Monatsarchive: Dezember 2018

Tag 9 =>Osterinsel – die Tage vergehen

Mo., 17.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1660, 14.310 sm von HH
Der Wind kommt, wie gewünscht, etwas östlicher. Leider die Wellen auch. Dadurch rollen wir jetzt ein wenig, aber es ist aushaltbar. Die Wind-Stärken sind unverändert. Zwischen 9 und 19 Knoten, zeitweise geht es sechs Knoten hoch oder unter innerhalb von fünf Minuten. Mal scheint die Sonne, mal ist der Himmel grau mit tief hängenden Wolken.
Wir haben uns voll eingewöhnt. Die Tage verschwimmen. „Ist heute Tag 8 oder 9?“, fragt Achim mich. Ich kann nur mit den Schultern zucken. Ein Blick ins Logbuch gibt Aufklärung. Tagsüber haben wir keine festen Wachen. Unser Rhythmus wird durch die Mahlzeiten bestimmt. Dazwischen macht jeder von uns noch mal ein Nickerchen, holt fehlenden Nachtschlaf nach. Außer lesen, bleibt nicht viel Beschäftigung.
Aufs Meer schauen, macht nur bei wolkenlosem Himmel Spaß. Dann leuchtet der Pazifik tief blau. Mit der GoPro haben wir Aufnahmen vom Unterwasserschiff gemacht. Das Wasser ist unfassbar klar Keine Schwebteilchen, kein Plankton ist zu sehen. Ab und an kommt noch mal ein Tölpel vorbei. Neugierig schaut er nach den Angelködern und ins Cockpit hinein, dreht drei Runden ums Schiff und verschwindet wieder. Daneben gibt es noch kleine, schwarze See-Schwalben hier draußen. Mit vielen Flügelschlägen segeln sie nach Schwalbenart knapp über der Wasseroberfläche. Vom Festland sind wir inzwischen 700 sm entfernt. Eine erstaunliche Entfernung für so kleine Vögel.
Ansonsten sind wir allein. Zwei Schiffe auf dem AIS vor ein paar Tagen. Den letzten Fischer gesehen, haben wir vor einer Woche. Unser Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich auf eine Funkrunde mit der Alrisha, die sich auf Galapagos befindet. Ferry schaut für uns auf die Großwetterlage im gesamten Südpazifik, ob sich da ein Zyklon zusammenbraut. Dann brauchen wir nur unsere Wetterdaten im Umkreis von 200 sm abholen. Das funktioniert ebenfalls per Funk. Die Zyklon-Saison hat bereits begonnen, allerdings gilt die Strecke von der Osterinsel, nach Pitcairn und Gambier als sicher. Aber was ist schon sicher? Daher sind wir froh, dass Ferry meldet: „Alles ruhig“.
Essen: Abendessen: Thunfischsalat (aus der Dose, wir haben noch immer keinen Fisch gefangen) mit Roter Bete (frisch gekocht), Zwiebeln, Kapern, etwas Sahne, Mayo, Tomate (schmeckt wie roter Heringssalat). Dazu Pellkartoffeln. Ohne pellen zu müssen. In Bahía gab es winzige neue Kartoffeln, die man mit Schale essen kann. Frühstück: Frisches Brot mit Schinken, Käse, Salami Mittag: Bratkartoffeln (der Rest vom Abend) mit dem restlichen Salat. Grapefruit-/Passionsfrucht-Salat
Meilen: Tagesmeilen 106 , Rest 1.409 sm auf direktem Weg

Video: Frustrierter Seebär fasst neuen Lebensmut – neun Minuten rührselige Nostalgie

Zeichentrick, Video

Wunderbar! Alter, frustrierter Seebär macht sich auf zu seinem letzten Törn. Ein kleines, vorwitziges Mädchen fällt ihm buchstäblich vor den Bug seines Pilot Cutters. Weiterlesen

Nach Kostenschock und Korruption – zieht endlich Konsequenzen!

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Von 10 auf 135 Millionen Euro – die Grundinstandsetzungsmaßnahmen an der Gorch Fock sind ein Skandal. Es müssen Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden, meint miku. Weiterlesen

1. Klasse Yachten baut Kroatien-Präsenz aus

Punat: <p>
	Die Marina Punat, St&uuml;tzpunkt der neuen Flotte</p>

Die Heiligenhafener Flottenbetreiber eröffnen zum Saisonstart eine neue Station in der Marina Punat auf der Insel Krk im Norden des Landes

IMOCA: Alex Thomson bleibt der „Boss“ – „lieber nonstop das Volvo Ocean Race segeln!“

Seit sieben Jahren segelt er aufs Treppchen des internationalen Hochseezirkus. Im Interview mit den Vendée Globe-Machern zeigt Thomson entsprechend viel Selbstbewusstsein.  Weiterlesen

Krisentreffen: Hat die „Gorch Fock“ noch eine Zukunft?

KA20040425D0167.JPG

Razzien durchgeführt, Jubiläumsfeier abgesagt, Elefantenrunde einberufen: Die Korruptions-Ermittlungen um die Schulschiff-Sanierung sorgen weiter für Wirbel

Vom Geheimnis zum Familienschiff

Die schöne „Gun“: 100 Jahre alt und fit wie damals

"GUN": <p>
	16 Meter lang und 100 Jahre alt: Der 75er-Sch&auml;renkreuzer &quot;Gun&quot; am Bodensee</p>

Heute kommt sie daher, als wäre sie eben vom Stapel gelaufen, dabei ist das schon 100 Jahre her. Der 75er-Schärenkreuzer „Gun“ im Porträt. Jetzt im PDF-Download

Tag 8 =>Osterinsel – Wechselhaft

So., 16.Dez.18, Süd-Pazifik, Tag 1659, 14.204 sm von HH
Der Himmel über uns muss gestreift sein. Schmale Streifen blauer Himmel – bedeckter Himmel. Halb-bewölkte Streifen gibt es nicht. Seit zwei Tagen erscheinen vor uns, scharf abgegrenzt, die Wolkenkanten. Alle paar Stunden ändert sich das Bild. Der Wind passt sich dem Streifenmuster an. Letzte Nacht gab es wieder eine windlose Phase von vier Stunden, dümpelige sechs Knoten Wind waren noch übrig. Kurz davor, dass die Segel in der Dünung anfingen zu schlagen. Dann kam erneut Wind. Von jetzt auf eben geht die Windmaschine auf 18 Knoten hoch. Das ist dann feines Segeln für eine kurze Zeit. Glattgezogenes Meer und dadurch viel Speed.
Seit zwölf Stunden weht es jetzt kräftig und eine recht imposante Dünung hat sich aufgebaut und rollt uns entgegen. Die kommt schräg von vorne und nervt schon etwas. Das ist dann nicht mehr ganz so feines Segeln. Wir haben die Fock wieder gerefft, um die Schräglage etwas zu mildern. Das nimmt leider sofort einen Knoten Geschwindigkeit raus. Unter Deck ist es mächtig laut. Einzelne Wellen klatschen scheppernd an den Bug, und fließen gurgelnd rechts und links am Schiff vorbei. Manchmal wird der Bug in die Höhe gehoben und wir fallen donnernd ins nächste Wellental. Das Deck ist jetzt dauer- geflutet. Gischt fliegt übers halbe Schiff. Im Cockpit bleiben wir trocken und wir sind einmal mehr glücklich über unser Mittel-Cockpit. Hoch und trocken thronen wir über dem Geschehen (Bei vielen Schiffen mit achterlichem Cockpit müsste man jetzt schon Gummistiefel anziehen): Jetzt nach acht Tagen mit Wind von vorne, wünschen wir uns langsam, dass der Wind auf Osten dreht. Halber Wind wäre mal was.
Essen: Abendessen: Spaghetti mit Champignon-Sahne-Sauce Frühstück: Frisches Brot aus der Bordbäckerei mit Schinken, Käse, Salami Mittag: Brat-Nudeln (Rest von gestern Abend) mit Ei
Meilen: Tagesmeilen 114 , Rest 1.512 sm auf direktem Weg

Double-Sieger und Atlantik-Bezwinger zur Auswahl

Der NRV Hamburg hat sich im November endgültig zum besten Liga-Verein in Deutschland gekürt. Die Mannschaft machte auf ihrem Heimrevier das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt. Statt Teamwork entschieden bei Boris Herrmann und Arnt Bruhns die Qualitäten, sich ganz auf sich allein verlassen zu können, über den Erfolg. Die beiden Solo-Segler starteten erfolgreich bei der Route du Rhum. Die Atlantik-Segler und der NRV stehen bei der Abstimmung zum Segel des Monats auf www.sail24.com zur Wahl. Die Publikumsabstimmung ist vom 16. bis 23. Dezember freigeschaltet.

NRV Hamburg: Bereits zum vierten Mal in der sechsjährigen Geschichte der Segelbundesliga kürte sich der NRV Hamburg zum Meister. Doch der Mannschaft um Steuermann Tobias Schadewaldt gelang noch mehr. Anfang November wurde sie auch noch Pokal-Sieger – damit schaffte erstmals eine Mannschaft das deutsche Double. Für den Verein war dieser Erfolg der runde Abschluss des Jubiläumsjahres – dem 150-jährigen Bestehen des NRV. (Foto: Oliver Maier)

Boris Herrmann: Der Wahlhamburger Boris Herrmann scheint für sein großes Ziel, die Teilnahme an der Vendee Globe in zwei Jahren, gut gerüstet. Bei seiner Premiere zum Transatlantik-Klassiker Route du Rhum von St. Malo/Frankreich nach Guadeloupe in der Karibik segelte er mit seiner „Malizia“ in der Spitzengruppe mit. Zwischenzeitlich lag er sogar in Führung, wurde schließlich Fünfter unter den 20 Startern der Imoca60-Klasse bei diesem 3500-Seemeilen-Rennen. (Foto: Boris Herrmann Racing)

Arnt Bruhns: Auch für „Iskareen“-Skipper Arnt Bruhns war die Teilnahme an der Route du Rhum eine Premiere – mehr noch: Der Hamburger segelte sein erstes Solo-Rennen. Und das absolvierte er mit Bravour: Eine wohl kalkulierte Route in den Stürmen der ersten Woche sowie lange Stunden am Ruder in der letzten Woche führten den 49-Jährigen auf Platz 17 unter den 53 gestarteten Class40-Yachten. 17 Segler hatten das Rennen gar aufgeben müssen. (Foto: Richard Schmidt)

 

Segler des Monats November




Ein fast normaler Tag (Video)

Eine der häufigsten Fragen, die ich höre: „Ist Dir denn nicht langweilig?“ Die
Kurzversion der Antwort hat vier Buchstaben: NEIN! Die etwas längere Version dauert vier Minuten (siehe Video). Mal hilft man Freunden, denen ein Sturm in der Nacht zugesetzt hat, mal trifft man
sich einfach zum Frühstück oder Abendessen. Einkaufen gehört dazu und ein bisschen mit dem Roller düsen. Ganz ausgelassen habe ich die Stunden vor dem Laptop (sind auch eher langweilig). Und wenn
man wirklich mal denkt, es sei nichts zu tun, dann findet sich mit Sicherheit etwas an Bord, das zu reparieren ist. Wie eine defekte Wasserpumpe, die immer mal wieder muckt. Also, ab in den
Maschinenraum – und schrauben. Eine gute Idee? Hm, ein studierter Arabist und Islamwissenschaftler, der als Autor arbeitet. Kann das gutgehen?

SV Comino – Attila Vedo HU

KAUM ZU GLAUBEN – MIT EINER HURLEY 22 UM DIE WELT

Als Christoph Vougessis mich vor ein paar Tagen besuchte und von Attila berichtete, erinnerte ich mich an diesen jungen Ungarn, dem ich vor einigen Jahren eine Pacific Light nach Irland ausgeliefert hatte.

Ich habe nie wieder von diesem jungen Mann gehört, was ja eigentlich nix Schlechtes ist.

In der Zwischenzeit weiss ich nun, dass er mit seiner Nussschale zunächst Irland umrundet und nun die ganze Welt in Angriff genommen hat.

Seit 24 Monaten ist Attila unterwegs und vor kurzem auf den Marquesas eingetroffen, wo er etliche Monate verbringen will. Sein Reiseblog mit vielen Videos ist ist hier verlinkt.