Monatsarchive: Juli 2017

Windpilot Pacific – how to use

SAILING WITH WINDPILOT PACIFIC

Das hatten wir uns anders vorgestellt

Das hatten wir uns anders vorgestellt

Skipper Freizeit

Der Tag beginnt besser. Mit dem Marinachef Anders einige ich mich darauf, dass er das Antifouling macht und das Aufpolieren. Nicht ganz billig, hoffentlich gut. Jan und ich kümmern uns um das Füllen, Schleifen und Spot Painting. „Du hast Glück. Denn Du bist in der besten Marina von Nordeuropa gelandet.“ Na, was ein Zufall grinse ich Anders an. Da haben wir aber noch mal Glück gehabt. Es ist Off Season, meint das wir eigentlich das einzige Schiff in der Marina sind. Alle anderen sind jetzt unterwegs am Segeln.

Ich lege mich unter die MARLIN und runde die Kratzer mit dem Winkelschleifer, kann dabei noch mal genau sehen ob es strukturelle Probleme, wie Risse etc. gibt. Soweit ist alles gut. Wir bekommen Schlüssel für die Dusche und Toilette und die Sonne taucht am Horizont auf.

Am Abend laufen wir los Richtung Stadt. Nachteil an der besten Marina Nordeuropas ist, dass man ohne Auto echt weit ab vom Schuss ist. Doch wozu gibt es in den Stockholmer Schärengarten ein sehr gut ausgebautes Fährennetz. Zufall: Mit eine uralten Fähre, der S/S Storskär, die Betonung liegt auf uralt, geht es durch die Schären bis mitten in die Stadt. Im Inneren des Schiffes treiben zwei Dampfzylinder das Schiff an wie zur Jahrhundertwende. Der Sound, die Bewegung des Schiffes, überhaupt, alles ist total geil. Wir genießen das gute Wetter. Frei Tag ist heute. Grund ein paar Bier zu trinken. Aber die Preise für zwei Glas Bier versalzen in Schweden wirklich die Suppe.

Spachtel und Schleifen geht gut voran. Morgen werden die Macken der letzten zwei Jahre unter Farbe unsichtbar gemacht. Eine kleine Spritzpistole, ein Anschluss an einer der Tauchflaschen, ein Druckminderer, die richtige MARLIN-Farbe. Alles an Bord. Na denn hoffen wir mal auf weiterhin gutes Wetter.


Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com

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Schneller als der Wind

Schneller als der Wind

MARLIN an Land

Per Mail und Telefon haben wir unseren Ankunftsort zur Gaashaga MARINA verlegt. Kaum ist die Hafeneinfahrt zu sehen geht es schneller als gedacht. Wir fahren direkt in die Box den Travellifts. Aber von wegen Travellift. Ein dicker Volvo Bulldozer steht mit einer Art Anhänger bereit. Der Anhänger ist ein 47t Recovery Trailer, der seine langen Ausleger unter den Bauch der MARLIN schiebt, seine Stempel mit den dicken Gummiplatten passen sich exakt der Form des Schiffskörpers an. Anders, der Fahrer hat alles im Griff, hebt die MARLIN an bis der Mast grade steht. „Das macht er aber nicht zum ersten Mal.“ 20 Minuten später steht MARLIN auf dem Marinaplatz und wird abgespritzt.

Die Kratzer von dem finnischen Stein sind zwar nicht lustig und deutlich sichtbar, aber nicht wirklich schlimm. Schwierig ist eher Anders. Er ist eben ein bisschen anders. Wir verhandeln über neues Antifouling und Polieren des Überwasserschiffs. Per mail hatte ich angekündigt, dass wir das selber machen wollen. „Kein Problem!“ schreibt er prompt zurück. Was er nicht schreibt, ist dass er jede Arbeitstunde, die wir am Boot arbeiten, mit 10 Euro berechnen will. Für die Marina. Nur so. Hätte er mir ja nun auch vorher mal schreiben können und nicht erst, wenn wir an Land stehen. Es gibt keine Toiletten, keine Dusche und nachts ist das Gelände abgeschlossen und gesichert wie Fort Knox.

Unsere Crew 29, die beste von allen Crews, die ich bisher hatte, macht MARLIN noch klar. „Das Deck braucht ihr nicht machen. In der Werft wird das eh dreckig. Das macht kein Sinn.“ Es ist ein schwerer Abschied. Alle weinen, liegen sich in den Armen, schwören sich ihre treue Liebe bis zum Tode, überschütten uns noch mal mit Lob, dass wir die besten Skipper aller Zeiten waren und tätscheln noch mal die MARLIN. Dann sind sie weg und wir fallen in ein tiefes Loch. Allein wissen wir im ersten Moment nicht mehr was wir mit uns anfangen sollen. Es ist alles zu viel. Typischer Fall von „After Crew Skipper Burn Out“, die unter Superskippern weit verbreitet ist. Zu schön war die Zeit. Danke noch mal.

Wenigsten gibt es direkt neben der MARLIN ein paar Bäume, ein paar Felsen und als alle von der Werft weg sind, setzten wir uns ins Gras, bauen unseren Schwenkgrill auf und lassen es uns gut gehen. Im nahen Supermarkt gibt es Lebensmittel in großer Auswahl, leider alles zum doppelten Preis, gegenüber Deutschland. Trotzdem: Mein Tag ist das nicht. Ich frage mich wie wir ungeschoren hier wieder wegkommen sollen.


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Welcome to Scotland!

WIR SIND ANGEKOMMEN!! Gestern um 1400 MESZ sind wir nach 416sm in Eyemouth in Schottland angekommen! Interessante aber anstrengende Überfahrt mit vielen neuen Eindrücken. Als Land in Sicht kam war stilecht auch gleich das erste schottische Castle im Fernglas zu sehen.

 

Mehr später. Erstmal Pennen und ausruhen 😉







Korcula: Dieselpest und Lichtmaschine. (Teil 1) Oder: Wie Segeln Menschen zusammenbringt.


Im vorigen Post schrieb ich, wie ungeahntes Leben in meinem Tank zu 35 Zentimeter langen organischen Gebilden führt,
die unterwegs auf dem Meer LEVJEs Motor lahmlegten. Und was ich einer abgelegenen Bucht dagegen unternahm.
Hier die Fortsetzung: 

Auch das ist ein Ergebnis beginnender Dieselpest: Ein mit braunem Schleim zugesetzter Filter. Und alles das unterwegs auf dem Meer
1. Ein Motor, der nicht will.
Da hatte ich also in einer abgelegenen Bucht auf Lastovo und vor Anker versucht, meine 200 Liter Diesel im Tank sauberzufiltern. Hatte die im vorigen Post beschriebenen Gebilde entdeckt. Hatte einen halben Tag versucht, alles reinzuwaschen. „Dialyse für den Diesel“. Erst als ich etwa 20 Liter reinen, ohne Schlamm versetzten Kraftstoff heraufgepumpt hatte, gab ich Ruhe. Und hatte eine gutes Gefühl.
Doch eine Stunde nach dem Ablegen starb der Motor südöstlich der Insel Lastovo erneut ab. Ich nahm es gelassen. Ich meinte ja zu wissen, was ich zu tun hatte:
1. Tankleitung am Tank abschrauben.
2. Nachsehen, ob eines der Fadengebilde erneut die Leitung verstopft hatte.
3. Leitung durchpusten. Und entlüften.
4. Motor starten.
Aber so einfach macht es einem das Leben nicht. Denn erstens war die Kraftstoffleitung frei. Und zweitens startete der Motor trotz aller Versuche nicht. Erst als ich den Kraftstoff-Filter abschraubte, sah ich die Bescherung: Der Kraftstofffilter war voller Schleimfäden, die die Dieselalgen gesponnen hatten.
Ich hatte keinen Reservefilter dabei. Reinigen des Filters misslang. Ich telefonierte mit der nächstgelegenen Werft auf Korcula, die mir eine Handynummer schickte. Eine ältere Männerstimme meldete sich. Er heiße Angelo. Ja, ich solle kommen. Ja, sie brächten mich auch ohne Motor in die Marina. Ich solle mich beeilen. Es würde in drei Stunden Wind aus Nordwest geben. Sehr viel Wind.
2. Ankunft auf einer Insel im Starkwind.

Typische Windverhältnisse am späten Nachmittag im Norden vor der Inselhauptstadt Korcula.

Es war nicht viel, was ich über die Insel Korcula wusste. Ich setzte einfach die Segel, weil ich den Motor nicht wieder zum Laufen brachte. Und weil ich keine Wahl hatte. Ein leichter West trieb mich langsam nach Nordosten, ich setzte jeden Fetzen, den ich hatte, segelte Schmetterling mit weit ausgestellten Segeln, aus Sorge, nur ja keinen Lufthauch zu verpassen, um nur ja vor Einsetzen des Starkwinds im Hafen zu sein.

Anfangs hatte ich Sorge, die Brise würde abflauen. Und LEVJE und mich einfach in der Weite des windstillen Meeres dümpelnd über Nacht liegenlassen. Doch die Brise nahm zu, je weiter ich mich von Süden der Insel Korcula näherte. Gegen 16 Uhr rundete ich die Südostspitze Korculas. Und sah die Bescherung: Korcula bildet zur nördlich gelegenen Halbinsel Peljesac einen engen Kanal, durch den der Nordwest wie durch eine Trillerpfeiffe gepresst und beschleunigt wird. Aus einem milden West auf dem Meer wird an der Korculas Nordküste sechs bis sieben Windstärken.

Da war er, der viele Wind, von dem Angelo gesprochen hatte. Ich reffte Genua und Groß auf ein Drittel. Und machte mich an die Arbeit, mühsam gegenan aufzukreuzen.

30 Knoten, in der Spitze mehr als 35 Knoten zeigte der Windmesser. Aber ich brauchte keinen Windmesser. Das hektische tak-tak-tak-tak des Spifalls am Mast, das Knattern der verkleinerten Genua, die vom Wind umeinander geschlagenenen Fockschoten und die sich im Licht des Nachmittags brechenden Wellenkämme sagten, was es zu sagen gab. Wieder einmal verfluchte ich die Rollgenua: Was gäbe ich jetzt für eine Stagfock, die ordentlich steht und zieht bei diesem Wind statt des sich strangulierenden, würgend-verdrehten Tuchfetzens, den ordentlich zurechtzuziehen ich weder Zeit eine Hand frei hatte. Doch LEVJE kam auch mit kleinem Tuch gut vom Fleck. Fast erreichte ich die Kreuzschläge, fast die Wendewinkel, die ich mir draußen als Weg durch die Inseln hindurch markiert hatte. Nach einer Dreiviertelstunde Starkwindkreuzen hatte ich die Einfahrt vor mir. Und rief Angelos Nummer an. Der meinte, bei dem Wind könne er kein Schiff ohne Motor in den Hafen bringen; ich solle drüben, wo ich das andere Segelboot sähe, unter Segeln den Anker fallen lassen; er würde jemanden schicken auf einem Motorboot. Mit einem Filter.

Ich kreuzte zwischen Hafeneinfahrt und Stadtmauer hin und her. Chaos im Hafen: Segler, die wegen des Starkwindes in den Hafen drängten. Oder davor auf weitere Anweisung warteten. Tohuwabo. Und LEVJE ohne Motor, unter Segeln mittendrin. Mittendurch kreuzend. Ich kreuzte dreimal, viermal unter Segeln an der Stelle vorbei, von der ich dachte, es wäre die von Angelo bezeichnete Stelle. Windschatten unter der Stadtmauer, so dachte ich. Nach dem vierten Mal wagte ichs: Aufschiesser in den Wind. Segel loswerfen. Anker auf zehn Meter fallen lassen. Alles wie einst beim Segelschein gelernt.

Und doch war alles anders: Denn der Wind, der von der gegenüberliegenden Seite kam, schien hier unter der Stadtmauer nicht bloß ein windstilles Fleckchenzu erzeugen. Er drehte vor der alten Stadtmauer um 180 Grad. Und kam plötzlich aus Südost. Er fächelte auf die Stadtmauer zu. Und wir: Wir stoppten nicht auf. LEVJE lief unter Segeln weiter auf die Stadtmauer zu. Blieb einfach nicht stehen. Der sich drehende Wind ließ sie einfach nicht zum Stehen. Wir kamen den Felsen vor der Stadtmauer gefährlich nahe.

3. Das Ende eines langen Tages.

Es waren beschissene, bange Minuten. Touristen, die ahnungslos freundlich von der Stadtmauer herunterwinkten. Fahrer von Wassertaxis, die meine Not sahen. Dass ich auf die Felsen vor der Stadtmauer zutrieb. Und achselzuckend vorbeifuhren. „Man kann immer etwas tun auf einem Segelboot. In jeder Situation.“ Ich rief Angelo an. Aber er sagte, dass er wegen des Tohuwabohus im Hafen erst in zehn Minuten jemanden schicken könne. Wir eierten vor den Felsen im sich drehenden Wind. Bis ich in meiner Not den Zündschlüssel drehte. Vielleicht war noch ein bisschen Sprit in der eigentlich leeren Leitung. Der Diesel sprang bullernd an. Ich legte den Gang ein. Und 20 Sekunden Schraubendrehung reichten, uns dreißig Meter weit weg vor den Felsen hinaus in die windige Bucht zu schieben.

Fünf Minuten kam ein Schlauchboot auf uns zu. Ein Mann darin. Petar. Mechaniker. Samt neuem Filter. Er machte sich sofort an die Arbeit. Aber auch er schaffte es ebensowenig wie ich, die Dieselleitung wieder zu füllen.

Wir trieben vor der Stadtmauer. Petar schraubte unter Deck. Erst als er die ganze Leitung zerlegt hatte, fand er weitere Schleimklumpen, die die Leitung verstopft hatten. Ich hatte nicht gründlich genug gesucht. Aber plötzlich sprang er wieder an. Der Diesel. Petar grinste. Wir sollten heute Nacht in der Bucht südlich vor der Insel ankern. Im Hafen wäre kein Handtuch breit mehr Platz. Und am nächsten Morgen in den Hafen kommen.

Ich erzähle nun nicht, dass der Anker vor der Klosterinsel Badija samt fünfzig Meter Kette einfach im Starkwind nicht halten wollte. Dass wir wie die anderen Ankerlieger, die hier untergekrochen waren, mehrere Male neu Ankern mussten. Als fände mein Zwanzig-Kilo-Bügelanker dort unten in zehn Meter Tiefe nicht harten Meeresboden, sondern einfach nur Vanillepudding.

Als dann auch noch die Lichtmaschine streikte und die Batterien nicht mehr lud, war es um meine Contenance geschehen. Dieser Tag war zu viel. Ich war an eine Grenze gekommen. Meine Grenze. Es ging nicht mehr.

… Fortsetzung dieses Posts in den nächsten beiden Tagen.

  

Korcula: Dieselpest und Lichtmaschine. (Teil 1) Oder: Wie Segeln Menschen zusammenbringt.


Im vorigen Post schrieb ich, wie ungeahntes Leben in meinem Tank zu 35 Zentimeter langen organischen Gebilden führt,
die unterwegs auf dem Meer LEVJEs Motor lahmlegten. Und was ich einer abgelegenen Bucht dagegen unternahm.
Hier die Fortsetzung: 

Auch das ist ein Ergebnis beginnender Dieselpest: Ein mit braunem Schleim zugesetzter Filter. Und alles das unterwegs auf dem Meer
1. Ein Motor, der nicht will.
Da hatte ich also in einer abgelegenen Bucht auf Lastovo und vor Anker versucht, meine 200 Liter Diesel im Tank sauberzufiltern. Hatte die im vorigen Post beschriebenen Gebilde entdeckt. Hatte einen halben Tag versucht, alles reinzuwaschen. „Dialyse für den Diesel“. Erst als ich etwa 20 Liter reinen, ohne Schlamm versetzten Kraftstoff heraufgepumpt hatte, gab ich Ruhe. Und hatte eine gutes Gefühl.
Doch eine Stunde nach dem Ablegen starb der Motor südöstlich der Insel Lastovo erneut ab. Ich nahm es gelassen. Ich meinte ja zu wissen, was ich zu tun hatte:
1. Tankleitung am Tank abschrauben.
2. Nachsehen, ob eines der Fadengebilde erneut die Leitung verstopft hatte.
3. Leitung durchpusten. Und entlüften.
4. Motor starten.
Aber so einfach macht es einem das Leben nicht. Denn erstens war die Kraftstoffleitung frei. Und zweitens startete der Motor trotz aller Versuche nicht. Erst als ich den Kraftstoff-Filter abschraubte, sah ich die Bescherung: Der Kraftstofffilter war voller Schleimfäden, die die Dieselalgen gesponnen hatten.
Ich hatte keinen Reservefilter dabei. Reinigen des Filters misslang. Ich telefonierte mit der nächstgelegenen Werft auf Korcula, die mir eine Handynummer schickte. Eine ältere Männerstimme meldete sich. Er heiße Angelo. Ja, ich solle kommen. Ja, sie brächten mich auch ohne Motor in die Marina. Ich solle mich beeilen. Es würde in drei Stunden Wind aus Nordwest geben. Sehr viel Wind.
2. Ankunft auf einer Insel im Starkwind.

Typische Windverhältnisse am späten Nachmittag im Norden vor der Inselhauptstadt Korcula.

Es war nicht viel, was ich über die Insel Korcula wusste. Ich setzte einfach die Segel, weil ich den Motor nicht wieder zum Laufen brachte. Und weil ich keine Wahl hatte. Ein leichter West trieb mich langsam nach Nordosten, ich setzte jeden Fetzen, den ich hatte, segelte Schmetterling mit weit ausgestellten Segeln, aus Sorge, nur ja keinen Lufthauch zu verpassen, um nur ja vor Einsetzen des Starkwinds im Hafen zu sein.

Anfangs hatte ich Sorge, die Brise würde abflauen. Und LEVJE und mich einfach in der Weite des windstillen Meeres dümpelnd über Nacht liegenlassen. Doch die Brise nahm zu, je weiter ich mich von Süden der Insel Korcula näherte. Gegen 16 Uhr rundete ich die Südostspitze Korculas. Und sah die Bescherung: Korcula bildet zur nördlich gelegenen Halbinsel Peljesac einen engen Kanal, durch den der Nordwest wie durch eine Trillerpfeiffe gepresst und beschleunigt wird. Aus einem milden West auf dem Meer wird an der Korculas Nordküste sechs bis sieben Windstärken.

Da war er, der viele Wind, von dem Angelo gesprochen hatte. Ich reffte Genua und Groß auf ein Drittel. Und machte mich an die Arbeit, mühsam gegenan aufzukreuzen.

30 Knoten, in der Spitze mehr als 35 Knoten zeigte der Windmesser. Aber ich brauchte keinen Windmesser. Das hektische tak-tak-tak-tak des Spifalls am Mast, das Knattern der verkleinerten Genua, die vom Wind umeinander geschlagenenen Fockschoten und die sich im Licht des Nachmittags brechenden Wellenkämme sagten, was es zu sagen gab. Wieder einmal verfluchte ich die Rollgenua: Was gäbe ich jetzt für eine Stagfock, die ordentlich steht und zieht bei diesem Wind statt des sich strangulierenden, würgend-verdrehten Tuchfetzens, den ordentlich zurechtzuziehen ich weder Zeit eine Hand frei hatte. Doch LEVJE kam auch mit kleinem Tuch gut vom Fleck. Fast erreichte ich die Kreuzschläge, fast die Wendewinkel, die ich mir draußen als Weg durch die Inseln hindurch markiert hatte. Nach einer Dreiviertelstunde Starkwindkreuzen hatte ich die Einfahrt vor mir. Und rief Angelos Nummer an. Der meinte, bei dem Wind könne er kein Schiff ohne Motor in den Hafen bringen; ich solle drüben, wo ich das andere Segelboot sähe, unter Segeln den Anker fallen lassen; er würde jemanden schicken auf einem Motorboot. Mit einem Filter.

Ich kreuzte zwischen Hafeneinfahrt und Stadtmauer hin und her. Chaos im Hafen: Segler, die wegen des Starkwindes in den Hafen drängten. Oder davor auf weitere Anweisung warteten. Tohuwabo. Und LEVJE ohne Motor, unter Segeln mittendrin. Mittendurch kreuzend. Ich kreuzte dreimal, viermal unter Segeln an der Stelle vorbei, von der ich dachte, es wäre die von Angelo bezeichnete Stelle. Windschatten unter der Stadtmauer, so dachte ich. Nach dem vierten Mal wagte ichs: Aufschiesser in den Wind. Segel loswerfen. Anker auf zehn Meter fallen lassen. Alles wie einst beim Segelschein gelernt.

Und doch war alles anders: Denn der Wind, der von der gegenüberliegenden Seite kam, schien hier unter der Stadtmauer nicht bloß ein windstilles Fleckchenzu erzeugen. Er drehte vor der alten Stadtmauer um 180 Grad. Und kam plötzlich aus Südost. Er fächelte auf die Stadtmauer zu. Und wir: Wir stoppten nicht auf. LEVJE lief unter Segeln weiter auf die Stadtmauer zu. Blieb einfach nicht stehen. Der sich drehende Wind ließ sie einfach nicht zum Stehen. Wir kamen den Felsen vor der Stadtmauer gefährlich nahe.

3. Das Ende eines langen Tages.

Es waren beschissene, bange Minuten. Touristen, die ahnungslos freundlich von der Stadtmauer herunterwinkten. Fahrer von Wassertaxis, die meine Not sahen. Dass ich auf die Felsen vor der Stadtmauer zutrieb. Und achselzuckend vorbeifuhren. „Man kann immer etwas tun auf einem Segelboot. In jeder Situation.“ Ich rief Angelo an. Aber er sagte, dass er wegen des Tohuwabohus im Hafen erst in zehn Minuten jemanden schicken könne. Wir eierten vor den Felsen im sich drehenden Wind. Bis ich in meiner Not den Zündschlüssel drehte. Vielleicht war noch ein bisschen Sprit in der eigentlich leeren Leitung. Der Diesel sprang bullernd an. Ich legte den Gang ein. Und 20 Sekunden Schraubendrehung reichten, uns dreißig Meter weit weg vor den Felsen hinaus in die windige Bucht zu schieben.

Fünf Minuten kam ein Schlauchboot auf uns zu. Ein Mann darin. Petar. Mechaniker. Samt neuem Filter. Er machte sich sofort an die Arbeit. Aber auch er schaffte es ebensowenig wie ich, die Dieselleitung wieder zu füllen.

Wir trieben vor der Stadtmauer. Petar schraubte unter Deck. Erst als er die ganze Leitung zerlegt hatte, fand er weitere Schleimklumpen, die die Leitung verstopft hatten. Ich hatte nicht gründlich genug gesucht. Aber plötzlich sprang er wieder an. Der Diesel. Petar grinste. Wir sollten heute Nacht in der Bucht südlich vor der Insel ankern. Im Hafen wäre kein Handtuch breit mehr Platz. Und am nächsten Morgen in den Hafen kommen.

Ich erzähle nun nicht, dass der Anker vor der Klosterinsel Badija samt fünfzig Meter Kette einfach im Starkwind nicht halten wollte. Dass wir wie die anderen Ankerlieger, die hier untergekrochen waren, mehrere Male neu Ankern mussten. Als fände mein Zwanzig-Kilo-Bügelanker dort unten in zehn Meter Tiefe nicht harten Meeresboden, sondern einfach nur Vanillepudding.

Als dann auch noch die Lichtmaschine streikte und die Batterien nicht mehr lud, war es um meine Contenance geschehen. Dieser Tag war zu viel. Ich war an eine Grenze gekommen. Meine Grenze. Es ging nicht mehr.

… Fortsetzung dieses Posts in den nächsten beiden Tagen.

  

SV Solfrana – Hanspeter Fischer NZ

EINMAL UM DIE KUGEL UND DANN NACH NEW ZEALAND

Hallo Peter
Vor 25 Jahren stattete ich meine „Solfrana“ ( Seemaster 925 ) in Bremen mit einer Windpilot Pacific aus. Ich erinnere mich noch, ich habe sie bei Dir in Hamburg abgeholt. Ich bin mit ihr 1 ½ mal um die Welt gesegelt und hatte absolut keine Probleme.
Ich lebe jetzt in Whangarei Neuseeland  und will nächstes Jahr mit meiner Familie  und unseren neuen (1981) Jacht „Forever“ den Pacific bereisen.
Natürlich muss sie auch mit einer Windpilot Pacific ausgestattet werden.
Kannst Du mir eine Offerte machen?
Besten Dank
Hanspeter Fischer

SV Zeevalk – Hans Veenendaal NED

SCHIERMONNIKOOG – ALDERNEY – WIGHT – SCHIERMONNIKOOG

Hallo Peter,
die windpilot pacific an die Arbeit! ich verstehe nun besser wie ich das machen soll. wir sind von Schiermonnikoog via Fecamp/Cherbourg gesegelt nach Alderney/Guernsey/Herm/Sark und via Wight zurück!
und die pacific gab viel vergnügen!
danke, vielleicht wiedersehen
Gruesse Hans WEITERLESEN

SV Fly – Klaus Menzel GER

ZWISCHEN GALEEREN UND SCHMUCK MÖVEN

Klaus und Crew sind nach Süden unterwegs, wobei „Foerthi“ das Schiff fast auf eine Tonne steuert, weil er am Schiff am falschen Ende angeschraubt, ergo vorne ja nix sehen kann. In Dunkerque passiert dann das Mistgeschick, wobei das Schiff von achtern angetickt und die rote Kappe ihr Gesicht verliert. Sinnspruch: kernig gerammt ist besser als lahm angelegt.
Gute Reise – die Rote Kappe kommt geflogen …
Peter Foerthmann WEITERLESEN

SV Tringa – Christian Perret CH

EIN SCHWEIZER FOTOGRAF IM NORDEN UNTERWEGS

Hallo Peter,
Gratulation zum Windpilot. Bin beeindruckt von diesem System! Übertrifft meine Erwartungen! Auf Kreuz ist er nach 4 Std. schneller als wenn ich steure! Von Kalmar nach Stockholm segelten wir unter Spi, da bin ich aber besser, beim Surfen funktioniert er nicht mehr, oder hast du da einen Trick? Wir sind nun auf dem Rückweg von Mariahavn Richtung Kopenhagen, viel Wind, kalt! Umso schöner, nicht selber steuern zu müssen.
Die Kombination Sailing Gen – Windpilot funktioniert sehr gut, ein perfektes Team. Habe die beiden Systeme währen dem Einsatz dokumentiert.
Windige Grüsse von der Insel Sejerö
Christian WEITERLESEN

Funkloch

Hallo, wir sind hinter Schleuse 8 wegen starkem Nordenwind eingeweht. Es gibt nichts, auch kein Handy. Sind gerade auf dem ansonsten abgeriegelten schleusengelände im funknetz. Hoffe morgen geht’s weiter. All good.

Von meinem iPhone gesendet

Pos N 55°18´E 001° 21´

Moin. Hier ein kurzes Update: Kommen gut voran und haben die Doggerbank überquert. Gestern sehr snstrengeder Tag mit ständig wechselndem Wetter und zwischztl. viel Wind. Nordsee hat ihr erstes Opfer gefordert: Unser Topf hat das einweichen in der Nordsee nicht überlebt. Heute etwas ruhiger, erwarten aber Winddreher nach W. Vor 10 Min ersten Delfin gesehen! Hafen je nach Wetter am SA wohl entweder Peterhead, Arbroath oder Eyemouth. So long, bis bald!
SV Nonsuch, Pascal und Max