Monatsarchive: Juni 2016

SV Waskaran – Patrick Lataillade FR

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Hi Peter,

Thank you for your nice offer! I can see that you have not changed and still offer the same incredible service ( Though I am a bit ashamed to ask you for a piece of rope! )

I purchased your wind pilot in december 2004 after having had a lot of trouble steering Waskaran ( 11 m, 9.5 tons with a centerboard type “ Fruit de Mer“ ) with an Autohelm 4000 while crossing Biscay and reaching Las Palmas pretty tired. The delivery was planned 3 days later and, having ordered from Madeira and been assured that it would work for the transom I had, the equipment was at the back of my boat, on the dock in Las Palmas at 9 am exactly 3 days later. I still tell the story to other sailors when we talk about wind vanes !

Waskaran in Cape town after 53 days at sea

It was duly installed the next day as recommended in the instructions. The simplicity and light weight of the machine made me doubt that it would steer this heavy and pretty lively steel boat but after a few days I realised the strength of the system. It just pushes you out of the way if you do not pay attention !

I sailed directly from Las Palmas to Capetown. 5700 miles and 53 days, a good part of it against the wind. 900 miles from Cape Town I hit a container at night at about 6.5 knots. The rudder stock, 30 mm solid stainless steel was bent badly, the rudder slid up and pulled the steering lines of the windpilot very hard. Nothing broke in the windpilot, no damage in the system at all, the rudder just pivoted as planned.

Las Palmas Capetown

Even whith a pretty hard rudder ( a lot of friction due to the bent stock) the wind pilot managed to steer the boat to Cape Town, with an irregular course obviously and a bit more sail adjustment but I did not have to steer which was the main thing.
It works very well both in heavy seas and in light winds. If it would get damaged for one reason or another, which I doubt can happen, I would get another one immediately.
It is very simple, and if properly installed, will work for any boat. It is a tribute to engineering, pragmatism and no nonsense approach to one of the main pieces of equipment that a single handed sailor needs .

Next time I set out on a long trip, I will have total confidence that I will not need to steer for days and days !

Thanks again for your creation and I wish you a long and happy life so that you can continue to produce this machine and make it better if it is possible.

Regards

Patrick Lataillade from Buenos Aires weiterlesen

Auf zu neuen Ufern – Trockenfallen für Einsteiger

Früh geht es heute weiter. Obwohl unser Tagesziel Tönning nur etwa 3-4 Stunden entfernt liegt. Der Grund dafür ist ganz einfach und typisch Nordsee: Der Hafen von Tönning fällt trocken, und um sicherzugehen würde ich gern vor dem Hochwasser um 1200 dort ankommen. Vielleicht etwas übervorsichtig bei 3m Wasser im Hafen bei Hochwasser, doch gerade am Anfang weiss man ja nie was unterwegs so schief geht. Also geht es pünktlich zum Betriebsbeginn um 0730 zur Schleuse in Nordfeld. Und wie schon in Gieselau sollte diese Schleuse ein Tor zu einer ganz neuen Welt werden.

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Sofort nach der Schleuse geht es nicht mehr durch die flußähnliche Binneneider, sondern durch ein waschechtes Nordsee-Tidenrevier: Die Tideneider. Nicht mehr Weiden und hohe Bäume säumen das Ufer, sondern hohe Schlickbänke, breite Schilfgürtel, Pricken, Seehunde, und Wattvogelkolonien. Umso spannender waren die ersten Meter. Obwohl die Navigation natürlich etwas komplizierter wird als in der Binneneider gibt es einfach so viel zu schauen und entdecken. Und dazu das vielleicht schönste an der Nordsee im Vergleich zur Ostsee: Die salzige Luft die schon gestern am Liegeplatz in Nordfeld die Vorfreude auf die kommenden Tage gesteigert hat. Da heute ein Feiertag (Himmelfahrt) ist mussten wir den Wärter der nächsten Brücke leider schon um 08:00 von süßen Träumen in die Rufbereitschaft „erlösen“. Während er einige Zeit später auf der Brücke zu seinem Häuschen schlurfte richtete er doch tatsächlich noch Gürtel und stopfte das Hemd in die Hose. Ups…

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Für den weiteren Teil der Fahrt lasse ich einfach mal die Bilder sprechen. Die Tideneider ist einfach Nordseeromantik pur.  Bereits weit vor Hochwasser erreichten wir den Hafen von Tönning. Ein verschlafenes Nordseestädtchen, welches seine Hochzeit schon vor einigen Hundert Jahren hatte. Und nun sollte der vielleicht spanndendste Teil des heutigen Tages folgen: Das erste Mal Trockenfallen auf dieser Reise. Denn davor haben die meisten Nordseeunerfahrenen wohl den meisten Respekt. Obwohl die Nonsuch ein Schwenkkieler ist, hat auch sie einen kleinen Stummelkiel der ein aufrechtes Liegen auf dem Rumpf fast unmöglich macht. Trotz des moderaten Tiefgangs geht es mir also nicht viel anders als den meisten Kielschiffen. Oft werden Befürchtungen geäußert, dass Welle, Kiel oder Saildrive durch das Trockenfallen im Hafen Schaden nehmen könnten. Dem ist aber überhaupt nicht so. Der Grund dafür ist, dass in praktisch allen Nordseehäfen die Oberfläche durch sehr weichen Schlick gebildet wird. Würde man versuchen darauf zu laufen würde man locker bis zur Hüfte einsinken. Dementsprechend sinken die Schiffe bei ablaufendem Wasser einfach in diesen Schlickboden ein und stehen dann meistens zwar steif aber völlig gerade. Man sollte nur darauf achten genug Lose in die Leinen zu geben, damit sich das Schiff bei sinkendem Wasserstand nicht regelrecht darin aufhängt. Und genau so problemlos erheben sich die Schiffe bei auflaufendem Wasser wieder aus dem Schlick. Der einzig begrenzende Faktor ist die Dicke der Schlickschicht, da darunter oft harter Sand liegt. In den meisten Häfen ist aber selbst ein einsinken mit einem Tiefgang bis zu 2m kein Problem. Ich kenne sogar eine moderne Hanse in einem Tidenhafen mit Saildrive und 2m Tiefgang, die jeden Tag zwei mal komplett einsinkt. Risiko ist also nicht wirklich vorhanden. Soweit zur Theorie.

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Allerdings habe ich das zumindest mit der Nonsuch vorher noch nicht gemacht. Ein wenig Anspannung bleibt also. Doch gleich nach dem Anlegen wird mir ein Vorteil des Segelns nach der Tidenuhr bewusst: Oft wird dagegen angeführt, dass man sich nicht im Urlaub nach dem Zeitplan von Ebbe und Flut richten und früh aufstehen will. Auch heute ging es ja bereits vor 8 los. Doch nun sind wir bereits um halb 12 mittags fest, haben das Boot aufgeklart und der Uhrzeit entsprechend eine Anlegecola getrunken. Und nun steht uns noch der halbe Tag für die Erkundung von Tönning zur Verfügung. Vor allem für Getriebene wie mich, die oft erst um 1800 in den Hafen einlaufen und oft genug die Erkundung des Umfelds für mehr Zeit auf See eintauschen eine willkommene Abwechslung. Quasi Entschleunigung zwangsweise. Vielleicht wirklich mal ein anderes Konzept für einen Segelurlaub…

Nun geht es also in den Ort. Der Hafen selbst wurde bereits vor Jahrhunderten von den Dänen als Handelshafen angelegt und wird von einem riesigen backsteinernen Packhaus dominiert.  Der Ort hingegen gruppiert sich um den Hafen – man liegt also quasi mitten in der Altstadt –  und besteht aus vielen alten liebevoll gepflegten Stadthäusern. Ich mag solche traditionellen, gewachsenen Häfen immer ganz besonders. Heute ist von der Vergangenheit als Handelshafen aber nicht mehr zu spüren, Wie so oft dominiert der Tourismus und viele Restaurants warten auf Kundschaft.  Normalerweise wäre der Stadtrundgang mangels Zeit jetzt zu Ende (siehe oben), aber heute haben wir ja genug davon. Nachdem wir uns also ein edles norddeutsches 2 Gänge Menü (siehe Bildergalerie) gegönnt haben,  besuchen wir zur Einstimmung auf die Nordsee noch das örtliche Watt- und Nationalparkzentrum. Normalerweise sind diese für Küstenkinder eher langweilig, doch dieses ist wirklich liebevoll gemacht und besticht vor allem durch seine vielen Aquarien in denen sämtliche Fisch- und Getierarten der Nordsee, gruppiert nach Lebensraum, vorgeführt sind. Dazu gibts viel Wissenswertes über Natur und Technik. Selbst für zwei Mittzwanziger noch wirklich interessant. Und für Familien bestimmt erst Recht…

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Zurück am Hafen zeigt sich dann, dass meine Vorsicht bezüglich der frühen Ankunftszeit nicht ganz unbegründet war. Die Einfahrt liegt fast trocken. Und auf halbem Wege zwischen Einfahrt und Liegeplätzen liegt ein kleines Segelboot hoch und trocken. Für ihn gehts wohl erst in ca. 3 Stunden zum bereits in Sichtweite liegenden Liegeplatz. Zum Glück hat er offenbar noch eine frische YACHT an Bord und liest gemütlich im Cockpit. Während wir dann so zum Boot schlendern spricht uns einer der Wirte der Hafenrestaurants an. Ob wir mit dem Segler da wären – Ja?! – und vor einer halben Stunde bei ihm einen Tisch reserviert gehabt hätten? – Nein?! .
Er würde nämlich schon warten. Leicht schmunzelnd zeigten wir auf den im Hafenbecken Festsitzenden. Der Wirt nahm es locker, ging hin, und klärte über Zurufen von der Kaikante ab, dass er den Tisch dann mal auf 2100 umbuchen würde. Unkompliziertheit ála Nordsee.

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Anlässlich des heutigen Vatertags beschlossen wir den Tag dann mit einem zünftigen Grillfest am Steg. So stieg im Laufe des Abends dann nicht nur der Pegel des Hafenbeckens. Dennoch ging es anderntags früh weiter. Durch den Rest der Tideneider bis zum gigantischen in den 70ern errichteten Eidersperrwerk. Und ab da sollte die veränderliche Außeneider und die offene Nordsee beginnen. Es sollte in einem langen Schlag möglichst weit nach Norden gehen um anschließend Zeit für eine entspannte Rückreise über all die kleinen Nordseehäfen hätten. Als Wegzehrung nahmen wir uns  im Tönninger Fischgeschäft noch 2 frische Brötchen und 2 große Pfeffermakrelen mit. Die sollten dann später noch mal eine Nebenrolle spielen…

Kleiner Lobster – Großer Held

Kleiner Lobster – Großer Held

Ende unserer Zeit auf den Bahamas

Es war ein kleiner Zwischenstopp. Viel zu kurz um die Bahamas weiter kennenzulernen. Doch wer hat schon die Zeit und das Geld um wochenlang mit Wnuk Fahrtensegler zu spielen? Für die meisten meiner Mitsegler sind schon zwei oder drei Wochen an Bord eine lange Zeit, das Kojengeld ein dicker Batzen. Gar nicht so einfach. Michi hat Glück gehabt. Er war im richtigen Moment da, weil ich eine linke Hand brauche um sicher über den Atlantik zu segeln. Er hat grade Elternzeit und kann meiner Erwartung entgegenkommen sieben Wochen Zeit am Stück zu haben. Er darf als Bootsjunge mitsegeln.

“Da an den Steinen der Hafeneinfahrt, da gibt es Langusten auf nur vier Meter Wassertiefe. Mit einem Drahtharken ziehst Du sie aus ihrer Höhle und dann schmeißt Du sie in Dinghy!“ Michi schaut mich ungläubig an. „Können die mich beißen?“ „Nein, dass sind keine Hunde, dass sin Langusten. Ziehe einen Handschuh an, damit Du von den Stacheln nicht gestochen wirst.“ Neben Putzen hat Michi auch Zeit stundenlang schnorcheln zu gehen. Warum auch nicht. Einen halben Tag soll er sich um die MARLIN kümmern, den Rest des Tages steht zu seiner freien Verfügung. Er kann gut mit mir umgehen, wenn ich mal launisch bin, ein schlechtes email bekommen habe. Dann lächelt er mich einfach an und wartet ab bis mein kleiner Anfall vorbei ist.

Wir sind losgefahren. Schnell noch am Donnerstag Abend um 22:00, weil ich doch am Freitag nicht auslaufe. Jaja, der Aberglaube. Dann wäre es Samstag geworden und so langsam müssen wir los. Die Wetterprognosen sehen nach einem Tag motoren aus, dann sollten wir Winde aus den richtigen Richtungen bekommen. Die Wassertemperatur hier steigt stetig und hat 28 Grad angenommen. Zeit die Karibik im Sauseschritt zu verlassen und Nord zu machen. Jetzt fängt der Wettergott an hier sein Süppchen zu kochen und was daraus wird weiß man nie so genau.

“Zwei Stück habe ich geholt. Gefühlte 50 Mal bin ich runter getaucht.“ Michi strahlt über beide Backen. Ich sehe quasi den Jagdtrieb in seinen Augen. Mehr. Mehr. Die Angst, dass ihn die kleinen Langusten etwas tun können, hat Michi wohl abgebaut. Zum Frühstück gibt es Rührei mit Languste auf der MARLIN.


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Mare Più. 2016-06-02 11:47:00

Es beschäftigt mich, seit ich nun seit über zwei Jahren das Mittelmeer bereise. Das tiefe Blau, das an manchen Orten noch faszinierender, noch unglaublicher ist als anderswo. Eigentlich bin ich ständig, wenn ich am Meer bin, auf der Jagd nach dem perfekten Blau. Sieht mein Hirn Blau, fängt es schon an zu rattern: Hatten wir dieses Blau schon? War es schon mal da?War es schon mal besser?

Blau ist wichtig. Vielleicht ist es sogar einer der Gründe, warum ich hier auf dem Meer unterwegs bin. Denn:
Wenn ich gelegentlich morgens aus Levje mit sorgenschwerem Kopf heraus an Deck krabble, hilft das große Blau. 
Wenn meine Stimmung mal nicht eindeutig ist: sehe ich diese Farbe, gehts mir gut.

Sehe ich mein Lieblingsblau wie vor Sizilien oder hier: Bin ich entzückt. Ein Bringer. Für Stunden. „Nein, was ist das hier gerade herrlich Blau.“

Blau beschäftigt mich. Ich habe auf Mare Più einige Posts darüber geschrieben, über das tiefe Blau. Und wo immer ich das schönste Blau meinte angetroffen zu haben, habe ich es festgehalten, nicht umsonst ziert die Startseite unseres millemari.-Verlags www.millemari.de ein Video in Blau. Heute also ein weiterer Post über das tiefe Blau, wie ich es direkt an LEVJEs Liegeplatz in der Marina von Mgarr auf der Insel Gozo (Malta) jeden Tag antreffe. Und am Ende, als Belohnung fürs dranbleiben ein Test. Mit Farben. Denn beim Blick ins tiefe Blau erkennen Sie sich buchstäblich ein Stück selber.

Das Blau hier auf Gozo: Das Archipel der maltesischen Inseln besteht überwiegend aus Felsen. Flüsse gibt es (anders als in der Ostsee!) ganz wenig, Europa’s dichtbesiedelstes Land Malta gehört zu den wasserärmsten Regionen der Welt überhaupt. Dem großen Blau tut das nur gut, Sedimente, die Flüße ins Meerwasser tragen wie 90 Kilometer weiter nördlich in Sizilien, sind rar, das Wasser ist klar. So klar, dass ich die Grundleinen des Hafens deutlich am Boden liegen siehe –  an meinem Liegeplatz in sechs Metern Tiefe.



Blau. Natürlich ist es die Lieblingsfarbe der Deutschen. Farben beeinflussen unser Leben. Blau löst nach wirklich schlanker Lesart in uns erstmal Harmonie und Zufriedenheit aus. Rot steht für Stärke und Selbstbewußtsein. Das hat Folgen, beeinflußt uns: Ringer im roten Trikot obsiegen laut Statistik in 60% der Fälle über Blau Gewandete. (www.karrierebibel.de). Womit die Sache mit BAYERN MÜNCHEN auch ein für allemal geklärt wäre. Und 1860 MÜNCHEN gleich mit.

Damit reicht’s aber noch nicht: Blau ist überhaupt global die Lieblingsfarbe – mehr als ein Drittel der Befragten stimmt für Blau. Erst dann kommt mit 25% rot. Aber mit 25% kann’s nix werden, Herr Gabriel.

Allerdings unterscheidet sich, was die Mehrheit als das ideales Blau wählt, doch erheblich von dem, was jetzt gerade an meine Bordwand schwappt. #0044CC ist die Antwort, sucht man nach dem, was den Leuten am besten gefällt. Die, die nun wirklich über uns Alles Alles wissen, die GOOGLEs, nein diesmal die MICROSOFTs haben die Nase vorn (Endlich mal wieder. Respekt.) und fanden heraus, dass Links in Blau mit dem Hexadezimal-Code #0044CC weltweit am meisten geklickt werden. #0044CC ist das „80-Millionen-Dollar-Blau“.



Max Lüscher entwickelte zu einer Zeit, als die halbe zivilisierte Welt dabei war, sich auszurotten, nach zahllosen Probanden-Untersuchungen einen Persönlichkeitstest. Vielleicht ging so etwas in Vierziger Jahren nur in der Schweiz. Alle Kriege konnten nicht verhindern, dass der Lüscher-Test heute in etwa so angesehen ist wie der Rohrschach-Test. Sie erinnern sich? Die Sache mit dem Tintenklecks. Lüscher trieb seine Erkenntnisse trotz Gegenwind auf die Spitze. Seine Diagnostik wird heute in Medizin, Psychologie, aber auch im Recruiting eingesetzt. Vorsicht also, ganz vorsichtig, wenn Sie Ihr Vorgesetzter demnächst flach anquatscht: „Was ist eigentlich Ihre Lieblingsfarbe?“

Statt also heute das Horoskop in BILD zu lesen (deren Rot im Logo übrigens Max Lüscher entwickelt hat) lassen Sie sich einfach mal auf den Test ein. Sie finden ihn hier!
Werfen Sie einen Blick auf sich selber. 
Keine Angst: Wie immer sie antworten – es geht gut für Sie aus. Sie erfahren, indem Sie sich gleich mit Blau beschäftigen, Dinge, die Sie nie über sich gedacht hätten.

Und für alle, die wie ich gierig auf Blau sind: Hier meine Lieblingssammlung von 42 mal Blau. Mindestens.




Geschlechter Kampf hinter verschlossenen Türen

MÄNNER UNTER SICH – EINE UNDURCHSCHAUBARE RASSE

Peterchen quer

Als Morphy auf dem Bananen Dampfer war ich als Blitz verschrien, was mir keinesfalls ein Vorteil schien, obgleich ich mit blauen Augen jeder Volte immer nur das Positive abgewinnen wollte. Ich war der Blitz auf allen Deck´s, wenn´s Ärger gab, war ich am schnellsten weg. Unter Deck hingegen, auf engen Gängen lief ich dem Feind immer wieder in die Fänge, gleichwohl ich eigentlich bass erstaunt, weil ich ehrlich daran glaubte, dass man einen aufgeweckt fröhlichen Fritzen – mich – eigentlich doch gar nicht sein Herz hätte verweigern dürfen. Cognitive Dissonanz war schon damals für mich ein Tanz, den ich nicht gewinnen konnte, weil ich als Menschenzufriedensteller unter Wölfen noch heute eine Fehlbesetzung bin, wohingegen ist als Wortblitz glänzend konnte, was mir damals nur rückwärts half, da ich unverstanden am unteren Hierarchie Zipfel angesiedelt, ständig um mein Leben rannte. WEITERLESEN

Uli gibt Gas

Sprung nach Freeport / Bahamas

Es ist viel passiert und ich war zu faul um zu schreiben. Heute Mittag lag dann endlich das FedEx Paket von Darryl, EchoTec Trinidad, auf dem Counter von Tasha. Die runde Schwarze, unnett wie die Bewohner von den Bahamas sein können, war dann doch nett, als ich ihr eine zwanzig Dollar Note über den Tisch geschoben habe. Plötzlich war sie sogar super nett, auch wenn wir es vorgezogen haben eine halbe Meile draußen vor der Marina zu ankern anstatt noch eine Nacht für 160 USD in der Marina zu bleiben. Über Funk hat sie mich dann redlich über die Aktivitäten des Zollagenten informiert, der das Paket quasi persönlich vorbeigebracht hat. Neue Locks für unsere zweite Wassermachermembreane, die schrecklich geleckt hatte. Von EchoTec aus Kulanz geschickt, ein paar O-Ringe, ein paar Hochdruckanschlüsse, auf denen wir Electrolyse gefunden hatte. Nun. 1.000 Stunden hat alles gehalten, drei Jahre und bereits 120.000 Liter Wasser hat die Anlage schon geliefert. Is doch schon ganz ordentlich.

Marina am vergangenen Samstag gab es aber auch, weil Nadja mit ihrem 11 Monate Sohn Jonas von Bord gegangen ist. Nein, nicht vorzeitig und auch nicht unglücklich. Eher sehr glücklich. Ehemann Michael fährt weiter mit bis zu den Azoren. Es war eine schöne Zeit und der Gesang von Jonas wird uns fehlen. Und so bin ich in den Genuss einer Einladung zum Essen gekommen. Meine Crew weiß was sich gehört und wir landen am besten Platz am Ort. Danke! Ich hätte nicht besser kochen können. Als ich nach Hause wollte, meinte dann Uli: „Lasss uns doch noch einen heben. Die Beiden wollen bestimmt noch mal alleine sein mit Jonas. Grins.“ Ach so. Ja dann. Und stille Wasser sind tief, denn mit Uli bin ich dann bis in die frühen Morgenstunden versackt. Dort wo auf den Tischen getanzt wurde und die Freunde der Nacht sich zum Wochenendfeiern zusammenfanden. Danke Uli. Vielleicht war das auch der Grund weil ich dann ein, zwei Tage so schreibfaul war und mich von den Folgen des Umzugs erholen musste.

Nach der Erholung geht es am Montag zum Alltag über. Boot für den Schlag zu den Bermudas vorbereiten. Es hat sich was angesammelt. Bootsjunge Michael muss nun ordentlich ran. Die ToDo Liste hat zwei Seiten, nein, drei Seiten. Dazu kommen die täglichen Aufgaben. Putzen, putzen, putzen. Radsteuerung nachstellen, Motorraum aufräumen und wieder putzen. Tausende von Kleinigkeiten stehen an. Ich bin mit Orga am Rechner beschäftigt, kniee immer wieder um das Wetter für das kommende Wochenende in die richtige Richtung zu beten. Da fällt der Generator aus. Verstopfung unter den Diodenblöcken im Kühlsystem. Das mache ich dann doch lieber selber.

Mitsegler Uli lässt sich nicht lumpen und verschränkt nicht alias Dagoberts Art die Arme, bringt fortlaufende dumme Sprüche, sondern packt das Projekt: „Undichtes Portlight“ an. Das macht er erstaunlich gut. Nach ein paar Stunden, ich hätte es nicht besser machen können, ist das Portlight wieder drin und dicht für die Ewigkeit. Ich erkenne ungeahnte Fähigkeiten, locke mit dem Angebot von frisch gebratenen Steaks (Wer stellt sich schon gerne bei 30 Grad in die Küche und brät Steaks?) Ulli, kannst Du bitte das Schothorn der Genua reparieren? Michael putzt derweilen die ganzen Ventilatoren. Acht Stück, die noch nie einer geputzt hat. Mist Arbeit. Dann werkeln sie zusammen am Segel. Unter Segeln, denn zwischenzeitlich sind wir ausgelaufen und segeln bei wenig Wind gegen den Strom aus West nach West End. Wir essen fürstlich. Danke Uli. Danke Micha. Es macht Spass mit euch zu schaffen. Wir loben uns gegenseitig und segeln in die Nacht hinein. Ab West End soll es übermorgen nach Norden gehen. Dann nach Bermudas. Die Prognosen für den Wind sind noch gut. Hoffentlich bleibt das so.

 


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