Monatsarchive: Oktober 2018

Katamaran oder Einrumpfyacht für die Langfahrt?

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	Schr&auml;g oder aufrecht &ndash; das ist nicht der einzige Unterschied zwischen Kats und Monos&nbsp;&nbsp;</p>

Jetzt auf Bobby Schenks Homepage: Antworten zu einer der Kernfragen in Bezug auf eine Weltumsegelung: Welches Schiff ist am besten geeignet?

Rundherum

Nikes Vlog II #18: <p>
	Nikes Vlog II #18</p>

Nike und Mathieu erkunden das kolumbianische Karibik-Eiland San Andrés per Motorroller und genießen die Unterwasserwelt

Bord-PC/Computer auf Blauwasseryachten

Computer auf Yachten

Kaum eine Blauwasseryacht segelt heute noch ohne einen Computer an Bord. Egal, ob es sich dabei um einen fest eingebauten Bord-PC, ein Notebook oder ein Tablet handelt — die Geräte sind praktische Helfer. Sei es, um elektronisch zu navigieren oder einen Wetterbericht online abzurufen.

Insbesondere auf Langfahrtyachten sind festeingebaute Bord-PCs in meinen Augen die beste Lösung, da sie immer einsatzbereit sind und alle Kabel dauerhaft verlegt werden können. Außerdem müssen keine Akkus geladen werden, da der Bord-PC fest mit der Stromversorgung der Yacht verbunden ist.

Bord-PC auf einer Blauwasseryacht

Wichtig ist allerdings, dass bei der Zusammenstellung des Bord-PCs einige grundlegende Dinge beachtet werden. PCs sind technisch gesehen sehr sensible Geräte mit vielen Bauteilen. Auch unter extremen Bedingungen müssen sie einwandfrei funktionieren. Vor allem auch dann, wenn der PC in Verbindung mit elektronischen Seekarten für die Navigation verwendet wird. Nicht ist dann ärgerlicher als ein Ausfall bei rauen Bedingungen in schwierigen Gewässern.

Stabilisierte Spannung

Auf Yachten gibt es die Bord-Spannung, die normalerweise 12 oder 24 Volt beträgt. Allerdings ist dies nur so eine Art Richtwert. In Wahrheit schwankt die Spannung. Beispielsweise erreicht sie bei einem 12 Volt-System beim Laden deutlich mehr als 12 Volt. Mit zunehmender Entladung der Batterien kann sie aber auch unter 12 Volt abfallen. Hängen große Verbraucher an derselben Batterie wie der Bord-PC kann das Ein- und Ausschalten derselbigen ebenfalls zu Schwankungen führen, von denen der Bord-PC betroffen ist. Denn der Bord-PC mag keine Spannungsschwankungen. Vielmehr ist eine konstante Spannung wichtig, da sonst die elektronischen Bauteile im PC unregelmäßig arbeiten. Das wiederum kann zu einer Beschädigung führen. Daher wird vor den Bord-PC immer ein Spannungsstabilisator geschaltet, der die Spannung konstant bei 12 oder 24 Volt hält. Je nach PC und Spannung an Bord.

Spnnungsstabilisator mit galvanischer Isolierung

Es gibt Bord-PCs, die einen Spannungsbereich als mögliche Eingangsspannung definieren und daher keinen Spannungsstabilisator brauchen. Bei solchen Geräten muss ich mich für 12 oder 24 Volt entscheiden. Ich persönlich würde dann immer eine 12 Volt-Versorgung vorziehen. Der Grund dafür ist folgender: Die Eingangsbereiche sind nach oben meist in der Nähe von 24 Volt gedeckelt. Kommt es bei einem 24 Volt-System zu einer Überspannung, wird der PC zerstört. Eine Unterspannung hingegen führt lediglich dazu, dass der PC ausgeht. Wähle ich daher 12 Volt als Spannung, bin ich bei zu hohen Spannungen weit von der zulässigen Obergrenze entfernt und folglich auf der sicheren Seite.

Unabhängig davon sollte im Netzteil des PCs eine galvanische Trennung/Isolierung vorhanden sein, damit der Bord-PC auch sorgenfrei auf Schiffen mit einem Mietallrumpf eingesetzt werden kann und nicht durch Korrosion zerstört wird.

Leistungsaufnahme

Energiemanagement ist auf Segelyachten ein wichtiges Thema. Da der Bord-PC in der Regel mehrere Stunden am Tag im Einsatz ist, ist die Leistungsaufnahme durchaus von Bedeutung. Dabei gilt: Je höher die beanspruchte Rechenleistung ist, desto höher ist auch die Leistungsaufnahme.

Wer die Leistungsaufnahme gering halten möchte, sollte beachten, dass es für PCs Industriekomponenten gibt. Das sind Bauteile, die höchsten Ansprüchen genügen und vergleichsweise wenig Energie benötigen. Sie sind nicht mit den Komponenten in klassischen PCs vergleichbar – beispielsweise hat das Mainboard eine andere Architektur, bei der die Kühlung ohne Lüfter funktioniert und die Grafikkarte in den Prozessor integriert ist.

Bord-PC mit Industriekomponenten

Solche industriellen Komponenten sind relativ kostspielig, aber noch erschwinglich. Wer jedoch ein Notebook mit Industriekomponenten erwerben möchte, zahlt schnell das Dreifache und landet in preislichen Regionen von einigen tausend Euro.

Hinweis: PCs mit einer kompakten Bauweise werden auch gerne als NUK bezeichnet. Das steht für „Next unit of computing“ und wird als Synonym für „klein und geringe Stromaufnahme“ verwendet. Bei den NUKs gibt es gravierende Unterschiede. Normale Handels-NUKs sind nur für den Home-Office-Bereich gedacht und in ihnen sind Standardkomponenten verbaut, die auf einer Yacht fehl am Platze sind. Außerdem sind sie nicht abgedichtet. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Schutz vor Feuchtigkeit

Gängige Computer sind für einen exzessiven Outdoor-Einsatz in salzig-feuchter Umgebung nicht geeignet. Früher oder später wird es Ärger geben, weil Bauteile ausfallen und das Gerät nicht mehr einwandfrei funktioniert.

In dem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass eine regelmäßige und gewissenhafte Datensicherung wichtig ist. Ich kenne einige Segler, die am Ende plötzlich ohne ihre Reiseerinnerungen (Videos/Fotos) dastanden, weil eben doch mal eine Festplatte einen Seewasserspritzer abbekommen hat.

Dichtung im Gehäuse eines Bord-PCs

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein guter Bord-PC gegen Feuchtigkeit geschützt ist. Er hat demnach ein Gehäuse, das in salzig-feuchter Umgebung eingesetzt werden kann. Das erkennt man zum Beispiel an einer Gummidichtung im Gehäusedeckel. Außerdem dürfen solche Geräte keine Lüftungsschlitze haben. Daher kommen nur lüfterlose PCs in Frage.

Eine kleine Schwachstelle gibt es allerdings immer – die Anschlüsse. Hier könnte theoretisch Wasser eindringen. Seriöse Hersteller liefern die Bord-PCs jedoch mit Gummikappen für die Anschlüsse aus, sodass nicht benutzte Ports trotzdem geschützt werden können.

Die Anschlüsse am Bord-PC sind mit Gummikappen geschützt.

Umgang mit Bewegungen und Stößen

Wie schon angedeutet, ist der PC sehr empfindlich und gleichzeitig aber in einer extremen Umgebung im Einsatz. Neben der Feuchtigkeit ist die Bewegung auf einer Segelyacht daher ein wichtiges Thema. Hartes Einstampfen in eine Welle oder Schräglage können ein Problem für mechanische Bauteile wie Festplatten sein. Daher ist es ratsam, in einem Bord-PC nur Bauteile zu verwenden, die diesem Anspruch gerecht werden. Das sind beispielweise SSD-Speicher statt sich drehender Festplatten.

Beim Segeln können harte Bewegungen und Schräglage auftreten.

Aber auch die auf der Platine aufgedampften Bauteile können sich durch kontinuierliche Vibration – etwa durch langes Motoren – lösen und Kontaktprobleme bekommen. Bis hin zum Ausfall des Gerätes. Daher sollten in einem PC alle losen Bauteile – beispielsweise Stecker oder Jumper – mittels Klebepunkten gesichert sein. Dadurch können sie sich nicht versehentlich lösen.

Die Komponenten werden stellenweise mit Klebepunkten gesichert.

Tipp: Einige Anbieter führen vor der Auslieferung einen Last- und Rütteltest mit dem PC durch. Das erlaubt, mögliche mechanische Fehler von vornherein auszuschließen.

Kälte- und Hitzebeständigkeit

Da ein guter Bord-PC ohne Lüfter auskommt, müssen im Inneren Komponenten verwendet werden, die entsprechend hitzebeständig sind. Wer seinen PC selber zusammenbaut, sollte dabei nicht auf die preiswerten SSD-Laufwerke setzen, sondern auf die, die auch bei Hitze funktionieren. Andernfalls kommt es zu Aussetzern. Das gleiche gilt für den Speicher (RAM).

Die Kühlrippen des Gehäuses verdreifachen die Oberfläche.

Die im Inneren entstehende Hitze muss logischerweise abgeleitet werden. Die geschieht durch das Gehäuse. Es hat für gewöhnlich Kühlrippen aus sehr gut wärmeleitendem Aluminium einer speziellen Legierung. Die Rippen sorgen dabei für eine Verdreifachung der Oberfläche.

Dazu gehört auch, dass der Prozessor über einen Kupferblock – mit Wärmeleitpaste – eine direkte Verbindung zum Gehäuse bekommt. Nur so kann die Hitze ideal abgeleitet werden.

Der Prozessor ist über einen Kupferblock mit dem Gehäuse verbunden.

Natürlich gibt es das Thema auch umgekehrt. Wird der PC in einer zu kalten Umgebung eingesetzt und die Bauteile/Komponenten sind dafür nicht gemacht, können sie kaputtgehen. Bei den meisten Standard-PCs ist 10 Grad Celsius die untere Grenze.

Ich persönliche würde mir immer einen PC kaufen, der eine garantierte Arbeitstemperatur von minus 15 bis plus 55 Grad Celsius hat.

Leistungsmerkmale

Wichtig ist meistens der Speicher. Er sollte nicht zu klein sein, um insbesondere anspruchsvoller Navigationssoftware – wie beispielsweise MaxSea – gerecht zu werden. Aktuell sind 4 Gigabyte das absolute Minimum. Wer Foto-/Videobearbeitung an Bord plant, sollte in mehr Speicher investieren.

Die Software MaxSea ist weit verbreitet und beansprucht einiges an Rechenleistung.

Im Idealfall kauft man das Beste, was es gerade gibt, und hat dadurch sehr lange etwas vom PC, weil die Komponenten zeitlich gesehen hintenraus länger zeitgemäß sind.

Anschlüsse und Schnittstellen

USB

Damit der Computer für die Navigation verwendet werden kann, braucht er Informationen. Diese werden meistens über den USB-Port übertragen. Oft wird unterschätzt, wie viele USB-Ports ein Bordrechner braucht — beispielsweise für Tastatur, Maus, GPS-Antenne, AIS, Pactor-Modem, externe Festplatte (Datensicherung), Satellitentelefon, Wifi-Antenne (sofern nicht intern), Mobilfunkstick oder Drucker.

USB 3.0 ist aktuell der Standard auf Yachten und sollte das Maß der Dinge sein. Übrigens erkennt man USB 3.0 am blauen Plastik in Buchse oder Stecker. In meinen Augen sollten mindestens vier USB-Ports an einem Bord-PC zur Verfügung stehen.

USB 3.0 erkennt man am blauen Plastik im Stecker.

Wer mehr benötigt, kann zudem ein Hub einsetzen – es macht aus einem USB-Port mehrere Ports. Bei der Wahl des Hubs würde ich immer einen sogenannten USB-Replikator wählen. Das bedeutet, dass jeder USB-Port eine eigene Stromversorgung bekommt und den vollen Speed behält. Dafür wird für das Hub jedoch eine externe Stromversorgung benötigt. Diese ist aber für den PC ja bereits vorhanden und das Hub kann dort mit aufgeklemmt werden.

USB-Hub mit externer Stromversorgung

Bei Hubs ohne externe Stromversorgung kann auf allen Ports zusammen nur so viel Leistung zur Verfügung gestellt werden, wie der Ausgangs-Port am PC zur Verfügung stellt. Das wäre dann nachteilig.

RS232

Je nach Navigationsnetzwerk an Bord wird zudem mindestens ein RS232-Anschluss benötigt. Für gewöhnlich werden über diesen Port Navigationsdaten über die NMEA-Schnittstelle der Geräte in den Rechner eingespeist.

NMEA-Daten können über die RS232-Schnittstelle eingehen.

Displayanschluss

Der klassische VGA-Port hat inzwischen ausgedehnt. Für den Anschluss des Monitors ist inzwischen der Display-Port der Standard bei Bord-PCs. Das ist eine Weiterentwicklung von HDMI, die ursprünglich von Apple kommt. Der Display-Port ist, was die Auflösung betrifft, 4K-fähig. In der heutigen Zeit mit Action Cams ist das auf jeden Fall von Bedeutung.

Wenn bereits ein Monitor mit alten Anschlüssen vorhanden sein sollte, ist das kein Problem. Es gibt Adapter für den Display-Port.

Der Display-Port

Sound

Sound sollte am PC abnehmbar sein. In beide Richtungen – also rein und raus. Idealerweise befindet sich der Anschluss vorne am Gehäuse, damit unkompliziert ein Kopfhörer eingesteckt werden kann. Beispielsweise zum Skypen oder wenn man einen Film ansehen möchte.

Bluetooth

Einige Geräte benötigen inzwischen keinen USB-Port mehr und erlauben stattdessen die drahtlose Kommunikation über Bluetooth. Daher sollte der PC auch über Bluetooth verfügen. Das ist interessant für die Kommunikation mit Mobilfunkgeräten, Druckern, Lautsprechern oder auch dem Pactor-Modem.

Bluetooth-Antenne an einem Bord-PC

LAN

Der PC sollte mindestens eine LAN-Buchse für die Kommunikation mit Netzwerken haben. Das kann zum Beispiel eine externe Wifi-Antenne im Mast sein oder aber die Verbindung zu einem Navigationsnetzwerk. Beispielsweise liefert der Hersteller Furuno seine Radardaten über ein LAN-Kabel an den Bord-PC. Das erlaubt ein Radar-Overlay am PC auf der elektronischen Seekarte.

Wifi

Und nicht zuletzt gehört für mich zu einem guten Bord-PC auch eine Wifi-Antenne. Aktuell ist hier AC600 der Standard. Das erlaubt eine Wifi-Kommunikation in beide Richtungen. Mit anderen Worten: Der Rechner wird damit zum schiffsinternen Wifi-Hotspot. Für diese Funktion muss der Rechner mit einer speziellen Karte mit einer entsprechenden integrierten Software ausgerüstet sein.

Wifi-Antenne am Rechner (Roter Kasten)

Bedienung

Die Bedienung des PCs liegt eigentlich auf der Hand. Maus und Tatstatur sind Standard auf der ganzen Welt. Dennoch lohnt es sich, auf Segelyachten in schaukelnder Umgebung über die Nutzung eines Trackballs anstatt einer Maus nachzudenken. Während die Maus bei Seegang eher schwer zu bedienen ist, liegt der Trackball ganz ruhig unter der Hand und kann stabil bedient werden. In der Berufsschifffahrt sind Trackballs längst Standard.

Qualitätskontrolle

Wurde der Bord-PC zusammengestellt, darf abschließend eine Qualitätskontrolle nicht fehlen. Dazu gehört auch ein sogenannter Burn-In-Test. Dabei wird der PC über 48 Stunden an seine Leistungsgrenze gefahren. Alle verbauten Komponenten werden dabei extrem beansprucht. So wird schnell klar, ob alle Komponenten funktionieren. Wäre beispielsweise ein Verarbeitungsfehler im Gehäuse vorhanden, würde beim Test auffallen, dass der Prozessor abraucht, weil das defekte Gehäuse nicht genug Wärme abtransportiert. Wie gesagt: Auf See muss ich mich hundertprozentig auf meinen Rechner verlassen können. Bei einem Test werden Schwachstellen unweigerlich zu Tage treten.

Support und Service

Ich persönlich würde immer einen Hersteller wählen, der für PCs die Ersatzteile vorhält und diese entsprechend weltweit liefern kann. Die eingangs erwähnten Industriekomponenten gibt es in der Regel fünf Jahre lang als Ersatzteile.

Fazit

Auf See möchte ich mich auf meinen PC hundertprozentig verlassen können. Vor allem, wenn er für die Navigation genutzt wird. Daher hat bei der Anschaffung des Bord-PC der Spruch „Am falschen Ende gespart“ durchaus Bedeutung. Was nützt mir auf hoher See ein Bord-PC, der plötzlich ausfällt? Und wo kommt dann das Ersatzteil her? Mit anderen Worten: Es lohnt sich, bei der Zusammenstellung des Bord-PCs die vorstehenden Punkte zu beachten und etwas tiefer in die Tasche zu greifen – dann wird der PC lange Freude bereiten.

Weitere Infos unter: www.navextreme.de

Der Beitrag Bord-PC/Computer auf Blauwasseryachten erschien zuerst auf Blauwasser.de.

Unter Geiern

Mi., 24.Okt.18, Ecuador/Vilcabamba Tag 1607, 13.337 sm von HH

Meine kaputten Wanderschuhe bescheren uns einen Tag Pause. Da ist keiner böse drum. Wir schlendern durch den netten Ort, geben unsere Wäsche zum Waschen und schlecken Eis im Schatten. Außerdem hat unser Hostal (das Schönste für uns in gesamt Ecuador) hat einen herrlichen tropischen Garten in dem man in der Hängematte chillen kann. Groß-ar-tig!

Der chillige Garten vom Hostal Rendez-Vous

Kirche von Vilcabamba

Am nächsten Tag hat der Schuster meine Stiefel fertig. Alle Sohlen und Schichten neu verklebt und zusätzlich genäht – eine Arbeit für die Ewigkeit für nur fünf Dollar.
Wir können wieder in die Berge.

Der beliebteste Wanderweg in Vilcabamba hat einen schlechten Ruf. Es soll dort schon zu Überfällen auf Wanderer gekommen sein. Unser Wirt bestätigt diese Gerüchte, wir sollten dort besser nicht laufen. Ich kann mir das angesichts der zurückhaltenden Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Ecuadorianer nur schwer vorstellen, dass dort hinter Felsen böse Buben lauern sollen. Bislang sind wir überall unbedarft durch die Landschaft marschiert und haben uns nie Sorgen gemacht, dass wir am Ende des Tages keine Wertsachen mehr haben könnten. Wir hören in diesem Fall auf den Rat und suchen uns eine andere Strecke aus.

Diese Tour gefällt mir deutlich besser als vor zwei Tagen. An Feldern vorbei, geht es natürlich bergan, aber wir haben eine schöne Sicht auf das gesamte Tal und sattfrische grüne Felder. Wir passieren schnieke Haciendas und kleine Bauernhöfe. Wer hier ein Grundstück kaufen möchte, muss zehn Dollar für den Quadratmeter zahlen. Unverbaubarer Blick ins Tal inklusive.

Hacienda auf unserem Weg
So grün kann es hier auch aussehen
Valle Vilcabamba

Wir schrauben uns den Berg hoch. Wieder wenig Schatten, es ist schon heiß hier, meine Güte. Mal ist der Wanderweg beschildert, mal lassen wir uns von der Macht leiten. Die Wirtschaftswege und Trampelpfade für die Bauern sind alle miteinander verbunden und solange wir Vilcabamba sehen, kann es nicht so verkehrt sein. Das Schlimmste, was passieren kann, dass wir abgebaute Höhe wieder hoch kraxeln müssen.

Auf einem Grat zwischen Wiesen und Feldern, sehen wir plötzlich einen Schatten über uns. Zwei Geier kommen kreisend näher: „Was laufen da wohl für zwei Leckerbissen durch die Mittagshitze?“ Sie beäugen uns neugierig. Ihre Kreise werden enger. Dabei kriechen wir noch gar nicht auf allen Vieren. Die Geier kreisen. Jetzt keine Schwäche zeigen, bloß nicht stolpern. Die beiden verschwinden wieder.

Wunderschöner Weg - über uns kreisen die Geier

Wunderschöner Weg – über uns kreisen die Geier

Wir stapfen weiter. Da sind sie wieder. Nun zu viert. Sie sitzen tatsächlich vor uns auf dem Weg auf den Zaunpfählen. Was für eine Unverschämtheit. Hinterhältig lassen sie uns näher kommen. Hungrig gucken sie rüber.  :mrgreen: Sehen wir wie Vogelfutter aus? Dann hauen sie doch plötzlich ab. Zu wenig Aas-Geruch? Senf vergessen?
Ungefressen schaffen wir es ins Hostal zurück.

Vor uns auf dem Weg lauern die Geier

Vor uns auf dem Weg lauern die Geier

Ugly Bird

Ugly Bird

Fünf entspannte Tage haben wir in Vilcabamba verbracht. Kein Tag zuviel. Hier kann man es aushalten und hundert Jahre alt werden. Morgen geht es zurück im den Norden. Wieder sechs Stunden Bus fahren bis Cuenca.

Kleinkreuzer-Vergleich: Sechsmal mehr oder weniger Wohnraum

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So unterschiedlich die Probanden segeln, so andersartig sind sie von innen. Mit oder ohne Hauptschott, Dinette oder Hundekoje. Der Test, Teil 2, im PDF-Download

Solar-Energie: Alex Thomson mit Elektromotor statt Diesel-System

Alex Thomson

Vor dem Start der Route du Rhum hat Alex Thomson angekündigt, bei seiner neuen „Hugo Boss“ voll auf Solarkraft zu setzen. Das dürfte auch den Normalo-Cruiser weiterbringen. Weiterlesen

Rose of Charity: Promi-Regatta gegen die Plastik-Flut


“Three, two, one“, tönt es knisternd aus dem Funkgerät an Deck der Cheeky Lady. Dann: „One minute to start.“ Schauspieler Kai Lentrodt hält sich den Apparat dicht ans Ohr, um die vom Wind verzerrte Ansage verstehen zu können, und runzelt lachend die Stirn: „War das jetzt noch gar nicht der Startschuss, oder was? Schade, die Position wäre gar nicht schlecht gewesen.“ Auch wenn er den Vorjahres-Cup im Saronischen Golf sogar gewann, ist er so kurz vor dem Start dann doch nervös.

(Bild: DS Automobiles, Christof Arnold)

Den anderen Teilnehmern der fünften Rose of Charity scheint es nicht anders zu gehen. 18 45 bis 51 Fuß große Yachten drängen sich dicht an dicht vor der Marina Baotić unweit der kroatischen Stadt Trogir – darunter drei Stück aus der nagelneuen Oceanis 51.1-Serie. Aus allen Richtungen ist aufgeregtes Rufen zu hören. So richtig einig, wann es nun wirklich losgeht, ist man sich offensichtlich nicht. Der Grund: An Bord befinden sich nicht etwa gut eingespielte, regattaerfahrene Segelteams, sondern bunt zusammengewürfelte fünf- bis sechsköpfige Mannschaften aus Anfängern, Hobbyseglern und Profis – allesamt seit gerade mal ein paar Minuten das erste Mal gemeinsam auf See.

 

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The Rose of Charity 2018 – Tag 2: Wo ist der Wind? #roseofcharity #segeln #boating #sailing #kroatien

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Mit dabei bei dieser karitativen Regatta sind auch dieses Jahr wieder Hannes Jaenicke, Esther Schweins und Rufus Beck – alle begeisterte Segler und in Sachen Rose of Charity klare Wiederholungstäter. Sie erwartet vor der Küste Dalmatiens nicht nur eine segelintensive Regattawoche, mit ihrer Prominenz machen sie dabei auch medienwirksam auf die Organisation One Earth – One Ocean aufmerksam, die sich für eine Säuberung der Ozeane vom Plastikmüll einsetzt. Für viele eine echte Herzensangelegenheit.

Sportliches Kräftemessen und Engagement für einen guten Zweck: für Hannes Jaenicke, Daniel Roesner und Co. die perfekte Mischung. Die meisten Schauspieler sind deshalb nicht zum ersten Mal dabei

Eröffnet wurde die Rose of Charity 2018 bereits einen Tag zuvor. Von Deutschland aus ging es für die meisten Teilnehmer am Nachmittag per Flugzeug bis nach Split und von dort mit einem der Autos aus der Flotte des Mitinitiators DS Automobiles weiter zur modernen Marina Baotić. Das Programm für den Abend: Begrüßungsempfang, Pool-Test der Regattawesten von Bekleidungspartner Marinepool und natürlich allgemeines Kennenlernen der Crews. Schließlich teilt man die kommenden Tage zwar nicht eine Kabine, aber zumindest ein Schiff miteinander.

Ausgelassene Stimmung im schönen Hafen von Maslinica: Kurz vor dem Start der zweiten Etappe wird das obligatorische Gruppenfoto geschossen

Auch die Segler der Cheeky Lady lernten sich jetzt erst kennen. Kasem Hoxha, Heio von Stetten und Kai Lentrodt fanden sich zusammen auf einer Mannschaftsliste. An Bord ihrer zwei Jahre alten Beneteau Oceanis 48 angekommen, machten sie sich fröhlich daran, zusammen Salat zu schnippeln und Pasta für das Abendessen zu kochen, nicht ohne die anderen Teams und ihr Können schon mal abzuschätzen. Mittendrin ein großer Schreck: Die Bugwelle eines vorbeifahrenden Frachters ließ die Boote so kräftig hin und her schaukeln, dass vier von ihnen beschädigt wurden. Die Cheeky Lady erwischte es an der Saling. Gerade noch rechtzeitig konnte der Schaden am nächsten Vormittag repariert werden. Für Kasem Hoxha, Heio von Stetten und Kai Lentrodt ging es deshalb direkt vom Liegeplatz an die Startlinie.

(Bild: DS Automobiles, Christof Arnold)

„Five, four, three, two, one – real start!“ Jetzt aber. Die Cheeky Lady ist ganz vorne im Feld dabei. Die Adria spritzt und schäumt. Skipper Lars Reisberg, der für den Sponsor Enjoy Yachting an Bord ist, hat erst einmal das Ruder übernommen und ruft gegen den Wind an: „Das war super, Leute.“ Vier Stunden haben die Teams der Rose of Charity von nun an Zeit, den Hafen von Maslinica auf der Insel Šolta zu erreichen. Hoch in der Luft kreisen mehrere DJI-Drohnen, um die Flotte aus der Vogelperspektive festzuhalten.

 

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Bei wenig Wind hilft es, das Schiff nach Lee zu trimmen #roseofcharity #segeln #regatta #sailing #boating

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„Klar zur Wende“, ruft Reisberg, und schon beginnt seine Crew mit der Arbeit: Heio von Stetten nimmt die Genuaschot von der Winsch, Kasem Hoxha zieht das Segel auf die neue Lee-Seite. Es funktioniert, auch wenn alles noch ein bisschen zögerlich und unkoordiniert vonstattengeht. Der Skipper hat allerdings noch etwas anderes zu bemängeln: „Wo war das ‚Ist klar‘?“, ruft er und verdreht scherzhaft die Augen.

Nicht immer spielt der Wind mit: Heio von Stetten muss sich an Tag 2 richtig ins Zeug legen, damit die Cheeky Lady vorankommt

Schon auf den ersten Schlägen zeigt sich, dass Beneteau mit der neuen Oceanis-Generation einen großen Sprung gemacht hat. Die drei neuen 51.1 führen souverän das Feld an und kommen mit dem leichten Wind in der kroatischen Adria bestens zurecht. Scheinbar mühelos ziehen die Yachten durch das Wasser. Die etwas ältere Generation der Yachten folgt in einigen Kabellängen Abstand. Der Stimmung an Bord tut es keinen Abbruch. Es wird an den Schoten gezerrt, die Beine baumeln über der Leekante, um die Yachten mit etwas Leetrimm in Schwung zu halten. Gelächter schallt immer wieder über das Wasser. Es wird nicht verbissen um jeden Meter gekämpft, sondern mit viel Freude gesegelt – ein gewisser Ehrgeiz treibt die Crews dennoch an.

(Bild: DS Automobiles, Christof Arnold)

Vor der nächsten Wende werden die Positionen durchgetauscht, wichtige Begriffe noch einmal durchgegangen und gemeinsam überlegt, an welcher Stelle die Abläufe noch verbessert werden können. Spätestens jetzt hat alle der Ehrgeiz gepackt. Die kleine Felseninsel mit weißem Leuchtturm, die Backbord an ihnen vorbeizieht, bleibt deshalb unbeachtet. Das nächste Vorhaben des Teams: Die Manöver sollen schneller und reibungsloser funktionieren.

 

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Zeit vertreiben, bis der Wind kommt #roseofcharity #nowind #sailing #saillife #kroatien

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Nur eine Frage der Zeit, ist sich Skipper Reisberg sicher. Die Crew müsse sich schließlich erst mal aufeinander einspielen und auch das Boot kennenlernen. Und siehe da: Schon eine Stunde später steht niemand mehr im Weg herum, die Winschkurbel wird genau im richtigen Moment angereicht und jeder weiß, was wann zu tun ist – zumindest ungefähr. Und wieder heißt es: „Klar zur Wende“. Aber diesmal setzt das ganze Team rechtzeitig ein und antwortet voller Enthusiasmus: „Ist klar“.

Nachdem sich die Crew ein wenig aufeinander eingespielt hat, segelt sie ihre Cheeky Lady schon ganz souverän

Der Regattaerfolg will sich trotzdem nicht einstellen. Kurz vor Maslinica liegt die Cheeky Lady ein ganzes Stück abgeschlagen hinter den übrigen Booten zurück. Die 51-Fuß-Yachten haben längst ganz bequem im Hafen festgemacht. Der Stimmung auf der Oceanis 48 tut das nach diesem ersten unvergesslichen Tag auf See jedoch keinen Abbruch. An oberster Stelle steht hier schließlich ohnehin der gute Zweck. Außerdem bleibt in den nächsten Tagen ja noch genug Zeit, um das Feld von hinten aufzurollen – vielleicht wenigstens ein Stückchen. Bei der Zieleinfahrt werden die Fäuste jubelnd in die Luft gestreckt. Gemeinsam fühlt sich dieser Moment dann doch fast wie ein Sieg an.

Vor der Cheeky Lady eröffnet sich der malerische Hafen des kleinen Fischerortes – samt altem Schloss und schmalem Badestrand mit glasklarem türkisen Wasser. Damit dieser Hafen seine Schönheit behält und seine Atmosphäre nicht durch angeschwemmten Plastikmüll zerstört wird, setzen die segelnden Schauspieler hier und in den folgenden Etappenhäfen mit ihrer Flotte ein Zeichen.


Der Rose of Charity DS Sailing Cup

Der Rose of Charity DS Sailing Cup ist gleichzeitig Segelregatta, Flottillentörn und TV-Lifestyle-Event, bei dem Schauspieler, Partner, Sponsoren und Gäste auf gut ausgestatteten Yachten der Marke Beneteau eine Woche für einen guten Zweck um die Wette segeln. Die diesjährige Auflage der Regatta fand vom 2. bis 9. Juni vor der Küste Dalmatiens statt und widmete sich der Organisation One Earth – One Ocean. Mit dem Konzept der ‚Maritimen Müllabfuhr‘ will diese Gewässer weltweit von Plastikmüll, Öl und Chemikalien befreien. Seglerfamilie Oltmann aus Bremen konnte die Rose of Charity 2018 schließlich für sich entscheiden.

Ins Leben gerufen wurde die Rose of Charity DS Experience im Jahr 2013 von Schauspielern und dem Team von ARD Brisant. Der französische Premium-Automobilhersteller DS Automobiles ist seit dem ersten Tag des Projekts Mitinitiator und Hauptsponsor, Marinepool seit 2013 offizieller Ausrüster. Die Yachten werden von den Beneteau-Vertragshändlern, u.a. Enjoy Yachting, zur Verfügung gestellt.

www.roseofcharity.de

Warum das Golden Globe Race so weitermachen soll – van den Heede forever!

Es wird viel geschimpft auf das Einhand-Nonstop-Rennen um die Welt im Retro-Modus. Dabei könnte das GGR zur Kultveranstaltung werden – vorausgesetzt, der Richtige gewinnt!  Weiterlesen

Es ist vollbracht!

Pitter

Das YACHT-Leser-Team hat es geschafft: Die zweite, harte Etappe des Rennens ist beendet, inklusive 10er-Böen und nächtlicher Gennaker-Gänge bei 25 Knoten Wind

Natur-Phänomen: Wind gegen Strömung – Wird die Welle wirklich steiler?

Normalerweise sollte die Welle steil werden, wenn der Wind gegen den Strom steht. Aber an diesem Ort in Kanada verhält sich das Wasser völlig anders. Weiterlesen

Neuer Ölwegweiser von Liqui Moly

Motoröl ist heutzutage kein allgemeiner Schmierstoff mehr, sondern ein hochspezialisiertes, flüssiges Konstruktionsbauteil, das genau zum jeweiligen Motor passen muss. Das falsche Öl einzufüllen, kann gravierende Folgen haben – von Garantieverlust über erhöhten Verschleiß und Motorprobleme bis hin zu kapitalen Motorschäden. Der neue Ölwegweiser des Öl- und Additivspezialisten Liqui Moly unter www.liqui-moly.de soll hier Abhilfe schaffen.

Wenige Klicks reichen, um Marke, Modell und Motorisierung auszuwählen, und schon erhält man eine Liste der richtigen Motoröle. Außerdem zeigt der Ölwegweiser die richtigen Getriebeöle, Bremsflüssigkeiten, Kühlerfrostschutz, Servolenkungsöle sowie andere Betriebsflüssigkeiten an. Und das nicht nur für Autos, Motorräder und Co., sondern natürlich auch für Bootsmotoren.

Darßer Ort wieder frei – doch der Nothafen schrumpft

Nothafen Darsser Ort Juli 2014 NTh_01854

Nach dem Deponieren von Baggergut im Nothafen Darßer Ort fallen dort Liegeplätze und Manövrierraum für die Seenotretter weg