Monatsarchive: Januar 2018

Vassilingalou

CHAOS – ST.MAARTEN NED ANTILLES

Über mir erscheint ein Schatten:

„Vas, hat der Generator eigentlich einen Alternator?“

Ich reite bäuchlings den Dieselmotor eines Katamarans und bin dabei seine Kühlwasserpumpe zu überzeugen. Der Schatten gehört meinem direkten Boss. Es ist eine Sie mit der Gestalt von den winzigen Troll-Figuren,die es früher in Überraschungseiern gab.

Ich habe mich immer gewundert wie diese ganzen Haare da rein passen. Die sechzig Zigaretten am Tag verleihen ihrer Stimme eine ernste, bassige Note und lassen ihr nicht viel Zeit für andere Beschäftigungen. Außer Gerüchte gegen den Oberboss an den Tag zu legen. Melanie. Für sie ist die Welt einsilbig, also Mel. Ich krame mich hoch und gucke über den Rand der Motorbilge*. Am Ponton steht auch David und erwartet neugierig meine Antwort. Zwei Pastis und zwei Rotwein relativieren die Neugier.
„Nein“
„Alles klar“, schließt Mel ab und während beide qualmend in Richtung Werkstatt ziehen, erklärt sie: „Er hat Rotor“. David, Entschuldigung, Dav ist einverstanden. „Und Stator“, lispelt er zwischen seinen letzten Zähnen.

Seit sechs Monaten arbeite ich als Mechaniker für eine namhafte Chartergesellschaft. Es ist Hochsaison in der Karibik und die Gäste wollen jede Sekunde ihres teuren, kurzen Urlaubs möglichst ausgiebig genießen. Der Genuss wird unterschiedlich definiert: seltenst das Segeln, für die einen ist es Alkohol, für die anderen Gras oder Schwereres, für die dritten – Sex, alles zusammen, oder, wie für die sechs großwüchsigen Litauer der letzten Woche – das vollständige Demolieren des Bootes. Hat auch was. Wir, das Serviceteam, müssen alles rechtzeitig ausbaden, reparieren, flicken und lächeln. Letzteres fällt mir leicht, weil ich der älteste bin und somit die geneigte Bahn des Lebens in seiner beleidigende Kürze unter meinen Füssen spüre. Weil ich hier nur vorübergehend bin.

Weil abends, wenn mein müder, dreckiger Körper quer durch die Bucht schwimmt, an Bord das strahlende Lächeln von Inga auf mich wartet. Und auch die Lieder, die wir zwei mit der Ukulele runter klimpern.
Mechaniker ist, wie ich hier gelernt habe, ein dehnbarer Begriff.

Am Anfang dachte ich, dass das Kriechen in Motorräumen und unter Toilettentanks sowieso die dreckige Arbeit ist, die alle meiden und ich als „zuletzt“ Angestellter durch ihre Übernahme geprüft werde. Abgesehen davon, dass hier jede Art von Arbeit gemieden wird, hat sich der Umgang mit den Kunden als das Gefürchtetste erwiesen. Sprachbarriere, die Mundfahne, dreckige Fingernägel, aber vor allen Dingen die panische Angst, dass die eigene Inkompetenz ans Tageslicht kommen könnte, diktieren das Kaninchen-artige Verhalten meiner Kollegen, sobald der Kunde-Fuchs auf dem Feld erscheint. Der Kunde-Fuchs ist für sie einzig und allein auf der Suche nach der Tag-Vergütung*. In der Hoffnung, dass der Öl- und Mist-beschmierte Mechaniker ihm nicht schmecken wird, darf er vortreten. Ich mag den Fuchs. Fünfundzwanzig Jahre lang trafen wir einander in diversen Theatersälen der Welt. Der Anblick seine scharfen Zähne sind für mich eher der Beweis für ein breites, herzliches Lachen. Also versuche ich ihn zu zähmen und unterhalten. Bis jetzt habe ich nur ein paar harmlose Bisse davon getragen.

Es ist Samstag morgen. Der ganz normale Wahnsinn. Neun Boote müssen raus. Neun technische Briefings, neun mal viele Crew-Mägen warten vor der einzigen Toilette auf Entleerung. Neunhundert Sonderwünsche hageln rücksichtslos wie Aufwärtshaken von allen Seiten. Wir dürfen keinesfalls die Öffnung der Brücken verpassen. Verpassen, heißt verlorener Tag, weil die nächste Möglichkeit aus der Lagune zu kommen erst am Abend ist. Somit ist „Verpassen“ gleich „Tag-Vergüten“, also gleich „Desaster“. Die Füchse, egal welchen Waldes, wissen das und haben es nicht immer eilig. Brücke, oder nicht, hat ihr Urlaub schon längst begonnen und „Tag-Vergüten“ klingt wie „Lotto-Sechser“. Die Frühstücks-Biere wurden schon zwei, drei mal ausgetrunken und das Matinee mit meiner Nichtigkeit in der Hauptrolle läuft auf vollen Touren.Um die Öffnung der Brücke auf der französischen Seite der Insel zu erwischen, fahre ich mit einer tiefgehenden Sloop* und sechs englischen Kunden drauf, als erstes Boot raus. Beinahe wird es ernst, denn der Wind steht um hundertachtzig Grad anders als gewöhnlich und wir sind so unterbesetzt, dass Paul, einer der Putzmänner, mir mit dem Arbeitsboot aus der Box helfen soll. Er verzettelt sich, der Wind drückt meinen Bug da wo es nur ihm gefällt und wir, die Füchse und ich, schaffen es erst nachdem jeder mit Hand, Fuß oder Bootshaken geschoben hat, nachdem jeder jemandem etwas geschrien hat und nachdem auch die Kielbombe die Lage unter der Mooringleine* gecheckt hat, endlich rückwärts ins Fahrwasser. Meine Autorität als Zeitskipper ist verdampft, aber wir sind bald durch die Brücke und die Natur überpinselt das Malheur schnell mit ihren Karibischen Farben. Wir witzeln ausgiebig, während des Wartens auf Paul, der mich von Bord einsammeln soll. Zum Beispiel:

Warum ist eine Nichtschwimmer-Crew besser als eine Schwimmer? Sie lenzt* schneller!

Nach geraumer Zeit ist klar, ich wurde vergessen, so wie auch das zweite Boot, welches durch die französische Brücke gemusst hätte, weil es, wie wir, zu viel Tiefgang hat um durch die Lagune zu gehen. Später hat man mir erzählt, dass das Geschrei vom Oberboss bis zum Fährterminal zu hören gewesen sei. Irgendwie hat er es doch geschafft, eine weitere Öffnung der Brücke zu erzwingen und wir sahen die andere Sloop mit Sektkorken-Geschwindigkeit aus der Lagune schießen. Ich werde trotzdem nicht abgeholt. Nur durch Ingas freundlichen Dinghy-Service komme ich an Land.

Zurück am Firmendock, muss ich sofort die Crews zweier baugleicher Katamarane in den Umgang mit diversen technischen Kniffen unterrichten. Nur, sprechen sie verschiedene Sprachen und die veraltete Festplatte in meinem Kopf raucht. Die Zeit rast. Es riecht nach Mühe. Irgendwie schaffen es alle Boote aus der Lagune! Im Schlepp an „meinem“ Kat, ist das Arbeitsboot vertaut*, so werde ich jetzt die anderen Kollegen einsammeln und Schluss mit dem Stress, denke ich. Es läuft etwas anders ab. Nico, ruft mich via Funk und ich erfahre, dass die Crew „seines“ Kats, ihr Starter-Paket nicht erhalten hat. Es ist nachvollziehbar, fünfzehntausend Euro für die Woche bezahlt und kein Starter-Paket, das geht nicht. Nico ist blutjung und als Kroate sehr gut in lautstarkem, slawischem Fluchen. Damit er nicht aus der Form kommt, übt er ständig, auch an der Funke. Ich verstehe den Ernst der Sache und düse zurück zur Basis um das vergessene Paket abzuholen. Nicos Funkfluch mit der Bitte um seinen Werkzeugkoffer holt mich dennoch ein. Ich bin froh, denn jetzt hat die zwanzig minütige Fahrt einen Sinn. Das Starter-Paket, ein unentbehrliches navigatorisches Utensil, bestehend aus einer Flasche Rum, zwei Limetten, zwei Rollen Klopapier und zwei Flaschen stilles Wasser sowie der gewünschte Werkzeugkoffer werden bald bei Nico abgeladen. Er muss nochmals die Klo-Pumpe, an der er die letzten zwei Tage gearbeitet hat, prüfen.

Sein slawisches Dankeschön, hallt hinter mir, als ich mich auf dem Weg zum letzten Boot mache. Es ist ein fünfundfünfzig Fuß Kat und David hat ihn aus den BVI’s* hierher gebracht. Da er das Boot somit kennen sollte, durfte er die deutsche Crew einweisen. Er spricht allerdings keine andere Sprache, als sein Letzte-Drei-Zähne-Französisch, dafür verstehen meine Landsfüchse nur Deutsch und gebrochen Englisch. Als ich mich dem Boot von achtern nähere erkenne ich, warum David das Groß schon seit ich vorhin bei Nico eingetroffen war, nicht setzen kann. Das Fall* verläuft außerhalb der Lazyjacks* an Steuerbord. Ich eile zur Hilfe. Wir holen das riesige Tuch runter, ich klettere in den Lazybag* und löse das Fall vom Segelkopf. Offenbar ist die Leine zu kurz. Von da wo ich bin sieht man das Kockpit nicht und ich kann mit jedem dort nur über einen Vermittler, der unten an Deck steht, kommunizieren. In welcher Sprache? Während ich noch um einen Verlängerungs-Tampen* bitte, lässt unten David das Fall von der Klemme ausrauschen und gibt mit seiner ganzen Körperlänge, von gestreckten ein Meter sechzig, Lose*. Geschafft, das Fall ist innerhalb der Jacks, ich klettere runter. Die deutsche Crew ist sehr gut bei Laune, denn wir sind weit aus der Bucht und bolzen unter Motor gegenan in Richtung benachbarte Insel. Glücklicher Weise sieht der Skipper ein, dass David und ich leicht grün anlaufen und kehrt um, damit wir die restliche Arbeit schneller erledigen können. Mit dem Fall sind wir nach etwa einer Stunde fertig. Von der Dick und Doof Einlage, die wir beim mehrfachen Einfädeln der Leine präsentiert haben, werden die Deutschen Omas noch ihren Enkelkindern erzählen, aber damit ist es leider nicht zu Ende. An Bord gibt es keine funktionierende Steckdose und als wir dies der Basis melden wollen, stellt sich heraus, dass die Funke dies nicht will. David drängelt zur Mittagspause, denn es ist schon halb zwei und der Pastis wird offenbar warm. Ich lasse meine eigene Handfunke an Bord und wir fahren. Irgendwann später am Nachmittag, ich habe zwischenzeitlich meinen Werkzeug-Zauber-Koffer geholt, ist das Stromproblem bis auf eine defekte Dose reduziert und die Funke, nach Reprogrammieren, zum Leben erweckt worden. Der deutschen Crew danke ich für ihren Humor und ihre Geduld. Heimatfüchse halt!

Als ich die Basis wieder erreiche, werde ich, nach einmal Wasser lassen, auf die französische Seite raus geschickt. Der Kat, der gestern nach Tortola ausgelaufen ist, hat es nur von der Niederländischen bis zur Französischen Seite der Insel geschafft. Es ist der Kat, welcher als Ersatzboot der gemischten Ostdeutschen Crew angedreht wurde, weil sie ihr Wunsch-Boot, das aus Tortola kommen sollte, nicht rechtzeitig bekommen haben. Dieser Kat also, hat ein Geruchs-Problem. Im Steuerbord-Rumpf riecht es, wie sollen sie es beschreiben, nach… , als wenn der Toilettentank ausgelaufen wäre. War er auch. Verstopft und Übergelaufen. Als nach Stunden alles wieder genießbar ist, können sie endlich los. Sie werden den Katamaran nur bis Tortola segeln. Dort werden sie endlich aufs eigentliche Traumboot umsteigen, welches inzwischen doch hier eingetroffen ist und nach einer kleinen Reparatur schnell wieder nach Tortola überführt wird, um von dort mit den Ostfüchsen wieder hierher zu segeln.

Am Abend gibt es bei uns an Bord Salat und Reis. Die Ukulele spielt „There’s Whiskey in the jar“. Freunde sind zu Besuch, Rosi und Christoph. Wir trinken Rotwein und Christoph meint, dass seine Mutter ihm gesagt habe, Gott liebe ihn auch wenn er nicht singt. Und überhaupt, Sachen, die man nicht kann, solle man lieber lassen, sonst entstünde das ganz normale Chaos*.

*Bilge/Motorbilge – im Schiffs-Rumpf der tiefst liegende Punkt, wo sich z.B. Flüssigkeiten sammeln und ausgepumpt werden können
*Tag-Vergütung – mit „Tag-Vergütung“ wird „refund“ gemeint – die Rückzahlung bei Verschuldung seitens der Vercharterer
*Sloop – Einrumpfboot mit einem Mast
*Mooringleine – im Hafengrund verankerte Leine zum Fest machen von Booten
*lenzen – auspumpen
*Funke (an-funken) – Verbindung über das VHF-Radio herstellen
*vertaut – fest gemacht, angebunden
*British Virgin Islands, zu Deutsch die Britische Jungfenrinseln
*Fall – Leine mit dessen Hilfe die Segel gesetzt werden. Läuft in der Regel über eine, am Masttop befestigte Rolle (Block)
*Lazyjack – aus dünneren Leinen gebundene, am Mast und Baum befestigte Hilfsmittel um das Großsegel einfacher auf den Baum zu bergen
*Lazybag – Tasche, die das Ganze Großsegel fassen kann und zu dem oben-beschriebenen System gehört
*Tampen – dünne Leine
*Lose geben – eine Leine fieren, eine Leine lösen, eine Leine zum Durchziehen spannungsfrei geben
*Chaos – unangenehmer Zustand. Gegensatz von Ordnung

Martinique, den 09.10.2016

MARLIN Dreams

Landed at the turquoise planet

“Los. Lass uns schnorcheln gehen. Allemann in die Boote.“ Die Tobago Keys sind quasi schildkrötenverseucht. Direkt am weißen Sandstrand gibt es einen abgetrennten Bereich, den man nur mit dem Beiboot befahren darf. Dort kann man prima mit den gemütlich wirkenden Tieren schnorcheln und sie beobachten. Sie sind keineswegs scheu. Aber auch nicht angefüttert. Direkt von hier aus geht es weiter zum Aussenriff und da gibt es gute Neuigkeiten. Noch vor einem Jahr war hier alles durch das Korallenbleeching quasi abgestorben, jetzt kann man sehen wie die Korallen ihren Lebensraum wieder neue erobern. Etwa 10-15% gesunde Korallen sind zu bewundern.

Nach einer ausgedehnten Siesta kommt einer der bootmobilen Markthändler vorbeigefahren, als ich grade an der Reeling stehe. „Frischer Fisch? I have Atun. I have Wahoo.“ Bei dem Wort Wahoo werde ich direkt nervös, winke ihn ran. Er zeigt den Wahoo. Gut sieht der aus. „That is not 12 Kilo.“ Und jetzt geht es los mit der Diskussion. Ich gewinne, weil ich die elektronische Kofferwaage habe, die auch noch Lbs messen kann. So ein Pech aber auch. Somit kommen wir recht günstig an einen attraktive Wahoo. Ich verzichte auf das Angebot der Fischer die Innereien rauszunehmen und zeige statt dessen meinen Mitseglern, wie man den Fisch auf See filetieren würde. Wahoofilets müssen erst einen Tag in den Kühlschrank, bevor der exzellente Speisefisch seinen ganzen Geschmack freigibt. So gibt es heute Abend erst einmal eine Fischsuppe mit dem was die Netze im Salon so an Gemüse hergeben.

Vom Berg der Insel hinter uns kann man einen Eindruck bekommen wie es hier aussieht. Was man nicht sieht sind die Gewitter die im Durchschnitt alle drei Stunden von See kommend Land unter mit uns spielen. Dicke schwarze, gehaltvolle Wolken mit Regen und 40 Knoten Wind in Böen. Das alte Tropenspiel: Fenster auf – Fenster zu.

 

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Die Liste des Grauens

Die ersten Atlantikruderer kommen bald im Ziel an. Was unterwegs alles so passiert.

Der Beitrag Die Liste des Grauens erschien zuerst auf Float Magazin.

Wie geht es jetzt weiter?

Do., 11.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1321, 12.255 sm von HH

Als erstes können wir uns mal glücklich schätzen: wir sind gegen Blitz-Einschlag versichert. Sogar ohne Selbstbeteiligung. Spätestens jetzt wissen wir, dass es sich lohnt, einen weltweiten Versicherungs-Schutz abzuschließen.

Bereits bei unserer Ankunft in der Marina ist uns klar, unser geplanter Aufenthalt von einer Woche ist Geschichte. Die Marina hat Puff-Preise (über 50 USD pro Tag plus Internet plus Strom) und kaum eine Yacht bleibt lange hier.
Wir haben keine Wahl und buchen uns trotzdem direkt für drei Monate ein und erleben eine Überraschung: Die Rabatte sind enorm, 22,50 USD pro Tag sind erträglich.

Unser Glück hält an: In der Marina gibt es Rudi. Rudi ist Holländer, in Elektro-Arbeiten die ‚Number One‘ vor Ort und wohnt drei Stege weiter. Letztes Jahr hat Rudi vier verblitzte Yachten gerichtet.
Rudi ist dem zuständigen Sachverständigen unserer Versicherung bekannt und wird von ihm akzeptiert, uns bei der Reparatur zu helfen.

Vor die Reparatur hat der liebe Gott die Schadenermittlung gelegt.
Jedes defekte Teil muss aufgelistet werden. Ob ein Teil wirklich defekt ist, zeigt sich nicht unmittelbar. Nehmen wir unser UKW-Funkgerät, was uns noch so brav hierher geleitet hat. Es läuft noch und wir können funken, aber verbindet Achim eine GPS-Antenne mit dem Gerät, so wird keine Position mehr angezeigt. Der sichere Beweis, dass das Gerät doch einen Schaden mitbekommen hat.

Häufig bestehen Geräte aus mehreren Komponenten, wie zum Beispiel der Autopilot. Das Bedienteil sagt keinen Ton, wenn man es anschaltet. Ob die dahinterliegende Steuereinheit noch funktioniert, kann man ohne Instrumenten-Display nicht sagen. Ständig sieht man Achim mit Stirnlampe und Multimeter in der Hand durchs Schiff laufen. Ströme messen. Rückwände aufschrauben. Nach Schmauchspuren suche und durchgebrannten Platinen forschen.

Der Multimeter-Mann

Der Multimeter-Mann

Milimeterkleine Defekte - hier weggesprente Kabel

Milimeterkleine Defekte – hier weggesprente Kabel

Welches Teil er auch anfasst, es hat einen weg. Bei der Ankerwinsch ist das Relais durchgeschmort. Beim Wassermacher ist die Vorpumpe defekt. Beim Laderegler für den Windgenerator hat es die Sicherung pulverisiert.

Die schlimmste Arbeit ist es eine Tabelle zu erstellen, mit allen defekten Geräten und Komponenten. Herauszufinden, welches Gerät als Ersatz in Frage kommt, wo wir es bestellen können und was es kostet.
Diese Tabelle besteht schon jetzt aus einer Unmenge an Einzelposten. Ein Wahnsinns-Akt an Internet-Recherche. In Panama gibt es kaum etwas auf Lager zu kaufen. Alles muss bestellt werden und kommt aus den USA oder Europa. Es existieren Dutzende Händler, Marine-Ausstatter und Elektronik-Lieferanten, jedoch alle ohne Ladengeschäft.

Aus dieser Tabelle wird Rudi einen Kostenvoranschlag erstellen, sein Arbeitsaufwand kommt dazu und dann muss nur noch die Versicherung nicken. Vorher möchte sie, dass ein Sachverständiger den Schaden begutachtet. Wieder dieses Glück: In der Marina wohnt Thorsten. Thorsten ist Deutscher und Bootsbau-Ingenieur. Er wird von unserer Versicherung als Sachverständiger akzeptiert.
Thorsten macht gerade Urlaub auf den San Blas Inseln, wird aber in ein paar Tagen hier erwartet.

Das Lied der alten Liebe zum Meer

Sail with MARLIN

Martin hat die MARLIN im kalten norddeutschen Frühjahr, im Regen, im dänischen Sonderburg, an sich vorbeifahren sehen. „Die ist es!“ Liebe definiert sich eben im Augenblick. Da gibt es kein wenn, aber und oder? Mit Monica muss es vor 38 Jahren genauso gewesen sein. Martin ist seinen Gefühlen hörig. Monica hat er geheiratet und die alte Liebe ist es weiterhin. Mit der MARLIN hat er es ebenso gemacht. Seit Ende September segelt er mit. Mal mit Jan, mal mit mir. Fast drei Monate lebt und segelt er bereits auf der MARLIN. Er hat ab La Coruna den Atlantik überquert, hat Seebeine bekommen und sie wieder verloren, sie wieder bekommen. MARTIN hat es easy geschafft den #Entschleunigungsgrad 0 zu erreichen. Martin ist eins mit der MARLIN geworden. Da fragt man sich, ob das nicht sehr teuer ist solange bei uns mitzusegeln. Nun. Ist es eigentlich nicht. #Langzeitbucher sind recht günstig dabei und für mich und Jan eigentlich einfacher zu betreuen. Es ist auch ein Geben und Nehmen. Martin nimmt an der Instandhaltung und der psychologischen Törnführung aktiv und leitend teil ohne dabei unangenehm aufzufallen. Ja. Ich hätte nichts dagegen wenn Martin und Monica noch ein paar weitere Wochen an Bord bleiben würden. #Tolle Mitsegler. #Schöne Zeit.

Die MARLIN segelt gemütlich von Bequia zu den Tobago Keys. Es ist recht wenig Wind heute. Skipper Micha und Jan und die Crew sind entschleunigt. Die kleine Fock. Groß im zweiten Reff. 5 Knoten. Die Angelleine zieht einen kleinen Köder durchs Kielwasser. Optimale Bedingungen um einen Fisch zu fangen. Ich falle in die Koje, die Mannschaft liegt auf dem Vordeck herum, die Tobago Keys liegen an. Alles gut soweit. Bis dann die Schweizer Flying Merlin mit Martin und Claudia im Kielwasser auftauchen. Martin hat es eilig, sein brandneuer Dragonfly Trimaran sollte deutlich schneller sein als wir. „Micha. Wir sollten mal die Genua setzten. Ganz so einfach sollten wir es denen nicht machen.“ Ich grunze ein: „Is klar“ aus der Koje. „Muss das jetzt sein?“ geht mir durch den Kopf. Aber wie das so ist. Ein Segelboot: Segeln. Zwei Segelboote: Regatta. Jan macht alles richtig und wir ziehen vor dem Trimaran Richtung Süd. Die lange Nase aber vergeht uns als in der Abschattun g der Insel Canouan der Wind ausgeht. Da kann Flying MARLIN den 26 Tonnen Gewichtsunterschied in der glatten See ausspielen. Martin und Claudia ziehen langsam an uns vorbei. Mit unserer Angelleine, die ich dann am Ende einfach abschneide. Sie werden es noch nicht einmal merken. Oder soll man es ihnen sagen. Ja. Vielleicht besser. Am Ende kommt die Dragonfly zwei Schiffslängen vor der Einfahrt zu den Tobago Keys an. Wir hatten sie für schneller gehalten. Aber dazu braucht es wohl mehr Wind und mit mehr Wind gibt es mehr Welle. Das aber mag Martin mit seiner Flying Merlin gar nicht und seine Claudia noch viel weniger.

Auf fünf Meter fallen die Anker der beiden befreundeten Schiffe, auf türkisfarbenen Sandgrund, in den paradiesischen Tobago Keys. Wir liegen hinter dem Riff auf glasklarem Wasser. Ich bin schon wieder müde. Sonne, Wind und Segel fordern ihren Tribut. Für das Nachtessen verabreden wir uns zu acht zum Lobsteressen bei BigMama. Nicht grade ein Schnäppchen. Aber lecker und es gehört einfach dazu. Morgen #Meer #Segelurlaub #MARLIN.

 

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Nach dem Blitz

Sa., 06.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1316, 12.255 sm von HH

Unser Trip nach Colon klappt gut. Es ist ein wenig ungewohnt, keine Navigation zu haben. Durch den Regen der vergangenen Tage ist das Wasser schlammig, Augapfel-Navigation ausgeschlossen. Ich stehe am Ruder, Achim steht unter Deck und leitet mich aus der Riff gespickten Ausfahrt: „weiter links, mehr rechts.“
Die weitere Fahrt ist stressfrei. Vor dem Kanal ist wohl Verkehr, aber auf der Elbe war häufig mehr los. Somit erreichen wir wohlbehalten die Shelter Bay Marina.

Der Schock von gestern klingt ab. Uns ist nichts passiert, das ist das wichtigste.
Als der Einschlag kam, hatte ich erst einen anderen Eindruck: Wir befanden uns beide in unserer Achter-Kabine. Ich wollte eine der Luken komplett verschließen und hatte Achim um Hilfe gebeten, da er die Fliegen-Netze leichter zur Seite gefummelt bekommt.
Er steht mit langen Armen an der Luke als es knallt. Wie vom Blitz getroffen (har har), sackt er in sich zusammen. Ich brülle ihn an: „Bist Du getroffen worden?“ „Nein, alles okay, ich hab mich nur erschrocken.“ Später erzählt er mir, dass er ein Kribbeln in den Händen gespürt hat.
Das Schiff ist komplett nass durch den Regen, da wird wohl etwas Strom geflossen sein.
Aber Mann muss doch deshalb nicht so zusammen brechen und mir den Schock meines Lebens verpassen. Mädchen!

Wenn ein Blitz in den Mast einschlägt, sucht sich der Strom wieder einen Weg nach draußen. Steht man auf Holz oder dem GFK , was nicht leitet, ist Personen-Schaden sehr unwahrscheinlich. Bei Gewitter fasst man somit besser nichts aus Metall an.

Der Strom entweicht üblicherweise durch den Rumpf. Bei GFK-Yachten kann es daher passieren, dass der Blitz kleine Löcher im Rumpf hinterlässt. Wie mit dem Schrott-Gewähr drauf geschossen, sieht das aus.
Wir haben eine Blitzschutzanlage, die dies verhindern soll. Alle Metall-Teile an Deck sind durch einen Metall-Strang miteinander verbunden und dieser endet an einem Erdungs-‚Schwamm‘, der am Rupf unter Wasser angeschraubt ist. Hier soll die gesamte Energie zielgerichtet entweichen.
Das scheint bei uns funktioniert zu haben. Sicher können wir aber erst sein, wenn das Schiff aus dem Wasser zur Begutachtung kommt.
Der Strom nutzt auch gerne Bordventile aus Metall, den Motor, die Welle oder das Ruder, um zu entkommen. Es gibt daher auch Blitz-Fälle, die einen Ausfall des Motors zur Folge haben.

Die unangenehme Nebenerscheinung bei einem Blitz-Einschlag ist der EMP. Der Elektromagnetische Puls. Der kann Geräte, die mit dem Blitz gar nichts zu tun haben, zerstören. Sogar über einige Entfernungen hinweg. Schlägt auf dem Nachbar-Dampfer der Blitz ein, gehen auf dem eigenen Schiff die Lichter aus, wenn’s mal so richtig doof laufen soll.

In der Marina sind wir schnell Dorf-Gespräch: „Ohje, ihr seid die Blitzopfer“. Eine warme Welle der Hilfsbereitschaft rollt uns entgegen. Wir werden durchgefüttert (danke Rebell, danke Seven Seas), erhalten gute Tipps, wer uns helfen könnte, bekommen eMail-Adressen, Visitenkarten und von der Alrisha einen Camping-Kühlschrank, damit wir den Frust wenigstens mit kaltem Bier herunter spülen können. Danke Alrisha.

Und ebenfalls ein fettes Dankeschön an alle Whats-App Schreiber, die vielen netten Kommentare und an alle, die getröstet haben. Das hilft sehr.

Bequia Verproviantierung

Was geht denn hier ab?

Die längste Ananas die Kim wohl jemals auf dem Kopf hatte. Kopfschmuck a la Bequia. Und jetzt heißt es erst einmal Entschleunigen. „Aber was ist Entschleunigen?“ Evert, so nennen alle meinen neuen holländischen Freund, fragt mich. Der in IRON LADY Zeiten von Nathalie und mir definierte Begriff bezieht sich auf das Leben an Bord eines Segelschiffes. Entschleunigung ist die Fähigkeit sich zuerst einmal sich nur noch mit einer Sache zu beschäftigen. Die Zurückeroberung des Singletasks, die uns das Leben viel sinnvoller gestalten und erleben lässt. „Schwierig? Was?“ Jeder der an Bord der MARLIN kommt wird damit konfrontiert. Einmal in der Karibik angekommen lebt sich halt anders. Man muss sich schon erst mal daran gewöhnen dass der Himmel jeden Tag blau ist, das Wasser meist warm und die Menschen um einen herumlimen. Der Tagesablauf gestaltet sich eben entspannter. Dinge die gestern noch wichtig waren, sind es plötzlich nicht mehr. Auf der MARLIN lernt man Sac hen wie: Löcher in den Himmel gucken. Oder sich selbst mehr wert zu schätzen. Wenn man sich darauf einläßt. Schöne Ananas die Kim da gekauft hat.

Ich bestelle beim Einkauf prophylaktisch mal 100 Eier. Kim und Evert kommen mit 150 Stück zurück aus Town. Das ist ja schon mal gut. Nicht so gut sieht es aus mit der Frischfisch Versorgung. Die Fischhalle ist leer. Ich frage einen Rastafari: „Nein. Es gibt keine festen Zeiten wann die Fischer ihren Fisch verkaufen. Sie kommen wenn sie Fischhaben und blasen die Muschel zum Zeichen. Dann kommen alle um Fisch zu kaufen.“ Hmm. Entschleunigung heißt eben auch mit dem klar zu kommen was es gibt. Vieles gibt es eben einfach nicht wie in Deutschland. Nix da mit heute bestellt und gestern geliefert. Kim hat unsere Bücher gelesen. „Nein. Ich habe sie in zwei Tagen verschlungen“, antwortet sie mir. Und jetzt ist sie der Meinung, dass ich mit der Harpune nur ins Wasser springen muss. Evert gleich mit und da schwimmt mir mal so eben ein Yellowfin Thuna mit 30kg vor die Harpune und das Fischproblem ist für die nächsten zwei Wochen gelöst. Das ist das Problem mit den Büc hern, wo man ein Highlight nach dem anderen aus sieben Jahren Segeln bringt. Das man das nun eben nicht in zwei Wochen oder Monaten konzentriert wiedererleben und buchen. Erst einmal muss sich jeder selbst auf das Leben an Bord einlassen. Ich bin da guter Dinge, dass ich das ich das auch diesmal vermitteln kann.

 

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Landeanflug Bequia

Karibisches Leben

Ankommen dauert ja immer etwas. Für die Gäste genauso wie für mich. Die Karibik macht es einem da aber schon recht einfach. Sonne, Wärme, Wind immer aus der richtigen Richtung. Es gibt keinen besseren Platz um das Leben zu geniessen und die Segel hochzuziehen, den Bug in die richtige Richtung zu lenken. Zumindest gibt es keinen Platz der so nahe dran ist am Begriff Segelparadies und dazu entspannt zu erreichen.

Doch ganz so einfach fing es gar nicht an. Gestern hat es erst einmal ordentlich geregnet. Die Überfahrt von Saint Lucia nach St. Vincent war quasi ein dickes Gewitter, die Welle zwischen den Insel raff. Also gar nicht so karibisch, wie man sich das so vorstellt. Heute dafür von St. Vincent nach Bequia mit 1a Blue Sky, bis zu 30 Knoten Wind. Das hab ich mir nicht nehmen lassen. Da steuert der Alte doch ganz gerne mal selbst mit etwas zu viel Segel. „Komm Everhardus. Übernimm mal.“ Everhardus ist Kim’s Lover. Everhardus ist auch Holländer. Everhardus ist nett und spricht kein Deutsch. Prima Sache. So sprechen wir auf der MARLIN eben Englisch. Find ich prima. Und es halten sich alle daran. Everhardus stellt sich auch beim Steuern nicht dumm an. Prima. Kann ich gut gebrauchen. Kim und Everhardus bleiben für 2 Monate auf der MARLIN. Upps. Das ist eine lange Zeit. Da bin ich ganz froh, wenn das mit dem Miteinander so prima klappt, wie es sich im Moment anfühlt.

Was sich lohnt im Moment ist die Ausgabe 2 der YACHT zu kaufen. Hier gibt es einen schönen Artikel von Kristina Müller über ihre Zeit als YACHT Reporterin auf dem MARLIN Schwerwettertörn und wie sie es so gefunden hat. Wenn ich das richtig verstehe bin ich gar nicht so schlimm als Skipper, wie ich mich selbst manchmal einstufe. Mehr wissen? Selber eine Meinung haben? Also dann mal los zum Kiosk. Oder auch mal mitsegeln.

In Bequia werden wir eine Meile vor der Ankerbucht begrüßt von Kenmore Henville, Alias bequiaphotoaction.com. Er ist alter Bekannter. 2014 haben wir Kenmore extra einen halben Tag gebucht um viele der bekannten MARLIN Photos zu machen. Ganz so viel Geld will ich dieses Mal zwar nicht ausgeben, aber eins der vielen Photos die er uns dann zum Ankerplatz gebracht hat, kauf die Crew. Gut für ihn. Gut für uns. So. Jetzt geht es aber mal zum Nachtessen, wie unsere Schweizer, Martin und Monica sagen. Dort treffen wir zwei weitere gute Freunde von mir. Die FLYING MERLIN mit Martin und Claudia auch Schweizer sind ebenfalls grade in Bequia. Auf der FLYING MERLIN habe ich die Kommunikationselektronik installiert. Wenn alles klappt, dann darf ich den Dragonfly Trimaran in den kommenden Tagen mal selbst steuern. Da würde ich gerne mal eine Meinung zu haben und zu berichten.

 

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SV Jipsian – Pascal + Hélène Caroff FRA

Cher Ami,
Hélène et Pascal te souhaitent une bonne année, à toi et toute ta famille, ainsi que la bonne santé , à chaque fois que nous voyions un wind pilot à l ,arrière d un bateau on pense à son constructeur Peter👍
Bien amicalement. Pascal et Hélène

Trans-Ocean e.V. – Schattenboxen

LIEGEN NUN DIE NERVEN BLANK?

Wenn also nun der gesammelte Vorstand unter Namensnennung im Windpilot Blog zu eigenen Veranstaltungen einzuladen sich entschliesst, nehme ich das als Anerkennung meiner Arbeit.

Andreas Haensch´s Abschieds Posting hat erstaunliche Wirkung hinterlassen. Innerhalb weniger Stunden hat ein Schattenboxen statt gefunden, dem ich hier ein wenig mehr Öffentlichkeit verschaffe:

Anonym:

Martin Birkhoff wurde gerade mit 100% wieder gewählt. Man fragt sich, lieber Herr Förthmann, warum Sie nicht hinnehmen können, dass der Vorstand offenbar die volle Rückendeckung seiner Mitglieder hat. Gekränkte Eitelkeit?

Peter:
Werter Herr Ja,
es hat also offenbar gejuckt, und einen anonymen Kommentar verstehe ich als Kratzen, für mich allerdings ein deja vu, denn Kommentare von Heckenschützen sind im TO also auch heute noch Stand der Technik.

Deutlicher als Andreas Haensch SY Akka kann man es nicht sagen, insbesondere, weil er im internen Forum der allerletzte der alten Garde gewesen, nachdem alle anderen bereits ausgetreten sind. Seither herrscht dort Friedhofs Ruhe. Sollte ich Ihnen vielleicht eine Aufstellung ausgetretener TO Mitglieder benennen?

Aber und um Ihre Frage als Dialog aufzugreifen: Warum wieso weshalb haben sich die Dinge entwickeln können, wie sie nachzulesen sind?

2018 TO Roter Faden

Sie haben wirklich nix gelernt! Denn, nicht wahr, wenn Sie – wie ich vermute, selbst im Vorstand – sich hier nun, ganz wie früher, bräsig auf ein 100% Votum und Rückdeckung berufen, gleichwohl Sie die Fakten besser kennen ( sollten ), dann geht Ihr Sniper Schuss in den eigenen Schuh … weil jeder hier Interessierte im Protokoll der MV unschwer nachlesen kann, mit wie wenigen Köpfen ( damals 1% der Mitglieder ) ein Vorstand einen Gesamtverein in Haftung zu nehmen in der Lage ist. Es hat sich offenbar nix geändert, und das Menetekel meiner Berichterstattung möge hier als Fanal Zeugnis ablegen über Fakten, die den Verlautbarungen in Editorials entgegenstehen, vermutlich der Grund für Ihr Kratzen!

Wenn Sie allerdings Eitelkeit vermuten, liegen Sie daneben, denn die bessere Antwort wäre Idealismus gewesen, ohne den 78 Blogs gegen eine unglaubliche Vereinsführung nicht durchzuhalten möglich gewesen wären, falls Sie mit dem Begriff Idealismus etwas anfangen können!
Was ich bezweifle!
Peter Foerthmann

Anonym

Was stört Sie denn jetzt genau? Der Verein hat in allen Belangen – außer der Mitgliederzahl – seit Luetgebrune doch erhebliche Fortschritte gemacht. Jetzt mal Butter bei die Fische: Was läuft nach ihrer Meinung KONKRET falsch und WIE könnte man es besser machen?

Peter:
Es finge mit einer Namensnennung an!

Anonym:

Um mich dann von Ihnen durch den Kakao ziehen zu lassen? Nein Danke.

Peter:
Es hat sich also nichts geändert!
Wenn also EINSTIMMIGKEIT wieder als Qualitätsmerkmal für gute Vorstandsarbeit herhalten muss, und man 6 lange Jahre voller Vereinsquerelen mit ca 20 Gerichtsverfahren am Ende nun sogar etwas Positives abgewinnen will, derweil man Massenaustritte verursacht, zugelassen und dem Verein ringsum gewaltigen Schaden zugefügt hat – dann frage ich mich und Sie, was nun eine unbedachte platte Frage nach „Butter bei die Fische“ wohl bedeuten soll? Zumal Sie offensichtlich zu vergessen scheinen, dass Einstimmigkeit doch ein Merkmal von totalitären Systemen ist.

Die Qualitätsmerkmale von Martin sind nachlesbar und sie wiegen schwer – für mich gleichen sie einem Fanal – vor allem, weil wir alle auf offener Bühne gesehen haben, dass diesem Mann die Worte von Anstand, Moral und Ehre recht offenbar nichts bedeuten, weil er statt dessen bewiesen hat, dass er den eigenen Nabel auf Augenhöhe trägt.

Wenn Ihr Mut also nur ausreicht, um aus der Anonymität ein paar Pfeile zu schiessen, Sie ansonsten die Hose voll haben, in Kakao baden zu müssen, dann haben Sie hier also Ihr Pulver bereits verschossen, weil Sie Ihr Jucken durch kratzen vermutlich hätten besser stillen können, anstatt hier einen blamablen Dialog zu beginnen … und davon zu laufen…. ohne Ihre Maske zu lüften.
Nee, Herr Jawasdennun … so ward dat nix!
Peter Foerthmann

Anonym:

Ich habe mir mal die Arbeit gemacht und mich durch viele Ihrer Texte gewühlt, die Sie in den letzten Jahren zum TO veröffentlicht haben. Fazit: viele, viele Worte und wenig Substanz was die Fakten betrifft. Sie hängen sich jetzt an dem Umstand auf, dass ich hier ohne Namensnennung poste, statt klar zu machen, was Sie genau stört. Wie ich gehört habe, liegen Sie praktisch mit allen Vorstandskritikern über Kreuz, haben diverse Gerichtsverfahren verloren, und sind, als Sie sich selber zur Wahl gestellt haben, nicht gewählt worden. Was liegt da näher, als hinter Ihrem Verhalten persönliche Bitterkeit und nicht den von Ihnen immer wieder bemühten Idealismus zu vermuten?

Peter:
Halbwissen aus anonymer Ecke!
Zur Verbesserung Ihrer Informationslage: Martin Birkhoff hatte 2013 versucht, eine EV gegen meine Meinungsäusserung zu erlangen, die er NICHT hatte durchsetzen können, weil das Gericht ihm einen Vergleich nahegelegt hat. Interessant dabei, dass Birkhoff und sein RA es versäumten, diese Angelegenheit fristgerecht final aus der Welt zu räumen, weshalb wir uns kürzlich nochmals vor Gericht getroffen haben, allerdings auf meine Veranlassung. Ansonsten sind mir keine weiteren Verfahren in Erinnerung.

Zur AO HV im Februar 2012 habe ich mich für ein Vorstandsamt zur Wahl gestellt, wurde allerdings nicht gewählt. Einen psychischen Schaden habe ich nicht erlitten, eher das Gegenteil, nachdem ich nämlich festzustellen hatte, welch merkwürdiges Demokratie Verständnis fortan diesen Verein beseelen sollte, in dessen Folge ein Exodus hunderter Mitglieder stattgefunden hat. Ein Aderlass, den Martin Birkhoff zu verantworten hat, der den Verein bis heute nicht zur Ruhe kommen lässt.

Ein Vorstand, der im Verlauf von 5 Jahren ca 20 Gerichtsverfahren entweder selbst angestrengt oder aber darin verwickelt ist, der zur Durchsetzung seines ganz eigenartigen Rechtsverständnis´ fünfstellig Vereinsvermögen verschleudert hat, der zudem den Willen seines Souveräns jahrelang negiert, statt dessen eine ganz eigene Sicht durchzusetzen sucht, hat in einem Verein nichts zu suchen. Ich habe diese Vorgänge adressiert und öffentlich gemacht, insbesondere, weil Vorstandsverlautbarungen immer wieder einer ganz anderen Darstellung folgten.

Sie sollten Ihr Wissen um Fakten verbessern und dann einen Blick in den Spiegel werfen, denn dort erkennen Sie dann einen Mann, der sich hier coram publico selbst entblösst, sich gleichwohl dennoch erdreistet, mit dem Blindenstock weiter herumzustochern.

Vielleicht darf ich Sie als Steigbügelhalter benennen, denn Ihr mangelndes Fachwissen belegt, dass Sie Vorstandswissen nicht besitzen.

Die blosse Tatsache, dass im Verlauf weniger Tage eine bemerkenswerte Anzahl von Kommentaren von TO Vorstandsseite und einem Steigbügelhalter in meinem Blog gepostet wurden, nehme ich als Beweis für die Wirksamkeit meiner Meinungsäusserung.

Wenn ich also verhindern helfen kann, dass Segler mit den falschen Vorstellungen und Hoffnungen diesem Verein beitreten, werden sich die anderen dann umso wohler fühlen.

Alles eine Frage des Standpunktes.
Peter Foerthmann

Anonym:

Wenn Sie sich nur an ein Verfahren erinnern können, das Sie verloren haben, dann ist es offenbar ein falsches Gerücht, dass Sie auch gegen die „Yacht“ vor Gericht unterlegen sind.
Jetzt habe ich Sie mehrfach gebeten, zu benennen, was beim TO jetzt falsch läuft und habe von Ihnen nur gehört, und zwar ohne jede Untermauerung durch Fakten, dass Her Birkhoff keinen Charakter hat und dass viele überflüssige Gerichtsverfahren geführt wurden. Was, warum, wieso? Wie in fast allen Ihrer Texte nur vages stochern im Nebel.
Nee, Herr Förthmann … so ward dat nix!

Peter:
Also weiter Schattenboxen?
Ich habe übrigens auch mal falsch geparkt
und dafür ein Strafmandat bezahlt.
Sie versuchen Argumente nachzutanken
flechten dabei unhaltbare Ranken
haben kess mangelndes Antworten gerügt
dabei wahllos Äpfel mit Birnen umgepflügt
um am Ende mit Blessuren
gleichwohl stolz geschwellter Brust,
als Schlapphut
hier das Weite nun zu suchen.

Anonym:

Immerhin machen Ihre „Antworten“ deutlich, warum sich selbst ausgewiesene Kritiker von Martin Birkhoff von ihnen distanzieren. Ihr beharrliches Lavieren, wenn es darum geht, Fakten zu liefern, macht jede Diskussion unmöglich. Over and out.

Peter:
Und jetzt bitte mit vollem Körpergewicht auf den Deckel setzen.

„Um den Tiger“ Folge 3 Trailer

Russland wir kommen, so der Titel von Folge 3 der neuen UM DEN TIGER Segel-Serie von Guido Dwersteg. Wie üblich hier eine kurze Vorschau auf das, was auf Guido und Viktor an neuen (russischen) Abenteuern zukommt. Alternativ zur Einzelfolge kann auch der ermäßigte Staffelpass für alle Folgen der Serie bestellt werden.

Vom Blitz getroffen

Fr., 05.01.2018, Panama/Puerto Lindo, Tag 1315, 12.224 sm von HH

Der Einschlag erfolgt um 5:33 Uhr. Ein ohrenbetäubender Schlag genau über uns.
Wir stürzen in den Salon. Dort rieht es, als ob der Teufel persönlich zu Besuch vorbei gekommen wäre. Verschmort, nach schwelendem Plastik, teuflisch.

Achim springt sofort zu den Schaltschränken. Der erste Blick sagt alles. Wir sind direkt getroffen worden.

verkohlter Antennen-Splitter

verkohlter Antennen-Splitter

 

Bereits seit einer Stunde sind wir wach. Halten Ankerwache, falls wir oder einer unser Ankernachbarn auf Drift geht. Um uns herum wird der Weltuntergang geprobt. Es gießt wie aus Eimern, die Sicht beträgt kaum 100 Meter. Und Blitze. Im Zehn-Sekundentakt kommen sich herunter.
Und dann dieser Knall.

Als es hell wird und wir sicher sind, dass nicht noch ein Schwelbrand hinter einem Schrank schlummert, gehen wir auf Fehlersuche. Fast alle elektrischen und elektronischen Geräte sind kaputt: Tiefenmesser, Plotter und Autopilot. Der Windgenerator dreht nur noch müde vor sich hin, das gesamte Zubehör für den Kurzwellenfunk ist tot.
Wie durch ein Wunder haben die Handy, Pads und Laptops überlebt. Das UKW-Funkgerät, unser Autoradio und der Barograph.

Eine Katastrophe. Der Super-Gau. Alles hin. Nicht nur die Geräte, auch unsere Pläne. Mit einem einzigen Schlag ist alles anders.

In Puerto Lindo können wir mit diesem Schaden nicht bleiben. Hier gibt es zwar die kleine Werft. Aber wir sind drei Stunden Autofahrt von Colon entfernt und ernsthaft, hier kann man ja nicht mal mit Kreditkarte bezahlen.
Wir beschließen nach Colon zu fahren in die Shelter Bay Marina.
Aber wie kommen wir hier weg?

Der Plotter ist hin. Aber da die Laptops laufen, haben wir eine Navigation. Schon lange haben wir überall Backups für so einen Notfall aufgespielt. Auf allen Laptops ist OpenCPN mit CM93 und Bauhaus Karten installiert.

Bleibt noch der Funk. Das UKW-Gerät funktioniert, aber wir haben keine Antenne mehr. Die hat der Blitz vom Mast gesprengt. Scherben vom Toplicht, was ebenfalls explodiert ist, finden wir an Deck verstreut. Die Antenne ist verschwunden.

Hier steckte mal eine Antenne

Hier steckte mal eine Antenne

 

Das versprengte Top-Licht

Das versprengte Top-Licht

Die Kanal-Aufsicht möchte, dass man sich 10 Meilen vor Annäherung an den Kanal per Funk anmeldet. Der Schiffsverkehr dürfte dort beträchtlich sein. Alle wollen durch das Nadelöhr. Wenn dann noch die Sicht so schlecht ist, wie heute, können wir ohne Funk dort nicht gefahrlos fahren. Unser AIS Signal ist mit der Antenne zusammen verschwunden.

Wir brauchen eine Ersatz-Antenne. Achim kann unmöglich in den Mast klettern. Es regnet den ganzen Tag sintflutartig. Elekrto-Arbeiten sind unmöglich. Außerdem steht ein grauenhafter Schwell in der Bucht. Wir krängen 10 Grad zu jeder Seite. Der Mast schlägt sicher drei Meter aus – zu jeder Seite. Zum Glück schlummert am Heckkorb unsere UKW Notfallantenne. Die war eigentlich für den Fall vorgesehen, falls man mal gar keinen Mast mehr hat. :mrgreen:

Achim polt das Funkgerät auf diese Antenne um und: voila! Unsere Funk-Reichweite dürfte nun drei Meilen betragen. Keine zehn Meilen mehr wie sonst, aber besser als nichts. Damit können wir es in den Kanaleingang wagen.

So gerüstet können wir Morgen die dreißig Meilen nach Colon antreten.

Während Achim bastelt, bereite ich für Morgen einen Kartoffel-Salat vor. Der Schwell ist so heftig, dass ich die Verriegelung vom Herd lösen muss, damit der Herd kardanisch schwingt und ich überhaupt Kartoffeln kochen kann.
Der Salat ist fertig und beim Wegräumen der Gurken höre ich es hinter mir klatschen. Die Schüssel liegt umgedreht auf dem Boden. Der Salat schwimmt grade davon. Die Soße läuft zwischen die Bodenbretter
Schnell schaufel ich alles in die Schüssel zurück. Hey, in diesem Salat stecken unsere letzten zwei Eier und die vorletzten Kartoffeln. Ich halte es mit der ‚Verzweifelte-Hausfrauen -Regelung‘: „Was keine fünf Sekunden auf dem Boden gelegen hat, ist noch essbar.“
Während ich so den Salat in die Schüssel racke, kommt mein unbeaufsichtigtes Gurkenglas ins Rutschen. Das Essigwasser findet seinen Weg direkt in den Kühlschrank, den ich grade gestern ausgewischt habe.

Bis zu dem Zeitpunkt konnte ich noch alles ertragen, jetzt fließen die ersten Tränen. Worte über die Stimmung an Bord erspare ich mir. ;-)