Monatsarchive: Januar 2018

Endlich los Richtung Los Roques

Proteingewitter

Am gestrigen Tag habe ich mal etwas tiefer in die Tasche gegriffen. Die alte Angel, Geschenk von der Schwiegermutter Brigitte vor 16 Jahren zeigt wirklich Alterserscheinungen und das UV Licht hat nun doch seinen Teil dazugetan um das gute Stück zu zerlegen. Es bleibt quasi beim gleichen Modell, nur die Spule wird eine Nummer größer. Aber nicht nur eine neue Angel zieht auf der MARLIN ein. Auch 2kg Yellowfin Thun vom Markt und 2kg Marlin. 5 Euro pro Kilo ist wirklich nicht zu viel. Mit Cornelia und Gunther kaufen wir im Supermarkt alles ein um eine Woche autark zu sein. Das es außer günstiges Bier auf den Roques etwas zu kaufen gibt wage ich in Zweifel zu stellen.

In der Prickley Bay hat sich nicht viel verändert. Am Dienstag Abend treffen sich eine Handvoll Segler um die Bar zu Happy Hour. So auch wir. Um 20 Uhr wird wieder Power Trivia gespielt. Horden amerikanischer Privatuni-Medizinstudenten, feinst geschminkt wohlhabend und durchtrainiert, sitzen an den Tischen. Wir können nicht mitspielen, weil es alles Fragen sind die in der amerikanischen Geschichte ihre richtigen Antworten finden. So werden es dann doch ein paar Bier mehr und zum Schluss fahre ich Schlangenlinien zurück zur MARLIN. Angst? Wovor? In Grenda gibt es kein Alkohol- oder Drogenverbot für Fahrzeugführer. Solange der Fahrer es bis zum eigenen Auto schafft und meint er kann noch fahren, darf er das auch. Baut er einen Unfall unter Alkoholeinfluss, wir das allerdings speziell untersucht. Cooles Land. Hier könnte ich einziehen.

Heute geht es dann nach dem Frühstück auch los. Am Ende des Monats fliegt Skipper Jan nach Deutschland. 3 Monate auf der MARLIN reichen ja nun auch. Kurz danach ist dieser Törn auch schon zu Ende. Danach kommt die neue Skipperin Stefanie nach Bonaire geflogen, die von mir auf der MARLIN eingearbeitet werden wird. Na. Da sind wir alle ja sehr gespannt. Vorgestern sind gute Nachrichten aus Cuba gekommen. Der Hafen und die Anchorage von Cienfuegos, für Wochen geschlossen gewesen, sind wieder offen.

Kaum aus der Prickley Bay raus beißt auch schon der erste Fisch. 15 Minuten später der zweite Barrakuda und und nach einer Stunde und einem weiteren Barrakuda erteilt die Crew selbst Fischverbot. Gute Angel und gute neue Köder, die ich speziell für Fischen bei hoher Geschwindigkeit ausgesucht habe. Leider ist Die Gegend für Barrakuda bekannt. Na vielleicht später noch mal. Ich drücke Jan meine Haarschneidemaschine in die Hand. “Kannst Du mir bitte die Haare abschneiden? 8mm soll es sein.” Jan grinst und 20 Minuten später sehe ich so aus, wie ich Cuba vor 2 Jahren zum letzten Mal verlassen habe. Schnittig!

Das Kielwasser gurgelt. Es ist angenehm heiss und der Bordalltag spielt sich ein. Wir segeln wie üblich auf dieser Strecke mit 50 Meilen Sicherheitsabstand zur venezolanischen Küste, die als unsicher gilt. Erst auf Höhe Blancilla werden wir dann die Roques direkt anlaufen und vorschriftsmäßig einklarieren. Die Roques gelten als Urlaubsgebiet der besser gestellten Venezolaner und sicher. Vorfälle unbekannt. Wird schon werden.

 

+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost. Noch ein Platz für eine weibliche Mitseglerin frei! +++
+++ Mittelmeer 2018 +++

Buchst Du hier: www.marlin-expeditions.com

Lieferanten-Katastrophe Panama

Di., 23.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1333, 12.255 sm von HH

„Hier in Panama kriegst du alles“, lassen uns Insider wissen, „aber das kann dauern“.
„Und nimm bloß FedEx“, schieben sie hinterher. „Alle anderen Versender kannst du vergessen“.
Wer sich nicht dran hält und auf ‚DHL Worldwide‘ setzt, der wartet auf ein kleines Päckchen, was bereits in Panama City angekommen und verzollt ist, weitere zehn Tage.

Wir hören drauf und wählen ‚FedEx-Express‘ für den Versand unseres Kühlschrank-Kompressors.
Mit drei Tagen Lieferzeit, lockt uns ‚Marine Warehouse‘ bei der Bestellung. Diese drei Tage sind nun viermal rum.
Marine Warehouse hebt die Hand und schreibt, sie seien unschuldig. Mal ist FedEx Schuld (wie kann das sein? Das sind doch die Guten!), mal der Zoll. Wir erhalten Mails mit Fake-News: „Morgen wird geliefert.“ Dann am Tag der Lieferung: „April, April! Heute wird es nichts.“

Na, das kann ja noch heiter werden. Ich mag gar nicht dran denken, wie die ca. 70 Teile (Großgeräte, Adapter, Kabel (!) und Zubehör) auf unserer Liste hier jemals ankommen sollen.

Unser Leih-Kühlschrank der letzten zwei Wochen ist vorgestern durch den Panama Kanal verschwunden. Wir behelfen uns jetzt mit Eis, was man in Vier-Kilo-Paketen im Marina-Shop kaufen kann.
Unser Kühlschrank ist ein Edelstahlkasten, eingebaut in die Pantry-Möbel und von oben zu beladen. Er hat einen Abfluss am Boden aus dem das Schmelzwasser abfließen kann.
Das mit dem Eis funktioniert ganz gut, allerdings frisst ein frischer Beutel reichlich Volumen. Viele Vorräte passen nicht mehr dazu. Aber besser als nix.

Boot Highlight: Neuer Zugang zum Segeln – Spaß-Jolle Reverso für die Backskiste

Reverso Jolle

Nur ein weiterer kleiner Glitscher auf dem riesigen Jollen-Markt? Von wegen. Der Franzose Reverso umgeht ein Ärgernis beim Segeln, das viele Interessenten von dem Sport abhält. Weiterlesen

Kieler Woche: Laser Radial WM, Aalregatta, ORC-WM-Test, Para Sailing-EM

Beim Kiel-Treff auf der boot Düsseldorf stellten Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten die Highlights der Kieler Woche vor. Weiterlesen

Männer, die Meer wollten

Wie das Golden Globe Race neun Weltumsegler an ihre Grenzen brachte.

Der Beitrag Männer, die Meer wollten erschien zuerst auf Float Magazin.

Volvo Ocean Race: Schon wieder Vestas – Wie konnte es zu der Kollision kommen?

Was für eine Tragik. Ausgerechnet Vestas ist nach dem Drama 2014 schon wieder mit einem Unglück beim Vovo Ocean Race in den Schlagzeilen. Dabei haben die Segel-Teams nichts miteinander zu tun. Weiterlesen

Legerwall: Von der Brandung auf die Steine geworfen – Rettungsschwimmer im Einsatz

Strandung, Redondo Beach

„Raus aus dem Boot“, sagt der Handy-Filmer. Es ist die Angst um das Leben des Skippers, die sich bei der Ansicht der dramatischen Bilder aufdrängt. Da wird niemand mehr von dem Wrack runterkommen. Weiterlesen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Kann sich noch jemand an diesen Teaser erinnern?

Lang ist’s her, dass wir euch den Teaser zu Teil 2 gezeigt haben und der ein oder andere wird mittlerweile nicht mehr daran geglaubt haben, dass Teil 2 jemals fertig wird. Ich übrigens zwischenzeitlich auch nicht.
Es gibt einfach so viel Filmmaterial, so viel zu erzählen, dass es für mich allein wirklich schwierig war (und ist) daraus einen Film zu machen, mit dem ich selbst zufrieden bin.
Mit diesem Teil komme ich an meine Grenzen. Sowohl was die Technik angeht, als auch die Zeit, die in das Projekt fließt.
Gut ein Jahr lang habe ich so gut wie nichts mehr am Film gemacht, nachdem er zur Hälfte geschnitten war. Kurz nachdem wir Eos gegen Nomade getauscht haben, war einfach keine Zeit mehr übrig.

Vor wenigen Wochen hatte ich dann endlich mal etwas Leerlauf. Ich habe mich wieder eingearbeitet und mache seit einiger Zeit kaum noch etwas anderes, als an Teil 2 zu werkeln.
Mit dem Schnitt werde ich sehr wahrscheinlich noch diesen Monat fertig werden. Für die Nachbearbeitung plane ich etwa 4 Wochen ein. Dann ist Anfang März. Es könnte also durchaus klappen, dass der Film fertig wird, bevor ich wieder zurück an Bord gehe. Wenn das gelingt, könnt ihr ihn bei Vimeo On Demand bekommen.

Die DVD plane ich mal vorsichtig für Herbst 2018…

Das Chaos hat begonnen

Sa., 20.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1330, 12.255 sm von HH

Die Versicherung hat ihr ‚go‘ für die Demontage der kaputten Geräte gegeben.
Zehn Minuten später reißt Achim die ersten Verkleidungen von der Decke. Gemütlich.
Aber wohin mit den 2,50 Meter langen Teilen? Wir finden keinen Platz, wo wir sie lagern könnten.
Draußen an Deck geht ebenfalls nicht – habe ich schon berichtet, dass es jeden Tag regnet und das Wetter eine Katastrophe ist?

Die Marina verleiht abschließbare Kammern und Butzen. 1,23 x 1,23 x 1,23 ist das größte Loch, was zur Zeit frei ist. Na, super.
Da fällt uns der Segelmacher ein, der etwas abseits seine Arbeits-Halle stehen hat. Dort dürfen wir für eine Woche unsere Deckenverkleidung unterstellen. Eine Woche wird nicht reichen, aber was erst mal irgendwo steht, fällt nach kurzer Zeit nicht mehr auf. Tot stellen, lautet die Devise.
Und vielleicht werden ja Lager-Räume in Kürze frei.

Schöner wohnen

Schöner wohnen

Die Liste mit den Ersatz-Geräten ist fertig und liegt der Versicherung zur Entscheidung vor.
Was noch fehlt, sind die dazu gehörigen Kabel. Achim erstellt ein Installations-Layout. Dieses bespricht und verfeinert er mit Rudi. Die Recherche, welches Gerät mit welcher Kabellänge und Kabelart (Spur-Kabel, Raynet-Kabel, Devicenet-Kabel oder Backbone-Kabel) geliefert wird, verbleibt bei ihm. Einige Geräte kommen standardmäßig mit zu kurzen Kabeln. Sollte man im Auge behalten, sonst ist man bei der Installation der Voll-Doofe. :mrgreen:

Installations Layout Atanga

Ich lege zu ‚Blitzschaden‘ noch ‚Kabel‘ als Unwort in die Auswahl für 2018.

Wo neue Kabel rein sollen, müssen zunächst die alten Kabel raus.
Hinter der Verkleidung findet Achim Kabelleichen, ohne Anfang und Ende, und Kabel unbekannter Funktion. Kabel, die hinter Deckenverkleidungen verschwinden und andeuten, dass noch mehr von der Verkleidung runter muss.

Strippen finden und ziehen

Strippen finden und ziehen

Gemütlicher Arbeitsplatz

Gemütlicher Arbeitsplatz

Außerdem zeigt unser Schaltkasten drollige Phänomene seit dem Blitz: Wenn man den Knopf für die Duschpumpe drückt, leuchten die Sicherungen bei AIS und Gaswarner auf. Das lässt auf einen Kurzschluss hinter der Wand schließen und auf Kabel, die zusammengeschmort sein könnten.
Hier möchte Achim nicht so gerne ran, sondern will das Rudi überlassen.
„Ein ‚paar Geräte‘ installieren ist eine Sache“, sagt er, „aber da soll ein echter Fachmann ran“.

 

Ein Glückstag

Heute vor genau einem Jahr bin ich mit einem Mietwagen auf das Werftgelände in Kilada gefahren, als Er dort lag.
Bei unserer ersten Begegnung hat er auf dem Schotterweg zwischen den Booten im Staub geschlafen. Ich habe ihn mit dem Auto geweckt und er ist etwas ängstlich zur Seite gelaufen und hat mir lange nachgeschaut.
Mein erster Gedanke war: „Na hoffentlich ist der Kerl friedlich.“
Sein Blick hat mich allerdings nicht mehr losgelassen. Dieses lange hinterherschauen…

Wie es weiter ging wisst ihr. Falls nicht, hier könnt ihr die Geschichte lesen: Herz vs. Kopf

Jetzt ist ein Jahr vergangen und Filou hat sich prächtig entwickelt. Aus dem Streuner ist ein wunderbarer, neugieriger und ausgeglichener Begleiter geworden. Es gibt keinen Tag, an dem ich mich nicht über ihn freue. Kein Tag, an dem Sabrina und ich ungern mit ihm die Runde drehen.
Einige Abenteuer haben wir bereits gemeinsam erlebt und wir hoffen auf viele weitere erlebnisreiche Jahre.

Filou hatte Glück, wir hatten Glück. Dieser 20. Januar vor einem Jahr war ein Glückstag für uns alle.

Ein Streuner im Januar 2017.

Filou im Januar 2018.

Volvo Ocean Race: „Vestas“ kollidiert nachts mit Fischerboot – ein Fischer stirbt

Das USA/Dänemark-Team „Vestas“ lag an zweiter Position dieser vierten VOR-Etappe, als sie um 1:23 Uhr Ortszeit in der Nacht zum Samstag, 20 Januar mit einem chinesischen Fischerboot kollidierten.
Weiterlesen

Volvo Ocean Race: „Scallywag“ kurz vor historischem Etappensieg

Nach einer nervenaufreibenden (für die Teams) und höchst abwechslungsreichen (für die Zuschauer) Etappe, scheint „Scallywag“ der Sieg im Heimathafen Hongkong so gut wie sicher.  Weiterlesen