Monatsarchive: Februar 2018

Italien-Törn: die Gargano-Halbinsel und der Tremiti-Archipel

Reise Tremiti 2017 MAm_6549: <p>
	Die Baia San Felice ist eine von mehreren Ankerbuchten am Sporn des italienischen Stiefels</p>

Wer an die Adria denkt, denkt meist an Kroatien. Dabei gibt es auch auf der gegenüberliegenden Seite einiges zu entdecken. Der Reisebericht im PDF-Download

Maloche im Mast

So., 18.02.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1359, 12.404 sm von HH

Seit zwei Tagen geht es nur: hoch – runter, hoch – runter.
Als erstes schafft Achim das Radar nach oben. Er hat Glück und alten Schraubenlöcher in der Halterung passen mit dem neuen Radar genau überein. Leider sind die neuen Schrauben zu lang. Hoch -runter.

Der Radar-Dom hängt ungefähr in acht Meter Höhe. Wir haben eine Abmachung für den Mast. Bis zur ersten Saling darf Achim ohne Sicherung klettern.
Eigentlich auch Quatsch. Ein Sturz aus sechs Metern dürfte einen unschönen Fleck auf dem Deck hinterlassen. Aber ich will ja nicht den Kindergarten-Cop spielen.
Alles über diese sechs Meter hinaus, soll er gesichert klettern.

Auch eine doofe Abmachung. Erfordert dies doch meine Anwesenheit. An seinem Klettergeschirr befestigt Achim ein Fall und ich sichere das Fall von unten.
Wenn er wieder runter will, klopft er gegen den Mast, damit ich die Sicherung löse.
Wenn er etwas will, klopft er auch. Eigentlich klopft er nur: „Ich brauch einen 6er Maulschlüssel. Mir fehlt ein Tüttelband.“ Den benötigten Kram lege ich in einen Eimer, den ich an einem zweiten Fall nach oben ziehe. Hoch – runter.

Neben dem Radar muss die neue Antenne nach oben und der neue Windmesser. Das Zeug wird am Mast-Top montiert. Hierfür sind neue Halterungen erforderlich. Rostige Verbindungen lösen und neue Löcher bohren – in 16 Meter Höhe. Dass ein Wind von 20 Knoten plus über den Hafen fegt, macht es nicht besser. Ich bin froh nur der Laufbursche am Boden zu sein.

Die letzten beiden Maststufen sind auf gleicher Höhe angenietet, damit man dort oben „stehen“ und arbeiten kann. Leider sind diese Stufen zu niedrig montiert.
Achim kann sich nicht von oben über die Mast-Spitze beugen, sondern muss alles über Kopf erledigen. Eine sowieso schon hässliche Arbeit wird unnötig erschwert (also merke: wer Maststufen an seinen Mast montiert, darauf achten, dass die letzten Stufen hoch genug angebracht werden).

Eine Bohrmaschine plus Verlängerungskabel muss nach oben. Pullt Männer!
„Achte drauf, was du machst,“ schallt es von oben. „Das Kabel vertörnt sich im Fall.“
Wir bebrüllen den gesamten Hafen. Der Wind reißt sofort Wortfetzen ab.

Ich weiß nicht, wie oft Achim die letzten Tage geklettert ist. In jedem Fall über die Muskelkatergrenze hinaus
Altes Antennenkabel raus, neues Stromkabel rein: hoch-runter. Ein Werkzeug vergessen, was der Assi nicht findet (nicht finden kann ;-) : hoch runter. Eine Schraube will sich nicht lösen: hoch-runter.
Man soll ja kein Mitleid mit seinem Chef haben, aber arme Sau, ich möchte nicht mit ihm tauschen.

"Ich brauch noch mal eben..."

„Ich brauch noch mal eben…“

Flaggen und so

So langsam gehen die Vorbereitungen für die nächste Reise mit Nomade in die Endphase. Immer wieder eine spannende Zeit, wenn der Countdown so langsam runter tickert. Was vor einigen Monaten noch sehr weit weg erschien, wird jetzt so langsam greifbar. Der Flug ist längst gebucht, die meisten Listen abgearbeitet und wir bekommen schon wieder Bauchgrummeln, beim Gedanken an den Abschied. Auch wenn es jetzt das dritte mal ist, Routine wird das für uns wohl nie werden.

Am 7. April werde ich One-Way nach Istanbul fliegen, dann ein bis zwei Wochen am Schiff arbeiten und schließlich Einhand in Richtung Bosporus segeln. Das ist der Plan fürs Erste. Für die Zeit im Schwarzen Meer und danach sind bereits ein paar Gastlandflaggen an Bord. Ein paar fehlten noch und die sind heute schon mal in den Koffer gewandert. Alle Flaggen werde ich vermutlich nicht brauchen, aber man weiß ja nie…

Kurzes Update zum Film:
Ich komme gut voran und denke weiterhin, dass es mit einem Release Mitte März klappen müsste.

Und noch ein Update zur Crowdfunding-Kampagne:
Wir haben nach nun einer Woche 22% des Fundingziels erreicht und sind natürlich gespannt wie es am Ende ausgeht.

Die Qual der Wahl: Auckland direkt oder Umweg über Fidschi?

Volvo Ocean race 2017/2018: <p>
	Henry Bomby und Liz Wardly am Grinder f&uuml;r ihr Team Turn the Tide on Plastic</p>

Lieber auf kürzestem Kurs in die Flaute oder auf Umwegen mit Hoffnung auf Wind? Die Teams stehen nach zwei Etappen-Dritteln vor großen Entscheidungen

Jamaika Leewards. Flo mit Fisch

Jamaika Leewards. Flo mit Fisch

Na denn mal guten Appetit

Flo lacht gerne. Flo ist auch gern auf der MARLIN. Flo kann was. Flo macht. Flo teilt auch gerne mal aus. Flo kann aber auch gut einstecken. Gebe ich ihm eine Aufgabe erledigt er die schnell und präzise. Viele Kleinigkeiten auf der MARLIN sind liegengeblieben, viele Kleinigkeiten wurden erledigt. So ist das. Großes Schiff, viele Baustellen. Gott sei Dank keine großen. Flo und Dietmar bringen diese blöden Bodenheber in Ordnung. Zwei Klemmen, voll mit Dreck eine soll Jan abgebrochen haben. Grins. War der nie. Sagt er aber gerne, weil er seine Schäfchen gerne beschützt. „Da bekommen wir die Schrauben nicht raus. Abgebrochen. Geht nicht.“ Ich zeige Dietmar eine, wie die rausgeht, da kommt Ehrgeiz auf. Ich staune nicht schlecht wie Flo die Dinger mit Essig und Scheuerläppchen aufpoliert hat. Nach zwei Stunden sehen die aus wie neu. Gut gemacht. Flo isst gerne Fisch. Rohen Fisch wie man sieht. Spass. Vielleicht ist er deshalb so überpowert? Er kann echt nicht stillsi tzen ohne eine neue Aufgabe. Ich hab ihm direkt angeboten beim Sommer-Refit der MARLIN an der Algarve mitzumachen. Solche MACHER kann ich gebrauchen. Lorenz und Jan sind auch schon dabei. Dann geht es zu den Kapverdischen Inseln. Da freut sich die MARLIN. Da freu ich mich.

Derweilen sind wir in der Abschattung von Jamaika, müssen dreißig Meilen motoren. Dann kommen wir ums West End. „Bumm“ macht es dann. Dann rollt die Fock aus und es wird wieder schräg. 288 Meilen und wir sind an der Tonne „Mal Tiempo“, der Einfahrt nach Cayo Largo. Challenge. Ich schau mal nach was der Freezer so hergibt. Das dürfen wir alles nicht importieren. Hmm. So viel können wir gar nicht essen. Gut das ich die Jungs von der Gesundheit gut kenne ;-) Da finden wir bestimmt eine Lösung

Folge 5 – Meine Bordapotheke für 6 Monate auf der Ostsee


 
Gerade bin ich dabei mir eine Bordapotheke zusammenzustellen und ich denke, das Thema könnte doch für den einen oder anderen auch interessant sein. Hier also meine Überlegungen dazu:

Der Ansatz: „Was könnte alles passieren?“ würde mich zu weit führen. Es ist einfach nicht sinnvoll sich gegen alle Eventualitäten ausrüsten zu wollen. Es gibt ja im Bereich der Ostsee auch keine Spots, an denen ich tagelang ohne Hilfe ausharren müsste. 
Ein paar Stunden können es hingegen aber schon mal werden. Dazu kommt noch, dass ich überwiegend alleine unterwegs sein werde.
Ich fange also mal ganz anders an, and die Sache heranzugehen. Was wird also sehr wahrscheinlich passieren?
Zunächst die
Individuellen oder rezeptpflichtigen Mittel
bei mir
Migränemittel
und
Kontaktlinsenlösung
Kopfschmerzen
Kommt eben immer mal vor. Dagegen helfen
Aspirin
Paracetamol
Aspirin ist dann auch noch bei einem leichten Herzinfarkt wirksam und könnte in der Tat den Zeitraum bis zum Eintreffen der Rettungskräfte verlängern. Das gehört aber in die Abteilung hoffentlich unwahrscheinlich.
Erkältung oder grippaler Infekt
Irgendwann fängt man sich immer etwas ein. Wobei ich 2014 auch komplett ohne Erkältung unterwegs war, was an der Einsamkeit der Schären gelegen haben mag. Gegen die Symptome helfen
Nasenspray
ACC Schleimlöser
Halsschmerztabletten
Und ein Mittel aus der Türkei namens
Tülolhot (entspricht unserem Wick Medinait)
Zum Gesundschlafen
Aspirin und Paracetamol habe ich ja eh schon auf der Liste um Fieber zu senken
Kleine Schnitt-, Scheuer- und Quetschverletzungen
Irgendetwas passiert ja immer. Eine Schot rauscht durch die Hand. Man klemmt sich an der Winsch. Schneidet sich beim Kochen. Das Wichtigste ist dabei eigentlich nur das sich die Wunde nicht infiziert. Mein Geheimmittel dafür
Hansaplast Sprühpflaster
Betaisodona Jodsalbe
Je nach Wunde lasse ich sie zu Ende bluten, gebe etwas Jod drauf oder bade in einem warmen Bad mit etwas Jod und versiegele mit Sprühpflaster. Das desinfiziert gleichzeitig und schützt die Wunde. Bei kleinen Wunden reicht das Sprühpflaster daher oft schon. Dann kommt ein schützendes
Pflaster in verschiedene Größen oder
Verbandmaterial in verschiedenen Größen drauf. Das reicht eigentlich fast immer.
Größere Schnitt- und Quetschverletzungen
Im Prinzip wie oben nur das man zur Blutstillung eventuell
Wundauflagen
Mullbinden
Dreiecktücher
für einen Druckverband benötigt.
Sinnvoll wäre dann eventuell auch ein Klammergerät oder Nadel und Faden. Da ich das bei mir selbst aber schon sehr schwierig fände, nehme ich
Sekundenkleber
Damit bekommt man auch größere Wunden erst einmal geschlossen und zu einem Arzt muss ich dann sowieso.
Brandverletzungen
Spirituskocher, Campingkocher, Bordgrill. Irgendwann passiert auch hier etwas. Üblicherweise in Form einer Brandblase. Die ich relativ schnell öffne und dann damit verfahre wie bei kleinen Wunden.
Hilfreich ist hier bei größeren Stellen dann auch eine
Wund- und Heilsalbe von Bepanthen
Durchfall oder Erbrechen
Kochen an Bord. Keine optimale Kühlung. Wasser vom Steg. Die Klassiker
Immodium
Kohletabletten
Elotrans
(Zum Ersatz von Elektrolyten und hilft auch gegen Unterzuckerung)
sind dabei
Bindehautreizung, Gerstenkorn
Stundenlanger Zug um die Augen auf dem Wasser. Da kann auch das schnell passieren. Dagegen helfen saubere Hände und
Posiformin
Steifer Nacken
Gleiches Thema. Zug und einseitiger Blick nach vorne können diesen auslösen
ABC-Salbe
kann etwas Linderung verschaffen

Aufgesprungene Lippen
Sonne und Wind lassen schnell die Lippen aufspringen. Das Thema Sonnenschutz gehört hier nicht her. Es sollte selbstverständlich sein, sich gut einzucremen. Ich nehme dazu IMMER LSF 50 auf dem Wasser und die Lippen und Nase gesondert mit einem Stift zu schützen. Gegen rissige Lippen oder trocken Stellen im Gesicht vor allem an den Lidern hilft
Pflegestift wie Labello mit UV Schutz
Offene Stellen im Mund
Zu heiß gegessen, auf die Wange gebissen. Eher selten, aber wenn dann nervig. Zuverlässig hilft
Kamiostad
Mückenstiche
An sich nicht schlimm, kann eine Infektion aber böse Folgen haben. Daher kommen mit
Autan oder örtliche Mückenschutzmittel
Zum Verhindern überhaupt gestochen zu werden. Samt Mückennetzen an den Luken.
Wenn die Stiche böse Jucken hilft
Cortisonhaltige Salbe 0,5-1%
oder auch
Fensitil
sehr gut. Und mal wieder die Kombi aus Sprühpflaster und Pflaster um zu desinfizieren und ein Kratzen zu vermeiden.
Splitter in der Haut
Sterile Klinge
Pinzette
kommen mit
Zeckenbiss
Zum Entfernen der Zecke
Spezialschlinge zum Entfernen aus Schweden
Soweit die kleine Medizin aus eigener Erfahrung.2014 bin ich damit gut ausgekommen.
Da ich ja teilweise Mitsegler habe, kommt noch weiteres Material zur Fixierung von Knochenbrüchen wie
Schienen
Klebeband  
und
Bauschaum
(richtig gelesen, damit kann man ganz hervorragend fixieren) mit an Bord.
 
Was ich nicht dabeihaben werde ist ein AED, rezeptpflichtige Schmerzmittel, Nitrospray, Infusionen etc. Das ist dann doch mehr etwas für Langfahrer abseits der Küsten.
Wenn euch noch etwas einfällt, lasst es mich bitte wissen!

Nebelhörner: Schallsignalgeber im Praxistest

Signalhörner Aufmacher 2017 NTh_HighRes-02387-2

Die YACHT hat mechanische Nebelhörner getestet. Hören Sie hier rein, wie sich die Typen in natura anhören und lesen Sie den Test, jetzt im PDF-Download

Sandfabrik auf künstlicher Insel geplant

Sandinsel IJsselmeer

Zwei Meilen südlich der friesischen Küste und 3,5 Meilen westlich des Rotterdamse Hoek entsteht das sieben Hektar große Eiland mit einem Hafen für Yachten

Laden ohne Kabel

Rokk Wireless: <p>
	Laden per Induktion mit Rokk Wireless</p>

Einige Handys können schon per Induktion geladen werden. Scanstrut bietet die Smartphone-Ladetechnik jetzt als Ausrüstung für Yachten an

Räuber, der Sir Peter Blake überfiel, nach 16 Jahren gefasst

Pirat: <p>
	Jose Irandir Cardoso nach seiner Festnahme</p>

Einer der Amazonas-Piraten, die 2001 Blake auf dessen Schiff überfielen und ermordeten, ist nach 16-jähriger Flucht in Brasilien festgenommen worden

Verbrechen: Mörder von Sir Peter Blake gefasst

Die brasilianische Polizei hat José Irandir Cardoso gefasst, einen der Mörder von Sir Peter Blake. Die neuseeländische Segel-Ikone war 2001 im Alter von 53 Jahren auf seiner Yacht „Seamaster“ erschossen worden. Weiterlesen

„Um den Tiger“ Folge 5 Trailer

Guido und Viktor fahren weiter Richtung Norden. Hier wartet der sagenumwobene Belomor-Kanal. Eine künstliche Wasserstraße die die Ost- und Barentsee miteinander verbindet und Anfang des 20. Jahrhunderts auf Befehl Stalins von zehntausenden Häftlingen und Zwangsarbeitern erbaut wurde. Ein bis heute lebendiges Stück schauriger Sowjetgeschichte inmitten der russischen Wildnis. Insgesamt 19 Schleusen gilt es hier zu überwinden, um bei Belomorsk schließlich ins Weiße Meer zu gelangen. Auch hier warten mit der berühmten Klosterinsel Solowetski und der Nordmetropole Archangelsk große Ziele auf die beiden Abenteurer. Derweil häufen sich leider die schlechten Nachrichten aus der Heimat, denn Guidos Vater ist schwer erkrankt und so steht wohl bald eine Heimreise an. Ein angesichts der russischen Bürokratie fast aussichtloses Unterfangen. Es muß also schnell weiter nach Norwegen gehen.

Dies ist der Trailer der Einzelfolge. Alternativ kann auch der ermäßigte Staffelpass für alle Folgen der Serie bestellt werden.