Monatsarchive: Januar 2017

Every Single Week – Track 6 – Song und Musiker

Making of „Mexican Rodeo“

Wie entsteht eigentlich ein Song? Woher nimmst du die Ideen? Warum dauert eine Albumproduktion so lange? Das sind die klassischen Fragen an mich als Songwriter und Produzenten. In der Videoserie „Every Single Week“  stelle ich daher jede Woche eine neue Single aus meinem auf der Ostsee entstandenen Album „Zeitmillionär“ vor. Und gebe damit einen Einblick tief hinter die Kulissen des Songwritings und dem „Making of“ einer Musikproduktion. Übrigens, jede Single und auch das ganze Album bekommst du hier:

 Making of – Das Video

Hier im Blog möchte ich aber auch einzelne Musiker kurz vorstellen, ohne die die Produktion des Albums nicht möglich gewesen wäre. Und kurz erzählen wie sich unsere jeweiligen Wege gekreuzt haben.

Kati Schulmann-Reisener & Mario Schulmann

Kati und Mario kenne ich seit 2001. Wir haben zusammen in ihren Bands „Kati und die Schulmänner“, „Rock’n’Roll Highschool“ und „The Chucks“ jede Menge Auftritte gespielt und eine CD produziert. In diesen Bands wechseln sich die beiden am Lead-Gesang ab.


Kati und die Schulmänner & Rock’n’Roll Highschool

Aber besonders ihr Satzgesang hat mir immer schon sehr gefallen. Es ist nämlich etwas ganz anderes einen Song solo zu singen oder sich mit drei oder mehr Stimmen in ein Arrangement zu integrieren. Ein Chor soll möglichst aus einem Guss klingen und nicht nach drei Solosängern. Ein Backingchor aus Udo Lindenberg, Jan Delay und Herbert Grönemeyer wäre daher auch der absolute Alptraum :-) Kati und Mario singen wirklich schon SEHR lange zusammen und das machte die Arbeit schnell, einfach und angenehm. Und so sind sie zusammen mit Caro Leuzinger auch auf fast jedem Song meines Albums zu hören.

@Work

Kati und die Schulmänner  – live

Kai Wiener
Kai Wiener war einer meiner besten Freunde. Nach einem sehr traurigen Unfall spielt er nun leider im Himmel weiter auf Gretsch und Fender Amps. Er war ein wirklich begnadeter Gitarrist.Wir haben viel zusammen gespielt und irgendwann die Band „Martini Club“ ins Leben gerufen. Mit dieser Formation waren wir echt sehr erfolgreich und wer weiß, was noch daraus geworden wäre :-(

   

Der Martini Club

 You Sexy Thing – Martini Club

I Won’t Stand In Your Way – Martini Club

Als grobe Idee gab es den Song „Mexican Rodeo“ schon länger, ich bin nur mit dem Song nie so richtig fertig geworden. In einer unserer vielen gemeinsamen Sessions bat ich „Don Vino“, Kais Name im Martini Club, einmal etwas zu der Idee zu spielen. Und dann fand ich nun Jahre später diese Aufnahmen wieder auf meiner Festplatte. Es bedeutet mir wirklich sehr viel Kai, wenn auch leider nur auf diesem Weg, auf meinem ersten eigenen Album mit dabei zu haben. Im Background übrigens auch hier dabei: Kati und Mario!

Americano – Abschiedskonzert für „Vino“


Mexican Rodeo


Vocals John Barron
Backing Vocals Caro Leuzinger
Backing Vocals Kati Schulmann-Reisener
Backing Vocals Mario Schulmann
Drums Oliver Steinwede
Percussion Jochen Topp
Bass Claus Aktoprak
Guitars Yorck Mennich
Acoustic Guitar Dara McNamara
Additional Guitars Claus Aktoprak
Lead Guitar Kai Wiener
Piano Merih Aktoprak
Keyboards Merih Aktoprak
Blues Harp Christian Hönniger
Saxophone Michael Prott
Trombone Thomas Wolff
Trumpet Nicolas Boysen
Aufgenommen, gemischt und editiert von Jurik Maretzki

Mexican Rodeo
(M: Claus Aktoprak T: Claus Aktoprak V: Dolce Vita Songs)
I met her on the day when my whole life began to change
A girl you really could admire
She joined me on my way, looking for the perfect day
I never felt my love, just my desire
And making love to her was gasoline on my fire
She was my girl from Mexico
She took my body in the morning for her private rodeo
She was my girl from Mexico
Oh, she was all I ever wanted but I had to let her go
Out of my life (out of my life) inside the night (inside the night)
Out in the dark (out in the dark) out of my life (out of my life)
Oh, it seems I have to ride ’til all waters stop to flow
Sometimes late at night, I miss my girl from Mexico
I left her late at night when we she held my body tight
Awakened by a sound in the dark
Oh, it’s easier to go when there’s no one to say no
I closed a door behind an illusion of love
And my old flaming star is giving shelter from above
CHORUS
SOLO
I closed a door behind an illusion of love
And my old flaming star is giving shelter from above
She was my girl from Mexico
She took my body in the morning for her private rodeo
She was my girl from Mexico
Oh, she was all I ever wanted but I had to let her go
Out of my life (out of my life) inside the night (inside the night)
Out in the dark (out in the dark) out of my life (out of my life)
Oh, it seems I have to ride ’til all waters stop to flow
Sometimes late at night ooh
She was my girl from Mexico
She took my body in the morning for her private rodeo
She was my girl from Mexico
She was all I ever wanted but I had to let her go

SV Svea – Frauke+Christian Heusinger von Waldegge CH

WINDFAHNE HAT FLIEGEN GELERNT


Moin Peter,
wir melden uns von hoher See! Sind vor ein paar Tagen von Mindelo ausgelaufen. Unsere Windpilot steuert tadellos und wir sind super glücklich! Leider ist uns heute Nacht tatsächlich die Windfahne weggeflogen. absoluter Mist, haben ja aber zum Glück Ersatz. Kannst du uns zwei lackierte Exemplare so schnell wie möglich an eine deutsche adresse senden?
Gruss von See Frauke und Christion WEITERLESEN

New Years Eve in Florida

Liebe Leser, wir wünschen euch allen von Herzen ein Frohes Neues Jahr! Und ganz viele Seemeilen in 2017! Vielen Dank an alle, die auch nach Rückkehr der „Maverick too“ hier ab und zu mal vorbeischauen. Wir sind seit Mitte Oktober mit „Maverick…

Ein letztes Mal Cytarabin

Maul halten. Zähne zusammenkneifen und die Glatze nachrasieren.

Bewusst habe ich in den letzten Tagen nix vom Krankenhaus geschrieben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Leute zum Teil denken, weil ich Leukämie hatte, könnte ich nicht segeln gehen, könnte kein guter Skipper sein, vielleicht sogar ansteckend. Manche von denen gibt es. Aber Leukämie ist nicht ansteckend. Oder? Vielleicht ja doch. So ne Art Vogelgrippe, Seglergrippe, Segelvirus…

Der Schnuppertörn am 3ten ist bis auf einen Platz ausgebucht. Also wer noch mit will, hat jetzt eine letzte Chance. Der darauffolgende Schnuppertörn ist heute von meiner Co-Skipperin Mareike Guhr für den 17-19.1.17 bestätigt worden. In den kommenden Tagen werde ich Mareike auch vorstellen und auch verraten was Mareike mit der MARLIN machen wird. Ohne mich. Und als Skipperin. Wer mich und Mareike zusammen kennenlernen will sollte sich den o.g. Termin schon mal merken oder einfach hier buchen.

Bei mir hat mein letztes Stündchen geschlagen. Morgen früh gibt es was zu feiern. Ordentlich zu feiern: Die letzte Tüte Chemie Cytarabin wird in meine Venen fließen und die Blut-Hirn-Schranke passieren, mit etwas Glück die letzten Blasten, Krebszellen finden, die sich dort vielleicht verstecken und sie kaputt machen. Wie genau hat mir Dr. Menzel erklärt, ich habe es nicht verstanden. Gesund bin ich dann morgen gegen 12 Uhr und bekomme in den kommenden Tagen noch mal ordentlich mit den Nebenwirkungen zu tun, die ich jetzt gar nicht alle aufzählen will. Ist dann wirklich alles vorbei? Nein. Dann kommen die Nachuntersuchungen. Eine neue Krankheit. Die Angst vor dem Rezidiv. Bei Tumoren als Metastasen bekannt. Also regelmäßige Nachuntersuchungen. Wirklich gesund ist man erst nach fünf Jahren ohne Rezidiv. Komplett nach 10 Jahren. Na, das sieht danach aus, als wenn ich da noch was vor mir habe.

Aber erst einmal steht die 2017 Segelsaison vor der Haustür. Januar, Februar und März sind Wintermonate mit sonnigen Abschnitten die mit Schnuppertörns gefüllt sind. Ab April segeln wir falschrum durch die Ostsee. Ich bin grade schon mal mit dem Finger auf der Karte, im bottnischen Meerbusen. Vom 8.-27. July werde ich diesen dreiwöchigen Expeditionsschlag bis an die Finnisch / Schwedische Küste selber als Skipper mit der MARLIN segeln. Beschreibung folgt kurzfristig.


Schnuppersegeln auf der Förde!
Vom 3.2.-5.2.17 Micha mit Co-Skipperin Nike.
vom 17.2.-19.2.17 Micha mit Co-Skipperin Mareike.
vom 3.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co-Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com

Da war doch noch was

welche-routeDie Frage, auf welchem Weg Nomade nach Hause kommen soll, haben wir ja bisher offen gelassen. Nicht etwa, weil wir euch zappeln lassen wollten, sondern weil wir selbst sehr lange hin und her überlegt haben, auf welcher der drei sinnvoll möglichen Routen Nomade nach Wesel kommen soll.
Denn alle drei Varianten haben ihre ganz speziellen Reize. Keine der drei Routen ist signifikant weniger schwierig als die anderen. Das hat uns die Wahl so schwer gemacht.
Am Ende haben wir uns schließlich für den kürzesten Weg entschieden. Ob das auch der schnellste ist, wird man ohnehin erst hinterher sehen.

Zunächst einmal etwas zu Variante A, die es nicht auf den Plan geschafft hat und warum:

Diese Route würde durchs Mittelmeer nach Westen bis nach Gibraltar führen. Dann weiter entlang der portugiesischen Küste nach Norden, über die Biskaya, durch den Ärmelkanal, ein Stück Nordsee bis zum Rhein und dann etwa 200km bergauf bis nach Wesel.
Diese Route war am Anfang unser Favorit. Der Volvo müsste jedenfalls nicht so viel leisten wie bei Variante B und C. Die Strecke ist allerdings auch die längste von allen. Dazu kommt, dass Nomade sehr lange, sehr weit weg von zu Hause ist, bevor die Distanz irgendwann schrumpft, was bei Zwischenfällen die ganze Sache noch verkomplizieren würde.

Variante B, die es leider auch nicht geschafft hat:

Die Route würde durch die Ägäis, über die Dardanellen und den Bosporus, ins Schwarze Meer führen. Dort würde man nach Norden bis zur Mündung der Donau segeln und schließlich 2.400 Kilometer die gesamte Donau quer durch Europa fahren.
Anschließend gelangt man über Main-Donau-Kanal und Main in den Rhein.
Diese Strecke war lange mein persönlicher Favorit und auch Sabrina ist ziemlich angetan von Variante B. Allein die Ägäis wäre schon ein Traum. In der Türkei war ich auch noch nie und würde das Land gerne mal selbst kennenlernen.
Dann das Schwarze Meer! Wann kommt man schon mal dort hin?
Und anschließend durch Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Österreich und vielleicht auch ein Stück Moldawien und Ukraine.
Viele Länder, die ich noch nie besucht habe und die mich unheimlich interessieren würden. Dazu die verschiedensten Landschaften.
Und warum dann nicht einfach diese Variante wählen? Weil sie ein ziemlich großes Loch in die Bordkasse reißen würde.
Bereits in der Türkei kämen einige Kosten auf uns zu. Cruising Permit, Grau-und Schwarzwassertank (keine Ausnahme für Durchreise), Chipkarte, …
Das allein wäre ja noch machbar. Spätestens bei der Rechnung für 2.400 Flusskilometer gegen den Strom auf der Donau hört es dann aber auf. Ich hab die Zahlen gerade nicht im Kopf, aber uns ist leicht übel geworden, als ich das ausgerechnet hatte. Mehrere hundert Motorstunden, einige Ölwechsel und locker zwei bis drei Monate mehr Zeit als bei den anderen beiden Varianten würden auf uns zukommen. Das ganze dann mit einem Motor, den ich noch nicht kenne.

Und deshalb haben wir uns letztendlich für Variante C entschieden:

Diese Route führt ebenfalls durchs Mittelmeer nach Westen, macht aber irgendwann einen Schlenker nach Norden, bis zum Löwengolf. Nach etwa 1.400 Seemeilen wäre Nomade an der Mündung der Rhône und die letzten 45 Kilometer dieses Flusses kenne ich noch nicht. Ein guter Grund dort mal hoch zu fahren, oder nicht?
Den „Rest“ der Strecke kennt ihr ja, denke ich.
Es geht also weiter bergauf nach Norden. Kilometer für Kilometer, bis zur Saône und anschließend nach Osten in den Rhein-Rhône-Kanal bis zum Rhein. Ab dort geht es dann nur noch bergab.

Es gibt zwei Dinge, die mich an dieser Variante reizen und auf die ich mich besonders freue. Das ist zum einen (man mag es kaum glauben) die Rhône und zum anderen und eigentlich noch viel mehr der Rhein-Rhône-Kanal.
Vermutlich liegt das an dem enormen Wetterpech und den Extremen, die ich dort mit Eos erlebt habe. Ich freue mich unheimlich darauf, wieder dort zu sein und ich hoffe auch irgendwie, dass ich die Rhône und den Kanal mal von ihrer/ seiner schönen Seite zu sehen bekomme. Jedenfalls bin ich optimistisch, dass ich nicht ein zweites Mal eine Rekord-Hochwasser-Serie erwische. Statistisch betrachtet ist das nahezu unmöglich… *räusper*.
Höchstens vor Niedrigwasser hab ich noch ein wenig Bammel. Nomade hat 1,80m Tiefgang (wenn sie wirklich leer ist) und der höchstzulässige Tiefgang im Kanal beträgt 1,80m.
Aber ich weiß auch, dass mit ein bisschen Hochwasser, ein ganz klein wenig mehr geht…

Ja, und dann wäre da noch die Sache mit dem Einhandsegeln. Da haben Sabrina und ich ebenfalls lange drüber gegrübelt und diskutiert.
Es müsste nicht sein, muss man ganz klar so sagen. Aber diese Fahrt ist möglicherweise die einzige Gelegenheit dazu.

Also Einhand!

Ich werde noch im Januar für zwei Wochen nach Griechenland fliegen, um erste Arbeiten am Schiff zu erledigen. Im März geht es dann für mich erneut nach Griechenland. Dann allerdings Oneway. Dort habe ich nochmal drei Wochen Zeit, um Nomade startklar zu machen und ins Wasser zu bringen, bevor Sabrina an Bord kommt.
Sabrina hat drei Wochen Urlaub. In dieser Zeit wollen wir zusammen die Peloponnes erkunden. Da geht es nur darum das Schiff kennenzulernen und das Mittelmeer zu genießen.

Auf der folgenden Karte könnt ihr euch die ungefähre Route anschauen. Ungefähr deshalb, weil bekanntlich das Wetter oder andere Umstände zur Richtungsänderung führen können.

sonnensegler-route-2017

Zu guter Letzt noch eine kleine Umfrage:

Sollen wir wieder einen Countdown zum Neustart einrichten, oder nicht?

 

SV Shalom – Anna Haubrich + Christoph Vougessis GER

GIBT ES FISCH AUCH VEGETARISCH?

Dialog vom 03. Januar 2017

Moin Herr Foerthmann. Sind nun 3 Tage auf See und es ist typisches Passatsegeln. Warm, guter Wind. Auch schon viel Fisch gefangen. Hier ist alles ok. Passieren tut sonst nicht viel. Kleinere Segelarbeiten. Das wars zum Glueck. Haben seid gestern 6 Kilo Fisch an Bord. Blöd, dass Anna Vegetarierin ist. . .

Moin Ihr Zwei, ich verfolge den Tracker und sehe, dass Kurs und Wind artig sind.  6 kg Fisch sind ein gutes Argument, Prinzipien fuer ein paar Tage zu verstecken, gibt doch nur einen Zeugen ! Ansonsten fängt es bald an, zu stinken… und das wäre doch ein Jammer.
Gook Luck Peter Foerthmann WEITERLESEN TRACKING

SV Gegenwind – Asha Reich + Helge Assmann GER

WELTUMSEGELUNG – GEDANKEN DURCH´S SIEB GERÜHRT

Nun sind wir schon seit über 2½ Jahren unterwegs und müssten, um im Plan zu sein – für die Weltumrundung in gut 3 Jahren – eigentlich schon fast rum sein. Dazu hätten wir den Jahreswechsel in oder um Südafrika verbringen müssen. Aber nichts ist beständiger wie der Wandel.

Derzeit planen wir unseren Aufbruch in die San Blas Inselwelt. Diese soll laut vielen Weltumseglern ein MUSS sein. Dort werden wir dann in den nächsten Monaten entscheiden, ob wir, wie ursprünglich geplant, durch den Panamakanal gehen werden, oder wo uns unser Weg hinführt. Ganz vielleicht sind wir ja doch nach gut 3 Jahren an unserem Reiseziel angekommen. Wer kann schon sagen wo dies sein wird.
Einer unserer guten Vorsätze für dieses Jahr ist, dass wir nicht wieder so weit in den Rückstand geraten mit unseren Blogbeiträgen und Ihr hier nur mit einer kleinen Zeitverzögerung unsere Erlebnisse verfolgen könnt.

So wie Euch unser Leben interessiert, so möchten wir auch an Eurem Leben teilhaben und würden uns darüber freuen, wenn Ihr uns mit kleinen Alltagsgeschichten aus Eurem Leben per Mail auf dem Laufen haltet. Wir können allerdings nicht versprechen, dass wir (kurzfristig) antworten, dies hängt unter anderem von unserer Internetverbindung, der Stromversorgung und unseren aktuellen Abenteuern ab.

Für uns wird dieses kommende Jahr 2017 auf jeden Fall viel Neues, Spannendes, Exotisches und Überraschendes bereithalten.
 
Alles Gute und vor allem ein gesundes Jahr 2017 und dass sich viele Wünsche und gute Vorsätze erfüllen.
 
Viele Grüße von der Gegenwind aus dem Bocas del Toro Archipel, Panama
 
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind
 

Nike ist beim Schnuppertörn am 3 Februar mit dabei

Was für ein Zufall

Es sind die kleine Freuden im Leben die gut tun. Und so habe ich mich ehrlich gefreut als meine Segelfreundin Nike sich meldet: „Nimmst Du mich auch mit? Ich bin grade in Hamburg, arbeite um das Geld für einen neuen Motor für KARL zusammenzubekommen, um durch den Pazifik zu segeln. Am 3ten Februar bin ich noch da. Und ich würde soooo gerne mal die MARLIN segeln. Sie ist ein so geiles Schiff.“ Meine Antwort war klar. „Klar Nike. Du bist dabei. Aber Du musst hart ran. Du musst Gast-Co-Skipper sein. Den anderen Dönekes erzählen, kochen, abspülen, navigieren, den Motor reparieren und das Deck später mit der Zahnbürste in den Ecken säubern.“ Nike lacht. „O.K.“ Sie wird den anderen bestimmt einiges zu erzählen haben. Wer mehr über Nike wissen will befreundet sich am besten sofort mit ihr über FaceBook „White Spot Pirates“ an oder ließt und schaut auf ihrer Internetseite. whitespotpirates.com/

 


Schnuppersegeln auf der Förde!
Vom 3.2.-5.2.17 Micha mit Gast-Co-Skipperin Nike.
vom 17.2.-19.2.17 Micha mit Co-Skipperin Mareike.
und
vom 3.3.-5.3.17 Micha mit Co-Skipper Christoph.
vom 17.3.-19.3.17 Micha mit Co Skipper Jan.

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit.

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Jetzt aber mal los. Schnuppersegeln mit der MARLIN

Flensburg nach Sonderburg und zurück

Moin aus Flensburg. Lust mit der MARLIN zu segeln? Vielleicht im Sommer nach Schweden, Norwegen, Finnland oder sogar nach St. Petersburg? Aber wer segelt denn da und was ist das für ein Schiff? Wer ist der Skipper? Wie sehen die Kojen aus. Fragen über Fragen. Wer sich entscheidet zwei oder vielleicht sogar mehr Wochen in einem Schiff, mit anfänglich fremden Menschen zu sitzen, der tut gut daran sich vorab zu informieren. Was liegt da näher als einfach mal ein Wochenende in der Flensburger Förde mitzusegeln um zu sehen ob es passt?

Wir segeln raus. Im gemütlich warm geheizten Pilothaus der MARLIN lässt sich der Schnupper und Wochenendtörn prima auch im Winter erleben. Nach Anreise am Freitag, Kennenlernen und gemeinsamen Essen geht es am Samstag morgen raus in die Förde. Die bestellte leichte Brise erwischt uns hier von allen Seiten und beschleunigt die MARLIN schnell auf acht Knoten. Ach ist das geil. Am Steuer des 18 Meter Schiffes bist Du der Kapitän und bringst 30 Tonnen Alu auf den richtigen Kurs.

Je nach Wetterlage testen wir die verschiedensten Segel, von Sturmfock bis zum Gennaker. Mit gegen und am Wind. Wir lassen das Dinghy gemeinsam zu Wasser und vertreten uns die Beine an Land. Wir nutzen den Rocna Anker schon mal um ein Feeling davon zu bekommen, wie es im Sommer sein wird. Denn die MARLIN ist ein Expeditionsschiff, dass wenn nötig wochenlang ohne Hafen und Marina in den entlegensten Regionen dieser Erde unabhängig unterwegs sein kann. Allein schon das Schiff kennenzulernen macht diesen Schnuppertrip zu einem seglerischen Erlebnis.

Das Ende des Tages verbringen wir im dänischen Sonderburg oder vor Anker, je nach Crewentscheidung. Wir kochen, trinken und speisen zusammen. Natürlich wird es ein bisschen später und das Garn wird länger. Am Sonntag geht es dann wieder zurück nach Flensburg und endet, wenn die Zeit bleibt, bei einem gemütlichen Glas Grog mit einer Diashow des Weltumseglers Michael Wnuk.


Schnuppersegeln auf der Förde!
Vom 3.2.-5.2.17
vom 17.2.-19.2.17
und
vom 3.3.-5.3.17
vom 17.3.-19.3.17

Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo, nach Schweden, nach Finnland und ST. Petersburg.
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Frohes neues Jahr

Urlaub

Ein paar Tage sind vorbeigegangen an mir, der MARLIN, Nathalie und den Kindern. Nach meinem Weihnachtsgruß gab es sicherlich ganz bewusst mal eine schöpferische Pause. Zeit für die Familie und Zeit um mich zu erholen. Ich habe sämtliche Medikamente abgesetzt. Das war gut. Meine große Schwester war da, ich habe meine Söhne in Düsseldorf gesehen, auch die Familie von Nathalie, Freundin Judith und Cemil. Das war auch gut. Freund Guido und Gudrun haben zu Lamm a la Jamie Oliver eingeladen und überhaupt, so wie alle anderen habe auch ich viel zu viel gegessen und getrunken und bestimmt zwei Kilo zugenommen. So habe ich alle gesehen die mir sehr wichtig sind. Die restlichen 12, die mir auch sehr wichtig sind, konnte ich nicht sehen, weil wir keine Zeit mehr hatten. Mit der Gewichtszunahme macht auch nix, die nehme ich ab morgen bestimmt wieder ab, wenn es Krankenhaus essen gibt. Zum letzten Mal.

“Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der älteste im ganzen Land?“ Klar schaue ich jeden Tag in den Spiegel. Manchmal habe ich mich ja gar nicht wiedererkannt, sondern einen fremden alten Mann gesehen, der mich traurig angeschaut hat. Jetzt kehrt sich der Prozess langsam wieder um. Ich werde wieder jünger, attraktiver, interessanter, fühle mich zumindestens so, versuche wieder zu lächeln. Es ist wohl das Bewusstsein, was sich ändert. Selbst-Bewusstsein, was wiederkommt. Langsam. Aber sicher.

Ich verbringe viel Zeit auf der MARLIN. Die Projekte kommen gut vorwärts. Die Heizung bekommt endlich puren Frostschutz und ist nun sicher bis -25 Grad, ein weiterer Heizkörper im Salon, der im Pilothaus, alle nehmen ihren Betrieb auf, mit der ganzen Familie geht es am Sylvester Tag auf’s Schiff. Räucherofen raus. Norwegisches Räuchermehl rein. Lachs drüber und nach nur 35 Minuten ist der Tisch first class gedeckt. Klassisch, wie jedes Jahr, feiern wir dem Nachbarskind Luna und ihren Eltern, Anja und Guy. Die Kinder geben Gas, die Eltern haben es lieber ruhig. Aber ganz Flensburg sieht das anders. Die fangen schon mal um 16 Uhr mit dem Einbruch der Dunkelheit an ihre pyromanische Ader raus zu lassen. Den Höhepunkt erreichen sie tatsächlich gegen 00:00 Uhr. Ich stehe etwas abseits, frage mich ob ich das nächste Sylvester auch erleben werde. „Geht gar nicht Wnuk! Solche Gedanken gibt es jetzt nicht mehr!“, ich ohrfeige mich selbst, schaue in den Himmel und ziehe an dem, was ich mir für die Sylvester Nacht gebaut habe.

Ich wünsche allen Lesern, Mitseglern, Freunden und Verwandten, Begleitern, Freunden, Bekannten und Unbekannten ein frohes neues Jahr, alles Gute, viel Geld, viel Glück in der Liebe und vor allen Dingen Gesundheit!

 


Schnuppersegeln auf der Förde! Vom 3.2.-5.2.17, vom 17.2.-19.2.17, vom 3.3-5.3.17 und vom 17.3.-19.3.17 Danach geht es am ersten April los durch die dänische Südsee bis nach Oslo. Mensch ich freu mich so. Und Du kommst mit. www.marlin-expeditions.com

 

Segeln im Winter (3): Von Jesolo nach Venedig. Von Frauen und Kälte.

Im Folgenden eine Beschreibung, wie es ist, 
mal zwischen Dezember und Januar auf der Nordadria
unterwegs zu sein, zwischen Triest und Venedig.

Schon im Sommer kann der Verkehr in Venedig auf dem Wasser für einen Segler stressig sein. Doch jetzt, am 2. Januar, ist alles, wie es auch im Sommer ist. Wassertaxis, die rasant schneiden. Vaporetti, die manndeckend wie Fußballspieler auf Körperkontakt nahe kommen. Lastkähne, die queren. Autofähren vom Lido, die auf der Giudecca heranziehen. Venedig auf einem Segelboot: Das Wasser brodelt, ist so aufgewühlt, dass selbst die siebeneinhalb Tonnen von LEVJE II davon beeindruckt sind und ins Schwanken kommen.

Doch berichten wir der Reihe nach. Im gestrigen Post schrieb ich über unseren ersten Seetag: Dass Nacht und Kälte so schnell über uns hereinbrachen, dass ich beschloss, vor dem Strand von Jesolo an der offenen Küste im Dunkel zu ankern. Was insofern ein Wagestück war, weil keine 60 Kilometer südlich für die Nacht Südwest 4-5 angesagt war. Ich schlief mit offenen Ohren und alle zwei Stunden wach, erwartend, vom Stampfen des Schiffes in einem auffrischenden Libeccio geweckt zu werden. Aber nichts geschah. Nur Morgens wurde es trotz Heizung kühl an Bord. Die Temperatur schien gegen Morgen unter Null gefallen zu sein.

Jesolo beim Aufwachen vom Meer aus gesehen: Ein Anblick wie ein abstraktes Gemälde. Menschenleere Appartmenthäuser, die den Betrachter anblicken wie gelangweilte Gesichter, die das Getriebe der Menschen leid und ledig sind und sich jede Nacht den Überdruss erzählen. Aber vielleicht ist den Gesichtern der Menschen Tun und Treiben auch egal. Oder nicht mal das. Kein Licht Nachts. Kein Mensch am Tag. Jesolo. Was könnte man schon für eine schönere Geschichte erzählen. Über den Menschen und seine Sachen, die er so in die Welt stellt.

Kommen wir nun zu einem anderen Thema, das Segeln im Januar im nördlichen Mittelmeer so mit sich bringt. Die Kälte. Und wie Frau damit umgeht. Nicht dass ich dächte, dass Mann und Frau – was Kälte angeht – grundsätzlich von Gott unterschiedlich geschaffen wären. Nein. Aber meine Frau ist, was Kälte angeht, wenig kompromissbereit. Aber sie liebt nun mal das Meer, weniger das Segeln, aber kalt geht gar nicht. Überhaupt gar nicht. Kalt? Macht man einfach nicht.

Wir machten halt doch. Und haben für unser Wintersegel-Experiment eingepackt, was einzupacken uns möglich war. Und gerne gebe ich die Liste weiter für alle, die ähnliche Vergnügen wie das Wintersegeln anstreben:

Drei Garnituren Ski-Unterwäsche. (Trägt Katrin. Sieht man aber – fast – nicht.)
Thermohose.
Die guten Seestiefel (Ich habe vor Jahren wirklich lange gerungen, ob ich die 200-250 Euro ausgeben soll. Ich muss nun nach fünf Wintern zugeben: Sie sind jeden Cent wert. Ohne im Winter auf dem Meer gar nicht. Sie sind ein Vergnügen,)
Ski-Handschuhe (2 Paar)
3 Pullover. Fleece. Wolle.
Die vor einem Jahrzehnt bei AMERICAN AIRLINES geklaute federleichte bulligwarme Fleece-Decke.

Ach ja. Und eine Skibrille. Denn wie man weiß, ist vor allem die Sache mit dem „Wind Chill Factor“ ausschlaggebend. Und die geht so: Das Thermometer unter der Sprayhood zeigt 14 Grad. Eigentlich frühlingshaft. Kaum dass wir beim Lido nach Venedig eingedreht sind, kommt der Wind voll von vorn. Und fühlt sich schneidend kalt an. Die Augen tränen. Sicht nur mehr eingeschränkt möglich.

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Am 1. Januar 2016 erschienen: Was man übers Segeln in Sizilien wissen muss:

Im Sommer 2016 umsegelte ich auf LEVJE Sizilien.
Dies ist der Reisebericht. Und die Beschreibung eines Segelsommers 
und einer Reise um eine Insel, die ihresgleichen sucht.
Mit Anhang für Segler mit „Do’s & Don’ts“, Häfen, Marinas, Internet.

JETZT als erschienen als PRINT oder als EBook ab € 9,99

sowie in jeder Buchhandlung oder bei AMAZON.
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Aber weil die Einfahrt nach Venedig ja nun mal wirklich zum schönsten gehört, was man einem Menschen, der das Meer liebt, schenken kann, ist die Kälte eigentlich an diesem Tag – ein wohliger Bestandteil des Ganzen. Sie ist unzweifelhaft da. Die Augen brennen, Die Hände sind kalt. Sie ist Bestandteil unserer Reise. Es ist irgendwie stimmig. Der Winter, der späte Herbst, sie sind nun mal die beste Reisezeit. Wenn die Gesichter von Jesolo zu den Gesichtern zu Jesolo werden. Wenn die Welt wieder sich selbst überlassen ist. Wenn nur ein paar Fischer in wattierten Jacken draussen sind.

Wenn das Licht über Venedig milchig wird. Und die Brücken in der Stadt noch federleichter aussehen. Und wenn: Venedig still und leise seinen eigenen Gang geht. Jedenfalls in den östlichsten beiden Stadtvierteln in Sant‘ Elena und in Castello. Immer wieder zieht es mich hierher – was einerseits taktische Überlegungen hat: Hier gibt es gleich zwei Marinas. Und man ist zu Fuß in zwanzig Minuten bei San Marco.

Aber das Taktische erklärt den Zauber von Castello und Sant’Elena nur teilweise.

In Sant’Elena leben die einfachen Leute. Es ist das Viertel der Handwerker, der Mechaniker, der nautischen Werkstätten, der ACTV-Werften und der Lastkahn-Steuerer. Sant’Elena ist irgendwie normal, bescheiden, ja mehr als das. Jedes Mal, wenn ich hierher komme, ist der Gang durchs Viertel für mich Balsam auf die Seele. Es ist heilsam. Beruhigend. Nichts Schreiendes stürzt sich ins Auge. Nie war Sant’Elena so wertvoll wie heute. Weite Gassen, durch die ein paar Schulkinder laufen, rechtwinklig angelegt, dass ich denke: Was für ein Vergnügen das für die Kinder sein muss, um die Häuser herum Verstecken zu spielen.

Zur Normalität von Sant’Elena kommt noch hinzu, dass heute, am 2. Januar offensichtlich die Frauen von Sant’Elena sich zu einem Waschtag verabredet haben. Der Kälte trotzend, hängt im ganzen Viertel die Wäsche über den Straßen. Kaum Menschen. Aber dafür Wäsche zum Trocknen, die schlapp im Wind wedelt. Ein Anblick, der mich an meine Kindheit erinnert,

Was beileibe nicht bedeutet, dass Sant’Elena und Castello nur bei frischgewaschener Wäsche punkten. Es strotzt vor stillen pittoresken Winkeln wie dem einstigen Kreuzgang von San Pietro di Castello, die Jahrhunderte der eigentliche Dom von Venedig war, als der Markusdom ausschließlich „Regierungskirche“ war. Dass hier einmal das große Leben war, erzählt der alte Kreuzgang. Geschichte ist, wenn Dinge sich selbst überlassen werden, einen Augenblick, und nicht im Dienst von irgendwas und irgendwem stehen, sondern einfach nur sich selber gehören.

Und so endet unser Spaziergang durch den Osten Venedigs, als das Licht schwächer wird und schwächer. Und die Kälte des frühen Abends durch die vielen Kleidungsstücke dringt. Und in den Gassen von Castello das Leuchten des Tages erlischt und nur noch in der Ferne über der Giudecca die Kuppeln Santa Maria delle Salute einen Hauch davon bewahrten.

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Ich freue mich, wenn Sie mehr von MARE PIU lesen wollen:

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JETZT als erschienen als PRINT oder als EBook ab € 9,99
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Segeln im Winter (3): Von Jesolo nach Venedig. Von Frauen und Kälte.

Im Folgenden eine Beschreibung, wie es ist, 
mal zwischen Dezember und Januar auf der Nordadria
unterwegs zu sein, zwischen Triest und Venedig.

Schon im Sommer kann der Verkehr in Venedig auf dem Wasser für einen Segler stressig sein. Doch jetzt, am 2. Januar, ist alles, wie es auch im Sommer ist. Wassertaxis, die rasant schneiden. Vaporetti, die manndeckend wie Fußballspieler auf Körperkontakt nahe kommen. Lastkähne, die queren. Autofähren vom Lido, die auf der Giudecca heranziehen. Venedig auf einem Segelboot: Das Wasser brodelt, ist so aufgewühlt, dass selbst die siebeneinhalb Tonnen von LEVJE II davon beeindruckt sind und ins Schwanken kommen.

Doch berichten wir der Reihe nach. Im gestrigen Post schrieb ich über unseren ersten Seetag: Dass Nacht und Kälte so schnell über uns hereinbrachen, dass ich beschloss, vor dem Strand von Jesolo an der offenen Küste im Dunkel zu ankern. Was insofern ein Wagestück war, weil keine 60 Kilometer südlich für die Nacht Südwest 4-5 angesagt war. Ich schlief mit offenen Ohren und alle zwei Stunden wach, erwartend, vom Stampfen des Schiffes in einem auffrischenden Libeccio geweckt zu werden. Aber nichts geschah. Nur Morgens wurde es trotz Heizung kühl an Bord. Die Temperatur schien gegen Morgen unter Null gefallen zu sein.

Jesolo beim Aufwachen vom Meer aus gesehen: Ein Anblick wie ein abstraktes Gemälde. Menschenleere Appartmenthäuser, die den Betrachter anblicken wie gelangweilte Gesichter, die das Getriebe der Menschen leid und ledig sind und sich jede Nacht den Überdruss erzählen. Aber vielleicht ist den Gesichtern der Menschen Tun und Treiben auch egal. Oder nicht mal das. Kein Licht Nachts. Kein Mensch am Tag. Jesolo. Was könnte man schon für eine schönere Geschichte erzählen. Über den Menschen und seine Sachen, die er so in die Welt stellt.

Kommen wir nun zu einem anderen Thema, das Segeln im Januar im nördlichen Mittelmeer so mit sich bringt. Die Kälte. Und wie Frau damit umgeht. Nicht dass ich dächte, dass Mann und Frau – was Kälte angeht – grundsätzlich von Gott unterschiedlich geschaffen wären. Nein. Aber meine Frau ist, was Kälte angeht, wenig kompromissbereit. Aber sie liebt nun mal das Meer, weniger das Segeln, aber kalt geht gar nicht. Überhaupt gar nicht. Kalt? Macht man einfach nicht.

Wir machten halt doch. Und haben für unser Wintersegel-Experiment eingepackt, was einzupacken uns möglich war. Und gerne gebe ich die Liste weiter für alle, die ähnliche Vergnügen wie das Wintersegeln anstreben:

Drei Garnituren Ski-Unterwäsche. (Trägt Katrin. Sieht man aber – fast – nicht.)
Thermohose.
Die guten Seestiefel (Ich habe vor Jahren wirklich lange gerungen, ob ich die 200-250 Euro ausgeben soll. Ich muss nun nach fünf Wintern zugeben: Sie sind jeden Cent wert. Ohne im Winter auf dem Meer gar nicht. Sie sind ein Vergnügen,)
Ski-Handschuhe (2 Paar)
3 Pullover. Fleece. Wolle.
Die vor einem Jahrzehnt bei AMERICAN AIRLINES geklaute federleichte bulligwarme Fleece-Decke.

Ach ja. Und eine Skibrille. Denn wie man weiß, ist vor allem die Sache mit dem „Wind Chill Factor“ ausschlaggebend. Und die geht so: Das Thermometer unter der Sprayhood zeigt 14 Grad. Eigentlich frühlingshaft. Kaum dass wir beim Lido nach Venedig eingedreht sind, kommt der Wind voll von vorn. Und fühlt sich schneidend kalt an. Die Augen tränen. Sicht nur mehr eingeschränkt möglich.

Aber weil die Einfahrt nach Venedig ja nun mal wirklich zum schönsten gehört, was man einem Menschen, der das Meer liebt, schenken kann, ist die Kälte eigentlich an diesem Tag – ein wohliger Bestandteil des Ganzen. Sie ist unzweifelhaft da. Die Augen brennen, Die Hände sind kalt. Sie ist Bestandteil unserer Reise. Es ist irgendwie stimmig. Der Winter, der späte Herbst, sie sind nun mal die beste Reisezeit. Wenn die Gesichter von Jesolo zu den Gesichtern zu Jesolo werden. Wenn die Welt wieder sich selbst überlassen ist. Wenn nur ein paar Fischer in wattierten Jacken draussen sind.

Wenn das Licht über Venedig milchig wird. Und die Brücken in der Stadt noch federleichter aussehen. Und wenn: Venedig still und leise seinen eigenen Gang geht. Jedenfalls in den östlichsten beiden Stadtvierteln in Sant‘ Elena und in Castello. Immer wieder zieht es mich hierher – was einerseits taktische Überlegungen hat: Hier gibt es gleich zwei Marinas. Und man ist zu Fuß in zwanzig Minuten bei San Marco.

Aber das Taktische erklärt den Zauber von Castello und Sant’Elena nur teilweise.

In Sant’Elena leben die einfachen Leute. Es ist das Viertel der Handwerker, der Mechaniker, der nautischen Werkstätten, der ACTV-Werften und der Lastkahn-Steuerer. Sant’Elena ist irgendwie normal, bescheiden, ja mehr als das. Jedes Mal, wenn ich hierher komme, ist der Gang durchs Viertel für mich Balsam auf die Seele. Es ist heilsam. Beruhigend. Nichts Schreiendes stürzt sich ins Auge. Nie war Sant’Elena so wertvoll wie heute. Weite Gassen, durch die ein paar Schulkinder laufen, rechtwinklig angelegt, dass ich denke: Was für ein Vergnügen das für die Kinder sein muss, um die Häuser herum Verstecken zu spielen.

Zur Normalität von Sant’Elena kommt noch hinzu, dass heute, am 2. Januar offensichtlich die Frauen von Sant’Elena sich zu einem Waschtag verabredet haben. Der Kälte trotzend, hängt im ganzen Viertel die Wäsche über den Straßen. Kaum Menschen. Aber dafür Wäsche zum Trocknen, die schlapp im Wind wedelt. Ein Anblick, der mich an meine Kindheit erinnert,

Was beileibe nicht bedeutet, dass Sant’Elena und Castello nur bei frischgewaschener Wäsche punkten. Es strotzt vor stillen pittoresken Winkeln wie dem einstigen Kreuzgang von San Pietro di Castello, die Jahrhunderte der eigentliche Dom von Venedig war, als der Markusdom ausschließlich „Regierungskirche“ war. Dass hier einmal das große Leben war, erzählt der alte Kreuzgang. Geschichte ist, wenn Dinge sich selbst überlassen werden, einen Augenblick, und nicht im Dienst von irgendwas und irgendwem stehen, sondern einfach nur sich selber gehören.

Und so endet unser Spaziergang durch den Osten Venedigs, als das Licht schwächer wird und schwächer. Und die Kälte des frühen Abends durch die vielen Kleidungsstücke dringt. Und in den Gassen von Castello das Leuchten des Tages erlischt und nur noch in der Ferne über der Giudecca die Kuppeln Santa Maria delle Salute einen Hauch davon bewahrten.

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