segle bei 4 Bft aus ESE, habe ich noch kein einziges mal wenden müssen und segle immer noch auf dem geplanten Kurs auf dem kürzten Weg meinem Ziel entgegen und das Leben an Bord ist recht erträglich.

JETZT WIRDS FRISCH
Am 11.11. überquere ich den Kreis des Steinbocks und verlasse damit die Tropen. Und es wird kühler. Hatte ich bisher zum Schlafen nur ein dünnes Leintuch zum Zudecken benutzt, habe ich jetzt den guten alten Schlafsack wieder hervorgeholt. Trug ich bisher auf See tagsüber nur einen Hauch von Nichts bin ich jetzt wieder salonfähig in T-Shirt und Hose anzutreffen. Abends brauche ich oft eine Fliesjacke und manchmal sogar ‚Socken!‘

TASMANISCHES ROULETTE
Der 5. Tag auf See
Der Wind spielt heute verrückt, kommt aus allen Richtungen mit allen Stärken von 0 bis 6 Bft. Und gerade ist mitten unterm Kochen das Gas ausgegangen. Ich nutze einen Moment der Windstille und die moderate See um die Gasflasche zu wechseln. Dazu muss ich im Cockpit recht umständlich hantieren. Gerade noch geschafft bevor es nun beständig mit 6 bis 7 Bft aus Ost bläst. Und ab jetzt regnet es in Strömen und die Wellen haben inzwischen 4 m erreicht. So war das nicht vorhergesagt.

Viele viele Wochen bevor ich diese Überfahrt gestartet hatte habe ich das Wetter beobachtet, täglich Wetterberichte heruntergeladen und verfolgt in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit die Hochs und Tiefs hier ziehen, wie sich Windrichtung und Stärke in den einzelnen Wettersystemen verhalten und mit vielen Seglern gesprochen die diese Strecke schon oft gesegelt sind.

Es kam immer aufs selbe raus. Man segelt am Besten los bei stärkerem Südostwind gegenan, also an der Vorderseite eines Hochs über Neuseeland. Muss sich also die ersten Tage etwas durchschlagen und kommt dabei zu weit nach Westen. Macht aber nichts denn bald kommt man in die Flauten-Zone durch die man unbedingt mit der geplanten Reisegeschwindigkeit durchmotoren soll um dann auf der Rückseite des Hochs die nördlichen und an der Unterseite die westlichen Winde abzubekommen die einen dann direkt nach Neuseeland schieben, das südöstlich von Vanuatu liegt. Soweit die Theorie.

(Für dejenigen, die sich jetzt etwas wundern: Auf der Südseite der Erde ist alles genau anders herum. Der Mond, der bei uns vertikal am Himmel steht, liegt hier horizontal. Steht bei uns mittags die Sonne im Süden, steht sie hier im Norden, fließt bei uns der Wasserstrudel rechts herum aus der Badewanne, fließt er hier linksherum und dreht bei uns der Wind in einem Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn, dreht er hier gegen den Uhrzeigersinn während er im Tief im Uhrzeigersinn dreht – eben alles einfach anders herum.)

Aber zurück zum aktuellen Wetter. Sobald man über den dreißigsten Breitengrad hinauskommt bekommt man die Ausläufer des Tasmanischen Wetters ab. Und da heißt es dann Roulette spielen. Wird das Wetter wirklich so wie prophezeit? Eher selten, meist ändert es sich täglich mehrmals und es kommt immer anders als man denkt. So auch hier. Noch bin ich erst bei Breitengrad 27, aber das Sturmtief über Fiji das bereits nordöstlich von mir liegt und das eigentlich Nordnordwestwärts ziehen sollte hat es sich anders überlegt, ist nun nach Südwest unterwegs und ich bekomme es leider ab. Die nächsten 3 Tage öffnet der Himmel alle Schleusen, es gießt aus Eimern, der Wind heult in den Wanten und die Wellen überrollen ungehindert die arme Carina. Sie schlägt sich tapfer, die Windsteuerung hält sie auf Kurs und ich habe alle Luken und den Niedergang geschlossen und beobachte aus dem sicheren Schiffsbauch heraus das Wasser das über die Dachluken und seitwärts über die Fenster rauscht. Und ich fühle mich geborgen und sicher in meiner kleinen Carina.

NORFOLK
Es ist inzwischen Do der 15.11 und der 7. Tag auf See. Die Winde haben mich inzwischen 80 Meilen westwärts meines geplanten Kurses vertrieben. Die Insel Norfolk, zu Australien gehörend, die 200 Meilen westlich des Idealkurses und auf gut halber Strecke liegt, passiere ich gerade mit 120 Seemeilen Abstand. Das Meer ist immer noch rau, der Himmel grau, und ich döse im Schiffsinneren auf meiner Bank.

Zzzzzzooooommm – macht es draußen.

Oh Schreck -was war das? Ein Schiff direkt neben mir? Und im selben Augenblick bin ich mit einem Satz draußen im Cockpit. Über mich ist gerade ein Düsenjäger im Tiefflug hinweg gesaust. Erstaunt und noch mit dem Schreck in den Gliedern schaue ich ihm nach, sehe den schwarzen Rauch aus seinen 4 Düsen und wie er so nahe über dem Wasser dahin fliegt und frage mich ob der ein Problem hat? Erleichtert sehe ich dass er wieder an Höhe gewinnt und gehe wieder nach drinnen. Da meldet sich das Funkgerät: ‚Sailingvessel Carina, sailingvessel Carina, this is Norfolk Airforce‘. Huch, was wollen die denn von mir und so weit von Norfolk entfernt? Da sind die doch glatt in den Tiefflug gegangen um den Schiffsnamen lesen zu können, denn eine andere Möglichkeit hatten sie nicht herauszufinden wer ich bin. Die Carina hat kein AIS über das sie es hätten sehen können. Ich melde mich am Funk. Sie wollen wissen wann ich von wo losgesegelt bin was mein nächstes Ziel ist, wann ich dort voraussichtlich ankommen werde und wie die Registrierungsnummer von Carina lautet. Sie bedanken sich für die erhaltenen Informationen und sind über den Horizont verschwunden. Offensichtlich überwachen sie hier den Seeraum. Oder vielleicht sind sie auf der Suche nach einem Schiff in Not. Wäre kein Wunder bei diesem Wetter. Was auch immer, ich werde es nie erfahren.

EINE BITTERE ENTTÄUSCHUNG
Oder, ich sollte besser sagen eine stinkende Enttäuschung.

Für diese Überfahrt musste ich meinen Proviant sehr sorgfältig planen. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel, denn Neuseeland hat sehr strikte Quarantänebestimmungen, was man ins Land bringen darf und was nicht. So darf man keinerlei Tiere (auch kein Ungeziefer wie Käfer, Motten, Spinnen …), Pflanzen, Samen, Nüsse, Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Obst, Gemüse einführen. Nichts dergleichen darf sich zum Einreisezeitpunkt auf dem Schiff befinden. Falls doch, wird es konfisziert.
So teile ich mir nun sehr genau ein was ich wann esse. Und heute freue ich mich auf die süße saftige Wassermelone aus Tanna. Als ich den Eimer aus der Vorkabine hole in der ich die Melone unter dem Kürbis aufbewahre schwappt es und stinkt es fürchterlich. Die gute Melone, auf die ich mich seit Tagen so gefreut hatte, ist nur noch stinkender Matsch und so kippe ich sie nun über Bord. Das verbliebene Obst, einen einsamen Apfel, verschmähe ich heute. Er kann meine Enttäuschung nicht lindern.

Für die Einreise nach Neuseeland braucht man als Deutscher zwar kein Visa, muss sich aber mindestens 48 Stunden vor Eintritt in das neuseeländische Seegebiet anmelden. Nachdem ja alle meine Netbooks und Tablets bei der letzten Überfahrt beschädigt wurden hatte ich diese Anmeldung vorsichtshalber schon Wochen vorher aus Port Vila getätigt und ein fiktives Ankunftsdatum, den 15.11 angegeben. Deshalb muss ich heute ein Update für mein ’notice of arrival‘ an Neuseeland Customs senden, denn es wird voraussichtlich der 20.11. werden.

ZWISCHEN DEN FRONTEN
Immer noch segle ich mit unveränderter Segelstellung, abgesehen von mehrfachem Ein- und Ausreffen, hart am Wind ohne eine einzige Wende. Das Meer und der Wind haben sich etwas beruhigt, nur noch 3 m Welle und 5 Bft aus Südost.
Der Wetterbericht meldet jetzt ein herannahendes Tief aus Südwest das das Hoch mit den für mich nun vorteilhafter werdenden Winden leider nach Süden abdrängt. Dazu kommt ein Starkwindfeld aus Südost und ich steck mitten drin. Und in dieser Mitte wird so gut wie gar kein Wind sein. Ich muss leider den Motor einschalten und motorsegelnd (also mit Segel und Motor) dem Wetter davonlaufen um das Schlimmste zu vermeiden, denn diesmal stimmt der Wetterbericht. Und so bleibt es nun erst mal.
Seit 2 Tagen und Nächten motore ich nun. Das Meer ist inzwischen spiegelglatt und nur ein langgezogener 1,5 m Schwell schaukelt das Schiff sanft hin und her. Kein Lüftchen regt sich.
Noch 200 Meilen bis ans Ziel. Hoffentlich kommt bald wieder Wind denn der Diesel geht allmählich zur Neige. Carinas Tank fasst nur 50 Liter und weitere 70 Liter hatte ich in Reservekanistern. Carinas Motor schluckt 1,5 l die Stunde bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 Knoten. Weit kommen wir also nicht mehr.

Endlich kann ich den Motor abschalten. 55 Stunden ist er nun ununterbrochen gelaufen und hat die Carina mit 4,5 Knoten Durchschnitt übers Meer geschoben. 70 l haben wir verbraucht, das sind 1,3 l / Std. Bis ans Ziel sind es noch 120 Meilen und 50 l haben wir noch. Also kein Grund zur Sorge. Im Moment weht ein sehr unbeständiger Wind von 2 bis 5 Bft der uns, wieder unter Segel, mit 2,5 bis 4,5 Knoten voranbringt. Das Nordkap Neuseelands werde ich noch heute abend erreichen und mein Ziel, den sicheren Einklarierungshafen Opua, irgendwann morgen nachmittag. Hoffentlich noch rechtzeitig bevor die Sturmfront über uns hinwegbraust.

LAND IN SICHT
Wäre die Carina ein traditionelles Segelschiff mit Mastkorb als Ausguck, dann hätte man jetzt von dort oben den freudigen Ruf „Land in Sicht“ gehört, und auf Deck würde sich nun die gesamte Mannschaft an die Reling drängeln und sich die Augen ausschauen. Aber die Carina ist nur ein kleines, halbwegs modernes Schiff mit niemand als mir selbst an Deck und so genieße ich mit stiller Freude am 11. Tag auf See den ersten Blick auf Neuseelands Nordkap und das Kap Reinga. Inzwischen wieder unter Segeln, wenige Stunden nachdem ich endlich den Motor ausschalten konnte, ist das Meer rau geworden, kurze steile 2 m Wellen kommen genau aus der Richtung in die ich segeln muss. Der Wind ist sehr wechselhaft mit 2 bis 5 Bft und Böen mit mehr als 30 Knoten fegen über uns hinweg. Manchmal sind sie so heftig dass ich das Schiff umdrehe und vor dem Wind ablaufe bis sie vorbei sind um dann wieder auf Kurs zu gehen, denn allmählich habe ich das ständige Ein- und Ausreffen satt, vor allem nachts im Dunklen. Dementsprechend unangenehm und schlaflos wird diese Nacht auch und vor allem sehr kalt. Das Thermometer zeigt im Schiff nur noch 16 Grad an und ich friere fürchterlich. Die letzten 7 Monate hatte es immer um die 30 Grad, da fühlt sich alles unter 20 eiskalt an. Aber lange ist es ja nicht mehr, nur noch 60 Meilen die Küste entlang und dann bin ich da.

DER LETZTE TAG
Der letzte Tag wird noch total wirr, wechselnder Wind aus allen Richtungen, Sonne, Regen, zu viel Wind, gar kein Wind und das Funkgerät meldet ständig Sturmwarnung.
Ich reffe, wende, halse, Motor an, Motor aus und bin ununterbrochen beschäftigt. Und trotzdem komme ich nicht schnell genug voran. Ich habe es jetzt verdammt eilig um noch vor Einbruch der Dunkelheit Opua zu erreichen, denn das ist der erste Einklarierungshafen im Norden Neuseelands. Ich hatte mich zwar bei Erreichen der seewärtigen Grenze der Neuseeländischen Gewässer bei Neuseeland Maritime Radio vorschriftsmäßig gemeldet und die Ausnahmegenehmigung erhalten am nächsten geeigneten Ankerplatz Schutz vor dem Wetter oder der Dunkelheit zu suchen, aber die Küste hier ist genau dem stürmischen Wind ausgesetzt und ich will mich endlich in Sicherheit wissen.

Ach ja, die Küste: Manchmal erstrahlen die zahlreichen Inselchen, die raue Fels Küste und die grünen Hügel in goldenem Licht um kurz darauf wieder im Regenschleier komplett zu verschwinden. Ein wunderschönes dramatisches Wechselspiel von blauem Himmel und schwarzen bedrohlichen Wolken in einer total von der Zivilisation abgeschiedenen Landschaft. Ich freue mich darauf sie in den nächsten Wochen und Monaten näher zu erkunden.

Es ist spätnachmittag und Seegang und Wind haben sich etwas beruhigt. Ich motorsegle ruhig dahin als das letzte Kap vor der Einfahrt in die Bay of Islands, in der Opua liegt, in Sicht kommt. Und jetzt kommt auch das allererste Schiff in Sicht, seit ich vor 12 Tagen Vanuatu verlassen habe. Es ist offensichtlich ein schnelles Motorschiff das der Küste folgt. Dann aber plötzlich dreht es ab und hält direkt auf mich zu. Es ist ein sehr großer Aluminium-Katamaran. Ich würde ihn eher als schwimmenden Panzer bezeichnen. An seiner Seite kann ich die Aufschrift „customs“ erkennen. Der Zoll!

Sie reduzieren die Geschwindigkeit und folgen mir nun wortlos. Ich sitze im Cockpit und warte ab was passiert. Nach einigen Minuten, in denen sie sich offensichtlich über mich schlau gemacht haben, denn meine Anmeldung mit allen meine Daten haben sie ja bereits per E-Mail erhalten, kommen sie längsseits. 2 Beamte kommen an die Reling und begrüßen mich freundlich. Sie haben jede Menge Fragen, z. B. wo ich jetzt herkomme und ob ich inzwischen irgendwo in Neuseeland angehalten habe. Bis ich in Opua ankommen werde haben die Kollegen bereits Feierabend und man kann mich erst morgen einklarieren. Ich dürfte aber trotzdem schon heute am Quarantänesteg festmachen und dort die Nacht verbringen. Nein, es ist auch niemand mehr da, um mir beim Anlegen zu helfen. Wenn ich es nicht alleine schaffe dürfte ich die Nacht auch ankern und morgen an den Steg gehen. Sie werden die Kollegen darüber informieren. Nach einem weiteren netten Plausch verabschieden sich die beiden Herren, klettern in ihren Panzer zurück, drehen ab und verschwinden im Norden.

Als ich in die Bay hineinsegle ist das Meer ganz ruhig und der Wind hat fast aufgehört zu wehen. Na so wird das Anlegen ein Kinderspiel, aber noch sind es 10 Meilen bis dort hin.
Und es kommt wie befürchtet, die Sturmwarnungen waren nicht umsonst. Plötzlich aus dem Nichts weht der Wind mit über 30 Knoten. Ich bereite mich schon mal auf Ankern vor, hänge aber trotzdem meine Fender raus und richte die Festmacherleinen. 5 Minuten vor dem Quarantänesteg hört der Wind wieder auf, das Meer ist ganz ruhig und es ist auch noch Gezeitenstillstand, also keine Strömung, der perfekte Moment zum Anlegen – und dementsprechend entspannt und einfach war es dann auch.

Um 19:00 Uhr am 20.11.2018 liegt die Carina festgemacht am Quarantäne-Steg in Opua/Neuseeland. Die letzte Abendsonne lässt die am Ankerplatz schaukelnden Segelschiffe vor den grünen Hügeln und den schwarzen Wolken weiß erstrahlen.
Wieder ein Meilenstein auf meiner Reise erreicht. Nach 12 Tagen und 1150 Seemeilen bin ich angekommen in Neuseeland, in dem Land von dem ich schon als Kind geträumt habe. Betreten darf ich es aber erst morgen, nachdem die Beamten von Quarantäne, Zoll und Einwanderungsbehörde an Bord waren und grünes Licht gegeben haben. WEITERLESEN

Atlantikrunde auf neun Metern: angekommen im Abenteuer

Andiamo

Lennart und Valentin, Crew der „Andiamo“, tauchen ins Blauwasserleben ein: in Buchtenbummeln vor Spanien, aufreibende Nachtfahrten und kuriose Bekanntschaften

Tag 18 =>Osterinsel – Wechselhafte Winde

Mi., 26.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1669, 15.121 sm von HH
Wir hatten gehofft, dass zwei Tage mit wenig Wind uns einen flachen Ententeich bescheren würden. Aber der große Ozean beruht sich nicht so leicht. Die Windsee ist weg, aber sanft kommt die Dünung angerollt. Gutmütig werden wir auf die Seite gelegt. Das Groß haben wir zur Stabilisierung hoch gezogen. Der Baum ist zweifach auf den Klampen achtern belegt. Das Schlagen und Klappern hat dadurch ein Ende. Das ist zwar nicht seemännisch, aber notwendig.
Seit heute Morgen um 5:00 Uhr ist es zu Ende mit der Eierschaukel-Segelei. Noch vor Sonnenaufgang besucht uns ein heftiger Squall (das sind örtlich begrenzten Windfelder, die sich durch dunkle, tiefhängende Wolken ankündigen und selten länger als 30 Minuten andauern). Zum Glück regenfrei und, anders als auf dem Atlantik, ohne Winddreher. Von 11 auf 26 Knoten in zwei Minuten. Das passt ja prima zum dicht geholten Baum. Jetzt aber schnell weg mit der Sicherung, damit wir den Baum fieren können, um den Druck aus dem Segel zu nehmen. Dazu unsere ausgebaumte Genua. Mann, Mann, Mann. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir sehen 8,5 Knoten Speed auf der Logge. Geschwindigkeitsrausch. Nicht, dass wir doch noch in diesem Jahr ankommen und uns die nervigste Frage des Jahres stellen müssen: „Was machen wir eigentlich Silvester?“ Geschwindigkeitsrausch. Nach 40 Minuten ist alles vorbei: „Achtung! Hol den Baum dicht, er kommt schon wieder über.“
Es ist enorm, was sich für eine hässliche See in der kurzen Zeit aufbaut. Atanga im Schleudergang. Die Wellen beruhigen sich, da kommt schon der nächste Squall. Die Wellen beruhigen sich, da kommt schon…
Essen: Abendessen: Bauernfrühstück mit Speck statt Schinken plus Gewürzgurke Frühstück: Frisches Brot mit Salami und Mortadella und ein kleiner Rest kaltes Bauernfrühstück Mittag: Cornflakes mit Milch und den restlichen Weihnachtskuchen
Meilen: Tagesmeilen 97 , Rest 615 sm auf direktem Weg

Diogenes sticht in See

Sydney Hobart: Erste Ausfälle nach wenigen Meilen

Nach dem sauberen Start der 74. Auflage des Rennens gingen die „Wild Oats XI“ der Familie Oatley und die „Black Jack“ von Peter Harburg Bug an Bug auf den Kurs in Richtung Sydney Heads. Die „Infotrack“ und die „Scallywag“ folgten kurz dahinter, während die Vorjahressiegerin, die „LDV Comanche“ einen etwas östlicheren Kurs für das Verlassen des Sydney Harbour wählte. „Black Jack“-Skipper Mark Bradford konnte als erster den Fuß auf das Gaspedal setzen und nach dem Verlassen des Harbour-Bereiches nach Süden in Richtung Hobart abbiegen.

Es folgten die „Wild Oats XI“ und die „Scallywag“. Doch kurz darauf meldete die HongKong-Yacht auch schon Probleme mit dem Bugspriet. Die „Scallywag“ musste schließlich aufgeben und kehrte nach Sydney zurück. Damit ist die Zahl der Supermaxis auf vier reduziert. Mit „Zen“ gab es einen weiteren Ausfall. Die TP52 hatte einen Schaden am Rigg.

Währenddessen änderte sich an der Spitze das Bild. Die kraftvolle „Comanche“ übernahm die Führung und legte sechs Stunden nach dem Start einen Vorsprung von drei Meilen zwischen sich und die nächsten Verfolger. Gleich fünf Yachten lagen vor der Referenzzeit, die die „Comanche“ im vergangenen Jahr mit Streckenrekord vorgelegt hatte.

Ebenfalls stark unterwegs ist die „Winning Appliances“, eine Carkeek 60, die unter dem Namen „Ichi Ban“ bekannt ist. Sie ging in Führung der Yachten mit einer Länge 60 bis 70 Fuß, musste sich dann aber von der „Alive“, eine mit reiner Frauencrew besetzte RP66, überholen lassen. An Bord der „Winning Appliances“ ist Dr. Wolfgang Schäfer, der Vorsitzende des Seesegel-Ausschuss‘ im DSV, als einer der Steuermänner mit unterwegs.

Die kleineren Yachten hatten einen etwas schwierigeren Start, da die Brise nach und nach abnahm und bis zu den Sydney Heads sehr unstetig wurde. Die deutsche „Lunatix“ von Friedrich Böhnert (Hamburg) kam indes gut weg und lag nach sechs Stunden in den Top-50 des Feldes mit bereits 65 gesegelten Meilen im Heckwasser.