Monatsarchive: Oktober 2018

MARLIN wieder unterwegs

Geschafft. Wir segeln wieder

Die Sache mit Leslie hat mich schon bewegt. Überhaupt ne ziemliche Suppe auf dem Nordatlantik. Braucht doch keiner. Stabiles Azorenhoch und Nordwindpassat und alles wäre wie früher. Soll aber nicht sein. Die derzeitige Prognose von Leslie ist direkt auf unser Zielgebiet, die Kanaren, zu steuern. Super Sache. Das brauchte ich heute. Wir wollten grade mit einem halbwegs passablem Wetterfenster nach Madeira segeln. „Ich blase den Törn ab. Ich kann nicht in einen prognostizierten Wirbelsturm hineinsegeln mit euch.“ Die Münder gehen runter. Ja klar. Alle haben Verständnis. Saefty first! Aber die Enttäuschung ist auch groß. Ich verschwinde wieder im Schiff, studiere Karten und noonsite.com Infos. Ich mach Google Maps Aufnahmen von Häfen zu denen ich keine Handbücher habe. Ziel ist die marrokanische Küste. Zumindest für den Notfall. Ich telefoniere noch mal mit Nathalie und Jan. „Ne, da würde ich auch nicht reinfahren. Mitten in so nen Wirbelsturm.“

Gegen 14Uhr dann liften wir den Anker, verlassen durch eine steile Tidenwelle, die schützende Bucht von Alvor. Dann kocht Motor Johann vor Wut. „Was hat der denn nun schon wieder?“ Der Deckel vom Wasserfilter sitzt nicht sauber und Johann zieht Luft. Nun. Kein Weltuntergang. Aber fängt ja gut an. Wir setzen die Segel bei Wind aus Süd und ganz langsam nimmt MARLIN Fahrt auf, macht sich selbst den Wind gegenan und schwubbs geht die Nadel auf drei, dreieinhalb und vier Knoten, gen Süd. Geht doch.

Ich erwarte weniger als wenig Wind. Ich hoffe bis nach Agadir zu kommen bevor starke Südwinde uns ausbremsen. Oder aber, die Vorhersagen sehen in ein paar Tagen anders aus. Ich glaube immer noch, dass Wirbelsturm Lesly sich entscheidet an den Azoren vorbei zu ziehen Richtung England und sich dann auflöst in ein Tiefdruckkern mit 40 Knoten Wind.

Gerade kommt über Kurzwelle / PACTOR das aktuelle Satellitenbild rein. Oha. Ja dann. Leider fehlt mir Internet Zugriff um mehr über Leslie in Erfahrung zu bekommen. Aber Skipper Jan meldet sich bestimmt wenn er seinen Rausch von der letzten Party am Samstag ausgeschlafen hat. Wir bewegen uns dann eher gemächlich, aber segelnd Richtung Süd.

Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Strandsegel-WM, das Finale

Strandsegel-WM, race day 5

Strandsegel-WM, race day 4

Strandsegel-WM, Ende gut, Frauen gut

Bei der Weltmeisterschaft der Strandsegler in Sankt Peter-Ording haben die Frauen den Medaillenspiegel des deutschen Teams gerettet. Silber holten Anke Münch in
der Einheitsklasse Standart und Gitta Steinhusen bei den Miniyachten. Barbara Starke komplettierte das starke Abschneiden der deutschen Seglerinnen mit einer Bronzemedaille – ebenfalls in der
kleinsten Klasse. Bei den Männern segelte als einziger Deutscher der Juister Jens Markowitz auf das Podest. In der größten Klasse, der Klasse 2, wurde er Vize-Weltmeister. 

 

Die Weltmeisterschaft stand unter keinem guten Stern. Selten wurden bei internationalen Titelkämpfen so wenige Rennen in der Wettkampfwoche gesegelt. Erst am
vorletzten Tag konnten die 155 Piloten aus 14 Nationen die Norm von mindestens drei Rennen in allen fünf Klassen erfüllen. Zuerst peitschte ein Sturm mit bis zu zehn Windstärken auf die
Nordseeküste. Das nur langsam abfließende Wasser hinterließ eine stark ramponierte Piste, extrem schmal und mit gefährlichen Löchern, so dass die Rennleitung aus Sicherheitsgründen keine Rennen
starten ließ. Dann setzte Starkregen die tidenunabhängige „Plate“ unter Wasser. 

 

Erst am Finaltag herrschten perfekte Bedingungen. Sonne satt und vier Windstärken. Das Feld der Miniyachten konnte am Vormittag weitere drei Rennen segeln. Das
Erfolgsduo Gitta Steinhusen und Barbara Starke nutzte die Chance, um sich mit jedem Rennen in der Frauenwertung auf dem Podium festzubeißen. Silber und Bronze waren der Lohn. Bester deutscher
Segler wurde Martin Köhle.  

 

Die größeren Yachten, die einen breiteren Strand benötigen, sollten am Mittag folgen. Ziel war es, dass alle Klassen noch mindestens ein, wenn möglich zwei
Rennen, segeln. Besonders für die deutschen Piloten war jedes weiteres Rennen wichtig. Der Schleswiger Sven Kraja lag am Morgen des Finaltags in der Konstrukteursklasse aussichtsreich auf Rang
vier, ebenso wie Hans-Werner Eickstädt in der Klasse 3, der schnellsten Segelklasse. Punktgleich mit dem drittplatzierten Franzosen, aber schlechter im direkten Vergleich, wollte Eickstädt auf
dem Strand, auf dem er als Kind das Strandsegeln lernte, noch in die Medaillenränge fahren.

 

Nachdem die Miniyachten den Strand verlassen hatten, dauerte es aber knapp zwei Stunden, bis die große Yachten an der Startlinie standen. Zu lange, um die
perfekten Bedingungen auszunutzen. Wegen der vielen Besucher am Strand hatte die Organisation die Priorität auf äußerste Sicherheit gelegt, um die Armada der Segler, die bis zu 120
Stundenkilometer erreichen können, im Schritttempo durch das Nadelöhr an der Badestelle in Sankt Peter-Ording zu geleiten. 

 

Als erste der vier Klassen startete die Klasse 5. Sven Kraja setzte sich schnell an die Spitze des Feldes und sicherte sich seinen ersten Tagessieg bei der WM.
Nur noch zwei Punkte trennten ihn von Silber. Doch dann nahm der Wind immer weiter ab. Als nächstes sollte die Klasse 2 starten, die erst am Vortag ihr erstes Rennen gesegelt war. Jens Markowitz,
der Juister Starkwind-Spezialist, lag sensationell auf Platz zwei. Mit den abflauenden Winden sah er auch seine Chancen auf die Silbermedaillen schwinden. Schwachwind liegt ihm nicht. Doch
Markowitz sollte Glück haben. Der Wind sank unter die erforderlichen vier Meter pro Sekunde, die bei einer Weltmeisterschaft konstant wehen müssen. Rennabbruch! 

 

Für Eickstädt ein Desaster. Damit gab es auch kein Rennen in den anderen Klassen mehr. Von Startplatz drei aus hätte er perfekt das Feld anführen und in die
Medaillenränge fahren können. Auch für Sven Kraja bedeutete das Ende der Rennen erst Pech, dann Blech. Eickstädt und Kraja mussten sich mit dem vierten Platz begnügen. Enttäuschend verlief die WM
für den Olympia-Veteranen und Weltmeister im Tornado Roland Gäbler. In der Klasse 3 hatte er sich eine Platzierung unter den Top-Ten als Minimalziel gesetzt. Mit der Mannschaft, die von den drei
schnellsten Seglern einer Klasse einer gebildet wird, hoffte er auf Silber, schielte sogar auf Gold. Am Ende kam Gäbler, geplagt von starken Rückenschmerzen, nur auf Platz 20 und als
sechsschnellster Deutscher in de Feld nicht einmal annähernd in die Teamwertung. 

 

Auch die Standarts warteten vergeblich auf einen weiteren Start. Für Anke Münch bedeutete das Silber. Bester Deutscher wurde Roland Heß, der zusammen mit Manfred
Nielsen und Waldemar Konopka in der Mannschaftswertung die Silbermedaille holte, ebenso Jens Markowitz mit Kurt Wachkamp und Marco De Pizzol in der Klasse 2. Auch Gitta Steinhusen konnte sich
über eine weitere Silbermedaille in der Teamwertung freuen. Mit Martin Köhle und Matthias Böcker kam sie hinter dem Team aus Frankreich auf Platz zwei. Versöhnlich endete die WM auch für Sven
Kraja, der mit Heiko Hartmann und Thomas Bents, hinter Frankreich im Team Vize-Weltmeister wurde. Nur in der schnellsten Klasse musste sich die deutsche Mannschaft mit Hans-Werner Eickstädt, Arnd
Mahrt und Robert Jacobsen mit der Bronzemedaille begnügen.

 

 

Fazit der WM: In der Mannschaft ist das deutsche Team auf der Sandbank eine Bank. 

 

Hurrican Leslie und andere Dinge

Nowindsailing

Meine Offshore Neulinge Markus, Ferdi und Birgit machen sich gut. Es liegt sicherlich nicht an ihnen, dass ich nicht zum Logbook schreiben komme. Bootsjunge Julian hat sich spontan gegen die MARLIN entschieden, was zur Folge hat, dass wir alle seine Aufgaben mit zu erledigen haben. Die Crew ist entschleunigt. Drei Raucher und ich mittendrin als mal wieder frisch gebackener Nichtraucher. Aber ich halte durch.

Wir haben Culatra schon längst verlassen, Portimao erreicht und vor Lagos mit dem Mast gewackelt. Die Grundzüge der christlichen Seefahrt sind angeeignet, Sicherheit erklärt und alles ist entspannt. Wir haben ja auch drei Wochen Zeit. Wir sind verproviantiert, Johann ist wieder mal repariert und sogar das Deck und die Fenster glänzen Dank CREW 47. Was für ein Schiff. Was für eine CREW. Freitags segelt der Skipper nicht los über einen Ocean und somit ist Morgen der Start zum Schlag über den Atlantik nach Madeira / Porto Santo geplant. Wenn da nicht Leslie wäre…

Ich wusste noch gar nichts von Leslie, als ich in der Sicherheitseinweisung erklärte: „Ja und wenn wir dann einen Wirbelsturm haben, gehen wir auf diese Internetseite. National Hurricane Center. Upps. Da ist ja einer…“ Hat mich dann komplett aus der Bahn geworfen. Nicht einfach nur wegen dem Hurrican, der seit heute sich direkt auf die Kanaren bewegt und keineswegs geneigt ist, wie üblich über die Azoren nach England abzuziehen. Sondern vor allen Dingen weil der inzwischen herabgestufte Tropische Wirbelsturm auf jeden Fall, egal wohin er auch zieht, mein Wetter für den geplanten Trip über Madeira zu den Kanaren durcheinanderwirbelt. Vorzugsweise SW Wind erzeugt, die Passatwinde vernichtet oder Windlöcher für mehrere Tage bis zu einer Woche erzeugt. Nun hatte ich eigentlich nicht vor, zu den Kanaren mit Motor unterwegs zu sein. „Mistkackeverdammtealte. Muss dass jetzt sein?“

Mitsegeln auf der Marlin!

CREW 48 La Palma (Kanarische Inseln) – Kapverdische Inseln Rundtour 27.10.2018 – 15.11.18CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden – Karibik 15.12.18 – 11.01.19 Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. 2019 geht es dann Rund England. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Anstreichen nach dem Tidenkalender

Do., 04.Okt.18, Ecuador/Bahía de Caráquez, Tag 1588, 13.337 sm von HH

Im Prinzip liegen wir im Chone Fluss recht ruhig. Nur zwei Stunden um Hochwasser wird es kappelig. Anstreichen während dieser Phase: schwierig. Ein Schupser einer Welle und schon hat man übergemalt. Ich klebe nicht gerne ab. Meine Klebung wird meisten schief und am Klebeband bleibt eine Lackkante stehen. Gefährlich auch das, mit frischem Lack vollgeschmierte Klebeband, was feucht abgerissen werden soll. Garantiert weht das aus und saut irgendwelche Tampen mit Lack voll. Also pinsel ich lieber freihand meine Kanten.
Dafür brauche ich ablaufendes Wasser. Nach 11:00 Uhr geht es aber auch nicht mehr. Dann kommt der (extrem zuverlässige) Mittags-Wind, der Staub von den dicken Straßenbauarbeiten an Land zu uns rüber weht. Mit dem haben wir sowieso schon zu kämpfen. Das ganze Schiff ist staubig. Der Dreck findet seinen Weg bis in die Schränke. Den will ich auf keinen Fall in meinem frischen Lack wieder finden.

Trotz schwieriger Terminfindung und widriger Umstände, klappt die Anstreicherei zufriedenstellend. Ich bekomme unfallfrei Farbe auf Achims gespachteltes Brett. Wie durch ein Wunder hat unser amerikanischer Nachbar Allan noch eine Tube weißes Sika liegen, die er nicht mehr braucht. Wir können das neu aufgebaute Brett (optisch ansprechend) abdichten.
Hurra!

Vorher der hässliche Schwan

Vorher der hässliche Schwan

 

Nachher oben und unten schön versiegelt mit Sika

Nachher oben und unten schön versiegelt mit Sika und lecker lackiert

Jetzt nur noch hinter der Sprayhood pinseln, wo neulich noch das Loch nach außen klaffte.
Hier werde ich nichts mit meiner Freihand-Malerei. Der Winkel zum Brett ist kleiner als 90 Grad. Ich muss abkleben. Malerband befestige ich nah an der Kante und den Rest decke ich mit Zeitungspapier ab.
Das Brett bekommt zwei Anstriche. Und jetzt mache ich einen wirklich dummen, dummen Fehler. Ich lasse meine Klebung zudammen mit dem Lack trocknen. Aus Doofheit? Aus Bequemlichkeit? Weil ich Abkleben nicht mag? Aus extremer Trotteligkeit? Ich weiß es nicht. Dabei weiß ich doch, dass man das nicht macht. :roll:

Da wo das Malerband klebte, ist die Welt in Ordnung. Abreißen, die Lackkante mit einem Messer glätten, fertig. Kommt ja noch eine Versiegelung mit dem Sika rüber. Sieht bombig aus.
Aber es gibt Stellen, da ist der Lack unter die Zeitung gekrochen. Ich versuche noch was zu retten. Keine Chance. Eine hauchdünne Papierschicht scheint für immer verwachsen mit dem Untergrund. Grün-blaue Werbung auf weißem GFK. Sogar ein paar spiegelverkehrte Buchstaben kann ich noch erkennen. Ich möchte weinen.

Stunden später, unter Zuhilfenahme von diversen Messern, Kratzern und einem Ceranfeld-Schaber, ist mein Schaden behoben. GFK ist zum Glück ein geduldiges Opfer für solche Sauereien. Ähnlich wie von Glas kann man Verunreinigungen fast unsichtbar herunterkratzen und polieren.
Hab ich schon gesagt, dass ich Abkleben nicht mag?

Das Loch gefüllt mit Matte und Harz

Das Loch gefüllt mit Matte und Harz. Kann das je wieder schön aussehen?

Loch weg, verklebte Zeitung weg, schwarze Fugen weg, Riss weg. Projekt abgeschlossen!

Heimpiel in Koblenz

Am 2. Februar 2019 gibts endlich mal wieder ein richtiges Heimspiel für mich. Ab 18 Uhr präsentiere ich im alten Kinosaal LUXOR in KOBLENZ den neuen Multimedia Vortrag über meine Reise „UM DEN TIGER“. Dazu gibts lecker Live-Musik mit den Jungs von SAMA und für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt. Ich hoffe wir sehen uns.

TICKETS ➡➡ www.ticket-regional.de/dwersteg

Soapstars der Meere

Clubswan 36: Klein und wild

Die ClubSwan 36 ist mehr als nur ein neues Schiff. Sie ist ein Statement“, sagt die Werft. Zu Recht, denn mit ihrer neuen One-Design-Yacht trifft sie mitten in die Herzen aller, die davon träumen, sich in einem Feld supereleganter, superschneller und superinnovativer Rennziegen mit Gleichgesinnten zu messen. Allein das Rumpfdesign ist sensationell anders. Rumpf und Deck formen eine ovale Einheit, über die sich ein feines Netz aus Knicken legt. Eine kaum sichtbare Kimmkante zieht sich diagonal übers Seitenteil, plustert den Bug ordentlich auf, bevor sie im Heck in eine scharfe Deckskante mündet. Darunter liegt das Cockpit. Schier und plan, ohne Bänke und mit reichlich Platz zum Segeltrimmen. Den kann die sechsköpfige Crew gut gebrauchen, denn das flexible Rigg hält unzählige Trimm- beziehungs­weise Biegemöglichkeiten parat, um die 90 Quadratmeter Segelfläche zu bändigen. Raumschots sind es sogar 160.

Das wirklich Spektakuläre spielt sich jedoch unter Wasser ab. Erstens ist das Unterwasserschiff so flach, wie man es sonst nur von Gleitjollen kennt, zweitens ist die Wasserlinie einen halben Meter länger als der Rumpf über Deck, drittens trägt die Club­Swan 36 eine Kielfinne, die so schmal ist, wie sie nur extreme Racer aushalten, viertens gibt es zusätzlich ein langes, gebogenes Schwert, das auf Raumgängen für Auftrieb sorgt und am Wind mehr Höhe bringt. Gesteuert wird sportlich mit der Pinne, die auf zwei Ruderblätter wirkt.

Auch das Rigg ist extrem und soll so biegsam sein wie das eines Starbootes

Wie ihre größere Schwester, die ClubSwan 50, wird auch die Neue in extra ausgeschriebenen Regatten starten und dort für Furore sorgen, auf jeden Fall für wundervolle Bilder.

Technische Daten

Konstruktion: Juan Yacht Design
Lüa: 10,50 m
LWL: 11,00 m
Breite: 3,60 m
Tiefgang: 2,75 m
Verdrängung: 2,95 t
Ballast: 1,4 t
Groß:56 m²
Fock: 34 m²
Spi: 103 m²
Preis: auf Anfrage
www.clubswan36.com

Marine Ferngläser im Test

Das Marine Fernglas im Extremtest

Eine Woche befanden wir uns auf einer Odyssee quer durch Deutschland. Mit der Bahn und einem Koffer voller Ferngläser lernten wir die Bahnhöfe, aber auch die optischen Zentren der Republik kennen. Einen ersten Halt legten wir bei Steiner in Bayreuth ein und führten eine zweitägige Messreihe durch. In der „Stadt der Optik“ Wetzlar folgten bei Minox zwei weitere Tage. Einige Stunden, zahlreiche Verspätungen und Bahnsteige später folgten Messreihen bei Analytik Jena im thüringischen Jena und Eisfeld.

Wichtige Werte wie beispielsweise Transmission und Sehfeld wurden doppelt ermittelt, und um eine eventuelle Serienstreuung bei den Modellen auszuschließen, testeten wir bei Steiner eine Produktreihe und bei Minox und Analytik Jena eine zweite. Mit Ausnahme von zwei Gläsern: Eines war defekt und das andere stellte sich als sprichwörtliche Luftnummer heraus – Leerkarton.

Die Tests wurden gewissenhaft durchgeführt

In einigen Fällen unterschieden sich die Messmethoden voneinander. Bei Steiner in Bayreuth führten wir die Sehfeldmessung durch Ausrichten des Glases auf einer Skala in bekannter Distanz durch. Nach dem Ablesen des Wertes auf der Skala wurde er mit einem Faktor multipliziert, um das Sehfeld auf 1.000 Meter zu erhalten. Bei Minox in Wetzlar setzten wir das Glas auf eine Messeinrichtung und ermittelten den Wert des Sehfeldwinkels. Um beide Ergebnisse besser vergleichen zu können, rechneten wir den Sehfeldwinkel auf die bekannten 1.000 Meter um. Trotz der unterschiedlichen Messmethoden unterscheiden sich beide Werte nur um konstant einen Meter.

Die Transmissionsmessung folgte bei beiden Messungen dem gleichen Prinzip, aber mit unterschiedlichen Apparaturen. Für die Messung wird ein gebündelter Lichtstrahl (100 Prozent) mit einer Farbtemperatur von 3.300° Kelvin in das Objektiv geleitet. Hinter dem Okular befindet sich eine Ulbricht-Kugel. In der Kugel wird gemessen, wie viel Licht der urspünglichen hundert Prozent es durch das Fernglas geschafft haben. Auch hier zeigten sich wieder nur kleine Unterschiede in den Ergebnissen, obwohl der Versuchsaufbau jeweils leicht abgewandelt war.

Im Druckwassertank können verschiedene Wassertiefen simuliert werden

Für den Test der Wasserdichtigkeit der Gläser versenkten wir die Modelle in einem Drucktank, in dem wir durch Erhöhung des Drucks verschiedene Wassertiefen simulieren konnten. Bis auf ein Glas überstanden alle Gläser die 0,5 Meter Tiefe. Im zweiten Durchlauf auf drei Meter Tiefe gab ein weiteres Marine Fernglas auf.

Welches Fernglas für Segler?

Wer auf See eine Ansteuerungstonne sucht, benötigt einen möglichst weiten Bildausschnitt, um sich in der Wasserwüste orientieren zu können. Allerdings muss die Bezeichnung des Seezeichens noch leserlich sein, sodass bei Marinegläsern ein Kompromiss bezüglich der Vergrößerung notwendig ist. Die bei Marinegläsern übliche siebenfache Vergrößerung ist eine gelungene Lösung aus Vergrößerung und Verwacklungsfreiheit. Auf festem Boden können acht- bis zehnfache Vergrößerungen durch einen ruhigen Stand verwacklungsfrei genutzt werden. Auf See – selbst bei leichtem Wellengang – fängt das Bild bereits ab achtfacher Vergrößerung zu tanzen an. Vergleichen lässt es sich mit dem Aufstieg in den Mast: Je höher desto spürbarer werden die kleinsten Bootsbewegungen.

Kaufberatung

Die Suche nach dem richtigen Fernglas ist nicht allein das Vergleichen von gemessenen Werten, sondern auch eine Entscheidung nach individuellen Aspekten des Nutzers. Vor dem endgültigen Kauf sollte immer ausführliches Ausprobieren bei einem Händler stattfinden. Im Idealfall sind die infrage kommenden Gläser bei einem einzigen Händler zugänglich und können einem direkten Vergleich untereinander unterzogen werden. Unterschiede in der Optik zeigen sich am besten in der Dämmerung. Allerdings nicht in geschlossenen Räumen durch ein Fenster hindurch. Lichtstarke Gläser (gute Transmissionswerte, große Ein- und Austrittspupille) können ein helleres Bild liefern als das bloße Auge, während andere Gläser ein dunkleres Bild zeichnen. Strengt das Durchgucken schon nach kurzer Zeit an, stimmt bei dem Glas etwas mit der Justierung nicht. Der nächste Schritt ist eine Beurteilung der Haptik des Glases.

 

„Das Meer war die Hölle“