Monatsarchive: Januar 2018

Als Line Handler durch den Panama Kanal

Mo., 15.01.2018, Panama/Kanal, Tag 1325, 12.255 sm von HH

Cooler Job.
Jedes Segelschiff, das durch den Panama Kanal will, muss vier ‚Leinenhalter‘ an Bord mit durch den Kanal nehmen. Das bedeutet für die durchschnittliche Zweier-Crew, dass sie sich drei fremde Line Handler suchen muss.
Üblicherweise tauschen wir Yachties uns untereinander aus: Ein Schiff, das durch möchte, sucht sich in der Marina willige Crew-Mitglieder anderer Schiffe, die ein paar Tage später auf dem eigenen Kiel fahren.

Zu unserer Überraschung ist es schwerer als erwartet, Mitfahrer zu finden. Wer niemanden findet, kann auf ‚Taxifahrer‘ zurückgreifen. Diese Jungs kommen in die Shelter Bay Marina und bieten gegen 120 USD ihre Dienste an.
Wir hatten mit Birgit und Bernd von der ‚Rebell‘ bereits in Santa Marta verabredet, uns gegenseitig zu helfen.
Für uns ist das keine lästige Pflicht. Wir erwarten von dem Testlauf, dass sich ein paar Mythen über die Kanal-Passage in Wohlgefallen auflösen. Von der Kanal-Aufsicht wird dieser ‚Übungslauf‘ ebenfalls empfohlen.

Die beiden alten Altlantik-Schleusen vom Atlantik aus gesehen

Die beiden alten Altlantik-Schleusen vom Atlantik aus gesehen

Um 14.00 Uhr finden wir uns gemeinsam mit Ferry (Österreicher und von der Alrisha), auf der ‚Rebell‘ ein. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir den Warteplatz für Yachten. Dort nehmen wir den ‚Advisor‘ an Bord. Dieser wird von der Kanal-Aufsicht geschickt und ist ebenfalls ein Pflicht-Mitglied an Bord.
Der Advisor übernimmt keine Lotsen-Funktion, wie auf den großen Frachtschiffen, sondern dient nur als Berater. Die Skipper auf Sportbooten behalten die volle Verantwortung und ihre Aufgabe als Rudergänger. Wer sich allerdings nicht an die Advisor-Ansagen hält, wird an die Kette gelegt.

Sportboote werden meistens in Zweier-oder Dreier-Paketen zusammen gelegt.
Im Fall der ‚Rebell‘ erfolgt dies mit der ‚Seven Seas‘, einem weiteren Segelboot, und in die Mitte kommt ein großes Motorboot mit eigenem Hubschrauber an Deck. :shock:

Eine fette Motor-Yacht kommt in die Mitte
Der Advisor kommt an Bord
Gut gefendert geht es im Paket in die Schleuse
Birgit und Bernd von der Rebell

Das Dreierpaket wird kurz vor der ersten Schleuse gebildet. Die Advisor haben genaue Vorstellungen, wie die Schiffe zusammen ‚geschnürt‘ werden, sind aufmerksam und behilflich.
Dann geht es in die Schleuse. Hinter einem recht kleinen Frachter hinterher.
Das Motorboot, mit seinen kräftigen Motoren, übernimmt die Führung. Die, an der Seite hängenden, Segelboote sind arbeitslos.

Die Besonderheit im Panama Kanal ist, dass Schiffe nicht an der Schleusenwand festmachen. Weder die Großen noch Sportboot-Pakete.
Jetzt kommen die angeheuerten Leinenhalter ins Spiel. Normalerweise. Im Fall der ‚Rebell‘ sind wir überflüssig. Das dicke Hubschrauber-Boot ist so viel länger als wir Segelboote an der Seite, dass die Motorboot Line Handler den Job übernehmen müssen.

Auf den Wänden der Schleusen stehen Jungs, die dünne Leinen mit Hilfe einer ‚Affenfaust‘ auf das Motorboot werfen. Das dünne Band wird an geliehene Festmacher gebunden und von den Jungs zurück zur Schleusen-Wand gezogen und dort belegt.
Die vier Leinenhalter haben die Aufgabe, die Leinen auf Zug zu halten. Wenn der Wasserstand in der Schleuse steigt, keine so leichte Aufgabe. Die Tampen sind dick und widerborstig. Man muss schon ordentlich ziehen, um die Leine dicht zu holen.

Zielgenau kommt die Affenfaust geflogen - die Jungs werfen ziemlich gut

Zielgenau kommt die Affenfaust geflogen – die Jungs werfen ziemlich gut

Mit der Hilfsleine wird der lange Tampen an Land gezogen

Mit der Hilfsleine wird der lange Tampen an Land gezogen

Die Rebell hängt am Motorboot - an der anderen Seite hängt die Seven Seas

Die Rebell hängt am Motorboot – an der anderen Seite hängt die Seven Seas

 

Wenn alle an ihren Positionen soweit sind, wird das Tor geschlossen und dann heißt es: „Wasser Marsch“. Also, das ist schon schwer beeindruckend. Die eben glatte Oberfläche des Wassers verwandelt sich in einen Hexenkessel. Drei Knoten Strömung misst Bernd an der Logge. Wow!
In Null-Komma-Nichts ist das riesige Becken gefüllt. Nochmal wow!

Sprudelwasser in der Schleuse

Sprudelwasser in der Schleuse

Sobald die Schleusenkammer voll ist, wird das Tor zur nächsten Kammer geöffnet. Unser Päckchen fährt hinter dem Dicken nach vorne, ohne dass der Leinenkontakt zu den Schleusen-Wänden gelöst wird. Dieser Vorgang wiederholt sich drei Mal. Die drei Atlantik-Schleusen-Kammern liegen direkt hintereinander. Ungefähr 26 Höhenmeter steigen wir auf das Niveau des Gatun-Sees.

In der Zwischenzeit ist es nach 18:00 Uhr und dunkel geworden. Im Dreier-Paket fahren wir hinter den Schleusen ‚rechts ran‘, der Verbund wird gelöst und einzeln geht es (20 Minuten Fahrt) weiter zum Nacht-Warteplatz. Hier werden die Advisor von ihren Booten abgeholt und wir Crews bekommen die Info: „Morgen früh um 6:00 Uhr kommen neue Advisor, die Euch durch den Gatun-See begleiten und die Schleusung in den Pazifik übernehmen. Gute Nacht.“

Das letzte Tor zum Gatun See öffnet sichnet sich

Der Blick zurück auf den Atlantik

Der Blick zurück auf den Atlantik

Video: Unvorbereitet in den Sturm?

Chaotische Zustände an Bord eines Kreuzfahrtschiffes

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„Kiek mal zwischen de Beene. Dit is kalt.“

Antizkylisch baden: Winterschwimmer im Orankesee in Berlin

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SV Thuriya – Abilash Tomy IND

SUHAILI REPLICA – THE FIRST SAIL

Das Unwort des Jahres

Mo., 15.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1325, 12.255 sm von HH

Das ist leicht zu erraten: Blitzeinschlag!
Den ganzen Tag gibt es nur ein Thema: Blitzeinschlag!
Wen wir auch treffen: „Was macht Euer Blitzeinschlag?“

Achim wühlt sich durch die Liste mit den Ersatz-Geräten. Immer und immer wieder kontrolliert er, ob er die richtigen Geräte aufgeschrieben hat. Wir sind für die korrekte Bestellung verantwortlich, nicht etwa Rudi. In Deutschland würde ein beauftragter Handwerker den Job der Suche nach Ersatzteilen übernehmen. Hier funktioniert es anders.

Achim findet Doubletten in der Liste. Beim Autopiloten hat er Zubehör aufgeschrieben, welches bereits in einem Set enthalten war. Diese Doublette fliegt raus. An anderer Stelle ist die Typenbezeichnung für ein Gerät falsch oder es fehlt noch ein Zubehör-Teil auf der Liste.

Natürlich sind wir als Versicherter gehalten, die Kosten so klein wie möglich zu halten. Dazu gehören auch die Frachtkosten. Sammel-Pakete müssen gebildet werden. In Deutschland haben wir vier, fünf verschiedene Lieferanten, deren Teile alle in ein Paket sollen.

Es kostet Achim Stunden herauszufinden, wo er die Ersatz-Antenne bekommt, die uns vom Dach geflogen ist. Die Halterung dafür ist noch intakt und Achim möchte diese gerne wieder verwenden. Niemand hat gesteigertes Vergnügen in 20 Meter Höhe eine neue Halterung anzuschrauben.

Ich bin raus aus dem Ersatzbeschaffungs-Geschäft. So eine Liste kann nur von einer Person sinnvoll bearbeitet werden. Außerdem kann ich mit einem Kabel nur etwas anfangen, wenn es an einem Ende einen Stecker hat und eine Steckdose in der Nähe ist.
Mir bleibt, den Haushalt zu erledigen und dafür zu sorgen, dass Achim das Essen nicht vergisst. Und zu versuchen, das Chaos im Schiff möglichst klein zu halten.

Die Liste liegt nun der Versicherung vor. Wir müssen auf Thorsten, den Sachverständigen, warten.
Seine Anreise von den San Blas Inseln ist für heute oder Morgen avisiert, je nach Wind.
Das gibt uns die Zeit ein gegebenes Versprechen einzulösen. Wir gehen heute Nachmittag an Bord der ‚Rebell‘, um sie als Leinhandler durch den Panama Kanal zu begleiten.

3000 Meter unterm Kiel – Trailer

Wie lässt sich eigentlich familienfreundliches Segeln mit dem Einhandsegeln kombinieren? Marian Carton’s neuer Film „3000m unterm Kiel“ zeigt es! Nach seinem Film „8 Jahre Mittelmeer“ ist die „Abyss“, eine Etap 28i wieder im Mittelmeer unterwegs. Hautnah seid ihr mit dabei, wenn es Einhand quer über das Tyrrhenische Meer geht. Nonstop 200sm von Rom/Fiumicino nach Ustica und zurück. Dort stößt die Familie dazu und es geht gemeinsam weiter nach Marettimo. Diesmal ist sogar ein Tauchkompressor an Bord und verspricht aufregende Tauchgänge!

Von 2005 bis 2014 lebte Marian mit seiner Familie beruflich bedingt in Rom. Er ist Cutter und Kameramann. Schon bald wuchs der Wunsch, die grenzenlose Freiheit auf dem Meer vom eigenen Boot aus zu erleben. So wurde 2007 eine Etap 28i, Baujahr 1988 angeschafft…

Scharfe Kufen auf blankem Eis

Eissegeln ist die schnelle Art der Fortbewegung unter Segeln. Bald geht’s wieder los.

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Einfach nur Urlaub

Am 26. Dezember war es soweit. Unser kleiner Renault Modus war bis ans Limit vollgepackt, Filou ahnte nichts von der bevorstehenden Reise und wir waren voller Vorfreude auf unseren ersten gemeinsamen, ganz normalen Urlaub.

Man mag es kaum glauben, aber Sabrina und ich haben, seit wir zusammen sind, noch nie ganz normalen Urlaub gemacht. In den ersten Jahren sind wir, bis auf einen Kurztrip nach Schweden, überhaupt nicht weggefahren und später kamen die langen Auszeiten. Aber Urlaub, ohne Stress und Abenteuer, das war nach 13 Jahren tatsächlich eine Premiere für uns.
Eine Premiere war die bevorstehende Strecke auch für Filou. Etwa 650 Kilometer lagen vor uns und wir wussten nicht, wie er die verpackt.
In den Wochen zuvor habe ich viel mit ihm geübt. Fast täglich bin ich mit ihm Auto gefahren. Zuerst nur im Schritttempo für eine Minute bei uns durch die Spielstraße. Dann zwei Minuten, dann eine Runde um den Block und so weiter.
Die langsame Steigerung war wichtig für ihn, denn nach den unvermeidbaren Autofahrten über griechische Serpentinen ist ihm anfangs bereits übel geworden, wenn man nur den Motor gestartet hat. Also haben wir das Training sachte angehen lassen.
Nach ein paar Tagen war er soweit, dass er nach jeder Mittagsrunde freudig zum Auto gelaufen ist und darauf gewartet hat, dass es endlich los geht.

Und so sind wir an diesem Morgen am zweiten Weihnachtstag gestartet. Filou hat sich schnell entspannt und hingelegt. Nach einer Weile hat er allerdings bemerkt, dass wir diese Strecke noch nie zusammen gefahren sind. Er hat eine Zeitlang aus dem Fenster geschaut und wir haben oft Pause gemacht, um ihm die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Nach der dritten Pause war er so entspannt, dass er die meiste Zeit zufrieden geschlafen hat und am späten Nachmittag waren wir schließlich auf der Insel Römö in Dänemark und hatten den Schlüssel für unsere abgelegene Blockhütte.
Wir waren so glücklich darüber, dass diese Fahrt mit Filou so problemlos verlaufen ist. Er hat sich richtig wohl gefühlt. Übergeben musste er sich auch nicht.

„Unsere“ Blockhütte in Dänemark.

Nachdem alles aus dem Auto in die Blockhütte umgelagert war, konnte der Urlaub beginnen. Ein wenig Brennholz für den ersten Abend hatten wir bereits mitgebracht und nachdem der Kamin aufgeheizt war, wurde es langsam gemütlich. Die Umgebung vor unserer Hütte, einfach herrlich. Keine Straßenlaterne, kein Lärm, einfach nur Ruhe.
Dem Kamin gegenüber war Filou zuerst ein wenig skeptisch. Feuer hinter einer Glasscheibe, das kannte er noch nicht. Nach einer Weile hat er es sich dann aber mit gebührendem Abstand gemütlich gemacht.
In den Tagen darauf wurde dieser Abstand zum Kamin dann immer geringer und ab dem dritten Tag war Filou kaum noch vom Kamin weg zu bekommen. Er hat ihn geliebt!
Nach einer Runde im Winter durch die Heidelandschaft vor den warmen Kamin legen, ja das war sein Ding.
Und so vergingen die Tage auf dieser gemütlichen Insel in Dänemark. Wir waren dort zum durchatmen. Kein Sightseeing, kein Palaver. Einfach nur gemeinsam mit Filou zusammen sein. Ab und zu ein wenig Lesen und viel spazieren gehen. Ja, das tat gut.
Die meiste Zeit hat es zwar geregnet, aber nicht einmal das hat uns gestört. Im Gegenteil, der Kontrast zwischen verregnetem Winter und warmer Blockhütte war Klasse.

Wir haben nur wenige Ausflüge mit dem Auto unternommen. Überwiegend waren wir zu Fuß unterwegs. Eine Fahrt mit dem Auto über den Strand haben wir uns aber nicht entgehen lassen. Dafür ist Römö bekannt. Ich wüsste gerade nicht, wo man sonst noch mit dem Auto über den Strand fahren darf. Hier ist das jedenfalls erlaubt und macht richtig Spaß.

Silvester war es auf Römö deutlich ruhiger als wir das von zu Hause kennen. Das liegt zum einen daran, dass hier schlicht weniger Menschen wohnen, zum anderen am Verbot von Feuerwerkskörpern. Der Grund ist einfach: Ein Großteil der Häuser auf der Insel hat ein Reetdach. Was damit passiert, wenn eine Rakete in einer trockenen Neujahrsnacht in so ein Dach fliegt, kann man sich denken.
Alle halten sich natürlich nicht an diese Regel aber es waren nur wenige Raketen und Batterien, die um Null Uhr abgefeuert wurden. Nach einigen Minuten war der Spaß vorbei, was Filou gelegen kam. Wir wussten aus einer Nacht mit Böllern in Athen, dass er Angst davor hat. Kein Wunder, wenn man einmal miterlebt hat, wie zum Beispiel Ostern in Griechenland gefeiert wird. Dagegen sind Polenböller „Kinderkram“.
Also waren wir gut vorbereitet und haben versucht ihn mit einer Mischung aus Spiel und den besten Leckerchen die es für ihn gibt, bei Laune zu halten. Mit Fisch hat das bestens geklappt. Nach einem Kanonenschlag gab es Fisch! Fisch löst bei Filou in etwa die Reaktion aus, die Käse bei Samson von „Chip und Chap“ auslöst.
Diese Taktik haben wir bei unserem letzten Hund bereits erfolgreich angewendet, um ihn an Gewitter zu gewöhnen. Johnny stand damals nach wenigen Übungen immer freudig wedelnd an der Tür, wenn ein Gewitter aufzog. Wer zu der Zeit beobachtet hat, wie Sabrina und ich im Sommer bei Sturm und strömendem Regen mit Johnny im Garten gespielt haben, während es um uns herum geknallt hat, dachte wahrscheinlich auch: „Jetzt sind sie völlig durchgeknallt!“
Aber es hat funktioniert und es hat auch bei Filou funktioniert. Er ist schon jetzt deutlich weniger ängstlich.

Am 1. Januar.

Nach 10 ruhigen Tagen sind wir dann wieder Richtung Heimat gestartet und haben erst bei der Abfahrt bemerkt, dass wir ganz vergessen haben, uns den Hafen anzuschauen.
Es hat also geklappt. Wir konnten abschalten. So sehr, dass wir nicht einmal mehr an Nomade und ans Segeln gedacht haben.

Und die Rückfahrt? Die hat noch einmal besser geklappt als die Hinfahrt. Das Auto war für Filou mittlerweile ein angenehmer Lebensraum. Er hat unterwegs sogar gefressen und die meiste Zeit geschlafen. Nur 3 Pausen haben wir gemacht.

Für Sabrina und mich war dieser Urlaub in Dänemark Klasse. Wir hatten Zeit um Energie zu tanken, Zeit für Filou.











Die Shelter Bay Marina

So., 14.01.2018, Panama/Shelter Bay, Tag 1324, 12.255 sm von HH

Wo sind wir denn jetzt eigentlich gelandet? Was wird unser zu Hause für die nächsten Monate sein?
Die Shelter Bay Marina dient Langfahrtseglern nur als Zwischenstation, um in den Panama Kanal zu fahren. Hier kommt der Vermesser an Bord und Leinenhandler werden gesucht.

Die Shelter Bay Marina liegt am Arsch der Heide. Rundherum nur Dschungel. Kein Ort, kein Dorf, keine Infrastruktur. Ein paar Abbruch-Häuser stehen verstreut auf dem Gelände. Hier befand sich mal eine Militär-Basis, die lange verlassen wurde.

Shelter Bay Marina zwei Stunden von Colon entfernt

Shelter Bay Marina zwei Stunden von Colon entfernt

Eine schmale Asphaltstraße führt nach Colon. Mindestens eine Stunde Fahrt. Manchmal auch länger. Über den Kanal kommt man mit der Fähre oder, wenn die Schleusentore grade geschlossen sind, kann man über die Tore fahren. Wenn ein dicker Pott aus der Schleuse kommt, muss die Fähre warten. Das kann dauern.

Die Marina unterhält einen kostenlosen Shuttle-Bus nach Colon.
Immerhin fährt der zweimal am Tag.
Der Bus stoppt an einem lieblosen Einkaufs-Komplex außerhalb vom Colon-Zentrum an einer Ausfallstraße. Dort gibt es ein paar Geschäfte mit Haushaltswaren, Klamotten, den üblichen Handy-Läden und einem Supermarkt. Der Supermarkt ist ganz gut sortiert, die Preise sind angenehm. Der Haken sind die vier Stunden, die man unterwegs ist. Der halbe Tag ist weg für einen simplen Einkauf.

Dieser Einkaufs-Komplex hat nichts Schönes, keine Straßenhändler, die gegrillte Köstlichkeiten verkaufen, keine Atmosphäre, null Spaßfaktor. Oh, geliebtes Santa Marta, ich vermisse dich.

In der Marina gibt es einen kleinen Shop, in dem man ein paar Grundnahrungsmittel erhält.
Na, besser als vier Stunden wegen vergessener Eier mit dem Bus zu fahren.
Und eine gute Wäscherei. Entweder man wäscht selber für 2 USD die Maschine oder lässt waschen.

Daneben gibt es einen Swimming-Pool, der vor allem von den Amerikanern belagert wird.
Die Amis sind überhaupt fit in der Organisation von ’social life‘, das muss man ihnen lassen.
Sie organisieren Wasser-Gymnastik, Yoga und sonntags gibt es einen ‚Pot luck‘ am Gemeinschaftsplatz.
Das ist toll. Es gibt einen Holzkohle-Grill und jeder bringt sein eignes Fleisch mit. Und einen Salat oder eine andere Beilage für die Gemeinschaft. Die Salate werden auf einem Buffet zusammengestellt.

Pool in der Marina

Pool in der Marina

Gemeinschaftsplatz - der beste seit Monaten

Gemeinschaftsplatz – der beste seit Monaten

Letzten Sonntag waren wir bestimmt vierzig Personen und es gab einen Geburtstag zu feiern.
Viele Crews kennen wir bereits. Aus Santa Marta oder auch schon länger, von Grenada oder sonst wo. „Hi, ihr auch hier. Mensch, was für eine Überraschung.“ Dann folgt für uns die Enttäuschung: Auch diese Crew wird in zehn Tagen durch die Schleuse verschwinden.

Wir sprechen mit einigen Yachten, die ebenfalls einen Blitz-Schaden hinter sich haben. Die Geschichten sind ähnlich: Es dauert bestimmt drei Monate bevor wir alles wieder in Ordnung gebracht haben.
Solange wird die Shelter Bay Marina unser zu Hause sein.

Shelter Bay Marina klein, nett, aber abgelegen

Shelter Bay Marina klein, nett, aber abgelegen

SV Celebrate – Nordwest Passage – 2017

NORD WEST PASSAGE – TEIL # 2

Nachdem mein Freund Vlado Porvaznik die höchsten Berge erklommen und eine Weltumsegelung erfolgreich absolvierte, hat er als Crew auf der SV CELEBRATE im vergangenen Sommer die Nordwest Passage hinter sich gebracht. Diese Reise ist in 4 Videos dokumentiert, die hier gezeigt werden.

SV Gegenwind – Asha Reich + Helge Assmann GER

DIE HALBE KUGEL IST GESCHAFFT – BERICHT AUS PONANE

nun da der Feiertagsstress vorbei ist, wünschen wir allen in Deutschland und der Welt ein FROHES NEUES JAHR! Oder wie es in Französisch Polynesien heißt: PONANE!

Wir hoffen, dass Ihr alle einen schönen Übergang in das neue Jahr hattet.

Im vergangenen Jahr haben wir zwar wieder sehr viele Seemeilen in unserem Kielwasser gelassen, aber die Hälfte der Erdkugel haben wir noch nicht umrundet, obwohl wir nach unserem ursprünglichen Plan jetzt eigentlich schon wieder in Deutschland zurück sein müssten.
Wir haben uns nach einer kritischen Einschätzung unserer Situation für eine Verlängerung entschieden.
Auf unserer bisherigen Reise haben wir immer wieder gemerkt, dass es uns wichtig ist auch einen Blick hinter die Fassaden der Länder zu werfen und nicht nur die üblichen Touristenziele in möglichst kurzer Zeit zu bereisen. Wir wollen gerne einen Eindruck gewinnen, wie die Länder und ihre Menschen ticken und warum. Bisher haben wir das Gefühl, dass uns das an vielen Orten gelungen ist. Derzeit sind wir im östlichen Teil von Französisch Polynesien, den Marquesas Inseln, in denen wir noch einige Zeit verbringen werden, ehe wir uns andere Archipele dieser Inselwelten anschauen wollen. So werden wir in diesem Jahr durch die pazifischen Südseeparadiese segeln und dabei vermutlich deutlich schneller unterwegs sein, als bisher. Zum Beginn der nächsten Zyklonzeit (im hiesigen Frühling/ im deutschen Hebst) planen wir das westliche Ende des Pazifiks zu erreichen. Wie uns unser weiterer Weg dann Richtung Heimat führt ist momentan noch nicht klar. Dafür gib es derzeit verschiedene Ideen.

Das wir unsere Berichte und Bilder in diesem Jahr gut und zeitnah einstellen können, können wir Euch dieses Mal nicht versprechen, denn im Paradies ist keine gute Internetversorgung eingeschlossen.

Trotz allem freuen wir uns auch weiterhin sehr, wenn wir von Euch in unserer Plauderecke oder per Mail lesen. Nur bitte schickt uns keine Anhänge, denn das Internet und die E-Mail-Zugänge sind in diesem Teil der Welt sehr schwach. Aus diesem Grund kann es auch passieren, dass wir nicht spontan antworten können. Bitte nehmt dies aber nicht als Grund Euch nicht zu melden, denn Eure vermeintlich uninteressanten und langweiligen Alltagsgeschichten sind für uns im Südseeparadies das „Salz in der Suppe“.

2018 wird uns hoffentlich neben vielen Seemeilen und Inseln auch viel Unbekanntes und viele tolle unvergessliche Erlebnisse liefern, die wir mit Euch teilen wollen.

Alles Gute und vor allem ein gesundes Jahr 2018 und im allerbesten Sinne überraschende 12 Monate.

Viele Grüße von der SY Gegenwind aus Atuona, Hiva Oa, Marquesas Archipel, Französisch Polynesien

Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind WEITERLESEN

Mayreau erreicht

Whistle Bay

“Hallo. Ich bin der Micha von der MARLIN. Du wolltest mich kennenlernen?“ “Ja. Mensch. Du hast mich 2014 auf dem Atlantik überholt. Ich kann mich noch genau an Dein Schiff erinnern. Rot! Mit dem großen weißen Logo. Ich bin übrigens Torsten.“ Wir stehen in einer Strandbar der Whistle Bay. Hier gibt es übrigens keine Schildkröten. Ich würde mich hier als Schildkröte auch nicht hintrauen. Ansonsten ist es hier malerisch schön und unsäglich romantisch. Dafür gibt es die Kiter auf der anderen Seite der Bay. Upps. Wieder ein Kite Spot der nichts für solche Anfänger wie mich ist. Komplett auflandiger Wind und ordentlich Welle. Mit dem SUP paddel ich an Land, setze mich in den Sand zu den Kitern, die es können, was so einfach aussieht und nicht ist. Hmm. Das sind keine Anfänger. So gar nicht. Aber zuschauen ist ja auch sehr schön und sehr lehrreich.

Während ich durchs Unterholz laufe und mir meinen ersten kleinen Sonnenbrand hole in diesem, Jahr holt Evert seine Maverick DJI Drohne aus der Spielkiste, die er mitgebracht hat. Erste Aufnahmen von oben entstehen und Dank modernster Technik muss keiner mehr über die Insel laufen. Die schauen wir uns jetzt ferngesteuert an. Cool. Wir Menschen lassen uns ja immer wieder was neues einfallen. Könnte ich auch Gefallen dran haben. Auf der anderen Seite sitze ich schon genug vor der Kiste und erleide Sehnenverkürzung in den Beinen. Also?

Torsten is schlank, braungebrannt, mit Kopftuch und nach eigenen Angaben um die 50. Ein Salzbuckel. Einer der den Weg in die Heimat nicht mehr finden will, einer der seit Jahrzehnten auf seinem Segelboot lebt. So kann es gehen. „Kennst Du die IRON LADY?“ „Na klar. Chaguramas 2001!“ Jetzt kommen wir ganz schnell vorwärts mit der Erinnerung. Torsten und Silke. Sind 1999, ein Jahr vor Nathalie und mir über den Atlantik gesegelt. Und Alfred von der Freedom. Ach was. Ne. Wie war das noch. „Torsten. Wir haben uns doch in Trinidad kennengelernt. Du hast doch auch in der Scotland Bay gelegen. Silke war noch so sauer auf mich weil ich irgendwas über sie in meinem Blog geschrieben habe. Ja genau. So war das. Mensch Torsten. Das es Dich noch gibt.“ Was normalerweise in einem langen Abend geendet wäre, endet etwas abrupt in der Bar, denn meine CREW 37 hat Hunger. Der Spagetti Snack vom Nachmittag ist schon durchgesackt und der Wahoo ruft, um mit der Kokosnussmilch im i ndischen Masalla Currypulver zu garen. „Sorry Torsten. Ich habe meiner Crew versprochen heute Abend zu kochen. Wir sehen uns. Irgendwie. Irgendwann. Irgendwo. Grüß Silke wenn Du ihr mal schreibst. Oder auf dem Atlantik. Wer weiß.“

Also? T-Sirt ausziehen und der Sprung is Wasser folgt: Jetzt. Platsch

 

+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost +++
+++ Mittelmeer 2018 +++

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