Monatsarchive: Oktober 2018

MARLIN auf der Flucht

Windlos

Die erste Nachtfahrt mit neuen Mitseglern, verbringe ich dann doch meist als gestiefelter Kater mit Rettungsweste auf dem Salonsofa. Mag man ja für übertrieben halten. Ich finde das relativ normal. Ich teile die Nacht durch drei Einzelwachen für Ferdi, Markus und Birgit, die ich einzeln auf ihre Aufgabe bei Nacht einführe und mich dann wieder in Ruhelage aufs Sofa verabschiede. Alles geht gut in dieser Nacht. Keine besonderen Vorkommnisse. MARLIN segelt brav, einsam und lautlos durch die Nacht. Alles in Butter. Die heutige Nacht werde ich zu jedem Wachwechsel dabei sein und mich ansonsten anderen Aufgaben widmen.

Motor Johann brummt sein Lied. Es ist dunkel und der Wind ist komplett eingeschlafen. Wirbelsturm Leslie nimmt nun Kurs genau auf Madeira und dann auf die MARLIN. Ich fühle mich fast schon geehrt. Auch wenn ich immer noch nicht daran glaube dass Leslie es schaffen wird, so habe ich dann doch mit meiner Crew gemeinsam entschieden, dass wir Mohamedia anlaufen. Ein Hafen an der Küste Marokkos, 10 Meilen nördlich von Casablanca. Hier sollten wir uns für den Fall eines Falles sicher vertäuen können. Leslie sollte hier seine Stärke weitestgehend verloren haben. Wie sagt mein 1st Mate Mitsegler Stefan Sturm immer: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Ganz so cool wie das erscheint, bin ich in Wahrheit nicht. Marokkro wollte ich immer schon mal sehen und Casablanca sowieso. Also. Machen wir das beste draus. Ist ja höhere Gewalt. Solange auf der MARLIN alles klar ist und die Stimmung gut, ist auch meine Laune gut. Ich kann mich nicht beschweren. Mitsegler Ferdi hat das Segeln im Blut. Mehr als er bisher weiß. Mach nen wirklich guten Job der ITler aus Wien… Markus eigentlich genauso, der hat aber seinen rechten Daumen mit der Heckklappe unseres Stauraums eingeklemmt und dabei seinen Fingernagel im Kranklenhaus verloren. Dementsprechend ist er eher Einhandsegler im Moment. Birgit gibt alles auf der MARLIN und ist uns wirklich eine große Hilfe. Die Bewegungen des Schiffes machen es ihr aber hin und wieder noch zu schaffen. Nun ja. Wir arbeiten dran. ich bin da guter Dinge, dass sich das noch einspielen wird. Und ich? Der Skipper? Bei mir alles im Lot.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

J/70-IDM war eine Familienangelegenheit

Die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) der J/70-Klasse beim Württembergischen Yacht-Club (WYC) ist entschieden: Neue Meister sind Simon und Felix Diesch mit Julian und Philipp Autenrieth (WYC/Bayerischer YC). Mit einem Punkt Rückstand segelte die Hamburger Crew Klaus Brinkbäumer, David und Dorian Heitzig sowie Miklas Meyer (HSC/NRV) auf Rang zwei. Bronze geht an ein weiteres WYC-Team, Max und Moritz Rieger, Thomas Stemmer und Klaus Diesch. Nur vier Rennen, die alle schon am Donnerstag gesegelt wurden, entschieden über Sieg und Platzierte – von Freitag bis Sonntag herrschte hartnäckige Flaute.

Schon im ersten Rennen zeigte sich, dass das Experiment aufgeht: Die beiden Brüderpaare Simon und Felix Diesch sowie Julian und Philipp Autenrieth, die in verschiedenen Kombinationen sehr erfolgreich segeln, saßen noch nie miteinander in einem Boot.

Auch im zweiten Lauf klappte alles, als Dritte kamen sie ins Ziel – und waren im folgenden Rennen erneut das führende Boot, bis dieser Lauf wegen einschlafendem Wind abgebrochen wurde. Da waren sie gerade noch 20 Meter vor der Ziellinie. Der Wind dreht weg – und kam kurz darauf erheblich stärker wieder. Wettfahrtleiter Conrad Rebholz nutzte die Chance – schon angesichts der ungünstigen Windprognose für die folgenden Tage – und ließ zwei weitere Rennen bei nunmehr rund drei Windstärken segeln. „In den letzten beiden Rennen sind wir ein bisschen gestolpert. Wir waren meist nicht weit genug auf einer Seite“, so Philipp Autenrieth. Die Plätze 15 und 14 standen später für das Diesch/Autenrieth-Team in der Ergebnisliste. „Wir waren überrascht, dass es noch für die Spitzenposition reichte“, so Autenrieth weiter.

Die anderen Teams machten eben auch Fehler, wie etwa die Rieger-Crew, die im letzten Lauf nur auf Rang 21 landete und damit die im Rennen zuvor eroberte Führung wieder abgeben musste, insgesamt damit auf Rang drei landete. „Bei Nordost ist die linke Seite meist besser“, erklärte Simon Diesch, warum dem Team aus dem Stand heraus ein Laufsieg gelungen war. „Es war ein Riesenspaß, mal wieder mit dem eigenen Bruder zu segeln und gleich Deutscher Meister zu werden“, freute sich der 23-Jährige.

Zwischen die beiden WYC-Teams schob sich mit einem guten vierten Lauf das Hamburger Team von Klaus Brinkbäumer, der mit der Mannschaft des Titelverteidigers auf dem Bodensee segelte. Der siegreiche Steuermann von 2017, der Hamburger „Segelreporter“ Carsten Kemmling, indes segelte als Crewmitglied bei Michael Grau – und kam immerhin auf den vierten Rang.

Das beste von fünf ausländischen Teams segelte auf Rang sieben: die Crew des Schweizers Thomas Studer vom CV Neuchâtel. Beste Steuerfrau wurde Johanna Meier vom ASV Warnemünde auf Rang 23. Das Damen-Team des WYC (Anne und Ellen Bauer, Lina Schnetz und Theresa Löffler) segelte auf Rang 25. Insgesamt waren 52 Teams aus vier Nationen am Start.

„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, dass wir nur an einem Tag richtig segeln konnten. Aber es war gut, dass wir da vier Läufe ins Ziel gebracht haben. Es war danach einfach zu wenig Wind für ein meisterschaftswürdiges Rennen“, bilanzierte Wettfahrtleiter Conrad Rebholz. „Auch ich hätte gerne eine fünfte Wettfahrt gesehen, dann hätten wir noch einen Streicher im Ergebnis. Aber mit vier Rennen ist die Meisterschaft gültig“, kommentierte WYC-Regattaobmann Günther Widmer. Und WYC-Präsident Oswald Freivogel schloss die Meisterschaft mit einem Dank an die vielen Ehrenamtlichen des Clubs: „Wir hatten vier geniale Tage, auch wenn der Wind knauserig war. Ein Riesendank an das große Helfer-Team, das schon das ganze Jahr exorbitant viel geleistet und jetzt noch einen draufgesetzt hat!“

J/70-IDM, Endstand nach vier Wettfahrten (ohne Streicher; 52 Mannschaften aus vier Nationen):

  1. Simon und Felix Diesch, Julian und Philipp Autenrieth (WYC/Bayerischer YC); 1-3-15-14, 33 Punkte
  2. Klaus Brinkbäumer, David und Dorian Heitzig, Miklas Meyer (Hamburger SC/NRV); 5-12-11-6; 34 Punkte
  3. Max und Moritz Rieger, Thomas Stemmer, Klaus Diesch (WYC); 3-6-8-21; 38 Punkte
  4. Michael Grau, Carsten Kemmling, Florian Thoelen, Klaas Höpcke (NRV); 10-22-7-1; 40 Punkte
  5. Maximilian Weiß, Maximilian Adami, Bastian Henning, Jonas Vogt (DTYC Tutzing/Münchner YC); 4-10-10-18; 42 Punkte
  6. Dennis und Kevin Mehlig, Yannick Hafner, Christian Severens (WYC); 7-13-22-2; 44 Punkte

J99: Für die Regattabahn

Zur Sport-Range bei J/Boats gehören aktuell die J/70, die der Deutschen Segel-Bundesliga jede Menge begeisterte Zuschauer beschert, die J/80, die J/88 und die J/111. Ab dem nächsten Jahr vergrößert sich die Flotte um die J/99. Wie alle Js präsentiert sich auch die Neue mit einem vollkommen schnörkellosen Design ohne jegliches Extrem. Der Bug ist gerade geformt und nicht etwa (wie heutzutage vielfach üblich) nach vorn gereckt. Das Achterschiff wird zum Spiegel hin schmaler und läuft nicht kantig geradeaus. Im Heckbereich wird ein flaches Unterwasserschiff sichtbar, dessen Spiegelform in ein harmonisch abgerundetes U mündet. Scharfe Chines sieht man nicht. Auch der flache Kajütaufbau mit den pfeilförmigen Salonfenstern passt zur klassischen Linie. Zwei kleinere Luken für Pantry und Navi-Ecke bringen zusätzlich Licht und Luft ins Schiffsinnere.

Typisch bei allen Js der Sport-Range sind schnelle, sehr ausgewogenen Segeleigenschaften. Speedster nennt J/Boats diese Yachten, die in erster Linie zum Regattasegeln gedacht sind. Auch die neue J/99 soll natürlich Erfolge einfahren, möglichst bei allen großen Langstrecken-Regatten wie dem Fastnet-Rennen oder dem Middle Sea Race, genau wie auf hochkarätigen Short-handed-Veranstaltungen. Das ist ihre Hauptaufgabe. Trotzdem will die Werft sie so ausrüsten, dass auch Fahrtensegeln möglich ist, denn das gehört auch zum Speed­ster-Konzept. Entsprechend gibt es zwei separate Doppelkabinen achtern unter der Plicht. Weitere Kojen können im Salon auf den Längssofas aufgeschlagen werden. Dazwischen liegt der klappbare Tisch. Einen WC-Raum findet man im Bug. Weil hier keine Kojen eingebaut sind, bleibt Platz zum Stauen der Segel. Die Pantry befindet sich an Backbord neben dem Niedergang, ihr gegenüber der Navigationstisch mit Sitz und Blick in Fahrtrichtung.

In Standardausführung wird die J/99 mit Pinne und einem tief reichenden Ruderblatt ausgestattet. Optional sind Doppelruder-Anlage, Radsteuerung und Wasserballast-System. Dass die neue J sehr leistungsfähig ist, darf angenommen werden. Schon mit Beginn der kommenden Saison kann sie zeigen, was in ihr steckt, denn erste Auslieferungen sind bereits zum Saisonstart möglich.
Genauere Angaben zu Segelfläche und Verdrängung gibt es bislang noch nicht, ein Preis für die segelfertige Standard-Ausführung wurde allerdings bereits genannt.

Technische Daten

Lüa: 9,90 m
Tiefgang Standard: 1,90 m
Tiefgang Race: 2,10 m
Breite: 3,40 m
Motor:Volvo D1-20 mit 20 PS
Preis: ab 122.550 Euro
Werft: www.jboats.com
Händler: www.mittelmannswerft.de

Strandseglerinnen holen die Medaillen

Der mit den Stars tanzt

SSL Finale 2017

Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen leitet mit dem SSL Training Center ein neues Ausbildungszentrum am Gardasee. Im Traumrevier suchen Top-Segler seinen Rat

boot: Erstmals mehr als 2.000 Aussteller

und 2.000 Aussteller werden vom 19. bis zum 27. Januar an Bord der 50. boot sein. In 16 Messehallen auf 220.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird eine riesige Erlebniswelt rund um das Thema „360° Wassersport erleben“ gestartet. Ob Segeln, Motorboot fahren, Tauchen, Surfen, Paddeln oder einfach am Wasser relaxen, auf der boot 2019 wird ein Feuerwerk an Ideen gestartet, die sich um die Freizeit im, auf oder am Wasser drehen.

Wassersport-Spektakel und Branchenevent

„Die boot Düsseldorf ist die einzige Messe weltweit, die diese Vielfalt umfassend präsentiert. Mit Herstellern aus erwarteten 70 Ländern aus allen Teilen der Welt zeigen wir hier eine einzigartige Produktvielfalt. 1.500 Segel- und Motorboote haben auf der boot ihre Messeheimat“, erläutert boot Director Petros Michelidakis. Die Besucher der größten Wassersportmesse der Welt folgen dem Ruf der Messe nach Düsseldorf sogar aus über 102 Ländern. Michelidakis: „Damit ist die boot nicht nur ein Spektakel für die Besucher aus der Region, sondern vielmehr ein anerkanntes internationales Branchenevent mit B2B-Charakter. So nutzen zum Beispiel Entscheidungsträger großer Charterunternehmen die Messe, um sich ein umfassendes Bild vom Markt zu machen, direkt mit den Herstellern in Kontakt zu treten und vergleichen zu können.“ Und dies vermehrt, denn das Chartern wird bei den boot Freunden immer beliebter und ist in der Branche ein echter Trend.

Der Trend zum Luxus: Tender und „Chase Boats“

Nach den Trends für die kommende boot gefragt, nennt die boot Crew in Düsseldorf als erstes die Begriffe „Luxustender“ oder sogenannte „Chase Boats“, die nicht in der Garage der Superyacht Platz nehmen und mit denen die Fahrt der eigenen Superyacht verfolgt werden kann. Sie werden auch gerne genutzt, um einen Ausflug mit Freunden auf eine Angeltour zu unternehmen oder einen einsamen, abgelegenen Strand aufzusuchen. Zu den Top-Anbietern in dieser Klasse gehören auf der boot zum Beispiel Sacs, Wally oder Skipper. Aber auch Großserienhersteller wie Fairline, Princess, Jeanneau, Hanse und viele mehr werden ihre Neuigkeiten in diesem Segment präsentieren. Mit einem zur Yacht passenden Luxustender erfüllen sich viele Eigner den Wunsch nach hohen Stil- und Design-Standards, dem trägt die Mannschaft der boot Rechnung und hat alle Hersteller von High-Class-Booten und –Yachten in den benachbarten Hallen 5 (Luxustender), 6 (Luxusyachten und -tender) und 7a (Superyacht Show) platziert. „Hier ist kein einziger Quadratmeter mehr frei“, freut sich Projekt Manager Arne von Heimendahl.

Ein interessantes Thema, mit den ersten Ausstellern schon zur boot 2018, ist „Fractional Ownership“, wird 2019 weiter vorangetrieben. „Fractional Ownership“ ist das englische Schlagwort für den kollektiven Besitz einer Yacht. Man kann 1/9, 1/6 oder ein 1/3 einer Großyacht erwerben und shippert damit zwischen 6 bis 18 Wochen über die Ozeane.

Nachfrage nach großen Segelyachten und Mehrrumpfbooten

Ähnliches gilt für die Segelhallen 15, 16 und 17. Nahezu alle großen Werften sind an Bord mit Seglern in allen Größen und Klassen. „Die größte Segelyacht auf der boot 2018 war die Oyster 745 und wir erwarten zu unserem Jubiläum wieder einige Yachten aus den Häusern Oyster oder Nautors Swan in dieser Größenordnung“, so Petros Michelidakis. Darüber hinaus werden auch 2019 wieder die Mehrrumpfboote – Katamarane oder Trimarane – sehr gefragt sein. Ideal auch für Einsteiger geeignet, da sie durch ihre Breite dem Boot mehr Stabilität verleihen.

Spektakuläre Neuzugänge gibt es auch im Segelbereich: Die Ausrichter des Clipper Race stellen auf der boot 2019 ihre spannende Regatta, die abenteuerhungrige Segler 11 Monate über die Weltmeere treibt, vor. Hier dürfen nicht nur die Profis ans Steuer, sondern auch leidenschaftliche (Hobby)segler sind gefragt. (www.clipperroundtheworld.com)

boot zeigt aktuellen Trendsport

Mit ihren 50 Jahren wirkt die boot jugendlich frisch und sozusagen „younger than ever“. „Unser Ziel ist es immer ganz nah am Markt zu sein und die aktuellen Trends auf der Messe umzusetzen beziehungsweise selbst zu kreieren“, beschreibt der boot Chef die Situation. Wie etwa beim, 2018 erstmals ausgetragenen, spektakulären Tow-In Windsurfen im 60 Meter langen Flatwater-Pool der boot. Auch die stehende Riesenwelle „THE WAVE“ ist so ein Trendsetter, lässt sie doch ihre Akteure auf einer 1,50 hohen und 9 Meter breiten Welle surfen. Die begehrten Ritte auf der Welle können ab Dezember wieder auf der WAVE-Website gebucht werden. Mit ihren hochkarätigen Challenges mit internationalen Spitzensurfern ist „THE WAVE“ ein echter Publikumsmagnet: 2018 sahen sich 110.000 Menschen die Aktionen auf der Welle an.

MARLIN wieder unterwegs

Geschafft. Wir segeln wieder

Die Sache mit Leslie hat mich schon bewegt. Überhaupt ne ziemliche Suppe auf dem Nordatlantik. Braucht doch keiner. Stabiles Azorenhoch und Nordwindpassat und alles wäre wie früher. Soll aber nicht sein. Die derzeitige Prognose von Leslie ist direkt auf unser Zielgebiet, die Kanaren, zu steuern. Super Sache. Das brauchte ich heute. Wir wollten grade mit einem halbwegs passablem Wetterfenster nach Madeira segeln. „Ich blase den Törn ab. Ich kann nicht in einen prognostizierten Wirbelsturm hineinsegeln mit euch.“ Die Münder gehen runter. Ja klar. Alle haben Verständnis. Saefty first! Aber die Enttäuschung ist auch groß. Ich verschwinde wieder im Schiff, studiere Karten und noonsite.com Infos. Ich mach Google Maps Aufnahmen von Häfen zu denen ich keine Handbücher habe. Ziel ist die marrokanische Küste. Zumindest für den Notfall. Ich telefoniere noch mal mit Nathalie und Jan. „Ne, da würde ich auch nicht reinfahren. Mitten in so nen Wirbelsturm.“

Gegen 14Uhr dann liften wir den Anker, verlassen durch eine steile Tidenwelle, die schützende Bucht von Alvor. Dann kocht Motor Johann vor Wut. „Was hat der denn nun schon wieder?“ Der Deckel vom Wasserfilter sitzt nicht sauber und Johann zieht Luft. Nun. Kein Weltuntergang. Aber fängt ja gut an. Wir setzen die Segel bei Wind aus Süd und ganz langsam nimmt MARLIN Fahrt auf, macht sich selbst den Wind gegenan und schwubbs geht die Nadel auf drei, dreieinhalb und vier Knoten, gen Süd. Geht doch.

Ich erwarte weniger als wenig Wind. Ich hoffe bis nach Agadir zu kommen bevor starke Südwinde uns ausbremsen. Oder aber, die Vorhersagen sehen in ein paar Tagen anders aus. Ich glaube immer noch, dass Wirbelsturm Lesly sich entscheidet an den Azoren vorbei zu ziehen Richtung England und sich dann auflöst in ein Tiefdruckkern mit 40 Knoten Wind.

Gerade kommt über Kurzwelle / PACTOR das aktuelle Satellitenbild rein. Oha. Ja dann. Leider fehlt mir Internet Zugriff um mehr über Leslie in Erfahrung zu bekommen. Aber Skipper Jan meldet sich bestimmt wenn er seinen Rausch von der letzten Party am Samstag ausgeschlafen hat. Wir bewegen uns dann eher gemächlich, aber segelnd Richtung Süd.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Strandsegel-WM, das Finale

Strandsegel-WM, race day 5

Strandsegel-WM, race day 4

Strandsegel-WM, Ende gut, Frauen gut

Bei der Weltmeisterschaft der Strandsegler in Sankt Peter-Ording haben die Frauen den Medaillenspiegel des deutschen Teams gerettet. Silber holten Anke Münch in
der Einheitsklasse Standart und Gitta Steinhusen bei den Miniyachten. Barbara Starke komplettierte das starke Abschneiden der deutschen Seglerinnen mit einer Bronzemedaille – ebenfalls in der
kleinsten Klasse. Bei den Männern segelte als einziger Deutscher der Juister Jens Markowitz auf das Podest. In der größten Klasse, der Klasse 2, wurde er Vize-Weltmeister. 

 

Die Weltmeisterschaft stand unter keinem guten Stern. Selten wurden bei internationalen Titelkämpfen so wenige Rennen in der Wettkampfwoche gesegelt. Erst am
vorletzten Tag konnten die 155 Piloten aus 14 Nationen die Norm von mindestens drei Rennen in allen fünf Klassen erfüllen. Zuerst peitschte ein Sturm mit bis zu zehn Windstärken auf die
Nordseeküste. Das nur langsam abfließende Wasser hinterließ eine stark ramponierte Piste, extrem schmal und mit gefährlichen Löchern, so dass die Rennleitung aus Sicherheitsgründen keine Rennen
starten ließ. Dann setzte Starkregen die tidenunabhängige „Plate“ unter Wasser. 

 

Erst am Finaltag herrschten perfekte Bedingungen. Sonne satt und vier Windstärken. Das Feld der Miniyachten konnte am Vormittag weitere drei Rennen segeln. Das
Erfolgsduo Gitta Steinhusen und Barbara Starke nutzte die Chance, um sich mit jedem Rennen in der Frauenwertung auf dem Podium festzubeißen. Silber und Bronze waren der Lohn. Bester deutscher
Segler wurde Martin Köhle.  

 

Die größeren Yachten, die einen breiteren Strand benötigen, sollten am Mittag folgen. Ziel war es, dass alle Klassen noch mindestens ein, wenn möglich zwei
Rennen, segeln. Besonders für die deutschen Piloten war jedes weiteres Rennen wichtig. Der Schleswiger Sven Kraja lag am Morgen des Finaltags in der Konstrukteursklasse aussichtsreich auf Rang
vier, ebenso wie Hans-Werner Eickstädt in der Klasse 3, der schnellsten Segelklasse. Punktgleich mit dem drittplatzierten Franzosen, aber schlechter im direkten Vergleich, wollte Eickstädt auf
dem Strand, auf dem er als Kind das Strandsegeln lernte, noch in die Medaillenränge fahren.

 

Nachdem die Miniyachten den Strand verlassen hatten, dauerte es aber knapp zwei Stunden, bis die große Yachten an der Startlinie standen. Zu lange, um die
perfekten Bedingungen auszunutzen. Wegen der vielen Besucher am Strand hatte die Organisation die Priorität auf äußerste Sicherheit gelegt, um die Armada der Segler, die bis zu 120
Stundenkilometer erreichen können, im Schritttempo durch das Nadelöhr an der Badestelle in Sankt Peter-Ording zu geleiten. 

 

Als erste der vier Klassen startete die Klasse 5. Sven Kraja setzte sich schnell an die Spitze des Feldes und sicherte sich seinen ersten Tagessieg bei der WM.
Nur noch zwei Punkte trennten ihn von Silber. Doch dann nahm der Wind immer weiter ab. Als nächstes sollte die Klasse 2 starten, die erst am Vortag ihr erstes Rennen gesegelt war. Jens Markowitz,
der Juister Starkwind-Spezialist, lag sensationell auf Platz zwei. Mit den abflauenden Winden sah er auch seine Chancen auf die Silbermedaillen schwinden. Schwachwind liegt ihm nicht. Doch
Markowitz sollte Glück haben. Der Wind sank unter die erforderlichen vier Meter pro Sekunde, die bei einer Weltmeisterschaft konstant wehen müssen. Rennabbruch! 

 

Für Eickstädt ein Desaster. Damit gab es auch kein Rennen in den anderen Klassen mehr. Von Startplatz drei aus hätte er perfekt das Feld anführen und in die
Medaillenränge fahren können. Auch für Sven Kraja bedeutete das Ende der Rennen erst Pech, dann Blech. Eickstädt und Kraja mussten sich mit dem vierten Platz begnügen. Enttäuschend verlief die WM
für den Olympia-Veteranen und Weltmeister im Tornado Roland Gäbler. In der Klasse 3 hatte er sich eine Platzierung unter den Top-Ten als Minimalziel gesetzt. Mit der Mannschaft, die von den drei
schnellsten Seglern einer Klasse einer gebildet wird, hoffte er auf Silber, schielte sogar auf Gold. Am Ende kam Gäbler, geplagt von starken Rückenschmerzen, nur auf Platz 20 und als
sechsschnellster Deutscher in de Feld nicht einmal annähernd in die Teamwertung. 

 

Auch die Standarts warteten vergeblich auf einen weiteren Start. Für Anke Münch bedeutete das Silber. Bester Deutscher wurde Roland Heß, der zusammen mit Manfred
Nielsen und Waldemar Konopka in der Mannschaftswertung die Silbermedaille holte, ebenso Jens Markowitz mit Kurt Wachkamp und Marco De Pizzol in der Klasse 2. Auch Gitta Steinhusen konnte sich
über eine weitere Silbermedaille in der Teamwertung freuen. Mit Martin Köhle und Matthias Böcker kam sie hinter dem Team aus Frankreich auf Platz zwei. Versöhnlich endete die WM auch für Sven
Kraja, der mit Heiko Hartmann und Thomas Bents, hinter Frankreich im Team Vize-Weltmeister wurde. Nur in der schnellsten Klasse musste sich die deutsche Mannschaft mit Hans-Werner Eickstädt, Arnd
Mahrt und Robert Jacobsen mit der Bronzemedaille begnügen.

 

 

Fazit der WM: In der Mannschaft ist das deutsche Team auf der Sandbank eine Bank. 

 

Hurrican Leslie und andere Dinge

Nowindsailing

Meine Offshore Neulinge Markus, Ferdi und Birgit machen sich gut. Es liegt sicherlich nicht an ihnen, dass ich nicht zum Logbook schreiben komme. Bootsjunge Julian hat sich spontan gegen die MARLIN entschieden, was zur Folge hat, dass wir alle seine Aufgaben mit zu erledigen haben. Die Crew ist entschleunigt. Drei Raucher und ich mittendrin als mal wieder frisch gebackener Nichtraucher. Aber ich halte durch.

Wir haben Culatra schon längst verlassen, Portimao erreicht und vor Lagos mit dem Mast gewackelt. Die Grundzüge der christlichen Seefahrt sind angeeignet, Sicherheit erklärt und alles ist entspannt. Wir haben ja auch drei Wochen Zeit. Wir sind verproviantiert, Johann ist wieder mal repariert und sogar das Deck und die Fenster glänzen Dank CREW 47. Was für ein Schiff. Was für eine CREW. Freitags segelt der Skipper nicht los über einen Ocean und somit ist Morgen der Start zum Schlag über den Atlantik nach Madeira / Porto Santo geplant. Wenn da nicht Leslie wäre…

Ich wusste noch gar nichts von Leslie, als ich in der Sicherheitseinweisung erklärte: „Ja und wenn wir dann einen Wirbelsturm haben, gehen wir auf diese Internetseite. National Hurricane Center. Upps. Da ist ja einer…“ Hat mich dann komplett aus der Bahn geworfen. Nicht einfach nur wegen dem Hurrican, der seit heute sich direkt auf die Kanaren bewegt und keineswegs geneigt ist, wie üblich über die Azoren nach England abzuziehen. Sondern vor allen Dingen weil der inzwischen herabgestufte Tropische Wirbelsturm auf jeden Fall, egal wohin er auch zieht, mein Wetter für den geplanten Trip über Madeira zu den Kanaren durcheinanderwirbelt. Vorzugsweise SW Wind erzeugt, die Passatwinde vernichtet oder Windlöcher für mehrere Tage bis zu einer Woche erzeugt. Nun hatte ich eigentlich nicht vor, zu den Kanaren mit Motor unterwegs zu sein. „Mistkackeverdammtealte. Muss dass jetzt sein?“

Mitsegeln auf der Marlin!

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