Monatsarchive: Oktober 2018

Marine Ferngläser im Test

Das Marine Fernglas im Extremtest

Eine Woche befanden wir uns auf einer Odyssee quer durch Deutschland. Mit der Bahn und einem Koffer voller Ferngläser lernten wir die Bahnhöfe, aber auch die optischen Zentren der Republik kennen. Einen ersten Halt legten wir bei Steiner in Bayreuth ein und führten eine zweitägige Messreihe durch. In der „Stadt der Optik“ Wetzlar folgten bei Minox zwei weitere Tage. Einige Stunden, zahlreiche Verspätungen und Bahnsteige später folgten Messreihen bei Analytik Jena im thüringischen Jena und Eisfeld.

Wichtige Werte wie beispielsweise Transmission und Sehfeld wurden doppelt ermittelt, und um eine eventuelle Serienstreuung bei den Modellen auszuschließen, testeten wir bei Steiner eine Produktreihe und bei Minox und Analytik Jena eine zweite. Mit Ausnahme von zwei Gläsern: Eines war defekt und das andere stellte sich als sprichwörtliche Luftnummer heraus – Leerkarton.

Die Tests wurden gewissenhaft durchgeführt

In einigen Fällen unterschieden sich die Messmethoden voneinander. Bei Steiner in Bayreuth führten wir die Sehfeldmessung durch Ausrichten des Glases auf einer Skala in bekannter Distanz durch. Nach dem Ablesen des Wertes auf der Skala wurde er mit einem Faktor multipliziert, um das Sehfeld auf 1.000 Meter zu erhalten. Bei Minox in Wetzlar setzten wir das Glas auf eine Messeinrichtung und ermittelten den Wert des Sehfeldwinkels. Um beide Ergebnisse besser vergleichen zu können, rechneten wir den Sehfeldwinkel auf die bekannten 1.000 Meter um. Trotz der unterschiedlichen Messmethoden unterscheiden sich beide Werte nur um konstant einen Meter.

Die Transmissionsmessung folgte bei beiden Messungen dem gleichen Prinzip, aber mit unterschiedlichen Apparaturen. Für die Messung wird ein gebündelter Lichtstrahl (100 Prozent) mit einer Farbtemperatur von 3.300° Kelvin in das Objektiv geleitet. Hinter dem Okular befindet sich eine Ulbricht-Kugel. In der Kugel wird gemessen, wie viel Licht der urspünglichen hundert Prozent es durch das Fernglas geschafft haben. Auch hier zeigten sich wieder nur kleine Unterschiede in den Ergebnissen, obwohl der Versuchsaufbau jeweils leicht abgewandelt war.

Im Druckwassertank können verschiedene Wassertiefen simuliert werden

Für den Test der Wasserdichtigkeit der Gläser versenkten wir die Modelle in einem Drucktank, in dem wir durch Erhöhung des Drucks verschiedene Wassertiefen simulieren konnten. Bis auf ein Glas überstanden alle Gläser die 0,5 Meter Tiefe. Im zweiten Durchlauf auf drei Meter Tiefe gab ein weiteres Marine Fernglas auf.

Welches Fernglas für Segler?

Wer auf See eine Ansteuerungstonne sucht, benötigt einen möglichst weiten Bildausschnitt, um sich in der Wasserwüste orientieren zu können. Allerdings muss die Bezeichnung des Seezeichens noch leserlich sein, sodass bei Marinegläsern ein Kompromiss bezüglich der Vergrößerung notwendig ist. Die bei Marinegläsern übliche siebenfache Vergrößerung ist eine gelungene Lösung aus Vergrößerung und Verwacklungsfreiheit. Auf festem Boden können acht- bis zehnfache Vergrößerungen durch einen ruhigen Stand verwacklungsfrei genutzt werden. Auf See – selbst bei leichtem Wellengang – fängt das Bild bereits ab achtfacher Vergrößerung zu tanzen an. Vergleichen lässt es sich mit dem Aufstieg in den Mast: Je höher desto spürbarer werden die kleinsten Bootsbewegungen.

Kaufberatung

Die Suche nach dem richtigen Fernglas ist nicht allein das Vergleichen von gemessenen Werten, sondern auch eine Entscheidung nach individuellen Aspekten des Nutzers. Vor dem endgültigen Kauf sollte immer ausführliches Ausprobieren bei einem Händler stattfinden. Im Idealfall sind die infrage kommenden Gläser bei einem einzigen Händler zugänglich und können einem direkten Vergleich untereinander unterzogen werden. Unterschiede in der Optik zeigen sich am besten in der Dämmerung. Allerdings nicht in geschlossenen Räumen durch ein Fenster hindurch. Lichtstarke Gläser (gute Transmissionswerte, große Ein- und Austrittspupille) können ein helleres Bild liefern als das bloße Auge, während andere Gläser ein dunkleres Bild zeichnen. Strengt das Durchgucken schon nach kurzer Zeit an, stimmt bei dem Glas etwas mit der Justierung nicht. Der nächste Schritt ist eine Beurteilung der Haptik des Glases.

 

Mit 76 Jahren …

Jeanne Socrates: <p>
	Unerm&uuml;dlich: Jeanne Socrates, 76, ist &nbsp;mit ihrer Najad 380&nbsp;am gestrigen 3. Oktober zur Nonstop-Weltumsegelung losgesegelt&nbsp;</p>

Die Britin Jeanne Socrates ist zum vierten Mal aufgebrochen, als ältester Mensch ohne Stopp die Welt zu umsegeln. Es wäre ihr zweiter Einhand-Nonstop-Törn

Auszeichnung: Trans Ocean Preis an Maxus-Segler Kuczynski – Ocean Award an Mini-Seglerin Rixgens

Weltumseglung, einhand, nonstop

Anlässlich des 50. Jubiläums des TO wurden der Trans-Ocean Preis und der Ocean Award während der feierlichen Festveranstaltung am vergangenen Wochenende verliehen. Weiterlesen

Ellison und Coutts segeln auf zwei Rümpfen in die Zukunft

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	Die neue Profi-Serie von Larry Ellison und Russell Coutts: der SailGP</p>

Ein Design, sechs Nationalteams, fünf Austragungsorte: Larry Ellison und Russell Coutts haben ihren futuristischen Segel-Circuit heute in London vorgestellt

„Das Meer war die Hölle“

America’s Cup Alternative: SailGP mit AC50 Kats – Oracle, Land Rover und Louis Vuitton

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Larry Ellison und Russell Coutts haben in London offiziell Fakten zu den durchgesickerten Details ihres neuen SailGP vorgestellt. Die modifizierten Foiler-Kats sollen 53 Knoten erreichen. Es geht um viel Geld. Weiterlesen

Die 25. Weltsegler-Wahl: Alter Ruhm, neue Titel

Volvo Ocean Race 2017/2018: <p>
	Volvo-Ocean-Race-Gewinnerin Carolijn Brouwer ist zur Wahl der Weltseglerin des Jahres nominiert</p>

Der Weltseglerverband wird am 30. Oktober zum 25. Mal die Weltsegler des Jahres küren. An der Abstimmung kann jeder teilnehmen. Und es gibt neue Kategorien…

„Kiwi Magic“: AC-Cupper aus Neuseeland

BesBoot Kiwi Magic KZ7 Segeln Kieler Förde 2018 CBe_2018.07.06_47001

Der Zwölfer aus Neuseeland ist einer der schnellsten der Welt und heute in Nordeuropa unterwegs. Wir gingen an Bord. Das Bootsporträt jetzt im PDF-Download

Das Gesicht des nächsten Volvo Ocean Race

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	Carolijn Brouwer war als Siegerin mit Charles Caudreliers Dongfeng Race Team die Seglerin des Rennens 2017/2018. Sie hat nicht ausgeschlossen, dass sie noch einmal antritt</p>

Mehr Technologie, mehr Vielfalt, mehr Nachhaltigkeit und – die Frauen bleiben! So werben die Veranstalter in der vorläufigen „Notice of Race“ für das Rennen

Visum-Verlängerung mit Hindernissen

Mo., Okt.18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1584, 13.337 sm von HH

Wir sitzen mal wieder im Bus nach Portoviejo. Heute soll mein Visum verlängert werden.
Der Tag fängt fragwürdig an: mit uns im Bus fährt Til Schweiger. Spanisch sprechend. Allerdings grottenschlecht synchronisiert. Während der Nuschelkopp Schweiger die Zähne kaum auseinander bekommt, spricht der Synchronsprecher verständliche Sätze. Mund und Stimme passen nicht zusammen. Warum nur zeigen die im Bus nicht einen ihrer üblichen blutrünstigen C-Movies? Muss es der Schweiger sein?

Noch vor Ende des Films müssen wir raus. Wir trotteln den bekannten Weg zum Immigration Büro. Der zweite Schock des Tages, Eingang und Fenster sind dicht verrammelt. Wir schauen uns hilflos um. Und nun? Aber auf die Südamerikaner ist Verlass. Ein Typ mit einem mobilem Kopierer sieht unsere Ratlosigkeit und zeigt uns den Weg zum neuen Büro, keine hundert Meter weiter. Die Immigration ist frisch in ein neues Gebäude umgezogen.

Dort finden wir unsere Immigration-Schönheit von den letzten beiden Treffen. Sie erkennt uns ebenfalls wieder und begrüßt uns mit den Worten: „No hay internet.“ Es gibt kein Internet! Vielleicht heute Nachmittag. Und nun? Sie schickt uns erst mal zur Bank, damit wir die Gebühren (129 USD) einzahlen können. Sollte das Internet dann noch immer nicht funktionieren, können wir doch einfach Morgen wieder kommen. Sie ist die einzige, die darüber lacht.

Wir fahren mit dem Taxi zur Bank, bezahlen und kehren zur Immigration zurück. Noch immer kein Internet. Der Warteraum vor dem Büro der Schönen ist inzwischen proppevoll. Alle warten auf das Internet. Ich bin für einen Stadtbummel, Achim will bleiben. Seine Strategie: den Druck erhöhen durch Anwesenheit. Er wartet an einer Stelle vor ihrer Glastür, dass sie ihn dauerhaft sehen kann. Ich verstecke mich zwischen den anderen Wartenden.
Nach einer halben Stunde knickt sie ein und übergibt Achim ein Formular, was ich ausfüllen und unterschreiben soll. Als ich es bei ihr abgebe, errechnet sie manuell, dass meine zweimal 90 Tage am 30. Dezember abgelaufen sind. Wir haben also schon mal ein Datum. Ganz ohne Internet.
In zwei Stunden, um 15:00 Uhr, sollen wir wieder kommen, dann läuft ihr System garantiert und ich bekäme meinen Verlängerungs-Wisch. Oder eben doch erst Morgen, wiederholt sie ihren schlechten Scherz. :lol:

Wir fahren mit dem Taxi zu einem großen Supermarkt. Auf Schätzchen-Jagd gehen. Der Supermarkt in Bahía ist leider begrenzt sortiert. Wir werden fündig, beide Rucksäcke sind voll, neunzig Dollar soll ich zahlen. „Deine Kreditkarte funktioniert nicht.“, meckert die Kassiererin. Ich bitte sie, es noch einmal zu versuchen und packe im Geiste schon die Rucksäcke wieder aus. „Haben wir überhaupt noch so viel Bargeld mit“? Auch der zweite Versuch bringt keinen Erfolg. Achim und ich kramen unser Bargeld zusammen. Puh, es reicht.

Bei der Immigration erwartet uns unsere Freundin. Freudestrahlend überreicht sie mir meine Visumsverlängerung. Ein schönes Ende eines wechselhaften Tages.
Heute Morgen kocht ‚Gestern‘ noch einmal hoch: Wir erhalten eine Mail von unserer Bank, dass gestern zweimal für 90 USD eingekauft wurde. Wenn wir das nicht waren, sollen wir uns melden, allerdings müsse dann meine Kreditkarte gesperrt werden. Oh, nein, bitte nicht!
Die Bank kriegt ganz schnell eine Antwort: Im Prinzip sind wir Verursacher dieser Buchung, jedoch…
Unbürokratisch erhalten wir Bescheid, der doppelte Betrag wird gar nicht belastet und meine Kreditkarte bleibt erhalten. So, nun aber bitte Ende mit diesem Tag.

Zwischenstand: IDM 2018 der Laser St./Radial

Aufatmen konnte allerdings die Wettfahrtleitung um Uli Finckh, denn nach einem “rennfreien” Sonntag – fast ohne einen Windhauch – sind am Montag auf dem Ammersee bei 10 bis 17 Knoten Wind bis zum Nachmittag je vier Wettfahrten zustande gekommen.

Bei den Laser-Männern konnte Philipp Buhl (SCAI) drei der vier Rennen souverän für sich enscheiden. Nik Aaron Willim (NRV) ist ‘Buhli’ mit +5 Punkten auf den Fersen, Dritter ist bisher Max Wilken (Müritz).

Bei den Laser Radial-Frauen (oben) sind alle bekannten deutschen Namen in den Top Ten: Svenja Weger (PYC) hat mit 12 Punkten die Führung vor Laura Bo Voss (MSC; 13 P.) und Julia Büsselberg (VSaW) übernommen. Christin Hoffmann (SCAI) ist mit 63 Zählern auf Rang 16. (Foto: HSC/Tim Marcour)

Ihr Bruder Julian hat in der Open Wertung immer noch Titelchancen; aktuell ist der Bayerische Jugendmeister aus Oberstdorf Zweiter, nur zwei Punkte hinter dem ehemaligen Opti-Ass Roko Mohr – der Streicher dürfte hier Gewissheit bringen. Gunnar Kröplin (Schwerin) ist mit 24 Punkten Dritter.

90 Sekunden Segel-Action

North Pacific Clipper Race

Pazifikstürme, Bruch vor Kap Hoorn, Kat-Kenterungen – bei den Videos, die um den Mirabaud Sailing Video Award konkurrieren, sind Segler die Hauptdarsteller