Monatsarchive: März 2017

Wieder zu Hause …

So geschafft. Nach ungefähr 7 Stunden Freitags-Autobahn-Wahnsinn bin ich wieder gut in der Heimat gelandet. Es waren drei schöne, aber auch anstrengende Tage auf Fehmarn. Am Dienstag bei Nacht und Nebel hochgefahren und gleich mit den ersten Vorbereitungen angefangen. Dann ab in die Pension, gegessen und geschlafen. Mittwoch dann wieder früh raus und zunächst mit dem Mechaniker die neue Schraube installiert und anschliessend Antifouling gepinselt. Gestern – also Donnerstag – dann an den Kran und rein ins Wasser. Der Diesel ist gleich beim ersten Versuch angesprungen und auch das leicht geänderte Rigg (die Rollanlage wurde etwas gekürzt) passt wie angegossen aufs Deck. Nun liegt Carpe in Burgtiefe und wartet geduldig auf meine Rückkehr. Das – so hoffe ich – wird in zwei bis drei Wochen klappen. Denn leider muss ich mich vorher noch einer kleinen OP unterziehen. Dazu später aber noch mehr. Am Wochenende werde ich außerdem versuchen die gesammelten Filmschnipsel zu sichten und einen kurzen Clip zu schneiden. Wer Lust hat, kann Carpe übrigens auch live beobachten. Einfach auf das Bild klicken und schon öffnet sich das aktuelle Webcam-Bild aus Burgtiefe. Ahoi!

SV Milan – Andreas Tietzsch DE

ATLANTIK RUNDE TEIL ZWEI – DIE RÜCKREISE

Hundert Tage von Fleckeby – Grenada – viel zu schnelle Wochen in der Karibik – nun geht es auf die Rückreise, um den Segelsommer in der Ostsee mit dem Gelebten zu vergleichen. WEITERLESEN

Geschafft. Schiffssicherheitszertifikat Klasse A für weltweite Fahrt

Eigentlich ja nur ein Stück Papier

Der Wnuk hat wieder Haare. Dies ist mein erstes Foto ohne schützende Cap seit 7 Monaten. Anderthalb Zentimeter Haare zieren meinen Schädel. Leider grau, was sich noch ändern kann. Immerhin, ein optischer Schritt nach vorne. Aber um ehrlich zu sein und auf den Punkt zu bringen: Der Umgang mit der Angst, dass die Krankheit zurückkommt, will gelernt sein. Punkt.

MARLIN hat die alle zwei Jahre notwendige Inspektion der BG Verkehr ohne einen einzigen Mängel abgelegt. Prima. Da auf dem Zettel steht es: Wir sind ein sicheres Schiff unter deutscher Flagge und dürfen Mitsegler mitnehmen. Hat nicht jeder und das hat den Grund der umfangreichen Anforderungen, die die BG Verkehr so an einen stellt. Ich habe das Dokument für den Interessierten mal hier zum runterladen für Interessenten bereitgestellt, also den Mitseglinteressierten, den Leser und natürlich für den, der noch ohne segelt. „Die Nachfrage nach unserern Abnahmem ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, mein der Prüfer Conradi. Ja. Ich bin nicht ohne Grund, stolz auf unsere Schiff, auf dieses Stück Papier. Ist jeden Tag auch ne ganze Menge Geld und Zeit, die in die Unter- und Instandhaltung reinfließt. Und somit ist klar: Über jeden neuen Mitsegler, freuen wir uns natürlich sehr.

Irgendwie ist ja nun doch alles im Plan gelaufen. Rückkehr nach Deutschland von den Azoren, um diese Prüfung zu bestehen. Ostseerunde, Schweden, Finnland und St. Petersburg standen immer schon auf der „MUST GO Liste“. Eine Prise Glück, viel Sonne und eine steife Brise werden das Gericht vervollständigen. „Guten Appetit.“

Tobias durfte heute zum ersten Mal in den Mast zum Tauschen der defekten Deckslampe. Ansonsten zieht die Deckwaschpumpe aus dem Motorraum in die Vorpiek um, nachdem uns ein Schlauch im Motorraum von der Tülle gesprungen ist und den Motorraum fluten wollte, dort nebst eine Innenraumlampe ein neues Zu Hause zu finden. Ich wechsle den Schalter der Decksbeleuchtung. Das Kontrolllicht war defekt, weshalb man natürlich vergessen hat diese auszuschalten und der teure Glaskolben ratzfatz im Arsch war. Umdreh-Schilder zieren nun die Toiletten um Anzuzeigen, ob der Schwarzwassertank offen oder geschlossen ist. Vorbereitungen für Schweden, die es mit dem Schwarzwasser sehr ernst nehmen. Schlussendlich habe ich weitere Sicherungsringe an den Drehgriffen der Cockpitluken aus Stahl gegen Edelstahl getauscht. Kleinigkeiten, die ausgiebig aufhalten. Aber es war sonnig. Geiler Tag.

 


 

Am Wochenende geht es wieder los!

Co Skipper Jan hat schon seinen Koffer gepackt um aus Berlin anzureisen. Da werde ich morgen mal ne Buddel Rum Windstärke 13 besorgen. Der folgende Schnuppersegeltörn ist ausgebucht. Aber Du kannst an den folgenden anstehenden Törns mitsegeln:
Flensburg – Anholt – Oslo
01.04.2017 – 13.04.2017
Oslo – südnorwegische Küste – Kristiansand – Skagen
15.04.2017 – 27.04.2017
Skagen – Göteborger Schärengarten – Göteborg – Anholt – Kopenhagen
29.04.2017 – 11.05.2017
Kopenhagen – Vesterø / Anholt – Skagen
13.05.2017 – 19.05.2017

Buche weitere Plätze hier: www.marlin-expeditions.com

 

Download Flyer

Das Warten hat ein Ende!

Liebe Leser, eine kurze, aber sehr freudige Mitteilung: Unsere DVD ist seit heute im Handel erhältlich! Entweder über den Onlineshop des Delius Klasing Verlags – oder für die, die keinen DVD-Player mehr im Haus haben, auch auch als Download über…

„Zu zweit auf See“ mit Cati und Johannes Erdmann

Gut 10 Jahre ist es her, dass Johannes nach dem Abitur bei Ebay ein Boot ersteigerte, um dann mit seiner „Maverick“ sofort allein über den Atlantik zu segeln. 

Der Film zu seiner Reise gehörte zu den ersten Filmdownloads bei uns im segel-filme Shop. Wir freuen uns daher ganz besonders, nun wieder einen neuen Film mit Johannes anbieten zu können.

Und er ist nicht mehr allein. Cati und Johannes Erdmann haben gemeinsam den Ausstieg gewagt. Im September 2014 setzten sie in Deutschland mit ihrer “Maverick too” die Segel, um gerade noch rechtzeitig dem europäischen Winter zu entfliehen und hinaus auf den Atlantik zu segeln. Den Auftakt der Reise begleitete eine TV Reportage, die allerdings leider nicht fortgesetzt wurde. Wie gut, dass die TV Produktion Kick’n’Rush trotzdem weiterhin im Boot blieb und Cati und Johannes ihre Reise fleissig weiter gefilmt haben. Cati als Nichtseglerin und Johannes als alter Einhandsegler. Eine Konstellation, die knifflig werden könnte…

Den kompletten Film „Zu zweit auf See“ erhaltet ihr im segel-filme Shop.

Segeln im Winter (6): Mit 150PS durch die Lagunen von Grado.

Norditalien. Ein grauer Tag Ende Februar in den Lagunen von Grado und Marano. Ein Tag, an dem man sich wirklich überlegt, ob es eine gute Idee war, den beheizten Schreibtisch für einen fünfstündigen Ritt auf einem Motorboot durch die Lagunen zu verlassen. Fortunato Moratto macht da auch nicht unbedingt Mut. Er muss es wissen, schließlich ist er der Betreiber der Marina Sant’Andrea, unserem Ausgangspunkt in den Lagunen. „Kommt erst um elf. Vorher ist es zu kalt, um rauszufahren. Die Sonne wird heute den ganzen Tag nicht rauskommen, eher Nachmittag noch mehr Nebel. Aber wenn ihr unbedingt meint: Dann fahren wir heute mit Euch raus.“



Wir meinen. Schließlich hat man nicht jeden Tag Gelegenheit, einen Wintertag lang mit 150 PS durch die verlassenen Lagunen unterwegs zu sein. Die Lagunen von Grado und Marano: Ein knapp 40 Quadratkilometer großes Wasserreich, das sich zwischen Lignano im Westen und Grado im Osten vor den Bergen von Julisch-Venetien erstreckt. Eine einsame Flachwasserwüste, vom Meer getrennt durch die Lidi, flache Sandbänke, die Meer und Wellen draußen halten. Eine Wasserwüste, durchzogen von einem System langer Dalbenstraßen, langen Pfahlreihen, denen entlang die Wassertiefe mindestens 1,60 Meter beträgt und die Lagune halbwegs schiffbar ist. Unmittelbar daneben wird es flach. Was bei Flut so aussieht, als wäre alles eine Wasserfläche zeigt sich bei Ebbe als ein System von Sandbänken, Inseln, Prielen, Schlickbänken, Flußläufen. Ein Paradies, mehr oder minder sich selber überlassen, bewohnt nur von ein paar Fischern, die auf den umfluteten Inseln leben. Und hin und wieder zum Fischen rausfahren.

Das also ist unser Programm für die nächsten fünf Stunden. Oder sollen wir hoffen, dass es bloß drei sein werden? Das Thermometer zeigt fünf bis sechs Grad. Daniele, unser jugendlicher Steuermann hat seine Handschuhe vergessen. Dafür trage ich zwei paar Skiunterwäsche, zwei Wollpullover, Segler-Schwerwetterhose und gefütterte Seestiefel. Aber perfekt bin auch ich nicht. Ich habe meine Skibrille vergessen. Schließlich werden geplante 50 Stundenkilometer auf sechs Meter langen SELVA mit ihren 150 PS mich ganz sicher zum Weinen bringen. Weniger aus Rührung. Sondern wegen des Windchill-Faktors bei fünf bis sechs Grad Außentemperatur und knapp 50 Stundenkilometern.


Und dann gehts auch schon los. Daniele motort noch vorsichtig aus der Marina Sant’Andrea, dann den Fluß hinunter, den Corno. Flußhäfen stahlverarbeitender Betriebe liegen hier, Marinas und ein Motorboothersteller, alles eingebettet in idyllische schilfbestandene Ufer, Schlickbänke und sanft ansteigende Weidenböschungen. Wir sind Richtung Meer unterwegs, es herrscht Ebbstrom, der uns allein schon um 3 Knoten Richtung Meer beschleunigt. Als wir die großen Dalbenstraße erreichen, gibt Daniele zum ersten Mal Gas. Der Bug der SELVA steigt leicht an, sie liegt ruhig, keine Welle auf dem Ebbstrom, die Dalben ziehen bei 45 km/h vorbei wie die weißen Pfosten entlang einer Landstraße. Eine Kreuzung, wo auf einer kleinen Insel noch die österreichische Kaserne von vor dem I. Weltkrieg steht. Daniele geht nicht vom Gas, sondern läßt die SELVA  mit gleichem Speed elegant nach links in die abzweigende Dalbengasse gleiten. Hier gehts nach Grado und hinüber Richtung Aquileja. Das Wasser fällt und fällt, als die schlickigen Ufer näher an die Dalben heranrücken, nimmt Daniele den Gashebel zurück. Wo die Ufer enger zusammenstehen, sollte man nicht schneller als 5 Knoten unterwegs sein. Inseln kommen ins Bild, manche sind kaum so groß wie ein Viertel Fußballfeld, das Haus eines Fischers steht darauf, Brennholzstapel, aufgespannte Netze und ein gut motorisisertes Aluminumboot davor. Was muss das für ein herrliches Leben sein, das ganze Jahr hier draußen. Mein eben noch aufkeimender Neid auf alle, die den heutigen Tag am warmen Schreibtisch verbringen dürfen, ist im Schwinden begriffen, auch wenn ich die fünf bis sechs Grad nun deutlich merke. Daniele hat, nachdem er drei Mal mannhaft meine Skihandschuhe ablehnte, sie nun doch mit laufender Nase und tränenden Augen angenommen.


Die engen Ufer gehen auseinander, die Dalbenstraße wird wieder sichtbar, wo die Ufer auseinandertreten und die offene Wasserfläche von neuem sichtbar ist. Doch Daniele gibt nicht wieder Gas. Was ist los? Er schaut konzentriert geradeaus. Ein Motorboot mit Aufbau kommt uns entgegen, „Carabiniere“ knurrt Daniele nur und bleibt schön brav bei seinen 5 Knoten, bis uns der Entgegenkommer passiert. Es ist tatsächlich ein Boot der Carabiniere, drei Mann stecken in der enge Kajüte, wahrscheinlich ist sie geheizt, und beäugen uns mißtrauisch. Dann sind sie vorbei. Daniele wartet noch einen Moment bis zur nächsten Abzweigung, bei der wieder eine Reetgedeckte Fischerhütte steht und legt dann wieder den Gashebel nach vorne. Mit 45 Kilometern schießen wir wieder durchs Grau Richtung Süden und biegen kurz vor Grado nach links ab. Wir haben vor, den engen Kanal Richtung Stadthafen Grado zu nehmen und dort kurz einzulaufen. Noch immer zieht der Ebbstrom, doch er ist jetzt langsamer geworden. Langsam laufen wir der Straßenbrücke, der Verbindung des Städtchens Grado zum Festland, rechts in den Kanal ein. Wir gleiten zwischen Wohnhäusern, Restaurants, Geschäften und dem Gebäuder der Fischkooperative durch den engen Canal Richtung Stadthafen. Vertäute Muschelfischer. Netze am Rand der Straße, zu Bergen wie Schneehaufen aufgetürmt. Ein Fischer in wattierter Tarnjacke, der uns verwundert grüßt, als wir langsam vorbeituckern. Ein einsames Pärchen Spaziergänger, die verständnisinnig von der leeren Straße heruntergrinsen. Wer an einem solchen Tag draußen ist, versteht sich ohne Worte. 


Der Stadthafen. Er liegt tief im Winterschlaf. Die NUOVA CHRISTINA, der große Ausflugsdampfer, auf dem im Sommer die Disco tobt, liegt still eingemotttet in seiner Ecke. Das Cafe BOMBEN, wo es das beste Eis am Hafen gibt, ist reglos und verschlossen und dunkel. Nach Eis wäre mir heute sowieso nicht. Eher nach einer Thermoskanne mit was Heißem drin. Aber trotzdem ist hier im winterlichen Grado nan diesem Montag Vormittag noch alles im Winterschlaf. 

Daniele dreht noch eine Runde im Hafenbecken. Dann geht es wieder hinaus aus dem Stadthafen durch den engen Canal zurück. Langsam gleiten wir an den vertäuten Fischerbooten vorbei, unsere Heckwelle schmatzt an die steinernen Kaimauern und bringt die Boote leicht ins Schaukeln. Dann haben wir die Ausfahrt aus dem Kanal bei der alten verfallenden Lagerhalle vorne am Ausgang erreicht und drehen nach rechts, um das Fahrwasser unter der alten Drehbrücke Richtung Santa Maria de Barbana.

Noch einmal gibt Daniele Gas. Er ist mutig jetzt und schiebt den Gashebel mit der skibehandschuhten  Hand nach Vorne. Die Selva nimmt unmittelbar Gas an. Das Wasser hat seinen tiefsten Stand erreicht, wir gleiten auf einer schmalen Rinne zwischen zwei Schlickufern hindurch und schießen hinaus auf die Wasserfläche, auf der die Insel Barbana mit der daraufstehenden Wallfahrtskirche wie ein Luftschloss spiegelt. Ein wenig lugt in 


diesem Moment die Sonne hervor, das tiefstehende Wasser enthüllt für einen Moment seine wirkliche Farbe: Das typische tiefe blaugrüngrau der nördlichen Adria zwischen Grado und Venedig. Daniele nimmt das Gas weg, wir gleiten langsam Richtung Kaimauer und auf den dahinterliegenden Hafen zu. Scheint ein guter Ort sein, um anzulegen. Und eine Pause zu machen für die Lunchpakete, die Fortunato uns für unsere Tour mitgegeeben hat. Daniele nimmt Kurs auf das ummauerte Viereck, als ein Mönch in brauner Kutte auf der Pier erscheint. Und uns mit beiden Händen abwehrend etwas bedeutet. Flachwasser! Das Hafenbecken von Barbana ist verlandet. Da jetzt bloß nicht rein bei dem extremen Flachwasser. Schließlich ist Barbana in diesem Moment – abgesehen von dem Weg, auf dem wir kamen, nicht mehr als eine Kuppelbekrönte Insel inmitten von Watt und Schlick. Der Mönch schaut uns noch kurz nach, ob wir seine Warnung verstanden hätten, Dann geht auf der Molenkrone entlang zu einem zehn Meter langen Zubringerboot. Klettert in Sandalen die verrostete Leiter hinunter, steigt auf sein Boot, startet den Motor. Und legt ab, um auf unserem Weg von der Kircheninsel nach Grado zurückzukehren.


Als das langsame Tuckern seines schweren Diesels in der Ferne verklungen ist, sind wir allein. Ein paar Tauben, die in den Bäumen gurren. Eine Kirchentür, die sich knarrend öffnet. Das Rauschen meiner Schwerwetterhose, als ich allein durchs Kirchenschiff mit den roten Öllichtern die Votivtafeln an den Wänden besichtige.

Zurück beim Schiff: Daniele meint, es zieht Nebel auf über den Lagunen. Stalldrang, also. Es zieht uns zurück in die Marina Sant’Andrea.

Und was denke ich jetzt, über meinen klammen Tag mit 150 PS in den Lagunen? Zwei Dinge:
• Der Winter ist eindeutig die beste Reisezeit.
• Ob warm oder kalt: „Lieber Lagune als Schreibtisch.“



____________________


„Etwas Warmes braucht der Mensch“:


Im Sommer unterwegs um Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als eBook ab € 9,99
sowie in jeder Buchhandlung oder bei AMAZON.




Segeln im Winter (6): Mit 150PS durch die Lagunen von Grado.

Norditalien. Ein grauer Tag Ende Februar in den Lagunen von Grado und Marano. Ein Tag, an dem man sich wirklich überlegt, ob es eine gute Idee war, den beheizten Schreibtisch für einen fünfstündigen Ritt auf einem Motorboot durch die Lagunen zu verlassen. Fortunato Moratto macht da auch nicht unbedingt Mut. Er muss es wissen, schließlich ist er der Betreiber der Marina Sant’Andrea, unserem Ausgangspunkt in den Lagunen. „Kommt erst um elf. Vorher ist es zu kalt, um rauszufahren. Die Sonne wird heute den ganzen Tag nicht rauskommen, eher Nachmittag noch mehr Nebel. Aber wenn ihr unbedingt meint: Dann fahren wir heute mit Euch raus.“



Wir meinen. Schließlich hat man nicht jeden Tag Gelegenheit, einen Wintertag lang mit 150 PS durch die verlassenen Lagunen unterwegs zu sein. Die Lagunen von Grado und Marano: Ein knapp 40 Quadratkilometer großes Wasserreich, das sich zwischen Lignano im Westen und Grado im Osten vor den Bergen von Julisch-Venetien erstreckt. Eine einsame Flachwasserwüste, vom Meer getrennt durch die Lidi, flache Sandbänke, die Meer und Wellen draußen halten. Eine Wasserwüste, durchzogen von einem System langer Dalbenstraßen, langen Pfahlreihen, denen entlang die Wassertiefe mindestens 1,60 Meter beträgt und die Lagune halbwegs schiffbar ist. Unmittelbar daneben wird es flach. Was bei Flut so aussieht, als wäre alles eine Wasserfläche zeigt sich bei Ebbe als ein System von Sandbänken, Inseln, Prielen, Schlickbänken, Flußläufen. Ein Paradies, mehr oder minder sich selber überlassen, bewohnt nur von ein paar Fischern, die auf den umfluteten Inseln leben. Und hin und wieder zum Fischen rausfahren.

Das also ist unser Programm für die nächsten fünf Stunden. Oder sollen wir hoffen, dass es bloß drei sein werden? Das Thermometer zeigt fünf bis sechs Grad. Daniele, unser jugendlicher Steuermann hat seine Handschuhe vergessen. Dafür trage ich zwei paar Skiunterwäsche, zwei Wollpullover, Segler-Schwerwetterhose und gefütterte Seestiefel. Aber perfekt bin auch ich nicht. Ich habe meine Skibrille vergessen. Schließlich werden geplante 50 Stundenkilometer auf sechs Meter langen SELVA mit ihren 150 PS mich ganz sicher zum Weinen bringen. Weniger aus Rührung. Sondern wegen des Windchill-Faktors bei fünf bis sechs Grad Außentemperatur und knapp 50 Stundenkilometern.


Und dann gehts auch schon los. Daniele motort noch vorsichtig aus der Marina Sant’Andrea, dann den Fluß hinunter, den Corno. Flußhäfen stahlverarbeitender Betriebe liegen hier, Marinas und ein Motorboothersteller, alles eingebettet in idyllische schilfbestandene Ufer, Schlickbänke und sanft ansteigende Weidenböschungen. Wir sind Richtung Meer unterwegs, es herrscht Ebbstrom, der uns allein schon um 3 Knoten Richtung Meer beschleunigt. Als wir die großen Dalbenstraße erreichen, gibt Daniele zum ersten Mal Gas. Der Bug der SELVA steigt leicht an, sie liegt ruhig, keine Welle auf dem Ebbstrom, die Dalben ziehen bei 45 km/h vorbei wie die weißen Pfosten entlang einer Landstraße. Eine Kreuzung, wo auf einer kleinen Insel noch die österreichische Kaserne von vor dem I. Weltkrieg steht. Daniele geht nicht vom Gas, sondern läßt die SELVA  mit gleichem Speed elegant nach links in die abzweigende Dalbengasse gleiten. Hier gehts nach Grado und hinüber Richtung Aquileja. Das Wasser fällt und fällt, als die schlickigen Ufer näher an die Dalben heranrücken, nimmt Daniele den Gashebel zurück. Wo die Ufer enger zusammenstehen, sollte man nicht schneller als 5 Knoten unterwegs sein. Inseln kommen ins Bild, manche sind kaum so groß wie ein Viertel Fußballfeld, das Haus eines Fischers steht darauf, Brennholzstapel, aufgespannte Netze und ein gut motorisisertes Aluminumboot davor. Was muss das für ein herrliches Leben sein, das ganze Jahr hier draußen. Mein eben noch aufkeimender Neid auf alle, die den heutigen Tag am warmen Schreibtisch verbringen dürfen, ist im Schwinden begriffen, auch wenn ich die fünf bis sechs Grad nun deutlich merke. Daniele hat, nachdem er drei Mal mannhaft meine Skihandschuhe ablehnte, sie nun doch mit laufender Nase und tränenden Augen angenommen.


Die engen Ufer gehen auseinander, die Dalbenstraße wird wieder sichtbar, wo die Ufer auseinandertreten und die offene Wasserfläche von neuem sichtbar ist. Doch Daniele gibt nicht wieder Gas. Was ist los? Er schaut konzentriert geradeaus. Ein Motorboot mit Aufbau kommt uns entgegen, „Carabiniere“ knurrt Daniele nur und bleibt schön brav bei seinen 5 Knoten, bis uns der Entgegenkommer passiert. Es ist tatsächlich ein Boot der Carabiniere, drei Mann stecken in der enge Kajüte, wahrscheinlich ist sie geheizt, und beäugen uns mißtrauisch. Dann sind sie vorbei. Daniele wartet noch einen Moment bis zur nächsten Abzweigung, bei der wieder eine Reetgedeckte Fischerhütte steht und legt dann wieder den Gashebel nach vorne. Mit 45 Kilometern schießen wir wieder durchs Grau Richtung Süden und biegen kurz vor Grado nach links ab. Wir haben vor, den engen Kanal Richtung Stadthafen Grado zu nehmen und dort kurz einzulaufen. Noch immer zieht der Ebbstrom, doch er ist jetzt langsamer geworden. Langsam laufen wir der Straßenbrücke, der Verbindung des Städtchens Grado zum Festland, rechts in den Kanal ein. Wir gleiten zwischen Wohnhäusern, Restaurants, Geschäften und dem Gebäuder der Fischkooperative durch den engen Canal Richtung Stadthafen. Vertäute Muschelfischer. Netze am Rand der Straße, zu Bergen wie Schneehaufen aufgetürmt. Ein Fischer in wattierter Tarnjacke, der uns verwundert grüßt, als wir langsam vorbeituckern. Ein einsames Pärchen Spaziergänger, die verständnisinnig von der leeren Straße heruntergrinsen. Wer an einem solchen Tag draußen ist, versteht sich ohne Worte. 


Der Stadthafen. Er liegt tief im Winterschlaf. Die NUOVA CHRISTINA, der große Ausflugsdampfer, auf dem im Sommer die Disco tobt, liegt still eingemotttet in seiner Ecke. Das Cafe BOMBEN, wo es das beste Eis am Hafen gibt, ist reglos und verschlossen und dunkel. Nach Eis wäre mir heute sowieso nicht. Eher nach einer Thermoskanne mit was Heißem drin. Aber trotzdem ist hier im winterlichen Grado nan diesem Montag Vormittag noch alles im Winterschlaf. 

Daniele dreht noch eine Runde im Hafenbecken. Dann geht es wieder hinaus aus dem Stadthafen durch den engen Canal zurück. Langsam gleiten wir an den vertäuten Fischerbooten vorbei, unsere Heckwelle schmatzt an die steinernen Kaimauern und bringt die Boote leicht ins Schaukeln. Dann haben wir die Ausfahrt aus dem Kanal bei der alten verfallenden Lagerhalle vorne am Ausgang erreicht und drehen nach rechts, um das Fahrwasser unter der alten Drehbrücke Richtung Santa Maria de Barbana.

Noch einmal gibt Daniele Gas. Er ist mutig jetzt und schiebt den Gashebel mit der skibehandschuhten  Hand nach Vorne. Die Selva nimmt unmittelbar Gas an. Das Wasser hat seinen tiefsten Stand erreicht, wir gleiten auf einer schmalen Rinne zwischen zwei Schlickufern hindurch und schießen hinaus auf die Wasserfläche, auf der die Insel Barbana mit der daraufstehenden Wallfahrtskirche wie ein Luftschloss spiegelt. Ein wenig lugt in 


diesem Moment die Sonne hervor, das tiefstehende Wasser enthüllt für einen Moment seine wirkliche Farbe: Das typische tiefe blaugrüngrau der nördlichen Adria zwischen Grado und Venedig. Daniele nimmt das Gas weg, wir gleiten langsam Richtung Kaimauer und auf den dahinterliegenden Hafen zu. Scheint ein guter Ort sein, um anzulegen. Und eine Pause zu machen für die Lunchpakete, die Fortunato uns für unsere Tour mitgegeeben hat. Daniele nimmt Kurs auf das ummauerte Viereck, als ein Mönch in brauner Kutte auf der Pier erscheint. Und uns mit beiden Händen abwehrend etwas bedeutet. Flachwasser! Das Hafenbecken von Barbana ist verlandet. Da jetzt bloß nicht rein bei dem extremen Flachwasser. Schließlich ist Barbana in diesem Moment – abgesehen von dem Weg, auf dem wir kamen, nicht mehr als eine Kuppelbekrönte Insel inmitten von Watt und Schlick. Der Mönch schaut uns noch kurz nach, ob wir seine Warnung verstanden hätten, Dann geht auf der Molenkrone entlang zu einem zehn Meter langen Zubringerboot. Klettert in Sandalen die verrostete Leiter hinunter, steigt auf sein Boot, startet den Motor. Und legt ab, um auf unserem Weg von der Kircheninsel nach Grado zurückzukehren.


Als das langsame Tuckern seines schweren Diesels in der Ferne verklungen ist, sind wir allein. Ein paar Tauben, die in den Bäumen gurren. Eine Kirchentür, die sich knarrend öffnet. Das Rauschen meiner Schwerwetterhose, als ich allein durchs Kirchenschiff mit den roten Öllichtern die Votivtafeln an den Wänden besichtige.

Zurück beim Schiff: Daniele meint, es zieht Nebel auf über den Lagunen. Stalldrang, also. Es zieht uns zurück in die Marina Sant’Andrea.

Und was denke ich jetzt, über meinen klammen Tag mit 150 PS in den Lagunen? Zwei Dinge:
• Der Winter ist eindeutig die beste Reisezeit.
• Ob warm oder kalt: „Lieber Lagune als Schreibtisch.“



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„Etwas Warmes braucht der Mensch“:


Im Sommer unterwegs um Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
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Lena wird Zehn

Lang ist es her

Zehn Jahre ist es nun her, dass Lena in Knysna, Südafrika, geboren wurde. Lang ist es her und die Erinnerung ist noch so nah wie der gestrige Tag. Nathalie musste ganz schön die Schenkel zusammenkneifen, sonst wäre Lena damals schon im alten Merdi auf dem Weg von der IRON LADY ins Krankenhaus rausgeflutscht. Und nun? Nun ist sie zehn Jahre alt, Wunschflensburgerin und eine selbstbewusste kleine Dame die übers Fußballfeld rennt, dass es ein Spaß ist ihr zuzuschauen. Oft werden wir gefragt ob unsere Kinder denn segelbegeistert sind. Die Antwort ist kurz: Nein. Wenn überhaupt Segeln als Thema auf den Tisch kommt: „Papa! Dann wollen wir aber auch richtig weit weg. Das wo es Delfine und Robben gibt, die Tage lang und die Nächte kurz sind. Oder nach Cuba, weil da die Leute so nett sind, das Wasser so klar und warm.“ Ich hatte auch nie erwartet, dass unsere Kinder zu Regattaseglerinnen werden, nur weil sie quasi auf dem Schiff geboren wurden. Heute auf jeden Fall ist Lena mit ihrer Schwester soeben im Kinderzimmer mit einem Berg Playmobilgeschenke verschwunden und wird bis zum Nachmittag da bestimmt auch nicht mehr herauskommen.

Uns MARLIN beherbergt dieses Wochenende Yvonne und ihren Freund als Airbnb Gäste. Die beiden waren noch nie auf einem Schiff. Meine Einweisung gestern war kurz und knapp. Für mich heißt das. Heute keine MARLIN, keine Baustellen.

 


 

Schnuppersegeln auf der Förde!

Vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan. Leider Ausgebucht.

Ab April soll die MARLIN eigentlich los nach Oslo. So steht es im Plan. Aber im Gegensatz zu den voll belegten Schnuppertörns in der Förde sind da noch viel zu viele Plätze frei und ich denke grade darüber nach ob es nicht noch ein bisschen zu früh ist für die meisten Segler. Zu kalt, zu ungemütlich? Ob wir besser noch ein paar Schnuppertörns anbieten? Hmm. Wird schon noch werden.

Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

 

Download Flyer

Es geht ins Wasser … hoffentlich

Am kommenden Donnerstag soll Carpe nach langem Winterschlaf endlich wieder ins Wasser kommen .. hoffentlich. Denn zuvor soll der neue Propeller montiert werden und auch ein neuer Unterwasseranstrich steht auf der to-do-Liste. Außerdem muss noch aufgeriggt werden, da ich über den Winter die Rollanlage habe kürzen lassen. Ich hoffe auch das haut alles soweit hin. Wer also in der Nähe ist also ruhig mal vorbeikommen und geschmierte Brote mitbringen :-). Die Kamera und auch die Drohne werde ich einpacken und berichten. Ahoi !

 

SV Black Forest – Bernhard Leute GER

NICHT VERZAGEN – FOERTHMANN FRAGEN

Manchmal dauert es etwas länger, bis es im Kopf gefunzt. Und überhaupt: im 4.Gang fährt kein Auto den Berg rauf! Bei Bernhard lagen die Probleme tiefer und wir haben einige Mailwechsel gebraucht, bis wir die Dinge haben klären können: Die Leinen waren falsch herum angeschlagen, mit der Folge, dass statt Ruder nach Lee, immer in den Wind gesteuert und zudem mit der falschen Kraftübertragung gearbeitet wurde. Dann endlich kam die erlösende Mail aus Las Palmas

Hi Peter……
Du hast zwar unser Heck verunstaltet, aber es sei dir verziehen….Das Teil ist göttlich, es funktioniert tatsächlich! Wenn die Segel stehen, ist die Anlage der Mittelpunkt….Selbst im Passat, als der Wind ziemlich achtern kam, hat sie zuverlässig gearbeitet .. Also mach weiter so…
Wir verziehen uns in einer Woche Richtung Kap Verden….
Gruß Bernhard SV Black Forest

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Every Single Week – Track 13 – (Ballad Of The) Sailing Bassman – Song und Musiker

Making of „(Ballad Of The) Sailing Bassman“

Wie entsteht eigentlich ein Song? Woher nimmst du die Ideen? Warum dauert eine Albumproduktion so lange? Das sind die klassischen Fragen an mich als Songwriter und Produzenten. In der Videoserie „Every Single Week“  stelle ich daher jede Woche eine neue Single aus meinem auf der Ostsee entstandenen Album „Zeitmillionär“ vor. Und gebe damit einen Einblick tief hinter die Kulissen des Songwritings und dem „Making of“ einer Musikproduktion. Übrigens, jede Single und auch das ganze Album bekommst du hier:

 Making of – Das Video

Hier im Blog möchte ich aber auch einzelne Musiker kurz vorstellen, ohne die die Produktion des Albums nicht möglich gewesen wäre. Und kurz erzählen wie sich unsere jeweiligen Wege gekreuzt haben.

Jürgen Gleba

Mit Jürgen habe ich in der Band von John Barron gespielt. Er ist ein toller Gitarris, ein kleiner Equipmentfreak und daher für den Rockabillysound für „(Ballad Of The Sailing) Bassman“ meine erste Wahl. Aufgenommen haben wir zu Hause in seinem privaten Equipmenttempel und hatten dabei eine wunderbare Zeit. Wie auch früher stets bei John in der Band!! Eine der schönen Seiten an dem Musikerjob ist es ja, das man immer wieder so großartige Mensachen kennenlernt wie eben Jürgen.

 

Jürgen und ich bei John Barron – Riders Cafe

Jürgen und ich bei John Barron – Weinscala

Jürgen spielt in vielen Bands. Unter anderem auch bei Micky Wolfs Cigarbox Experiment, den ich ja in Folge 10 hier bereits vorgestellt habe.


Jürgen bei der 1. Cigarboxnight mit Micky Wolf

Hier mit Rhythm ’56

Aber es muss nicht immer Rockabilly sein. Auch im Rock ist Jürgen zu Hause und spielt mittlerweile bei RockBuster auch Bass. Sehr vielseitig der Mann!

Jürgen mit seiner Band RockBuster
Michael Prott
Ein paar Worte zu meinem Lieblingssaxophonisten Michael. Seit meiner Musicalzeit Mitte der 90er begegnen wir uns immer wieder. Wenn es um ein gut gespieltes, rotziges Sax geht ist Michael die absolut erste Wahl. Er ist zwar auch im Jazz und vielen anderen Stilen zu Hause (und wir haben diese auch Live performt), aber er ist einfach der Beste, wenn es um Rock’n’Roll geht. Und so durfte er natürlich auch auf meinem Album nicht fehlen. Neben seinen Tracks hat er dabei übrigens auch die Arrangements für die Bläser Sections geschrieben. 
Mit Michael auf der Bühne beim Martini Club. An der Trompete Nic, ebenfalls auf meinen Album vertreten.

Michael bei Franny and the Fireballs

(Ballad Of The) Sailing Bassman
Vocals Dara McxNamara
Backing Vocals Caro Leuzinger
Backing Vocals Kati Schulmann-Reisener
Backing Vocals Mario Schulmann
Drums Oliver Steinwede
Upright Bass Claus Aktoprak
Guitars Jürgen Gleba
Piano Merih Aktoprak
Additional Guitars Claus Aktoprak
Saxophone Michael Prott
Aufgenommen, gemischt und editiert von Jurik Maretzki

(Ballad Of The) Sailing Bassman
(M: Claus Aktoprak T: Claus Aktoprak V: Dolce Vita Songs)

Sailing Bassman, give me Rockn’Roll
Sailing Bassman, and a lot of Soul
Sailing Bassman, I feel so alone
Boppin’ to the music on my own

Sailing Bassman, I got one desire
Sailing Bassman, set my soul on fire
Sailing Bassman, when you sail the world
Find me a perfect girl

If she’s blonde, black or brown
I don’t care at all
Lots of curves, and a pretty face
Plus one braincell, that is all

Sailing Bassman, all my trust’s in you
Sailing Bassman, that you really do
Sailing Bassman, find that girl for me
Set my spirit free
Slap it Mr. Bassman, yeah, uuh

Sailing Bassman, I got one desire
Sailing Bassman, set my soul on fire
Sailing Bassman, when you sail the world
Find my perfect girl

If she’s blonde, black or brown
I don’t care at all
Lots of curves, and a pretty face
Plus one braincell, that is all

Sailing Bassman, all my trust’s in you
Sailing Bassman, that you really do
Sailing Bassman, find that girl for me
Set my spirit free

Sailing Bassman, I got one desire
Sailing Bassman, set my soul on fire
Sailing Bassman, when you sail the world
Find my perfect girl
I hope you find my perfect girl
I hope you find my perfect … girl

Every Single Week – Track 9 – Der einsame Seemann – Song und Musiker

Making of „Der einsame Seemann“

Wie entsteht eigentlich ein Song? Woher nimmst du die Ideen? Warum dauert eine Albumproduktion so lange? Das sind die klassischen Fragen an mich als Songwriter und Produzenten. In der Videoserie „Every Single Week“  stelle ich daher jede Woche eine neue Single aus meinem auf der Ostsee entstandenen Album „Zeitmillionär“ vor. Und gebe damit einen Einblick tief hinter die Kulissen des Songwritings und dem „Making of“ einer Musikproduktion. Übrigens, jede Single und auch das ganze Album bekommst du hier:

 Making of – Das Video

Hier im Blog möchte ich aber auch einzelne Musiker kurz vorstellen, ohne die die Produktion des Albums nicht möglich gewesen wäre. Und kurz erzählen wie sich unsere jeweiligen Wege gekreuzt haben.

Uwe Steger

Bei ROLAND war ich die letzten Jahre vor meiner Reise als Produktmanager für das V-Accordion angestellt. Wie es dazu kam und warum gerade ich diesem Instrument „zugeteilt“ wurde, ist eine andere zu lange Geschichte. Fakt ist: Ich kann dieses Instrument weder spielen noch hatte ich je eine Verbindung zum Akkordeon. Es war für mich eigentlich immer nur verbunden mit Skiurlaubmusik. Oberkrainer an der Skihütte zum Glühwein. Im Nachhinein habe ich aber einmalige und großartig talentierte Musiker kennengelernt. Akkordeon ist eben kein Rock’n’Roll Instrument, das man so nebenbei erlernt. Da steckt sehr viel Musikunterricht und Übung dahinter. Es gibt für dieses Instrument sogar regelmäßig Wettbewerbe und Meistertitel, was ich im musikalischen und emotionalen Kontext eigentlich immer etwas schräg finde. Das war für mich immer mehr etwas für Klassiker. Es gibt ja auch keinen Weltmeister an der E-Gitarre oder an den Drums. Aber mich begeisterte immer auch schon Virtuosität. Und Musiker, die ihr ganzes Leben ihrer Leidenschaft widmen. So wie Uwe Steger. Hier und weiter unten eine Auswahl einiger seiner Videos. Mehr davon gibt es auf seiner Homepage.
 Uwe fingerfertig in „China“
Ich lernte auch Uwe Steger als Preisträger am ROLAND V-Accordion kennen. Uwe ist aber neben seiner großartigen Spieltechnik (er spielt mit einer, auf mich beinahe hypnotisch wirkenden Leichtigkeit) auch ein sehr kreativer Kopf. Der sich nicht nur mit dem perfekten Spiel gedruckter 32tel Noten zufrieden gibt, sondern auch selber komponiert und arrangiert. „Der einsame Seemann“ lebt ja nun wirklich nicht gerade durch ausgefeilte Melodien und Harmonien, also wollte ich durch die bluesige Gitarre und eben ein „intelligentes“ Akkordeonspiel dem Song eine eigene Note geben. Und das ist Uwe perfekt gelungen;wie er auch in dem Making Of Video erläutert. Für mich ist es eine echte Ehre, so einen genialen Musiker mit „an Bord“ gehabt zu haben.

Uwe Stegers Interpretation von „Lemon Tree“
Uwe spielt den Song „Freibeuter“ im Duett

„Der einsame Seemann“ – Offizielles Video

Der einsame Seemann
Vocals John Barron
Vocals Claus Aktoprak
Backing Vocals Kati Schulmann-Reisener
Backing Vocals Mario Schulmann
Drums Oliver Steinwede
Percussion Jochen Topp
Bass Claus Aktoprak
Lead Guitar Yorck Mennich
Guitar Yorck Mennich
Acoustic Guitar Dara McNamara
Accordion Uwe Steger
E-Piano Merih Aktoprak
Saxophone Michael Prott
Aufgenommen, gemischt und editiert von Jurik Maretzki

Der einsame Seemann
(M: Claus Aktoprak T: Claus Aktoprak V: Dolce Vita Songs)

Ich lief aus Bombay aus, ohne Gitarre
Und in Singapur, verlor ich mein Herz
Mein alter Seesack blieb zurück in Manila
Und im Tattooshop, verlor ich meinen Schmerz

Ich fuhr bis Helgoland, ohne ein Segel
Und in Brasilien verlor ich den Hut
Ich kam in China an ohne den Anker
Und vorm Traualtar verlor ich meinen Mut

Und jetzt denkst du, ich bin ein Loser
Doch ich verlor nie meinen Stolz
An Bord, an Land, bin ich oft so allein
Drum zieht es mich immer wieder raus
Denn ich bin ein einsamer Seemann
So weit weg von Zuhaus
Oh, so weit weg von Zuhaus

Ich fand noch immer meinen eigenen Weg
Ich ging über Backbord, auch mal Steuerbords oder schräg
Wenn mein Leben um ist und an mir vorüber zieht
Dann will ich nur Glück seh’n, und kein Schiet-iet-iet

Ich kam mal ohne Mast bis Neukaledonien
Fünf Liter Dieselöl, die blieb’m vor Cadiz
Mein Kapitänspatent nahm mir ein Kerl in Russland
Nur meine Unschuld, ja, die blieb hier auf dem Kiez

Und jetzt denkst du, ich bin ein Loser
Doch ich verlor nie meinen Stolz
An Bord, an Land, bin ich oft so allein
Drum zieht es mich immer wieder raus
Denn ich bin ein einsamer Seemann
So weit weg von Zuhaus
So weit weg von Zuhaus, so weit weg von Zuhaus